Südafrika Urlaub - 10 Tage an der Südspitze der Welt

Hallo Welt,
in diesem Thread möchte ich euch von meiner Reise nach Südafrika (:south_africa:) erzählen, die 10 Tage andauerte und für mich bis dato der schönste Urlaub war. Warum? Das erzähle ich euch jetzt, also macht es euch gemütlich (bitte nicht auf der Toilette lesen, das wäre sch… na ihr wisst schon) und holt euch Popcorn und/oder Schokolade, denn die Reise beginnt … jetzt!

Ankunft in Kapstadt
Meine Reise startete am 4.März 2016 abends um 20:30 Uhr. Mein Flieger flog die ganze Nacht durch, was schon einmal praktisch war, weil ich so wenig Probleme mit dem Schlafen hatte. In Johannesburg (Südafrika) mussten wir leider noch einmal umsteigen, bis wir dann um 13:05 Uhr in Kapstadt ankamen (Für eure zeitliche Orientierung: Südafrika liegt zeitlich nur eine Stunde von Deutschland und wenn bei uns Winter ist, dann ist bei denen Sommer). Es war also ein nicht gerader kurzer Flug, aber wozu gibt es schließlich Filme an Bord?! Und egal wie anstrengend und nervig ein Flug sein kann, das Ziel hat sich hier auf jeden Fall gelohnt, denn Südafrika ist wunderschön!

Kap der guten Hoffnung
Da ich mit einer Reisegruppe unterwegs war, fuhren wir mit einem Bus durch Kapstadt. Klarer Pluspunkt: Es gab ausreichend gekühlte Wasserflaschen im Bus! Bei 30°C (+) war das auch nötig, denn wir kamen aus dem kalten Deutschland und mussten uns erst an die Hitze gewöhnen.
Wir fuhren mit dem Bus also durch Kapstadt und konnten so die ersten Eindrücke sammeln. Nicht alles was glänzte, war auch Gold, aber dazu später mehr. Weiter ging es entlang an der Küste Südafrikas bis hin zum “Kap der guten Hoffnung”, welches 44 km von Kapstadt entfernt sich befand. “Cape Point”, wie er in Südafrika genannt wird, ist der südwestlichste Punkt Afrikas. Man blickt hinaus auf den Atlantik, der sich hier mit dem Indischen Ozean verbindet, und sieht nichts weiter als den unendlichen Ozean. Irgendwo dahinter befand sich nur noch der Südpol - unvorstellbar! Nebenbei konnte ich auch noch an einem Schild ablesen, dass Berlin von hier aus 9575 km entfernt war.

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Kapstadt
Danach ging es zurück nach Kapstadt (3,74 Mio. Einwohner), wo sich unser Hotel befand. Am nächsten Tag erkundeten wir Kapstadt. An der “Victoria & Alfred Waterfront”, dem Shopping- und Vergnügungsviertel, gab es viele schöne Ecken zu entdecken - u.a. Das Stadion von Kapstadt und ein Hotel in dem einst Nelson Mandela, der erste schwarze Präsident (1994-1999) wohnte.
Mittags ging es dann mit einer Seilbahn (die sich drehte!!!) hinauf auf den Tafelberg, dem wohl berühmtesten Berg Südafrikas. Er ist 1086 m hoch und oben so flach wie ein Brett. Von dort hat man eine wunderschöne Aussicht auf Kapstadt und den Ozean - sofern das Wetter mitspielt!

Straußenfarm
Am nächsten Tag verließen wir Kapstadt mit dem Bus Richtung Oudtshoorn, auf der Route 62, der längsten Weinstraße Südafrikas. Bei einem Zwischenstopp in Cloverfield konnte man den südafrikanischen Wein verköstigen. Aus dem Busfenster konnte ich die Landschaft bestaunen. Herrschte in Kapstadt noch das blühende Leben, wurde es nun immer brauner und steiniger. Viel Grün war hier nicht mehr zu sehen. Interessant wie unterschiedlich die Landschaft in Südafrika sein konnte, doch mit der Zeit wurde es tröge und langweilig. Das sollte sich in Oudtshoorn aber ändern: Dort besichtigten wir eine Straußenfarm. Ursprünglich war auch ein Straußenrennen geplant, da es aber kurz zuvor geregnet hat und die Gefahr bestand, dass die Strauße ausrutschen konnten, wurde dies leider abgesagt. Na wenigstens gab es Straußenfleisch zum Abendmahl …

Schöne Orte am Meer
Am 5.Tag ging es mit dem Bus weiter nach Mossel Bay (auf Deutsch: Muschelbucht), welcher ein beliebter Ferienort am Meer ist. Hierzu eine kleine Geschichte: Im Februar 1488 landete der portugiesische Seefahrer Bartholomeu Diaz in Mossel Bay, nachdem er als erster Europäer das “Kap der guten Hoffnung” umsegelte.
Einen noch schöneren Strand fanden wir aber in Wilderness vor, wo wir uns einen ausgiebigen Strandspaziergang gönnten. Doch Vorsicht ist geboten: Die Wellen können plötzlich ganz überraschend weit in den Strand hineingehen und man wird nass!
In der Stadt Knysna gab es dann bei Sonnenuntergang eine Fahrt mit einem Schaufelraddampfer durch eine große Lagune am Indischen Ozean.

Über sieben Brücken musst du gehen …
Okay, ich will nicht lügen, es waren nur zwei, aber eine davon ist 192 m lang und befindet sich in 139 m Höhe im “Tsitsikamma Nationalpark” - und es war eine schöne wackelige Hängebrücke! Der Tsitiskamma Nationalpark ist ein Meeresschutzgebiet in Afrika, mit bis zu 40 m hohen Bäumen, einer unberührten und intakten Naturlandschaft, sowie einer wildromantischen Felsenküste. Die Wanderung zur Hängebrücke dauert ungefähr 25 Minuten und man sollte definitiv schwindelfrei sein.

Port Elizabeth & Johannesburg
Am 7.Tag erreichten wir Port Elizabeth, kurz PE gennat, in der vor allem die Autoindustrie (Ford, Opel & VW) ihre Heimat in Südafrika fand. Nichtsdestotrotz gibt es dort eine kleine Grünanlage mit Ausblick auf die Stadt - das “Donkey Reservat”. Dort befindet sich eine kleine Pyramide, ein Leuchtturm und ein Kunstwerk, dass Nelson Mandela gewidmet ist.
Von PE aus ging es mit dem Flieger weiter nach Johannesburg (6 Mio. Einwohner). Wir haben dort nicht sonderlich viel gesehen, aber die Innenstadt versank in Dreck und Müll. So schlimm ist/war keine Stadt der Welt! Der Reiseleiter meinte, die Müllabfuhr streike, aber so recht glauben wollte das keiner. Wahrscheinlich hat er das nur erzählt, weil er unsere erschrockenen Gesichter gesehen hat. Denn jetzt kommt der Clou: Neben der dreckigen Innenstadt gab es auch ein Viertel mit vielen, vielen Luxus-Villas und natürlich war es hier blitzblank. Hier stand auch das Haus, in dem Nelson Mandela 2013 verstarb.

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Auf den Spuren des König der Löwen
Mein absolutes Highlight folgt nun, denn ich lieeeebe Tiere und was gibt es schöneres, als Zebras, Giraffen, Antilopen, Elefanten und natürlich Löwen in freier Wildbahn und in ihrer gewohnten Umgebung zu sehen? Eben - nichts (nicht einmal Sex)! 4:00 Uhr morgens aufstehen, denn die Tiere im “Krüger Nationalpark” (kurz KNP) sind morgens aktiver als am Mittag oder Nachmittag. Der Park ist etwa 20000 Quadratkilometer groß und ist eines der 14 größten Naturreservaten auf der Welt. In einem offenem Jeep ging es bei Sonnenaufgang durch den Park und welches Tier sehen wir als erstes: den Elefanten! Weitere Tiere folgten: Breitmaulnashörner, Impalas (Antilopenart), Büffel, Paviane, Grünmeerkatzen (Affenart), Warzenschweine, Nilpferde, Gnus, Tüpfelhyänen, einen Leguan, allerlei Vogelarten und natürlich die oben bereits genannten Tiere. Der Löwe lag leider etwas weiter entfernt faul in der Sonne rum. Sein Pech, an mir hätte er zu knabbern gehabt. Leider bekamen wir keinen Leoparden vor die Linse …
Da wir mit einem offenen Jeep unterwegs waren, war es trotz 36°C eigentlich immer sehr angenehm. Für mich was das einer der schönsten Tage in meinem Leben!

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Letzte Eindrücke
Bevor es am 14.März wieder von Johannesburg nach Hause zurückging, noch ein paar letzte kleinere Sehenswürdigkeiten, die ich nicht unerwähnt lassen möchte: “Lake Spurwing”, ein schöner See mit Restaurant, die “Mac Mac Falls”, 65 m hohe Wasserfälle, sowie die “Long Tom”, eine Kanone aus dem letzten Krieg in der Provinz Mpumalanga.

Hotels aller Art
In diesem Absatz noch ein paar Worte zu den Hotels, die wir in Südafrika hatten. Von normal, bis edel und zu außergewöhnlich war alles dabei. Die luxuriösesten Hotels hatten wir definitiv in PE und Johannesburg. In Letzterer war es ein “Holiday Inn Express”, eine Hotelkette, die auch in Europa verbreitet ist. Ein sehr schönes Hotel hatten wir in der Ortschaft George, in der Nähe von Wilderness. Das Hotel war von Bäumen umgeben, in denen Affen rumkletterten, weshalb es wichtig war, das Balkon- bzw. Terrassenfenster immer zu schließen. Das außergewöhnlichste und schönste Hotel war aber gar kein richtiges Hotel, sondern das Bungalow-Dorf in Oudtshoorn. Jeder bekam sein eigenes Bungalow, die rund, groß und sehr gut ausgestattet waren. Kann ich jedem nur empfehlen!

Straußensteak, Wein und andere Köstlichkeiten
In meinem Bericht hab ich schon die ein oder andere Köstlichkeit erwähnt. Geschmäcker sind natürlich verschieden, aber in Südafrika gibt es eigentlich fast alles, was es bei uns auch gibt. Man bekommt sehr viel Fleisch serviert, aber ein leckerer Salat ist natürlich auch immer drin. An besondere Köstlichkeiten kann ich mich leider nicht mehr erinnern. Was es in Südafrika weniger gibt, sind Backwaren und wenn doch, dann weniger ansehnlich oder einfach Fertigbackwaren aus Europa eingeliefert. Der Service ist eigentlich immerzu nett, aber leider überall überfordert! Einfach weil sie nicht die Ausbildung wie wir hier in Europa genossen haben. Ein Paar bestellte z.B. eine Flasche Wein, der Kellner stellte ihnen die Weinflasche auf den Tisch, ohne Gläser und ohne den Korken rauszuziehen. Auch wir haben uns schon einmal unsere Cola selber holen müssen, aber ehrlich gesagt ist das alles ertragbar, denn es gibt wohl kein Land, wo Wasser billiger ist. Dort zahlst du für eine Flasche umgerechnet 10 Cent, Cola 30-50 Cent, Bier 1 Euro (An dieser Stelle einen weniger herzlichen Gruß an das Oktoberfest!). Wasser hat in Südafrika eine ganz andere Bedeutung als bei uns!

Eine andere Welt …
Zum Schluss möchte ich noch einmal den Punkt ansprechen, den ich anfangs erwähnt habe und auf den ich euch auf später vertröstet habe. Natürlich sieht Kapstadt sehr schön aus und sicherlich hat auch Johannesburg seine schönen Ecken, auch die Strände sind sauber und die Flora blüht fast überall, ABER es ist nun einmal Afrika und auch Südafrika hat seine Schattenseiten. Viele Einheimische wohnen außerhalb der Städte in kleinen Hütten oder Häusern, wo es staubig und dreckig ist. Kinder können zwar in die Schule gehen, aber diese ist nicht selten mal eine Stunde entfernt. Da fährt der Schulbus zeitig! An vielen Orten verkaufen Einheimische ihre selbst hergestellten Handelswaren, aber zum Glück nicht so aufdringlich, wie in anderen Ländern. Ich glaube ich hab noch kein anderes Land gesehen, wo Arm und Reich so eng beieinander liegen. Manchmal kam ich aus dem Staunen gar nicht mehr raus.


Und das ist das Ende meines Reiseberichts. Ich hoffe ihr habt bis zum Ende durchgehalten. Auf jeden Fall wurdet ihr dann mit meinen Eindrücken und meinen Fotos belohnt. Für alle die mal nach Südafrika reisen, denke ich auf jeden Fall nicht uninteressant.

Liebe Grüße
:star: :south_africa:

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Schon nach dem ersten Foto aus Südafrika dachte ich: “geil, wo kann man das buchen” :slight_smile:
Hast Du das Tipps, wo man so einen Urlaub am besten bucht? Was hast du investieren müssen?

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Ich glaube wir haben pro Person so um 2500 Euro bezahlt - Abendessen inklusive. Getränke und Mittagessen, sowie andere Verköstigungen musste man noch extra zahlen. Am teuersten war natürlich der Ausflug mit dem Jeep im KNP, ich glaube pro Person 200 Euro. Ist aber verständlich, weil sonst würden zu viele Touristen dort aufkreuzen (gibt dort auch ein Maximum an Autos, die am Tag in den Park dürfen!).

Gebucht haben wir bei der Reiseveranstaltung Leitner, aber Südafrika wird die überall angeboten.

Wie steht es in Südafrika mit dem Thema Homosexualität? Kann man da bedenkenlos mit nem Kerl händchen halten und knutschen oder wird man dann an die Antilopen verfüttert?
Generell kann man sich in Südafrika sicher fühlen?

tolle reise.

wie viele waren in der Reisegruppe?

wie lange wart ihr denn im park?

und ist die flächenangabe korrekt?
20000 Quadratmeter sind doch beispielsweise 100 auf 200 meter,
wenn ich mich nicht täusche und das ist wenig um mit den auto zu fahren.

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Ich hab das gerade mal angepasst. Danke für das gute Auge^^

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@Pferdinant: Ich glaube wir waren so 20 Leute in der Gruppe. Im Park waren wir einmal den ganzen Tag mit Abendessen und einmal nochmal mit dem Bus extra am nächsten Morgen, aber das ist halt nicht dasselbe, wegen den Fensterscheiben und die Ranger in den Jeeps kennen sich besser aus.
Die Flächenangabe ist nicht korrekt, wurde aber korrigiert. Danke!

@timtom: Hab da keine Erfahrungen gemacht, aber soweit ich weiß, sollte es zumindest in Südafrika keine Probleme mit geben. Wobei ich auch zugeben muss, dass ich nachts nirgends wo rumlaufen würde, wo keine oder kaum Menschen sind …
Ansonsten verweise ich auf den Wikipedia-Eintrag:

https://de.wikipedia.org/wiki/Homosexualit%C3%A4t_in_S%C3%BCdafrika

Gibt es irgendwelche Gerichte oder Getränke, die man unbedingt probiert haben sollte? (Oder irgendwas, was auf gar keinen Fall geht?)

Wie gesagt, kann ich mich an nichts Spezielles erinnern. Südafrika hat halt viele Weinplantagen. Falls du also Wein magst …
Und es gibt halt Straußensteak, von dem du auch weißt, wo es her kommt!

Das hört sich traumhaft an, vielen Dank für deinen Thread!

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