Solierklärung für eine offene Community

Vor einiger Zeit kam es im Chat zu einer transphoben Beleidigung eines unserer Benutzer. Das können wir nicht hinnehmen und @Waldlaeufer reagierte auch sofort entsprechen darauf. Von seiner Reaktion ist der folgende Text inspiriert.

Ein Teil unserer Community identifiziert sich weder als männlich, noch als weiblich. Das liegt allein in ihrer Entscheidung und ist völlig in Ordnung. Niemandem steht es zu, eine Person deshalb zu diskriminieren, egal in welcher Form, und wenn es auch noch so harmlos erscheint. In unserem Forum herrscht uneingeschränkte Toleranz für alle.

In unserer Community gibt es nicht nur schwule cis Männer. Unsere Community ist viel diverser. Nicht alle Mitglieder unserer Community identifizieren sich als männlich (non-binary, agender, etc.) und nicht alle stehen ausschließlich auf Männer (Bi-, poly-, pan-, etc.). Nicht einmal Sex haben alle unsere Mitglieder (Aroace-Spektrum). Und das ist okay so. Gleiches gilt dafür, ob ihr nun dick/dünn, behaart/unbehaart, groß/klein, hellhäutig/dunkelhäutig seid. Ihr seid bei uns willkommen und wir stehen geschlossen hinter euch!

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Wie gehen wir denn dann mit dem Toleranz-Paradoxon um, oder soll die Toleranz doch nicht uneingeschränkt oder nicht für alle gelten?

Die Frage ist natürlich nicht einfach oder gar leichtfertig zu beantworten. Anstatt die Antwort allerdings an Personen mit einem spezifischen mindset per se festzumachen, könnte man sie so beantworten, dass die Toleranz so lange gilt, wie sie nicht explizit gefährdet wird, weil das ihr Zweck ist.

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Man könnte auch von “primärer” und “sekundärer” Intoleranz sprechen:

  • primäre Intoleranz: Intoleranz, die auf einem Merkmal jenseits von Toleranz/Intoleranz begründet ist
  • sekundäre Intoleranz: Intoleranz, die nur aufgrund vorausgegangener Intoleranz basiert

Ebenso sagt bereits das Grundgesetz, dass das Recht des einen da aufhört, wo das des anderen beginnt. Auch hier gibt es natürlich eine konservative/rechtextremistische Auslegung. Ich allerdings würde sagen, dass es – wie bei der primären und der sekundären Intoleranz – hier einen Unterschied gibt, ob ich primär gegen jemanden bin, oder dagegen, dass mir jemand meine Existenz abspricht.

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Find ich nicht hilfreich, ohne konkrete Beispiele.

Wie soll es denn konkret mit der Toleranz dann gehandhabt werden?

Ich versteh grad nicht ganz, was du nicht verstehst oO Kannst du etwas konkreter sagen, was genau dich daran stört?

Toleranz is doch kein deutscher Begriff, des ist doch ein Fremdwort:

Ja, gut, da kann man sich jetzt auch wieder drüber streiten. Man könnte auch Akzeptanz sagen, aber dann kommen wieder andere, denen das nicht weiter geht.

Begriffe müssen ja nicht auf Teufel komm raus deutsch sein.

DAS findest du witzig? :face_with_raised_eyebrow:

Gerhard Polt? Ja - unerreicht!
u.a. bekannt von Mai Ling: Gerhard Polt - Mai Ling Original ungekürzt - YouTube

Tut mir leid, aber ich hab mir das jetzt zwei Minuten angeschaut und bei keinem Witz hab ich auch nur eine Miene verziehen können …

Vielleicht so ein Generationending. Ist Mario Barth noch in?

Gut möglich

Eher auch nicht

Was denn dann so?

Ich denke mal, mein Humor ist sehr politisch. Beispielsweise schaue ich gerne die Anstalt.

Mein Humor hat sich über die Jahre aber auch drastisch geändert. Manches, was ich früher zum Totlachen fand, finde ich heute einfach nur albern; andererseits kann ich über diskriminierende Witze zum Teil nicht mehr lachen, weil ich jetzt verstehe, wie sie funktionieren.

Was mir nicht klar ist, ist, wie die totale Toleranz tun soll.

Beispiel:
Ein Mensch definiert sich nicht ueber sein biologisches Alter, sondern fuehlt sich wie 16, was machen wir mit dem?

Du meinst, hier bei uns im Forum?

Na ja, hier geht es ja eher um was bürokratisch-juristisches.

Ja, der ganze thread hat ja das Thema „offene Community“.

Du meinst Toleranz kann dann aufhören wenn es um Bürokratie oder juristische Dinge geht?

Es ging mir lediglich darum, dass der Ausgangspunkt des Threads das Verhalten untereinander und nicht administrative Fragen unsererseits ging.

Wenn du mit “fühlen” auf trans Personen ansprichst, so ist deren Identität weit mehr als ein “Gefühl”. Da verbietet sich eine Diskriminierung schon gleich. Auch wenn die natürlich leider ironischerweise durch das TSG passiert.

Das also als Maßstab zu nehmen, wäre zu einfach und zu kurz gegriffen. Von daher müssen wir darauf zurückkommen, warum es diese Regel gibt. Sie existiert ja nicht einmal um ihrer selbst willen, weil jemand von uns das so gut fand, sondern zum Schutz von Personen. Das ist also ein anderer Gesichtspunkt und nicht leichtfertig von der Hand zu weisen

Und wer entscheidet dann wann Toleranz da zu sein hat und wann die nicht nötig ist ?

Es geht nicht um nötig und unnötig, sondern um Abwägung. Ebenso wenig nicht um Toleranz oder nicht Toleranz, sondern ob es primär um Toleranz oder primär um was anderes geht.