Sezieren im Biologiestudium

Hallo Leute, ich fange im Oktober einen Bachelor-Studiengang in Biologie an und dort werde ich u.a. Wirbeltiere sezieren müssen. Ich finde die Vorstellung - im Gegensatz zu vielen anderen - nicht sonderlich schlimm und vor allem lehrreich.
Eigentlich freue ich mich sogar richtig auf das Sezieren.

Meine Frage: Bin ich deswegen ein schlechter Mensch? :confused:

Deswegen ein schlechter Mensch? Keines Falls. Du möchtest etwas neues lernen und das ist gut so! Du hast dich für diesen Weg entschieden und du wirst ihn gehen. Mach dir keine Sorgen. Außerdem bist du sicher nich der einzige der sich drauf freut.

Unsinn. Ich kann mich meinem Vorredner nur anschließen. Das ganze geschieht zu Bildungszwecken. Bedenke, dass Sektionen von Tieren und sogar Menschen dazu beigetragen haben, Krankheiten zu erforschen und Kenntnisse zu erlangen, die heute vielen Menschen das Leben retten.

Ok, danke für den Rückhalt^^

Und trotzdem sagen viele Leute, dass es unethisch ist Tiere für die Lehre zu töten :confused:

Naja, wenn man Tiere vorsätzlich tötet, nur um sie dann zu sezieren, kann ich schon verstehen, dass da manche ethische Vorbehalte haben. Tiere nur für die Wissenschaft zu töten ist etwas anderes, als wenn man sie zwecks Nahrungsbeschaffung erlegt. Man kann ja auch einfach warten, bis die Tiere eines natürlichen Todes sterben. Labormäuse haben jetzt meines Wissens keine allzu lange Lebenserwartung.
Mit dem Argument “es ist für die Wissenschaft” ließen sich auch Menschen töten, um sie zu sezieren (hat man bei den Nazis gemacht, Stichwort Dr. Mengele). Bei Menschen wartet man ja auch, bis sie tot sind und tötet sie nicht schon vorher. Wenn man dann sagt “ja aber das sind ja auch Menschen und keine Tiere” führt das zu der philosophisch spannenden Frage nach der Vergleichbarkeit von Mensch und Tier.

Ich selbst habe dagegen keine Vorbehalte, Neugier ist der Motor der Welt, nur eben rechtfertigt diese Neugier längst nicht alles.

Das kann ich so nicht bestätigen. Es ist in der Medizin Gang und Gebe, Neue Behandlungsmethoden “in vivo” auszuprobieren. Damit viele Leben können, müssen eben wenige sterben.

Ich glaube nicht das du ein schlechter Mensch bist. In der Medizin und generell den Wissenschaften ist “Der Zweck heiligt die Mittel” einfach bis zu einem Gewissen Grad eben ein moralischer Grundzug, mit dem man zu Leben lernen muss.

Sind Mediziner schlechte Menschen, nur weil sie Leichen sezieren? Ist der Bürger ein schlechter Mensch, weil er chickenwings zum Mittag isst?
Es gibt gewisse Dinge, die man machen muss, um ein guter Mensch zu werden, wenn man so will.

Man muss sich ausgewogen Ernähren, um leistungsfähig zu sein. Dazu gehört auch töten und essen von Tieren. Man muss Leichen sezieren, da man dort besser lernen kann, um ein guter Arzt zu werden.

Du willst ein guter Biologe werden und die Universität hat den Auftrag dich zu einem guten Biologen auszubilden. Dafür hat sie entschieden, dass du Tiere sezieren musst, um später deinen Job gut machen zu können und ein guter Biologe zu werden.

Es ist also Teil des Weges zum guten Biologen. Somit bist du in meinen Augen bestimmt kein schlechter Mensch, da du mit dieser Ausbildung später viele wichtige Aufgaben übernehmen kannst.

Für mich persönlich bedeutet es, ein schlechter Mensch zu sein, wenn man ein Tier lebendig seziert. Tote Tiere, okay, aber lebendige? Da wissenschaftlich die Fragen nach den Funktionen vollständig geklärt wurden, haben Experimente wie diese allein einen sadistischen Zweck.