Schwarzer Schmetterling

@Simson und Matti: Hier mal zur Abwechslung eine Recht schnelle Auflösung, viel Spaß beim lesen

  1. Mein Freund

„…be obscene, be be obscene, be obscene Baby and Not hurt….“ Ich wusste nicht wie ich reagieren sollte. Zu viele Gedanken fuhren mir gleichzeitig durch den Kopf. Sollte ich es zulassen? Sollte ich seine Hand, welche sich immer weiter meinem intimsten Bereich näherte irgendwie aufhalten? Was würde er von mir denken? Was sollte das jetzt überhaupt? Wie weit würde er gehen, wenn ich dem ganzen nicht gleich Einhalt gegebot? Scheinbar in Zeitlupe bewegte sich seine Hand immer weiter nach unten bis sie schließlich seitlich auf der Innenseite meiner Oberschenkel zum Stillstand kam. Mein Herz pochte wie verrückt. Noch immer konnte ich mich nicht zu irgend einer Reaktion durchringen. Einerseits wollte ich das nicht. Anderseits wollte ich ihn nicht verstoßen. Er war ja letztendlich auch für mich da. Ich verkrampfte nun komplett. Das Blut, dass eben noch in meinen Lendenbereich geschossen war, schoss nun ebenso schnell wieder zurück.

„Fuck, mir kommts gleich“, rief er kurz stöhnend. Kaum ausgesprochen, landete auch schon eine gewaltige Ladung seines Sperma quer über seinem Bauch bis hoch über die Brust. Er lehnte sich zurück und zog nun auch Gott sei Dank endlich seine Hand aus meiner Hose. Schwer atmend lag er halb auf der Couch und betrachtete sichtlich zufrieden seine Sauerei. Grinsend drehte er sich zu mir.
„Ich glaub ich geh erst mal duschen“, sprach er immer noch schwer atmend, „du kannst ja gar fertig machen“. Außer einem kurzen nicken könnte ich nicht wirklich etwas erwidern. Aufs „fertig machen“ hatte ich jetzt so gar keine Lust. Außerdem lag mein kleiner Freund eh schon schlaff in meiner Hand. Jakob stand mit einem Ruck auf und stolzieren splitterfasernackt an mir vorbei in sein Badezimmer. Nun da ich mich endlich unbeobachtet fühlte, zog auch ich meine Hand aus der Hose, nahm die Fernbedienung und schaltete den Film aus. Ich atmete kurz tief durch. Noch immer konnte ich nicht richtig versteh, Was da gerade passiert war. Ich war wohl zu sehr mit meinen Gedanken beschäftigt. Jedenfalls merkte ich nicht, Wie sich Jakob leise an mich anschlich.
Mit einem mal wurde ich aus meiner Traumwelt gerissen als er von hinten seine Arme um meinen Hals schlang und mir einen dicken Kuss auf die Wange presste. Komplett verdattert drehte ich meine Kopf zur Seite und blickte wie vom Schlag getroffen in Jakobs schelmisches Gesicht.

„Alter was sollte das“, rief ich nun entgültig stinksauer.
„Entspann dich mal etwas. Du bist ja verklemmter als meine Großmutter“, antwortete er lachende, „ich wollte dich nur ein wenig auflockern“.
„Und dafür musst du mich küssen?“, fragte ich weiter. In mir brodelt es gerade immer mehr. Noch so ein dummer Spruch und ich würde vermutlich explodieren.
„Hatte ich die lieber einen blasen sollen?“, entgegnete er. Sein Grinsen verriet, dass es ihm jetzt nur noch darum ging mich zur Weißglut zu treiben. Und das hat er mit Bravur gemeistert.
„Warte nur!“, zischte ich und sprang vom Sofa auf.
„Oh zu Hilfe jemand versucht mich umzubringen“, kicherte er und hopste durch sein Zimmer. Kochend vor Wut sprang ich hinter ihm her. Er lachte nur und setzte das Katz und Maus Spiel fort. Immer wenn ich ihn fast hatte, machte er irgend eine eigentlich unmögliche Bewegung und entwischt mir wieder. Dies stachelt mich allerdings nur noch mehr an. Ich wollte ihn um jeden Preis eine Lektion erteilen. Da kam mir eine Idee.
„Ahh scheiße tut das weh!“, schrie ich plötzlich auf und hielt meine Hand auf den Bluterguss an meinen Rippen. Jakob blieb abrupt stehen und ging auf mich zu. Mit besorgter Mine betrachtete er mich.
„Zeig her. Soll ich dir was zum kühlen holen?“, sprach er besorgt. Fast hätte es mir sogar leid getan und um ein Haar wäre ich sogar von meinem Plan abgewichen als ich merkte, dass er sich ernsthaft Sorgen machte. Dich als er sich vorbeugte um sich den blauen Fleck zu betrachten sprang ich auf ihn los. Ich packte ihn an den Schultern und drückte ihn zu Boden. Erst als ich nun mit meinem Bauch auf seinem lag, bemerkte ich, Was für ein Fehler das gewesen war. Mein Siegerlächeln frohe mir augenblicklich ein nachdem ich dieses warme, leicht klebrige Zeug zwischen unseren Oberkörpern spürte. Ich setzte mich auf, blickte nach unten und sah dünne schleimige Fäden die unsere Körper verbanden. Für Jakob gab es nun kein halten mehr. Er lachte So laut los, dass es wahrscheinlich die komplette Nachbarschaft hören konnte. Auch ich konnte nun nicht mehr anders. Aller Ärger war mit einem mal verflogen. Ich rollte mich nur Seite und lachte lauthals los.

Es dauerte eine ganze Weile bis wir uns wieder beruhigt hatten. Diesmal Tat mir meine Seite wirklich weh. Aber vor lauter Lachen. Schwer atmend lagen wir nebeneinander auf den warmen Holzboden.
„Ich glaub ich geh jetzt wirklich mal duschen“, sagte er schließlich, „komm mit. Dort drin ist locker Platz für zwei.“ Wieder so eine seltsame Aktion? Ich wusste So langsam überhaupt nicht mehr wie ich ihn einschätzen sollte. Einerseits spannt er bei den Krankenschwestern an der Umkleidekabine und zieht sich ganz normale Heteropornos rein, andrerseits die Aktion vorhin und jetzt das. War er vielleicht dich schwul und will was von mir? Ich nahm meinen ganzen Mut zusammen.
„Darf ich dich mal was Fragen?“, begann ich vorsichtig.
„Du willst wissen ob ich schwul bin stimmt?“, antwortete er.
„Na toll, Gedanken lesen kann er wohl auch noch“, dachte ich mir. Anstatt zu antworten nickte ich ihm zu.
„Wäre das ein Problem für dich?“, fragte er nach einer kurzen Pause. Bei diesen Satz würde seine Mine ernst. Eine Spur Traurigkeit konnte ich in seinen Augen sehn.
„Nein überhaupt nicht“, schoss es sofort aus mir raus, „es ist nur…ich…ich weiß nicht ob ich…was mit…ob ich….schwul sein kann oder will. Ich fühle mich auch einfach nicht….schwul.“

Er starrte mich mit seinem blauen Augen an. Ich konnte nicht genau erkennen, Was seine Mimik zu bedeuten hatte. War er wütend? Oder enttäuscht? Ich war mir nur sicher, dass ich es mal wieder vermasselt hatte. Anstatt einfach nur mal mit dem Strom zu schwimmen musste ich natürlich wieder wie ein Irrer gegensteuern. Als er nach einer gefühlten Ewigkeit immer noch keinen Ton sprach, stand ich auf und nahm mein Shirt.
„Was soll das den jetzt?“, fragte mich Jakob hastig. Dabei stand er auf, lief zu mir rüber und riss mir mein Oberteil aus der Hand.
„Ich dachte nur das…,“ stotterte ich. Dabei starrte ich auf den Boden. So langsam hatte ich wirklich das Gefühl, egal was ich heute gar, es konnte nur verkehrt sein.
„Das was?“, fragte er weiter und zig eine Augenbraue hoch.
„Na das du mich jetzt….nicht mehr bei dir haben willst.“
„Ernsthaft?“, sprach er weiter. Mir würde die ganze Situation immer unangenehmer.
„Nur weil ich dich nicht vögeln kann, heißt das lange nicht, dass ich nicht mehr mit dir befreundet sein will.“ Ich war für einen Augenblick ein wenig perplex. Doch dann formten sich Lippen zu einem Lächeln. Ja, Ich hatte eine neuen Freund gewonnen. Und noch dazu einen, Der mich selbst in den miesesten Situationen noch zum Lachen bringen kann. Ohne weiter drüber nachzudenken, nahm ich ihn in den Arm. Jakob schien einen Moment wie versteinert, fand jedoch in Windeseile wieder zu sich.
„Mach mir blos keine falschen Hoffnungen. Und jetzt ab in die Dusche mit dir. Du stinkst nach Sperma“, witzelte er. Ich zuckte mit den Achseln, drehte mich um und ging zum Badezimmer. Plötzlich holte Jakob von hinten aus und schlug mir mit der flachen Hand auf den Hintern. Ich versuchte so ruhig wie möglich zu bleiben.
„Bitte lass das einfach!“, knurrte ich ihn mit geschlossenen Zähnen an. Er lachte nur.

Ich war etwas nervös. Auch wenn Jakob mir frische und vor allem ordentliche Klamotten von sich gegeben hatte, kam ich mir dich etwas fehl am Platz vor. Jakob hatte sich auch frisch gemacht. Doch im gege6 zu mir, sah es bei ihm so natürlich aus. Er hatte mir gerade erklärt, dass seine Eltern doch mit uns gemeinsam zu Abend essen wollten. Nein sagen war quasi unmöglich. Nun waren wir beide, mehr oder weniger schick gemacht und warteten. Es dauerte auch nicht mehr lange, Da könnte ich aus seinem Zimmerfenster seine Eltern auf den gepflasterten Platz vor der Garage fahren sehn. Mir fehlen fast die Augäpfel aus dem Kopf.
„Und du sagst ihr seit keine Millionäre?“, fragte ich und blickte Jakob etwas vorwurfsvoll an, „der Aston Martin hat doch locker hunderttausend gekostet?“
„Kann sein, irgend sowas bestimmt“, sagte er nur, „komm mit. Meine Eltern freuen sich schon dich kennen zu lernen“. Mit jeder Stufe, Die wir die Treppe hinunter liefen, wurde mir ein wenig mulmiger zu mute. Wir wären gerade im großen Hausflur angekommen, Da ging auch schon die Türe auf.

Als erstes betrat seine Mutter das Haus. Sie war ein wenig größer als ich, hatte ihr blondes langes Haar zu einen strengen Zopf gebunden. Ihr Gesicht war geschmackvoll geschminkt, Ihr Kostüm wirkte elegant. Sein Vater brauchte sich daneben auch nicht zu verstecken. Er sah exakt aus wie eine ältere, vielleicht etwas männlicher Version von Jakob. Die gleichen blauen Augen, die gleiche Haarfarbe, sogar ihre Nase war absolut identisch. Er trug einen dunkelblauen Anzug mit dezent gemusterter Krawatte. Eine offensichtlich schweineteure Uhr zierte sein Handgelenk. Jakobs Mutter kam als erste auf uns zu.
„Hallo mein Schatz“, begrüßte sie ihn freundlich und gab ihm einen Kuss auf die Stirn.
„Mama“, beschwerte sich dieser kurz und rieb dich die Stirn.
„Und du bist sicher Felix“, sagte sie zum mir und nahm auch mich kurz in den Arm.
„Jakob hat ja schon so viel von dir erzählt. Schrecklich was da passiert ist“, fuhr sie fort. Ich war ein wenig überfahren von so viel, naja, Mütterlichkeit. Ich musste mich erst mal kurz sammeln.
„Guten Tag Frau F…“, wollte ich sie höflich begrüßen. Jakob begann schon neben mir zu grinsen.
„Bitte nen mich Astrid, Frau Falkner ist meine Schwiegermutter. Deck doch du schon mal den Tisch Jakob. Es gibt heute thailändisch. Du magst doch thailändisch Felix oder?“
„Ja bitte äh danke“, antwortete ich kurz.

Eigentlich wusste ich gar nicht ob ich es möchte oder nicht. Ich hatte es schließlich noch nie probiert. Eigentlich wusste ich gerade gar nichts mehr. Ich war einfach nur geplättet. So hatte ich mir seine Mutter beim besten Willen nicht vorgestellt. Sie war überhaupt nicht so wie man sich eine reiche Anwältin vorstellt. Sie war eher So…normal. Ich war immer noch in Gedanken, Da stellte sich sein Vater groß und breit vor mich auf verschränkte dIe Arme und schaute mich mit ernster Mine an.
„Und du bist also der neue Lover von meinem Sohn?“, sprach er mit tiefer Stimme. Ich musste schlucken. „Was zum Teufel hat der Spinner seinen Eltern erzählt?“, fragte ich mich. Dich noch bevor ich antworten konnte, unterbrach ihn Astrid.
„Ach Volker, jetzt ärger den armen Jungen nicht. Hol lieber eine Flasche Wein aus dem Keller!“
Da begann ein Vater zu Lachen. Genau das selbe spitzbubige Lachen wie Jakob. Ich war nun vollkommen verwirrt. Er beugte sich zu mir hinunter, klopfte mir auf die Schulter und flüsterte in mein Ohr: „Da scheint er ja mal einen guten Fang gemacht zu haben. Ich sollte jetzt aber lieber tun was die Chefin sagt, sonst muss ich heute Nacht ins Gästezimmer.“ Mein Mund stand mittlerweile offen wie ein Scheunentor. So langsam kam ich gar nicht mehr klar. Doch ein Gedanke brannte sich tief i meinem Gehirn ein.
„Warum denkt in letzter Zeit jeder, Ich sei schwul???“

Danke schööööön :flag:
Aber was für klasse Eltern da würd ich mich auch ohne das ganze Geld adoptieren lassen. Bin gespannt wie das mit Patrick weiter geht, der Teil las sich eher so, das Felix nichts fürs gleiche Geschlecht über hat.
Mal sehen ob er sich das eher versucht einzureden.
Das er es nie abstreitet oder zumindest sagt wundert mich dann doch immer wieder.

Wer nicht, naja die Kohle ist schon ein netter Nebeneffekt :smiley:

Denke mal es lässt sich besonders aus den letzten paar Teilen gut rauslesen, dass er selbst nicht weiß wie er so Orientiert ist. Mal sehn wie sich das entwickelt :stuck_out_tongue: :flag:

äh ich habe mir die geschichte jetzt auch durchgelesen

erstmal einen dank an Quinanye, dass er sich die arbeit macht, die geschichte zu übersetzten
es wäre schade wenn die geschichte nicht geendet hätte

ich glaube den ursprünglichen autor kann ich ja glaube nicht mehr loben
naja ich kann es machen, aber ob er es mitbekommt…
trotzdem ein Lob

mir hat die geschichte sehr gut gefallen bisher

alle rechtschreibfehler verzeihe ich, ich mache ja mindestens genauso so viele und kann es ja verstehen

ich freue mich schon sehr auf die Fortsetztung

ah sogar den namen habe ich falsch geschrieben ich meinte natürlich Quianye

Ab dieser Stelle ein kurze Notiz des Autors, Die er an dieser Stelle hinterlassen hatte:

Hätte am Anfang nicht gedacht, dass das mal solche Formen annimmt!

Also unter Kurzgeschichte stell ich mir auch was andres vor… :laughing:

  1. Nach Hause

„…denn ein Joch ist schwer zu tragen, bewahret Hoffnung an Elendstagen…“ Mittlerweile wohnte ich schon fast eine Woche bei Jakob. An so ein Leben hätte ich mich fast gewöhnen können. Eine Dauerlösung war es natürlich nicht, das war mir auch von Anfang an klar. Dennoch empfand ich die Situation für den Augenblick ganz okay. Jakob musste vormittags zur Schule und ich war quasi alleine in dem riesigen Palast. In den ersten beiden Tagen Betrieb ich mir die Zeit mit viel schlafen und dem Fernseher, Was allerdings schon am dritten Tag langsam langweilig würde. Ich hätte nie gedacht, dass ich mir jemals wünschen würde einfach zur Schule gehen zu können.

Aber ich war ja noch fast 3 Wochen beurlaubt. Auch von Patrick kam bisher keine Nachricht. Zwar machte ich mir schon langsam ein wenig sorgen, jedoch könnte ich mir auch denken, dass er gerade ziemlichen Stress mit seiner Mutter haben musste.
Die einzige wirkliche Freude in meinem gerade so eintönigen Leben war das Aufgehen der Zimmertür täglich um kurz vor eins. Und natürlich das Wochende, da ich dann wenigstens nicht alleine meine Zeit vertreiben musste. Bei den jetzigen Temperaturen verbrachten wir unsere Freizeit meist im Pool. Zum Glück hatten Jakob und ich ungefähr die selbe Kleidergröße und ich konnte seine Sachen mit tragen. Auch wenn es Ihm vielleicht so gepasst hätte, blieb es mir zumindest erspart mit ihm Nacktbaden zu gehen. Es reichte mir schon so, dass er mir seinen Dödel bei jeder sich bietenden Gelegenheit unter die Nase rieb. Auch wenn ich es sehr genoss irgendwo willkommen zu sein, kam ich mir dabei doch immer komischer vor mich von Jakobs Eltern durchfüttern zu lassen. Sie bekräftigen zwar immer wieder, dass es ihnen nichts ausmachen würde und wir es doch gerne tun, dennoch wollte ich mich nicht aushalten lassen. Also beschloss ich, nach sechs Tagen Abwesenheit doch wieder, unter starkem Protest von Jakob, nach Hause zurück zu kehren.

Mir war schon etwas mulmig zumute, als ich den Bus an der Haltestelle nicht weit von unserem Haus verließ. Ich wusste nicht, wie mein Stiefvater reagieren würde, wenn ich jetzt wieder zu Hause aufschlage. Andrerseits, mehr als mich wieder vor die Tür setzen konnte er ja nicht. Und meine Mutter macht eh nur das, was ihr der Herr von und zu vorgibt. Auf Unterstützung brauchte ich also in Ernstfall nicht zu Hoffen. Insgeheim hoffte ich sowieso, dass beide bei meiner Ankunft nicht dort sein werden. Mit jedem Schritt Richtung Elternhaus wurde ich ein wenig nervöser. Aus einem Reflex heraus berührte ich meine Rippen, welche eigentlich schon nicht mehr weh taten. Phantomschmerzen nennt man so was glaub ich. Mir liefen dicke Schweißtropfen von der Stirn. Doch es war nicht die sängende Abendsonne die mich so schwitzen ließ, Es war die Angst vor dem Unbekannten. Als ich endlich vor der Treppe zur Haustür stand, war mein geliehenes Adidas Shirt komplett durchnässt. Mein Herz raste wie verrückt. Das Atmen fiel mir immer schwerer. Ich Schloss die Augen, versuchte mich selbst zu beruhigen. Versuchte mich innerlich auf jegliche mögliche Situation einzustellen. Ich atmete noch einmal tief ein und öffnete die Augen wieder, sammelte allen Mut für das, Was mich ganz sicher gleich erwartet sollte er doch zuhause sein.

Es fühlte sich genauso an wie damals, als ich mit neun oder zehn Jahren das erste mal vom 10 Meter Turm gesprungen bin. Durchatmen , anlaufen und springen. Keine Furcht vor dem haben, was einem nach dem kurzen Flug erwartet. Doch das hier war kein Sprung vom Zehner. Der Aufprall könnte zwar hart sein aber er würde doch nicht dein Leben verändern. Was jetzt gleich in den nächsten paar Minuten passiert, könnte dagegen alles auf den Kopf stellen. Mit zittrigen Händen holte ich den Schlüssel aus seinem Versteck hervor. Langsam führte ich ihn in Richtung des Schlosses. Ich konnte jeden einzelnen Stift des Schließzylinders klackern hören als der Schlüssel Millimeter für Millimeter in ihm versank. Mein Handgelenk war bleischwer als es sich langsam nach links drehte und den Riegel zurück drückte. Ein leises klicken signalisierte mir, dass die Tür nun aufgesperrt war.

Mit schweren Beinen betrat ich den Flur. Stille. Nur der rhythmische Schlag meines Herzens dröhnte wie ein Paukenschlag in meinem Inneren Ohr. Das sanfte Licht der Deckenleuchte erhellte den dunklen Korridor. Es musste also jemand zu Hause sein. Ich Rang mit mir selbst, Was nun mein nächster Schritt sein sollte. Würde ich die Flucht nach vorne antreten und offen meine Rückkehr verkünden? Oder sollte ich besser versuchen still und heimlich in den vermeintlich sicheren Gefilden meines Zimmers zu verschwinden. Mein innerer Zwiespalt ließ mich wie angewurzelt auf der Stelle verharren. Ich lauschte vorsichtig und mit angehaltenem Atem, ob ich den irgend eine Regung aus einem der Räume wahrnehmen könnte. Doch vergebens. Das Haus wirkte wie ein schlafendes Ungetüm das auf keinen Fall geweckt werden sollte. So leise wie möglich wagte ich den ersten Schritt nach vorne, immer noch zweifelnd wohin mich der nächste führen würde. Doch mit einem mal, würde mir diese Entscheidung entrissen.

„Komm her Felix“, kam es leise aus dem Wohnzimmer an mein Ohr. Ich hielt wieder den Atem an. Ich bemühte mich nach Kräften extra leise tun sein und würde letztendlich doch bemerkt.
„Komm schon Junge,“ sprach es nochmal ruhig und trotzdem fordernd. In mir wuchs das Bedürfnis zu gehen. Mich einfach umzudrehen und erneut wegzulaufen. Doch ich wollte nicht mehr weglaufen. Vor nichts mehr. Vor niemanden mehr. Ich lief langsam vorwärts, drückte die Klinke der Wohnzimmertür und öffnete sie sachte. Egal was jetzt kommen mag, Ich würde es ertragen, Es aushalten. Nur damit alles wieder normal werden konnte. Ich wollte, dass es wieder so wird wie früher. Oder zumindest, dass es nicht mehr so ist wie jetzt. Vielleicht ist es ja möglich. Und für diese kleine Chance, musste ich nun stark sein. Nur dieses eine mal.
„Hallo Papa,“ versuchte ich so reumütig wie möglich zu sagen. Schon allein die Tatsache, dass ich das Wort „Papa“ vor ihm in den Mund nahm zeugte von meiner aufrichtigsten Bemühung mich mit ihm zu versöhnen.
„Hallo Felix“, sagte er leise und in festem Ton. Offensichtlich war er sogar nüchtern. Ein seltener Anblick um diese Uhrzeit. Und das ich nicht gleich mit „miese Schwuchtel“ oder dergleichen begrüßt wurde, ließ mich innerlich ein wenig aufatmen.

„Setz dich hin, Ich glaub wir müssen uns mal unterhalten, so von Mann zu…Mann“, fuhr er fort und zeigte dabei auf dem Platz neben ihm. Ich zögerte etwas. Schließlich hatte ich mich auf vieles eingestellt. Aber nicht auf ein ernsthaftes und vor allem friedliches Gespräch. Langsam ging ich auf das alte Sofa zu und setzte mich neben ihn.
„Das mit uns ist ja in letzter Zeit nicht so ideal gelaufen“, begann er. Nicht ganz ideal war da noch sehr sehr positiv ausgedrückt.
„Es ist nur so, letztes Jahr der Mist mit der Polizei, dann hast du dich total verändert, immerzu kommt Post von der Schule und ständig bist du nur noch am rummgammeln. Du gehst kaum mehr zu Freunden und deinen geliebten Fußball spielst du auch nicht mehr. Ich mach mir einfach Sorgen das wir dich irgendwann im Gefängnis besuchen müssen.“
Er sprach ruhig. Und trotzdem merkte ich die Anstrengung in seinem Gesicht eben diese Ruhe zu bewahren. Ich wusste genau, dass ich hier auf einem Pulverfass sitze, dass bei der geringsten falschen Reaktion in die Luft fliegen könnte.
„Es tut mir leid“, sprach ich mit hängendem Kopf, „alles was ich in letzter Zeit verbockt habe tut mir leid.“
„Ich hab mich vielleicht auch nicht immer ganz fair dir oder deiner Mutter gegenüber verhalten. Aber du musst mich auch verstehen. Ich hab immer nur getan was ich für das Beste für dich oder für euch hielt. Ich wollte dich immer nur, dass mal was Anständiges aus dir wird und du dich um deine Mutter kümmern kannst wenn mich der verdamnte Krebs doch irgendwann holt.“
Ich musste kurz schlucken. Für seine Verhältnisse könnte man das fast schon als Entschuldigung werten. Und mit so etwas hatte ich rein gar nicht gerechnet.
„Ich weiß“, sagte ich kurz nickend.
„Und das letzte Woche…“, Er pausierte. Sein Blick wanderte zur Seite. Trotzdem könnte ich sehn, wie sich sein Gesicht verzog als müsste er gerade ein Kokosnuss aus dem Arsch pressen.
„Es war nicht meine Absicht dich so zu verprügeln. Ich war betrunken und hatte mich nicht mehr unter Kontrolle.“

„Das war jetzt nicht ernsthaft eine echte Entschuldigung?“, dachte ich bei mir. So etwas hatte ich nicht mal ansatzweise von ihm gehört. Auch wenn er das Wort nicht über seine Lippen brachte.
„Ist halb so schlimm, tut nicht mehr weh“, antwortete ich ihm. Eine Zeit lang herrschte Stille. Keiner von uns Tat den nächsten Schritt um das Gespräch vorzuführen. Dann brachte mein Stiefvater doch die ersehnte Erlösung.
„Ach ja, letzte Woche ist noch ein Brief von der Schule gekommen. Deine Beurlaubung wurde mit sofortiger Wirkung aufgehoben und sie würden sich für die Unannehmlichkeiten entschuldigen und son Scheiß. Deine Mutter hatte dich erst mal für heute entschuldigt. Wir wollten dich eigentlich heute Abend holen gehen. Aber da du ja wieder hier bist, hat sich das erledigt. Du solltest also Morgen wieder zur Schule gehen.“
Mir war, als wäre ich von einer Dampfwalze überrollt worden. Zu viele unerwartete Neuigkeiten auf einmal. Sowas könnte doch kein Mensch auf einmal verarbeiten. Doch eine Frage brannte mir trotzdem unter den Nägeln.
„Woher wusstet ihr eigentlich wo ich bin?“, fragte ich.
„So ein Anwalt, Doktor Weißichnichtwas hat angerufen und gesagt du wärst bei ihnen. Wollte mir noch was erzählen von wegen wie ich es nur fertig bringen kann meinen eigenen Sohn von zu Hause zu vertreiben. Dem hätte ich was andres erzählt wenn er die Eier gehabt hätte hier persönlich aufzutauchen. Aber egal. Von so jemandem lass ich mir ganz bestimmt nichts erzählen.“
Ich wurde wieder still. Ich hoffte, dass ich nicht zu fest am Pulverfass gerüttelt hatte. Letztendlich wollte ich die einigermaßen harmonische Stimmung Nicht gleich wieder zerstören.
„Hm, Ich weiß ja nicht wie es dir geht aber ich brauch ein Bier. Willst auch eins?“
„Nein, danke. Ich geh schnell duschen und dann ins Bett. Ich bin total fertig“, entgegnete ich.
Ich stand auf und ging Richtung Tür, blieb aber kurz mit der Klinke in der Hand stehn.
„Und übrigens…ich bin nicht“, sagte ich langsam ohne meinen Blick von der Tür abzuwenden.
„Was bist du nicht“, fragte mein Stiefvater.
‚Schwul…“, antwortete ich und verließ den Raum. Ich könnte es mir eingebildet haben, aber ich meine ihn erleichtert aufatmen gehört zu haben.

Ich ging ich in mein Zimmer. Alles war noch genauso, wie ich es verlassen hatte. Mit Ausnahme des Bettes welches mit frischer Bettwäsche bezogen und ordentlich gemacht im Raum stand. Ich schnappte mir als erstes meine Zigaretten vom Schreibtisch. Diese hatte ich leider dort liegen lassen und um Geld für Kippen wollte ich Jakob nun beim besten Willen nicht anbetteln. Ich zog mir das verschwitzte Shirt aus, setzte mich ans Fenster und zündete mir eine an. Nach einwöchiger Abstinenz brannte der Qualm erst mal in meiner Lunge. Sofort entfaltete das Nikotin seine beruhigende Wirkung auf meinem Geist und ließ meine Gedanken wieder klarer fließen. Ich holte mein Handy aus der Hosentasche, Und schickte eine Nachricht die, So hoffte ich, nicht wieder unbeantwortet bleiben würde.
„Alles okay bei dir Patrick? Sehn wir uns Morgen in der Schule….“

Schön das dir die Geschichte bisher gefällt. Werde es auch versuchen dem Autor auszurichten. Leider herrscht seit ein paar Wochen komplette Funkstille bei ihm.

Ansonsten Wünsch ich dir noch lange Spaß am lesen.

  1. Zurück

„…no need to run, And hide, it’s a wonderful wonderful life…“ In dieser Nacht schlief ich wie ein Baby. Keine Albträume, kein vorzeitiges Aufwachen, einfach nur ruhiger und erholsamer Schlaf. Ich konnte mich schon fast nicht mehr an das letzte mal, dass ich so gut schlief erinnern. Es war eine Wohltat. Als das elektrische Klingeln meines Weckers in aller Herrgottsfrühe ertönte fühlte ich mich frisch und ausgeruht. So als hätte ich im Schlaf eine zentnerschwere Last von mir geworfen. Ich war mir sicher, dass ich heute einen weiteren Schritt zurück in ein normales Leben gehen würde. Das Wasser prasselte auf meiner Haut. Die längst zur Routine gewordene morgendliche Dusche wusch mir auch des letzte bisschen Schlaf vom Körper. Der frische Duft des Duschgels stieg mir in die Nase und hinterließ gleichzeitig eine angenehme Note auf meiner Haut. Ich drehte das Wasser ab, schnappte mir ein Handtuch und stieg aus der Baustelle. Mein liebgewonnener Freund, der bodentiefe Spiegel, zeigte mir das Bild eines Jungen der seit längerer Zeit endlich wieder zum Vorschein kam.

Er war mir seinen knapp fünfzehn Jahren fast 180 groß. Sein Körper entwickelte langsam die ersten maskulinen Züge. Die Schultern wirkten breiter. Vom kindlichen Babyspeck war keine Spur mehr zu sehn. Die Brust zeigte erste Anzeichen wachsender Muskulatur. Auf dem Gesicht zeichneten sich die ersten markanten Züge ab. Seine grünen Augen betrachteten aufmerksam seinen Gegenüber. Nur die langsam verblassenden blauen Flecken sowie einige gerade heilende Wunden zeigten noch davon, dass er es nicht immer leicht hatte. Ein Punkt viel jedem bei genauerer Betrachtung sofort ins Auge. Auf der rechten Seite seines Bauches, knapp über dem Bauchnabel befand sich eine weiße Narbe. Gerade da der restlich Körper mittlerweile gut gebräunt war, viel diese besonders auf. Es war dieses eine Narbe, die ihn sein Leben lang an diesen ein Tag erinnern würde. Der eine Tag, der alles veränderte. Der Tag an dem er durch die Hölle ging. Die Narbe war in Form eines Buchstaben. Ein großes „A“ für den Namen den er nie vergessen würde.

Ich fuhr die Konturen mit dem Finger entlang. Unweigerlich erinnerte ich mich wieder an die Schmerzen die ich damals hatte. Und an die Hilflosigkeit. Aber das war Vergangenheit. Und auch wenn ich es nie vergessen würde, so konnte ich doch endlich damit umgehen. Ich strich mir durchs Haar. Allmählich wuchs mir auch die schwarze Farbe wieder heraus und man könnte die dunkelblonde Naturfarbe wieder erkennen. Ich zog mich an, putze mir die Zähne und Griff instinktiv zum schwarzen Eyeliner. Fast genau im selben Moment stockte ich und legte ihn wieder ab. Der Duft frischen Kaffees führte mich in Richtung Küche, wo meine Mutter schon auf mich wartete. Ohne mich irgendwie zu begrüßen, rannte Sie auf mich zu und nahm mich in die Arme.
„Ich bin so froh das es dir gut geht“, sagte sie unter Tränen, „Ich hatte solche Angst, dass du dir was antun würdest.“ Ich fühlte mich etwas erdrückt. So viel körperliche Zuneigung am frühen Morgen war dann doch ein wenig viel. Und ungewohnt.
„Ist alles okay, mir geht’s gut. Aber könntest du bitte…“ Sie ließ von mir ab und strahlte mich an. Ich hatte sie schon seit Jahren nicht mehr so Lachen gesehen. Und irgendwie machte mich das glücklich. Auch wenn sie sich meistens nicht wirklich so verhalten hat, So bleibt die doch meine Mutter.
„Ich hab mich so gefreut als dein Vater mir am Telefon gesagt hatte du seist von selber wieder Heim gekommen. Ich wäre am liebsten gleich nach Hause gefahren aber der Dienst, Ich konnte leider nicht. Und als ich daheim war hast du schon so fest geschlafen,“ sprach sie ohne auch nur annähernd einen Punkt oder Komma zu verwenden. Dich dann blickte sie plötzlich etwas traurig.
„Was ist?“, fragte ich sie.
„Ich…Ich hab dir gesagt. Die vielen Wunden und die blauen Flecken und…,“ sie stockte. Ich konnte mir gut vorstellen was sie meinte.
„Die Narbe?“ Sie nickte. Ich spürte, dass ihr die Frage nach dem Ursprung auf der Seele brannte.
„Ist nichts Besonderes, war eine Art Mutprobe“, log ich kleinlaut in der Hoffnung, Sie würde die Erklärung akzeptieren und nicht weiter Nachfragen. Das Glück schien auf meiner Seite zu stehn. Sie nickte nur kurz, schaute kurz auf die Stelle an der sich die Narbe befand und drehte sich dann um zur Kaffeemaschine.
„Magst du etwas frühstücken?“, fragte sie schließlich.
„Nein danke“, antwortete ich ihm, „mir reichen ein zwei Lungenbrötchen zum Frühstück“. Sie hab die Augenbraue, sagte aber nicht drauf. Stattdessen ging sie zur Küche hinaus nur um kurze Zeit später wieder rein zu kommen.
„Hier, Aber nicht alles nur für Zigaretten ausgeben“, sprach sie und hielt mir einen 20 Euro Schein entgegen. Da hatte meine Flucht wohl doch etwas gutes. Früher musste ich mir mein Kippengeld selbst „organisieren“.
„Danke Mim, Ich geh jetzt aber lieber los, sonst verlass ich noch den Bus“, sagte ich, stand auf und schnappte meine Schultasche.
„Viel Spaß in der Schule“, rief sie mir noch hinterher.

Im Bus war eigentlich alles wie immer. Was sollte sich auch innerhalb einer Woche groß verändert haben. Er war immer noch bis unters Dach voll gepfropft und viel zu laut für meinen Geschmack. Vor allem die jüngeren Kids gingen mir mit ihren geplärre ziemlich auf den Zeiger. Von den meisten würde ich einfach ignoriert. Zwar konnte ich vereinzelte Getuschel über mich wahrnehmen, Der große Hype um die neue, vermeintliche Schulschwuchtel schien aber bereits verflogen zu sein. Sollte mir nur Recht sein. Leider war Patrick bisher nicht zugestiegen, was im Prinzip nicht ungewöhnlich war, da er öfters mit dem Fahrrad zur Schule fuhr oder von seiner Gluckenmutter gebracht wurde. Etwas schade fand ich es trotzdem. Schließlich hatten wir uns schon eine ganze Zeit nicht mehr gesehn. So verbrachte ich die fährt schweigend mit meinem treuen Wegbegleitern im Ohr. System of a Down versüßte mir die fahrt ein wenig. Und So kam mir die Zeit bis zur Bushaltestelle vor der Schule gar nicht soo lang vor.

Rituale sollte man nicht brechen. Und So beschloss ich meinem Verlangen zu folgen und mein zweites „Frühstück“ im Gebüsch neben dem Schulgebäude einzunehmen. Ich achtete diesmal jedoch darauf, dass ich trotzdem pünktlich zum Unterrichtsbeginn auf meinem Stuhl im Klassenzimmer sitzen würde. Auch wenn dies bedeutete, dass ich mich mit dem Rauchen ziemlich beeilen musste. Doch ich Schäfte es. Eine Minute bevor die Glocke zum unterric6 leutete, stand ich vor dem Klassenzimmer. Zugegebenermaßen war mir schon ein wenig mulmig, als ich mir den Türgriff in der Hand dort stand. Ich atmete nochmal tief durch. Doch als ich den Griff nach unten drücken wollte, legte sich eine Hand auf meine Schulter. Ich drehte mich um und schaute in ein freundliches Gesicht.

„Guten Morgen Herr Jeske“, begrüßte ich meinen Klassenlehrer.
„Guten Morgen Felix“, entgegnete er, „Können wir müssen uns nochmal ganz kurz unterhalten. Da passt es gerade , dass ich dich hier antreffe“.
Ich zuckte mit dem Schultern und folgte ihn in ein Nebenzimmer, dass normalerweise als Krankenzimmer diente. Er schloss die Tür und setzte sich auf die darin befindliche Liege.
„Was da passiert ist und wie du und Patrick behandelt wurdet war nicht in Ordnung. Auch von Herrn Bruckner nicht. Dafür möchte ich mich in aller Form bei dir entschuldigen. Euch zu beurlauben hat hier meiner Meinung nach ein falsches Signal gesetzt. Umso erfreute war ich, dass eure Klassenkameraden scheinbar von selbst auf mich und Herrn Bruckner zugegangen sind und die ganze Sache aufgeklärt haben weshalb wir auch an der richtigen Stelle disziplinarische Maßnahmen anwenden könnten und eure Beurlaubung aufgehoben wurde.“ Hatte ich da gerade richtig gehört? Das waren ja fast schon großartige Neuigkeiten. Heimlich zwickte ich mich in den Arm. Nur um sicher zu gehen, dass ich die letzten 12 bis 14 Stunden nicht träumte. Doch es war kein Traum. Und du wie es schien, waren wir beide vor der Klasse rehabilitiert. Sie mussten mir also geglaubt haben was ich da in den Klassenchat schrieb.
„Klingt Großartig“, antwortete ich freudig.
„Ich hoffe du nimmst uns unsere zweifelhafte Reaktion nicht übel. Herr Bruckner hatte steht den Schulfrieden im Blick. Auch wenn es wie gesagt nicht richtig war. So und jetzt ab in die Klasse mit dir, sonst verpassen wir noch mehr wertvolle Unterrichtszeit.“ Mit diesen Worten stand er auf und ging mit mir zurück zum Klassenzimmer.

Ich öffnete die Tür. Alle Augen waren auf mich gerichtet. Die gerade noch angeregten Unterhaltungen stoppten abrupt. Es war nur ein wenig unangenehm So angestarrt zu werden. Da ich es mir aber auf keinen Fall anmerken lassen wollte, trat ich die Flucht nach vorne an.
„Auch schön euch wieder zu sehn“, sprach ich und ging an meinen Platz.
„Schön das du wieder da bist Alter,“ sagte Stefan als Erster.
„Ja und sorry nochmal wegen… du weißt schon was“, stimmte der nächste mit ein.
„Echt das war scheiße bin uns, schon das du zurück bist,“ kam es aus einer anderen Ecke. Ich war fast schon ein wenig gerührt. Mit so viel Kameradschaft hatte ich wirklich nicht gerechnet.
„Schön das du wieder da bist Homo“, äffte es aus einem fetten Schweinegesicht hinterher. Marvin, Wer könnte es anders sein.
„Boah halt deine verblödete Fresse Marvin, du bist echt voll das Kind“, schnautzte ihn eines Mädchen an. Ich musste schmunzeln. Wer sich den Zorn einer der Mädchen zuzog legte sich schließlich mit allen an.
„Echt ey, du bist einfach nur scheiße“, stimmten die anderen mit ein.

„Ähm entschuldigt bitte meine Unterbrechung“, unterbrach Herr Jede der das ganze von der Tür aus beobachtete, „Mädels, auch wenn ich eurer Kernaussage zustimme, So wäre es doch wünschenswert, wenn ihr die Kraftausdrücke unterlassen würdet.“
Die Mädchen beruhigten sich und drehten sich in ihren Stühlen wieder um. Marvin dagegen würde feuerrot, sagte aber keinen Ton. Grummeln legte er den Kopf auf den Tisch und spielte beleidigt. Ich selbst setzte mich auf meinen Platz, packte meine Sachen aus und bedeutete mich seelisch auf du unendlichen weiten der Physik vor. Und als ich mich so in der Klasse umschaut, viel mir etwas auf. Kevin war nicht da. Auf ihn könnte ich auch gerne verzichten. Doch etwas anderes beunruhigte mich schon ein wenig. Etwas das ich in meiner Euphorie nicht gleich bemerkt hatte. Dabei hatte ich mich darauf heute fast am meisten gefreut. Jemand anderes fehlte. Dort wo eigentlich Patrick hätte sitzen müssen stand nur ein leerer Stuhl.
„Psst“, machte ich leise zu Stefan, „weißt du was mit Patrick ist?“ Ich wartete kurz. Stefan kippte mit dem Stuhl nach hinten an meinen Tisch. Leise flüsterte er mir zu.
„Weißt du das denn noch nicht….?“

:astonished: irgendwie hab ich den blöden Verdacht, dass Patrick noch einen Suizid begangen hat. Diesmal endgültig.
Ich hoffe sehr, dass ich falsch liege, aber ich hatte diesen Gedanken die ganze Zeit über.

Jetzt setz mir doch nicht solche Gedanken in den Kopf :astonished:
Patrick plant nur grad ne Überraschungsparty für Felix.
Das ist der wahre Grund für sein fehlen. :stuck_out_tongue:

Ich hoffe DU hast recht !!! :confused:

ah typisch wieder ein cliffhanger
ich hoffe hier geht es immerhin in absehbarer zeit weiter

ich glaube nicht, dass patrik sich erneut
versucht hat umzubringen weder mit noch ohne erfolg

eher vermute ich dass es mit seiner mutter zu tun hat,
da wurden ja eigentlich schon schwierigkeiten angekündigt

ich freue mich auf die aufklärung

Hm ja … könnte sein… klingt logisch… Ich hoffe trotzdem mehr auf die Überaschungsparty :flag:

Da werden ja mittlerweile interessante Theorien aufgestellt. Ne Überaschungsparty wäre an dieser Stelle sicher mal ne willkommene Abwechslung. :smiley: Erneuter Suizidversuch wäre auch denkbar. :confused: Aber ihr sehtja gleich, wie es weitergeht…

  1. Schock

„…doch Sorge macht im der Tenor, So muss er ihm am nächsten sein, Auf seinem Nachttisch still und stumm, Ein Bild des Herrn er dreht es langsam um…“ Zuhause angekommen, rannte ich gleich hoch in mein Zimmer. Ich konnte immer noch nicht glauben, wollte auch einfach nicht wahrhaben, was ich heute erfahren hatte. Mein Magen fühlte sich flau an. Ich hatte das Bedürfnis mich einfach aufs Bett zu schmeißen und loszuheulen. Alles lag auf einmal wieder in Scherben. Er hatte es versaut. Wie konnte ein einzelner Mensch nur so dumm sein. Heute Morgen schien es noch so, als würde sich alles langsam wieder zum Guten wenden. Alles machte plötzlich wieder Sinn. Und nun das. Fassungslos starrte ich auf mein Handydisplay. Betrachtete mir die vielen unbeantworteten Nachrichten. Niemals hätte ich auch nur ansatzweise vermutet, dass das der Grund war das er nicht antwortete. Ich fühlte mich schuldig. Ich hätte es vielleicht verhindern können. Doch es war zu spät. Es war passiert. Und es war meine Schuld.

Die Knie dicht an meinen Bauch gezogen, saß ich in einer Ecke meines Bettes. Ich war im Moment komplett von der Rolle. Eigentlich wollte ich nur noch losheulen, doch seltsamerweise fand keine Träne den Weg in meine Augen. Es fühlte sich alles so unecht an, So wie in einem meiner bösen Träume. Wie konnte das nur passieren? Warum kann mein Leben nicht einmal gut verlaufen. Ich rappelte mich mühsam auf Und kroch übers Bett an mein Nachtkästchen. Ich war fast froh, dass ich damals das kleine Album mit den Erinnerungsfotos nicht in Rauch aufgehen ließ. Als hätte ich es damals irgendwie geahnt, dass wieder eine Zeit kommen würde in der ich mich gerne erinnerte. Ich blätterte in dem Album auf der Suche nach einem ganz bestimmten Bild. Und als ich es nun endlich fand, tropften dicke Tränen aus meinen Augen.

Auf dem Bild waren zwei Jungs zu sehn. Sie waren nicht mal 12 Jahre alt. Beide waren von oben bis unten dreckig. Einer der beiden hatte eine blutende Nase und ein riesiges Frischen am linken Auge. Der Andre sah auch nicht besser aus. Die Lippen waren aufgeschwollen. An den Mundwinkeln klebte noch etwas Blut. Und dich hatten die beiden sich fest um Arm und lachten. Ich sah die strahlenden saphirgrünen Augen des einen Jungen und wurde immer trauriger. Ich wusste noch genau, zu welchen Anlass dieses Foto gemacht wurde. Patrick hatte sich damals geweigert sein Pausenbrotgeld an die damaligen Schulterroristen anzutreten. Das wollten diese sich nicht gefallen lassen und haben ihn nach der Schule abgefangen. Und auch wenn wir damals beide ganz schön einstecken mussten, so waren wir nicht alleine.
„Ich bin immer für dich da“, versprach ich ihm damals feierlich. Wie naiv ich doch war. Wie oft hatte ich dieses Versprechen bereits gebrochen. Und damit nicht genug. Letztendlich war ich es, der an seinem Schicksal schuld hatte. Wutentbrannt schmiss ich das Album gegen die Wand. Bei seinem Freiflug löste sich offenbar ein Bild von seinem Platz. Eigentlich wollte ich es einfach nur liegen lassen und nicht weiter beachten, doch irgendetwas bewegte mich dazu es trotzdem aufzuheben. Ich stand also auf und ging auf das am Boden liegende Foto zu. Doch als ich es aufhob und wieder einsortieren wollte erstarrte ich.

Auf dem Bild waren Patrick und ich zu sehn. Trotz der Dunkelheit konnte man gut erkennen, dass Patrick auf dem Bild betrunken gewesen sein musste. Er lehnte an meiner Seite. Die Anstrengung ihn auf den Beinen zu halten war mir deutlich ins Gesicht geschrieben. Ich wusste von wann das Foto war. Es musste an dem Abend aufgenommen worden sein, als wir beide uns wieder versöhnt hatten. An dem Tag, an dem wir zusammen in der Stadt waren. Doch Wer hatte dieses Foto aufgenommen? Und wie kommt es in mein Fotoalbum? Ich war schockiert und entsetzte. Ich drehte das Foto um und entdeckte eine Notiz auf der Rückseite. Dort stand in roten Druckbuchstaben »Du weißt was man mit Ratten macht!« Als ich die Zeile gelesen hatte rutschte mir das Bild aus der Hand und ich sackte in mich zusammen.

Ich konnte es einfach nicht fassen. Wer der Urheber dieses Bildes war, war für mich nicht schwer zu erraten. Wer sonnst außer Kevin könnte sich so etwas perverses Ausdenken. Hatte er nun vollkommen den Verstand verloren? Hatte er tatsächlich etwas mit Patricks Unfall zu tun? War es am Ende gar kein Unfall? Wollte Kevin ihn wirklich umbringen? Aber warum? Nur um mich fertig zu machen? Wie krank kann denn ein einzelner Mensch nur sein. Der Gedanke daran ließ es mir eiskalt den Rücken runter laufen. Innerlich hoffte ich, dass ich es mir nur einbildete. Ich hoffte, dass ich mich irrte und Kevin sich nur einen äußerst geschmacklosen Spaß machte. Dich was wenn nicht? Was wenn er wirklich zu so etwas Fähig ist? Eigentlich wollte ich nicht einmal daran denken.

Ich zerriss das Bild und warf es in den Mülleimer. In meinem Kopf herrschte wieder nur blankes Chaos. Wenn ich nur genau wüsste, Was da passiert war. Stefan konnte mir da leider auch nichts genaueres sagen. Nur so viel, dass er wohl unglücklich gestürzt sei. Unglücklich gestürzt? Wieder kam ich ins stocken. War das nicht auch damals der offizielle Grund für Alex Missgeschick? Je mehr ich darüber nachdachte, desto größer würde die Gewissheit, dass es nicht nur ein Unglück gewesen sein konnte. Mehr und mehr wurde mir klar, wie durchgeknallt Kevin mittlerweile sein musste. Ich musste erfahren was passiert war. Um jeden Preis. Ich wusste nur nicht wie. Ob Patricks Eltern mir etwas erzählen würden? Eher unwahrscheinlich. Doch was blieb mir gerade anderes übrig. Ich musste es versuchen.

Eine halbe Stunde später stand ich vor dem Haus, In dem Patrick um seine Eltern wohnten. Die Sonne brannte mir heiß auf dem Rücken. Die Hitze und meine Nervosität führten dazu, dass mein Shirt mir feucht am Rücken klebte. Ich wusste, dass dieser Schritt kein leichter werden würde. Mit schweren Beinen lief ich den kleinen Weg vom Gartentor hoch an die Haustür. Mit zittrigem Finger drückte ich auf die Klingel. Von außen könnte ich hören, wie es im Inneren des Hauses läutete. Doch auch nach kurzem Warten war keine Regung zu erkennen. Ich drückte nochmal, diesmal ein wenig länger. Qualvolle Sekunden verstrichen, bis ich doch Fußspuren vernahm, die sich langsam auf mich zu bewegten. Beinahe in Zeitlupe öffnete sich vor mir die hölzerne Haustüre. Ich blickte in ein paar tränenunterlaufene Augen die mich wütend anfunkelten.

„Du hast nerven hier aufzutauchen. Seh bloß zu das du hier verschwindest“, fauchte mich Patricks Mutter an.
„Entschuldigen Sie bitte Frau Sommer, Ich wollte doch nur wissen was passiert ist“, sagte ich mit gesenktem Blick.
„Daran bist nur du Schuld hörst du. Seit er sich wieder mit dir rumtreibt hat er nichts als Ärger. Lass gefälligst deine Finger von meinen Sohn und verschwinde aus seinem Leben“, brüllte Sie. Dabei begann die wieder zu weinen. Ehe ich noch einen Ton sagen konnte warf sie mir die Tür vor der Nase zu. Durch die verschlossene Tür könnte ich sie bitterlich weinen hören. Da hörte ich eine zweite Stimme, Die mich etwas hoffen lies.
„Schatz, beruhigt dich. Es wird doch alles wieder gut. Du kannst Felix nicht an allem die Schuld geben“, versuchte Herr Sommer seine Frau zu beruhigen.
„Wäre er nicht gewesen hatte sich Patrick nie mit mir gestritten. Also ist er sehr wohl schuld!“, schrie Sie weiter hysterisch.
„Leg dich hin Schatz, Ich Regel das.“
„Du regelst das. So wie du immer alles regelst. Dieser Junge ist kein guter Umgang für Patrick und das weißt du!“, schrie Sie weiter. Ich hörte nur noch wütendes gestapft und eine Tür, Die unsanft in die Zarge geworfen wurde. In mir wuchs der Drang auf der Stelle kehrt zu machen und zu gehen. Ich konnte irgendwie nachvollziehen, dass Patrick Mutter gerade nicht gut auf mich zu sprechen war. Gerade wollte ich auf dem Absatz kehrt machen, doch dann ging die Tür wieder auf. Patricks Vater Test aus, schloss die Tür hinter sich und setzte sich auf die Holzbank neben der Tür. Er zeigte neben sich und bot mir den Platz neben ihn an. Ich setzte mich zu ihm.

„Es tut mir leid“, sprach ich kleinlaut. Herr Sommer holte tief Luft.
„Du kannst nichts dafür Felix. Sei meiner Frau bitte nicht böse. Sie macht sich selbst große Vorwürfe für das was passiert ist.“ Er sprach ganz ruhig. Aber ich könnte erkennen, dass ihn die ganze Sache auch ganz schön zu schaffen machte.
„Die beiden hatten sich heftig gestritten nachdem er letzte Woche nachts nicht nach Hause gekommen war. Und als er ihr erklärt hat, dass er bei dir war, ist die vollkommen ausgerastet. So hatte ich sie wirklich noch nie erlebt. Patrick ist dann wieder weggelaufen. Was dann passiert ist wissen wir nicht genau. Ein Passant hatte in an der Treppe zum Bolzplatz liegen sehn und den Notarzt verständigt.“
Mir liefen die Tränen in die Augen. Ich fühlte mich schlimm. Ich hatte ihn niemals alleine lassen sollen. Wir wollten das alles doch gemeinsam durchstehen.
„Wie geht es Ihm Jetzt?“, fragte ich Herrn Sommer.
„Der wird schon wieder“, versuchte er mich zu beruhigen, „Das schlimmste hat er hinter sich. Da haben mehrere Engel ganz gut aufgepasst. Sein Bein und ein Arm sind zwar Recht kompliziert gebrochen aber wenn man bedenkt aus welcher Höhe er gefallen sein muss kann man echt von Glück reden das nicht mehr passiert ist.“ Mir rollte ein gewaltiger Felsbrocken von meinem Herzen. Ich hatte schon das schlimmste vermutet. Dagegen hörten sich ein paar gebrochene Knochen glatt wie die besten Neuigkeiten überhaupt an.
„Danke“, sagte ich kurz, „Kann ich ihn…?“
„Natürlich kannst du ihn besuchen kommen. Er wird sich sicher riesig freuen. Er liegt ihm St. Anna Krankenhaus. Am besten gehst du Morgen Nachmittag. Da wirst du meiner Frau nicht über den Weg laufen.“ Mit diesen Worten kramte er in seiner Tasche und holte einen Zettel heraus und gab ihm mir.
„Hier, den hatte er bei sich. Ist wohl für dich bestimmt.“ Ich bedankte mich bei ihm, stand auf und ging.

Nach einer Weile setzte ich mich auf eine Bank am Wegrand und öffnete ich den Zettel. Er war ganz verknüllt und schmutzig, doch man konnte Patricks Handschrift noch deutlich erkennen.

„Lieber Felix,
Es tut mir leid, dass ich einfach weggelaufen bin. 6
Ich weiß nicht, Was mich da geritten hat, dich einfach alleine zurück zu lassen. 2 3
Wie ich mich entschuldigen kann. 1 2
Es tut mir leid was dir passiert ist. 1 6
Sagen wir es war Angst, soll ich mir Gedanken machen? 1 6
Ich hoffe du bist mir nicht böse. 1
Glaube ich war voll der Idiot 1 2
Liebe Grüße 1
Patrick
PS: ich bin für dich da 5“

Ich las den Brief Aufmerksam durch. Dann ein zweites mal. Und ein drittes mal. Irgendwie kam mir die Nachricht seltsam vor. Warum hatte er mir überhaupt einen Brief geschrieben? Eine SMS hätte es doch auch getan. Ich schob diese Gedanken jedoch schnell wieder von mir Weg. Letztendlich war ich nur zufrieden, dass ihn nicht mehr passiert war. Bestimmt war es auch wirklich nur ein blöder Unfall. Sicher hatte ich hier nur zuviel rein interpretiert. Mit deutlich besserer machte ich mich auf dem Heimweg. Meine Laune hatte sich mittlerweile wieder gebessert. Es dauerte auch nicht lange bis ich wieder Zuhause eintraf. Ich ging hoch in mein Zimmer, entledigte mich meiner schweißdurchnässten Klamotten und legte mich aufs Bett. Auch nach dem vierten und fünften Lesen kam mir der Brief noch seltsam vor. Vor allem die Zahlen irritierten mich etwas. Doch ich verschwendete nicht allzu viele Gedanken darauf. Im Moment freute ich mich nur darauf, ihn Morgen Nachmittag besuchen zu können….

Hmm, erstmal bin ich froh, das Patrick noch lebt !
Aber nun: so viele Fragen.
Was ist damals bei Alex passiert ?
Was davon weiß Kevin und wo ist der überhaupt?
Was ist Patrick wirklich passiert ?
Wieso gibt es ein Foto von der Versöhnung und wie kam es in Felix Album ?
Was bedeutet die Nachricht von Patrick an Felix (Zahlen )?
usw… alles sehr mysteriös!

Die 1, 12 und die 16 sind doppelt also keine Reihenfolge.
Das die Zahl das wort in der jeweiligen Spalte angibt passt durch die 23 auch nicht.
Vieleicht die Buchstaben? :rat: ich hol mir eben was zum schreiben… gleich wieder da

Ich weiss nicht, wie ich es dir sagen soll. Ich glaube , ich liebe dich. :stuck_out_tongue:

1 Like

Die Zahl gibt das jeweilige Wort in der Spalte an…DANKE Matthi

:blush:

Aber ich häng hier irgendwie doch noch fest :confused:

Soo und schon das nächste Kapitel.
Es sind ja tatsächlich mittlerweile viele offene Fragen. Manches klärt sich bald, manches kann man vielleicht bald ahnen anderes wird erst zum Schluss hin geklärt. Die Geschichte wird sich ja nich ein wenig hinziehen.
Mich wundert ja fast schon, dass sich niemand fragt warum die Nachricht verschlüsselt war. Aber zurück zum jetzigen Kapitel.
Dieses hier war an manchen Stellen eine echte Herausforderung. Ich war auch kurz davor eine gesamte Passage zu streichen. Da Die ganze Situation die doch an vielen Stellen düstere Geschichte ein wenig auflockert, hab ich es dann doch mit zensieren und umschreiben versucht. Hoffe es bewegt sich noch im zulässigem Rahmen. Ansonsten sei es mir bitte verziehen. Viel Spaß…

  1. Date

„…ich bin so wild nach seinen Erdbeermund, ich schrie mir schon die Lunge wund, Der Klee hat uns ein Bett gemacht, für die erste Nacht….“ In meiner anfänglichen Sorge und der später eintretenden überschwänglichen Freude hatte ich ein winzig kleines Detail vergessen. Über die Wichtigkeit könnte man sich streiten. Ich selbst würde es als Nichtigkeit und vollkommen unbedeutend beschreiben. Andere Menschen wiederum, entgangen es als Notwendigkeit und ein absolutes muss für jeden Jungen in meinem Alter. Gut, es sei an dieser Stelle erwähnt, dass wir schon aufgrund der Geschlechtergleichheit hier auch die Mädchen nicht ausklammern sollten. Wie würde es denn aussehen, wenn nur wir Jungs unter dem pädagogischen Diktat leiden müssten. Eine Katastrophe wäre das. Ich hatte meine Hausaufgaben noch nicht erledigt. Wäre es vor ein paar Wochen gewesen hätte ich vermutlich drauf geschissen. Doch ich wollte mein Leben wieder in den Griff kriegen. Und dazu gehörte leider auch das Erledigen meiner schulischen Pflichten.

Widerwillig holte ich meine traurig in der Ecke liegende Schultasche hervor, kramte mein Mathebuch hervor und schlug die Seite auf, Die wir Zuhause erledigen sollten. Schon beim ersten Blick auf die Zahlen würde mir bewusst, dass ich es wohl vergessen könnte am heutigen Abend noch etwas anderes zu tun. Vereinfache Sie Gleichung mit Hilfe der binomischen Formel. Toll. Da sitze ich keine zwei Minuten und hab Schon das Bedürfnis, meine guten Vorsätze mit Karacho in die Tonne zu treten. Aber es half ja nix. Wie sagte mal eine meiner Lehrerinnen?
„Ihr lernt nicht für mich, sondern fürs Leben!“ Es hätte mich in diesem Moment brennend interessiert, wann in meinem Leben ich bitte irgendwelche x² Rechnungen brauchen sollte. Spätestens nach der Schule würde ich wahrscheinlich nie mehr auf eine solche Formel stoßen. Seufzend ergab ich mich meinem Schicksal und kramte in meinem Hinterkopf nach den richtigen Lösungsansätzen.

Eine geschlagene Stunde und 15 weitere nutzlose Aufgaben später, hatte ich es tatsächlich geschafft meine Hausarbeiten nach besten Wissen und Gewissen zu erledigen. Am Ende war es dann doch nicht soooo dramatisch wie ich Anfangs befürchtete. Ein wenig stolz war ich trotzdem auf das Produkt meines außerschulischen Fleises. Zur Belohnung setzte ich mich an mein Fenster und zündete mir eine Zigarette an. Nach so einem harten Stück Arbeit, bildete ich mir ein, dass mir der Rauch sogar noch ein wenig besser schmeckte. Nebenbei holte ich mein Handy vom Schreibtisch und schaute nach, ob ich von irgendwen ne Nachricht bekommen hatte. Und tatsächlich. Das Symbol für unseren Klassenchat war am linken oberen Rand zu sehn. Ich öffnete unsere Gruppe und staunte nicht schlecht. Die sonst so Stille Gesellschaft war gerade rege am Diskutieren.

»Habt ihr schon das mit Kevin gehört?«
»Ne was hat der Spacko jetzt schon wieder gemacht?«
»Sicher nix gutes«
»Wäre nichts Neues«
»Erzähl…«
»Ja hab da auch schon von gehört, stimmt es?«
»Meine Mom hat’s mir auch schon erzählt, geschieht im Recht nach der ganzen Scheiße«
»WAS DENN WILL AUCH WISSEN«
»na der ist von der Schule geflogen»
»WTF echt jetzt, naja kein Wunder«
»Nur fair, selbst Schuld«
»Kein Witz man»
»Fickt euch ihr Pisser«
Kevin hat die Gruppe verlassen
»Scheint ja zu Stimmen ;p«

Es waren noch einige Nachrichten mehr gewesen. Doch das reichte mir. Jetzt ist er tatsächlich geflogen? Es hörte sich fast zu gut an um wahr zu sein. Sollte ich nun endlich meine Ruhe von den haben? So wirklich dran glauben könnte ich nicht. Obwohl , Es war zumindest ein Anfang ihn nicht mehr jeden Tag über den weg laufen zu müssen. Um seine hirnlosen Hakbaffen machte ich mir so gar keine Gedanken. Da wird es sich wie bei den Bienen verhalten. Ohne Königin sterben die ja auch. Ich wollte Patrick gerade von den neuesten Entwicklungen berichten, ehe mir einfiel, dass eine Nachricht schreiben wohl gerade keinen Sinn machen würde. Außerdem würde ich ihn Morgen ja sowieso sehn. Da könnte ich es ihm auch persönlich sagen.

Ich drückte meine Zigarette aus und begann mich bettfertig zu machen. Es war mittlerweile kurz nach neun und ich war aus irgend einen Grund nur noch hundemüde. Ich legte mich also in mein Bett und schaltete meinen Fernseher ein. Die Programme wechselten in Sekundenschnelle. Wie immer nur der selbe Mist. Irgendwelche Assisendungen über die 17 jährige Chantal die gerade ihr zweites Kind erwartet oder ein zwanzig Jahre alter Krimi aus den öffentlich rechtlichen Anstalten. Dazwischen nur Wiederholungen von Wiederholungen. Nichts was auch nur ansatzweise mein Interesse wecken konnte. Genervt schaltete ich den Apparat wieder aus und schnappte mir wieder mein Handy. Doch zum zocken hatte ich auch keine Lust. Ich surfte noch etwas im Bett herum ohne ein genaues Ziel zu haben. Irgendwie kam dann ich auf die Idee mich etwas auf youporn rumzutreiben. Ich hatte diese Seite schon das ein oder andren mal besucht, konnte jedoch immer noch nicht ganz nachvollziehen was so geil daran sein soll irgend welchen wildfremden Menschen beim ficken zuzuschauen. Die Vorstellung, dass manch einer dafür auch noch bezahlt weckte in mir nichts als Unverständnis. Doch die Langeweile, gepaart mit einem Überschuss an Testosteron ließ auch mich meine eigentliche Abneigung gegen Sexfilmchen mal wieder vergessen. Letzten Endes war ich doch auch nur ein Junge wie jeder andere auch. Und auch ich hatte gewisse Bedürfnisse.

Die größte Schwierigkeit lag darin, sich etwas auszusuchen, was noch annähernd etwas erotisches an sich hatte und bei denen man nicht gleich das Bedürfnis hatte sich aufs Display zu übergeben. Damit vielen schonmal 90 Prozent der Clips weg. Weitere Fünf Prozent vielen Dan durch mein, rein-raus-fertig Raster. Das was dann übrig blieb könnte man dann zumindest ansatzweise niveauvoll nennen. Wie gesagt, diese zu finden war die eigentliche Herausforderung. Es war auch nicht selten, dass ich meine Suche am Ende erfolglos abbrach und mir dann einfach so Befriedigung verschaffte. Dich diesmal schien ich Glück zu haben. Nach gerade einmal 20 Seiten Vorschaubildern fand ich einen kurzen Streifen der in mein Anforderungsprofil zu passen schien. Die Frau in der Vorschau sah zumindest nicht schlecht aus. Lange dunkle Haare, braune Augen und einen üppigen Vorbau könnte die ihr Eigen nennen. Ihr lasziver Blick lud mich ein mir ihr Video anzuschauen. Leider hatte ich keine Ahnung was der Titel heißen sollte. Doch „Shemale furiosa“ hörte sich gar nicht so schlecht an. Ich lehnte mich also zurück, legte ein paar Taschentücher bereit und drückte auf play.

So wie das Vorschaubild und der Titel war auch der Anfang schonmal gar nicht übel. Die Frau präsentierte sich ausgiebig vor der Kamera, spielte mit ihren Brüsten und ließ die Finger erotisch durch ihr Haar gleiten. Dann kamen die „Handwerker“ zur natürlich offenen Tür herein. Zwei wirklich gutaussehende Typen mit durchtrainierten Oberarmen. Diese ließen sich nicht lange bitten und begannen augenblicklich mit ihrer Arbeit. Auch ich begann, angestachelt von dem gesehenen mit meinem Freund zu spielen. Einer der beiden Kerle war mittlerweile dabei an den Brustwarzen der Frau zu spielen waren der andere in ihren Intimbereich brauchte. Dann begann die genüsslich zu stöhnen. Ich schloss die Augen. Ihre laute würden immer intensiver. Auch ich merkte, dass ich mich meinem Höhepunkt näherte. Kurz davor öffnete ich meine Augen wieder und wäre fast vom Bett gekippt. Die Frau hatte da etwas, dass eine Frau nicht haben sollte. Ich lies mein Handy fallen, wollte von meinem Freund ablassen, doch zu spät. In großen Schüben verteilte sich die Sauerei über meinen kompletten Körper bis hoch in mein Gesicht.

„Bah Pfui Teufel“, fluchte ich laut los, nahm mir ein Taschentuch und versuchte die Sauerei zu beseitigen. Als ich zumindest die Hände wieder frei hatte, Griff ich nach meiner Handy und wollte gerade den Film wegstecken. Doch dieses wollte nicht so wie ich. Es flutscht mir aus der Hand. Mit dem Display nach oben lag es vor mir auf dem Bett. Da veränderte sich das Bild. Ich war zufrieden den Streifen nicht noch länger sehn und hören zu müssen. Also ließ ich es erst mal liegen, nahm mir noch ein paar Taschentücher und wischte das Ergebnis meiner sexuellen Entgleisung von meinem Körper. Innerlich beschloss ich, das mit den Pornos fürs erste sein zu lassen. Diese Erfahrung hatte mir erst einmal die Lust darauf gehörig verdorben. Ich entsorgt die Tücher in meinem Mülleimer und legte mich wieder ins Bett. Dort kramte ich nach meinem Handy. Dich was ich nun dort auf dem Display vorfand, ließ mir die Zornesröte ins Gesicht steigen.

Wutentbrannt schleuderte ich mein Handy gegen die Wand. Dieses hilft der Wucht des Aufprall nicht stand. Der Akku löste sich heraus, das Display hatte nun ein riesigen Sprung von einer Ecke zu Anderen.
„Fuck, scheiße“, schrie ich wütend, „wie krank muss man den sein sich so ne Scheiße reinzuziehen!“ Ich war einfach nur fassungslos. Ich konnte nicht glauben, dass sich ernsthaft irgendjemand an so etwas aufgeilen. Alleine der Titel war für mich wie ein Schlag in die Magengegend. Und selbst wenn es nur gestellt gewesen sein sollte, widerte mich der Gedanke an das offenbar vorhandene Publikum nur dermaßen an. Erinnerungen kamen wieder hoch. Jene Erinnerungen die ich immer besser Schäfte zu verdrängen. Dich mit einem mal waren sie wieder ganz frisch, So als ob es erst gestern gewesen wäre. Mir liefen dicke Tränen die Wangen hinunter. Ich schlug die Hände über den Kopf zusammen. Versuchte mich wieder zu beruhigen. Doch es klappte nicht. In Embrionalstellung, mit bis über den Kopf gezogener Decke lag ich in meinem Bett. Vergessen. Ich wollte doch einfach nur vergessen.

Wie gerädert wachte Ich am nächsten Morgen auf. Es ist wohl unnötig zu erwähnen, dass mir diese Nacht nicht wirklich viel Erholung gebracht hatte. Noch immer geisterten die Bilder in meinem Kopf herum. Selbst meine kalte Dusche konnte die Gedanken nicht vollkommen vertreiben. Nur der Gedanke Patrick heute Nachmittag besuchen zu können hallte mein Gemüt etwas auf. Ich hab meiner Mim Bescheid, dass ich heute nach der Schule noch zu einem Freund gehen würde und verließ dann das Haus. Den Schulweg trat ich heute auf dem Fahrrad an. Auch wenn ich kein Freund sportlicher Aktivitäten am frühen Morgen war, war mir die Schinderei heute allenfalls lieber als im stickigen engen Bus zu sitzen. Außerdem musste ich dann nicht nach der Schule zum Busbahnhof laufen. Mir war nie so richtig bewusst, wie viel Zeit für so wenig Schulweg draufgingen. Ich bin sogar extra früh heute los gefahren um nicht zu spät zu kommen. Doch stattdessen war ich fast eine halbe Stunde zu früh da. Es war also noch mehr als genug Zeit vorhanden um sogar zwei Zigaretten zu Rauchen und noch zu früh um Klassenzimmer zu sein. Ich lief den kleinen Trampelpfad zum Gebüsch. Mit Erstaunen stellte ich fest, dass um diese Uhrzeit der sonst dich Recht geräumige Raucherplatz fast schon überfüllt war. Ich stellte mich in eine Ecke und zündete mir eine Kippe an.

Als ich gerade genüsslich den Rauch inhalierte, hörte ich eine Stimme meinen Namen rufen. Es war Vanessa, eine meiner Mitschülerinnen. Eigentlich eine ganz Hübsche, von Typ her sogar si, wie ich mir meine Freundin vorstellen würde, wenn ich denn mal wieder masochistisch genug für eine bin. Und vor allem aber war die eine der wenigen, die einem nicht den ganzen Tag nur die Ohren voll gackern. Außerdem gehörte Sie zu der kleinen Gruppe Mitschüler, die sich nie von Kevin und den Halbaffen mitreißen ließ. Zwar hat dieser kleine exklusive Kreis auch nie etwas gegen ihn unternommen, Aber mitgemacht haben sie auch nicht wenn diese Idioten mir mal wieder das Leben schwer machen wollten. Und das rechne ich ihnen mittlerweile hoch an.
„Hey Felix, komm dich zu uns“, rief sie mir zu. Ich zuckte mit den Achseln. Ein wenig soziale Interaktion könnte ja nicht Schaden. Also lief ich zu ihr hinüber. Da erkannte ich noch ein weiteres bekanntes Gesicht. Stefan stand bei ihr.

„Morgen“, begrüßte ich die Beiden freundlich aber knapp.
„Was ist denn mit dir los?“, fragte Stefan, „Machst jetzt auf Musterschüler oder warum bist du so überpünktlich?“
„War nicht meine Absicht. Aber was macht ihr hier?“
„Wonach sieht’s denn aus“, fragte Vanessa während sie den grade eingezogenen Rauch aus den Lungen blies.
„Du weißt aber schon das davon die Titten nicht mehr wachsen,“ scherzte ich. Da hustete es plötzlich laut neben mir los. Stefan hatte sich bei meinem Satz an seinem eigenen Rauch verschluckt und hatte nun Mühe wieder zu Atem zu kommen. Vanessa blinzelte mich verwundert an und schlug mir dann auf die Schulter.
„Blödmann!“, fauchte Sie gespielt beleidigt, „pass du lieber auf das dir von der Räucherei nicht die Eier abfaulen.“
„Lass das mal meine Sorge sein“, gab Ich zurück. Stefan war währenddessen immer noch nicht ganz bei sich. Er wirkte ein wenig weiß um die Nasenspitze.
„Ich geh schon mal vor, wir sehn uns dann gleich“, sprach er und ging.

„Sag mal was ist eigentlich mit Patrick, hast du was Neues gehört?“, wollte sie wissen.
„Nicht direkt“, antwortete ich ihr, „weiß nur der er sich n paar Knochen gebrochen hat und im St. Anna liegt. Aber ich geh ihn heut nach der Schule besuchen.Vielkeicht kann ich dir ja Morgen mehr sagen.“
„Oder ich komm einfach mit“, warf sie ein. Ich war einen Moment geplättet. Wollte sehn etwa etwas von Patrick? Eigentlich wollte ich heute alleine zu ihm gehen. Aber ich kann ihr ja schlecht vorschreiben was sie zu tun oder zu lassen hat. Und wenn sie unbedingt mit will kann ich es eh nicht verhindern.
„Gut warum nicht“, sagte ich schließlich seufzend.
„Cool freu mich. Da ist aber noch etwas“, dabei trat sie auf mich zu. Mit einem mal wurde ich etwas nervös. Der Blick den sie mir gerade zuwarf erinnerte mich ein wenig an diese „Shemale“ von Gestern. Ich schluckte kurz und versuchte meine Nervosität so gut es ging zu verstecken. Mit jedem Millimeter den sie näher kam schlug mein Herz ein wenig lauter. Sie stand nun nur noch wenige Zentimeter von mir entfernt.

„Du bist ja jetzt nicht schwul oder?“
„Nein nicht das ich wüsste, wieso?“
„Eine Freundin hast du aber auch nicht?“
Ich schluckte wieder. Nun Verstand ich worauf das hinaus lief. Nicht Patrick war das Objekt ihrer Begierde, sondern ich. Ich kam mir gerade vor wie ein Kaninchen in einer Höhle voller Schlangen. Ich hatte gerade absolut keinen Bedarf mich ein Mädchen ans Bein zu binden. Ich war doch auch gerade erst dabei mein Leben wieder zu sortieren. Allerdings wollte ich sie jetzt auch nicht so einfach vor den Kopf stoßen. Scheiß drauf. Ich beschloss der Sache trotz aller Bedenken und Unwohlsein eine Chance zu geben.
„Nein derzeit bin ich Solo“, antwortete ich wahrheitsgemäß.
„Hättest du dann Lust, dass wir uns ein wenig näher kennen lernen? So nach dem Krankenhaus? Nur wir zwei?“, flüsterte sie mir ins Ohr. Ihre Rechte Hand streichelte dabei sanft über meine Brust. Eine leichte Gänsehaut bildete sich auf meinem Rücken. Und nur um sicher zu gehen, dass ich wirklich richtig verstanden hatte, fragte ich sie; „Du meinst…sowas wie….ein……Date?“