Trump for President: Eure Meinung?

Trump ist nun US Präsident geworden. Wie schlimm erwartet ihr wird es? Sowas wie Bush? Wirtschaftlicher Zusammenbruch? Auftauchen der vier Reiter? Was sind eure Erwartungen und Gefühle?

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Naja Innenpoltisch ist es mir recht egal. Wer so jemanden zum Präsendent wählt, der muss die Suppe halt selbst auslöffeln. Da sind die US-Amerikaner selbst schuld. Er ist eben ein Mensch, der es einem sooo wahnsinnig schwer macht, ihn zu mögen. Ich bekomm das mit dem Mögen beim besten Willen nicht hin.
Im schlimmsten Fall wird das ne Politik des Stillstandes und wirft die USA um 4 Jahre zurück.

Außenpolitisch hat es Vor und Nachteile.

Putin hat sich über die Wahl gefreut und er scheint Putin auch zu mögen “Putin sei ein großer Staatsmann”. Putin äußert “Trump ist ein äußerst talentierter Mann.”

Weiterhin sagt Trump:
"Ich habe immer das Gefühl gehabt, dass Russland und die Vereinigten Staaten im Kampf gegen Terrorismus und für den Weltfrieden gut zusammenarbeiten können – ganz zu schweigen von wirtschaftlichen und anderen Vorteilen, die aus gegenseitigem Respekt resultieren.“

Das lässt Hoffnung auf ein entspannteres Verhältnis zwischen Russland und den USA aufkommen. Das würde Stabilität in die Welt bringen und wäre langfristig nicht das schlechteste. Eine weitere stetige Verschärfung des Verhältnisses zwischen USA und Russland wie bisher ist nicht hinnehmbar. Das wird sonst irgendwann noch gefährlich.
Das wäre immerhin etwas gutes, was wir Trump dann abgewinnen können.

Clinton schätze ich so ein, dass sie auf Konfrontationskrus mit Russland gegangen wäre. Putin hätte die zunehmende Destabilität in der Welt toll gefunden, die unter Clinton aufgekommen wäre. Das ist aber nur meine Meinung. Er profitiert aber auch so, egal welcher Kandidat da steht.

Trumps Politik “Amerika first” wird in der Hinsicht auf die EU und uns erstmal schwieirg. Überhaupt mit ihm zu reden und zu verhandeln ist glaube ich zunächst ne Herausforderung für unsere Politiker. Amerika als ein zuverlässigen Partner zu haben, dafür muss die EU jetzt viel geben. Das ist die große Herausforderung an Trump aus meiner Sicht. Clinton wäre da EU Konformer und Angenehmer gewesen.

Ich glaube insgesamt ein Pest oder Cholera Wahl
Trump: langfristig mehr Stabilität, Amerika ist wichtig der Rest erstmal nicht, schwerer Verhandlungspartner
Clinton: Konfrontation mit Russland, gute Zusammenarbeit möglich, ist den Vorstellungen der EU recht nahe

In sofern, ja Trump ist aus meiner Sicht nicht hinnehmbar, aber es kann Vorteile haben

Ich stimme gutgelaunt da zu.

Wenn die Zusammenarbeit zwischen EU und USA abnimmt, ist das eigentlich erst einmal ein Vorteil. Vielleicht hört Deutschland dann auf, sich anzubiedern, nutzt seinen eigenen Kopf und zeigt auch, was man mit ihm machen kann und was nicht.

Dass Trump alles, was er so im Kopf hat, umsetzen kann, bezweifle ich. Ich glaube zwar nicht daran, dass einige Berater ihn wirklich zähmen können, dazu ist er nicht der Typ. Aber auch wenn die Republikaner eine Mehrheit errungen haben, hat der Wahlkampf gezeigt, dass sie nicht alles, was auf Trumps Mist wächst auch mittragen können und wollen.

Im Gegensatz zur Einrichtung einer No-flight-zone über Syrien sind Trumps Aussagen zwar meist unter der Gürtellinie, aber auch eher immaterielle Dinge, die man nicht wirklich so umsetzen kann. Vielleicht bleibt es bei Worten und nicht bei konkreten Taten. Wenn man sich beim Thema Mauerbau an Deutschland orientieren will: Damals hieß es, keiner habe die Absicht, eine Mauer zu errichten, und genau das Gegenteil trat ein; möglicherweise tritt auch hier das Gegenteil von dem ein, was Trump eigentlich groß angekündigt hat :wink:

Ich denke, die EU wird Trump am meisten in Sachen Freihandel beeinflussen. Sofern man aus seinen wechselhaften Meinungen was rauslesen kann, ist er ja eher für einen Protektionismus. Hieße also ein Nein zu TTIP von amerikanischer Seite aus (womit nun echt niemand gerechnet hätte :smiley:).

Das Doofe ist doch, das System hat ihn gewählt, nicht die Mehrheit. Es war nur ein knapper Vorsprung von 300.000 Stimmen, dennoch wollten mehr Menschen Clinton als Trump. Die Stimmen sind eben nur falsch verteilt, wobei man auch sagen muss, ja dennoch. Etwa 48% haben gleich gar nicht gewählt, was ich trotz des dummen Systems unverständlich finde. Dennoch ist es schade für alle, die gegen ihn gestimmt haben. Wer für ihn gestimmt hat oder gar nicht… Naja, selbst Schuld stimmt schon.

Bei einem Russland - USA Verhältnis sehe ich nicht so bunte Farben, ich glaube in der Praxis wird das nicht so spektakulär, wenn überhaupt, Trump kann man eh nicht vertrauen. Vielleicht wird es, vielleicht wird es dann aber auch nicht gut, weil Trump nun mal völlig inkompetent ist. Entweder er will was, oder er will was nicht. Weiterhin will er Aufmerksamkeit. Er kann nicht verhandeln oder managen, sein Milliarden-Vermögen ist eher Glück, sein millionenschweres geerbte Vermögen bzw. die Firma hat er gemehrt, doch die war mehrmals fast bankrott und überlebt hat er nur durch etliche Schlupflöcher etc. Zumal da noch ein Verfahren beginnen könnte, wegen Betrug von Kunden, bei solchen Seminaren an der Trump University. So jemand soll die größte Wirtschaftsmacht der Welt leiten? Autsch.

Am wahrscheinlichsten halte ich, dass er fast gar nichts ändert und bei seinen Wählern große Ernüchterung eintreten wird. Dennoch wird es diplomatische Eklate und Rückschläge geben, ich glaube nicht mal, dass er weiß was auf ihn zukommt. Das ist einfach der falsche Job für ihn.
Er hat auch schlichtweg keine Ahnung, von gar nichts, der reitet die USA am Ende in eine neue Wirtschaftskrise. Das ist auch das traurige an der Sache: Clinton mag Establishment und sonst was für furchtbare Dinge sein, aber sie hat Ahnung was sie tut, er nicht im geringsten. Und dann hat er jetzt noch eine Freifahrkarte, die Republikaner haben in beiden Parlamentskammern die Mehrheit, die sind ja selbst alles andere eine fortschrittliche Partei, schon gar nicht werden sie ihren Präsidenten brüskieren wollen.
Klimaschutz ist ihm völlig egal, genauso egal wie Minderheitenschutz. Diesbezüglich wird es schwere Rückschläge in den USA geben. Und die Minderheiten haben ihn nicht gewählt und der Klimaschutz ist eine globale Angelegenheit. Wieder ein Beweis, dass der gewonnen hat, der am lautesten gebrüllt hat. Völliger Schwachsinn was er redet. Selbst wenn er nicht alles umsetzen wird, bleibt immer noch viel Unsinn und er als Person ist schon völlig untragbar. Für die Beziehungen zur EU wird das schlecht sein, ich denke aber nicht, dass es sich positiv auswirkt. Von Seiten der Union kommt ja prompt, dass die USA und Deutschland trotzdem dicke Freunde sind.

