Partnerbörsen Erfahrung | Nützlich oder Sinnlos, um Partner zu finden?

Hey Leute!

Ich wollte mich mal über das Thema Partnerbörsen im Internet austauschen, um zu schauen was ihr so drüber denkt.

Zum Thema:

Und zwar hatte ich mich vor einer Weile auf Partnerbörsen registriert, nachdem ich mich leider von meinem ehemaligen Partner verabschieden musste. Da ich oft gehört habe, dass Leute auf Tinder und Co. unterwegs sind wollte ich es also auch mal ausprobieren und registrierte mich auf mehreren Partnerbörsen, um zu schauen ob sich nicht dort jemand neues findet.

Nach etwa 1-2 Monaten musste ich persönlich leider die Feststellung machen, dass es mir extrem wenig gebracht hat und quasi keiner, der oder die mich kontaktierte mir in nur kleinster Weise interessant schien, da der Großteil oft auch merkwürdige Personen waren, die im Vergleich zu mir entweder mega alt oder einfach nur unheimlich waren.

Des Weiteren musste ich bei meiner eigenen Suche feststellen, dass viele anscheinend wirklich nur auf Sex aussieht oder gar fake sind oder sich einfach nur präsentieren wollen, um zu schauen wie viel Aufmerksamkeit sie erlangen, ohne halt die Absicht auf eine Beziehung etc. zu haben.

In der ganzen Zeit ist mir wirklich sehr aufgefallen, dass es wirklich sehr schwierig scheint auf Partnerbörsen jemanden anständiges zu finden, vor allem da alles immer durch die Bilder und das Aussehen verfälscht wird und quasi alles was darauffolgt voreingenommen ist. Damit meine ich das jemand dann nur so tun könnte, als ob sie oder er einen mögen bzw. lieben würde, obwohl er oder sie nur das Aussehen von einem mag, nicht aber die Persönlichkeit oder halt immer nur an das Aussehen denkt und die Persönlichkeit ausblendet.

Es kann aber auch passieren, dass einer oder eine einen nur ablehnt, weil man in deren Augen nicht gerade perfekt aussieht, obwohl man vielleicht von der Persönlichkeit her perfekt wäre, jedoch ist es ja oft so, dass man erst anhand der Bilder entscheiden muss, bevor man mit jemanden schreiben kann usw. und dadurch kann man aus Versehen einen potenziellen Partner verpassen.

Daher kann ich echt nicht sagen, wie manche dort einen echten Partner fürs Leben gefunden haben. Ich nehme an, dass diejenigen wohl extrem viel Glück hatten oder es lange versucht haben jemanden passendes zu finden.

Fazit:

Insgesamt würde ich aber sagen, dass ich wirklich kein so großer Fan von Partnerbörsen mehr bin, weil alles einfach viel zu voreingenommen ist und man nicht wirklich weiß, welche Absichten die andere Person hat, also ob sie oder er es ernst meint oder nur so tut, um etwas anderes zu erreichen etc. und habe daher meine meisten Accounts wieder gelöscht.

Ich persönlich bin viel lieber ein Fan von Partnerschaften, die sich aus einer guten Freundschaft entwickelt haben, da man sich dort meist schon länger und besser kennt und man weiß auf wen und was man sich da einlässt und dann automatisch eher immer die Persönlichkeit im Kopf hat und das Aussehen dann weniger eine Rolle spielt.

Frage an euch:

Was haltet ihr von Partnerbörsen und was sind eure Erfahrungen?
Was ist laut eurer Meinung die beste Methode einen passenden Partner/in zu finden?

Die schwule Datingwelt hat ja nunmal extreme Probleme. Man wird nach seinem Aussehen und Körpertyp beurteilt (wenn du kein Twink oder Hunk bist, hast du eh schon mal weniger Chancen, dass dich jemand attraktiv findet). Hohe Oberflächlichkeit (Haarfarbe, Augenfarbe, Hautfarbe, Körpergröße, Penisgröße, Körperbehaarung) und das Problem der Anonymität des Internets (beleidigende Nachrichten mit Inhalten, die man jemandem im echten Leben nicht ins Gesicht sagen würde) machen alles noch mal komplizierter. Es ist ja auch kein Geheimnis, dass viele Schwule mit “inneren Dämonen” zu kämpfen haben; sei es, dass sie sich nicht wirklich öffnen können aus Angst, abgelehnt zu werden, oder dass sie sich nicht binden können (entweder aus Angst, verlassen zu werden, oder einfach, weil es noch andere geile Typen gibt, mit denen man unbedingt im Bett landen will), oder oder oder. Meiner Meinung nach sind solche Apps/Seiten wie Grindr oder Gayromeo nur Fleischmärkte, auf dem Angebot und Nachfrage das handelnde Prinzip sind. Die große Liebe wird dort eher weniger gesucht, auch wenn sich unverbesserliche Romantiker (ich) dort herumtreiben mögen :flushed:

Ich denke mal, dass jeder, der schon mal auf so einer Seite oder App angemeldet war, ähnliche Erfahrungen gemacht haben wird. Es gibt die Creeps, es gibt die Schwanzgesteuerten, es gibt charakterliche und tatsächliche Arschlöcher, man wird einfach geghostet, plötzlich wüst beschimpft, oder nach der dritten Nachricht kommt schon “Ich liebe dich”. Und natürlich der Klassiker: es kommt gar keine Antwort. Wahrscheinlich kann hier jeder von uns auch persönliche Horror-Stories erzählen, mit was für Deppen man in Kontakt gekommen ist.

Ich muss aber auch in aller Fairness sagen, dass ich wirklich wunderbare Menschen auf Datingapps kennen gelernt habe, die auch immer noch Teil meines Lebens sind. Ich habe meinen Ex-Freund auf dbna kennen gelernt, und auch davor hatte ich das eine oder andere Treffen, bei dem ich sehr froh war, die Person kennenlernen zu dürfen, auch wenn daraus letztlich keine Beziehung entstanden ist. Den einen oder anderen “guten Jungen” gibt es ja doch, auch wenn man sehr sorgfältig suchen und aussortieren muss.

Ich bin jetzt seit 1,5 Jahren nicht mehr auf solchen Seiten angemeldet, weil mir das zu viel Stress ist und ich gemerkt habe, dass es mir psychisch nicht gut tut, als Stück Fleisch angesehen und bewertet zu werden, und die Enttäuschungen, die man dort erleben muss, wurden mir dann auch zu viel. Andererseits scheine ich wohl ein ganz “leckeres” Stück Fleisch zu sein, sodass ich einige Fans dort hatte und viele Zuschriften bekam. Auch diese Art von unechter Aufmerksamkeit finde ich gefährlich, weil es natürlich auch im Gehirn etwas auslöst. Auf dem gleichen Prinzip bauen Apps wie Instagram auf, die eine Art von “Fame” und Bekanntheit anbieten, und irgendwann kann man vielleicht gar nicht mehr ohne die konstanten Affirmationen leben; man braucht die Komplimente, weil es sich einfach gut anfühlt. Wenn ich einen schlechten Tag hatte, bin ich halt online gegangen und habe mir dann dort von Männern sagen lassen, wie gut, hübsch oder geil ich aussehe. Das war aber nicht gesund, und daher habe ich mich dazu entschieden, diese Verhaltensweise zu ändern, was anfangs auch echt nicht leicht fiel.

Wie genau man einen Partner auf ganz natürliche Weise finden soll, weiß ich nicht. Natürlich kann sich etwas ergeben mit jemandem, den man schon länger kennt, aber wenn man explizit nach einem potentiellen Partner sucht, dann wüsste ich da keine Strategie. Ich habe alle meine Dates online gefunden. Witzigerweise nicht bloß über Dating-Services. Da ich selber kein Szenegänger bin und von Freunden, die sich dort bewegen, nur Geschichten von Traurigkeit und Einsamkeit erzählt bekommen habe, würde ich es da gar nicht erst versuchen. Wobei ich mich auch frage, wer in einen Gay Club geht, um dort die Liebe seines Lebens zu finden lol :joy:

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Also von meinen Erfahrungen her - die jetzt schon etwas zurückliegen, da ich seit über einem Jahr glücklich vergeben bin - muss ich euch größtenteils Recht geben. Wenn ich das bildlich beschreiben würde, dann ist die Suche nach Jungs für was Ernstem auf solchen Datingplattformen oftmals die nach der Nadel im Heuhaufen und eine sehr langwierige Geschichte. Bevor ich auf meinen jetzigen Freund gestoßen bin, hatte ich mit einigen Jungs näher geschrieben, woraus aus ganz unterschiedlichen Gründen nichts wurde.

Pauschal gesagt, antworteten erstmal rund 90% der Jungs, die ich angeschrieben hatte, gar nicht, obwohl ich mir, soweit das aufgrund der Angaben im Profil möglich war, Mühe gegeben hatte, mir einen sinnvollen Satz zu Beginn einfallen zu lassen und nicht bloß einfach “Hi” zu schreiben. Bei den verbleibenden 10% stellte sich dann bei 5% recht schnell raus, dass sie nicht so richtig am reinen Kennenlernen interessiert waren - sei es, weil sie gemessen am Textumfang ewig zum Antworten brauchten, keine Fragen stellten oder ihre Antworten von Anfang an sehr kurz ausfielen. Und nur mit den restlichen 5% kam es dann überhaupt dazu, dass ich mich richtig unterhalten und sie online kennenlernen konnte.

Einige Jungs hat es dann tatsächlich - obwohl ich es ausdrücklich ins Profil geschrieben hatte - nach ein paar Tagen oder gar Wochen interessanter Unterhaltung überrascht, dass ich hauptsächlich auf der Suche nach was Festem und eher weniger nach reiner Freundschaft war, und sie sich das aber nun mal gar nicht vorstellen konnten. Ziemlich ärgerlich und im Nachhinein betrachtet eine Zeitverschwendung, mit diesen gechattet zu haben - sowas hätten sie gleich am Anfang klarstellen können, zumal ich bei ehrlichem Umgang durchaus auch an ner bloßen Freundschaft Interesse gehabt hätte. Dass die meisten Jungs, die jetzt nicht grade auf Sex aus sind, einen in einem reinen Datingforum in der Regel nicht aus Langeweile aus heiterem Himmel anschreiben und vor allem sich ernsthaft unterhalten, sollte ja eigentlich klar sein…

Andere Jungs stellten nach ebenso langer Zeit und guter Unterhaltung fest, dass man zu weit auseinander wohnen würde, um sich mal persönlich zu treffen - auch sowas ein typischer Fall für “das hätte man ja gleich wissen können” - oder nannten immer wieder andere Gründe, warum ein Treffen nicht klappen könnte, bis es irgendwann klar war, dass aus dem netten Gespräch leider nicht mehr werden könnte. Eine andere Variante war, dass sich einige durchgehend weigerten, aus dem Datingportal zu einem üblichen Messenger wie WhatsApp oder Telegram zu wechseln, was dafür sprach, dass ihnen das Weitersuchen auf dem Datingportal und das Nichtentgehen möglicher anderer Nachrichten von anderen Kontakten doch wichtiger war als der nähere Kontakt mit einem selbst.
Ein gelungenes Treffen ist ja nun mal im Regelfall Voraussetzung dafür, dass sich mehr aus einem Kontakt entwickeln kann, denn nur beim Treffen lernt man die Mimik und Gestik genau kennen, die Umgangsformen des anderen etc… Für diejenigen, die sich jetzt in Coronazeiten neu daten (da bin ich so froh, dass ich das als glücklich Vergebener nicht mehr tun muss), ist es heute natürlich noch schwieriger als für mich damals, bei der Ablehnung eines Treffens echte Vorsicht wegen Corona von Desinteresse zu unterscheiden.

Selbst bin ich eher selten von anderen Jungs aus angeschrieben worden - ich hab mein Profil aber bewusst ehrlich gehalten und nicht auf möglichst viele Klicks angelegt, weil ich noch nie oberflächlich war und auch keine Enttäuschung beim ersten Treffen deswegen erleben wollte, weil ein Typ nicht mich selbst, sondern eine gefotoshoppte und gestylte, unechte Version von mir kennengelernt hatte. Auch Enttäuschungen, auf die jeder verzichten kann, der einen Typ für was Festes sucht.

Letzteres ist übrigens meiner Erfahrung aus den Jahren bis 2019 nach auf solchen Datingportalen, wo nicht nur feste Partnerschaften, sondern auch reine Sexdates oder Freundschaften zu finden sind, und vor allem wegen der Sexdates sehr viele oberflächliche User zu finden sind, auch ne schwierige Gratwanderung, grade weil sich die (meisten) Jungs das Profil nicht durchlesen - einerseits kommt es schlecht, wie es skellige so prägnant beschreibt, nach der dritten Nachricht “ich liebe dich” zu schreiben oder gleich am ersten Tag zu fragen, ob denn wenigstens ansatzweise was Festes vorstellbar wäre, andererseits kommt es auch schlecht und zieht viel Zeit von anderen interessanten Kontakten ab, so lange freundschaftlich und befreit von jedem sexuellen Kontext zu plaudern, bis sich ein Treffen erledigt, weil man sich für den Moment nichts mehr zu erzählen hat und der Kontakt einschläft. Eine echte Strategie ist hier schwierig, wie skellige schreibt - aber wenn man “mehr” nicht ausgeschlossen hat, es schon bis zu einem Treffen geschafft hat und das gut gelaufen ist und man sich wiedersehen möchte, dann sind die Vorzeichen zumindest schon mal gut, dass sich etwas daraus entwickeln könnte. Anstelle solcher Plattformen für alles hatte ich mir, als ich auf der Suche nach etwas Festem war, oft kostenfreie Plattformen gewünscht, auf denen man sich ohne diese Oberflächlichkeit austauschen und wirklich kennenlernen kann. Also so eine Art Mix aus boypoint und dbna, denn boypoint ist zwar ein Forum zum Austauschen, aber eben gerade kein Datingforum. Abraten würde ich jedenfalls von kostenpflichtigen Partnerbörsen, da dort auch einige Leute unterwegs sind, die Profile vorgaukeln, hinter denen in Wahrheit keine Menschen auf der Suche stehen, sondern Angestellte der Plattformen, die dafür bezahlt werden, möglichst viele Neuuser anzuschreiben und sie möglichst lange auf den Plattformen zu halten. Klar gibt es auf kostenfreien Seiten auch Fakeuser, aber da ist dann wenigstens kein Geld weg.

Selbst habe ich ebenfalls alle meine Dates online gefunden und folglich neben meinem jetzigen Freund auch meine Ex-Freunde, allerdings ebenso nur teilweise über Datingplattformen und teilweise “nebenbei” über längeren Austausch in Foren. Ich habe auf beiden Arten von Internetseiten aber auch (freundschaftliche) Freunde kennengelernt, bei denen nie der Gedanke an etwas über Freundschaft hinaus aufkam. Dennoch schließt das - da bin ich anderer Meinung als CookieBoy - ja nicht die Möglichkeit aus, dass sich auch aus einer Online-Freundschaft nach einigen Jahren eine Partnerschaft entwickeln kann, so wie es mir bei einem meiner Ex-Freunde passiert ist. Bei Bekanntschaften aus dem realen Leben ist das nach meiner Erfahrung und der vieler anderer hingegen sehr schwierig, da vor einem Gedanken über eine mögliche Beziehung zuerst die Frage im Raum steht, ob derjenige überhaupt schwul/bi ist, und oft vergebliche Hoffnungen entstehen, weil das doch nicht der Fall ist.

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