Künstliche Intelligenzen revolutionieren die Schachwelt

Es ist der Mensch der sich für so arrogant hält, sich selbst als die Kröne der Schöpfung im Universum zu bezeichnen und selbst viele Mediziner neigen dazu, das menschliche Gehirn als die komplexeste Struktur im Universium zu bezeichnen.

Kein System kann sich selbst voll begreifen ist in etwa eine Regel aus der Informatik. Das gilt auch für unser Gehirn. Und nur weil es sich selbst nicht begreift, heißt es nicht, dass es an der Spitze der Schöpfung steht. Künstliche Intelligenzen zeigen dem menschlichen Gehirn in der heutigen Zeit immer deutlicher seine Grenzen auf. Ein tolles Beispiel dafür ist das königliche Spiel Schach.

Im letzten Jahrhundert hielt sich der Mensch langezeit im Schach für unschlagbar, bis es ein fast legendäres Match zwischen dem damaligen Weltmeister Gari Kasparov und dem damals führenden Schachprogramm Deep Blue gab, dass der Weltmeister verlor. Nun war der beste menschliche Spieler vom Computer geschlagen.

Seit dem gibt es immer leistungsfähigere Computer, die der Mensch irgendwann nur noch als Rechenmaschine nutzte, die er selbst nicht mehr schlagen könnte. Millionen mögliche Partiefortführungen in der Sekunde zu berechen war der große Vorteil dieser Programme. Der Mensch gab dem Programm nur vor, was im Schach gut und was schlecht ist und die Rechenarbeit übernimmt das Programm. Eines der Leistungsfähigsten lässt sich sogar kostenlos und open source aus dem Netz runterladen.

Nun hat Google im Jahr 2017 einen Stein in Rollen gebracht, der nun von einigen übernommen wurde und alle bisherigen Programme in den Schatten stellte. Mit der KI AlphaZero hat Google eine völlig neue Idee präsentiert und damit der ganzen Schachgemeinde gezeigt, was mit KI’s möglich ist.
Während bisher der Mensch vorgab, wie er das Spiel verstanden hat und was in seinen Augen gut un was schlecht ist, hat man diesen Programm und allen die das Konzept übernommen haben nur die Grundregeln des Spiels beigebracht.

Die Programme haben dann entweder Millionen mal gegen sich selbst gespielt oder sind mit Millionen Partien gefüttert worden und haben selbst gelernt, warum man gewinnt oder verliert. Das Ergebnis war, dass diese KI’s alle bisherigen Programme um längen geschlagen haben.

Ich finde das schon einen recht eindrucksvollen Beweis, was KI’s können, obwohl die zu weit aus mehr in der Lage sind, als nur ein Brettspiel wie Schach oder Go zu verstehen, dass für den Menschen deutlich zu komplex ist. Nur so zum Vergleich. Eine Schachpartie kann mehr Wendungen oder Stellungen haben, als es Atome im Universium gibt. Von Go möchte ich hier gar nicht anfangen. Für die neuen Computer war es scheinbar nicht schwer das zu begreifen. Was Menschen an Wissen darüber in Hunderten von Jahren geschaffen und begriffen haben (letztlich nur mit Hilfe von Datenbanken und Rechenmaschienen) hat Google innerhalb von 4h in den Schatten gestellt. So lange hat das Programm gebraucht, um zu “lernen”.

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