Und letztlich ist Trump von der Einstellung her eher autokratisch… Er ist selten direkt für etwas, sondern erstmal gegen alles und seine Konkurrenten hat er in Grund und Boden gebrüllt und beleidigt, Clinton meinte er ja, würde er sogar ins Gefängnis stecken. Letztendlich kann die EU in der derzeitigen Krise keinen gebrauchen, der von außen die Rechtspopulisten in Europa anfeuert, wie z.B. Nigel Farage und Marine Le Pen, aber auch Frauke Petry. Seine Wahl ist ein absolutes Disaster, welches es ohne die neuen E-Mail Enthüllungen nicht gegeben hätte. Und ich werde mich keinem Anti-Mainstream-Konsens anschließen, dass er angeblich, völlig harmlos werde oder das kleinere Übel sei, nein, auf keinen Fall.
Clinton, Krieg mit Russland? Das ist lächerlich. Flugverbotszone birgt Konfliktpotenzial, aber weder liegt ein Weltkrieg in Clintons Interesse, noch in Putins. Zumal Putin weiß, dass er nicht mal den Hauch einer Chance hätte. Trump hingegen hat es ja nicht so mit nachdenken, wie wir bemerkt haben. Reizbar, gegen so ziemlich jede Minderheit, antiwissenschaftlich, unverschämt und einfach ein ekelhafter und egozentrischer Mensch.
Ich kann immer noch kaum glauben, dass er wirklich gewählt wurde und ich die nächsten vier Jahre diesen unausstehlichen Menschen in den Medien ertragen muss.

auch wenn er viel in den sand setzt und vllt acht jahre pres-usa sein wird, werden das nichts als rückschritte sein, die man danach wieder aufholen kann. die welt geht von Trump nicht unter.

ein paar tage später nach der wahl bin ich positiv überrascht, er verbessert sich. natürlich ist er immernoch ein furchtbarer president eines lander aber immerhin nicht so schlimm wie erwartet haha

Die Welt wird natürlich nicht untergehen aber allein der Fakt, dass er an die Macht gekommen ist zeigt aber, dass die Menschen aus der Geschichte nicht lernen. Ungünstig ist es vor allem für den Umweltschutz. Und auch dass, was die Amerikaner mit Trumps Wahl eigentlich verhindern wollten - die Regierung durch die upper class - ist mit Trumps (im Übrigen ziemlich homophoben) Parlament stärker der Fall denn je.

Wieso?
Dass man seit Trumps Wahl ständig den Teufel an die Wand malt, ist mir ein Rätsel. Der Mann war noch kein Tag im Amt und schon drehen alle am Rad. Erstmal abwarten, welche seiner populistischen Forderungen er tatsächlich durchsetzen will und wird. Dann kann man immer noch jammern.
Trump mag etwas eigen sein, aber ihn halte ich für 1000 mal glaubwürdiger als Clinton. Und Glaubwürdigkeit ist keine schlechte Eigenschaft für nen Politiker. Wahrscheinlich sogar eher eine der besseren…

Trump möchte die Beziehungen zu Russland stark verbessern. Halte ich für sehr richtig und wichtig. Davon profitieren wir alle, wenn zwischen den zwei Supermächten keine eisige Stimmung (mehr) herrscht. Dass er ne Mauer zu Mexico bauen will, ist für die Amerikaner bestimmt auch nicht die schlechteste Entscheidung. Und ansonsten hat er doch gar nicht soooviel angekündigt. Der wird besser für die Welt sein als Obama, da bin ich mir sicher.

Naja es ist ja nicht so, dass die USA nur von einem Präsidenten regiert wird. Da steckt ja ein riesiger Politikapparat dahinter. Den braucht Trump auch, da er selbst ja erstaunlich ahnungslos ist. Mal gespannt, was er so für Blödsinn auf die Welt löslässt in seiner Amtszeit. Aber ich bin mir sicher, dass die Welt danach noch steht…

und bis in 10 Tagen: youtube.com/watch?v=GZc8tBtIDhI

Ja, mich nervt es auch ziemlich, Sullivan. Ich mag Trump zwar überhaupt nicht, aber er ist dumm und unmöglich, aber nicht der Teufel. Und Angst vor ihm zu schüren, lässt ihn wie eine Art Märtyrer erscheinen

Trump ist dumm? Gewagte These.
Wer so ein Milliarden-Imperium aufgebaut hat, kann eigentlich nicht sonderlich dumm sein. Sein Erfolg gibt ihm da recht. Und in der Politik übrigens auch. Er ist eben Nonkonformist. Das kommt gut an bei den Leuten - verständlicherweise, wie ich finde. Wer will schon ständig irgendwelche Schlaftabletten-Politiker sehen? Ein Populist ist viel interessanter und authentischer.

Ob er “erstaunlich ahnungslos” ist, keine Ahnung. Ich bin aber auch überzeugt, dass du als Politiker nicht wirklich Ahnung haben musst. Von manchen Themen, vielleicht, ja. Aber denkst du denn, dass die Leute die im Bundestag sitzen, wirklich Ahnung haben? Ich nicht. Sonst müssten die sich ja auch ihre Doktor-Titel nicht erschwindeln…

Amerika wird Trump überleben. Da bin ich 100pro sicher. Abhängig davon wie lange er regieren darf, könnte es irgendwo vielleicht zu rückschritten kommen, dabei denke ich zB an lgbt.rechte und so kram, aber das ist nichts, was man wieder zurecht rücken könnte.

Da bedauer ich die russen unter Putin weit mehr.

Ein milliardenschweres Imperium aufzubauen, wenn man ein bereits millionenschweres Imperium erbt und über 20 Jahre hinweg keine oder kaum Steuern zahlt, dabei noch etliche mal fast bankrott geht, und bis heute 700 Millionen Dollar Schulden hat, ist nicht so eine Kunst, wie du es hier gerade darstellst. Wer ihn länger beobachtet stellt auch fest, dass er politisch kein Talent hat und auch nicht wirklich gezielt agiert, er ist einfach sehr selbst. Seine plumpe und impulsive Art spricht viele Protestwähler an, die meisten Menschen hat es aber nur angeekelt, nur Clintons Unbeliebtheit hat ihn gerade so gerettet, was ohne die Leaks und die FBI-Ermittlungen aber auch nicht gereicht hätte.
Es ist beliebt zu erzählen, wie intelligent er sei, nur leider sprechen die Fakten klar dagegen.

Er sitzt aber nicht im Bundestag, sondern ist Präsident des mächtigsten Landes der Welt, das ist ein Unterschied. Zumal Leute im Bundestag meist auf wenige Politikfelder spezialisiert sind und sich da auskennen, der Präsident ist das was anderes. Und das Fachkompetenz in der Politik nicht mehr zählen soll, ist reichlich erschütternd.

Es wird vieles unter Trump schiefgehen und schlechter werden, so viel man über seine eigenartigen Pläne weiß. LGBT-Rechte gehören nicht dazu, denn da ist er einer der liberaleren Republikaner, was er auch bewiesen hat. Der einzige aussichtsreiche Kandidat der ähnlich tolerant gewesen sein könnte, war John Kasich, Gouverneur von Ohio. Trump ist kein konservativer Republikaner im klassischen Sinne.
Ob Amerika ihn überleben wird? Mag sein, aber leider ist der Präsident der USA nicht nur für die USA selbst wichtig, sondern für die ganze Welt.

Manche Leute unterschätzen es einfach gewaltig. Sicher ist er nicht Hitler, aber die Zeichen stehen dennoch schlecht. Sicher kann der Kongress Trump im Notfall seines Amtes entheben, aber das wird erst geschehen, wenn er massiven Schaden angerichtet hat. Der “POTUS” ist eben nicht irgendwer und es ist auch alles andere egal wer das ist. Und Trump ist eindeutig eine schlechte Wahl und wenn ich auch nicht an einen Weltuntergang glaube, glaube ich, dass er sehr großen Schaden in den USA und weltweit anrichten wird. Beginnen wird es damit, dass erst einen und demnächst wohl auch weitere, Richter des US-Verfassungsgerichts ernennen muss. Wer sich anschaut was der Einfluss der US-amerikanische Präsident seit dem 2. Weltkrieg hat, der wird nicht den Eindruck gewinnen, dass so eine Wahl egal ist.

Wie viele milliardenschwere Imperien hast du denn schon in den Sand gesetzt, dass du glaubst, das beurteilen zu können?

Ich gehe einfach mal davon aus, dass jemand der ein rießiges Imperium führt kein absoluter Vollidiot sein kann. Es ist natürlich einfacher, mit dem Finger auf den bösen Donald zu zeigen und zu behaupten, dass er nix könnte. Die selben Leute haben damals bei Obamas Wahl wahrscheinlich Freudentränen geweint, weil er der Welt den Frieden bringt und Guantanamo schließen wird und so. Wir wissen ja, was draus geworden ist. :slight_smile:

Und deshalb ist seine komplette Politik scheiße? Danke für diesen differenzierten Denkansatz.

Richtig, der US-Präsident hat durchaus auch weltweit was zu sagen. Um so besser also, dass Trump derjenige der Kandidaten war, der die Eiszeit mit Russland beenden möchte. Ist schonmal kein schlechtes Omen für die ganze Welt, finde ich.

Genau, der Trump-Hitler-Vergleich drängt sich ja geradezu auf. Wie eigentlich bei jeder Wahl, die nicht so ausgeht, wie man selbst sich das wünscht. “Hitler!!!” war noch immer ein gutes Argument. :unamused:

Wäre Clinton deiner Meinung nach die bessere Wahl gewesen?

Jetzt verstehst du mich absichtlich falsch. Ich habe ausgesagt, dass vieles schlecht ist an ihm, aber ich in Bezug auf LGBT keine Probleme sehe, weil er da recht liberal ist.

Stumpfe Polemik. Auf jeden Fall ist er kein genialer Geschäftsmann, wie das manche versuchen darzustellen, oh nein, ganz und gar nicht.
Guantanamo ist so gut wie geschlossen. Derzeit sind es noch 55 Gefangene, zu Obamas Abtritt sollen es 40 sein. Er hat sein Ziel wegen republikanischem Widerstand nicht ganz erreicht, ist aber doch sehr weit gekommen. Hier wäre es auch ganz klug, mal zu differenzieren.

Du verstehst wirklich was du willst oder? Ich habe explizit die zahlreichen Hitler-Vergleiche zurückgewiesen, die ich immer lese, weil ich es völlig lächerlich finde. Dein absichtliches Missinterpretieren von Aussagen ist nicht gerade hilfreich.

Für mich wären die meisten die bessere Wahl gewesen, außer vielleicht die konservativen Hardliner Marco Rubio und Ted Cruz. Und anders als viele tun, kann man Clinton auch für die bessere Wahl halten ohne sie gut zu finden. An ihr gibt es viel zu kritisieren und viele schwerwiegende Skandale, die sie auch gegenüber demokratischen Mitbewerbern eindeutig disqualifizieren hätten sollen, aber faktisch gibt es da bei Trump mindestens genau so viel, wenn man bedenkt, dass er bisher nicht mal Politiker war (was auch gegen ihn spricht, ich halte Fachwissen schon noch für hilfreich).
Wenn jeder Präsident werden würde, der sich mal ein bisschen albern aufführt, rumbrüllt, jeden Kritiker in Grund und Boden schreit und einfach ein paar Forderungen raushaut, die der bisherigen Politik widersprechen… Dann wäre wohl fast jeder Amerikaner mindestens so qualifiziert wie Trump.
Bezeichnend ist vor allem, dass Trump-Wähler ihn auch gar nicht wegen seiner Kompetenz gewählt haben, sondern tatsächlich einfach aus Protest, oder eben weil sie schon immer die Republikaner gewählt haben.
Sein Kabinett? Seine großen Wahlkampfspender. Großunternehmer, Lobbyisten. Wenn man bedenkt, wie er gegen die “korrupte Hillary” gewettert hat, ist sein Kabinett aber sehr Establishment-lastig (auch Bänker bzw. Finanzlobbyisten) und nicht gerade “anti-korrupt”. In vielerlei Hinsicht wird sich gar nichts ändern.

  1. Du legst doppeltes Maß an: Obama hatte auch Friedensversprechen und Trump, dessen Aussagen zu 75% unwahr sind, ist auf einmal der Friedensengel? Jeder US-Präsident seit Franklin D. Roosevelt war in einen Krieg verstrickt (ausgenommen Jimmy Carter), ab Truman meistens auch als Initiator, es gibt keine Zeichen, dass es bei Trump anders sein wird, hat er alle bisherigen Interventionen der USA befürwortet (ob Irak oder Afghanistan), das wird sich auch künftig nicht ändern. Ein paar Parolen, aber sonst?

  2. Zuallererst: Mir wurde teilweise schon eine pro-russische Haltung vorgeworfen, so in Richtung Putinversteher. Ich finde bessere Beziehungen zu Russland gut, aber ich bin nicht in dem Sinne pro-russisch, denn Putin ist durchaus ein gefährlicher Mann, wenn man die falschen Beziehungen anstrebt. Trump hat keinen Plan zu Russland und sagt auch, er wisse nicht, ob er sich mit Putin verstehen werde, denke es aber und denke auch, dass es gut sein werde. Russland ist weder ein Land, welches man ausschließen sollte, noch eins, mit dem man fröhliche Freundschaft fröhnen sollte. Man braucht konstruktive Zusammenarbeit. Wenn man Putin nicht auf Augenhöhe im bilateralen Dialog begegnet, sondern so kumpelhaft wie Trump, könnte er eine Gefahr sein. Denn prinzipiell, und ich hoffe da sind wir uns einig, ist Putin nicht unschuldiger als die US-Präsidenten (nun außer vielleicht George W. Bush, aber der war auch speziell).
    Bessere Russland-Beziehungen gerne, aber Trump hat einfach keinen Plan, er sagt nicht was er sich darunter vorstellt und das was er sich vorstellen könnte, klingt nicht sinnvoll.
    Und nun ja, seine anderen neuen Freunde finde ich auch nicht sympathischer. Mit dem brutalen philippinischen Präsidenten Rodrigo Duterte, schien er sich neulich auch gut zu verstehen.

Na wenn das mal keine Aussichten sind.

Ha! Tatsächlich hab ich dich da falsch verstanden. Im Eifer des Gefechts und so - sorry!

Wir können uns hier lang und breit unterhalten, sinnvollerweise bereden wir das in nem halben Jahr nochmal. Im Moment kann man eh nur spekulieren (Was macht Trump? Was macht er nicht?). Ich jedenfalls halte Trump für keine schlechte Wahl. Warum? Dazu komme ich jetzt:

Was Trump und Duterte und auch eine AfD und den französischen FN eint, ist die Tatsache, dass diese Menschen oder Parteien zu weiten Teilen Nonkonformisten sind (oder sein wollen) und mit Bestehendem brechen (nicht unbedingt mit Gesetzen, aber mit festgefahrenen Mustern und Verhaltensweisen). Und genau deshalb haben die so einen Erfolg. Denn vielen Leuten stinkt die Politik der letzten Jahre und Jahrzehnte gewaltig, weil sie den Eindruck haben, dass sie von vorne bis hinten verarscht werden von überbezahlten Laberbacken. (Schaut man sich die deutsche Politik an, kann man sich diesem Eindruck auch nicht völlig verschließen, oder?)
Und wenn dann einer kommt und das Establishment über den Haufen wirft (oder es zumindest ankündigt), dann zieht das die Wähler an wie das Licht die Motten. Ob das gut oder schlecht ist, will (und kann) ich im Einzelfall gar nicht beurteilen. Aber eine Veränderung in die eine oder andere Richtung ist bei einer “eingeschlafenen” Politik aus meiner Sicht nicht das dümmste. Ob das dann nach der Wahl alles besser oder nur anders schlecht wird, sehen wir in einigen Monaten.

