Mutter macht Stress

Ojeh, das klingt ja wirklich recht zerfahren. Was kann man da tun? Unabhängig von deiner speziellen Situation macht es ja nicht soooo wahnsinnig viel Sinn darauf zu warten das sich Menschen ändern. Wenn dein Leidensdruck also so hoch ist - und das ist er ja wohl, sonst hättest du sicher keinen Thread aufgemacht - kann eine Verbesserung deines Lebens nur durch dich erfolgen. Zu deinem Vater zu ziehen scheint ja auszuscheiden und deinem Bruder, deiner Schwester und deiner Mutter zu sagen, was sie alles anders machen sollen um dir zu helfen wäre sicher auch zu egoistisch.
Sicher kann es dir was bringen darauf zu bestehen, das deine engste Familie die Klappe über deine Sexualität hält und ich selbst verstehe auch, das dir das wichtig ist. Aber selbst wenn euer Verhältnis insgesamt besser oder sogar toll wäre kann es unabsichtlich geschehen, das sich jemand verplappert.
Du glaubst, das du auch kein einfacher Mensch bist. Vielleicht bist du damit deiner Mutter ähnlicher als dir lieb ist? Eine echt fiese Mutter hätte mir dir evtl. gar nicht gesprochen und es sofort Oma, Onkel und der ominösen ( :slight_smile: ) Ukrainerin erzählt… Mir scheint, bei euch gibt es ganz schöne Dickköpfe die sich richtig viel Stress machen :wink:
Tut mir leid falls du erwartet hattest bemitleidet zu werden und zu hören, wie Recht du doch mit dieser blöden Familie hast aber da wird es genügend andere Leute geben, die dir das schreiben können. Sorry, ich glaube, du bist in Ordnung aber es bringt dir meiner Meinung nach auch nix, dich in deinem Frust zu unterstützen.

Zusatzinfo: Ich teile mir mit meinem Bruder ein Zimmer und er spielt auch noch E-Gitarre und habe deswegen oft zu wenig Privatsphäre, weil ich meist entweder in der Küche sitze, er im Zimmer ist oder League of Legends spielt und mich nervt, dass ich nicht so viel im Internet machen soll.

Nö, ist alles gut. Du hast Recht, ich habe den Thread nicht wegen Mitleid eröffnet, das bekomme ich auch an anderer Stelle. :stuck_out_tongue:
Und ganz klar hast du Recht, ich habe auch von meiner Mutter viele Eigenschaften, davon auch einige sehr negative auf die ich nicht stolz bin. Ich bin beispielsweise auch ziemlich impulsiv und sehr dickköpfig und kann mich schlecht entspannen. Da gibt es aber grundlegende Dinge die mich von ihr unterscheiden, so Aspekte die eher von meiner väterlichen Seite kommen. Im Gegensatz zu ihr sehe ich die Dinge viel weniger einseitig und sehe meine Fehler (von denen es sicher sehr viele gibt) auch sehr schnell ein und habe auch weniger intensive Stimmungsschwankungen. Das sind nur mal ein paar Dinge, Beispiele welche die Situation schwierig mache.
Meine Mutter ist definitiv kein fieser Mensch oder übelwollend. Aber sie merkt nicht, was sie mit ihrem Verhalten anrichtet…

Hey Vielreder =]

Bis zum Abitur hast Du noch eineinhalb Jahre, hältst Du es so lange noch aus?

Hast Du mal erwogen, das Abitur abzubrechen und eine Berufsausbildung zu beginnen? Danach kannst Du immernoch studieren. Du wärst wahrscheinlich unabhängig von Deiner Mutter und könntest Dir in vielen Fällen eine eigene Wohnung leisten.

Junge, junge Sky26, du bist ja drauf :slight_smile:
Ich glaube nicht, das das für Vielreder eine echte Alternative darstellt. Andererseits wäre das natürlich eine wohl wirksame Methode, sehr schnell erwachsen zu werden und wirkliche Verantwortung für sein Leben zu spüren und zu stemmen. Aber auch eine harte Methode, oder? Ich glaube echt, er wird das lieber aushalten. Aktiv gestalten will er ja wohl nicht, weil entweder zu anstrengend oder zu wenig erfolgversprechend oder weil eh alle doof sind :smiley:

Ich war mal in einer ähnlichen Situation und mir hat es sehr geholfen, in einer eigenen Wohnung zu leben und den Kontakt zu meinen Eltern sehr einzuschränken. Ich empfehle jedem, darüber nachzudenken und sich nicht entmutigen zu lassen.

Hey Reder,

das klingt wirklich richtig scheiße. Also an deiner Stelle würde ich einfach durchhalten. 1,5 Jahre gehen super schnell rum. Versuch dein Abi so gut es geht zu machen und verdrenge deine Mutter und deinen Bruder. Familie sucht man sich nicht aus. Zieh durch was du dir vorgenommen hast (Abi und Studium) und lass dich von den beiden nicht provozieren. Ich würde so wenig es geht mit denen reden und auf dumme Kommentare nicht reagieren und mir sagen “nur noch 1,5 Jahre…”
Mach bloß die Schule zuende. Es ist glaube ich sehr sehr schwer Abi und Studium auf dem 2. Bildungsweg zu machen. In nicht mal 2 Jahren ziehst du aus und dann würde ich mich nie nie nie wieder bei meinem Bruder und meiner Mutter melden. Bei solchen Dingen wäre ich nachtragend bis an mein Lebensende. Und wen interessierts was dein Onkel und deine Oma sagen. Auch ohne die kannst du leben. Du magst sie ja ohnehin nicht besonders. Ich drücke dir die Daumen, dass sich deine Situation schnell bessert und die restliche Zeit fix rumgeht.

Hallo Vielreder,

ich habe mir jetzt mal deinen Thread durchgelesen und muss sagen, dass sich das wirklich nach einer ziemlich verzwickten Situation steckst… Das sieht ja bei dir Zuhause ziemlich chaotisch aus und ich kann mir denken, dass das alles andere als vorteilhaft für dich und deine Situation ist.
Dass dich deine Mutter so unter Druck setzt, ist absolut nicht fair. Wenn du der Meinung bist, dich nicht outen zu wollen, dann ist das deine Sache. Es geht ja schließlich nicht unbedingt jeden was an und du musst dich für deine Sexualität auch nicht rechtfertigen. Vor allem nicht, wenn du dich dabei so unwohl fühlst.
Die Idee, zu deinem Vater zu ziehen ist vielleicht auf den ersten Blick hin gar keine so schlechte, wenn er nicht so weit weg wohnen würde. Ich meine, Sachsen-Anhalt und die Schweiz liegen schon ein echtes Stück entfernt. Gerade jetzt, wo du mitten im Abitur stehst, weiß ich nicht, ob es wirklich so sinnvoll wäre, auch gleich noch das Land zu wechseln. Wenn du dir natürlich vorstellen kannst, dich dann dort nochmal vollkommen neu zu orientieren, dann bietet das natürlich auch eine gute Möglichkeit.
Aber wenn du das nicht willst, hast du dir schon mal überlegt, eventuell mit jemandem über diese Probleme zu reden, der mit der Situation nichts in dem Sinne zu tun hat? Vielleicht mit einem Verbindungslehrer oder mit einem Schulsozialarbeiter, der die Situation aus einem völlig neutralen Winkel betrachten würde? Vielleicht haben die ja einige Ansätze, die dir bei der Lösung deines Problems helfen können. Zur Not könntest du dich ja auch ans Jugendamt wenden und schauen, ob du nicht bei deiner Mutter ausziehen kannst, sondern dann dafür beispielsweise in eine WG mit anderen Jugendlichen ziehen, die nicht mehr bei ihren Eltern leben können/wollen, aus welchen Gründen auch immer. So was könnte sich dann ja auch eventuell so regeln lassen, dass du in die Stadt kommst, in der sich deine neue Schule befindet, falls die in einer anderen Stadt liegen sollte. Dann hätte man in dem Sinne zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen und du hast deine Ruhe, die du auf jeden Fall für dein Abitur absolut brauchst, denn das kann man auch nicht einfach so nebenbei stemmen.

Ich hoffe, ich habe jetzt alles, was ich sagen wollte, mit eingebracht. Ebenso hoffe ich, dass ich dir helfen konnte.
Pandemonium

Tut mir leid, dass ich so lange nicht geantwortet habe, aber ich habe gelesen was ihr geschrieben habt. Ich war nahezu die kompletten Weihnachtsferien weg, die meiste Zeit bei meinem Freund, zweitweise bei meinem Vater. Dann hatte ich meinen Laptop erstmal nicht und war gestresst usw.
Jedenfalls, in ziemlich kurzer Zeit wechsle ich die Schule, also nach den nächsten Ferien. Wird es mir da gefallen? Nein, eher nicht. Und es wird nichts an der Lage ändern. Aber ich hoffe, dass es besser als an meiner jetzigen Schule wird. Es wird aber genauso langweilig dort sein, ich werde immer noch bei meiner Mutter wohnen wie zuvor und alles weitere. Es ist also teilweise eine Erleichterung, aber im Großen und Ganzen bleibt die Situation erhalten.
Ich habe gründlicher nachgedacht, über die Vorteile zu meinem Vater zu ziehen. Sie würden eindeutig überwiegen. Ich habe hier keine Privatsphäre, finde kein Verständnis… Meine Mutter versteht nicht mal, dass ich unglücklich bin, weil ich meinen Freund vermisse.
Mein Vater ist da sensibler… Jetzt ist die dumme Situation aber, dass es wohl viel zu kurzfristig wäre, zum Halbjahr in die Schweiz zu ziehen und nach einem halben Jahr wieder wechseln wäre doof. Prinzipiell ist das aber keine zu verachtende Möglichkeit und ich würde sie ganz gerne wahrnehmen.

Ja… Dass ich mit so einer Person reden soll, sagt mein Freund auch immer, aber ich habe ihm wieder gesagt, dass ich das prinzipiell ablehne. Teilweise habe ich mit der Vertrauenslehrerin unserer Schule gesprochen, aber nicht in dem Umfang. Sicherlich sollte ich mit jemandem reden, aber ich halte von solchen Sozialarbeitern nicht so viel.
Ich denke auch, dass ich bei einem Elternteil leben sollte, um mit meinem Freund zusammenzuleben ist es noch zu früh.
Aber 1,5 Jahre sind eigentlich eine verdammt lange Zeit… Zumindest wenn man auf etwas wartet und es einem nicht gut geht.

Ich danke euch allen schon einmal für eure Vorschläge, wisset, dass ich mir jeden davon durch den Kopf gehen lasse.

Hey Vielreder :slight_smile:

Also wie ich das so rauslesen kann spielst du doch schon mit den Gedanken zu deinem Vater zu ziehen…

Jetzt meine Fragen:
.)Würde deine Mutter zulassen dass du umziehst?
.)Gibt es denn in der Nähe von deinem Vater solch eine Schule, in der du deine Ausbildung fortsetzen kannst?
.)Wenn ja, dann steht doch nichts mehr im Wege, oder?

Eines interessiert mich noch, wie steht eigentlich dein Freund zu diesem Thema?

Liebe Grüße,
NoName2016

Hallo NoName2016, vielen Dank auch für deine Antwort (an alle vorhergehenden natürlich auch).
Also erstens hat meine Mutter kein Recht mir das nicht zu erlauben, zumindest de Jure sind sie und mein Vater gleichberechtigte Elternteil und wenn ich zu ihm ziehen will, darf ich das entscheiden. In der Praxis würde es schwierig werden, aber ich denke, wenn man ihr es richtig erklärt dann ginge es.
Es gäbe insgesamt vier Schulen, von denen zwei bis drei in Frage kämen, an denen ich die allgemeine Hochschulreife dort machen könnte. Es ist also an sich durchaus möglich. Ein gigantisches Problem, was aber definitiv machbar ist, wäre, dass ich etliche Jahre Französisch nachholen müsste. Mit speziellen Vereinbarungen und ein bisschen mehr Mühe kann man das aber sicher in 1/2-1 Jahr ganz gut schaffen.
Mein Freund fände es natürlich gut wenn ich zu meinem Vater ziehen würde. Ich würde in seiner Nähe wohnen und wäre die meisten meiner Probleme los.

Nun kommen wir zu der eigentlichen Zwickmühle in der ich stecke. Mein Vater wartet auf einen Termin beim Schulamt, doch für mich ist bereits ein Schulwechsel angesetzt. Davon wissen nur drei oder vier Lehrer, nicht mal die Vertrauenslehrerin die sich so viel Mühe gegeben hat mir zu helfen, weiß davon. Nun hat sie mir sogar einen neuen Psychologen organisiert. Wenn ich nun einfach die Schule wechsle, hätte ich ehrlich gesagt ein schlechtes Gewissen. Zumal es derzeit alles sehr stabil ist und ich sogar mit meiner Klassenlehrerin zurecht komme, mit der ich nie zurecht kam. Nun wären nur noch zwei Wochen bis zum Schulwechsel und noch ist alles offen. Doch würde ich die Schule nicht wechseln würde sich erstmal nichts ändern und ich hätte zwei große Probleme: Zum einen müsste ich ganz schnell meine Facharbeit fortsetzen, für die ich seit der Planung des Schulwechsels nichts mehr getan habe und meine Mutter wäre extrem sauer, weil sie das alles in Bewegung gesetzt hat. Und mein Vater wird sich sicher nicht so schnell melden, dass ich zum Halbjahr in die Schweiz wechseln kann… Es ist ein Zwickmühle aus der es keinen Ausweg gibt.

Wieso hast du dich denn in so eine Scheißsituation gebracht? Das klingt jetzt nicht unbedingt danach als ob immer nur deine Familie an deinem Unglück Schuld sein muss.
Aber genug der Vorwürfe. Was meinst du denn nun eigentlich was für dich das richtige ist?

Also fusselchen ich finde das jetzt nicht angebracht…
Scheint so als hätte Vielreder schon genug Probleme und Vorwürfe zu verarbeiten.

Klar gibt es immer 2 Seiten, aber wir suchen nach einer Lösung und nicht nach Vorwürfen :slight_smile:

LG,
NoName2016

Nun, ich dachte, die Schule wechseln würde helfen, was sein könnte, aber nicht auf eine x-beliebige. Aber ich hatte heute ein Gespräch mit einem Psychologen und eins mit meinem Musiklehrer. Ersterer sagte, als ich meinte, dass meine Mutter ausrastet, wenn ich die Schule nicht wechsle: “Lass sie doch ausrasten.”
Mein Musiklehrer hat mich dazu angehalten nochmal ganz tief in mich zu gehen und die vertrauten Verhältnisse nicht zu riskieren usw. Und als es um die Facharbeit geht hat er gesagt: “Dann bekommst du halt null Punkte.”
EIgentlich, habe ich vor den ganzen Schulwechsel abzubrechen und darauf zu setzen, dass ich zu meinem Vater ziehen kann, so schnell wie möglich.

Es ist von meiner Seite aus alles unüberlegt gewesen, aber meine Mutter war eben auch sehr unhilfreich bei der ganzen Angelegenheit…

Du hast ja Recht, NoName2016, ich bin nicht allzu lieb zu ihm und ich könnte sicher viel mehr Verständnis aufbringen. Allerdings habe ich den Eindruck - und das ist natürlich toooootal subjektiv und kann auch komplett falsch sein - das Vielreder durchaus viel zur Situation beigetragen hat und er häufig auch recht bockig und harsch mit seinen Mitmenschen umgeht. Was ich hundertprozentig verstehen kann, ist, das ihn der absolute Mangel an Privatsphäre stört. Alles andere wird so oder ähnlich von tausenden Teens tagtäglich erlebt und auch irgendwie bewältigt. Wenn er meint, als 16-jähriger in die Nähe seines Freundes zu seinem Vater zu ziehen soll er das doch machen. Aber dafür braucht er uns doch nicht. Ich vermute, das ein nicht geringer Teil der Aktiven in diesem Forum nicht unerhebliche psychische Probleme mit sich herum trägt - so lassen es zumindest die vielen Einträge zu vielen Themen vermuten - da empfehle ich eh nicht, das man sein Handeln nach Forumsteilnehmern ausrichten sollte. Nichtsdestotrotz mag ich vieles an seiner Art zu schreiben und zu formulieren und hoffe, ihm mit meiner etwas anderen Meinung einen erfrischenden Gegenpol geben zu können.
Tja, Vielreder, wenn du willst halte ich mich künftig aus deinem Thread raus…
Ansonsten finde ich das Gespräch von heute in der Schule recht gut und die Lehrer scheinen da ja auch recht hilfreich zu sein. Ich würde auch empfehlen, den Schulwechsel abzubrechen aber das Thema Umzug zum Vater nicht als Ausrede zu benutzen, dich in der Schule weniger als notwendig zu engagieren. Arbeite einfach so, als ob du auf dieser Schule dein Abitur machen wirst. Selbst wenn es irgendwann mit dem Umzug klappt hättest du mit meiner empfohlenen Einstellung nichts verloren aber vielleicht viel gewonnen.

Weißt du, ich werde mich nicht darum streiten, wer die meisten Probleme hat, besser fühlen würde ich mich so nicht. Vorsichtig wäre ich mit der Behauptung, ich wäre Schuld an der Situation. Bei dem Schulwechsel habe ich Fehler gemacht, aber vor allem aus Kummer und Verzweiflung heraus, meine Mutter hat mit ihrer Art und ihrem Verhalten aber auch viel zu diesem Schlamassel beigetragen, der hätte vermieden werden können. Natürlich war ich stellenweise zu dickköpfig, aber letztlich war es nicht das große Problem.
Aber am Rest sehe ich keine Schuld, es sind alles Dinge für die ich nichts kann. Aber ich will mich auch gar nicht rechtfertigen. Aber weißt du, wenn das alles so leicht bewältigbare und alltägliche Probleme wären, würde ich es nicht hier schreiben, da ich wirklich selten hier in aller Öffentlichkeit derart private Probleme erzähle. Es gibt auch Faktoren die für dich nicht abschätzbar und teilweise nicht nachvollziehbar sind. Es gibt auch Dinge, die ich hier so nicht erzählt habe, weil ich meinen Lebenslauf hier nicht erzählen will.

Ich werde mich schon bemühen, auch wenn die Lust dazu nach wie vor fehlt. Ich werde mal sehen wie es läuft. Aber den Teil mit den Noten lass mal ganz meine Sorge sein, die sind für mich eigentlich nicht so das Problem.
Und ob du dich hier raushältst musst du wissen, wer versucht zu helfen dem kann ich eine schroffe Art verzeihen, solange es aufrichtig ist und ich halte das auch aus, es stört mich nun nicht so sehr. Auch wenn ich die Vorwürfe zurückweise.

Naja, ja, die Gespräche heute waren sehr hilfreich. Ich habe keine Ahnung wo das hinführt, aber zumindest bin ich aus der scheinbaren Zwickmühle raus und habe endlich wieder eine Arbeitsgrundlage und kann mir überlegen, wie ich die Situation ernsthaft besser mache.

Okay, ich bin überzeugt und versuche weniger skeptisch bzw. schroff zu sein. Dein letzter Absatz hört sich richtig gut an und gibt die weitere Richtung vor. Wie sieht übrigens dein Vater dein schwieriges Verhältnis zur Mutter aber auch zu deinem Bruder (dessen Vater er ja sicher auch ist)? Hast du da irgendwelche Erkenntnisse, Unterstützung oder etwas in der Art erhalten?

Hallo Vielreder :slight_smile: , ich habe jetzt mal den Thread durchgelesen und möchte nachfolgend auf einige deiner Sätze näher eingehen beziehungsweise Fragen dazu stellen, um Unklarheiten meinerseits aus dem Weg zu räumen. Sie sind in chronologischer Reihenfolge, wie du sie verfasst hast und stammen aus all deinen Beiträgen in diesen Thread.

Ich finde da verstehst du deine Mutter vielleicht falsch. Zwischen ,nicht lügen wollen" und ,in meine Gefühlswelt einmischen" liegen Welten und ich denke nicht, dass sie dir vorschreiben möchte wie du mit deiner Sexualität öffentlich oder familienintern umgehst, sondern sie möchte ganz einfach in der Sache nicht lügen. Zu verlangen, dass jemand lügt ist für viele Menschen etwas sehr schwerwiegendes. Meine Mutter hat es zu Beginn für mich getan, jedoch stets ihr Unwohlsein darüber ausgedrückt. danach habe ich es nicht mehr von ihr verlangt.
Wenn jemand in einer Sache nicht lügen will, dann, weil er die Lüge mit seinem Gewissen nicht vereinbaren kann und eine solche Entscheidung hat man meiner Meinung nach zu akzeptieren, egal wie man sie findet.
Somit habe ich dein Problem mit deiner Mutter weniger als Problem mit dir und deiner Mutter angesehen, sondern eher als dein Problem selbst andere anzulügen. Denn nach meinem Sachstand hättest du doch die Personen, die belogen werden sollten, persönlich belügen können und denen sagen können, dass du bei deiner ,Freundin" bist. Wenn du das nicht gemacht hast, weil du keine Nachfragen dazu möchtest, dann kann ich das verstehen, aber du musst dann auch sehen, dass sich deine Geschwister und deine Mutter mit diesen Nachfragen hätten beschäftigen müssen. Also hättest du deine Unannehmlichkeiten einfach an andere abgeschoben und das hättest du doch selber nicht gern, wenn jemand das mit dir tut.

Dieses Zitat habe ich nur reingebracht, damit ich dir zeigen kann, dass ich manchmal nicht verstehe, wie oder warum du deine Abneigung gegenüber deiner Mutter zum Ausdruck bringst. Im Zitat verfolgt ihr ja das selbe Ziel für dich und ich kann nicht erkennen, warum deine Mutter deswegen spinnen soll. Zumal der Wille, dass das eigene Kind Abitur machen soll unter deutschen Eltern weit verbreitet ist, da medial häufig suggeriert wird, ohne Abitur wird man ein arbeitsloser Versager. Dass das nicht stimmt ist bis heute bei der Mehrzahl der Eltern nicht angekommen.

Dazu habe ich ja oben bereits viel geschrieben und darum finde ich auch nicht, dass sie einen Geheimnisverrat begangen hätte. Natürlich schon, wenn sie gesagt hätte, du wärest bei deinem Freund, aber nicht, wenn sie einfach nicht hätte lügen wollen und gesagt hätte ,Ihr müsst Vielreder schon selber fragen, was er macht und wo er ist, wenn er wieder kommt".
Sich über Sachen aufregen kann man und das ist manchmal auch ganz gut, um sich wieder auszubalancieren, jedoch löst es leider nicht das Problem. Apropos, wie habt ihr das eigentlich nun geregelt, als du über Weihnachten weg warst? :slight_smile:

Dass du deine Oma nicht magst ist vollkommen ok, Jedoch würde es mich interessieren, warum du sie so oft siehst, wenn du sie nicht magst. Kannst du den Kontakt nicht herunterfahren?

Da du erwähnt hast, dass deine Eltern nicht zusammen leben und du nie einen Freund oder Mann deiner Mutter erwähnt hast, gehe ich einfach davon aus, dass sie alleinerziehende Mutter ist, oder? Das kann ein Grund für ihren Stress sein. Mehrere Kinder alleine großzuziehen und sich um sie zu sorgen und dabei auch noch zu arbeiten ist sehr, sehr anstrengend. Dazu kommen immer wieder Selbstzweifel, ob man den Kindern eigentlich eine gute Mutter ist, ob man ihnen was gutes bieten kann. Deswegen will sich dich ja auf dem Gymnasium haben, damit du es mal später gut haben wirst. Ich kenne das von meiner Mutter, dass sie auch sehr oft gestresst und nicht ausgeglichen war. Das kommt dadurch, dass man eben nicht nur für sich denken muss, sondern in vielen Belangen auch noch für die bei einem lebenden Kinder. Vielleicht hilft dir diese Sichtweise, deine Mutter ein wenig besser zu verstehen. Außerdem deuten sich, wie von fusselchen schon erwähnt, leichte Gemeinsamkeiten an :stuck_out_tongue: .

Da finde ich, traust du dir zu wenig, oder willst einfach einen hohen Energieeinsatz vermeiden. Sachen abzulehnen, bevor man sie versucht hat ist doch doof.^^ Gespräche mit Menschen, mit denen man nicht so gut klarkommt sind immer sehr Aufwendig. Doch wenn das Problem groß genug ist und wenn einem etwas an dem Gegenüber liegt, dann sind sie es immer Wert. Denn selbst wenn es nicht funktioniert hat, kannst du erhobenen Hauptes dastehen und sagen ,Ich habe alles versucht.".

Wie behandelt sie dich denn im Detail? :confused: Also was sind denn Sachen, die regelmäßig vorkommen und die dich sehr stören? Für mich klingt es persönlich nach den ganz normalen Mutter-Kind Problemen, die fast jeder Teenager hat. Besonders, wenn man beengt lebt und man nur einen Elternteil greifbar hat. Erinnert mich ein wenig an mich selbst^^.

Das hat nun wirklich nichts mit deinem Problem mit deiner Mutter, deiner Sexualität und auch nicht wirklich mit dem Problem mit deinem Bruder zu tun. Da beschwerst du dich einfach, dass du nicht alleine lebst. Es ist eben typisch Teenager. Man möchte mehr als man hat und momentan haben kann. :wink:

Dickköpfig sein und seine Fehler einzusehen schließt sich ja schon fast wieder voneinander aus^^.

Daran, dass Schule langweilig ist, kann nun keiner etwas ändern :wink: . Warum wechselst du überhaupt die Schule?

Vielleicht, weil sie selber andere Dinge um die Ohren hat, die für sie wichtiger sind. Dass du die Schule gut schaffst zum Beispiel. Außerdem hat sie ja auch noch andere Kinder. Da kann sie nicht für jeden Gleichzeitig Mitgefühl haben.

Warum hältst du denn nichts von Sozialarbeitern etc.? Die werden ja nicht dafür eingestellt, dass sie nichts bringen ; ). Warum lenhst du überhaupt solche Gespräche aus Prinzip ab?

Du hast ja auch geschrieben, dass deine Mutter am Meisten getan hat, damit der Schulwechsel klappen wird. Da hat sie dich sehr, sehr stark unterstützt. Es kommt leider nicht rüber, dass dir das bewusst ist. Ich finde, diese Unterstützung ist eine Würdigung wert : ).

Wie lange bist du eigentlich mit deinem Freund schon zusammen? Es wäre auch sehr toll, wenn du deinen aktuellen Stand niederschreiben könntest.
Sprich, wie ist aktuell deine Beziehung zu deiner Oma, deinem Onkel, deiner Mutter, deinem Bruder, deinem Vater etc… Außerdem interessiert es mich, wie der Stand der Dinge in Sachen Ausziehen, zum Vater ziehen, die Schule wechseln momentan ist. Hat sich etwas geändert?

Abschließend muss ich noch sagen, dass ich finde, dass du allgemein sehr konfliktvermeidend auftritts. Aber weniger in der Sache, dass du mit Menschen redest, um Probleme zu lösen, sondern, dass du Menschen und Dialoge meidest, damit sie dich nicht tangieren. Ich denke nicht, dass du auf lange Sicht damit Probleme lösen kannst, sondern sie nur verzögern wirst. Du rennst in einige Probleme, weil du anderen aus dem Weg läufst. So empfinde ich zumindest das von dir Geschriebene.
Auch denke ich, dass deine Probleme eher eine Kombination aus zwei Dingen sind:

  1. Dem alltäglichen Kampf mit dir selbst, der Schule, der Familie als Heranwachsender. (also etwas gesellschaftliches, was fast jeder hat, aber für jeden natürlich sehr belastend und ernst ist.)
  2. Dein Umgang mit Menschen, besonders wenn es um deine Sexualität geht. (Dass es für dich eine so große Sache ist, dass du nur bestimmte Leute das wissen lassen möchtest. Als wäre es der geheime Weg zum heiligen Gral^^)

Das heißt nicht, dass alle Probleme von dir verursacht werden. Kaum ein Problem wird nur von einer Seite aus ausgelöst. Es heißt aber, dass nur du in der Lage bist die Probleme zu lösen und ich leider nicht glaube, dass du sie mit deiner aktuellen Taktik für dich auf eine langfristig zufriedenstellende Art lösen kannst.

Ich hoffe mein Beitrag wird dir ein wenig helfen. Es kann sein, dass einige Aussagen böswillig rüberkommen, aber das ist in keinem Fall so gemeint. Aber ich denke das weißt du auch, weil ich dich nicht kenne und ich somit keinen Grund habe dir etwas böswilliges zu wollen. :smiley:

Hi, wie gehts dir denn jetzt und wie hast du dich entschieden?

Wen es meine Mutter wissen würde! Kopf ab!

(In was für einem Zustand habe ich hier den Eröffnungspost verfasst? Ehrlich)

Hallo, war nicht meine Absicht hier nicht weiter zu antworten, hatte nur damals keine Zeit und dann wusste ich erstmal nicht mehr was ich antworten sollte. Also eigentlich hat sich in der Lage nichts geändert, ich habe ja nun auch nur noch ein Jahr Schule. Trotzdem bin ich total entnervt, mir ein Zimmer mit jemandem zu teilen, der alt genug wäre bald auszuziehen (der macht ja gerade Abitur), es aber nicht tut ist absolut unerträglich und dass meine Mutter nichts dagegen macht, dass er in unserem Zimmer ständig E-Gitarre probt auch. Ich bin ehrlich, ich bin sauer auf meinen Bruder, dass er noch länger hier wohnen bleibt und sauer auf meine Mutter, dass sie nichts macht.
Mittlerweile stellt die Schweiz keine Option mehr dar. Mein Vater hat nicht gemacht in der Richtung.

Und Yahool3r, ich danke dir für deine Mühe, aber gleichzeitig würde ich dich mal dazu anhalten, weniger zu interpretieren. Ich werde auch nicht auf alles im Detail eingehen, weil ehrlich gesagt sind da Sachen dabei, deren Erklärung ich für unnötig halte. Z.B. warum sehe ich meine Oma so oft? Ja, weil sie zur Familie gehört, ich noch zuhause lebe und ab und zu mal jemand Geburtstag hat? Und manchmal ist man auch auf eine großzügige Oma angewiesen.
Und ich bin mir auch über die Probleme meiner Mutter im Klaren, das rechtfertigt für mich ihr Verhalten aber noch lange nicht. Ich würde einiges verstehen, aber mit ihr kann man kaum ein vernünftiges Gespräch führen und man wird bei normalen Fragen ständig angeschnauzt. Das einzige worüber sie gerne mal mit mir redet sind Dinge von denen ich nichts wissen will, wie IHRE Beziehungsprobleme und die Geldsorgen.

Und du kannst mir gerne unterstellen Konflikte nicht angemessen anzugehen, aber was soll man auch machen, wenn man zuhause wegen jeder Kleinigkeit angeschrien wird? Ein normales Verhältnis zur Mutter ist das definitiv auf keinen Fall, sollte mich doch sehr wundern. Zeitweise vielleicht schon, aber insgesamt nicht.
Und du kannst mir auch sonst was mit typisch Teenager erzählen, aber hier mit einem E-Gitarre spielenden Bruder, das ist nicht lustig. Er blockt ja entweder das Zimmer oder das Internet (was ich womöglich ja auch brauchen könnte, aus dem ein oder anderen Grund). Und ich habe so schon ziemliche Probleme mit meinen Ohren, also nein, es ist nicht alles normal.

Zu dem Auslöser des Threads: Ich hatte nur so den Eindruck, es kam nicht zur Sprache zu Weihnachten, würde mich doch sehr wundern.

Aber ehrlich gesagt möchte ich mich nicht für jedes Detail rechtfertigen. Es ist wirklich nett, wenn du helfen willst, aber mit derart viel Eigeninterpretation, finde ich es an der ein oder anderen Stelle ehrlich gesagt belastend.