KiezPrinz

KiezPrinz - oder die Odyssee einer großen Liebe

Nach einer wahren Begebenheit, durchaus mit künstlerischen Ausschmückungen
Meine erste Geschichte überhaupt

Es begab sich aber zu der Zeit, als er neu nach Berlin zog. Berlin, die große Stadt der Freiheit, der historische Mittelpunkt unserer Geschichte und Magnet für Glücksritter, Diven und Alternativen. Er hatte eigentlich gar keinen Grund nach Berlin zu ziehen. Es war also nicht so, dass ihn ein Job in die Hauptstadt zog, ein Studium oder gar die Liebe. Einfach das Gefühl, dabei zu sein, sich im Mittelpunkt zu fühlen und ja nichts aus dieser Welt zu verpassen, ließ ihn spontan den Entschluss fassen, nach Berlin zu ziehen. Eine Wohnung, in der Nähe von Wilmersdorf, war durch einen großen Zufall schnell gefunden: ein Freund zog gerade aus und so kam man fast gleichzeitig aufeinander zu, der Vertrag war schnell geschlossen.

Nach so viel Glück, das er mit einer Selbstverständlichkeit hinnahm, als wäre es alles schon arrangiert gewesen, stand er nun in seiner neuen Wohnung in Berlin und begutachtete sein Hab und Gut. Ein Tisch, ein Bett und eine kleine Kommode waren ihm von seinem Vormieter überlassen worden. Zwei Koffer, einen Fernseher und eine große Bücherkiste waren mit einem Mietwagen in die Hauptstadt gekommen. Ein Päckchen war noch unterwegs, dass ihm seine Eltern schicken würden. Er brauchte dabei gar nicht viel. Ein Notebook, eine warme Decke und eine Flasche Wein, schon konnte ihm nichts mehr auf der Welt anhaben.

Fair wäre es hier, dem Leser einige Grunddaten zu geben, damit er sich diese, auf dem ersten Blick merkwürdig erscheinende Person, zumindest in Umrissen vorstellen kann. Der Name ist unwichtig, nennen wir ihn einfach Paul. Paul ist 23 Jahre alt, auch wenn er sich wie 22 fühlte. Mit seinen kurzen brauen Haaren, braunen Augen und einer mittleren Körpergröße ist er nicht der Blickfang in der Öffentlichkeit. Doch bei genauerem Hinsehen kann man etwas Liebes erkennen. Das leichte Zucken um seine Mundwinkel, die kleinen Falten, die wohl von einem verstecken, aber nicht hinterhältigen Lachen erstanden sind und das Glitzern in den nussbraunen Augen, das immer wieder hervorblitzte. Alles in allem war Paul eine Person, die man gerne haben konnte, aber nicht schlau aus ihr wurde. Und über diese Person, Paul, der wohl auch nur nach außen grundlos nach Berlin zog, innerlich aber, möglicherweise ohne es selbst zu wissen, nach seinem Seelenverwandten suchte, möchte ich schreiben.

Cool geschrieben, klingt nach einer interessanten Geschichte.