Und da wir in einer Demokratie leben, kann eben auch jeder wählen gehen wie er möchte. Wenn also die eine Hälfte der Wähler die Flinte ins Korn wirft und sagt, dass das eh keinen Wert hätte weil sich nix ändern würde und die anderen Hälfte hofft, dass sich mit dem polemischen Schreihals alles ändern würde, dann ists klar wie die Wahl ausgeht.

Das Problem ist doch, wie mündig die einzelen Wähler sind. Eine gute Demokratie hängt nicht NUR vom Wahlrecht, Gewaltenteilung und authentischen demokratischen Organisationen ab, sondern auch von den Wählern.

Der Wähler sollte mit seiner Vernunft wählen, seine eigenen Interessen berücksichtigen und sie gegen die Interessen des Gemeinwohls abwägen. Die Gefahr ist die Herrschaft des Pöbels. Dabei beachtet niemand das Gemeinwohl mehr, stattdessen bestimmen Eigennutz und Gier das Handeln der einzelnen Bürger.

Trump und andere Populisten versuchen dieses egozentrische Denken in uns zu wecken und da diese Gefühle stärker sind als jedes logische Argument, haben sie viele Wähler auf ihrer Seite. Dabei scheut Trump paradehaft nicht zurück, Lügen in die Welt zu setzen, damit die Leute erst recht an ihrem verzerrten Weltbild verharren.

So endet es, dass die Gesellschaft gespalten wird. Die Wahlergebnisse in den USA und beim Brexit zeigen, dass doch recht viele diesen Weg nicht akzeptieren. Trotzdem wird es ihnen dann aufgezwungen.

Das Thema ist meiner Meinung nach viel zu kompliziert, als das man es jetzt schon positiv werten kann.

Obama hat vor seiner Amtsniederlegung Sanktionen gegen Russland verhängt, da der Verdacht aufkam, dass Russland den Wahlkampf in Amerika durch Cyberangriffe manipuliert habe. Das ist Trumps erste Prüfung, was besseres Verhältnis zu Russland angeht. Denn für eine schnelle Verbesserung des Verhältnisses muss er die Sanktionen wieder fallen lassen. Blöderweise ist Trump mit der Linie die Sanktionen fallen zu lassen ziemlich einsam. Denn dem Großteil der Rupublikaner waren Obamas Sanktionen nicht hart genug. Da könnten die Republikaner Trumps Entscheidung ganz leicht blockieren. Entweder er macht Russland keine Freude oder sich in der eigenen Partei unbeliebt. Das ist ein klassisches Beispiel von “der Präsident regiert nicht allein, da steht ein großer Politikapparat dahinter.”

In der internationalen Politik gab es von Seiten der Nato Mitte letzten Jahren ein deutliches Zeichen, was die Nato von Russlands Annexion der Krim und den Unruhen in Syrien, von der ganzen Destablilisierung von Osteuropa eigentlich hält. Die Länder des Balitikums (Lettland, Litauen, Estland) sowie Polen haben Sicherheitsbedenken geäußert und die Nato um Schutz gebeten. Daraufhin haben Kanada, Großbritanien und Deutschland sich bereiterklärt im Baltikum die Führungsrolle des Ganzen zu übernehmen. Es geht je ein Bataillion mit je knapp 1000 Soldaten in die baltischen Länder zur Verstärkung. Deutschland wird hier große Truppenteile des Bataillions in Litauen stellen. Die USA spielt hier die größte Rolle innerhalb dieser Natoresulotion. Es geht ein Batailion mit 1000 Soldaten nach Polen, zusätzlich wird eine bewegliche Panzerbrigade mit 5000 US-Soldaten in dieser Region beweglich eingesetzt werden. Das ganze startet dieses Jahr und in Anbetracht seines Beraterstabes wird Trump diesen Einsatz wahrscheinlich nicht gleich wieder kippen.

