Outing in der Familie. - Homophober Großvater

Ja, das leidige Thema mit dem richtigen Zeitpunkt.
Ich sags mal so: Es gibt keinen “richtigen” Zeitpunkt dafür.
Du musst dir einfach einen aussuchen, der nicht gerade der denkbar ungünstigste ist. Stichwort Familienfeier.

Du hattest in einem Post geschrieben, dass es eine handvoll ausgewählter Pesonen in deiner Heimat
bereits wissen. Schnapp dir am besten einen davon und nimm ihn/sie als Verstärkung mit. Glaub mir, das macht
die Sache wesentlich einfacher.

Alles was du sonst noch machen kannst, außer darauf zu warten, dass jemand auf die
Idee kommt, dich danach zu fragen (meistens eher unwahrscheinlich) ist, auf Konfrontationskurs zu gehen.
Wenn du dich wirklich outen willst, dann musst du offen auf deine Eltern zugehen und mit ihnen reden, so schwer dir
das auch fallen mag. Da kommt es eigentlich sogar sehr gelegen, dass dein Verhältnis zu ihnen im Moment so gut ist.
Das wird es auch ihnen im Endeffekt leichter machen damit umzugehen.

Falls dir das noch eventuell eine Hilfe ist, habe ich hier einen Link zu einem Video. Darin beschreibt ein Redner in einer ziemlich
eindrucksvollen Art, wie man mit persönlichen Geheimnissen umgeht, die sehr schwer zu offenbaren sind. Der Vortrag ist auf Englisch
aber er hat mir zum Beispiel beim Coming Out bei meiner Mutter geholfen, sprich es war der letzte fehlende Impuls:

youtube.com/watch?v=lkbWIfP3mLw

Ich hoffe sehr, das dir das weiterhilft.

Liebe Grüße,
Cuddy

Jo genauso war mein Plan auch und dann einfach raus damit und abgehauen… Aber so einfach wars dann doch nicht, weil ich plötzlich keinen Grund mehr hatte mich zu outen. Jetzt ist der Drang aber wieder da.

Vielen lieben Dank für das Video. Ich werde es mir gleich mal ansehen und bin sehr gespannt. :slight_smile:

Ich hab auch schon überlegt ob ich meinen Eltern einen Brief schreibe, so wie einige andere auch. Theoretisch wäre es echt das einfachste und ich würde das Problem ganz easy umgehen, dass ich mit meinen Eltern über meine Sorgen und bla reden muss, da mir ja genau das schwer fällt.
Aber dann denke ich mir halt so… “Hey du bist 20 und nicht 14. Ist n Brief nicht irgendwie n bisschen albern und un-erwachsen?..”

Kp was sagt ihr dazu? Wer weiß ob meine Eltern die Zeit finden ihn gemeinsam zu lesen, da beide sowieso fast nie zuhause sind?

Naja ich zieh mir erstmal das Video rein. Danke schon mal. :flag:

Ich hatte das Glück, dass so ziemlich alle damit irgendwie umgegehen konnten. Mein Vater war anfangs irritiert, weil er sowas einfach nicht vermutet hatte. Meine Oma hat angefangen zu heulen, weil ich mich deswegen so fertig gemacht habe. :smiley: Bei uns wird Familie wirklich groß geschrieben.

Wenn du zu deinen Eltern ein wirklich gutes Verhältnis hast, dann raus damit. Wenn dein Opa dich deswegen nicht so akzeptieren kann, dann, sorry, hau ihn aus deinem Leben. Auch wenn es weh tut. Ich denke, wenn man schwul oder lesbisch ist, muss man “eine dicke Haut aufbauen” (sag ich jetzt mal) um solche Schritte zu machen. Denn du darfst nicht vergessen: Letztendlich ist das etwas, mit dem nur du leben musst.
Momentan kennt dein Opa dich nur so, wie du es ihm vorlebst. Aber leider bist da ja nicht wirklich du.

Immerhin bist du schon bei deinen Freunden geoutet und hast einen Freund. Das ist sehr wichtig. Denn so weißt du, dass du auf jeden Fall Leute um dich hast, die für dich da sein werden.

“Wenn du ein wirklich gutes Verhältnis zu deinen Eltern hast[…]”

Wenn ich nicht mit ihnen über persönliche Dinge reden kann, ist es dann wirklich so gut? Also ich würde es definitiv nicht als schlecht bezeichnen, aber mir fällt es halt schwer etwas über die Lippen zu bringen. Dass ich es ihnen sagen werde steht für mich eigentlich schon fest, aber die Frage ist WIE?

Brief? Oder doch lieber im Gespräch? Keine Ahnung der Einstieg ist einfach am schwersten und da hab ich keine Ahnung wie ich das machen soll.

Und mein Opa… nunja sicher ist er ein konservativer intoleranter altern Mann, aber es ist immer noch mein Opa. Es ist der Mann, zu dem ich als Kind gegangen bin, wenn ich mich von meinen Eltern missverstanden gefühlt habe. Der Mann, der immer Zeit für mich hat. Der Mann, den ich anrufen kann, ganz egal was ist, er kommt. Der Mann der Gefühlt mehr Zeit für mich hatte als meine Eltern. Der Mann von dem ich mich mehr geliebt gefühlt habe als von meinem Vater. Der Mann den meine Freunde alle zum schreien komisch finden. Der Mann, dem ich nie nein sagen könnte wenn er meine Hilfe braucht. Der Mann, der meinen Kindergartenfreunde erzählt hat, er sei der Weihnachtsmann, und diese haben es geglaubt, der er wirklich so einen Bart hat.

Auf diesen Mann kann ich nicht scheißen. Das geht nicht. Ohne ihn will ich nicht leben. Schlimm genug ist die Vorstellung dass er eines Tages sterben muss…

Auch wenn die Verhältnisse in unserer Familie zueinander gut sind, so oft reden wir dann auch nicht über wirklich tiefgehende Sachen. Mir persönlich ist sowas auch immer schwer gefallen. Teilweise ist das heute noch so. Ich habe mich vor manchen Dingen einfach völlig abgeschottet, bis es einfach nicht mehr ging.

Ja, der Einstieg ist sehr schwer. :smiley: Aber, oh man, geht es einem danach besser. Ich weiß noch, dass ich es damals zuerst meinen Großeltern gesagt habe. Ich bin gar nicht mit dem Vorhaben zu denen gegangen, dass ich mich jetzt outen muss. Eigentlich war ich nur nach der Schule bei ihnen zum Essen. Aber irgendwie (ich weiß nicht wieso), hatte ich plötzlich das Gefühl, dass ich jetzt mit der Sprache rausrücken muss, oder ich wäre so dermaßen von mir enttäuscht gewesen. Ich bin dann mit ihnen ins Wohnzimmer und wir haben etwas Ferngesehen. Mein Herz hat geschlagen wie bekloppt. Und dann habe ich so ganz vorsichtig gesagt “Ich muss mal mit euch über was sprechen”. Und mein erster Gedanke war: “Fuck, was habe ich gemacht?! Jetzt gibt es kein Zurück mehr!”
Meine Oma hat sofort den Fernseher ausgemacht und ich wusste gar nicht was ich jetzt sagen sollte. Ich weiß auch jetzt nicht mehr zu 100% war ich gesagt habe. Ich weiß nur noch dass es sowas war wie, dass ich gemerkt habe, dass ich irgendwie nicht auf Frauen stehe. Das Wort schwul habe ich mich nicht getraut auszusprechen, auch wenn der Fall dann ja wohl klar war. :smiley: Ich weiß aber noch, dass die 1-2 Sekunden bevor ich den Mund aufgemacht habe, sich so anfühlten, als müsse ich mich jeden Moment übergeben. Da kannst du mal sehen, welche Last man von sich geworfen hat.

Wie du es ihnen sagen möchtest bleibt dir überlassen. Ich habe das persönliche Gespräch zu meinen Großeltern und meinem Vater gesucht. Meinen Freunden habe ich es damals noch über MSN mitgeteilt. (Am gleichen Abend übrigens. Wollte das alles so schnell wie möglich hinter mich bringen.) Mach es einfach so, wie du es für richtig hältst.

Weißt du denn, wie deine Eltern über Homosexualität denken?

Ich kann dir da nur meine Einschätzung zu geben. Ich habe auch schon einige Leute in meinem Leben verloren die mir etwas bedeutet haben. Die Sache ist einfach, wenn ich merke, dass mich jemand aus irgendwelchen Gründen nicht mehr mag oder mich scheiße findet, dann kann diese Person bei mir noch so viele Sympathiepunkte in der Vergangenheit gesammelt haben, ich brauche sie dann nicht mehr.

Und wenn ich lese, dass dein Opa zu dir gesagt hat, dass wenn du schwul bist “wir geschiedenen Leute sind” und dir da unterschwellig irgendwie droht, dann macht mich dass doch irgendwie betroffen. Einfach weil ich mir vorstelle, wenn das mein Opa (zu dem ich auch ein wunderbares Verhältnis habe) zu mir sagen würde… So wie ich mich kenne, würde ich wohl aus Protest zu ihm gegehen und sagen, dass ich schwul bin.

Ich weiß auch nicht wie ich dir das anders sagen soll, ohne, dass es scheiße klingt. Entweder dein Opa ändert mit der Zeit seine Meinung über Homosexualität oder ihr beide werdet keinen Kontakt mehr zueinander haben. Aber das ist so ein Problem, an dem man auch arbeiten kann.

Hallo aussiegerman,
ich gebe dir mal meine Einschätzung dazu.
Bei mir wissen es auch nur einige Freunde, von der Familie nur meine Tante und meine Schwester.
Mein Opa ist vor einiger Zeit mit 87J. gestorben und ich hatte mir ebenfalls vorgenommen, es ihm nicht zu beichten.
Selbst wenn er noch länger leben würde, würde ich es ihm nicht sagen.
Ich habe ebenfalls diese “Rolle” als einziger männlicher Nachkomme, den Familiennamen weiterzugeben. Aber das ist mittlerweile Blödsinn, denn wenn meine Schwester mal heiraten sollte, können die Kinder auch ihren Familiennamen annehmen. Ich vermute mal, dass sich mein Opa auch seinen Teil gedacht hat, aber er hat mich zumindestens nie darauf angesprochen.
Das Verhältnis zu meiner Mutter ist sehr gut, aber auch eben nicht so richtig innig. Ich habe damals halt immer mit Freunden über Probleme etc. gesprochen. Sie würde es sicherlich verstehen und ich hab auch schon einmal so ein paar Andeutungen gemacht, in welche Richtung es gehen könnte, aber wirklich geoutet habe ich mich noch nicht. Ein besonders inniges Verhältnis zu meinem Vater habe ich nicht, er ist oft arbeiten und widmet seinem Hobby viel Zeit, sodass wir ihn dieses Jahr alle kaum gesehen haben.
Wann ist der richtige Zeitpunkt für ein Outing? Ich denke mal dann, wenn deine Eltern entspannt sind und nichts größeres Ansteht. Mein Vater lag jetzt lange im Krankenhaus und meine Schwester auch (es geht aber beiden gut) und mein Opa ist verstorben vor nicht all zu langer Zeit, deswegen werde ich meine Mutter erstmal mit einem Outing verschonen, damit sie sich nicht noch mehr Sorgen und Gedanken macht.
Ich finde es auch wichtig, sich selbst nicht unter Druck zu setzen.
Irgendwann werde ich es allen erzählen, aber nach und nach. Mein Onkel orientiert sich politisch auch eher rechts und auch mein Vater ist Schwulen nicht wirklich zugetan, und wenn irgendwann beide keinen Kontakt mehr wünschen, dann ist das eben so. Damit muss man als Schwuler eben umgehen können.

Zuerst einmal vielen lieben Dank für eure Antworten. :slight_smile:

Naja nur so halb. Als Teenager wird man ja des öfteren gefragt, “Was man mal werden will.” und ich wusste es halt überhaupt nicht und da meinte mein Vater zu dem bekannten, der fragte: “Naja so lange er nicht son schwuler Friseur wird, ist alles gut.” Dabei sollte ich jedoch dazu sagen, dass mein Vater was gegen Friseure hat, diese würde ja eh kein Mensch brauchen und wirklich was können tun sie auch nicht. (aber das ist ein anderes Thema)

Auf der anderen Seite, hat mir eine Freundin erzählt, als sie ihr Vater, mein Vater und ein weiterer Nachbar mal zusammmen saßen, gings irgendwie kurz um die Ehe für alle. Und mein Vater soll laut ihr gesagt haben “Ja solln die doch heiraten, ist doch nichts schlimm dran und stört auch niemanden.” Somit weiß ich dass er kein Problem damit hat.

Ich habe auch schon mal einen Jungen relativ oft mit nach hause gebracht und meine Eltern so “wo kommt der her?” und “woher kennst du ihn?” Als hätten sie den Braten gerochen. Aber ich glaube nicht, dass sie das wirklich ernst genommen haben.

Freunden gegenüber bin ich mitlerweile recht offen. Im Dorf meiner Eltern wissen es bis jetzt zwar nur eine Hand voll, aber das liegt eher daran, dass es meine Eltern noch nicht wissen sollen. Wenn bei denen die Katze aus dem Sack ist, gehe ich total offen damit um. Dann ist mir auch egal was Nachbarn und so weiter sagen. Der einzige vor dem ich mich richtig verstecke ist mein Opa. Wäre er mir egal wäre das sicher einfacher.

Und naja ich suche noch nach einem weg wie ich es meinen Eltern sage. Mein Vater ist generell nie entspannt, es sei denn er besteigt irgend einen Berg. :smiley:

Wie gesagt: Nimm dir die Zeit, die du brauchst. Wichtig ist einfach nur, dass du glücklich wirst. Es geht bei der Sache eben nur um dich. Nicht um deine Eltern und nicht um deinen Opa. Das ist dein Leben und dein Empfinden, also mach was draus.

Ansonsten schließe ich mich der Aussage von Frerek an: Als Schwuler muss man auch damit umgehen können, dass einen Leute ablehnen. Das ist nicht schön und auch nicht einfach, aber es lässt sich nun mal leider nicht vermeiden.

Ich wünsche dir auf jeden Fall alles Gute bei der Sache! :slight_smile: Wäre ja vielleicht ganz interessant, wenn man hier irgendwann mal zwei Sätze liest wie es mit deinen Eltern gelaufen ist. Hau rein!

Okay vielen Dank.

Ablehnen ja gut und schön, aber aus der eigenen Familie wäre schon ungeil.

Aber naja kann noch dauern aber wenn ich es meinen Eltern gesagt habe, werde ich mich auf jeden Fall melden. :slight_smile:

Aber mach bitte keinen guten Vorsatz fürs neue Jahr draus. :smiley:

Hallo,

es ist schon eine ganze zeit her, seit ich den Thread gestartet habe. Ich weiß nicht ob es jemanden interessiert, aber ich bin immer noch nicht geouted. :frowning:

Ich habe mir im Dezember vorgenommen es bis Jahresende meinen Eltern zu erzählen, konnte das aber nicht einhalten. Das finde ich jetzt aber weniger schlimm. Viel mehr wird mein Opa nun zum Problem.

Ich bin seit gestern Abend wieder bei meinen Eltern auf dem Dorf. Mein Opa hat heute angerufen, ob ich gut angekommen sei und so. Ich solle doch bitte zu ihm kommen, er will mit mir reden über verschiedene Dinge. Eins davon ist das Thema “Freundin”. Er macht sich “Sorgen” und möchte sein Gewissen beruhigen bevor er stirbt…

Ich weiß genau was er für “sorgen” meint und ich habe das ja auch schon geschrieben.

Ich habe niemandem in der Familie dem ich mich gut anvertrauen kann, wo ich auch mal weinen kann und auch niemanden, der mal mit Opa spricht wenn er nach dem Gespräch sauer auf mich ist…

Ich weiß nicht was ich tun soll. Weiter heucheln oder die Wahrheit sagen? Das Gespräch hätte er am liebsten heute Nachmittag. Also jetzt. Ich gehe aber maximal morgen zu ihm. Heute will ich mir nicht den Karnevalstag versauen.

Du versuchst doch die ganze Zeit nur, niemanden zu enttäuschen und die Erwartungshaltungen (!) anderer Menschen zu erfüllen. Ich glaube nicht, das du durch diesen Thread oder auch sonst kurzfristig da raus kommst. Ich würde psychologische Hilfe in Anspruch nehmen da du, meiner Ansicht nach, lernen musst, für dich und deine Interessen, Neigungen einzustehen. Wir werden das hier nicht mit dir erreichen können.
Meine Meinung (bei allem Respekt vor dir und deiner Familie)? Dein Opa ist ein A…loch, der schlecht über seine Frau redet, seinen 20-jährigen !! Enkel massiv unter sexuellen Druck setzt, ausländerfeindlich und wahrscheinlich auch ein Kontrollfreak ist. Der Typ kann noch 20 Jahre lang leben und dir das Leben selbst auf die Distanz hin zur Hölle machen. Ob heucheln oder Wahrheit weiß ich auch nicht aber ohne klare Ansage, das er in deinem Leben nix zu wühlen hat ist das Mindeste, was DU bringen solltest. Wenn der früher der ideale Opa war ist das ja ganz schön aber hat im Hier und Jetzt keine echte Relevanz. Mein Vater hat als Kind Karl May verschlungen und geliebt. Als junger Erwachsener hat er angefangen, die rassistischen Aussagen und christlichen Ergüsse von Karl May zu erkennen und zu hassen. So etwas geschieht eben und es bringt nix, der ach so schönen Vergangenheit so viel Raum zu geben. Es geht dir jetzt mit ihm und seinen Aussagen schlecht also ist das jetzt relevant. Außerdem existierst du ja nicht um deinem Opa ein gutes Familiengefühl zu bereiten, es sei denn, es bereitet dir Freude, dich darauf zu reduzieren was ich aber nicht glaube.
Nur bringt dir das ja alles nix wenn du das alles ganz anders siehst bzw. sehen willst. Also riskiere ruhig weiterhin deinen inneren Frieden indem du versuchst, einen über 80-jährigen (hier stand ein Schimpfwort welches ich dann doch wieder gelöscht habe) glücklich zu machen.
Tut mir leid, wenn das alles zu hart für dich klingt aber so empfinde ich nun mal. Dir persönlich wünsche ich Alles Gute.

Hab noch was vergessen: Sag ihm doch, das du mit niemanden über deine Sexualität sprechen wirst. Das geht niemanden was an und fertig.
Sein Gewissen kann er beim Pfarrer oder sonstwo erleichtern. Er kann sich auch bei dir für von ihm begangenes Unrecht entschuldigen aber ansonsten hast DU mit seinem Gewissen nix zu tun.
ER ist für sein Leben und Gewissen verantwortlich und Du hast mit seinem Wohlbefinden nichts zu tun. Mach dir das bitte mal umfänglich klar…

Hm natürlich klingt das hart was du geschrieben hast aber im Großen und ganzen hast du recht. Wenn meine Eltern es schon wüssten, dann wäre das alles viel einfacher. Naja zumindest glaube ich das.

Und ehrlich gesagt verstecke ich mich schon ein leben lang hinter einen Schleier und rede allen in der Familie alles immer schön. Das ist irgendwann zur normalität geworden und alle fanden mich immer lieb und nett. Ich will natürlich diesen Schleier auf jeden Fall ablegen allerdings fällt es mir schwer und ich habe Angst davor. Wovor ich genau Angst habe weiß ich nicht mal so genau, da ich genau weiß wie mein Opa reagieren wird und es somit keine Überraschung wäre. Aber ich traue mich einfach nicht den Schleier abzulegen.

Die Angst vor dem unbekannten? Weil du nicht genau weißt, wie dein Umfeld darauf reagiert?
Da kannst du dir noch so viele Gedanken drum machen und dir die Situationen ausmalen und im Kopf durchkauen… Es bringt einfach nichts. Das CO holt dich und deine Familie aus der comfortzone, dein Ansehen als guter Sohn, der keine probleme macht und vielleicht genauso ist, wie es deine Eltern wollen, könnte etwas angekratzt werden. So schlimm ist das nicht :stuck_out_tongue:

Geh den Schritt, den du für richtig hälst. Wenn du dich weiterhin vor deiner Familie “verstecken” möchtest, ist das deine Entscheidung und musst mit dieser klar kommen.

LG

Das ist doch ein ganz klarer und verständlicher Wunsch von dir und die Angst davor kann man auch gut nachvollziehen.
Frag dich einfach mal wie du auf diese Situation in 30 oder 40 Jahren zurückschauen möchtest. Möchtest du der Typ sein der auf seine Angst gehört hat oder der Typ, der den Schleier gelüftet hat und begonnen hat innerhalb der Familie zu sich selbst zu stehen?

Hm ja ihr habt ja irgendwie Recht. Meinen Opa hab ich trotzdem noch einmal angelogen und gesagt ich sei single und hetero. Allerdings hab ich im selben zug gleich mal meinen Standpunkt erklärt und gemeint wenn jemand Schwul ist, dann kann er nichts dafür. Das wollte er natürlich nicht wahr haben aber dann kennt er wenigstens meinen Standpunkt schon mal.

Seine größte Sorge die er gemeint hat, ist dass ich wohl der einzige Mensch in Deutschland wäre, der den Familiennahmen weiter tragen könnte. Aller anderen Verwandten seien Kinderlos und mit mir würde dann der Name aussterben. Mir wäre das völlig egal aber ihm scheint das ja sooooo wichtig zu sein.

Naja ich will es zuerst meinen Eltern sagen und habe mir vorgenommen es diesen Monat zu tun. Wann es dann meine restlichen Verwandten inklusive Opa wissen, ist mir erstmal egal, das zeigt sich mit der Zeit.

Na, dass klingt doch nach nem Plan!

Wird schon gut werden. Und wenns bei deinem Opa eben nicht so ist, was solls. Dann gibt es genug andere Leute, die zu dir stehen :slight_smile:

Kannst ja deinem Opa sagen dass du ja vielleicht ein Kind adoptieren kannst (mal schaun wie die Lage in 10 Jahren ist) und dieses dann deinen Namen weiterführen wird. Ist es denn ein besonderer Name? Mit mir würde zum Beispiel ein Adelstitel aussterben, aber den hat unsere Familie vor mehreren Jahrhunderten verloren, also müsste ich ihn erst zurück bekommen bis ich ihn wieder aussterben lassen kann :stuck_out_tongue:

Nein der Name ist nicht besonders. Es gibt ihn nur in Deutschland total selten. in Amerika und Kanada gibt es ihn noch. Es ist kein Adelstitel sondern nur ein Name.

Und mein Opa ist halt so, dass es mein eigen Fleisch und Blut sein muss und so weiter. Adoption wäre für ihn glaube etwas was genau so nicht klar geht. Aber gut soweit bin ich mit meinem Freund noch lange nicht. :smiley: