Homosexualität/Sexualkunde in der Schule

Wie wurde Homosexualität/Sexualkunde bei euch behandelt?

  • Weder Sexualkunde, noch Homosexualität im Unterricht behandelt
  • Sexualkunde im Unterricht, aber Homosexualität im Unterricht nicht behandelt
  • Sexualkunde und Homosexualität explizit im Unterricht behandelt

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Ich hab mal heute aus Langeweile mein Biobuch durchgeblättert und im Glossar nach “homosexualität” gesucht, kein Ergebnis (ich bin in der 12. Klasse).
OK, ist ja eigentlich kein Thema für uns, sondern für die unteren Klassen. Aber auch in meinem alten Bio-Buch kein Eintrag dazu.
Und auch im Rückblick auf meine Schulzeit konnte ich mir keine Situation ins Gedächtnis rufen, in welcher Homosexualität von einem Lehrer objektiv und ernst gemeint thematisiert wurde.
Der eine oder andere Lehrer hat natürlich mal nen mehr oder weniger niveaulosen Witz zu dem Thema gerissen, aber ernsthaft wurde das Thema nie angesprochen.
Auch nicht im Sexualkundeunterricht, wenn dieser seinen Namen überhaupt verdient hat.
Es war in der 6. oder 7. Klasse, weiß ich nicht mehr genau.
Der Lehrer legte Bilder von männlichen und weiblichen Geschlechtsorganen auf den Overheadprojektor, die Jungs grölten vor Lachen.
Der Lehrer ließ die Abbildungen von einem Mädchen mit nem Folienstift beschriften, dabei allgemeines Gekicher. Danach erklärte er kurz, wie Sex funktioniert, das wars.

Dann hatten wir noch ein oder zwei Jahre später ne Informationsveranstaltung, in welcher merkwürdige mitt-30er versuchten, mit uns in “jugendsprache” (oder was sie dafür hielten) über Geschlechtskrankheiten und Kondome zu reden, verteilten ein paar Kondome welche wir zu Ballons aufbliesen und platzen liessen.

Nun meine Frage: War das bei euch anders?

Also los Leute, haut mal in die Tasten :smiley:

Jau, meine stimme bringt 100 Prozent :slight_smile:
also wir (9. Klasse) haben nur Sexualkunde mit Abbildungen und verschiedenen beziebungsarten (trigonal usw.) Gemacht.
Die witze, die selbst Lehrer darüber machen finde ich auch echt sche**e

Sexualkunde haben wir mal in Biologie ganz kurz durchgemacht und halt immer mal wieder Möglichkeiten zur Empfängnisverhütung und Schutz vor Geschlechtskrankheiten besprochen. Aber alles recht kurz und eher nebensächlich.

Über Homosexualität haben wir kurz mal in Englisch und Religion geredet, aber irgendwie war das Interesse in der Klasse nicht sehr groß, weswegen wir damit auch schnell wieder durch waren. Ist bei uns wohl noch ein Thema, “über das man halt nicht spricht”.

bei mir läuft grad sexualkunde in bio ob wir aber noch homosexualität besprechen weiss ich nicht genau

Wenn ich mich recht erinnere, haben wir am Ende der Grundschule in Sachkunde mal was zu Sexualkunde gemacht, aber nur kurz und auch eher so in Richtung “Bienchen und Blümchen”.
Dann kams im Gymnasium in Bio nochmal. Da wir damals aber einen betagteren Lehrer hatten, dem das Thema nicht sonderlich wichtig war, wieder nur kurz.
Homosexualität kam dabei gar nicht zur Sprache.
Im Biokurs in der Oberstufe hat unser Lehrer im Anschluss an das Thema Genetik und Fortpflanzung noch ein paar Stunden dem Thema gewidmet, was es so zwischen Mann und Frau noch gibt, was die biologischen Gründe dafür sind etc.

In der 4ten hatten wir groß die Geschlechtsmerkmale, dann hatten wir das in der 5ten nochmal ganz ausführlich und in 6 und 7 hatten wir Pubertät und allen Konsequenzen. Das ging von Verhütung, über die Gefühle bis zu peinlichen Masturbations-cartoon-filmen.^^ In der neunten hätten wir auch nochmal ganz spezifisch auf die Gefühlsebene eingehen sollen, aber unser Lehrer lies uns nur Bücher lesen, Zettel ausfüllen, sie vergleichen und dann wieder Bücher lesen…

Im Grunde wurden wir echt gut aufgeklärt, aber über Homosexualität gab es nur eine Seite in einem Buch, welche nie durchgelesen wure.

Da bin ich wohl ne Ausnahme. Sexualkunde selbst hatten wir eigentlich halbwegs vernünftig behandelt. Mit diversen Vorträgen u.a. zu den Geschlechtskrankheiten - Homosexualität wurde da auch knapp drin thematisiert.

Zusätzlich hatten wir allerdings in der 9. Klasse noch nen schwulen Chemie Referendar, der seine letzten Unterrichtsstunden dem Thema Homosexualität gewidmet hat. Vielleicht auch weil er dachte er müsse mir helfen (damals war ich schon geoutet). Jedenfalls wurde das bei uns relativ gut behandelt.

Ich kann mich nicht erinnern, dass jemals Homosexualität ernsthaft besprochen wurde, während ich in der Schule war. Es wurde irgendwann Ende der Grundschulzeit mal erwähnt, ansonsten halt nur der normale Sexualkundeunterricht.
Dabei finde ich es durchaus wichtig, klarzustellen, dass es eben nicht nur Mann/Frau gibt, und auch, dass Homosexualität ganz natürlich ist und bei praktisch allen Tierarten vorkommt. Klar sind die bisherigen Ansichten zum natürlichen Zweck der Homosexualität nur Spekulationen, aber wenn man nicht mal drauf eingeht, wie kann man dann erwarten, dass Schüler was anderes glauben als dass es unnatürlich und sinnlos wäre?

Bei mir war es im Biologieunterricht das selbe. Allerdings hatten wir eine total engagierte Ethiklehrerin in der Mittelschule. Ich habe diese Frau verehrt, trotz das sie sehr streng war, da ich sie für einen sehr gerechten engagierten Menschen hielt und noch immer halte. Bei ihr hatten wir, ich glaube in der 8. Klasse eine Unterrichtsstunde zum Thema Homosexualität gemacht. Klingt nach wenig, doch wir haben es sehr intensiv behandelt. Trotzdem muss ich sagen, dass es wahrscheinlich entweder ein Wahlpflichtthema war oder garnicht im sächsischen Lehrplan vorgesehen ist (wie scheinbar überall).

Ich fände eine Auswahlsmöglichkeit wie “Sexualkunde im Unterricht, aber Homosexualität nur nebenbei erwähnt / oberflächlich behandelt” ganz praktisch, aber ich weiß auch nicht, ob das noch eingetragen werden kann… verfälscht ja im Grunde die bisherige Abstimmung :S

Ich kann so jedenfalls nichts auswählen, da mein rassistischer und homophober Biolehrer in einem von zwei Kursen nur in einem Satz erwähnt hat, das es ja auch Frauen/Männer gibt, die nicht mit dem anderen Geschlecht schlafen. Zuvor hat erzählt wie abartig er Transsexuelle findet und das dieser Versuch, die natürliche Vorherbestimmung zu verändern, sinnlos ist obwohl er wusste, dass er soetwas vor uns nicht aussprechen darf. Dagegen hat aber im anderen Kurs eine ganze Stunde mit uns über Homosexualität diskutiert. Das hat ihm zwar ein paar kleine Pluspunkte bei mir eingebracht aber seine Meinung war trotzdem noch sehr konservativ.

Ansonsten hatte ich seit der Grundschule alle Jahre wieder ein bisschen mehr Sexualaufklärung. Hetero bin ich dadurch jedenfalls nicht geworden :sweet:

Bei uns wurde in der Zeit in der Unter- und Mittelstufe, in der man so über Sexualkunde spricht, also in der 5. und 8., Homosexualität nicht thematisiert. In der 5. (Biologie) lag das am zu konservativen, merkwürdigen und homophoben Lehrer, in der 8. hatten wir im Prinzip nur diese Aufklärungsveranstaltung mit den Sozialpädagogen, wie von bolle etwas drastisch formuliert (wir haben keine Kondome platzen lassen, sondern die nur mitbekommen^^), wo auch Homosexualität nicht gezielt angesprochen wurde. Im Unterricht im eigentlich “zuständigen” Fach (Deutsch) wurde dann immer auf diese Veranstaltung verwiesen, wenn wir irgendwie auf das Thema Sexualkunde kamen.
In der 9. sollte es eigentlich nochmal Thema in Biologie sein, doch unser damaliger Lehrer wollte über das Thema nicht reden, und klammerte es schlussendlich ganz aus - wir haben stattdessen Filme zu anderen biologischen Themen (Organspende, Genetik etc.) angeschaut. Heute hab ich auch ne Vermutung, warum - er ist selbst schwul und an der Schule insgesamt immer noch ungeoutet. Ich weiß es nur, weil ein ebenfalls schwuler Ex-Klassenkamerad von mir den mal privat getroffen hat.
Erst in der 12. Klasse kamen wir anhand einer Romanfigur (oder einer Geschichte?) in Deutsch wieder auf das Thema Homosexualität zu sprechen. Die Lehrerin behandelte das damals ganz gewöhnlich und selbstverständlich wie jedes andere Thema auch, was ganz ihrer Art entsprach. Hierfür wurde aber natürlich wieder Grundwissen vorausgesetzt, das man hätte vermittelt bekommen müssen. Und ein paar Schüler, die das Outing meines Klassenkameraden zwei Jahre vorher (und die ergiebigen außerunterrichtlichen Diskussionen danach) nicht mitbekommen hatten, weil sie in ner Parallelklasse waren, grinsten halt blöde.

Also in Biologie hatten wir natürlich Sexualkunde und das Thema “Homosexualität” wurde ganz kurz in einigen Sätzen angeschnitten.
Unser Lehrer hatte dazu nur gesagt, dass es das schon damals gab und es früher bei den Indianern Brauch war, dass die männlichen Homosexuellen (und nur von denen war die Rede), sich dann nicht um die Jagd und die männlichen Aufgaben kümmern mussten, sondern dann für das Haare schneiden zuständig waren.

Tja, also was soll man dazu sagen…

Wir haben es schon etwas länger angesprochen ua auch weil unsere biologielehrerin selbst lesbisch ist.

Bei uns nicht. Ok wir sind ne christliche Schule, aber nur dem Namen nach xD.

Bei dbna gibts dazu auch ne Umfrage, mit ein paar mehr Teilnehmern, daher repräsentativer:
dbna.de/leben/umfragen/10092 … rricht.php

Ich hatte neulich im Deutschunterricht ein nicht ganz so nettes Erlebnis:
Wir reden I.M. über das Buch “Die Vermessung der Welt” (Meine Meinung dazu wollte ich jetzt eigentlich nicht kundtun, aber nur so viel: Irre anstrengend zu lesen (das sag ich nicht als Büchermuffel sondern als begeistererter Leser) und auch sonstwie ziemlich Grottig :meinung:)
Jedenfalls ist die eine Hauptfigur des Buches (Alexander von Humboldt) Schwul und schreibt das auch ziemlich offensichtlich (für mich zumindest) in einem Brief an seinen Bruder. Der Verdacht bestätigt sich noch an anderen Stellen, als er z.B. bei einer Prostituierten die ihm sein Reisebegleiter bestellt hat, keinen hochkriegt.
Jedenfalls hab ich meinen “Verdacht” dann auch geäußert. Meine Lehrerin war zunächst etwas perplex, dann stritt sie es ab. Ich hab mich dann auf einige Internetquellen berufen die das bestätigen. Daraufhin sagte sie, an die ganze Klasse gewandt “Und selbst wenn es so wäre, diese ganzen Schwulen und Lesben und wie sie alle heissen wollen das doch selber alles nicht, das ist nur eine Strafe für etwas, was sie wohl einmal während ihrer Jugend verbrochen haben” (Fast wörtliches Zitat meiner Deutschlehrerin).
Ich hab daraufhin beschlossen mit dieser Person nur noch im nötigsten Fall zu reden. Sachen gibts…

:smiley: bei uns war homosexualität ganz geordnet im reli unterricht drann :d ab und zu paar blöde scherze :d meistens von mir hust naja ^^ unsre lehrerin hatte gefragt welche themen wir noch wollen auf 70% der zettel stand homosexualität drauf . man muss dazusagen ich bin geoutet gewesen in der klasse ^^und alle fanden das total intresant weil ich auf sie total unschwul rüber kam :smiley:

@ hanno :smiley: der hat wohl zu viel schuh des manitu geguckt XD

Bestell die Frau zum Ministerium, die hat es verdient dafür zusammengefaltet zu werden.

Also bei uns wurde homosexualität so nie angesprochen, nur mein bio lehrer hat mit uns darüber geredet, weil er wichtig fand, dass wir aufgeklärt werden, vorurteile aus dem weg geräumt werden und dass wir homosexualität als nichts schlimmes oder unnormales ansehen. ( er ist einfach so hammer :flag: )

Schon traurig wenn man das Ergebnis hier so sieht (bzw. auf dbna)… Warum kommt das eigentlich so kurz in der Schule, so ein Thema das in vielen Gesellschaftsschichten immernoch nicht anerkannt wird, ist es doch höchste Zeit und längst hinfällig das darüber im unterricht gesprochen wird