Mutter macht Stress

Hallo liebes Forum…
Ich packe es mal hier hin, auch wenn es wesentlich mehr ist. Aber das Thema Coming-Out brachte es gerade auf einen Höhepunkt.
Meine Mutter wollte gerade mit mir reden und meinte, ich solle darüber nachdenken, mich zu outen bei der Familie (Oma und Onkel vor allem), weil sie nicht für mich lügen will und es auch von meinen Geschwistern nicht verlangen kann. Ich war total schockiert. Ich kann meine Oma nicht leiden, ganz und gar nicht. Mein Onkel war mal Punker und ist heute streng katholisch (mehr oder weniger, also nicht so der tolerante typ vermutlich) und seine Frau ist Ukrainerin. Meine Mutter will nicht lügen für mich und sagt zu meiner Schwester, dass sie das nicht muss.
Der Hintergrund ist, dass ich einen Freund habe, eine Fernbeziehung (er Österreich, ich Sachsen-Anhalt). Er war schon zwei mal hier, meine Familie hat sich mehr oder weniger scheiße benommen währenddessen. Ich werde zu Weihnachten hinfahren und meiner Familie wird erzählt, ich hätte ne Freundin. Alles gut, aber meine Mutter stört das. Sie meint es wäre nicht richtig für mich zu lügen.
Weil sie das nicht so akzeptiert hat, dass ich es sofort ablehnte, wurde sie wieder sehr gereizt. Das hat mich letztlich so sauer gemacht, dass ich ihr Egoismus vorgeworfen habe, dass sie nur an sich denkt. Sie hat mich wieder total angeschrien (das tut sie oft) und gesagt ich solle ausziehen und mir einen Job suchen. Neulich hat sich mich bereits gemeinsam mit meinem Bruder nieder gemacht und niedergeschrien und die sind immer auf einer Seite. Mein Bruder fing mich in einer Situation an zu beleidigen (Arschloch), und als ich “hässliches Kind” entgegnete, sagte sie ich sei hässlich. Sie schreit schnell sieht das aber nicht ein, ist total unfreundlich zu mir und sagte zu meinem Bruder erst nach einer ganzen Weile, dass er ruhig sein soll, weil ich sonst wieder ausflippe.
Mein Vater wohnt in der Schweiz… Dort fahre ich am Samstag ein paar Tage hin, bis ich bei meinem Freund bin. Er ist so der Typ, der denkt, dass meine Homosexualität wieder weggehen könnte, es stört ihn aber nicht und er überlässt es mir. Er ist das Gegenteil von meiner Mutter. Kann nicht schreien, ist total ruhig und würde auch niemals handgreiflich werden… Er kann sich einfach nicht durchsetzen. Aber meine Mutter schreit, tobt, beleidigt und ich glaube ehrlich gesagt sogar, dass sie handgreiflich werden würde, wäre ich nicht größer und würde Kampfsport machen. Ich hasse es von ihr abhängig zu sein und sie hat in letzter Zeit dafür gesorgt, dass ich einfach gar keine Lust mehr auf sie (und meinen Bruder) habe.
Und jetzt mischt sie sich sogar in meine Gefühlswelt ein, weil sie für ihr Kind nicht einstehen kann…

Ich bin total verzweifelt… Ich weiß nicht was ich tun soll und was werden soll, sobald ich nach den Weihnachtsferien nachhause komme. Ich kann einfach nicht mehr mit meiner Mutter zusammenleben… :frowning: Und mein Vater wohnt eben in der Schweiz, relativ in der Nähe von meinem Freund (höchstens zwei Autostunden denke ich), aber halt von mir sehr weit weg, d.h. von Freunden und ähnlichem. Und dann steht gerade noch ein Schulwechsel an… Es ist so verzwickt. Ich weiß überhaupt nicht mehr, was ich noch tun soll. Ich werde von allen Seiten missverstanden, aus meinem Freund.
Kann mir einer einen Rat geben?

Hallo, um dir einen Rat geben zu können fände ich es in deinem Fall echt sinnvoll zu wissen, wie alt du bist. Offenbar bist du derzeit Schüler aber deine Mutter will, das du dir arbeit suchst damit die finanziellen Mittel hast, von zu Hause aus zu ziehen? Und woran liegt es deiner Meinung nach, das du nur von einer Person - also deinem Freund - verstanden wirst? Kannst Du dich ihm gegenüber klarer ausdrücken als bei anderen Menschen?

Könntest du dir denn ein Zusammenleben mit deinem Vater vorstellen? Er scheint mir jemand zu sein, der dich versteht und für dich das ist und bei dem du dich dauerhaft wohlfühlen könntest. Wenn du dich Zuhause weder mit deinem Bruder noch mit deiner Mutter verstehst, dann ist das vielleicht auch nichts, was dir dauerhaft gut tun könnte.

@fusselchen: Ich bin 16, werde im Januar 17. Die Tatsache ist, dass ich derzeit 11. Klasse bin und Abitur mache, will auch dementsprechend studieren. Und meine Mutter spinnt, die will auch, dass ich Abitur mache und wollte das auch schon immer.
Es ist so eine Sache… Tiefgehende Beziehungen schließe ich nur selten, weil ich recht verschlossen bin. Ich bin sicher auch kein einfacher Mensch. Ich habe nen kleinen Haufen Freunde. Die nehmen bei sowas zwar wenn ich es erzähle auch mal Anteilnahme, aber so wirklich aktiv kümmern tun sie sich nicht, also spätere Nachfragen o.Ä. sind da selten. Mit denen verstehe ich mich ganz gut… Aber nun ja, ich kann nur schwer sagen, warum mich kaum einer versteht.
Mein ehemaliger bester Freund ist zudem vor einiger Zeit weggezogen.

@gutgelaunt: Mein Vater, naja. Er versteht mich bezüglich der Homosexualität nicht so gut, ist da aber eben recht tolerant und zudem ist er ziemlich sanft vom Gemüt und nicht so jähzornig wie meine Mutter. Er lebt aber wie gesagt in der Schweiz mit seiner Frau und einem kleinen Sohn… Natürlich ist das in der Nähe von meinem Freund und ich könnte diesen öfter sehen, aber andererseits müsste ich alles aufgeben hier. Nicht, dass ich das nicht eh nach Schulabschluss tun werde (also in ca. 1 1/2 Jahren), zumal ein baldiger Schulwechsel geplant ist. Aber jetzt so plötzlich, wäre es doch schwierig… Bin eben auch 11. schon…

Wie alt ist dein Bruder?
Ich glaube nicht, das es dich wirklich weiterbringen würde zu deinem Vater zu ziehen. Die Gründe dafür nennst Du zum Teil ja selbst. Ich kann durchaus verstehen, das deine Mutter ein Problem damit hat euer Umfeld nicht die Wahrheit erzählen zu können. Wenn du deine Oma eh nicht leiden kannst musst du dir über die doch auch keine Gedanken machen. Meinst du nicht, das ein Outing dir auch mehr innere Kraft und Ruhe verschaffen könnte? Was hat dich bisher wirklich davon abgehalten?
Ich glaube, deiner Mutter geht es insgesamt nicht so gut. Ausgeglichene, zufriedene Menschen ohne große Sorgen neigen nicht so zum schreien. Zeig zu gegebener Zeit mal Interesse an ihrem Leben und Problemen. Wenn sie nicht drauf eingehen will, wiederhole dein Interesse und sie wird sich sicher öffnen. Vielleicht ist das ja der Schlüssel, der eure Beziehung in eine positivere Bahn bringen kann. Jedenfalls macht es aus meiner Sicht keinen Sinn, so weiterhin miteinander umzugehen und irgendjemand sollte mal diesen sicher gut eingespielten Teufelskreis unterbrechen. Tschuldigung, wenn ich Blödsinn geschrieben habe: Ich bin müde und habe einfach so geschrieben, wie die Gedanken dazu kamen.

Mein Bruder ist 18.
Ich kann meine Oma nicht leiden, sehhe sie leider aber doch recht oft und will komisches Gespräche vermeiden. Ich bin einfach kein offener Schwuler, sondern einer der das lieber versteckt. Ich will einfach nicht, dass irgendwelche Leute das wissen, denen ich es nicht selbst sage. Und nein, es würde meine Kraft geben, nicht bei dieser Familie. Wer würde schon Leute, die er nicht leiden kann, sagen, dass man schwul ist, wenn man es so lieber für sich behält? Und gerade mein Onkel ist extrem komisch… Seine Frau ist auch noch Ukrainerin. Nein, ich lehen das kategorisch ab. Und ich verstehe meine Mutter nicht, für mich ist es eine Selbstverständlichkeit, dass man anvertraute Geheimnisse wahrt und ich finde es unter aller Sau, dass das ein Problem für sie ist. Das ist nicht nur als Mutter schwach, sondern auch als Mensch.
Fassen wir zusammen: Ich kann diese Familie einfach nicht leiden (speziell meine Oma, aber viele andere nerven auch).

Und meine Mutter, ja ihr geht es nicht immer gut. Aber ausgeglichen war sie noch nie. Sie ist einfach kein ausgeglichener Mensch. Leicht erzürnbar, sieht ihre Fehler nicht ein, teilweise egoistisch (wenn auch dennoch großzügig), ständig gestresst, hat mit anderen Menschen meistens ein Problem und wird sehr schnell beleidigend und persönlich. Sie war definitiv schon immer so, nur ist es in den letzten Jahren noch stärker geworden, man kann zusammenfassend sagen, dass sie ihrer Mutter in vielen (wenn auch nicht in allen) Dingen immer ähnlicher wird.
Ein offenes Gespräch mit solchen Leuten zu führen ist seeeehr schwierig, meistens sogar unmöglich. Mir geht es auch schlecht, das sollte sie auch wissen. Aber sie hat von selbst nichts getan das zu bessern und hat es sogar noch schlimmer gemacht. Vielleicht ist es bockig und kindisch, aber ich möchte mich einfach nicht mehr näher mit ihr beschäftigen. Das geht nur nach hinten los. Wie sie mich behandelt ist einfach nur scheiße, rechtfertigen tut sie alles damit, wie viel sie für mich getan hat. Aber sie sieht so gar nix ein.

Ojeh, das klingt ja wirklich recht zerfahren. Was kann man da tun? Unabhängig von deiner speziellen Situation macht es ja nicht soooo wahnsinnig viel Sinn darauf zu warten das sich Menschen ändern. Wenn dein Leidensdruck also so hoch ist - und das ist er ja wohl, sonst hättest du sicher keinen Thread aufgemacht - kann eine Verbesserung deines Lebens nur durch dich erfolgen. Zu deinem Vater zu ziehen scheint ja auszuscheiden und deinem Bruder, deiner Schwester und deiner Mutter zu sagen, was sie alles anders machen sollen um dir zu helfen wäre sicher auch zu egoistisch.
Sicher kann es dir was bringen darauf zu bestehen, das deine engste Familie die Klappe über deine Sexualität hält und ich selbst verstehe auch, das dir das wichtig ist. Aber selbst wenn euer Verhältnis insgesamt besser oder sogar toll wäre kann es unabsichtlich geschehen, das sich jemand verplappert.
Du glaubst, das du auch kein einfacher Mensch bist. Vielleicht bist du damit deiner Mutter ähnlicher als dir lieb ist? Eine echt fiese Mutter hätte mir dir evtl. gar nicht gesprochen und es sofort Oma, Onkel und der ominösen ( :slight_smile: ) Ukrainerin erzählt… Mir scheint, bei euch gibt es ganz schöne Dickköpfe die sich richtig viel Stress machen :wink:
Tut mir leid falls du erwartet hattest bemitleidet zu werden und zu hören, wie Recht du doch mit dieser blöden Familie hast aber da wird es genügend andere Leute geben, die dir das schreiben können. Sorry, ich glaube, du bist in Ordnung aber es bringt dir meiner Meinung nach auch nix, dich in deinem Frust zu unterstützen.

Zusatzinfo: Ich teile mir mit meinem Bruder ein Zimmer und er spielt auch noch E-Gitarre und habe deswegen oft zu wenig Privatsphäre, weil ich meist entweder in der Küche sitze, er im Zimmer ist oder League of Legends spielt und mich nervt, dass ich nicht so viel im Internet machen soll.

Nö, ist alles gut. Du hast Recht, ich habe den Thread nicht wegen Mitleid eröffnet, das bekomme ich auch an anderer Stelle. :stuck_out_tongue:
Und ganz klar hast du Recht, ich habe auch von meiner Mutter viele Eigenschaften, davon auch einige sehr negative auf die ich nicht stolz bin. Ich bin beispielsweise auch ziemlich impulsiv und sehr dickköpfig und kann mich schlecht entspannen. Da gibt es aber grundlegende Dinge die mich von ihr unterscheiden, so Aspekte die eher von meiner väterlichen Seite kommen. Im Gegensatz zu ihr sehe ich die Dinge viel weniger einseitig und sehe meine Fehler (von denen es sicher sehr viele gibt) auch sehr schnell ein und habe auch weniger intensive Stimmungsschwankungen. Das sind nur mal ein paar Dinge, Beispiele welche die Situation schwierig mache.
Meine Mutter ist definitiv kein fieser Mensch oder übelwollend. Aber sie merkt nicht, was sie mit ihrem Verhalten anrichtet…

Hey Vielreder =]

Bis zum Abitur hast Du noch eineinhalb Jahre, hältst Du es so lange noch aus?

Hast Du mal erwogen, das Abitur abzubrechen und eine Berufsausbildung zu beginnen? Danach kannst Du immernoch studieren. Du wärst wahrscheinlich unabhängig von Deiner Mutter und könntest Dir in vielen Fällen eine eigene Wohnung leisten.

Junge, junge Sky26, du bist ja drauf :slight_smile:
Ich glaube nicht, das das für Vielreder eine echte Alternative darstellt. Andererseits wäre das natürlich eine wohl wirksame Methode, sehr schnell erwachsen zu werden und wirkliche Verantwortung für sein Leben zu spüren und zu stemmen. Aber auch eine harte Methode, oder? Ich glaube echt, er wird das lieber aushalten. Aktiv gestalten will er ja wohl nicht, weil entweder zu anstrengend oder zu wenig erfolgversprechend oder weil eh alle doof sind :smiley:

Ich war mal in einer ähnlichen Situation und mir hat es sehr geholfen, in einer eigenen Wohnung zu leben und den Kontakt zu meinen Eltern sehr einzuschränken. Ich empfehle jedem, darüber nachzudenken und sich nicht entmutigen zu lassen.

Hey Reder,

das klingt wirklich richtig scheiße. Also an deiner Stelle würde ich einfach durchhalten. 1,5 Jahre gehen super schnell rum. Versuch dein Abi so gut es geht zu machen und verdrenge deine Mutter und deinen Bruder. Familie sucht man sich nicht aus. Zieh durch was du dir vorgenommen hast (Abi und Studium) und lass dich von den beiden nicht provozieren. Ich würde so wenig es geht mit denen reden und auf dumme Kommentare nicht reagieren und mir sagen “nur noch 1,5 Jahre…”
Mach bloß die Schule zuende. Es ist glaube ich sehr sehr schwer Abi und Studium auf dem 2. Bildungsweg zu machen. In nicht mal 2 Jahren ziehst du aus und dann würde ich mich nie nie nie wieder bei meinem Bruder und meiner Mutter melden. Bei solchen Dingen wäre ich nachtragend bis an mein Lebensende. Und wen interessierts was dein Onkel und deine Oma sagen. Auch ohne die kannst du leben. Du magst sie ja ohnehin nicht besonders. Ich drücke dir die Daumen, dass sich deine Situation schnell bessert und die restliche Zeit fix rumgeht.

Hallo Vielreder,

ich habe mir jetzt mal deinen Thread durchgelesen und muss sagen, dass sich das wirklich nach einer ziemlich verzwickten Situation steckst… Das sieht ja bei dir Zuhause ziemlich chaotisch aus und ich kann mir denken, dass das alles andere als vorteilhaft für dich und deine Situation ist.
Dass dich deine Mutter so unter Druck setzt, ist absolut nicht fair. Wenn du der Meinung bist, dich nicht outen zu wollen, dann ist das deine Sache. Es geht ja schließlich nicht unbedingt jeden was an und du musst dich für deine Sexualität auch nicht rechtfertigen. Vor allem nicht, wenn du dich dabei so unwohl fühlst.
Die Idee, zu deinem Vater zu ziehen ist vielleicht auf den ersten Blick hin gar keine so schlechte, wenn er nicht so weit weg wohnen würde. Ich meine, Sachsen-Anhalt und die Schweiz liegen schon ein echtes Stück entfernt. Gerade jetzt, wo du mitten im Abitur stehst, weiß ich nicht, ob es wirklich so sinnvoll wäre, auch gleich noch das Land zu wechseln. Wenn du dir natürlich vorstellen kannst, dich dann dort nochmal vollkommen neu zu orientieren, dann bietet das natürlich auch eine gute Möglichkeit.
Aber wenn du das nicht willst, hast du dir schon mal überlegt, eventuell mit jemandem über diese Probleme zu reden, der mit der Situation nichts in dem Sinne zu tun hat? Vielleicht mit einem Verbindungslehrer oder mit einem Schulsozialarbeiter, der die Situation aus einem völlig neutralen Winkel betrachten würde? Vielleicht haben die ja einige Ansätze, die dir bei der Lösung deines Problems helfen können. Zur Not könntest du dich ja auch ans Jugendamt wenden und schauen, ob du nicht bei deiner Mutter ausziehen kannst, sondern dann dafür beispielsweise in eine WG mit anderen Jugendlichen ziehen, die nicht mehr bei ihren Eltern leben können/wollen, aus welchen Gründen auch immer. So was könnte sich dann ja auch eventuell so regeln lassen, dass du in die Stadt kommst, in der sich deine neue Schule befindet, falls die in einer anderen Stadt liegen sollte. Dann hätte man in dem Sinne zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen und du hast deine Ruhe, die du auf jeden Fall für dein Abitur absolut brauchst, denn das kann man auch nicht einfach so nebenbei stemmen.

Ich hoffe, ich habe jetzt alles, was ich sagen wollte, mit eingebracht. Ebenso hoffe ich, dass ich dir helfen konnte.
Pandemonium

Tut mir leid, dass ich so lange nicht geantwortet habe, aber ich habe gelesen was ihr geschrieben habt. Ich war nahezu die kompletten Weihnachtsferien weg, die meiste Zeit bei meinem Freund, zweitweise bei meinem Vater. Dann hatte ich meinen Laptop erstmal nicht und war gestresst usw.
Jedenfalls, in ziemlich kurzer Zeit wechsle ich die Schule, also nach den nächsten Ferien. Wird es mir da gefallen? Nein, eher nicht. Und es wird nichts an der Lage ändern. Aber ich hoffe, dass es besser als an meiner jetzigen Schule wird. Es wird aber genauso langweilig dort sein, ich werde immer noch bei meiner Mutter wohnen wie zuvor und alles weitere. Es ist also teilweise eine Erleichterung, aber im Großen und Ganzen bleibt die Situation erhalten.
Ich habe gründlicher nachgedacht, über die Vorteile zu meinem Vater zu ziehen. Sie würden eindeutig überwiegen. Ich habe hier keine Privatsphäre, finde kein Verständnis… Meine Mutter versteht nicht mal, dass ich unglücklich bin, weil ich meinen Freund vermisse.
Mein Vater ist da sensibler… Jetzt ist die dumme Situation aber, dass es wohl viel zu kurzfristig wäre, zum Halbjahr in die Schweiz zu ziehen und nach einem halben Jahr wieder wechseln wäre doof. Prinzipiell ist das aber keine zu verachtende Möglichkeit und ich würde sie ganz gerne wahrnehmen.

Ja… Dass ich mit so einer Person reden soll, sagt mein Freund auch immer, aber ich habe ihm wieder gesagt, dass ich das prinzipiell ablehne. Teilweise habe ich mit der Vertrauenslehrerin unserer Schule gesprochen, aber nicht in dem Umfang. Sicherlich sollte ich mit jemandem reden, aber ich halte von solchen Sozialarbeitern nicht so viel.
Ich denke auch, dass ich bei einem Elternteil leben sollte, um mit meinem Freund zusammenzuleben ist es noch zu früh.
Aber 1,5 Jahre sind eigentlich eine verdammt lange Zeit… Zumindest wenn man auf etwas wartet und es einem nicht gut geht.

Ich danke euch allen schon einmal für eure Vorschläge, wisset, dass ich mir jeden davon durch den Kopf gehen lasse.

Hey Vielreder :slight_smile:

Also wie ich das so rauslesen kann spielst du doch schon mit den Gedanken zu deinem Vater zu ziehen…

Jetzt meine Fragen:
.)Würde deine Mutter zulassen dass du umziehst?
.)Gibt es denn in der Nähe von deinem Vater solch eine Schule, in der du deine Ausbildung fortsetzen kannst?
.)Wenn ja, dann steht doch nichts mehr im Wege, oder?

Eines interessiert mich noch, wie steht eigentlich dein Freund zu diesem Thema?

Liebe Grüße,
NoName2016

Hallo NoName2016, vielen Dank auch für deine Antwort (an alle vorhergehenden natürlich auch).
Also erstens hat meine Mutter kein Recht mir das nicht zu erlauben, zumindest de Jure sind sie und mein Vater gleichberechtigte Elternteil und wenn ich zu ihm ziehen will, darf ich das entscheiden. In der Praxis würde es schwierig werden, aber ich denke, wenn man ihr es richtig erklärt dann ginge es.
Es gäbe insgesamt vier Schulen, von denen zwei bis drei in Frage kämen, an denen ich die allgemeine Hochschulreife dort machen könnte. Es ist also an sich durchaus möglich. Ein gigantisches Problem, was aber definitiv machbar ist, wäre, dass ich etliche Jahre Französisch nachholen müsste. Mit speziellen Vereinbarungen und ein bisschen mehr Mühe kann man das aber sicher in 1/2-1 Jahr ganz gut schaffen.
Mein Freund fände es natürlich gut wenn ich zu meinem Vater ziehen würde. Ich würde in seiner Nähe wohnen und wäre die meisten meiner Probleme los.

Nun kommen wir zu der eigentlichen Zwickmühle in der ich stecke. Mein Vater wartet auf einen Termin beim Schulamt, doch für mich ist bereits ein Schulwechsel angesetzt. Davon wissen nur drei oder vier Lehrer, nicht mal die Vertrauenslehrerin die sich so viel Mühe gegeben hat mir zu helfen, weiß davon. Nun hat sie mir sogar einen neuen Psychologen organisiert. Wenn ich nun einfach die Schule wechsle, hätte ich ehrlich gesagt ein schlechtes Gewissen. Zumal es derzeit alles sehr stabil ist und ich sogar mit meiner Klassenlehrerin zurecht komme, mit der ich nie zurecht kam. Nun wären nur noch zwei Wochen bis zum Schulwechsel und noch ist alles offen. Doch würde ich die Schule nicht wechseln würde sich erstmal nichts ändern und ich hätte zwei große Probleme: Zum einen müsste ich ganz schnell meine Facharbeit fortsetzen, für die ich seit der Planung des Schulwechsels nichts mehr getan habe und meine Mutter wäre extrem sauer, weil sie das alles in Bewegung gesetzt hat. Und mein Vater wird sich sicher nicht so schnell melden, dass ich zum Halbjahr in die Schweiz wechseln kann… Es ist ein Zwickmühle aus der es keinen Ausweg gibt.

Wieso hast du dich denn in so eine Scheißsituation gebracht? Das klingt jetzt nicht unbedingt danach als ob immer nur deine Familie an deinem Unglück Schuld sein muss.
Aber genug der Vorwürfe. Was meinst du denn nun eigentlich was für dich das richtige ist?

Also fusselchen ich finde das jetzt nicht angebracht…
Scheint so als hätte Vielreder schon genug Probleme und Vorwürfe zu verarbeiten.

Klar gibt es immer 2 Seiten, aber wir suchen nach einer Lösung und nicht nach Vorwürfen :slight_smile:

LG,
NoName2016

Nun, ich dachte, die Schule wechseln würde helfen, was sein könnte, aber nicht auf eine x-beliebige. Aber ich hatte heute ein Gespräch mit einem Psychologen und eins mit meinem Musiklehrer. Ersterer sagte, als ich meinte, dass meine Mutter ausrastet, wenn ich die Schule nicht wechsle: “Lass sie doch ausrasten.”
Mein Musiklehrer hat mich dazu angehalten nochmal ganz tief in mich zu gehen und die vertrauten Verhältnisse nicht zu riskieren usw. Und als es um die Facharbeit geht hat er gesagt: “Dann bekommst du halt null Punkte.”
EIgentlich, habe ich vor den ganzen Schulwechsel abzubrechen und darauf zu setzen, dass ich zu meinem Vater ziehen kann, so schnell wie möglich.

Es ist von meiner Seite aus alles unüberlegt gewesen, aber meine Mutter war eben auch sehr unhilfreich bei der ganzen Angelegenheit…

Du hast ja Recht, NoName2016, ich bin nicht allzu lieb zu ihm und ich könnte sicher viel mehr Verständnis aufbringen. Allerdings habe ich den Eindruck - und das ist natürlich toooootal subjektiv und kann auch komplett falsch sein - das Vielreder durchaus viel zur Situation beigetragen hat und er häufig auch recht bockig und harsch mit seinen Mitmenschen umgeht. Was ich hundertprozentig verstehen kann, ist, das ihn der absolute Mangel an Privatsphäre stört. Alles andere wird so oder ähnlich von tausenden Teens tagtäglich erlebt und auch irgendwie bewältigt. Wenn er meint, als 16-jähriger in die Nähe seines Freundes zu seinem Vater zu ziehen soll er das doch machen. Aber dafür braucht er uns doch nicht. Ich vermute, das ein nicht geringer Teil der Aktiven in diesem Forum nicht unerhebliche psychische Probleme mit sich herum trägt - so lassen es zumindest die vielen Einträge zu vielen Themen vermuten - da empfehle ich eh nicht, das man sein Handeln nach Forumsteilnehmern ausrichten sollte. Nichtsdestotrotz mag ich vieles an seiner Art zu schreiben und zu formulieren und hoffe, ihm mit meiner etwas anderen Meinung einen erfrischenden Gegenpol geben zu können.
Tja, Vielreder, wenn du willst halte ich mich künftig aus deinem Thread raus…
Ansonsten finde ich das Gespräch von heute in der Schule recht gut und die Lehrer scheinen da ja auch recht hilfreich zu sein. Ich würde auch empfehlen, den Schulwechsel abzubrechen aber das Thema Umzug zum Vater nicht als Ausrede zu benutzen, dich in der Schule weniger als notwendig zu engagieren. Arbeite einfach so, als ob du auf dieser Schule dein Abitur machen wirst. Selbst wenn es irgendwann mit dem Umzug klappt hättest du mit meiner empfohlenen Einstellung nichts verloren aber vielleicht viel gewonnen.