Herzkasper

Jetzt wo ich mir ziemlich viele Storys durchgelesen habe, wollte ich auch einfach mal meinen Senf dazu geben :slight_smile:

Anfangs fand ich ihn irgendwie doof. Er war mir auch ziemlich egal und ich hab mich nicht weiter mit ihm beschäftigt.
Er kam mir irgendwie genauso penetrant überheblich vor, wie sie meisten an unserer Schule.
Seitdem ich mich geoutet hatte, wollten die meisten Jungen nichts mehr mit mir zu tun haben. Ich hatte meinen relativ kleinen Freundeskreis, der wenigstens mit wahren Freunden gefüllt war und das reicht mir auch.
Jedenfalls fand ich ihn, bis auf die Tatsache, dass er ziemlich gut aussah, nicht besonders interessant. Damals entsprach er auch nicht wirklich meinem Typ, also beachtete ich ihn nicht wirklich und er sprach auch lange Zeit nicht mit mir.
Es musste sich jedoch sehr schnell zu ihm herumgesprochen haben, dass ich schwul war, denn man kennt ja die Leute. Wenn sie nichts über sich selbst zu sagen haben, sprechen sie über andere Leute. Jedenfalls war es damals bei uns so.
Ich hatte ihn mir auch gar nicht so genau angesehen. Noel hieß er. “Noäl,” äffte ich ihn bei meiner besten Freundin Tine nach.
“Ach komm, er ist wirklich total nett.” Dazu muss ich sagen, dass sie fast jeden leiden kann und sowieso viel zu lieb ist. “Und alle Mädchen stehen auf ihn,” fügte sie hinzu.
“Ja die Lisas dieser Welt,” meinte ich und spielte auf ein Mädchen in unserer Stufe an, die alle Jungs toll fand, so lange sie nur große Augen und eine Stipsnase hatten. “Du doch nicht auch?,” fragte ich dann ganz erschrocken.
Sie grinste mich breit an. “Erzähl mir nicht, dass du ihn nicht auch süß findest.”
“Nicht mein Fall,” murrte ich nur und holte meine Jacke vom Haken vor dem Klassenraum.
“Och Luca, sei doch nicht immer so kalt.”
“Was soll ich denn machen? Mit mir wird ja eh nicht geredet, weil ich hier eh nur der schwule Heini bin.”
Ich war, als ich das sagte, rückwärts gelaufen und so fast mit dem Objekt unserer Unterhaltung zusammengestoßen.
"Hey, pass doch auf,"rief er wahnend, aber lachte zu meiner Überraschung dabei. Er sah mich an und ich musste eingestehen, dass er wirklich schöne, große, braune Augen hatte.
“Tut mir Leid,” meinte ich dann jedoch nur kühl und wandte mich wieder nach vorn, um der grinsenden Tine zu folgen. Dabei sah Noel uns nach, dann als ich mich an der Tür nach einmal umdrehte, blickte er immer noch in unsere Richtung.
“Ja, ja,” lachte Tine draußen. Ich hatte mir eigentlich vorgenommen, sie in solchen Momenten zu ignorieren.
“Er scheint ja nichts gegen schwule Heinis zu haben.”
Das sie aber auch immer Recht behalten musste, ärgerte mich. “Trotzdem hat er bisher noch nie mit mir geredet.”
“Doch gerade eben. Vielleicht liegt das auch daran, dass du immer dankst alle hätten was gegen dich.”
Daraufhin sagte ich wirklich nichts mehr. Was auch? Denn sie hatte vielleicht doch nicht soo unrecht.

Entschuldigt mich für eventuelle Rechtschreib- und Zeichensetzungsfehler. Ist nicht so mein Ding :wink:

Gut geschrieben, weiter so, bin schon auf den nächsten Teil gespannt.

Ist echt schön :slight_smile: schreib bald weiter :angry:

Bin gespannt =D

Danke euch:) Bin schon dabei weiterzuschreiben

Mein Interesse ist geweckt. Weiter so! :slight_smile:

Geht auch schon weiter, weil ich gerade ziemlich viel Langeweile habe :wink:

Die Schule setzte mich zu der Zeit ziemlich unter Druck, ich versagte in den Klausuren und verpennte manchmal ganze Schulstunden, in meinen Gedanken.
An Entspannung war gar nicht zu denken und an den schönen Noel auch nicht. Er war gar nicht sooo schön, war mir aufgefallen. Er hatte ziemlich viele Ecken und Kanten. Ich muss ja zugeben, ab und zu hab ich mich doch in seinen großen Rehaugen verloren, wollte es aber nicht zugeben, weil es mir unangenehm war. Ich wollte nicht einer von denen sein, die ihn anschmachteten.
Ich hatte Deutsch und Sport mit ihm gemeinsam. In Deutsch saß er mir fast gegenüber, aber das war nicht das, was mir in jenen Wochen die Konzentration raubte. Es war der Stress und Druck, den mein Trainer mir machte. (Ihr müsst wissen, ich bin Turner und er wollte, dass ich nocht härter trainierte).
Es war reiner Zufall, dass auch gleichzeitig Turnen im Schulsport auf dem Programm stand.
Die Narbe an Noels Schläfe, war mir erst bei näherem Hinsehen aufgefallen. Ich hatte mich, während wir in Deutsch ein romantisches Gedicht besprachen, leicht vorgebeugt, damit ich es besser sehen konnte. Natürlich hat er diesen Blick bemerkt und die Narbe mit seiner Hand verdeckt.
Ich Trottel, dachte ich, was er jetzt wohl von mir gedacht haben muss. Sicherlich, dass ich auf ihn stand. Das war komischerweise die Angst der meisten Jungs, aus meiner Stufe.
Wenigstens war mein Sportkurs in Ordnung und genierte sich nicht, nach der Stunde mit mir unter die Dusche zu gehen, auch Noel nicht.
Ich kannte ihn ja noch immer kaum, obwohl er bereits seit einigen Monaten in unsere Stufe ging. Gelegentlich lächelte er mir aber zu, wenn ich seinen oder er meinen Blick aufschnappte.
Irgendwie hatte er verdammt süße, spitze Eckzähne und auch die Stupsnase, die ich glaube ich bereits erwähnte, hatte es mir insgeheim etwas angetan.
Sonderlich durchtrainiert war er nicht, jedenfalls nicht übermäßig. Aber Bauch- und Armmuskeln gefielen mir. Ich muss zu meinem Leid gestehen, dass ich ihn doch das ein um das ander Mal in der Umkleide angesehen hatte.
Ich beharrte allerdings darauf, dass er nicht mein Typ war. Er war etwa 1,78m groß. Eigentlich stand ich ja auf Männer, die größer waren als ich und manchmal auch älter.
Warum Noel mich trotzdem das ein oder andere Mal aus dem Konzept brachte, wie zum Beispiel als er ein Gedicht aus dem Lesebuch vortug, kann ich mir bis heute nicht erklären.

Er hat eine Schwäche für Worte und weiß sie auch ziemlich gut einzusetzten. Er sollte vielleicht Politiker werden. :stuck_out_tongue:

Dass die Distanz, die er zu mir hielt, wohl nur zu Selbstschutzzwecken diente, wurde mir erst sehr spät klar. Das Lächeln, was er mir zuwarf, wurde mit der Zeit häufiger und intensiver. Allerdings dachte ich mir nicht viel dabei, denn so lächelter er bestimmt nicht nur mir zu.
Er hatte sich sehr gut in unsere Stufe eingefügt und viele Freundschaften geschlossen, war super nett zu allen. Irgendwie kam mir an ihm aber etwas merkwürdig vor. Irgendetwas passte nicht. Was genau konnte ich nicht sagen.
Aber ich stellte mir mehrfach die Frage, ob er wirklich so nett war oder das alles bloß spielte, um nicht alleine sein zu müssen.
Tine und auch meine anderen Freundinnen hörten gar nicht mehr auf von ihm zu schwärmen, was mich mit der Zeit doch etwas störte, weil sie ihn nicht so sahen wie ich.
Er kam mir vor wie jemand der verdammt viel Angst davor hatte etwas zu verlieren und das passte mir nicht so ganz, deshalb stellte ich auch den Blickkontakt, während der Deutschstunden mit, mit ihm ein.
Aber, um langsam zum Wesentlichen überzugehen, brachte ihn das dazu endlich doch einmal verbalen Kontakt mit mir aufzunehmen.
Nach einer Sportstunde, ich glaube es war Mitte November, in der wir wieder geturnt hatten und er mir ziemlich sinnlose Hilfestellung geben wollte, bis ihm auffiel, dass ich am Reck besser ohne ihn zurrecht kam, sprach er mich an.
Wir waren alleine in der Umkleide, denn ich brauchte immer ziemlich lange und er hatte anscheinend auch getrödelt. Dass es mit Absicht gewesen war fiel mir erst Minuten später auf.
“Na, Luca,” meinte er und sah mir dabei zu, wie ich mein T-Shirt anzog.
“Na,” gab ich nur kurz und nicht gerade freundlich zurück.
“Du magst mich nicht oder? Hab ich dir irgendwas getan?” Ich zögerte einen Moment, bis ich antwortete, um ihn einfach ein bisschen zappeln zu lassen.
“Nein. Ich kenn dich doch überhaupt nicht. Was soll ich dann da gegen dich haben?”
“Ich weiß nicht. Du hast all die Blicke, die ich dir in letzter Zeit zugeworfen habe, abgeschmettert.” Ich musste plötzlich schlucken. Sollte das also doch bewusst gewesen sein? Ich wusste nicht wirklich was ich zu ihm sagen sollte, weil das so plötzlich kam. “Ähm,” stammelte ich also nur und stopfte meine Sportsachen geistesabwesend in meine Tasche.
“Keine Ahnung. Wenn ich ehrlich bin, warst du mir anfangs nicht besonders sympathisch. Ich war mir auch nicht sicher was das sollte.”
Er lachte und entblößte diese wunderbaren Eckzähne, sein Kinn kräuselte sich etwas. “Ich hatte irgendwie gehofft, das wäre eindeutig. Also magst du mich wirklich nicht. Nicht mal ein bisschen?”
Ich war in diesem Moment so irritiert. Noel, der Mädchenschwarm, versuchte mich doch nicht wirklich anzubaggern? Und dabei stand er auch noch so lässig und cool da. Er hatte bis jetzt mit alles und jedem geredet, außer mit mir und das sagte ich ihm dann auch, woraufhin er sich mir gefährlich näherte. Mit einem ebenso gefährlichen Lächeln auf den Lippen.
“Die Fassade muss ein bisschen gewahrt werden. Wie war das noch gleich? Ach ja, ich will dich ja hier nicht als “schwulen Heini” ablösen,” meinte er und zeigte dabei kurz Gänsefüßchen.
“Das hast du gehört?”
Ich frage mich heute noch, warum das die erste Frage war, die mir dazu in den Sinn kam. Vielleicht, weil ich es bereits geahnt hatte? Wer weiß?
Und ihn schien das auch zu belustigen. “Ich weiß, das war schon bemerkenswert, wo du doch mit deinem Knackarsch auf mich zukamst.”
Ich merkte wie ich rot anlief. Mir fehlten immer noch etwas die Worte. Ich musste ziemlich blöd aussehen, wie ich dastand und ihn anstarrte.
“Warum flirtest du dann mit so vielen Mädchen, wenn du doch schwul bist. Falls ich das jetzt richtig verstanden hab.”
Er zog die Stirn etwas kraus, stand jetzt dicht vor mit. Er hatte in etwas die gleiche Größe, das ist nicht schlecht und sehr rückenschonend. :wink:
“Du kennst das, nehme ich an, wie das ist, wenn alle wissen, dass du schwul bist. Das war auch der Grund warum ich die Schule wechseln musste, das war nicht zu ertragen. Und ich dachte bei einem Neuanfang kann man sich ja mal Mühe geben.”
“Mhm,” machte ich. Irgendwie hatte er mich mit seinen großen, sanften Augen, in diesem Moment, hypnotisiert.
“Wissen deine Eltern denn davon?,” fragte ich nach einer Weile abrupt.
Er sah mich weiter so an, musste lächeln, weil er merkte, dass ich zu diesem Zeitpunkt von den Socken war.
“Sie denken, es waren bloß Gerüchte und Mobbing. Da hast du den Grund, warum ich dich erst jetzt anquatsche.”

Ich muss sagen, wo ich die Situation hier jetzt so beschreibe, bekomm ich wieder leicht Sehnsucht nach ihm :stuck_out_tongue:

“Mensch,” brachte ich nach ein paar Sekunden hervor.
Er lächelte und dann küsste er mich. Fast so, als wäre es beiläufig, als wäre es ihm ausversehen passiert. Aber wie ich dann manchmal so bin, ließ ich mich hinreißen, vorallem weil ich schon länger keinen Jungen mehr geküsst hatte.
Wie er mich danach ansah werde ich wohl nie vergessen.
Und obwohl es das erste Mal war, dass er richtig mit mir redete, hatte ich plötzlich das Gefühl, ihn als einziger richtig zu kennen. Mir schoss plötzlich durch den Kopf, dass obwohl alle Mädchen auf ihn flogen, er jetzt hier bei mir war und nur mich allen geküsst hatte. Den kroatischstämmigen Jungen, der absolut unerfahren war. Er schien Erfahrung zu haben, so wie er sich plötzlich verhielt.
Wenn Tine wüsste, sie wäre die einzige, der ich es ohne Gefahr erzählen konnte. Ellie und Sarah konnten nämlich absolut nicht ihre Klappen halten.
Sein Blick war etwas unsicher. “Magst du mich jetzt vielleicht ein bisschen mehr?”
“Ich hab nie gesagt, dass ich dich nicht mag. Ich bin bloß keines dieser schmachtenden Mädchen.”
Er lächelte bloß und zog mich an meinen T-Shirt zu sich heran. Und ich schlang meine Arme um ihn. Die Anziehungskraft, die schon die ganze Zeit von ihm ausging und gegen die ich mit allen Mitteln zu ignorieren versuchte, hatte meine Willenskraft nun doch ausgeschaltet.
Seine Hände waren an meinem Rücken und fühlten sich gut an. Warm, zärtlich, fast so wie ich es mir vorgestellt hatte. (Ja, ich hab es mir vorgestellt :frowning: ).
Seine Zunge wurde plötzlich Teil des ganzen und das überraschte mich etwas. So hatte ich ihn nicht eingeschätzt. Allerdings gefiel es mir zusehr um ihn in diesem Moment zurückzuweisen.
Erst als er mit seinen Händen meinen Hintern abcheckte, schob ich ihn vorsichtig von mir. Ich muss ja zugeben, dass er wirklich, wirklich gut küssen konnte und ich gerne noch stundenlang weiter mit ihm rumgeknutscht hätte, doch mir das an diesem Ort zu weit ging, nebenher auch noch rumzufummeln. Zumal ich ihn gar nicht richtig kannte.
“Hast du keine Angst, dass das gleiche, wie an deiner alten Schule, passieren könnte?”
Er zuckte mit den Schultern. “Ich hab mich lange genug zurückgehalten. Ich hätte dich schon am ersten Tag vernaschen können. So einen Prachtschwulen findet man nicht an jeder Ecke. So lange du nichts rumerzählst, sollte das auch nicht weiter ein Problem sein.”
“Und was heißt das jetzt?,” fragte ich verdattert.
Er schmunzelte. “Was machst du morgen Abend?”

toll und interessant geschrieben. :slight_smile:

Ich geb dir recht Dragon :slight_smile: weiter so :slight_smile:

Sehr gut geschrieben, interessant und spannungsvoll!
Freue mich schon auf den nächsten Teil!! :slight_smile: :slight_smile:

Ganz ehrlich? Was sollte ich davon halten? Ja Noel war süß und auch attraktiv und nett zu mir gewesen war er auch. Aber was das jetzt so plötzlich sollte, ging nicht in meinen Kopf.
In der ersten großen Pause saß ich mit Tine, wie immer Freitags, auf dem Schulhof. Noel kickte, mit ein paar anderen, einen Fußball umher. Wir sahen ihnen eine Weile dabei zu. Er war kein großer Fußballer, dennoch sah er dabei ziemlich gut aus. Wie ich mich plötzlich in eines dieser Mädchen verwandeln konnte, war mir schleierhaft. Ich versuchte es allerdings nicht so offen zu zeigen, dass ich ihn mittlerweile doch ziemlich anziehend fand.
“Ach dieser Noel…,” flüsterte Tine und fing wieder an von ihm zu schwärmen. Das passte eigentlich überhaupt nicht zu ihr.
“Ja. Ich habs kapiert,” meinte ich nach einer Weile genervt.
Er hatte seit gestern Nachmittag nichts zu mir gesagt. Das einzige, was ich wusste war, dass ich heute Abend zu ihm kommen sollte. Konnte ich Tine von dem Kuss erzählen?
“Ja. Ich weiß. Du findest ihn scheiße.”
“Nein. Das ist es nicht. Lass uns wieder reingehen. Es ist kalt.”
Tine maulte ein wenig rum, von wegen ich sei ein Weichei, aber wir gingen trotzdem in Richtung Schuleingang, wo wir dann mit Noel und seinen Freunden zusammenstießen. Das war von Anfang an klar gewesen.
Er zwinkerte Tine zu und warf mir lediglich einen kurzen aber vielsageneden Blick zu. Sehr kurz, höchstens eine Sekunde trafen seine Augen mich. Tine lächelte ihn an. Er flirtete in meiner Gegenwart ziemlich krass mit ihr und ich stand blöd daneben und fühlte mich etwas verarscht.
Aber er hatte es mir ja erklärt, da durfte ich jetzt nicht rumzicken. Deshalb rief ich mir seine Worte von gestern Nachmittag, in der Umkleide, in den Kopf.
Er plauderte mit Tine, während wir die Treppen hinaufliefen. Und er zwinkerte ihr erneut zu, als sie in einem Klassenraum verschwand. Daraufhin sie lächelte seelig. Ich war ziemlich angefressen danach, weil er so unbedacht alles anflirtete was uns entgegen kam und mit mir hier auf dem Flur kein Wort sprach.
Ich hätte ihn daür verhauen können, aber ich wollte auch wiederum keine Szene machen.
Er ging vor mir in den Klassenraum.
Ich versuchte seinen Blick, der heute noch öfter als sonst zu mir schweifte, zu ignorieren. Allerdings nicht besonders gekonnt, als er mir ein verstohlenes Lächeln zuwaf, konnte ich mir das zurücklächeln nicht verkneifen.

Es wurde Abend und ich stand vor Noels Haustür. Freitagabend und ich wollte mich mit dem Mädchenschwarm meiner Schule treffen. Wieso kam mir das so komisch vor?
Er öffnete mir die Tür und winkte mich schnell herein. “Hey,” flüsterte er und zog mich an meiner Hand die Treppe hoch.
“Hey,” erwiderte ich ebenfalls. “Sind deine Eltern nicht da?”
“Nein. Auf einem Konzert. Wir sind alleine.” Er führte mich in sein Zimmerund das warf wieder ein völlig anderes Licht auf ihn. Es war auf dem Dachboden und es war ziemlich leer, wie ich fand. Keine Fotos, kein Schnickschnack. Bloß Bett, Schrank, Schreibtisch.
“Mhm. Irgendwie merkwürdig,” murmelte ich.
“Was?,” fragte er und ließ sich aufs Bett sinken und klopfte neben sich, um mir zu bedeuten mich neben ihn zu setzen. Ich folgte der Weisung und setzte sich zu ihm. "Egal…"Ich war mit Absicht etwas abweisend zu ihm, weil mich seine Aktion heute Morgen schon etwas gekränkt hatte. Er schien das allerdings zu erraten und kratzte sich an der Stirn. “War das heute Morgen so schlimm?”
Ich schüttelte den Kopf. “Nein. Du hast ja nur mit ihr geflirtet und sie ist meine beste Freundin.”
Er zog die Stirn wieder so kraus. Seine dunklen Haare waren etwas zerwuschelt. “Dann fandst du das wohl wirklich nicht so cool.” Weil er den Sarkasmus in meiner Stimme bemerkt hatte. (War auch nicht zu überhören :smiley: )
Ich zuckte die Schultern. “Keine Ahnung. Ist doch nichts dabei. Du bist mir schließlich nichts schuldig.”
Er sah mich durchdringend an. “Vielleicht etwas. Aber die Situation war etwas komisch. Tut mir Leid.”
Ich fand es ziemlich bemerkenswert, dass er in der Lage war sich für eine solche Lapalie zu entschuldigen. Kann schließlich nicht jeder.
Nun lachte ich leise und stupste ihn in die Seite. “Komische Situation? Ich würde sagen das hier ist eine komische Situation.” Er lachte nun auch und dann küsste er mich. Ich nehme mal an, dass er das tat um die Lage zu entspannen.
Wir lagen so auf dem Bett, aneinander gekuschelt und knutschten.
“Mensch. Hat mir das gefehlt,” flüsterte er, als ich mich von ihm löste.
“Was hat dir gefehlt?”
“Du stellst gerne solche Fragen oder? Ich mein jemanden zu küssen, den ich echt cool finde.”
“Du findest mich cool? Du kennst mich doch gar nicht.”
“Dann erzähl mir was über dich Luca,” forderte Noel mich auf.
Ich schloss die Augen. “Was denn?”
“Irgendwas.”
Ich lachte, aber erzählte ihm eine Weile etwas über mich. Aber über ihn blieb ich weitestgehend im Dunkeln. Als ich ihn nach der Narbe frage fing er an rumzudrucksen, also gab ich auf. Er wollte wirklich nicht darüber reden, das merkte man sofort und ich war wirklich noch nicht in der Position, dass ich eine Antwort eindordern durfte.
Letztendlich kam es so, dass wir einfach weiter knutschten. Seine Hände unter meinem Pulli sagten mir allerdings nicht so zu.
“Stop, stop. Warte,” flüsterte ich und zog seine Hände da weg. Noel drehte sich auf den Rücken und sah mich lächelnd an.
“Alles klar. Schon ok. Kein Sex beim ersten Date.”
“Ist das hier wirklich ein Date? Ich mein, dafür müsste man doch rausgehen oder wenigstens einen Film gucken oder so.”
Er zog mich an meiner Hand vom Bett, bis zur Tür, bis ich es endlich schaffte mich darüber zu mokieren.
“Wir gehen runter. Ich hab einen guten Film da.”
Ich stöhnte, aber folgte ihm die Treppe runter. “Es ist schon spät und was ist mit deinen Eltern. Wenn wir jetzt noch anfangen einen Film zu gucken, dann kann ich nicht mehr nach Hause fahren. Der letzte Bus fährt in einer halben Stunde.”
“Ich will, dass du hier bleibst Luca. Schlaf doch hier. Ich hab auch eine Luftmatratze,” meinte er mit einem Zwinkern.

Uuuuui - gespannt sein

Echt tolle Story!! :smiley:
Ist das in Wirklichkeit alles so passiert?

interessant. :slight_smile:

danke :slight_smile: Wird vermutlich auch bald weiter gehen :slight_smile:

@ridiculous: Also größtenteils war das so… allerdings ist es auch schon eine Weile her, also kann ich nicht hunderprozentig garantieren, dass der Wortlauf exakt ist. :slight_smile:

Endlich mal ne gute geschichte :wink: weiter so!

Danke ApfelBanane :slight_smile:

Meinte übrigens Wortlaut :wink:

Der nächste Teil ist ziemlich lang, aber würde ihn gerne am Stück posten. Aber nur wenn jemand ihn lesen will natürlich :wink:

Hier ich meld :slight_smile:
Mach so schnell weiter wie es geht, bitte!