Seelenträger

Tabula rasa und auf ein neues! Willkommen zur “Seelenträger”. Worum es da genau geht, werdet ihr im Laufe der Geschichte erfahren.

Einige kennen mich bestimmt bereits aus meinen vorherigen Geschichten Ehemann oder Finding me. Ansonsten treibe ich mich auch gerne in Geschichten anderer Autoren herum und lasse ausladende Kommentare da.

Wo wir gerade beim Thema sind: Ich freue mich immer riesig, wenn ihr kommentiert. Keine Angst, ich beiße nicht - traut euch einfach! Ohne Kommentare weiß man als Autor nicht, ob man nicht totalen Mist abliefert und lieber aufhören sollte. Wenn du die Geschichte jetzt gerade liest und sie schon weiter fortgeschritten oder gar beendet ist, kannst du trotzdem einen Kommentar hinterlassen. Sollte ich nicht überraschend verstorben sein oder ebenso überraschend Boypoint für immer den Rücken gekehrt haben (beides ist nicht in absehbarer Zeit geplant), freue ich mich genauso als würdest du in Echtzeit kommentieren und werde dir auch auf deinen Kommentar antworten.

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Seelenträger: Vermächtnis

Abschnitt I
Part 1

“Wir könnten am Monhuani übernachten. Vielleicht begegnet dir ja endlich dein Totemtier”, schlug Jett vor. Jett war ihr bester Freund. Sie kannten sich noch aus Kindertagen und gingen durch dick und dünn. Beide wussten, dass sie sich auf den anderen verlassen konnten.
“Du weißt, dass meine Eltern das nie erlauben werden”, erinnerte Balia ihn und seufzte. “Auch wenn sie sich langsam Sorgen machen, ob mir die Geister wohlgesonnen sind.”
“Ach quatsch, du bist ihre Lieblingstochter!” Er dachte kurz über ihre Worte nach. “Und die machen sich tatsächlich immer noch Sorgen, dass wir …”
“Ja, nein, nicht nur das. Sie erlauben es generell nicht.”
“Schade”, schloss ihr bester Freund enttäuscht. “Wie soll ich denn sonst dafür sorgen, dass es ein schöner Jahrestag wird?”

Sie hatten gerade Runenkunde und bereiteten sich auf die bevorstehenden Prüfungen vor. Balia würde keine in Runenkunde ablegen müssen; Jett jedoch schon. Er beteuerte, dass er später auch ohne auskommen würde. Für Boten war es allerdings üblich, Falken mit Botschaften und Ankündigungen vorauszuschicken und derlei Schriftverkehr erforderte zumeist Runen.
„Jett, Du solltest Dich jetzt lieber hierauf konzentrieren“, rügte Balia ihn und deutete mit dem Kopf nach vorn, wo ihr Lehrer hinter dem Pult stand und bereits argwöhnische Blicke in ihrer beider Richtung warf. „Die Prüfung schreibt sich schließlich nicht von allein.“
Jett schwieg für einen Moment. Lange hielt er es jedoch offenbar nicht aus. „Balia?“
„Mhm?“
„Wo wir schon beim Thema Jahrestag sind … Weißt Du, ich frage mich, was ich Anastasia zu ihrem Jahrestag schenken könnte.“
Balia sah verwundert zu ihrem besten Freund und runzelte die Stirn. „Warum eigentlich?“
„Na ja …“ Jett strich sich durch seine kastanienbraunen zerzausten und immer leicht verfilzten Haare, auch wenn er behaupte, seine Haare gründlich zu pflegen. “Ich … Sie … ist … Ich weiß nicht … irgendwie toll. Sie ist schlauer als ich. Das schätze ich irgendwie an ihr. Und sie gibt mir das Gefühl … zu fliegen. Jedes Mal. Bei ihr geht’s mir irgendwie gut …”
„Moment“, dämmerte es Balia. „Steht da etwa jemand auf Anni?“
„Also, wenn Du es noch lauter sagst, ist es gleich kein Geheimnis mehr“, raunte Jett und sah sich nervös um, doch der Rest der Schüler war offenbar am Bestehen der Prüfungen mehr interessiert, als an Jetts Schwärmereien.
“Ich weiß ja, dass dich das brennend interessiert und Runenkunde eher weniger, und auch wenn das für mich kein Prüfungsfach ist, interessiert mich der Unterricht zumindest ein bisschen. Dir wäre auch geraten, ab und zu aufzupassen. Der Lehrer guckt schon so.”

Nach der Schulstunde verließen Balia und Jett völlig ins Gespräch vertieft das Schulgebäude – neben der Kirche der einzige steinerne Bau des Dorfes. So geschah es, dass die beiden fast mit der Frau am Fuße der Treppe zusammenstießen.
“Mutter, was machst Du hier?”, entfuhr es Balia erschrocken.
“Es ist etwas passiert. Lass uns direkt nach Hause gehen. Hallo Jett”, fügte sie beiläufig hinzu, legte einen Arm um die Schulter ihrer Tochter, machte auf dem Absatz kehrt und entfernte sich mit dieser von der Schule.

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Sie erreichten das Fachwerkhaus, welches sich seit Generationen in ihrer Familie befand. Hier wohnte Balia mit ihren Eltern und ihrer kleinen Schwester Kine. Ihre große Schwester Alexandria studierte in einer anderen Grafschaft und wohnte somit nicht mehr im Haus der Familie. Ein Studium lag normalerweise außerhalb der finanziellen Möglichkeiten, aber durch die außerordentlichen Leistungen Alexandrias, die ihre Schule nicht nur als Jahrgangsbeste, sondern als eine der zehn Besten der Grafschaft abgeschlossen hatte, bekam sie ein Halbstipendium angeboten, welches zum Großteil aus der Schatzkammer des Fürsten bezahlt wurde. Im Unterschied zu einem Vollstipendium mussten ihre Eltern jedoch einen nicht unerheblichen Teil zuzahlen, der sie zur absoluten Sparsamkeit zwang. Ihr Vater war nicht begeistert gewesen, da er nicht viel von Universitäten hielt. Zudem hatte seine Frau nur Mädchen geboren, sodass nun seine Erstgeborene in seine Fußstapfen hätte treten sollen. Aber das Ablehnen eines solchen Angebotes wäre einer Majestätsbeleidigung gleichgekommen.
Mit im Haus wohnte auch ihre Großmutter. Sie durchquerten das Haus zu deren Zimmer.
“Sie ist alt genug!”, hörte Balia die Stimme ihres Vaters durch die offen stehende Tür.
Als sie den Raum betraten, verstummte die Diskussion zwischen ihrem Vater und ihrer Großmutter sofort. Letztere lag zugedeckt in ihrem Bett – obwohl es kaum Nachmittag war – während ersterer auf einem Stuhl davor saß. Er bemerkte seine Frau und seine Tochter, erhob sich und lehnte sich an eine der kahlen Wände. Ihre Mutter drückte Balia auf den Stuhl, stellte sich schräg hinter sie und legte ihr wieder eine Hand auf die Schulter.
“Deine Großmutter …”, ihre Mutter musste mühsam die Tränen zurückhalten.
“Ich werde sterben, mein Kind”, erklärte die alte Dame völlig gefasst.

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Ihr Vater trat hinter sie und schob Balia aus dem Raum, während er zu ihr sagte: “Balia, lass uns was besprechen.”
Nachdem die beiden das Zimmer verlassen hatten, sackte Balias Mutter auf den Stuhl. Sie ergriff die Hand der Großmutter, sank mit dem Kopf auf die Bettdecke und schluchzte.
“Heul doch nicht, mein Kind. Das bringt doch eh nichts.”

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Am Anfang ist das immer noch so spannend ,wo das hinführen wird. Ich bin der erste Kommentierer einer neuen Fantasie-Story und wollte mir das nicht nehmen lassen. Eine tolle Erzählperspektive , die gibts bei den Geschichten hier nicht so oft. Was soll ich sagen, du steigst gleich mit einem bevorstehenden Tot ein, dass kann ja nicht gut ausgehen ^^

Hallo NikiLu,
freut mich, dass du auf die Geschichte gestoßen bist :slight_smile: Was findest du denn an der Erzählperspektive toll?

Ach, du hast es sicherlich erwartet: Balias Großmutter wird keine Hauptrolle mehr :wink:
Aber ob wir sie ganz so schnell loswerden, wird sich noch in den kommenden Teilen zeigen.

Hey Zuri,

Fängt ja schon mal interessant an. Gut 8ch persönlich steh ja auch irgendwie auf das Genre. Bin gespannt um was es sich genau in der Geschichte handeln wird. Aaaaaaber, Tote sind eigentlich mein Metier :laughing: :laughing: :laughing:

Gruß Quianye

Hey Quianye,

freut mich, dass ich dich anlocken konnte :smiley: Gut zu wissen. Also nicht nur Sci-Fi (Y)

Kannst gerne Hypothesen zur Handlung aufstellen :wink:

Müssen wir uns bei Könige der Nacht also nicht nur auf sexuelle Belästigung, sondern auch auf bergeweise Tote einstellen? War das gerade ein Spoiler? La la la, ich kann dich nicht hören! :stuck_out_tongue:

Gruß Zuri

PS: Sag mal, liest/beantwortest du noch Kommentare auf abgeschlossene Geschichten (z. B. Schwarzer Schmetterling)?

UPS, mein Fehler, hatte ganz vergessen, das ich ja erst das zweite Kapitel hier gepostet hatte. Schande über mich.

Vom Titel her stell ich mal die Vermutung auf, das sie Tote Seele Der Großmutter doch noch eine gewisse Rolle spielen könnte. Eventuell als eine Art Leitfigur oder in Form des Totemtieres. Mal sehn.

Und ja, wenn es Kommentare zu abgeschlossenen Geschichten gibt, antworte ich da natürlich auch noch

@Quianye Okay, dann bekommst du da definitiv noch Kommentare (Y)

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Seelenträge: Vermächtnis

Abschnitt 1
Part 2

“Balia, du weißt, was Seelenträger sind?”
Sie nickte.
“Ich trage die Seele meines Großvaters in mir und deine Mutter die ihrer Großmutter. Das ist eine Ehre und von großer Wichtigkeit für die Familie. Du bist bald chukut und die Zeit deiner Großmutter ist bald abgelaufen. Wir würden uns freuen, wenn du ihre Seele aufnehmen könntest, damit sie sich nicht auflöst.”
Auch wenn sie unsicher war, freute Balia sich, dass ihr Vater ihr das zutraute. Strahlend verkündete sie: “Ja, ich mach’s!”
Sie hatte gehört, dass dies kein einfacher Prozess war. Der Körper des Wirts wurde dadurch geschwächt und musste sich auf die neue Seele einstellen. Darum durften Kinder keine Seelen aufnehmen. Außerdem war es zumindest unüblich, das Ritual ohne Hilfe durchzuführen. Ihre Eltern hätten die Seele aufnehmen können, aber jede weitere Seele stellte eine Belastung dar. So war es ungeschriebenes Gesetz, nur eine Seele aufzunehmen. Nur ganz wenigen Menschen wurde nachsagt, dass sie zwei Seelen aufnehmen konnten.
“Wenn du vorhattest, an deinem Jubiläum außerhalb zu sein, wird daraus natürlich nichts. Es ist zwar schade, aber die Seele deiner Großmutter aufzunehmen, ist eine größere Ehre. Das holst du einfach dann nach, wenn du dich erholt hast.”
“Okay, ich geh zu Jett und berichte ihm”, erklärte Balia.

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Seit ungefähr zwei Jahren hatte ihr bester Freund es sich auf einmal zur Aufgabe gemacht, für die Armen und Schwachen aufzustehen. Viele im Dorf schätzten den hilfsbereiten, aufmerksamen jungen Mann dafür nur umso mehr. Auch bei Balias Eltern war er durch seine einfachen, aber guten Umgangsformen ein gern gesehener Gast und gehörte quasi zur Familie. Doch zeigten sie ob dieser Veränderung immer wieder Skepsis, wohin das einmal führen würde. Sie kannten ihn von Kindesbeinen an und machten sich Sorgen, weil sie ihn so wie Patronaes liebten und zu fördern versuchten. Wenn seine politischen Ansichten sich signifikant von denen der Person unterschieden, für die er einen Botengang zu erledigen hatte, war es nicht förderlich, dem Kunden seine abweichenden Ansichten unter die Nase zu reiben, argumentierten sie.

Jett war trotz ihrer Vorwarnung von heute morgen sichtlich enttäuscht.
“Kannst du mich nicht wenigstens ein bisschen verstehen, Jett? Ich muss das einfach tun!”
“Ob du das jetzt unbedingt musst …”, murmelte der Angesprochene in seine wenigen Bartstoppeln hinein.
“Warum bist du auf einmal so komisch!?” Balia war verwirrt. Irgendetwas stimmte mit Jett ganz und gar nicht. Sonst war er nie so.
“Komm mit”, meinte er schließlich. “Ich will dir was zeigen.”

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Das warten hat ein Ende: Ihr erfahrt endlich, wo Jett Balia hinführt und ihr lernt einen neuen Charakter kennen.

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Seelenträge: Vermächtnis

Abschnitt I
Part 2

Jett führte sie zu seinem Pferd und gemeinsam ritten sie aus dem Dorf. Um später damit als Bote arbeiten zu können, hatte Jetts Familie einen Großteil des Geldes, welches sie besaß, dafür ausgegeben. Als einer der wenigen Pferdebesitzer im Dorf war Jett mit seinem Lasttier sehr gefragt.
Sie ließen die bewaldete Ebene, welche an das Dorf grenzte, ebenfalls hinter sich und kamen an einen Abhang.
“Ich muss rechtzeitig zurück sein, wenn die Seele meiner Großmutter bereit ist, zu entweichen”, merkte Balia an.
“Ich weiß. Werden wir”, versicherte Jett. “Müssen wir.”
“Was ist denn dort unten?” Balia spähte über den Abhang.
“Wirst du schon sehen.” Rasch zog ihr Freund sie mit sich und die beiden begannen den Abstieg.

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Unten angekommen blickte Balia um sich: Wo sie auch hinsah, überall waren dunkel gekleidete Menschen. Viele von ihnen lagen am Boden oder saßen an Geröll gelehnt.

“Da bist du ja endlich!” Jett fuhr herum.
Hinter ihm stand ein junger Mann mit wilden blonden Haaren, Stiefeln und löchriger, grauer Kleidung.
“Sind das deine Rebellenfreunde?”, fragte Balia. Sie hatte das als Spaß gemeint, aber gerade war sie sich nicht mehr sicher, ob das nicht vielleicht doch zutraf.
“Das ist Balia”, stellte Jett sie vor. “Eine gute Freundin. Und das ist Kell.” Er legte die Handfläche kurz freundschaftlich auf die Schulter des jungen Mannes. Der reichte ihr die Hand.
“Wir schaffen es, im Zeitplan zu bleiben”, informierte Jett Kell.
Balia verstand nichts.
“Nur eine kleine Planänderung”, fügte Jett hinzu. “Wir sind zu wenige. Wir bekommen das nicht hin. Es werden uns welche verloren gehen.”
Kell verzog das Gesicht und in seinem linken Mundwinkel zeigte sich neben seinem Leberfleck ein Grübchen und es war, als würde die Handvoll Pickelnarben auf seinen Wangen springen und ihm ein freches Aussehen verleihen.
Dann entgegnete er: “Aber es geht nicht anders.”
“Darum habe ich Verstärkung mitgebracht.” Jett stellte sich triumphierend lächelnd neben Balia.
“Du hast wirklich so jemanden gefunden? Ist sie … ein Nuumaar?”
“Ich habe nach so jemandem Ausschau gehalten und hier ist sie. Hoffen wir mal, dass der alte Anduro recht hatte.”
Balia war nur noch verwirrter. Sie hatte keine Ahnung, was sie mit der ganzen Sache zu tun hatte.
“Balia, du musst mir jetzt vertrauen”, begann Jett. “Ich bitte dich. Das hier ist unglaublich wichtig. Wir brauchen dich dafür. Kell wird dir alles erklären.”
Jett blickte Balia in die Augen und fand dort das Vertrauen und die Bereitschaft, ihm in unbekannte Gewässer zu folgen, die er zu finden gehofft hatte. Er hoffte inständig, dass er sie nicht enttäuschen würde und in etwas hineingezogen hatte was sie bereuen würde.
Dann wandte er sich ab und ging auf einen der Schwarzgewandeten zu. Es waren Krieger und sie lagen im Sterben. Sie konnten ihnen nicht mehr helfen. Aber die Krieger konnten ihnen helfen. Zumindest hatten sie Informationen von größter Wichtigkeit. Darum waren sie hier.

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Sie stand inmitten der größten Menschenansammlung. Es waren um die zehn Leute. Jeder andere hatte nur ein bis zwei Menschen in seiner Nähe. Für sie klang das, was Kell ihr erzählt hatte, sehr verrückt. Aber er war der Anführer der Gruppe, zu der auch Jett gehörte und wenn dieser ihm vertraute, tat sie das auch.

Das Ritual begann. Es gab nur noch sie und die am Boden liegenden Männer um sie herum. Alles andere nahm sie nicht mehr wahr. Sie hatte so etwas noch nie gemacht und sie hoffte, dass Jett recht gehabt hatte und sie schaffen würde, was andere nicht vermochten. Wie ein Raunen ging ein Geräusch durch die Gruppe der Männer, obwohl keiner ein Wort gesagt hatte. Es waren auch keine Worte gesprochen worden. Balia stellte fest, dass sie es nur wahrnahm. Es war, als sei sie im Zentrum und würde alles andere anziehen. Aus dem Raunen wurde ein tiefes Seufzen und sie merkte, wie das Leben aus den Männern wich. In dem Moment bewegte sich ein Mann auf sie zu und ihr war, als stürze er in ihre Richtung. Sie sah Lichtkugeln auf sich zufliegen und hatte plötzlich das Gefühl, zu fallen. Dann wurde alles schwarz.

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Hoffe mal Jett hat Bali nicht nur ausgenutzt…bin mal gespannt, Wie es weiter geht

PhrasenwesenA kommt am Raum für Kommentare zu Fantasy-Geschichten vorbei. „Ohhh, da ist ja eine neue Geschichte von Zuri. Na gut, wenn ich schon zu nix weiter komme, aber hier will ich schnell mal noch was hinterlassen.“ Schnellen Schrittes schreitet es zum Pult, schlägt das Buch auf, bemerkt, dass schon ein paar Leute hier gewesen sind und fängt an, zu schreiben …

[i]Seelenträger # 1-3[/i]

Also diesmal wieder Fantasy. Nun gut, warum nicht. Ich bin dabei … als Zwangsarbeiter im dunklen Editorenkeller, aber was soll’s :stuck_out_tongue:
Nein, Spaß. Ich bin natürlich gern dabei ^^

Der Einstieg in die Geschichte erfolgt per Sprung ins Kalte Wasser – als ob wir nicht gerade von 0 auf 100 gehen, werden wir also mit – wie es im Moment aussieht – zwei Hauptcharakteren konfrontiert, wobei der Fokus wohl eher deutlich auf Balia liegt. Gut. Was wissen wir von den beiden? Noch nix. Auch gut, dann lernen wir sie mal kennen. Btw., wie alt sind Balia und Jett denn? So beim Lesen kommt es so rüber, als seien es Teenager.

Gerade der erste Teil tut ja sehr geheimnisvoll. Es ist noch nicht wirklich viel über das Setting bekannt, in dem die Story spielt. Es drängt sich aber die Vermutung auf, dass es sich nicht um eine technisch hochstehende Zivilisation handelt. Liege ich da richtig?

Balias Mutter ist ein wenig seltsam. Sie wirkt so hektisch und überemotional. Gut, kann auch einfach nur dem Umstand geschuldet sein, dass die Großmutter im Sterben liegt (welche übrigens ein krasser Gegensatz zu Balias Mutter ist, mit ihrer Bemerkung „Heul doch nicht“ oO).

Balias Vater fällt es im zweiten Kapitel also zu, zu erklären, was die titelgebenden Seelenträger sind. Faszinierend. Ist es dann auch so, dass der Träger einer Seele mit eben dieser direkt kommunizieren kann oder funktioniert das eher so, dass man auf das Wissen und die Erfahrungen der „alten“ Seele zurückgreifen kann? Kumuliert sich dieser Effekt dann? Also sprich, wird Balia dann die Seele ihrer Großmutter aufnehmen und gleichzeitig die Seele, die Balias Großmutter trug (wenn sie eine trug) oder ist eine vormals aufgenommene Seele in der Essenz der aktuellen Seele aufgegangen? Oder kannst Du das alles noch nicht verraten, weil es ohnehin offenbart wird? :smiley:

Was ist oder sind Patronaes?
Eine kleine Liste mit in der Geschichte vorkommenden Fremdwörtern schreibe ich mal hiermit auf die Wunschliste :wink:

Interessant. Jett scheint irgendetwas mehr zu wissen, was ja durch das dritte Kapitel auch mehr als eindeutig wird. Denn offenbar gehört er einer Gruppe von Unbekannten an, die im Hintergrund agieren und irgendetwas tun, was der Allgemeinheit nicht bekannt sein soll. Balias Vertrauen in ihren alten Freund ist aber schon verdammt stark, wenn sie ohne zu Hinterfragen, sofort das tut, was Jett im Namen von Kell von ihr möchte.

Aber gut, was zwischen den Dreien ablief bzw. wie Balia durch Kell von dem Ritual überzeugt werden konnte, passiert ja Off-screen, sodass Du uns Leser schön im Dunkeln tappen lässt, was die Motive für diese geheimnisvollen – abseits der Bevölkerung – durchgeführten Aktivitäten sind. Da Balia offenbar einwilligt, denke ich nicht, dass es etwas Schlechtes ist, denn auch wenn sie ein blindes Vertrauen in Jett hat, wirkt es nicht, als würde sie wie ein dummes Schaf (Sorry an alle Schafe, ist nicht pauschal gemeint) alles tun, was er sagt, selbst wenn es etwas Schlechtes wäre.

Was wir von Balias Vater wissen, das Timing der Begegnung mit Kell aufgrund Jetts Initiative nach Balias Neuigkeiten sowie der Titel der Geschichte, machen ziemlich offensichtlich, was hier geschehen soll: Balia soll wohl die Seelen von zehn sterbenden Menschen aufnehmen, während die anderen nur ein bis zwei aufnehmen – wie es nunmal üblich ist. Und die zehn Seelen soll sie aufnehmen, weil sie ein Nuumaar ist? Also hat sie offenbar eine besondere Fähigkeit, erhöhte Aufnahmekapazität oder so. Wie ist Jett nur zu dieser Annahme gekommen? Das ist eine sehr interessante Frage, auf deren Auflösung ich echt gespannt bin.

Quianye hat da was Gutes ins Spiel gebracht. Denn sollte Jett Balia tatsächlich ausgenutzt haben (was ich nicht so richtig glaube, er wirkte eher besorgt, als hinterlistig), wäre das ein verdammt heftiger Vertrauensbruch, der wohl nicht so ohne weiteres zu kitten wäre.

Fazit: Die Erzählperspektive ist aus Sicht der dritten Person. Bei Fantasy-Geschichten gefällt mir das besonders gut und ich bin froh, dass Du das so gewählt hast. Von der Handlung her, scheint es so zu sein, dass Du nicht viel Zeit vergeudest mit ausschweifenden Beschreibungen, sondern Dich auf einen raschen Fortschritt konzentrierst, was die Vermutung aufwirft, dass wir auch mit dieser Geschichte wieder einen überschaubaren Rahmen hinsichtlich der Kapitelanzahl bekommen werden.
Zur Ausarbeitung der Charaktere kann ich noch nicht viel sagen nach drei Kapiteln, die ja auch recht übersichtlich sind. Balia wird quasi von der Handlung getrieben und hat so gut wie keine Zeit, drüber nachzudenken, was hier eigentlich vor sich geht. Dennoch merkt man im dritten Kapitel überdeutlich, dass im Hintergrund noch eine größere Story steht, die erzählt werden will.

Weiter so, Zuri. Bleib am Ball, ich tue es auch :smiley:

Liebe Grüße,
Arokh

Ich habe glaube ich hier noch nicht geschrieben.

also ich hab die geschichte jetzt soweit gelesen.

Die hauptperson ist mir sympathisch,
allein schon, weil sie auch nichts versteht.

wenn arokhsSohns theorie stimmt,
und ich schließe mich dem an, dann wird sie
noch einigen stress mit den aufgenommenen seelen bekommen.

bisher gut geschrieben,
ich bin gespannt wie es weiter geht.

LG pferdinant

Am Wochenende war ich im Kurzurlaub, daher die Verspätung.

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Seelenträger: Vermächtnis

Abschnitt I
Part 4

7

“Sie wird das schaffen, glaub mir.”
“So viele auf einmal, das war von Anfang an ein Risiko!”
“Sie wird schon wieder zu sich kommen”, bekräftigte die erste Stimme.
“Und warum”, fragte die andere argwöhnisch, “ist sie das nicht schon längst?”
“Wir haben das noch nie ausprobiert. Wir wissen nicht genau, was das für Folgen hat. Vielleicht kann sie mit der Fähigkeit noch nicht so gut umgehen. Sie ist schließlich nicht allmächtig; sie hat nur mehr Kapazitäten – die wir auch sehr ausgenutzt haben.”
“Also könnte es schiefgehen?” Die andere Stimme geriet in Panik.
“Das könnte es. Und du wusstest das ganz genau, warst aber dennoch bereit, es in Kauf zu nehmen. Wäre es nicht sie gewesen, hätte es dich nicht gekümmert.” Nach einer kurzen Pause fuhr die Stimme fort: “Ich habe es ihr genau erklärt. Sie kannte die Risiken ebenso.”
“Aber wenn sie nicht mehr aufwacht … Du hast sie dazu überredet!”
“Gib mir nicht die Schuld – du hast sie schließlich hergebracht. Und komm runter. Sie wird wieder aufwachen. Lass uns mal nicht gleich den Asmodaeus an die Wand malen.”

Balia öffnete die Augen. Das Sonnenlicht stach durch ihre Lider und fiel unangenehm in die Pupillen, die sich noch nicht daran gewöhnt hatten. Ihr Schädel schmerzte, als sei eine Lawine aus Felsbrocken auf sie niedergeprasselt. Außerdem nahm sie aufgeregtes Stimmengewirr wahr, welches ihren Kopfschmerzen nicht unbedingt zuträglich war.

“Sie ist wach”, stellte eine der Stimmen fest, die sie nun als Jetts erkannte.
Sofort verstummten beide Stimmen und Jett eilte an ihre Seite. Kell, der andere, blieb in einigem Abstand stehen.
“Ich hab mir schon Sorgen gemacht!”, gab Jett erleichtert von sich.
Balia setzte sich langsam auf, doch sofort durchzuckten wieder dumpfe Schmerzen ihren Kopf, als habe jemand mit einem riesigen Hammer dagegen geschlagen. Sie sah sich um: Immer noch waren sie an demselben Ort, nur dass man sie sanft auf ein paar Mäntel gebettet und mit solchen zugedeckt hatte. Zudem waren die Leichen verschwunden.
“Wir haben sie vergraben”, erklärte Kell, der die Fragezeichen auf ihrer Stirn förmlich sehen konnte. “Keiner darf sie finden.”

Ein junger Mann in Kells Alter trat an seinen Anführer heran und reichte ihm eine Satteltasche. Der reichte sie Balia.
“Hier, iss und trink. Du musst wieder zu Kräften kommen.”

Dann zog Kell Jett zur Seite. Mit gesenkter Stimme sagte er: “Wir müssen schnell aufbrechen. Wir waren viel zu lange weg. Unsere ursprüngliche Ausrede ist nicht mehr wirklich glaubwürdig.”

“Fühlst du dich nun in der Verfassung, dich aufzusetzen?”, fragte Jett Balia nach einer Weile vorsichtig.
“Ich kann’s versuchen”, erwiderte diese.
Sie erhob sich und kaum stand sie auf beiden Beinen, begann sie, bedrohlich zu schwanken, sodass Jett sie stützen musste. Kell trat hinzu und sie setzten Jetts beste Freundin aufs Pferd. Am Zügel führte er es behutsam ins Dorf zurück. Unterwegs ging es Balia wieder besser, da der Schwindel verschwand und sie aufrecht auf dem Pferd sitzen konnte. Vor dem Haus ihrer Eltern setzte er sie ab.
“Wenn irgendetwas ist, du dich unwohl fühlst oder etwas passiert, was du nicht verstehst, komm zu mir”, bat er sie.

Schließlich betrat sie das Haus ihrer Eltern und schaffte es, sich ins Bett zu legen, ohne dass sie dabei erwischt wurde. Die paar weiteren Stunden Schlaf taten ihr gut und sie fühlte sich wiederhergestellt. Als sie aufstand, stellte sie ebenfalls fest, dass weder Kopfschmerzen, noch Schwindel einsetzten. Alles in allem war es, als habe die letzte Nacht nicht stattgefunden.

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Ihre Mutter stand an der Feuerstelle und bereitete die Mahlzeit zu Mittag vor. Kaum, dass Balia den Raum betreten hatte, trat auch ihr Vater ein und blieb im Türrahmen stehen.
“Wo warst Du!?”, verlangte er zu wissen. “Du bist zwar kein Kind mehr, aber du hast dich zu etwas sehr wichtigem entschieden.”
“Ich war mit Jett …”, wollte sich Balia erklären, doch ihr Vater fuhr dazwischen.
“Habe ich mich nicht klar ausgedrückt!? In Anbetracht des Zustandes deiner Großmutter war dein Verhalten komplett verantwortungslos. Was hast du dir dabei nur gedacht? Ich hätte dich für pflichtbewusster gehalten.”
Er schüttelte den Kopf und setzte sich an den Eichenholztisch, das Essen erwartend. Damit schien für ihn die Diskussion beendet.

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Dafür vielen lieben, herzlichen Dank, Arokh!

Da muss ich dich ein bisschen ausbremsen. Der letzte Nebensatz ist richtig, doch ich kann verraten, dass Jett nicht wirklich viel Screentime bekommen wird – vorerst :wink:

Und schon wieder plaudere ich aus dem Autorennähkästchen: Eine der ersten Aufgaben, nachdem der Plot rudimentär steht, ist die Wahl und Erschaffung des Protagonisten. Ich hatte die letzte Szene im Kopf, nicht aber die erste. Als ich begann, diese zu schreiben, landeten Balia und Jett in einer Schule. Dennoch musste Balia erwachsen genug für die Aufgaben, die auf sie zukommen und sie herausfordern würden, sein. So kam es zu dem Kompromiss, dass sie wahrscheinlich 16 sein müsste, Jett ein paar Monate jünger und Kell etwas reifer mit 18 Jahren.

So viel kann verraten werden: Seelenträger spielt in einer mittelalterlichen Fantasywelt, die unserer nicht in allen Dingen ähnlich, aber auch wieder nicht unähnlich ist. Was beispielsweise Religion betrifft, darauf gehe ich ja im vierten Teil ein. Es haben sich einige Dinge in dieser Welt anders entwickelt als bei uns. Aufgefallen sind euch ja auch einige Begriffe, die es bei uns nicht gibt und die bewusst so gewählt wurden. Ich spiele hier beispielsweise mit Pseudolatein oder mit etymologischen Entwicklungen, die anders hätten ablaufen können. Dennoch bin ich kein Sprachengenie wie beispielsweise Tolkien, der ganze funktionierende Sprachen erfindet. Ich werde sicherlich trotz aller Vorsicht diverse sprachliche Logikfehler einbauen. Diese bitte ich euch, mir zu verzeihen :wink:

Hierzu ein interessanter Funfact: Balias Großmutter ist von meiner verstorbenen Oma inspiriert, die auch häufig keinerlei Mitleid wollte und harsch reagierte, aber beim Thema Tod dann Traurigkeit (“Ach, ihr vermisst mich doch eh nicht”) durchscheinen ließ. Die Geschichte basiert nicht etwa auf meiner Oma, die Idee kam mir ganz spontan beim Schreiben der Szene. Ich hätte nie gedacht, dass ich mal einen Charakter der Frau widmen würde, die sich nie für mich interessierte und die ich beim besten Willen nicht sympathisch finden konnte.

Interessante Frage. Als Autor habe ich mir die natürlich auch gestellt. Ich könnte dir jetzt Teilantworten darauf geben, aber ich würde vorschlagen, du geduldigst dich noch eine Handvoll Kapitel und liest es dann selbst :slight_smile:

Patronaes wäre so ein pseudolateinisches Wort. Hier hat man sich in dieser Welt nicht für die germanische Form “Paten(-tante/-onkel)” entschieden. Das liegt vielleicht auch daran, da es ohne abrahamitische Religionen kleine Taufpaten gibt.

Diese Frage beantworte ich bzw. ein neuer Charakter, der bereits einmal namentlich erwähnt wurde, schon ein paar Kapitel später :wink:

Ja, diss mich noch mit dem Kapitelanzahlschwanzvergleich :stuck_out_tongue:

Ich habe folgende Erfahrung was Autoren angeht gemacht:

  • Anfänger fangen erst einmal mit einer ausführlichen Beschreibung des Protagonisten mit gesamtem Lebenslauf an (“Hallo, ich bin der Hauptcharakter. Ich bin neun Jahre alt, habe braune Haare und gehe in die dritte Klasse der Stadtteilschule Hamburg-Barmbek […]”)
  • Fortgeschrittene versuchen sich das abzugewöhnen und schreiben minimalistisch (Da stehe ich gerade)
  • Profis können seitenlange Facharbeiten über Charaktere in ein Kapitel packen, ohne dass es langatmig wird

Auch da orientiere ich mich an einem sehr klassischen Prinzip: Der Heldenreise

@Pferdinant Cool, dass du auch wieder mit dabei bist :slight_smile: Danke für deinen Kommentar!

ich gönne dir deinen kurzurlaub.

ich wollte gerade schlafen geehn, als der neue teil ankam :wink:
hat meinene etwas deprimierenden tag auf die letzte dreiviertelstunde nochmal verbessert.

Ich glaube der vater wird noch ein
wenig enttäuschter, wenn er rausfindet, was sie gemacht hat.

okay falls sie jetzt die seelen aufgenommen hat,
dann merkt sie aktuell nicht viel davon

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Freut mich, dass ich deinen deprimierenden Tag verbessern konnte :blush:
So geht es mir auch, wenn ich an einem Kapitel schreibe, Kommentare kommentiere oder die tertiäre Story weiterführe :slight_smile:

Das mit den Seelen kommt noch :wink:

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Hi Zuri,

Hoffe, Du hast dich gut erholt. An sich nicht viel überraschendes im neuen Teil. Meiner Meinung nach war sich Jett Der Tragweite des Rituals selbst nicht so ganz bewusst. Stellt sich mir dadurch die Frage, warum er seine Freundin trotzdem mitgebracht hat. Dient es einem größerern Zweck? Was steckt für ein Geheimnis hinter den aufgenommenen Seelen? Frei mich jedenfalls auf neue Kapitel.

Btw bin ehrlich gesagt froh, dass du kein Tolkin bist. Wenn ich dran denke über hundert Seiten zu lesen wie die Leute in deiner Geschichte Essen, Leben, schlafen etc…

Pseudolatein setzt ja auch Rowling tonnenweise in Harry Potter ein, also an sich nix schlimmes.

Bis bald dann wieder

Quianye

Hey Zuri, Du bekommst so schnell Kommentare, da muss ich mich doch einreihen :stuck_out_tongue:

Und schon weiß ich vor Schreck gar nicht, was ich sagen soll, da Pferdinant und Quianye bereits soviel dazu gesagt haben, was mir auch auf der Zunge … äh, der Tastatur lag. ^^

Also ist es, wie ich bereits vermutete: Balia sollte eine Menge mehr Seelen aufnehmen, als üblich. Und offenbar ist sie dazu sogar fähig. Es interessiert mich natürlich, warum gerade sie, aber ich übe mich in Geduld.

Jett scheint sich hier nicht mehr so sicher zu sein, ob es eine gute Idee war, Balia dem Risiko auszusetzen. Interessant, denn immerhin hat er sie ja doch recht kurzentschlossen da mit reingezogen. Und noch immer wissen wir nicht, welcher Art die “Rebellion”, oder was auch immer die Gruppe von Kell darstellt, ist. Warum ist dieses Ritual unbedingt im Geheimen notwendig? Wenn es einer guten Sache dient und Balia die Fähigkeit besitzt, mehrere Seelen aufzunehmen, warum kann das nicht publik gemacht werden? Eine Antwort könnte sein, dass das politische Hintergründe hat. Vielleicht gibt es Elemente in der Gesellschaft, die so etwas - aus welchen Gründen auch immer - nicht wollen :shushing_face:

Würde mich mal interessieren, wie Balia zu diesen Fragen steht. Macht sie sich überhaupt Gedanken darüber? Immerhin ist es für ihr Leben ja eine essentielle Veränderung.

Auch interessant: Wieviel Kapazität hat Balia im Seelentragen überhaupt? Sollte sie mit 10 Seelen bereits ausgeschöpft sein, dürfte ihr Vater explodieren, wenn es soweit ist, dass die Seele der Großmutter aufgenommen werden soll und dann nicht kann, weil das “Gefäß” bereits voll ist :grimacing:
Ich denke aber, daran hat Balia sicherlich gedacht - so pflichtbewusst schätze ich sie schon ein. Also wird sie vermutlich noch eine Menge mehr aufnehmen können. Wird das auch noch im Verlauf der Geschichte geschehen oder muss ich wieder geduldig sein?

Jett bekommt also nicht wirklich viel Screentime? Okay, ich muss sagen, ich bin wirklich überrascht. Damit hätte ich nicht gerechnet, da es zu Beginn gar nicht den Anschein macht.

Verzeihen? Niemals :stuck_out_tongue_winking_eye:

Wieso denn nur die Kapitelanzahl vergleichen? Klar, meine Kapitel sind zahlreicher, aber auch meine Geschichte ist länger, meine Kapitel sind länger, meine Rollenliste ist länger, meine Laufzeit der Story ist länger und meine kreativen Pausen sind es auch :joy:
Wer hat den Längenvergleich gewonnen? Iiiiiiiiiiich :laughing:


Ich freue mich schon auf's nächste Kapitel.

LG, Arokh

PhrasenwesenA schlägt, nachdem es damit fertig ist, den ellenlangen Schwanz wieder zu verstauen, das Kommentarebuch zu und verlässt zufrieden grinsend das Pult, um zum nächsten Geschichtenraum zu schleichen. :grin:

@Quianye Ja, der Urlaub in Weimar war neben der Erholung vor allem eines: Bildend :slight_smile:

Touché :joy:



@ArokhsSohn

Ein Teil der Antwort wird wie gesagt später verraten. Für den anderen Teil verweise ich auf ein vorheriges Kapitel:

Ja, okay, ich gebe ja schon auf und huldige dem Meister der Längen. Parler!

Seelenträger: Vermächtnis

Abschnitt I
Part 5

Am darauffolgenden Tag stellte Balia schließlich eine Veränderung fest: Sie konnte sich schlechter konzentrieren und hatte das Gefühl, als sei eine ständige im Hintergrund anbrandende Flut von Geräuschen um sie herum. Es wirkte wie eine Art leises aber nicht zu überhörendes Raunen und Murmeln – auch in Momenten, in denen sie allein war.

Bei der nächstbesten Gelegenheit ging sie zu Jett, der nur eine Straße weiter wohnte. Unterwegs fingen wieder leichte Kopfschmerzen an, doch nicht so schlimm, wie es am Tag zuvor gewesen war.
Jett empfing sie mit einem wissenden Lächeln. “Na, Kopfschmerzen?”
“Ja”, murrte sie.
“Kell hat dich über die Risiken aufgeklärt. Du warst einverstanden”, erinnerte er sie neckisch.
“Ja, jetzt hör schon auf damit. Ich weiß das.”
“Übelkeit?”, stichelte er noch bisschen.
“Nein, glücklicherweise nicht.”
Er nickte und konnte sich ein Grinsen dabei kaum verkneifen. “Komm rein.”
Während sie an ihm vorbeiging, wunderte sie sich: “Und warum hast du keine Nebenwirkungen? Du hast doch auch …”
“Ja, hab ich. Aber nur einen und Kell zwei. Du ein ganzes Dutzend. Wenn es dich beruhigt: Ich hatte auch eine unruhige Nacht, aber ich konnte mich darauf vorbereiten. Ich hab zum Beispiel vorher nichts gegessen, damit mir das nicht hochkommen kann.”
“Aber ich dachte, ich sei ein … so was Besonderes.” Sie war verwirrt.
“Ein Nuumaar . Bist du aller Wahrscheinlichkeit nach auch. Aber das hat nichts mit den Nebenwirkungen zu tun, sondern damit, langfristig mit so vielen Seelen im Kopf klarzukommen.
“Was macht dich da so sicher, dass ich ein Nuumaar bin?”
" Nuumaare haben keine Totemtiere.” Als Balias Blick ihn aufforderte, mehr Indizien aufzuzählen, fügte er hinzu: “Ich hatte es einfach im Gefühl.”
Balia schaute ihn an, als hätte er den Verstand verloren.
“Das ist alles!?”, fuhr sie ihn an. “Kein Totemtier?”
“Nein, es ist mehr”, versuchte er, sie zu beschwichtigen. “Aber das kann dir der alte Anduro besser erklären. Lass uns morgen zu ihm reiten.”
Sie wollte protestieren; argumentieren, dass ihr Vater das nicht gutheißen würde, doch sie schluckte die Worte herunter – sie war schon zu tief drinnen, um sich jetzt darüber Gedanken zu machen. Außerdem wollte sie verstehen, was das alles für sie bedeutete.

Sie hatte Glück: Diesmal bemerkte ihr Vater ihr Nachhausekommen nicht. In der Nacht konnte sie wieder nicht schlafen, aber nun nicht wegen der Nachwirkungen des Rituals, sondern wegen ihrer Aufregung einerseits und ihrer Angst andererseits, dass sie da in etwas hineingezogen worden war, was nicht gut enden würde.

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Ahh, ein kurzer Teil, der uns zwar nicht wesentlich weiter bringt, als vorher, aber immerhin schon ein bisschen Licht auf Balias veränderte Situation wirft. Jetzt hat die Gute also eine Art Seelen-Tinnitus - na schönen Dank auch :stuck_out_tongue_winking_eye:

Also ich bin voll bei Balia. Jetts aufgeführte Gründe, warum Balia gerade diejenige welche ist, die die Seelen in größerer Zahl aufnehmen kann, ist wirklich EXTREM dürftig. Da bin ich sehr gespannt, was der gewichtigere Grund ist, warum ausgerechnet sie ein Nuumar sein soll.

Kein Totemtier? Wie ist das zu verstehen? Hat denn jeder sonst eines? Was ist das Totemtier von bspw. Jett? Woran erkennt man das? Kriegen wir da noch mehr Informationen? Fragen über Fragen :grimacing:

Tja, Balia. Ich fürchte, es ist nun etwas zu spät, sich Sorgen zu machen, da in etwas hineingeraten zu sein, was unüberschaubare Auswirkungen haben wird.
Ich bin gespannt, was der alte Anduro zu berichten weiß, dass uns etwas mehr Licht ins Seelendunkel der Geschehnisse wirft.

Liebe Grüße
Arokh