Wissenschaftlicher Fortschritt, was hat er uns gebracht?

Für News und Diskussionen aus allen möglichen Teilgebieten der Naturwissenschaften.
Benutzeravatar
wetandy
new-boy
new-boy
Beiträge: 16
Registriert: 01 Jul 2011, 21:48
Wohnort: Leipzig

Wissenschaftlicher Fortschritt, was hat er uns gebracht?

Beitragvon wetandy » 01 Jul 2011, 23:59

Ich möchte einmal ein interessantes Thema zur Diskussion stellen.
Inwieweit hat uns der wissenschaftlich-technische Fortschritt weitergebracht? Wie hat sich unser Leben verändert?
Ich finde - überhaupt nicht! Wie komme ich darauf?
In der Urgesellschaft lebten wir Menschen in Sippen, es gab die Jäger und Sammler und im wesentlichen ging es um
die Ernährung und den Fortbestand der Art bis zu dem Moment als Alles begann, der Mensch Werkzeuge in die Hand
nahm und sich über andere Arten mit angeblicher Intelligenz erhob. Dazu gibt es eine tolle Filmszene, die Eröffnung der
Saga "2010 Odyssee im All"
Aber was hat uns das alles gebracht? Wir haben tolle Kommunikationsmittel, Telefon, Handy, Internet, sind aber immer
einsamer geworden. Viele kennen ihren eigenen Nachbarn nicht.
Wir haben modernste Transportmittel, Raketen, Flugzeuge, Autos, können alle Entfernungen überwinden und finden uns
trotzdem nicht.
Wir können viele Krankheiten heilen, erlangen immer mehr medizinische Erkenntnisse, aber mehr als eine Verlängerung
der Lebenserwartung ist nicht bei rüber gekommen.
Wir haben modernste Maschinen, moderne Landwirtschaft und trotzdem verhungern noch Millionen von Menschen.

Es kommt mir so vor als seien wir einfach dafür gar nicht geeignet und haben uns mächtig gewaltig übernommen.
Vielleicht ist es von der Evolution gar nicht so vorgesehen. Den Werkzeuggebrauch gibt es auch in der Tierwelt, zum
Beispiel bei Rabenvögeln oder Menschenaffen, aber es geht dann nicht weiter.
Vielleicht sind wir ja ein reiner Spielball der Natur und die Evolution verläuft einfach so: Entstehung der ersten biologischen
Zellen mit eigenen Stoffwechsel, Entstehung der Sexualität und der Artenvielfalt, Entstehung der Intelligenz mit abschließender
Selbstzerstörung und abschließender Entstehung einer ganz neuen Art die scheinbar auf dem alten Niveau der Urgesellschaft
liegt aber mit höherer Qualität, vielleicht das was man mal Urkommunismus genannt hat.

Es gab und gibt ja schon immer zwei gewaltige Bremsen was den Fortschritt anbelangt, dass sind Religion und Ökonomie.
Ich kann es mir gut vorstellen das die Entstehung der Religionen auch ein natürlicher Prozess ist um den aus dem Ruder
laufenden Fortschritt aufzuhalten. Man kennt ja die Verfolgung und Verbrennung von Ketzern oder Hexen und was es
sonst alles im Namen des Glaubens gab und das wirkt bis in die heutige Zeit. Das Kondomverbot der katholischen Kirche
zum Beispiel hat zum Tode von abertausenden Menschen geführt die an AIDS gestorben sind. Wissenschafts- und
Sexualfeindlichkeit wirken hier bis heute nach. Als das nicht mehr ausreichte, gesellte sich die Ökonomie dazu.
Viele Forschungsprojekte scheitern heutzutage an der Finanzierbarkeit, Alles ist nur noch auf Ökonomie und Gewinn
ausgerichtet. Zum Beispiel wurde der MP3-Player in Deutschland entwickelt, es gab aber keine Finanzierung so wurde
er schließlich in Japan gebaut.

Vielleicht ist es wirklich so, nichts mit Krone der Schöpfung! Aller Fortschritt unterscheidet uns trotzdem kaum von den
primitivsten Arten. Warum auch? Wir sind und bleiben Bestandteil der Natur, da ist halt nichts mit Krone.
Nicht falsch verstehen, ich hab nichts gegen Forschung im Gegenteil bin voll der Science-Typ, aber wenn ich so ins
Überlegen komme, dann komme ich schnell auf den Boden der Realität zurück.
Fortschritt hat uns vieles leichter gemacht, aber was Geist und Intelligenz angeht sind wir einfach auf altem Niveau stehen
geblieben. Das könnte auch durchaus gefährlich werden, man denke an den "Fortschritt" in der Waffentechnologie.
Was meint ihr dazu? Ich finde das ist mal eine Diskussion wert.
Wer kämpft kann verlieren, wer nicht kämpft hat schon verloren.
Bertolt Brecht

Wissenschaftlicher Fortschritt, was hat er uns gebracht?

Werbung
 

Benutzeravatar
Alex2k9
advanced-boy
advanced-boy
Beiträge: 335
Registriert: 10 Aug 2009, 21:12

Re: Wissenschaftlicher Fortschritt, was hat er uns gebracht?

Beitragvon Alex2k9 » 02 Jul 2011, 10:24

Keine Ahnung worauf du hinaus willst, aber wenn du gerne rückständig Leben willst kannst du immer noch zu den Amish gehen.
Dank des Fortschrittes hat die Menschheit das Land, die Ozeane und den Luftraum erobert und fängt grade mit dem Raum an.

Benutzeravatar
Apfel
member
member
Beiträge: 803
Registriert: 27 Dez 2008, 22:01

Re: Wissenschaftlicher Fortschritt, was hat er uns gebracht?

Beitragvon Apfel » 02 Jul 2011, 12:01

Ich finde es immer etwas seltsam, wenn Menschen den Fortschritt komplett verteufeln.

Natürlich, dort wo gesägt wird, fallen Späne, d.h. negative Aspekte sind stets als ungewollte Effekte des Wandels vorhanden.
Aber der Fortschritt ist es letztlich auch, der diese ungewollten Nebenwirkungen behandelt und für sie Lösungen zu finden versucht.

Beispiel CO2-Ausstoß: Der Mensch hat dieses Problem erkannt und beschäftigt sich intensivst damit, Lösungen zu finden.
Beispiel Ausbeutung der dritten Welt: Es gibt viele Initiativen und Projekte, die für eine faire Arbeitsbedingungen in Entwicklungsländern eintreten (z.B. Fair-Trade).

usw. usf.

Es gibt viele Dinge, die in unserer Welt nicht funktionieren, aber es ist letztlich auch der Fortschritt, der versucht, dem entgegenzutreten.

Benutzeravatar
wetandy
new-boy
new-boy
Beiträge: 16
Registriert: 01 Jul 2011, 21:48
Wohnort: Leipzig

Re: Wissenschaftlicher Fortschritt, was hat er uns gebracht?

Beitragvon wetandy » 02 Jul 2011, 12:35

Ich verteufle den Fortschritt ja nicht. In Sachen Komfort hat es ja auch viel gebracht. Das Leben ist so leichter und angenehmer geworden.
Was ich sagen will kann man vielleicht so erklären: Stellt euch mal vor, es würde für zwei Wochen der Strom ausfallen. Viele würden das nicht mehr überleben, eben weil wir es vollkommen verlernt haben selbständig von und mit der Natur zu leben. Allein schon in der ersten Nacht würde in den Großstädten ein Chaos von Plünderungen und Gewalt ausbrechen was man sich kaum vorstellen kann. Es würde einfach garnichts mehr funktionieren, auf einen Schlag wären wir zurück in der Steinzeit.
Wir haben uns voll vom Fortschritt abhängig gemacht und sind nur noch Diener.
Ich will damit ausdrücken das wir es jetzt bequemer haben, aber was das menschlische Zusammenleben betrifft, haben wir nichts dazugewonnen. Viele sind vereinsamt, leben alleine ohne Partner und fragen sich immer mehr was das Ganze soll. Menschlich haben uns beste Medizintechnik, Kommunikation, Luft und Raumfahrt keinen Deut weitergebracht und das bedauere ich.
Wer kämpft kann verlieren, wer nicht kämpft hat schon verloren.
Bertolt Brecht

Benutzeravatar
lalumiere
advanced-boy
advanced-boy
Beiträge: 372
Registriert: 27 Sep 2009, 10:13
Wohnort: Deutschland

Re: Wissenschaftlicher Fortschritt, was hat er uns gebracht?

Beitragvon lalumiere » 02 Jul 2011, 12:40

Man müsste ja auch erstmal definieren, was genau man unter Fortschritt versteht. Wenn ich das richtig deute, dann meinst du nur den wissenschaftlichen Fortschritt. Wenn ich so darüber nachdenke, fällt mir erstmal eine signifikant erhöhte Lebenserwartung ein, die wir u.a. dem Fortschritt in der Medizin verdanken. Genetisch ist der Mensch sicher noch weitestgehend der gleiche wie vor 500 Jahren, deshalb wird es auch weiterhin Kriege geben und Fanatiker und Korruption und der technologische Fortschritt kann seine dunklen Muskeln spielen lassen. Ich meine aber auch hier, einen gesellschaftlichen Fortschritt zu erkennen. Wenn ich z.B. an den ersten Weltkrieg denke, wo sich abertausende von Soldaten in den Schützengräben gegenüberstanden und gegenseitig abgeschlachtet haben und man auch vor Giftgas nicht zurückschreckte und ich mir dann die Konflikte der heutigen Zeit anschaue, dann sind solche Barbareien doch nahezu undenkbar, obwohl man die Mittel zum Abscheulichsten durchaus hätte.
Man darf auch nicht den Fehler machen, wissenschaftlichen Fortschritt mit gesellschaftlichem Fortschritt gleichzusetzen. Das 3. Reich ist ein gutes Beispiel für eine technokratisch geführte Gesellschaft die beachtliche wissenschaftliche Errungenschaften vorzuweisen hatte, gesellschaftlich war es ein Rückschritt.
Ich denke, es ist wichtig anzumahnen, dass es keine Garantie gibt, dass sowohl technologische als auch gesellschaftliche Errungenschaften auf Dauer bestehen werden, denn sie sind an die jeweilige Gesellschaft gebunden und wenn sich diese auflöst oder radikal verändert, dann kann es auch mit der hohen Lebenserwartung oder der Vorstellung von opferminimierender Kriegsführung vorbei sein.

Benutzeravatar
Apfel
member
member
Beiträge: 803
Registriert: 27 Dez 2008, 22:01

Re: Wissenschaftlicher Fortschritt, was hat er uns gebracht?

Beitragvon Apfel » 02 Jul 2011, 12:41

wetandy hat geschrieben: aber was das menschlische Zusammenleben betrifft, haben wir nichts dazugewonnen.

Das bestreite ich. Wenn man liest, wie es im Mittelalter und auch in den ersten Jahrhunderten der Neuzeit zugegangen ist, dann hat sich das Zusammenleben sehrwohl verbessert.

Und wir sind auch humaner geworden: Tolleranter gegenüber Andersdenkenden, etc. (wobei die Aufklärung noch nicht abgeschlossen ist)

Benutzeravatar
lycatoria
Frequent-Poster
Frequent-Poster
Beiträge: 1250
Registriert: 31 Okt 2010, 02:10
Wohnort: Karlsruhe
Kontaktdaten:

Re: Wissenschaftlicher Fortschritt, was hat er uns gebracht?

Beitragvon lycatoria » 02 Jul 2011, 18:33

Dann ist dein Problem aber nicht der tatsächlich vorhandene Fortschritt, was Wissenschaft und Technik betrifft, sondern eher eine fehlende geistige und spirituelle (oder eher philosophische) Entwicklung. Was das betrifft, gebe ich dir recht und da gibt es auch noch viel Entwicklungspotential. Das Problem ist, dass dieser geistige Anspruch nicht überall besteht, eher selten vergleichbar ist und sich viele Leute schlichtweg meilenweit davon entfernt befinden. Als Chemielaborant kenne ich die naturwissenschaftliche Seite; beschäftige mich aber auch viel mit Philosophie und solchen Sachen (z.B. Buddhismus, generell eher der ganze östliche Kram) - spannende Sache, man hat eigentlich zwei "Werkzeuge" zur Hand. Je nach dem, was man erreichen oder erklären will bedient man sich entweder eher naturwissenschaftlicher oder eher philosophisch-spiritueller Elemente. In der westlichen Gesellschaft liegt das Gleichgewicht eher auf der technisch-wissenschaftlichen Seite. Ein wenig mehr in Richtung ausgeglichenes Gleichgewicht wäre schon wünschenswert :)

Skeeve3
Einmalposter
Beiträge: 8
Registriert: 19 Mär 2010, 22:22

Re: Wissenschaftlicher Fortschritt, was hat er uns gebracht?

Beitragvon Skeeve3 » 02 Jul 2011, 20:52

Natürlich könnte sich unser erreichter Fortschritt auch gegen uns wenden und wir würden auf einmal wieder in der Steinzeit landen aber wir Menschen würden trotzdem versuchen diesen Status wieder zu erlangen.Schließlich ermöglicht uns dieser technische Fortschritt nicht nur ein komfortableres Leben sondern ermöglicht durch diese Stabilität auch,dass wir uns eher menschlich weiter entwickeln können anstatt ständig ums überleben zu fürchten.Wenn du dir mal ansiehst,was wir mittlerweile in der westlichen Gesellschaft an Akzeptanz etc. erreicht haben dann spiegelt das für mich eine menschliche Weiterentwicklung an.Natürlich kann man dies nicht pauschalisieren und es muss noch viel getan werden aber der Wohlfahrtsstaat bietet diese Möglichkeiten.Das krasse Gegenteil sieht man ja in 3. Welt Ländern wo Bildung und Fortschritt nicht gegeben sind und wo eben noch mittelalterliche Zeiten vorherrschen.
Und was das zwischenmenschliche angeht.Da denke ich muss jeder selbst wissen,inwieweit er die Technik sein Leben kontrollieren lässt.Ich hab z.b. kein Iphone,benutze mein Handy vielleicht 2 mal im Jahr und vermisse auch nichts in meinem Leben.Ich denke da hängt viel von der innerlichen Einstellung hab aber ich finde es trotzdem schön die Möglichkeit zu haben wenn ich irgendwann mal möchte auf diese Dinge zurückgreifen zu können.Der Mensch muss sich in dem Sinne vielleicht etwas unabhängiger machen.Allerdings geht dies nur bis zu einem bestimmten Punkt ohne unseren Fortschritt aufgeben zu müssen.
Außerdem hilft uns die Wissenschaft etc. immer mehr unsere Welt zu verstehen.Ist zwar eine Sissyphus-Aufgabe aber für mich besteht darin der Sinn warum die Menschheit existiert.Vielleicht nicht für jeden individuell,da nicht jeder die Fähigkkeiten hat z.b. physikalische Abläufe zu verstehen aber eben auf die Menschheit allgemein bezogen.Ich versuche dies eher auf philosophischem Weg,da mir der wissenschaftliche nicht wirklich zugänglich ist.
Aber das ist nur meine Sichtweise ;)

Benutzeravatar
wetandy
new-boy
new-boy
Beiträge: 16
Registriert: 01 Jul 2011, 21:48
Wohnort: Leipzig

Re: Wissenschaftlicher Fortschritt, was hat er uns gebracht?

Beitragvon wetandy » 04 Jul 2011, 22:40

Apfel hat geschrieben:Das bestreite ich. Wenn man liest, wie es im Mittelalter und auch in den ersten Jahrhunderten der Neuzeit zugegangen ist, dann hat sich das Zusammenleben sehrwohl verbessert.
)