Dann kann eine Allianz mit Amerika und Russland im Rest der Nato in Europa auch unerwünschte Nebenwirkungen haben. Ich denke das ist ein ganz schwieriges Thema und Trump nimmt ja grundsätzlich den Mund sehr voll ohne bestimmte Dinge durchdacht und verstanden zu haben. Das zeigt seine Twitterpolitik, unüberlegt Dinge im Minutentakt rauszuhauen.

So ist das bei vielen politischen Dingen, von denen ich nicht weiß, ob Trump die so durchdacht hat. Er wird wohl bei vielen oder sogar den meisten??? Dingen dann doch das machen, was ihm seine Berater vorgaugeln.

Und das ist ein Finanzminister, der für die Finanzkrise mit verantwortlich ist, dass sind in der Außenpolitik und Sicherheitspolitik Leute, die Exgerneräle sind und “es lieben, Leute abzuknallen”, das ist eine strenghomophobe Bildungsministerin, wobei die alle nen homophoben Touch haben, das ist ein Umweltminister, der die Kohleenergie sehr befürwortet, das ist ein rechter Hardliner als Chefstratege, das ist ein rassistischer Justizminister und und und…

Da frag ich mich, welche Linie nimmt seine Politik an? Werden das Bauchentscheidungen von Trump oder geht das in die jeweilige Richtung seines Personals. Ich finde Prognosen schwierig, aber mir fällt schwer, gutes über Trump zu sagen.

Das ist der einzige Teil, bei dem wir uns wohl einig sind.

Einen Mörder wie Duterte in einem Atemzug mit Trump und der AfD zu nennen ist aus deren Sicht wenig schmeichelhaft.

Nein, kann man nicht. Es gibt eine ganze Menge die geändert werden muss, innen- wie auch außenpolitisch. Was das aber ist, darüber kann man streiten.
Manche meinen außenpolitisch sollte man noch aktiver werden, ich meine man sollte aufhören Waffen in Krisenregionen zu liefern, die Nato auflösen und den Dialog mit Russland suchen: Aber ich renne nicht gleich jedem hinterher, der teilweise was in die Richtung ruft.
Und Änderung um der Änderung willen zu wollen, mag menschlich sein, aber nicht sehr durchdacht. Es ginge deutlich besser als der Status quo, aber gerade für uns Deutsche auch deutlich schlechter. Und für sowas brüllen die neuen Rechten wie Trump, Le Pen und Petry. Aber wenn deren nationalistische, rassistische und größtenteils unlogisch und einfach unmögliche Politik die Alternative sein soll, dann weiß ich, was ich lieber haben will. Die Zerstörung der EU um der Änderung willen ist z.B. eine inakzeptable Sache, ungeachtet dessen ob die EU selbst Schuld ist. Es gibt Errungenschaften die wissen die Menschen jetzt nicht zu schätzen.

Wenn man keinen Plan hat wohin eigentlich (so wie Trump), dann ist es so ziemlich das Dümmste was man machen kann. Den meisten AfD-Wählern, geht es ja nicht mal so schlecht. Aber man will halt gerne mal wieder Action, ob nun aus Enttäuschung oder wegen nationalistischer Fantasien.

Haben sich die Trump-Wähler sicher auch gedacht: Keine Ahnung was passiert, Hauptsache es passiert mal was. Großartig. Zu dem Zweck kann man ja bei der Energiegewinnung zurück in die Steinzeit verfallen und in 60 Jahren doof aus der Wäsche gucken, wenn fossile Brennstoffe alle sind. Und noch viel mehr… So impulsiv zu wählen, hat sich selten als gut erwiesen.
Es spricht einfach GAR NICHTS für Trump - Aber wie du sagtest, darum werde ich mich nicht mehr bemühen, das irgendjemandem zu erklären, denn die Zeit wird es zeigen. Genau wie beim Brexit - Hinterher soll aber niemand sagen, es war nicht vorhersehbar.

Auf den Punkt gebracht. :wink: