Männlicher werden und Outing rückgängig machen

Hallo,

ich weiß nicht ob es Sinn macht in nem schwulen Forum so was zu fragen aber ich versuch s :smiley:

Ich möchte gern mein Coming-Out rückgängig machen weil ich bemerkt habe dass mir dieses Leben nicht passt und es mir eigentlich nur scheiße geht damit. Nun habe ich nen Freund der so lebt, nach außen total hetero und heimlich hat er einen Freund. Ich finde das cool, weil man dann auch anders wahrgenommen wird von den anderen, eben nicht wie ein Schwuler.

Was kann ich da machen? Ich habe mir vorgenommen abzunehmen und mehr männliche Sachen machen, wie z. B. freiwillige Feuerwehr, weil ich mich nie von anderen Jungs akzeptiert gefühlt habe. Das finde ich halt unerträglich und möchte endlich auch dazugehören. Auch wechsle ich zum Sommersemester von der Uni an die FH und möchte da auf keinen Fall als Schwuler bekannt sein. Ich will dort richtige Freunde finden.

Geht es jemandem auch so? Wie geht ihr damit um?

Danke für eure Antworten.

Gruß verwirrt21

Also gerade an der Universität habe ich nie erlebt, dass es mit dem Outing irgendwelche Probleme gab. Ich denke, dass da schon der größere Teil der Studierenden gut aufgeklärt ist und mit dem Thema keine Probleme hat. Bei uns auf der Uni gibts gerade im queeren Bereich viel in Richtung Beratung und Angebote wie Vorträge, Partys, Demos, ne eigene CSD Gruppe usw. Da sollte man als schwuler wahrscheinlich in der Szene und im “normalo-Bereich” recht schnell Anschluss finden. Wie es bei dir an der Uni ist weiß ich nicht.

Nun zu deinen Fragen. Jeder mag dazu ein bisschen andere Meinung haben. Ich sag jetzt, wie ich die Sache sehe: Ein Coming out ist ein großer Schritt und durchaus wichtig im Leben. Damit beginnt man zu sich zu stehen und bahnt sich ein Stück Freiheit ohne sich verstecken zu müssen, was auf Dauer echt belastend sein kann. Man findet so vielleicht sogar schneller den Traummann seines Lebens. Verstecken finde ich doof, man muss ständig aufpassen, dass es keiner mitkriegt, verstellt sich und kann nicht man selbst sein, so wie man eigentlich ist. Sich männlicher zu stellen ist, jemand zu spielen, der man vielleicht gar nicht ist. Gut, Mitglied der Feuerwehr hat jetzt für mich nicht unbedingt was mit besonders Männlich zu tun. Man engergiert sich eben gemeinnützig und ehrenamtlich. Und es gibt auch besonders männliche Schwule :wink:

Ich denke nicht, dass man bei so einem Versteckspiel und Schauspiel dauerhaft glücklich sein kann. Auch eine Beziehung verheimlichen stell ich mir schwer vor. Man möchte ständig, dass nichts durchsickert, ist dauernd in Erklärungsnot, muss sogar seinen eigenen Partner verleugnen.
Ich rate davon ab. Aber so sehe ich die Sache. Womöglich haben andere differenzierte Meinungen.

Magst du mal erzählen, was dich genau belastet und warum deine jetzige Situation für dich nicht schönist, sodass es dich zu solchen Überlegungen bringt.

Liebe Grüße
guti

Ich finde diesen ganzen LGBT-Kram wie CSD’s usw. ekelhaft und es passt mir überhaupt nicht. Ich bin eher konservativ, möchte nach dem Studium gern aufs Land ziehen. Vor allem will ich nicht abgestempelt werden. Der ist schwul, dann ist er so und so. Das ist mir dauernd passiert.

Also ich kann noch halbwegs akzeptieren dass ich mal was mit Männern mache aber ansonsten will ich ein normaler Mann sein.

Du kannst ein Outing nicht wirklich rückgängig machen und den ganzen LGBT-Kram MUSST du nicht machen. Man wird ja nicht dazu gezwungen zum CSD zu gehen, wenn man schwul, lesbisch, bi oder trans ist.

Erzähl einfach niemanden, dass du schwul bist und fertig. Man sieht es niemanden an, dass man auf Männer steht, außer man lebt damit offen.

Aber ich warne schon mal vor, es gibt auch schwule Männer, die zur freiwilligen Feuerwehr gehen, abnehmen oder sogar ins Fitnessstudio gehen und dort pumpen. Deshalb gibt es keine wirkliche Garantie, um männlicher, bzw. was du meinst, mehr hetero zu wirken.

Hetero wirken und hetero sein sind zwei Paar Schuhe. Du kannst es verschweigen, aber du wirst nicht glücklich werden, wenn du versuchst, es zu unterdrücken.

Ok, also ich muss einfach die Klappe halten und mich hetero geben. Hoffe das klappt. Ja, rückgängig machen ist wohl schwer, ich meine eher bei neuen Leuten nicht erzählen.

Ich habe ein bisschen Angst dass ich es doch mache aber jetzt fühl ich mich da schon sicherer. Habe meinen Freund gefragt der auch ungeoutet lebt und der hat mir gute Tipps gegeben.

Das stimmt wohl aber mir isses ja egal solange sie auch hetero wirken und keiner was weiß. Dann sind sie für mich wie normale Männer. Ich glaube schon dass es klappt, sonst müsste ich mich wohl umbringen, weil ich auf keinen Fall so ne offene Schwuchtel sein möchte.

Alle nehmen ja schon an dass ich hetero bin. Das ist gut. Dann muss ich nur keine Scheiße bauen und niemandem was sagen. Ich glaube am besten über Sexualität einfach nicht sprechen :smiley:

Scheiße bauen?

Ja.

Es ist völlig normal schwul zu sein und wenn man dazu steht.

Was du von dir gibst, ist der größte Quatsch. Man sollte akzeptieren, so wie man ist und darüber stehen, was andere denken.
Und wenn du noch nicht dazu stehen kannst, dann ist es okay und behalte es erstmal für dich, aber schreib bitte nicht so einen Müll wie:

“Ich glaube schon dass es klappt, sonst müsste ich mich wohl umbringen, weil ich auf keinen Fall so ne offene Schwuchtel sein möchte.”

Weil es immer noch junge Leute gibt, die auch damit Probleme haben und Angst vor Mobbing haben und du die Angst noch unterstützt.

Schwulsein ist scheiße und ihr müsst mir jetzt nicht eure linksgrüne Propaganda andrehen. Ich weiß dass es sehr dunkel und einsam ist.

Nun stehe ich halt auf Schwänze und mache das Beste draus indem ich das keinem außer meinem Freund sage. Aber kommt mir nicht mit diesem Bullshit dass Schwulsein toll ist.

Ok was erwarte ich eigentlich von nem schwulen Forum.

Klar sagt ihr dass ich schwul sein muss.

Wir sagen nicht, wie jemand zu sein hat. Aber die sexuelle Orientierung kann man nicht ändern. Man kann sich dagegen wehren, aber das hat darauf keinen Einfluss. Es zu akzeptieren, macht es leichter, letztendlich meistens schöner und tut der Psyche gut.

Schätzchen, nur weil du nicht damit klar kommst, brauchst du es nicht an uns auszulassen. Es zwingt dich auch keiner dazu, dass du schwul sein musst. Nur wäre es halt einfacher für einen, wenn man es akzeptiert, dass man schwul ist.

Und besser eine linskgrüne Propaganda, als eine rechtsbraune Propagande. :wink:

Was erwartest du von uns? Dass wir dich heilen? Dass wir sagen, wir finden es auch schlimm, schwul zu sein?

Wir können dir nur sagen, wie es ist.

Ok, danke für eure (Einheits-)Meinung :smiley:

Also ich kann nur von meinen eigenen Erfahrungen sprechen und zwar haben die meisten meiner Freunde nie vermutet dass ich schwul sein könnte, weil ich sowie die meisten schwulen einfach normal wirke und kein auffälliges oder feminines verhalten zeige. Trotzdem war es für mich belastend meine Freunde anzulügen, wenn es um mein Privatleben ging. Damals fand ich das schwul sein vielleicht auch noch ein bisschen scheiße. Ich habe mich erst nach und nach geoutet und habe immer mehr Rückhalt unter meinen Freunden gefunden. Niemand hat mich nur wegen meinem Outing nicht mehr als Mann oder als normal wahrgenommen. Ich fühle mich einfach wohler und habe auch ein besseres Verhältnis zu meinen Freunden seitdem ich über alles mit ihnen Reden kann :slight_smile:
Wenn du denkst dass du “richtige Freunde” findest in dem du sie anlügst und die dich nicht akzeptieren würden wenn sie wüssten dass du schwul bist, dann würde ich das an deiner Stelle nochmal überdenken. Klar dass man nicht herumposaunen muss dass man homosexuell ist, ich möchte auch nicht dass mein ganzes Dorf über mein Privatleben informiert ist. Aber sich komplett zu verstecken, macht dich dass wirklich glücklich? Ich kann auch nicht nachvollziehen, wie man als schwuler so abfällig über schwule zu reden. Das ist meine Meinung und hat nichts mit homopropaganda oder irgendeiner politischen Einstellung zu tun. Du hast es ja selber schon erfasst: Du bist halt schwul und musst nun das beste daraus machen und wenn du denkst, dass verstecken das beste für dich ist, dann ist das okay, weil es mir egal ist und dein leben hier auch sonst keinen im geringsten juckt, aber bitte sei nicht so abfällig, denn die meisten von uns an die du dich hier gewendet hast sind halt solche “offenen schwuchteln” :wink:

Genau, es juckt keinen was ich fühle. Sie sehen nur, was ich tue. Ich baue mir eine harte Schale auf und werde immer so tun, als wäre ich stark und hetero, außer mit meinem Freund. Das geht auch keinen was an dass ich auf Schwänze stehe und das muss keiner wissen.

Sorry, ich verstehe, dass ihr vllt viel leiden musstet wegen diesem Verstecken. Nur habe ich den anderen Weg ausprobiert und das ist nicht das Richtige. Also danke nochmal.

Das ist völlig richtig und jeder hat das Recht, dies selbst zu entscheiden und sich das von niemandem vorschreiben zu lassen. Daraus folgt nur die Pflicht, zu der Entscheidung zu stehen und damit klarzukommen :slight_smile:

Ohje, jemand hier ist mit mir einverstanden :smiley: