Italien-Sommer, Sonne und zwei Jungs

Da lovestorys hier im Forum ja sehr beliebt sind, dachte ich mir ich schreibe auch mal eine. Leider hatte ich nicht das Glück wie Taytay oder Felix, soetwas selbst erleben zu dürfen, aber ich glaube eine erfundene Geschichte ist manchmal auch ganz schön, um dem Alltag entfliehen zu können. Mir verschafft es ein wenig Übung und Abwechslung zu dem Fantasy-Roman, an dem ich grade schreibe und vielleicht gefällt sie ja einigen von euch;)

Um das vorweg zu nehmen: Eigentlich mag ich meine Eltern! Auch wenn es vielleicht nicht immer den Anschein hat, doch insgesamt verstehen wir uns sehr gut. Das allerdings war der blödeste Einfall den sie jemals hatten. Zwei Wochen Adria, in meinen letzten Sommerferien vorm Abi! Während meine Freunde in Spanien einen drauf machen, soll ich in Italien mit meinen Eltern auf dem Campingplatz schmoren. „Der letzte gemeinsame Urlaub“ haben sie gesagt. Da pfeif ich doch drauf. Aber es half alles nichts, ich musste mit. Von meinen Freunden war ich entweder mitleidig belächelt, oder schlicht und ergreifend, ausgelacht worden.
So saß ich jetzt, drei Monate nachdem meine Eltern die „freudige“ Überraschung verkündet hatten, hinter dem Steuer unseres alten Kombis und nahm die Auffahrt auf die Autobahn, welche mich geradewegs in zwei Wochen Langeweile bringen sollte. „Eine gute Chance um mehr Fahrpraxis zu bekommen“ versuchte meine Mutter mir die erste Fahrschicht schmackhaft zu machen. Es war kurz nach vier Uhr morgens und meine Laune hatte bereits den ersten Tiefpunkt des Tages erreicht. Natürlich war Stau an allen Ecken und Enden, so dauerte die Fahrt nur schlappe 14 Stunden. Neun Stunden fuhren wir davon in der prallen Sonne. Eine Klimaanlage? Wofür das denn?!
Nach gefühlten 1000 erfolglosen Versuchen mein Schicksal doch noch abzuwenden, erreichten wir schließlich den Campingplatz.
Dank des guten Service durch das kompetente Fachpersonal dauerte es gerade mal zwei Stunden, bis unser gemieteter „camping-wagon“ ausfindig und bezugsfertig gemacht worden war.
Der „5-Sterne-Luxuswagen“ glich aus der Nähe eher einer Hundehütte, aus der sogar die Ratten geflohen waren. Na klasse! Enthusiastisch fingen meine Eltern an die Sachen aus dem Auto in unser „Zuhause“ für die nächsten Wochen zu räumen. Widerwillig nahm auch ich meinen Koffer und sicherte mir das Zimmer am linken Ende des Wagons.
Immerhin war das Zimmer besser, als es der Wagen von außen vermuten ließ. Das große Doppelbett war sauber und auch die Schränke wirken alle, als wären sie in einem ganz passablen Zustand.
Na immerhin, dachte ich und versuchte der Situation etwas positives abzugewinnen. Ich kramte in meinem Koffer bis ich Handtücher und Wechselkleidung gefunden hatte und begab mich erst einmal unter die Dusche. Als ich das Badezimmer wieder verließ, fühlte ich mich schon etwas wohler, ohne die verschwitzten Sachen, und auch meine Laune hatte sich ein ganz klein wenig gebessert.
Ich beschloss die Zeit zu nutzen, während meine Eltern noch am auspacken waren, um unsere Nachbarschaft zu begutachten.
Die Hitze des Tages hatte schon ein bisschen nachgelassen, wodurch es draußen halbwegs erträglich geworden war. Meine Eltern waren gerade dabei die mitgebrachten Lebensmittel in der eingebauten Küche zu verstauen und ließen mich intelligenterweise in Ruhe, sie wussten ja um meine Laune.
In jedem Quergang zur „Hauptstraße“ des Campingplatzes befanden sich zwanzig „camping-wagons“, 10 auf jeder Seite. Ich trat aus dem Wagon und betrachtete die anderen Wagons. Was ich sah, machte mir auch nicht wirklich Hoffnung für die kommenden zwei Wochen. Überall Familien mit Kindern im Alter von 4-14 Jahren. Natürlich alles aus Deutschland, jenes verrieten einem die Autokennzeichen. Ein paar Wohnwagons wirkten verlassen, so auch der direkt neben unserem.
Vor unserem Wagon stand ein weißer Plastiktisch, mit vier dazu passenden Stühlen. Ich suchte mir den Stuhl, der noch am vertrauensvollsten aussah und richtete ihn so aus, dass ich den perfekten Blick auf den Gang hatte.
Seufzend ließ ich mich nieder, als ein verheißungsvolles Knacken die Luft erfüllte. Ehe ich wusste wie mir geschah, landete ich mit meinem Hinterteil auf dem vertrockneten Grasboden. Ich schlug noch einen, vermutlich seeehr eleganten halben Purzelbaum rückwärts und fand dann, halb auf der Seite liegend, endlich die Kontrolle über meine Gliedmaßen wieder.
Von rechts hörte ich auch schon ein schadenfrohes, amüsiertes Lachen. Ungeschickt und mit einer Wut im Bauch erhob ich mich, um zu sehen, wer auch noch so frech war mich auszulachen. In der Tür des eben noch verlassenen Wagons nebenan, stand ein braunhaariger Jugendlicher und versuchte schuldbewusst sein Lachen zu verbergen. „Findest du das komisch?!“ stieß ich erbost aus und stapfte in seine Richtung. Doch meine Wut verflog jäh, als ich seine Mine sah. Das schlechte Gewissen darüber, mich ausgelacht zu haben, stand ihm ins Gesicht geschrieben und seine leuchtend grünen Augen baten aufrichtig um Verzeihung. Sein Blick alleine reichte schon aus, dass ich ihm verzieh…

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schön geschriebn, hoffe da geht noch mehr :flag:

(btw: glaub das würde im “entertainment” bereich besser passen)

ansonsten daumen hoch

Danke^^
vielleicht gibts heute abend sogar schon den nächsten teil, je nachdem, ob ich noch lustig bin ihn auf PC zu tippen xD
da könntest du recht haben, wenn die MOds der selben Meinung sind, können sie den Tread ja gerne verschieben :slight_smile:

„Es tut mir Leid, ich wollte dich nicht auslachen,aber das sah einfach zu komisch aus“ entschuldigte er sich und kam auf mich zu. Ich schaute zurück auf die Überreste des Gartenstuhls und nickte: „Ja, das muss es wohl.“
„Ich bin der Eddy“ stellte er sich vor und reichte mir die Hand.
„Ben“ erwiderte ich und schlug ein.
Er konnte der einzige gleichaltrige auf dem Campingplatz sein. Ein wenig Hoffnung keimte in mir auf, vielleicht würden die kommenden Tage doch etwas interessanter werden.
„Sieht aus als wäre wir Nachbarn, wie lange bist du schon hier?“ fragte ich.
„Wir sind auch gestern erst angekommen. Wie lange bleibt ihr?“
„Zwei Wochen“
„So lange bleiben wir auch, aber du klingst nicht besonders glücklich darüber?“
„Naja ich wurde zum mitfahren gezwungen. Bist du freiwillig mit deinen Eltern gefahren?“
„Es waren eher unglückliche Umstände, die mich zum Mitfahren bewegt haben.“ Für einen Moment war seine Miene wie versteinert, als erinnere er sich an etwas schlimmes. Dann kehrte das Lächeln zurück.
„Hey, wie wäre es, wenn ich meine vorige Unhöflichkeit mit einem Bier wieder gut mache?“
Ich tat so als müsste ich erst einen Moment überlegen, dann meinte ich:
„Ja, ich glaube das wäre ein guter Ausgleich.“
„Gut, ich habe gesehen, dass es an der Einkaufspassage am Eingang eine Bar gibt, lass uns doch da hin gehen.“
„Einen Augenblick, ich hole nur schnell Portmonee und Handy.“ Ich lief zurück zu unserem Wagon und ging in meinem Zimmer. Schnell fand ich die beiden gesuchten Gegenstände und stopfte sie in die Taschen meiner Badeshorts.
Beim Rausgehen rief ich noch schnell: „Bin weg, komme irgendwann wieder!“
„Pass auf, dass du den Weg zurück findest“ rief meine Mutter mir noch zu, doch ich hatte gar nicht hin gehört.
Einige Sekunden später, war ich wieder draußen bei Eddy und wir machten uns auf den Weg zu der Bar.
Es wurde allmählich dämmrig und auf der „Hauptstraße“ kam uns ein Wagen entgegen, der die Bäume mit Insektenvernichter besprühte. Nicht, dass es etwas gebracht hätte. Die Mücken waren sowieso allgegenwärtig.
Es dauerte einige Zeit, bis wir die Bar endlich gefunden hatten. Der Campingplatz war groß und wir gingen durch zahlreiche Neben- und Hauptgänge, bis wir endlich den Eingangsbereich des Platzes erreicht hatten.
Die Bar war klein und zur Straße hin offen. Wie sich das in Italien gehörte, durfte die eingebaute Eisdiele nicht fehlen.
Viele Urlauber saßen an den zahlreichen Tischen, die in der Allee zwischen Straße und Gebäudefront standen und genossen den Sommerabend.
Wir suchten uns einen freien Tisch und sofort war eine Bedienung zur Stelle, die uns die Karte überreichte und nach unserem Getränkewunsch fragte. Sie sprach perfektes Deutsch, lediglich der Akzent verriet, dass sie Italienerin war.
Man konnte meinen, man sei in Deutschland.
Eddy bestellte wie versprochen das Bier und wir machten uns einen ruhigen Abend, während ich mich von den Strapazen der Reise erholte. Wir verstanden uns auf Anhieb super und so kamen zu dem einen BIer schnell noch vier weitere.
Gegen 1 Uhr überlegten wir uns dann, langsam mal zurück zu gehen. Wir zahlten, nahmen ein Eis als Marschverpflegung mit und gingen, leicht angeheitert, in die Nacht.
„Moment!“ Eddy blieb stehen. „Du warst noch gar nicht am Strand oder?“
„Nee, warum?“
„Mitkommen!“ Er drehte um und ging in die entgegen gesetzte Richtung. Achselzuckend folgte ich ihm.
Nur fünf Minuten später fanden wir uns an der hell-erleuchteten Strandpromenade wieder. Uns kamen viele Eltern entgegen, die sich vermutlich nach einem anstrengenden Tag mit den Kindern jetzt bei einem Abendspaziergang entspannten.
Meine schlechte Laune war endgültig verschwunden, denn die Atmosphäre welche ich auf der Promenade erlebte, machte alles wieder wett. Der Mond spiegelte sich auf den sanften Wellen der Adria und das Rauschen des Wassers sowie die zahlreichen zirpenden Grillen erzeugten eine einzigartige Geräuschkulisse. Ansonsten war nichts zu hören.
„Lass uns zum Wasser gehen.“ schlug er vor.
Wir zogen die Flip-Flops aus und stiefelten barfuss durch den kühlen Sand. Ich schlurfte die letzten Reste meines Zitroneneises und schlenderte so weit ins Wasser, bis die Wellen meine Knie umspülten.
Das Wasser war schon kälter, aber noch weit davon entfernt, unangenehm zu sein.
Was für ein schöner Abend, dachte ich, als ich den klaren Sternenhimmel betrachtete.
Wo war eigentlich Eddy? Verwundert schaute ich mich um. Ich entdeckte ihn weiter hinten am Strand, wo er gerade dabei war sein Hemd auszuziehen. Der wollte doch wohl nicht schwimmen gehen oder? Anscheinend doch.
Er zog seine Wertsachen aus den Taschen und deponierte sie auf Hemd und Flip-Flops.
Dann stürmte er, nur noch mit der Badeshorts bekleidet, auf mich zu.
Oh nein!
Schnell hob ich die Arme. „Moment, mein Handy!“ Er hörte meinen Einwand gerade noch rechtzeitig, denn er stürzte in die Wellen, an statt mich umzureißen.
Prustend tauchte er wieder auf: „Du hast 30 Sekunden!“ drohte er lachend.
Ich beeilte mich und schmiss meine Sachen neben seine, ehe ich, ebenfalls nur noch in Badeshorts, auf ihn stürzte.
Ich packte ihn von hinten und wollte ihn in dem kalten Nass versenken, doch mit dem was er dann tat hatte ich nicht gerechnet. Er hebelte mich aus und warf mich über seine Schulter ins Wasser. Vor lauter Überraschung zog ich einen Schwall Salzwasser in meine Lungen und tauchte hustend wieder auf.
„ Alles OK?“ fragte er und klopfte mir auf den Rücken.
Als ich endlich wieder zu Luft kam zeigte ich mit dem Finger auf ihn und sagte:
„Das war absolut nicht fair!“
Er setzte wieder seine Unschuldsmiene auf, welche diesmal allerdings von einem spitzbübischem Lächeln durchbrochen war: „Ich hab mich nur verteidigt“.
Wir begannen wieder zu rangeln und tauchten beide ins Wasser.
Als wir wieder auftauchten erwartete uns eine Überraschung…

wow, das ist wirklich gut geschrieben :slight_smile:
jetzt bin ich schon sehr auf den dritten teil gespannt. was kann denn bloß die überraschung sein? schreib am besten schnell weiter :slight_smile:

wow was für Ne schöne Geschichte

Danke euch beiden;)
Hier gibts jetzt erstmal den dritten Teil, aber ab jetzt dauerte es ein wenig bis was neues kommt. Muss erstmal weiterschreiben und das neben schule und arbeiten…-.-

Vom Strand her wurden wir von einem hellen Scheinwerfer geblendet. Wir konnten hören, wie jemand in verschiedenen Sprachen nach uns rief. Die englische Version verstand ich dann, wir sollten aus dem Wasser kommen.
Auch Eddy hatte verstanden und wir wateten aus dem Wasser. Am Strand stand ein Platzwächter, sein Quad hatte er als Spot auf uns gerichtet. Ich konnte mich nicht erinnern, irgendwelche Verbotsschilder übersehen zu haben, mal schauen was er wollte.
Ruhig aber bestimmt erklärte der Mann, dass das Schwimmen in der Nacht verboten war, weil es zu gefährlich sei. Danach folgte noch ein moralischer Vortrag, dass wir es nicht noch einmal tun sollten, soviel wie uns passieren könne.
Während des Vortrages schauten Eddy und ich uns immer wieder belustigt an, wir hatten den Punkt der Ansprache ja schon lange verstanden. Schließlich stieg der Mann wieder auf sein Quad und fuhr davon.
So standen wir da, tropfend und frierend, da wir nichts hatten, um uns abzutrocknen.
„Lass uns zurück gehen, es wird kalt.“ sagte ich. Er nickte, wir nahmen unsere Sachen und liefen zurück zur Strandpromenade. Von dort aus suchten wir uns den erstbesten Nebengang. Der Gang lag im Dunkeln, in keinem der Wagons brannte noch Licht. Da kam mir eine Idee. Ich huschte zwischen zwei Wagons, Eddy folgte mir, ohne zu wissen was ich vor hatte.
Die Wagons waren mit Wäscheleinen verbunden, auf denen die Bewohner ihre Sachen trockneten. Ich schaute mich einmal kurz um, dann schnappte ich mir eines der Handtücher von der Leine und hielt es Eddy hin:
„Hier, wir müssen uns abtrocknen, sonst verbringen wir den Rest des Urlaubs krank im Bett.“
Er nahm das Handtuch und begann damit sich abzutrocknen. Ich griff mir ein weiteres Handtuch und begann mich ebenfalls ab. Zwar nicht die feine Art, aber es merkt schon keiner, dachte ich.
„Warte!“ Ich wollte gerade mein T-Shirt anziehen, doch er hielt mich zurück und trocknete, vorsichtig darauf bedacht nicht zu grob zu sein, meinen Rücken ab. Als er fertig war drehte ich mich zu ihm um. Einen seltsamen Moment lang schauten wir uns tief in die Augen. Er stand dicht vor mir, seine noch feuchten Haare lagen zerwuschelt auf dem Kopf und seine Lippen umspielte wieder dieses sympathische Lächeln, dass ich heute schon so oft gesehen hatte.
Eine verwirrende Erkenntnis traf mich: Er sah wunderschön aus!
Hastig zog ich mein T-Shirt an und hängte das Handtuch zurück auf die Leine. Im Folgenden irrten wir schweigend durch die Gänge. Ich war viel zu sehr mit meinen Gedanken beschäftigt, als noch reden zu können. Nach einiger Zeit fiel mir auf, das mir keiner der Gänge oder Wagons bekannt vor kam.
Wir hatten uns verlaufen.
„Weißt du welche Nummern unsere Wagons hatten, oder in welchem Block sie standen?“
Er zuckte mit den Schulter:
„Ich hab keine Ahnung…Aber warte mal, ich habe irgendwo den Schlüssel für unseren Wagon, da müsste ja eine Nummer draufstehen.“
Er kramte in seinen Taschen, bis er schließlich einen kleinen Schlüssel hervorzog. Er hielt ihn ins Licht und betrachtete ihn prüfend.
„Block N, Wagon 1903. Wo sind wir gerade?“ fragte er und schaute sich um.
„Block J“ sagte ich und zeigte auf das Schild, „die Richtung!“ gab ich an und ging nach links. Weiter oben hatte ich ein Schild entdeckt, auf dem ein K gedruckt war, also musste das die Richtung sein.
Es dauerte noch eine Weile, doch schlussendlich standen wir wieder vor unseren Wagons. Einen Moment verharrten wir vollkommen still, so als würden wir beide noch etwas sagen wollen, aber keiner fand die passenden Worte. Letztlich durchbrach ich das Schweigen:
„Danke für den schönen Abend“
Mit diesen Worten verabschiedete ich mich in meinen Wagon. Als ich gerade die Tür hinter mir zuziehen wollte, hörte ich ihn noch sagen:
„Mir hat es auch sehr gut gefallen.“ Ich schaute noch einmal aus dem Wagon und blinzelte ihm zu. Er stand nur da und lächelte mich an.
Ich schloss die Tür und ging in mein Zimmer. Nachdem ich mich meiner Bade- und Boxershorts entledigt hatte, plumpste ich in mein Bett.
Der Alkohol und die Müdigkeit verhinderten, dass meine Gedanken noch einmal zurück zu der seltsamen Erkenntnis wanderten, denn sofort schlummerte ich tief und fest.

uhh schöne Geschichte … kann ich mir richtig vorstellen, diesen Campingplatz, war 10Jahre Lang mit meine Eltern in so einem RiesenCampingplatz an der Adira (Cavallino)

Bin ja schon auf den Nächsten Teil gespannt :wink:

Freu mich schon auf die Fortsetzung :wink:

@CrazyPanda: Bin auch ca. 15 Jahre lang mit meinen Eltern immer auf den gleichen Campingplatz an der Adria (Auch Cavallino! ^^) gefahren :wink:)

Ja ich bin auch einige Jahre zu so einem Campingplatz gefahren, deswegen diente der auch so ein bischen als Inspiration :slight_smile:
Ich hoffe, dass ich in den kommenden Tagen wieder ein bischen zum Schreiben komme :wink:

Hey?! Wann kommt der nächste Teil? :slight_smile: Ich liiiiiiiiiiiebe solche geschichten… hach… :wink:

wow, das wird ja immer besser :slight_smile: ich lese deine geschichte wirklich sehr gerne und bin auch jetzt wieder gespannt, wie es wohl weiter geht :slight_smile:
bitte bitte schreib so schnell wie möglich weiter^^

Hey, sorry es geht leider noch nicht weiter-.-
im moment is alles streßig, doofe vorabiklausuren :frowning:
aber in den nächsten tagen gibts immerhin mal wieder einen kleinen Teil und spätestens mitte märz find ich dann hoffentlich wieder die zeit richtig weiter zu schreiben, ohne das mein roman sich vernachlässigt fühlt :wink:

Gefällt mir gut bisher :slight_smile:
Bin schon gespannt auf die fortsetzung(en) ^^

Soo jetzt gehts endlich weiter, tschuldigung fürs lange warten lassen :wink:
Da ich bis mitte April auch noch ein paar Textproben zur Uni schicken muss und diese geschichte eine davon werden soll, gehts ab jetzt auch zügiger weiter^^
Dann mal viel Spaß beim Lesen, den nächsten Teil gibts in den nächsten Tagen, wenn ich Zeit hatte ihn abzutippen.

Ich schlug die Augen auf und blickte an die, mir unbekannte, Kunststoffdecke.
Wo bin ich?
Es dauerte einen Moment, dann kamen die Erinnerungen an den letzten Tag zurück und ein lautes Knurren verriet mir, dass mein Magen leer war. Also erstmal was frühstücken.
Ich zog mir schnell meine Shorts an und watschelte in die Küche, während ich versuchte mir den letzten Schlaf aus den Augen zu reiben.
„Ahh, guten Morgen.Ist der Nachtschwärmer also auch schon aufgestanden?“ begrüßte mich mein Vater, als ich die „Küche“ betrat.
Die Küche bestand eigentlich nur aus einer kleinen Schrankwand, in die eine Spüle, ein Herd und ein Ofen eingelassen war, sowie ein kleiner Tisch mit einer Sitzecke für 2-3 Personen und zu guter Letzt zwei Stühle.
Da ich gestern keine Zeit gehabt hatte, mich mit unserem Wagon zu beschäftigen, schaute ich mich jetzt ein wenig genauer um. Die Aufteilung war sehr einfach. Am linken Ende lag mein Zimmer, direkt an dem Flur angeschlossen das Badezimmer, mit Dusche, Toilette und Waschbecken. Vom Eingang aus auf der rechten Seite lag die offene Küche und am rechten Ende, das zweite Schlafzimmer.
Für zwei Wochen wird’s wohl reichen.
Meine Eltern saßen um den Küchentisch, der mit Frühstück gedeckt war.
„Ja, bin ich. Wie spät ist es überhaupt?“ fragte ich und ließ mich auf die Sitzbank fallen.
„Halb Elf. Darf man fragen, wo du so lange warst?“
„In der Bar und am Strand, wenn ihr es unbedingt wissen wollt“ der Groll gegen meine Eltern kehrte zurück, allerdings schon viel schwächer, als er gestern noch gewesen war.
„Allein?“ fragte meine Mutter erstaunt.
„Nein, mit dem Jungen der nebenan wohnt, Eddy.“
„Ahh, hast du also schon einen Freund gefunden?“ freute sie sich mit einer Stimme, als würde sie mit einem Acht-jährigen reden.
„Hör auf das in den Dreck zu ziehen, ich versuche nur, mir die Zeit hier etwas erträglicher zu machen.“ erwiderte ich gereizt.
Meine Mutter wollte sich gerade über meinen Ton beschweren, da wechselte mein Vater geschickt das Thema:
„Du weißt nicht zufällig , was es mit dem kaputten Gartenstuhl vor dem Wagon auf sich hat, oder?“
„Doch, ich habe mich reingesetzt und er ist zerbrochen“ erklärte ich.
„Dann sei bitte so nett und ruf später bei der Verwaltung an, dass die uns einen Neuen Stuhl bringen“ bat mein Vater, sichtlich bemüht, einen Streit zu verhindern.
„Ja, mach ich später.“
Nachdem ich gefrühstückt und geduscht hatte, ging ich nach draußen. Es war noch nicht einmal 11 Uhr, dennoch waren es auf dem Thermometer schon knapp 30° Celsius. Neben dem Tisch lagen noch immer die Trümmer des Stuhls. Ich erinnerte mich daran, wie er unter meinem Gewicht zusammen gebrochen war und schmunzelte. Das muss wirklich komisch ausgesehen haben. Der Wagon von Eddy lag verlassen da, sogar das Auto war weg.
Schade, eigentlich hatte ich gehofft heute wieder etwas mit Eddy machen zu können.
Vielleicht kommt er ja auch gleich irgendwann wieder.
So würde ich mich erst einmal dem Stuhlproblem zuwenden. Um zu gucken, ob die anderen Stühle stabiler waren, übte ich mit einer Hand ein wenig Druck auf einen der Stühle aus. Sofort knackte es bedrohlich, was mir Beweis genug war, dass die anderen auch nicht in Ordnung waren.
Auf dem Weg nach drinnen kamen mir meine Eltern entgegen. Sie erfüllten voll und ganz das Klischee eines typischen deutschen Urlaubers:
Mein Vater trug ein weißes Unterhemd und eine kurze Badeshorts, auf dem Kopf eine alte Kappe und unter den Armen schleppte er Liegestuhl und Sonnenschirm.
Meine Mutter war beladen mit einer Strandtasche und einer Kühltasche. Ihre Kleidung war bestimmt schon vor zwei Jahrzehnten out gewesen.
Also bei denen in der Nähe werde ich mich nicht blicken lassen, das ist ja peinlich!
„Wir wollen jetzt ein wenig zum Strand, kommst du mit?“ fragte mein Vater.
„Nein, ich werde mich jetzt erst mal um den Stuhl kümmern, eventuell schaue ich später mal vorbei.“
„Danke, bis nachher.“ antworte mein Vater, meine Mutter begnügte sich damit mich schnippisch an zugucken, sie war immer noch eingeschnappt, weil ich sie beim Frühstück so angemacht hatte.
Als sie weg waren, nahm ich mir das eingebaute Telefon und rief bei der Verwaltung des Parks an, es dauerte eine Zeit, bis jemand abnahm.
„Buona giornata, gestione de parchi“
„Äh…si“ stammelte ich. Ich hatte kein Wort verstanden. „Tengo…un…problema…“
„English, Italiano, Portugese o German?“ unterbrach mich eine sympathische Frauenstimme.
Warum versuchte ich auch auf Spanisch mit ihr zu reden?
„German, bitte“ Oh man, wie peinlich…
„Wie kann ich Ihnen helfen?“ fragte die Frau, in flüssigem Deutsch.
„Ähm ja, wir haben hier ein Problem mit den Gartenmöbeln. Einer der Stühle ist gestern zusammengebrochen.“
„Ok, ich schicke ihnen sofort einen Mitarbeiter, sagen Sie mir bitte einmal die Nummer ihres Wagons.“
„Aber natürlich, Wagon 1902, in Block N.“
Es dauerte eine halbe Stunde, bis ein Truck des Campingplatzes vorgefahren kam, aus dem ein kleiner, schmächtiger Mann stieg. Um den Hals trug er eine goldene Kette mit einem Abbild der heiligen Jungfrau Maria. Er kam auf mich zu und reckte mir, mit einem schleimigen Lächeln im Gesicht, die Hand entgegen.
„Mein Name iste Guiseppe, wie ich kann helfen?“
„Ben“ stellte ich mich knapp vor und deutete auf den kaputten Stuhl „Die Stühle sind kaputt, die brechen sofort zusammen, wenn man sich drauf setzt.“
„Das…ähh…kann nicht sein! Sind äh…höchste Qualität, wenn Sie haben zerbrochen die Stühle, sie müssen bezahlen!“
Hab ich mich verhört?
„Entschuldigen Sie,“ ich war bemüht trotz der dreisten Forderung des Parkangestellten ruhig zu bleiben. „Sie haben da wohl etwas falsch verstanden, die Stühle waren schon instabil, als wir ankamen. Sie können sich ja gerne mal setzen, und sich selbst von dem schlechten Zustand der Stühle überzeugen.“
Ich hatte gehofft, dass Guiseppe Probleme mit dem Deutsch gehabt hatte, als er unterstellte, dass ich den Stuhl absichtlich beschädigt hätte, doch das war nicht der Fall.
Ich hatte lediglich das Heißblut des Italieners unterschätzt.
„Das iste einfach unglaublich! Sie glauben ich sei dumm, doch das, ich kann garantieren, iste nicht der Fall, denn ich habe sehr wohl verstanden. Ich verstehe wie Sie Deutsche hier hin kommen, denken alle Italiener wären dumm und können einfach machen kaputt, was sie wollen!“
Ich wusste überhaupt nicht wie mir geschah, mehr und mehr redete der Mann sich in einen Rausch.
Er beschwerte sich über den Müll der deutschen Touristen, darüber, dass die Deutschen andauernd italienische Mädchen verführen würden und immer so weiter.
Hilflos stand ich da und versuchte verzweifelt, nicht über den 1,50 Meter großen, wie Rumpelstilzchen hüpfenden, fast kahlköpfigen Mann zu lachen.
Schließlich wurde ich von der italienischen Nationalhymne gerettet.
Laut, und scheinbar voller Stolz schmetterte Guiseppes Handy DAS Symbol italienischen Nationalstolzes.
„Scusi“ unterbrach der Mann seine Schimpftirade und zog das Handy hervor.
„Maria…“ mehr verstand ich nicht, denn der Rest war nur noch italienisches Kaudawelsch für mich.
Es dauerte nicht lange, da wurde er wieder lauter. Schließlich brüllte er in das Telefon, so wie er eben noch mich angebrüllt hatte.
Plötzlich verstummte er.
Alle Farbe wich aus seinem Gesicht und er brachte nur noch ein Wort hervor: „Mama“.
Sogar ich konnte hören, wie die Mutter ihren Sohn durch das Telefon zusammenfaltete. Dieser indes wurde immer kleiner und kleiner, das einzige Wort was jetzt noch über seine Lippen kam, war „Scusi“.
Wie ein geschundener Hund trottete er umher, sich immer wieder entschuldigend. Bevor ich eine Warnung von mir geben konnte, setzte er sich in einen der Stühle. Es knackte und ihn ereilte das gleiche Schicksal, welches auch mich am vorigen Abend getroffen hatte. Ich eilte zu ihmund wollte ihm auf helfen, da hörte ich Eddys Stimme:
„Das ist aber nicht sehr nett von dir, du wusstest doch, dass die Stühle kaputt sind. Der arme Guiseppe“
Er stand neben dem Truck und grinste mich schelmisch an, sodass die Verteidigung, zu der ich gerade ansetzte überflüssig wurde. Verwirrt kam der kleine Italiener wieder auf die Beine. Er sagte noch kurz etwas ins Handy und schob es zurück in seine Tasche. Ein breites Lächeln trat auf sein Gesicht, als er Eddy sah.
Freudig schlossen die beiden sich in die Arme und nun war ich derjenige der verwirrt guckte.
„Wir kommen schon seit einigen Jahren her und im Laufe der Zeit haben wir uns miteinander angefreundet.“ erklärte Eddy.
„Sage mal, wo iste klein Robin? Iste er dieses Jahr nichte mit?“ fragte Guiseppe ihn.
„Äh nein, ist er nicht.“ erwiderte dieser und für einen Moment lag wieder dieser traurige Ausdruck in seinen Augen.
Nur für eine Sekunde, dann war das Lächeln zurück, doch seine Augen wirkten auch einige Augenblicke später noch sonderbar leer.
Wer war dieser Robin? Und warum löste dieser Name so eine Reaktion bei Eddy aus?
Ich nahm mir vor ihn später danach zu fragen.
„Iche glaube, ich muss mich bei ihnen entschuldigen,ich werde ihnen sofort neue Stühle geben.“ sagte Guiseppe und fing an, die kaputten Stühle gegen Neue von seinem Truck zu tauschen.
„Also, wenn du jetzt jedes mal einen Stuhl kaputt gehen läßt, wenn ich um die Ecke komme, machst du den Campingplatz arm.“ neckte Eddy mich weiter.
„Das war eigentlich nicht mein Plan. Wo warst du? Ich hatte schon befürchtet, ich müsse den Tag mit meinen Eltern verbringen.“
„Ich war mit meinen Eltern auf dem Fischmarkt, sie wollten unbedingt, dass ich mit gehe.“
„Fangen diese Dinger nicht immer schon um 6 Uhr an?“
„Ja leider. Ich hab 2 Stunden geschlafen. Aber egal. Kannst du surfen?“
„Tjaa, ich hab 7 Stunden geschlafen.“ Für diesen Kommentar erntete ich einen bitterbösen Blick. „Weiß nicht, habe ich noch nie ausprobiert, warum fragst du?“
„Ich könnte versuchen es dir beizubringen. Wenn meine Eltern gleich hier sind können wir zu einem Strand fahren, an dem man super surfen kann, Da ist auch nicht so viel los, wie hier an der überfüllten Promenade.“
„Gerne, ich wollte schon immer mal surfen lernen.“
Inzwischen war Guiseppe fertig mit dem Austauschen der Stühle, sogar die Teile der beiden zerstörten Stühle hatte er eingesammelt.
„Bitte entschuldigen Sie noch einmal mein Verhalten, iche habe manchmal mit der vielen Sonne zu kämpfen, Sie verstehen?“ versuchte er sich rauszureden.
„Ist schon Ok.“ entgegnete ich und Guiseppe verschwand in seinem Truck.
„Komischer Kautz. Du kannst dir nicht vorstellen, wie der vorhin über uns Deutsche gemeckert hat.“ erzählte ich Eddy.
„Du musst wissen, seine beiden Ex-Frauen haben ihn jeweils wegen deutschen Touristen verlassen, seitdem mag er uns Deutsche so wenig.“
„Das erklärt natürlich einiges.“
„Ja. Meine Eltern werden gleich hier sein, ich gehe mich schon einmal umziehen, dann können wir sofort los.“

Tolle Geschichte. :slight_smile:

Wann geht’s endlich weiter?

Echt sehr schöne Geschichte!!!
Bin auch schon sehr gespannt auf die weiteren Teile!
Aber setzt dich net zu sehr unter Stress wegen Schule und Arbeit! :wink:

So bitte, da gehts auch schon weiter :wink:

Eine Stunde später parkten wir das Auto am Rand einer Straße, die parallel zum Meer verlief. Die Temperaturen hatten bereits ihren Hochpunkt erreicht, 36°Celsius zeigte das Thermometer im Auto. Lediglich der Wind sorgte dafür, dass man es noch einigermaßen aushalten konnte.
Auf der Fahrt zum Strand hatte Eddy mir einige lustige Stories über Guiseppe erzählt, wie sie ihn zum Beispiel einmal zum Grillen eingeladen hatten, bei dem er sich sehr viel Wein einverleibt hatte. Als sie dann am nächsten Morgen auf dem Weg zum Strand waren, fanden sie ihn in einer Hecke schlafend, weil er den Weg zum Bungalow der Mitarbeiter nicht mehr gefunden hatte.
Nach der Fahrt im aufgeheizten Auto drängten wir jetzt beide darauf, ins kühle Wasser zu kommen. Ich holte zwei Handtücher aus dem Kofferraum, Eddy löste unterdessen die Surfbretter vom Dach.
Er drückte mir das längere von beiden in die Hand, ein schlichtes, weiß-grün gestreiftes Surfbrett.
Sein Brett hingegen war vollkommen anders: es war ein gute Stück kürzer als meins und wilde Graffities zierten beide Seiten.
„Warum habt ihr eigentlich zwei Surfbretter? Ich gehe mal nicht davon aus, dass deine Eltern surfen und du alleine brauchst doch keine zwei oder?“ fragte ich ihn.
„Nein, meine Eltern surfen nicht, aber dieses hier,“ er hob seins hoch, „gehörte einmal jemand anders, der es jetzt nicht mehr benötigt.“ erklärte er. „So nun muss ich einmal schauen, wo der Eingang war“
Er ging vor der Rosenhecke auf und ab und suchte. Verwirrt schaute ich ihm zu. Die Hecke war so hoch, dass man kaum darüber gucken konnte.
Die Äste saßen voller Dornen und spitzer Stacheln, ich glaubte nicht, dass wir da durchkamen.
„Bist du sicher, dass das hier war? Für mich sieht das nämlich nicht so aus, als ob man da durch zu einem Strand kommt.“ erkundigte ich mich.
„Doch, doch. Es gibt hier irgendwo einen Durchgang, ich muss ihn nur wiederfinden. Aha!“
Triumphierend lächelte er dann schob er plötzlich sein Surfbrett durch die Hecke. Vor uns lag ein Durchgang, der gerade breit genug war, dass ein Mensch hindurch passte, ohne sich an den Dornen zu verletzen. Das Surfbrett lag auf dem Boden und bildete einen Steg über einen abgeknickten Ast.
„Bitte, nach ihnen“ freundlich bedeutete Eddy mir hindurch zu treten.Verwundert schob ich mich durch die Hecke, vorsichtig darauf bedacht, keine Bekanntschaft mit den Stacheln zu machen.
„Sag mal, wie hast du denn diesen Weg gefunden?“
Eddy folgte mir, dann zog er sein Surfbrett hervor, der Ast schleuderte zurück in die Hecke.
Wer nicht wusste, dass es diesen Ast gab, wäre nie auf die Idee gekommen, dass er so biegsam war und einem die Möglichkeit gab die Hecke zu passieren.
„Durch Zufall. Wir waren einmal unterwegs, da schubste mein…“ mitten im Satz verstummte er, sein Blick wurde glasig.
„Jaa? Wer machte was?“ hakte ich nach.
„Nicht so wichtig“ wehrte er ab „Lass uns zum Wasser gehen, mir ist echt schweinsmäßig warm.“ fuhr er abwesend fort.
Wie sollte ich das jetzt wieder verstehen?
Ich folgte ihm über eine Düne, dahinter lag einer der schönsten Strände, die ich je gesehen hatte.
Hohe Steinwälle zogen sich von der Düne bis einige hundert Meter ins Wasser und es schien, als schirmten sie die Bucht vom Rest der Welt ab. Wellen die einige Meter hoch waren strömten herein.
Außer uns befand sich keine Menschenseele in der Bucht.
Es waren keine Autos zu hören, keine herumschreienden Kinder, nur das Rauschen der Wellen.
Eine salzige Brise wehte mir ins Gesicht, die Zeit an diesem Ort schien still zu stehen.
„Bezaubernd nicht wahr?“ Eddy schaute mich an, auch er war von dem Eindruck überwältigt.
„Ja. Na los, sonst brennen mir die Füße weg!“ Ich rannte die Düne hinunter, am Strand ließ ich die Handtücher fallen, ehe ich mich mitsamt Surfbrett in das Kühle Wasser stürzte.
Was für ein unglaubliches Gefühl.
Es kam mir vor, als sein eine Ewigkeit vergangen, ehe wir wieder aus dem Wasser kamen. Den ganzen Tag hatten wir damit zugebracht zu schwimmen, zu surfen oder uns gegenseitig unter Wasser zu drücken.
Eddy hatte mir gezeigt, mit welchen Körperhaltungen und Bewegungen ich mich am besten auf dem Brett hielt.
Nach gefühlten 100 Fehlversuchen, welche sehr zu seiner Belustigung beitrugen, schaffte ich es schließlich mich einige Sekunden auf dem Brett zu halten. Von da an, klappte es immer besser.
Eddy hingegen schien für das Surfen gemacht worden zu sein. Elegant bewegte er sich durch die Wellen, sprang mit dem Brett oder vollführte Drehungen.
Wann immer er auf dem Brett stand begnügte ich mich damit, mich im seichten Wasser treiben zu lassen und ihn zu beobachten.
Wie er so durch das Wasser glitt, schien er die Welt um sich herum zu vergessen. In seinen Augen lag dann dieser glückliche Ausdruck, ein völliger Unterschied zu der Trauer und dem Schmerz, den ich inzwischen schon einige Male hatte bei ihm sehen können.
Jetzt schleppten wir uns aus dem Wasser an den Strand, ich war so kaputt wie schon lange nicht mehr. Der Himmel nahm bereits eine glutrote Farbe an, also musste es mindestens sieben Uhr sein.
Erschöpft ließ ich das Surfbrett in den Sand plumpsen und schnappte mir ein Handtuch.
„Meine Güte, das war ein Spaß!“ meinte Eddy schwer atmend.
„Ja, ich glaube, ich war noch nie so lang am Stück im Wasser“ pflichtete ich ihm bei „Aber wir sollten das unbedingt noch einmal machen.“
„Das sollten wir auf jeden Fall! Dafür, dass du heute zum ersten Mal auf einem Surfbrett standest, hast du dich echt gut geschlagen“ sagte er und lächelte mich einmal mehr an.
„Danke“ sagte ich etwas verlegen. Ich mochte es nicht, wenn man mir Komplimente machte.
„Ab und zu sahst du zwar aus wie eine hysterische Katze…“
„Arsch!“ sagte ich halb-ernst und musste lachen.
„Du hast dich an dem Brett festgeklammert, als wärest du von Haien umgeben!“ zog er mich weiter auf.
„Na warte!“ Ich stürzte mich auf ihn und wir begannen auf dem warmen Sand zu rangeln.
Schließlich musste ich mich geschlagen geben, er saß auf mir, mit den Knien drückte er meine Oberarme auf den Boden, mit den Händen hielt er meine Handgelenke am Boden. Überlegen grinste er mich an.
“Das war jetzt eine äußerst schwache Vorstellung von Ihnen. Wer einen Krieg anfängt und verliert, sollte auch eine passende Entschädigung zahlen!“
Seine grünen Augen schauten mich auffordernd an. In meiner Magengegend fing es auf einmal an zu kribbeln. Das Kribbeln irritierte mich, doch ich war bemüht mir nichts anmerken zu lassen.
„Mal sehen…wie wärs mit…einem Bier?“
„Nein, nicht genug. Neuer Vorschlag!“
„Mhh was gibt es denn noch?“ Ich tat als würde ich an ihm schnuppern. „Wie wäre es mit einen Shampoo?“ angriffslustig schaute ich ihn an.
„Vorsichtig. Sie sind nicht in der Position für Scherze!“ Man sah ihm an, dass es ihm immer schwerer fiel ernsthaft zu wirken.
„Schon gut, wie wäre es mit einer Pizza? Halten Sie das für einen angemessenen Preis, um mein frevelndes Vergehen zu entschuldigen?“
„Ja, ich denke so kommen wir ins Geschäft.“ Er ließ meine Arme los. „Na komm, ich hab mächtig Kohldampf“
„Moment!“ Irgendwie fühlte es sich angenehm an, dass er mir so nahe war. „Wofür steht das R?“
Ich zeigte auf den silbernen Marines-Anhänger, den er um den Hals trug.
Nur ein schwungvolles R war darauf zu sehen.
„Nicht so wichtig.“ erwiderte er und ich merkte sofort, dass ich die falsche Frage gestellt hatte.
Er ging von mir runter und begann wortlos damit, sich von dem vielen Sand zu befreien.
Scheint wohl ein heikles Thema zu sein, besser ich frage erstmal nicht mehr danach.
Zum Glück hielt seine schlechte Laune nicht lange an und wir verbrachten die Rückfahrt scherzend und uns gegenseitig aufziehend.
Als wir endlich wieder am Campingplatz ankamen, erlebten wir eine kleine Überraschung.
Unsere Eltern saßen zusammen und grillten, sie schienen sich gut zu verstehen.
„Da seid ihr ja wieder, und gute Wellen dabei heute?“ fragte Eddys Vater, alle vier schauten uns erwartungsvoll an.
„Ja, die Wellen waren heute wieder echt gut, wir sind den ganzen Tag nicht aus dem Wasser gekommen.“ antwortete Eddy.
„Dann esst doch erst einmal etwas, wir haben noch einige Steaks und Würstchen.“ schlug meine Mutter vor, der Disput des Morgens schien vergessen zu sein.
Eddy und ich schauten uns fragend an, dann meinte er: „Von mir aus kannst du deine Schulden auch morgen noch bezahlen.“
„Ja gut, dann nehmen wir gerne was.“ antwortete ich und wir setzten uns.
Es folgte ein angenehmer Abend mit reichlich Essen und der ein oder anderen peinlichen Geschichte, die unsere Eltern über uns Preis gaben.
Spät am Abend verabschiedeten wir uns dann voneinander, aber nicht, ohne uns für den nächsten Tag zum erneuten Surfen zu verabreden.

Sehr gute Geschichte. Du drückst dich sehr gut aus. :slight_smile:

Wann gehts endlich weiter?xD