Das Mittelalter wird oft als finster, kriegerisch und barbarisch dargestellt. Dem ist aber garnicht so. Es gab viele lang andauernde friedliche Zeiten, länger als die jetzige Friedensperiode nach dem 2. Weltkrieg.
Auch gab es keinerlei Verfolgung von Schwulen, es ging viel liberaler zu als heute. Erst mit Beginn der Christianisierung und dem Vormarsch der Kirche wurde es dann immer schlimmer. Kreuzzüge, Hexenjagden, Verfolgung Nichtgläubiger, Antisemitismus, kam alles erst später, nach dem Mittelalter zu Beginn der Neuzeit.
Das Leben war natürlich viel beschwerlicher und die größten Feinde waren Pest und Cholera. Das Mittelalter war aber nicht so finster wie es immer gesehen wird, nicht alle Wälder waren voller Räuber, und Raubritter gab es nicht überall. Das normale mittelalterliche Leben lief viel ruhiger als heute ab, die Leute hatten viel mehr Zeit, auch Feiertage gab es viele mehr.
Ich will das nicht beschönigen, bin auch froh jetzt zu leben, aber in Sachen Menschlichkeit war das Mittelalter garnicht so Rückständig wie man glauben mag.
Allein das 20.Jahrhundert brachte einen rasanten Aufschwung in Technologie und Fortschritt. Im Gegenpol aber auch zwei schlimme Weltkriege. Jetzt sind wir dabei das Energieproblem in den Griff zu bekommen. Und auch das Internet ist ja `ne tolle Erfindung, obwohl das einen rein militärischen Hintergrund hat.
Wissenschaftlich-technisch schreiten wir unheimlich schnell voran, aber Menschlichkeit und Humanität bleiben auf der Strecke. Womöglich sind wir dafür garnicht geschaffen und dem bald nicht mehr gewachsen. Es läuft uns aus dem Ruder, wir werden immer abhängiger und vergessen einfach das wir keine Roboter und Maschinen sind. Unsere Technik könnte uns das Leben immer leichter machen, aber es gibt immer wieder neue Probleme und immer mehr sind dem nicht mehr gewachsen und einfach überfordert. Das äußert sich dann in zunehmenden psychischen Erkrankungen, Amokläufen und Gewaltexzessen. Wie oft hört man dass das wieder mal Jemand durchgedreht ist, dass manche nur noch in einer virtuellen Welt zurechtkommen. So hat jede Zeit ihre finsteren Seiten, auch die heutige.
Je mehr ich darüber nachdenke, gelange ich zu der Erkenntnis, daß aller Fortschritt uns menschlisch nicht näher gebracht hat.
Martin Luther King hat das mal so ausgedrückt: "Wir haben gelernt wie Vögel zu fliegen und wie Fische zu schwimmen, aber die einfachste Kunst beherrschen wir nicht, wie Brüder zu leben."
Dem ist nichts hinzuzufügen.
Wer kämpft kann verlieren, wer nicht kämpft hat schon verloren.
Bertolt Brecht

Husky
Einmalposter
Beiträge: 1
Registriert: 05 Jul 2011, 11:27

Re: Wissenschaftlicher Fortschritt, was hat er uns gebracht?

Beitragvon Husky » 05 Jul 2011, 12:11

wetandy hat geschrieben:Erst mit Beginn der Christianisierung und dem Vormarsch der Kirche wurde es dann immer schlimmer. Kreuzzüge, Hexenjagden, Verfolgung Nichtgläubiger, Antisemitismus, kam alles erst später, nach dem Mittelalter zu Beginn der Neuzeit.


Das Mittelalter war etwa vom 6-15 Jh.!
Die 3 großen Kreuzzüge mit dem Ziel Jerusalem fanden zwischen 1096 und 1192 statt, und somit im Hochmittelalter statt. Die ersten Hexenprozesse fanden im 13 Jh. ,und somit im späten Mittelalter statt. Auch Judenfeindlichkeit gab es im Mittelalter auch schon, man hat den Juden z.B. vorgeworfen sie seien schuld an der Pest weil sie die Brunnen vergiftet hätten.Auch die Christianisierung und die Verfolgung Nichtgläubiger fanden auch schon im Mittelalter statt.

wetandy hat geschrieben:Auch gab es keinerlei Verfolgung von Schwulen, es ging viel liberaler zu als heute.


Das war so im Antiken Griechenland und teilweise noch im antiken Rom. Aber im Mittelalter galt Homosexualität als Sünde und war durch die Kirche verboten.
Ich will jetzt nicht behaupten das das Mittelalter nur schlechte Seiten hatte ,aber die meisten Errungenschaften der Griechischen und Römischen Antike gingen im Mittelalter verloren.

ceo
Gast
Gast

Re: Wissenschaftlicher Fortschritt, was hat er uns gebracht?

Beitragvon ceo » 09 Mär 2013, 13:16

Ich als angehender Philosophiestudent und ausgebildeter Softwareentwickler habe dieses Thema irgendwie bei Google gefunden und mich hat die falsche Darstellung zu sehr aufgeregt, daher beantworte ich dir deine Frage und stelle die "Fakten" richtig, so ignorant wie du dich hier anstellst kann man doch gar nicht sein...

Und nein: Ich bin nicht homophob oder ähnliches. Ich bin selbst seit anderthalb Jahren mit meinem Freund zusammen und selbst männlich. Das muss man ja klarstellen, bevor irgendwer mit "HOMOPHOB!!!!1111111" ankommt und das ad personam als richtige "Argumentation" nehmen will...

Inwieweit hat uns der wissenschaftlich-technische Fortschritt weitergebracht? Wie hat sich unser Leben verändert?
Ich finde - überhaupt nicht! Wie komme ich darauf?

Um dich damit ernstzunehmen bist du mir gerade ein kleines bisschen zu wenig dabei, im Wald nach Essen zu suchen und zu viel dabei zu schreiben (Typographie ist eine Subwissenschaft der Linguistik), undzwar auf einem PC (der nur dank Elektrotechnik, Physik, Mathematik, Logik... mit wissenschaftlichen Methoden entwickelt werden konnte) im Internet (das zur Verbindung von Wissenschaftlern entwickelt wurde, damit sie ihre Forschungsergebnisse teilen können). Schon alleine dadurch, dass du diesen Beitrag hier schreibst und nicht bereits tot bist, weil das Kindsfieber dich und deine 12 Geschwister umgebracht hat, die du in der "natürlichen Familie" hättest, und du das ganze auf einem PC im Internet zu anderen Menschen schreibst, lässt dich einfach nur lächerlich erscheinen.

In der Urgesellschaft lebten wir Menschen in Sippen, es gab die Jäger und Sammler und im wesentlichen ging es um
die Ernährung und den Fortbestand der Art bis zu dem Moment als Alles begann, der Mensch Werkzeuge in die Hand
nahm und sich über andere Arten mit angeblicher Intelligenz erhob. Dazu gibt es eine tolle Filmszene, die Eröffnung der
Saga "2010 Odyssee im All"

Ich glaube, du verstehst den Film und die Bedeutung des Monolithen nicht. Schaue dazu mal die Reviews von Rob Ager, er erklärt dir das.
Und btw.: Wo genau ist der Unterschied zu jetzt? Bis auf dass wir weitaus weniger leiden und mehr Spaß haben können, als die Menschen "damals"?

Und wie definierst du "Intelligenz"?
Für diesen Zweck hab ich dir jetzt mal aus dem Handgelenk eine Definition von "Intelligenz" gebracht.

"Intelligenz ist die Fähigkeit, aus dem gelerntem Wissen und der bisher gewonnenen Erfahrung mithilfe logischer Schlussfolgerungen aufgetretene Probleme, deren Lösungen für denjenigen nicht bekannt sind, in angemessener Zeit zu beheben und aus dieser neuen Erfahrung neue, korrekte Schlussfolgerungen zu ziehen und alte Schlussfolgerungen, sofern sie falsch sind, d.h. sie nicht den realen Bedingungen, wie sie empirisch und logisch erfassbar sind, entsprechen, zu korrigieren und sie in Zukunft bei genau diesem oder verwandten Problemen anzuwenden. Der Grad der Intelligenz ist bestimmt durch die Qualität der Lösung und die Länge der benötigten Zeit, um das Problem zu lösen."

Demnach haben viele Menschen, per definition, "Intelligenz". Was ist deine Definition?

Aber was hat uns das alles gebracht?

Besseres Leben, einfacheres Leben, Leben mit weniger Leid, Leben mit mehr Freude.

Wir haben tolle Kommunikationsmittel, Telefon, Handy, Internet, sind aber immer
einsamer geworden. Viele kennen ihren eigenen Nachbarn nicht.

Was soll diese Generalisierung ohne Beweise?
ICH kenne meine Nachbarn, du kennst deine Nachbarn und auch meine Nachbarn kennen mich und sich untereinander. Meiner empirischen Erfahrung nach ist diese Aussage Schwachsinn. Wie viele Menschen "vereinsamen" denn wirklich? Hast du die Statistiken? Und wie viele sind früher vereinsamt?
Nur, weil man sie heute auf MITTEN IM BRENNPUNKT sieht, heißt es nicht, dass es sie damals nicht gab, die, die vereinsamt sind.

Wir haben modernste Transportmittel, Raketen, Flugzeuge, Autos, können alle Entfernungen überwinden und finden uns
trotzdem nicht.

Wieder erstaunlich, dass du das hier zu Leuten schreibst, die du "nicht findest".

Wir können viele Krankheiten heilen, erlangen immer mehr medizinische Erkenntnisse, aber mehr als eine Verlängerung
der Lebenserwartung ist nicht bei rüber gekommen.

Erstens: Wenn du es extrem engstirnig siehst, ist das das einzige, was überhaupt davon kommen kann.

Wenn du es aber etwas breiter gefächert siehst, dann dürftest du sehen, dass man nicht mehr an einem kaputten Zahn stirbt, mit tagelanger Agonie. Man hat also weitaus weniger Leid. Und auch ein Bein zu verlieren ist heute nicht mehr so tödlich, wie noch vor 2000 Jahren. Früher war das der Tod. Heute ist es schlimm und schmerzhaft, aber man kriegt eine Spritze, schläft, verblutet nicht und in einigen Jahren haben wir Prothesen (Prototypen für Hände gibts bereits!), die sich exakt so anfühlen, wie die richtige Hand und auch Gefühle usw. ans Hirn senden: Personen spüren also im Endeffekt - dank Wissenschaft und Technik - keinen Unterschied mehr, wenn sie ein Körperteil verlieren, anstatt langsam über einige Tage zu verbluten mit ewigen Schmerzen.
Wenn ich irgendwann einen Autounfall haben sollte (oder besser, weil es Autos ja "damals nicht gab": von einem wilden Tier angefallen werde), wäre ich froh, wenn ich im Heute leben könnte.

Wir haben modernste Maschinen, moderne Landwirtschaft und trotzdem verhungern noch Millionen von Menschen.

Richtig. Und wie war das früher nochmal? Ach ja! Da sind ja nicht "nur" ein paar Millionen verhungert, sondern fast jeder Vierte, in allen Nationen, nicht nur in dritte-Welt-Ländern.

Ich will die Hungertoten dort auf keinen Fall "schönreden" oder "schlechtmachen": Das sind arme Menschen, die Hilfe brauchen und es auf keinen Fall verdient haben (das hat niemand), zu verhungern. Aber mir ist es lieber, wenn in Afrika ein paar Millionen Menschen verhungern, als wenn in Afrika + Europa + Asien + Amerika + Australien ein paar Milliarden Menschen verhungern. Es ist nicht perfekt und noch verbesserungswürdig, aber schon eine gewaltige Verbesserung.

Es kommt mir so vor als seien wir einfach dafür gar nicht geeignet und haben uns mächtig gewaltig übernommen.

Und wie gewohnt wirst du diese gewagte Behauptung durch absolut nichts unterstützen.

Vielleicht ist es von der Evolution gar nicht so vorgesehen. Den Werkzeuggebrauch gibt es auch in der Tierwelt, zum
Beispiel bei Rabenvögeln oder Menschenaffen, aber es geht dann nicht weiter.

Die Evolution "sieht" nichts vor. Sie ist ein ungesteuerter Prozess. Hast du das Konzept von Evolution nicht ganz verstanden?

Vielleicht sind wir ja ein reiner Spielball der Natur

Du vermenschlichst etwas, dass keine menschlichen Eigenschaften hat.

und die Evolution verläuft einfach so: Entstehung der ersten biologischen
Zellen mit eigenen Stoffwechsel, Entstehung der Sexualität und der Artenvielfalt, Entstehung der Intelligenz

Bis hierhin absolut korrekt, bis auf dass Intelligenz und Artenvielfalt kein "Ziel" von Evolution sind. Sie sind eine Notwendigkeit für gewisse Spezien.
Intelligenz z.B. ist für Menschen evolutionär notwendig, da wir weder schnell noch gefährlich sind als solches. Jedes etwa menschengroße Tier kann uns reißen und töten, ohne, dass wir den geringsten Widerstand leisten könnten. Daher ist es notwendig, dass wir, um zu überleben, Intelligenz entwickeln. Die, die zu blöd sind, werden gefressen und die, die intelligent sind, können sich fortpflanzen. Notwendigerweise auch nur mit denen, die selbst intelligent waren, wodurch der Nachwuchs mit relativ hoher Wahrscheinlich selbst wieder relativ intelligent ist.

mit abschließender Selbstzerstörungund

Mein nutzloses-Polemik-Meter dreht gerade am Rad!

abschließender Entstehung einer ganz neuen Art die scheinbar auf dem alten Niveau der Urgesellschaft
liegt aber mit höherer Qualität, vielleicht das was man mal Urkommunismus genannt hat.

Mein Bullshitometer dreht gerade auch am Rad.

Es gab und gibt ja schon immer zwei gewaltige Bremsen was den Fortschritt anbelangt, dass sind Religion und Ökonomie.

Ökonomie nicht. Anstelle dessen kommt noch Konservativismus: Die Angst vor Neuem.

Ich kann es mir gut vorstellen das die Entstehung der Religionen auch ein natürlicher Prozess ist um den aus dem Ruder
laufenden Fortschritt aufzuhalten

Und ich kann mir vorstellen, dass Gremlins auf der Rückseite von Jupiter Polka tanzen. Das macht diesen schwachsinnigen Gedanken nicht ansatzweise realer.
Religion ist ein früher Versuch der Menschen, Dinge, die sie nicht verstehen, doch irgendwie zu verstehen, indem man ihnen humane Eigenschaften gibt.
"Was? Ein Blitz? Wie geht das? ... ähhh ... die Götter müssen wütend sein, ja!"
Diese Religionen gelangen zwingendermaßen in einen evolutionären "Kampf": Es überlebt die, die den Leuten mehr Angst macht. Das Christentum, der Islam usw. z.B. lieben nichts mehr als die Angst:
Angst vor Gottes Rache, Angst vor dem Tod, Angst vor der Hölle, Angst vor "falschem" Sozialverhalten (dass definiert wird durch 2000 Jahre alte, widersprüchliche Gesetze, die verlangen, Schwule zu töten, Hass gegen Andersgläubige zu haben, Ausländer zu töten (ja, das steht in der Bibel. Man sollte sie lesen, nech?) uvm.), ...

Wer mehr Angst erzeugen kann, kann sich selbst als "Heiler" dieser Angst darstellen. "Friedliche" Religionen, die zugeben, dass sie sich irren können, überleben nicht. Warum sollte sich der ultimative Schöpfer, zu dem man ihn gemacht hat, des Universums irren?
Jhwh, der biblische Gott, hat genau diese Entwicklung durchgemacht.
Von einfachen Naturgöttern ("JEDER BAUM IST GOTT!") über komplexere Sozialstrukturen unter den Göttern (Jhwh ist eigentlich nur der Kriegsgott. Er ist der Sohn von El und Baal. Aber nur ein Kind von irgendwelchen anderen Göttern zu sein hat nicht gereicht, um mehr Angst zu machen, daher wurde die andere Geschichte vergessen und Jhwh wurde zum einzigen, "eifersüchtigen" (erstes Gebot) Gott) hinzu eben diesem einzigen Gott der Menschheit usw., bei Allah das Gleiche.

Man kennt ja die Verfolgung und Verbrennung von Ketzern oder Hexen und was es
sonst alles im Namen des Glaubens gab und das wirkt bis in die heutige Zeit. Das Kondomverbot der katholischen Kirche
zum Beispiel hat zum Tode von abertausenden Menschen geführt die an AIDS gestorben sind.

Richtig. Genau damit hast du deine Grundaussage aber widerlegt. Gerade, indem du sagst, dass das Kondomverbot tausende Menschen tötet (was stimmt), sagst du, dass die Entwicklung des Kondoms doch sehr wohl Menschenleben rettet und dass das erstrebenswert ist. Damit ist dein gesamtes Fundament zerschossen und durchlöchert und bricht in sich zusammen.

Als das nicht mehr ausreichte, gesellte sich die Ökonomie dazu.
Viele Forschungsprojekte scheitern heutzutage an der Finanzierbarkeit, Alles ist nur noch auf Ökonomie und Gewinn
ausgerichtet. Zum Beispiel wurde der MP3-Player in Deutschland entwickelt, es gab aber keine Finanzierung so wurde
er schließlich in Japan gebaut.

Seit wann soll das denn so sein? Du stellst es so hin, als wäre es eine neue Entwicklung, dass Forschung Geld und Zeit kostet, aber nur wenige beides investieren. Das ist einer der Grundzüge der Menschheit. Beides wirst du auch in deinen "urkommunistischen Sippen" finden, undzwar weitaus mehr, denn wir haben mittlerweile begriffen, dass Grundlagenforschung zwar teuer ist, sich aber lohnt. Oder wie sonst erklärst du dir die Entwicklung des CERNs?

Vielleicht ist es wirklich so, nichts mit Krone der Schöpfung!

Richtig, wir sind Homo Sapiens. Wir sind eine Unterart der Trockennasenaffen. Wir haben keine speziellen, uns von Tieren absondernden Eigenschaften. Wir haben mehr Intelligenz als die anderen, bisher bekannten Tiere. Aber dieser Punkt als Identifikationsmerkmal ist absolut random gewählt. Genauso kann man sagen, Fledermäuse sind die "Krone der Schöpfung" (es gab nie eine Schöpfung), denn sie sehen mit Ultraschallwellen anstatt mit optischem Licht. Wow. Wie beeindruckend dieses Argument ist, oder? Nein, halt. Es ist genauso dämlich wie der Gedanke, dass der Mensch irgendwas "Besonderes" ist.

Aller Fortschritt unterscheidet uns trotzdem kaum von den
primitivsten Arten. Warum auch? Wir sind und bleiben Bestandteil der Natur, da ist halt nichts mit Krone.

Richtig! Du stellst das so negativ dar: Warum?

Nicht falsch verstehen, ich hab nichts gegen Forschung im Gegenteil bin voll der Science-Typ, aber wenn ich so ins
Überlegen komme, dann komme ich schnell auf den Boden der Realität zurück.

Was soll denn dieser Beitrag, indem du dich über Forschung und Fortschritt auslässt? Und was ist "Realität" für dich? Nach all deinen Argumentationen romantisierst du eine primitive Welt ohne Fortschritt in eine perfekte Welt um, indem du einfach alles "Schöne" nimmst und das "Heute" schlechtredest und irgendwelche falschen Schlüsse aus unbegründeten Pauschalisierungen ziehst. Das ist nicht "auf den Boden der Realität" zurückkommen: Das ist Wunschdenken mit willentlicher Ignoranz.

Fortschritt hat uns vieles leichter gemacht, aber was Geist und Intelligenz angeht sind wir einfach auf altem Niveau stehen
geblieben.

Ach, echt?
Ich dachte, wir könnten mittlerweile sowas hier machen:


Das ist das IBM-Logo, gebildet aus einzelnen Atomen, wo die Leute vor 100 Jahren nicht mal sicher wussten, was ein "Atom" sein soll und man sich immer noch auf Demokrit als mehr als nur den Wortschöpfer berief.

Das könnte auch durchaus gefährlich werden, man denke an den "Fortschritt" in der Waffentechnologie.

Waffentechnologie ist gefährlich, kann uns aber auch den Arsch retten. Denken wir mal an das Bruce-Willis-Armageddon-Szenario. Das ist natürlich wie dort dargestellt hoch unrealistisch und wissenschaftlich falsch, aber im Prinzip wäre ich froh, wenn wirkliche Astronomen es schaffen würden, einen Asteroiden, der uns ausrotten könnte, mit ner Atombombe zu zeigen, wer hier die Hosen anhat (ps.: es ist nicht der Asteroid). Jede "Technologie" kann gefährlich sein. Das ist kein Argument gegen sie. Mit einem Messer kannst du jemanden ermorden oder Salat schneiden. Selbst mit einem Wassereimer kannst du Leben retten oder Babys in ihm ersäufen. Ist das jetzt ein Argument dagegen, Wassereimer zu bauen?

Benutzeravatar
Schulbuch
member
member
Beiträge: 429
Registriert: 18 Jan 2010, 19:09

Re: Wissenschaftlicher Fortschritt, was hat er uns gebracht?

Beitragvon Schulbuch » 09 Mär 2013, 18:26

Angehender Philosophiestudent? Haha, davon würde ich gern mehr lesen! Ich mag diese klare Logik...

Dann ist dein Problem aber nicht der tatsächlich vorhandene Fortschritt, was Wissenschaft und Technik betrifft, sondern eher eine fehlende geistige und spirituelle (oder eher philosophische) Entwicklung.

Dem möchte ich entgegenwerfen:
»Was Beiträge zu unserem Wissen über die Welt anbelangt, hat die Philosophie zweifellos keine Fortschritte gemacht – aber das sollte sie auch gar nicht. Ihre Aufgabe besteht in der Klärung des Systems der Begriffe, mit deren Hilfe unser Wissen artikuliert wird.«
M. R. Bennett (geb. 1939) / P. M. S. Hacker (geb. 1939)


Was allerdings von manchen Menschen vermisst wird ist eine Erziehung zur Gutartigkeit des Menschen. Und in diesem Bezug müssen wir festhalten, dass die Menschen allem Fortschritt zum Trotz heute genau so bösartig/gutartig sind wir vor 2000 Jahren. Das hat jedoch mit Versäumnissen von Philosophie oder Religion nichts zu tun.
Allein schon die Unterstellung von "fehlender geistiger Entwicklung" ist undenkbar, denn jeder entwickelt sich zu jeder Zeit geistig weiter. Der eigentliche Fehler bei dieser Aussage liegt darin zu glauben, die Gesellschaft könnte die Aufgabe des Individuums ersetzen. Doch warum wir nicht mittlerweile nach all den Jahren in einer Welt voller erleuchteter Menschen sitzen ist eindeutig: Eben jene Erkenntnis endet - wie jede geistige Entwicklung und der daraus resultierenden Persönlichkeit - mit dem Tod des Individuums und das, was den Menschen in seiner Essenz definiert - nicht sein Werk oder Schaffen - wird nicht von der Gesellschaft absorbiert werden können. Und so muss jeder Mensch in gewisser Weise von Vorn beginnen. Und in genau diesem Sinne ist der Stand der Wissenschaft und Technik völlig irrelevant. Denn bisher hat noch kein Fortschritt der Welt den Urzustand vom individuellen Bewusstsein eines jeden Menschen ändern können.

Es sind zwei Dinge, die wir dank des Fortschritts gewonnen haben: Zeit und Freiheit. Oder Zusammengefasst: Macht über unsere Existenz im Raum-Zeit-Rahmen. Das fängt bei Reisefreiheit an und geht mit der steigenden Lebenserwartung weiter. Was konservative - oder sehr freie - Geister nun hinterfragen könnten ist, ob wir diese Dinge überhaupt benötigen, vielleicht auch: ob wir diese Illusionen~ benötigen. Ich kann dazu nur sagen, dass das Leben wohl schon immer "ausreichend" war, doch dem Menschen nie genug. Das alte Streben nach Extremen, nach absolutem Wissen und ewigem Leben. Ich frage mich, ob ein Mensch, der ewig lebt, nicht sogar unvollkommener sein muss, als wir es bereits sind.

Aller Fortschritt wird die Natur des Universums nicht ändern, sondern nur die Oberfläche, die Erscheinung. Wir können bereits jetzt in die Evolution eingreifen, Arten ausrotten und neu erschaffen und uns sogar selbst vernichten. Und doch wird die Zeit weiterlaufen. Und ist das nicht der eigentliche Kern jedes Fortschritts? Was bedeutet er schon im Bewusstsein der Ewigkeit? Nichts. Was bedeutet er im Bewusstsein der Endlichkeit? Alles.
Sind die spirituellen Menschen sich nicht ihrer ewigen Seele sicher? Sind die wissenschaftlichen Menschen sich nicht ihrer eigenen Vergänglichkeit sicher?
Wen wundert also noch die unterschiedliche Bewertung des Fortschritts? Es ist für beide Seiten die einzig logische Ansicht.

Was nun die eigentliche philosophische Aufgabe wäre? Den Grund für die (Un)Fähigkeit aufzudecken für beide Ansichten gleichzeitig Verständnis zu haben.


mfg Schulbuch

Romeo
advanced-boy
advanced-boy
Beiträge: 319
Registriert: 03 Nov 2012, 19:28
Wohnort: NRW

Re: Wissenschaftlicher Fortschritt, was hat er uns gebracht?

Beitragvon Romeo » 13 Mär 2013, 18:14

Meiner Meinung nach bedeutet der Fortschritt auch das Ende der Menschheit und das Austerben vieler Tierarten .Das schlimmste Raubtier das diesen Planeten betreten hat waren wir Menschen und kein anderes Tier .Nicht die Dinos oder die Vögel haben zum Austerben vieler Tierarten gesorgt sondern wir und ich bin davon fest überzeugt dass unsere Herrscher des Schreckens ähnlich endet wie die der Dinosaurier .Durch die Technologie haben wir zwar viele Krankheiten geheilt doch auch viele Menschen fanden den Tot durch die Technologie und weitere tote werden folgen .

blub89
member-boy
member-boy
Beiträge: 141
Registriert: 09 Okt 2011, 13:02

Re: Wissenschaftlicher Fortschritt, was hat er uns gebracht?

Beitragvon blub89 » 13 Mär 2013, 18:57

Cool, die Dinos sind also wegen ihres wissenschaftlichen Fortschritts ausgestorben? Wusste ich noch gar nicht.
Überzeugungen sind größere Feinde der Wahrheit als Lügen F. Nietzsche

Romeo
advanced-boy
advanced-boy
Beiträge: 319
Registriert: 03 Nov 2012, 19:28
Wohnort: NRW

Re: Wissenschaftlicher Fortschritt, was hat er uns gebracht?

Beitragvon Romeo » 13 Mär 2013, 19:20

So meine ich das auch nicht !Die Dinos hatten sich zu sehr Spezialisiert und konnten dieses Schreckliche Massenaussterben daher nicht überleben .Die Säugetiere hingegen die lange Zeit im Schatten der Dinosaurier waren hatten daher einen Vorteil .Diese hatten sich über Jahr Millionen nur wenig entwickelt und waren auch nicht Spezialisiert dadurch überlebte unsere Vorfahre das Massenausterben .Nun haben wir praktisch die Stelle der Dinosauria als dominante Spezies eingenommen und wir haben uns ähnlich Spezialisiert .Sollte es wieder zu so einen Massenaussterben kommen sind meine Meinung nach die Säugetiere als erstes betroffen.

Re: Wissenschaftlicher Fortschritt, was hat er uns gebracht?

Werbung
 

Zurück zu „Wissenschaft“



Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast