Rücksichtsnahme auf religiöse Gefühle?

HAllo,
das ist ein Thema, das mir sehr nahe geht und mich regelmäßig zum ausrasten bringt. Ich hab eine sehr klare Meinung dem gegenüber.
Keine besondere Rücksicht auf Religiöse GEfühle! Was das im einzelnen heißt, können wir gerne hier diskutieren.
Sagt mal eure Meinung dazu (Bezogen auf Charlie Hebdo oder was auch immer)

Nun, ich selbst mache mir nicht viel aus Religion. Die Meinung “keine Rücksicht auf religiöse Gefühle” ist dann aber auch nicht meins. In meinen Augen ist das eine doch schon arg rücksichtslose und konfliktträchtige Haltung. Religion verkörpert für andere Werte, Menschen hängen an Religion, weil sie sonst vielleicht mehr viel haben außer eben dieser. Darauf keine Rücksicht zu nehmen (warum eigentlich?) ist schon eine Form der Intoleranz, von der man ja selbst will, dass sie an der eigenen Person geübt wird (gerade an Menschen wie uns) und die bestens geeignet ist, gegensätzliche Positionen durch einen Konflikt zu behaupten.

Solange jemand mir mit seiner Religion, bzw. im Fall von Charlie Hebdo mit deren Auslegung nicht schadet, kann ich keinen vernünftigen Grund sehen, nicht Rücksicht auf die Weltanschauung eines anderen zu nehmen. Leben und leben lassen.

Ich finde es kommt darauf an, wie Rücksichtsnahme ausgelegt wird. Ich verstelle mich nicht wegen einer Religion. Weder privat, noch öffentlich.
Jedoch erkenne ich auch an, dass der überwältigende Teil der Weltbevölkerung religiös ist. Deshalb kommt es immer darauf an wo man ist. Im nahen Osten würde ich in sofern Rücksicht auf die Religion nehmen, indem ich nicht mit einem Kerl Händchen halte. In Bayern wiederum würde sich meine Rücksichtsnahme darauf beschränken, dass ich mich nicht übers “Grüß Gott” und die Kirchenglocken beschwere.^^

Komplett rücksichtslos kann man nun mal nicht sein, wenn die Mehrheit der Menschen religiös sind. Könnte man auch nicht, wenn es nur eine Minderheit wäre.

Ich habe das jetzt so verstanden wie yahool3r und sehe das ähnlich, wenn du aber meintest, dass du keine Rücksicht auf den Glauben eines Menschen nehmen und es ihm vermiesen willst, dann wärst du ein erbärmliches kleines Würstchen.

Kann ich so nur unterschreiben :slight_smile:

Naja, ich versuche niemanden zu bekehren und bin der Ansicht jeder Mensch sollte seinem Glauben im privaten frönen dürfen. Einer Meiner Freunde hat es so schön auf den Punkt gebracht: “Glaube ist wie ein Schwanz: es ist schön, wenn man ihn hat, aber bitte trage ihn nicht in der Öffentlichkeit und steck’ ihn niemandem ins Ohr, der das nicht will.”
Ich denke, eben das zeichnet einen säkularisierten Staat aus: dass ich mich nicht den Regeln jeder x-beliebigen Religion unterwerfen muss, sondern nur den Regeln des Staates. Genauso sollte es jedem freistehen einer Kirche mit Respekt vor ihren Gemeinschaftsbildenden, friedensstiftenden Maßnahmen gegenüberzutreten oder mit Hass aufgrund ihrer Verfehlungen und Machtmissbrauchs.
Das man eineReligion nicht anfeindet sollte genauso selbstverständlich sein, wie dass man sich nicht ihren Glaubenssätzen unterwerfen muss :wink:

Also, natürlich respektiere ich die religiösen Gefühle von Menschen. Beiespielsweise hat die Spastenpartei ProNrw direkt vor einer Moschee Mohammedkarikaturen hochgehalten. Sowas gehört sich nicht, allerdings gibt es argumente, auf die ich mich stütze, wenn ich sage, Keine BESONDERE Rücksicht auf religiöse Gefühle:

  1. Die Anhänger der Religion reaigeren oft mit Gewalt auf Beleidigungen und solange Menschen dafür sterben müssen, Mohammed zu zeichnen, werde ich immer dafür eintreten ihn zeichnen zu dürfen.
  2. Religionen waren/sind immer intolerant vorallem gegenüber Homos
  3. Es macht Spaß, Religionen bieten nunmal viel angriffsfläche.

Sowas ist natürlich total asozial… Dumme populistische Partei halt!

Das ist es eben. Wären doch fanatisch religiöse Menschen (und nur solche haben ein Problem mit beispielsweise Mohammedkarikaturen) nicht selbst so intolerant anderen Glaubensrichtungen oder Menschen anderer Sexualität gegenüber… Man muss sich nicht wundern wenn auf Intoleranz mit Intoleranz reagiert wird.

Meine Meinung, jeder soll an das Glauben was er will, soll aber seine Mitmenschen nicht mit seinem Glauben nich behelligen.

Je nachdem wie man das auslegt, kann das aber auch recht intolerant werden.
Bei mir kommen da Assoziationen auf zu Leuten die sagen: “Jeder kann ja gerne die sexuelle Orientierung haben, die er will, aber er soll andere dann damit nicht behelligen, z.B. indem zwei Kerle haendchenhaltend durch die Stadt laufen oder sich in der Oeffentlichkeit kuessen”.

Ausserdem beeinflusst der Glaube ja sehr viele Lebensbereiche. Ist “behelligt” schon wenn jemand ein Kreuz um den Hals traegt oder ein Kopftuch? Wenn sie vollverschleiert auf die Strasse geht? Wenn jemand zu mir “Gruess Gott” sagt oder am Sonntag morgen die Glocken laeuten, obwohl ich eigentlich noch schlafen moechte?

Toleranz bedeutet fuer mich Ruecksichtnahme auch auf vielleicht irrationale Befindlichkeiten, andere so zu behandeln, wie ich mir in deren Situation auch wuenschen wuerde behandelt zu werden.

ich glaube mit behelligen meinte er eher sowas wie “penetrantes bekehren”, so habe ich es jedenfalls verstanden.

also , es ist mir egal, ob jemand ein Kreuz oder ein kopftuch trägt. Das beeinträchtigt mich ja nicht.
Aber noch mal zum Thema, es sind nicht bloß die fanatischen, die wegen Mohammedkarikaturen auf die straße gehen. Es gab immer Wellen der Proteste 2005 wegen den karikaturen aus Dänemark und später wieder wegen dem Film aus den USA. Man muss es einfach aushalten als Gläubiger Menscch.

so wars gemeint…

Richtig. Wenn Atheisten ihre Späßchen machen, haben Gläubige gefälligst die Fresse zu halten. Das ist Meinungsfreiheit!

Interessant finde ich auch, wie inzwischen in der Diskussionskultur mit zweierlei Maß gemessen wird.

Sexistische Äußerungen -> Aufschrei!
Witze über irgendeine Nationalität -> So eine Rassistensau!
Spott über Religionen -> Das haben die kommentarlos zu ertragen, warum glauben die auch so nen Scheiß?

Natürlich ist es ok, wenn Satire Missstände anprangert, das ist auch ihr Zweck. Leider war das, was z.B. Charlie Hebdo gemacht haben oder machen, in sehr vielen Fällen keine Satire, sondern sinnlos provozierender, respektloser, unlustiger und, ja, auch rassistischer Müll, der nur dazu dient, Religionen und Gläubige pauschal in den Dreck zu ziehen. Das ist selbstverständlich auch erlaubt, niemand kann es verbieten, gegen alles und jeden zu pesten. Nur sollte man vielleicht nicht alles tun, was legal ist, besonders dann nicht, wenn man sonst solche Prinzipien wie Toleranz, Meinungs- und Glaubensfreiheit hochhält.

Charlie Hebdo hat sich gegen Extremisten gerichtet, nicht gegen den Islam an sich und solche Menschen haben für mich kein Recht, Respekt zu verlangen

Andersrum habe ich auch schon oft genug Spott gegen Atheisten gesehen~

Nicht nur. Hier mal ein Beispiel. Während die Karikatur links oben noch einigermaßen in Ordnung ist, ist die rechts davon unter aller Sau. Was ist denn bitte der Satiregehalt dieser Zeichnung? Hier geht es nur darum, Mohamed zu diffamieren und sich über die Menschen lustig zu machen, denen bei solchen Zeichnungen die Galle hoch kommt, d.h. also auch über deren religiöse Gefühle. Charlie Hebdo möchte alle Religionen im Klo runterspülen, und zeigt das immer wieder auf die derbstmögliche Art und Weise.

Satire hat mehr zu leisten, als zu provozieren und von den Inhalten abzulenken. Warum muss dieses Blatt denn alles auf eine Fäkalebene runterziehen, ganz gleich, ob es grad um Politiker, Meinungen oder Glaubensrichtungen geht? Lärm beweist gar nichts.

Da die katholische kirche hält sich ja auch nicht gerade zurück, wenn sie uns homosexuellen abwertet also sollten wir uns auch nicht zurück halten!!

Ich habe kein Problem mit “religiösen Gefühlen” solange:

  • Staat und Religion voneinander getrennt sind
  • Gläubige sich nicht in das Leben von nicht- oder andersgläubigen einmischen (Verbote, Diskriminierungen etc)
  • Religion nicht als Wissenschaftsersatz fungiert (Kreationismus vs. Evolution)
  • der Glaube in Frieden praktiziert wird
  • Grundrechte gewahrt werden

Geniales Argument. Du begibst dich also gerne auf das selbe Niveau, wie dein “Feind”? Bist du dann besser? Und wie definierst du “katholische Kirche”? Die besteht nicht aus einer einzigen Person und jeder Mensch hat seine eigene Meinung, egal ob er jetzt ein Anhänger der katholischen Kirche ist oder eben nicht.

Anscheinend hast du dir dieses Drecksblatt noch nie wirklich angesehen.