Gemini ♊

Wieder super toll.Meine Lieblingsstory. Bitte Recht schnell weiter.

Sehr interessant. Also ich persönlich glaube schon, das diese verwandt sind, auch dem Prolog nach zur urteilen.
Aber die sind schon jetzt auf einer anderen Schule oder?

Ich bin gespannt wie es weitergeht. :slight_smile:

Vielen lieben Dank für eure Kommentare!

@serko: Ganz so einfach wird es dann wohl doch nicht. Mal schauen was im nächsten Kapitel kommt. :wink: Der Gedanke, dass Ethan dann ja auch Jacob lieben würde, ist interessant. Ich denke das ist aber nicht umbedingt der Fall. Ich habe tatsächlich auch darüber nachdenken müssen, als ich das geschrieben habe. Obwohl Josh und Jacob sich sehr ähnlich sind, sowohl optisch als auch in vielen anderen Dingen, sind sie doch nicht komplett gleich. Josh hat einen komplett anderen Hintergrund als Jacob und dementsprechend auch eine etwas andere Persönlichkeit. Die Umstände können auch ausschlaggebend sein. Gerade bei Freunden, die man schon lange hat, kann es sein, dass sowas wie Liebe unvorstellbar ist. Und Tada, da kommt der Klon dessen, mit dem man schon so lange befreudet ist, und es funkt. Etc. Ich gehe in der Geschichte nicht darauf ein, aber es gibt da viele Erklärungsansätze über den genauen Grund… Danke für deine Gedanken! Ich musste grinsen, als ich es gelesen habe, ;D

@Roby: Danke für deinen Kommentar! Ich glaube nicht, dass Josh irgend ein Interesse an Parker zeigen könnte, egal wie sehr der sich ändert. ;D Tut mir Leid.

@2BD: Ich glaube, wenn sie einäugig wären, hätte ich das irgendwo erwähnt. :wink: Aber es ist sicher anzunehmen, dass sie eineiig sind (identical twins, im Englischen). Eine interessante Vermutung, (ein wenig) mehr dazu im nächsten Teil. Der Gedanke mit Parker ist auch gut. Es ist eine interessante Vermutung und durchaus vorstellbar. Gerade Leute wie Parker benehmen sich nicht zufällig so. Ich kann aber nicht versprechen, dass das Thema dieser Geschichte wird. :3

@ups: Danke für deinen Kommentar. Der nächste Teil kommt sofort. :wink:

@dragon: Danke für deinen Kommi! Ja, sie sind auf verschiedenen Schulen, ansonsten hätten sie sich defintiv vorher getroffen.


Hier kommt der nächste Teil!
Leider ist das nicht die Höhe meiner Erzählkunst… es ist halt wirklich sehr viel “Tell” und sehr wenig “Show”, nach der alten Schreiberregel. Es ist im Prinzip ein Informationsfüller. Aber der zweite Teil des Kapitels wird dann vermutlich etwas besser. :wink: Meine Editoren machen gerade alle krank, ich möchte daher mögliche Fehler und unschöne Formulierungen entschuldigen! Habe mein bestes getan, diese zu beseitigen. :slight_smile:

Enjoy!

[size=200]:gemini:[/size]

[size=150]Kapitel 4: Jacob (Teil 1)[/size]

Jacob’s Point of View

Ich schaffte es gerade so, rechtzeitig zum Abendessen nach Hause zu kommen. Nach dem Überraschungstreffen mit Josh waren Ethan und ich ins Einkaufszentrum gegangen um noch ein wenig zusammen abzuhängen. Ethan war total super. Egal wie schlecht es einem ging, mit seiner lebensfrohen Art schaffte er es immer, einen wieder aufzumuntern. Er war dieser fröhliche Typ, der das Leben so nahm, wie es war und sich nie Sorgen machte. Er war außerdem ein guter Freund und einer der wenigen Leute, denen ich vollkommen vertraute.

Wir waren schon seit Jahren Freunde und hatten praktisch keine Geheimnisse voreinander. Es war beinahe ein wenig komisch, einem Typen so nahe zu sein, aber es war gut so wie es war. Einen Freund, der mich so akzeptierte, wie ich war, hatte einen hohen Wert.

Meine Familie war arm. Mein Vater hatte früher ein Bauunternehmen geführt, bis aus irgendeinem Grund alles schief ging. Ich hatte nie verstanden, was genau passiert war. Irgendwie waren wir auf einmal pleite und ein wenig später hatte mein Vater einen schweren Autounfall. Es dauerte lange, bis er sich davon erholte. Das war Jahre her, ich war damals noch im Kindergarten.

Ich erinnere mich noch daran, dass wir eine Haushälterin und ein Dienstmädchen hatten, und all die anderen Dinge, die reiche Leute haben. Seit mein Vater pleite gegangen war, arbeitete meine Mutter als Haushälterin und mein Vater wanderte von Job zu Job und versuchte eine Festanstellung zu bekommen.

Der Unfall hatte seine Spuren hinterlassen, er war zwar nicht körperlich behindert, aber er konnte keine körperliche Arbeit mehr verrichten und das machte das Ganze schwierig. Dann waren da noch die Schulden, die wir abbezahlen mussten. Nicht mehr viel, aber genug um uns unten zu halten. Wir kamen irgendwie durch, aber es war nicht einfach. Sechs Personen brauchten Essen, die Wohnung musste bezahlt werden und die Schulsachen waren auch nicht gerade billig.

Ich war es gewohnt, die gebrauchten Klamotten meiner älteren Brüder zu tragen. Ich brauchte die ganzen neuen, teuren Sachen, die andere Leute hatten, nicht. Meine Familie liebte mich, ich hatte einen warmen Platz zum Schlafen und genug zu essen. Das war alles, was ich brauchte.

In der Schule sah das allerdings nicht jeder so. Ethan war derjenige, der mich vom ersten Tag an so akzeptierte, wie ich war, und immer einen dummen Spruch auf Lager hatte, wenn jemand sich über mein Aussehen lustigmachte. Meine Brüder versuchten auch auf mich aufzupassen, aber die konnten nicht überall sein. Ethan und ich hatten fast alle Stunden zusammen, also war er auf meiner Seite, wenn sie nicht da sein konnten.

Glücklicherweise hatte ich diese Probleme so gut wie gar nicht mehr. Ich war viel selbstbewusster als früher und konnte auf mich selbst aufpassen. Nach den anfänglichen Problemen wurde ich sogar mehr oder weniger beliebt, dank meinen Brüdern und deren Freunden. Und dank Ethan. Er war seitdem einer meiner besten Freunde, auch wenn er manchmal etwas verrückt war.

“Essen ist fertig!”, rief meine Mutter, “Beeilt euch, bevor’s kalt wird!”

Zusammen mit meinen Geschwistern eilte ich in die Küche. Mein ältester Bruder war Conrad. Er war achtzehn und in seinem letzten Schuljahr. Er war eine totale Sportskanone und hatte bereits ein Baseball-Vollstipendium sicher. Ohne dieses Stipendium hätten meine Eltern es sich nie leisten können, ihn auf die Uni zu schicken. Mein anderer Bruder war Ian. Er war sechzehn und in sogar noch besserer Form als Conrad. Es gab praktisch keine Sportart, die ihm nicht lag.

Zuletzt kam meine Schwester, Fiona. Sie war nur zwölf Jahre alt und ziemlich unkompliziert und jungenhaft, anders als die meisten Mädchen in ihrem Alter. Es war nicht extrem und hatte stark abgenommen, seit sie vor einem Jahr in die Pubertät gekommen war, aber es war lustig zu sehen, wie groß der Einfluss von drei großen Brüdern sein konnte.

“Ich habe dich den ganzen Tag nicht gesehen, Jacob, was hast du so gemacht? Und wie läuft’s in der Schule?”, fragte meine Mutter mit einem Lächeln.

“War mit Ethan unterwegs, im Freibad und so. Schule ist ganz ok”, antwortete ich lässig.

Meine Eltern waren ziemlich cool. Einige meiner Schulfreunde hatten religiöse oder strenge Eltern. Meine Eltern gingen zwar in die Kirche, aber sie waren nicht besonders religiös und zwangen uns nie mitzukommen. Auch wenn es darum ging, wann wir abends zu Hause sein mussten, waren sie nicht besonders streng. Wenigstens nicht, solange man ihnen keinen dazu Grund gab. Einmal kam Conrad spät abends nach Hause. Er hatte einen Joint geraucht und war immer noch total dicht. Meine Mutter hatte ihn total zur Schnecke gemacht. Ich war mir sicher gewesen, dass er für den Rest seines Lebens Hausarrest haben würde.

“Jacob, Lust morgen mit Basketball spielen zu kommen?”, frage Ian mich. Im Vergleich zu meinen Brüdern war ich klein, aber sie fragten mich trotzdem oft, ob ich mitkommen wolle, wenn sie Basketball mit ihren Freunden spielten. Sie hatten es sich zu ihrer Aufgabe gemacht ihren kleinen Bruder, mich, mehr für Sport zu begeistern. Es war ihnen egal, dass ich nicht so gut wie sie war. Wir hatten Spaß zusammen und ich war ihr Bruder, das war alles, was zählte. Es war schön, wie gut wir miteinander auskamen.

“Danke, aber ich habe schon was vor, Ian. Tut mir Leid. Ich würde gerne mitkommen, vielleicht nächstes Mal”, antwortete ich ihm. Ich war ehrlich enttäuscht, dass ich nicht mitkommen konnte. Basketball mit meinen Brüder machte immer Spaß.

Er zuckte mit den Achseln. “Deine Entscheidung, aber du solltest mal wieder mitspielen. Die Jungs fragen schon nach dir.” Ich nickte ihm zu. Ich hatte es definitiv gut. Nicht jeder hat zwei große Brüder, die darauf achten, ihren ‘baby brother’ möglichst viel an ihrem Leben teilhaben zu lassen. Genaugenommen war ich gar kein ‘baby brother’, Ian war gerade mal ein Jahr älter als ich, aber ich war so viel kleiner und schwächer als meine Brüder, dass die meisten Leute dachten, wir lägen mehrere Jahre auseinander.

Ich wendete mich meiner Mutter zu. “Mama, haben irgendwelche Verwandten mit dem Nachnamen Adams?”

Sie dachte einen Moment nach. “Nein, zumindest nicht soweit ich weiß. Warum fragst du?”

“Ach, kein spezieller Grund, nur so,” wich ich aus.

Sie gab mir einen komischen Blick, aber fragte nicht weiter nach.

Als wir mit dem Abendessen fertig waren, verließ ich das Haus um einen Spaziergang zu machen. Ich musste in Ruhe darüber nachdenken, was früher am Tag passiert war und in der Wohnung ging das nicht. Bei sechs Leuten auf so engem Raum gab es immer irgendwelche Hintergrundgeräusche oder jemanden der mich ablenkte. Wenn ich einen stillen Moment haben wollte, musste ich das Haus verlassen. Außerdem machte die frische Luft es einfacher zu denken.

Josh zu treffen war ein ziemlicher Schock gewesen. Es passiert nicht jeden Tag, dass man jemandem begegnet, der genauso aussieht, wie man selbst. Vielleicht würde meine Mutter doch noch etwas herausfinden. Unsere Familie war riesig; meine Eltern hatten beide vier Geschwister. Die meisten von denen hatten wiederum selber Kinder. Es war schwierig, sich alleine die Namen unserer Cousinen und Cousins zu merken.

Aber tief in mir hatte ich eine andere Idee, eher eine Furcht, über die ich nicht wirklich nachdenken wollte. Keiner in meiner Familie sah mir wirklich ähnlich. Meine ganze Familie war blond, ich hatte dunkelbraune Haare. Alle ihre Gesichter sahen sich irgendwie ähnlich, außer meinem.

Auf Familienbildern sah es beinahe so aus, als sei ich ein Freund der Familie, der aber eigentlich nicht wirklich dazugehörte. Ich verdrängte den Gedanken. Das musste nicht unbedingt etwas bedeuten. Trotzdem…

Ich zog mein Handy, das ich von meinem eigenen, hart erarbeitetem Geld gekauft hatte, aus meiner Tasche und rief Sarah an. Es dauerte nur wenige Sekunden, bis sie den Anruf entgegennahm.

“Hey J, was geht?”

“Hey Sarah, nur mal eine kurze Frage, hast du das mit Josh schon irgendwem erzählt?”

“Nein, warum fragst du?”

“Könntest du das erstmal für dich behalten? Ich will da erstmal selber drauf klarkommen, bevor jeder davon weiß.”

“Das muss ganz schön gruselig sein”, sagte sie verständnisvoll. “Ich meine, stell dir mal vor. Er sieht dir so ähnlich, er konnte dein Klon sein. Er könnte alles Mögliche machen und dich dafür beschuldigen. Scheiße, er könnte Pornos drehen und alle würden denken, das wärst du!”, fügte sie lachend hinzu.

“Von allen vorstellbaren Dingen, fällt dir natürlich genau das ein, Sarah! Das kannst wirklich nur du”, schalt ich sie grinsend. Sarah war nicht gerade eine Lady. Das machte sie zu einer genialen Freundin. Sie war keine Schlampe oder so, ich war mir ziemlich sicher, dass sie noch nie Sex gehabt hatte, aber sie war einfach sehr locker, wenn über solche Dinge geredet wurde.

“Haha, du kennst mich, da kann man nichts machen. Keine Sorge, ich werde keinem das Geheimnis von deinem Klon verraten.

“Danke, Sarah! Übrigens, es kann gut sein, dass ich es dieses Wochenende nicht schaffe, ins Schwimmbad zu kommen, bin mir aber noch nicht sicher,” sagte ich ihr.

“Schade, aber das kann ich verstehen,” sagte sie enttäuscht.

Wir verabschiedeten uns und legten auf. Ich lächelte während ich darüber nachdachte, wie gut wir befreundet waren. Ich kannte sie seit meinem ersten Jahr an der High School. Das war jetzt fast zwei Jahre her, und seit etwa einem Jahr war ich heimlich in sie verknallt. Ich hatte das aber immer irgendwie ignoriert, weil ich Angst hatte, das es unsere Freundschaft kaputtmachen könnte.

Meine Brüder stichelten mich bereits deswegen, aber das taten sie natürlich nur, wenn wir unter uns waren. Sie wären niemals so grausam, mich damit aufzuziehen, wenn andere es hören könnten. Ich hatte Ethan immer noch nicht davon erzählt und das war eigentlich nicht gut, aber ich hatte Angst, dass es die Dinge zwischen uns dreien ändern könnte.

Ich rief Ethan an um ihn das Gleiche zu fragen, was ich zuvor Sarah gefragt hatte. Er versprach mir, dass er kein Sterbenswörtchen sagen würde. Danach dachte ich über Josh nach. Es war wohl am besten ihn erstmal besser kennen zu lernen. Alles andere würde sich daraus ergeben. Ich tippte ihm schnell eine SMS.

Hey josh ich bins, jacob. Hast du morgen nachmittag zeit? Wir müssen reden. Lass im stadtpark am großen springbrunnen treffen, ab 3 uhr, wann immer du kannst.

Ich bekam fast sofort eine Antwort. Ok, werde da sein.

Ich spazierte noch eine Weile länger durch die Nachbarschaft und grübelte über all die neuen Probleme, aber auch Möglichkeiten, die diese Situation mit sich brachte. Zum Glück war diese Gegend ziemlich sicher, selbst zu dieser Tageszeit, sodass ich sorglos draußen herumlaufen konnte. Als ich endlich wieder zu Hause ankam, waren Ian und Conrad gerade dabei sich bettfertig zu machen. Wir hatten die unausgesprochene Vereinbarung, alle gegen zehn Uhr ins Bett zu gehen.

Mit drei Jungs in einem kleinen Zimmer, war das schlicht und ergreifend notwendig. Wenn jemand länger wachblieb, würde er damit auch die anderen wachhalten. Als wir noch jünger waren, war das besonders nervig für Conrad. Er blieb dann oft noch in der Küche, bis er müde genug war, um zu schlafen. In den letzten zwei Jahren hatte sich das aber gebessert. Ian und ich waren älter, also blieben wir genauso lange wach wie Conrad.

Trotzdem, Conrad konnte es kaum erwarten, ins Wohnheim der Uni zu ziehen und ehrlich gesagt, Ian und ich konnten es auch nicht erwarten, den Raum für uns zwei zu haben. Zu dritt war es einfach zu eng.

Nach wenigen Minuten schlief ich ein und träumte, dass Josh und ich Rollen tauschen und die Lehrer täuschen würden. Er schrieb meine Mathe- und Geschichtsklausuren und ich ging für ihn zu Französisch und Sport. Sprachen waren das Einzige, außer Sport, bei dem ich in der Schule etwas taugte. Ich war nicht dumm oder so, aber ich nahm das meiste in der Schule einfach nicht allzu ernst.

Fünfzehn Stunden später machte ich mich auf den Weg in den Stadtpark. Ich war aufgeregt, Josh wiederzusehen und dachte immer noch darüber nach, wie ich mit dieser Situation umgehen sollte. Ich hoffte, dass wir zusammen eine Lösung finden würden Es war komisch, aber trotz der kurzen Zeit, die wir miteinander verbracht hatten, fühlte ich bereits etwas Spezielles zwischen uns.

[size=200]:gemini:[/size]

Das war es dann auch schon wieder. :slight_smile: Ich hoffe ihr habt es erfolgreich geschafft, euch durch diesen Teil zu kämpfen. :wink:

Eure Gedanken, Kommentare, Kritik, immer erwünscht!

Liebe Grüße
Sammy Blue

[size=85]Copyright © 2013 Sammy Blue; All Rights Reserved.[/size]

Awww ein professioneller Schriftsteller - sogar mit Copyright :slight_smile: Dass du alles was du hier veröffentlichst BP “schenkst” ist dir aber schon klar, ne? 8)

Deine Geschichte verschlinge ich geradezu und werde das Buch kaufen, sollte es dies eines Tages geben :slight_smile:

Das Urheberrecht liegt erst einmal bei dem Autor. Dieser wiederum kann ein verschiedenen Personen (Personengruppen, Vereinen, etc.) das Recht geben, seine Texte/… zu nutzen, beschränkt oder unbeschränkt (örtlich wie zeitlich).

Ich verstehe daraus sehr deutlich, dass ich mit einem Post forum.boypoint.de das zeitlich unbeschränkte Recht zuspreche, den Beitrag im Rahmen der Veröffentlichung auf dieser Seite zu verwenden. Das gibt aber keinem Mitglied oder Besitzer dieser Seite das Recht, meinen Text auf einer anderen Seite zu veröffentlichen oder ein Buch daraus zu machen und es zu verkaufen.

Sollte das nicht der Fall sein, wäre der erste Teil des Satzes sehr irreführend. ^^

Man informiere mich, wenn dem nicht so ist, ich bin ein Schreiberling, kein Rechtsexperte. :wink:

Danke für dein Lob! :slight_smile:
Ich weiß nicht, ob ich daraus ein Buch mache, ich würde es vermutlich nochmal deutlich überarbeiten, stilistisch, bevor ich das mache. Aber falls ich es mache, sage ich bescheid. :wink:

Ich habe jetzt speziell deswegen noch einmal einen Admin angefragt. Mit dem Posten auf boypoint werden unbegrenzte jedoch nicht ausschließliche Rechte erteilt (alles andere wäre auch komisch.) Das gibt dem Betreiber von boypoint zwar deutlich mehr Möglichkeiten, als den allermeisten Foren/Communities (auf denen ich poste, GA, FF, etc.), aber der Urheber bin trotzdem ich. Ich bin mir nicht sicher inwieweit den Betreiber dazu berechtigt wäre, meine Geschichte zu verkaufen, aber ich nehme auch nicht an, dass ich J.K.Rowling 2014 werden, von daher… :wink: Sollte ich das Ganze verschönern und als Buch veröffentlichen wollen, kann ich das allerdings trotzdem jederzeit tun. Das © ist übrigens rechtlich gesehen schwammig und allerhöchstens ein Hinweis. Ich verwende es, weil ich eigentlich im englischsprachigen Raum veröffentliche und es da üblich ist.

Letzten Endes schreibe ich aber eigentlich dafür, dass andere (junge wie alte) Menschen sich daran erfreuen und vielleicht schaffe ich es sogar dem einen oder anderen Unsicheren oder Verwirrten eine schöne Erzählung zu geben, die ihn am Ende positiv stimmt. Alles andere ist eigenlich zweitrangig. :wink:

[size=200]:gemini:[/size]

[size=150]Kapitel 4: Jacob (Teil 2)[/size]

Josh’s Point of View

Es war ein wunderschöner Donnerstagnachmittag. Die Sonne schien und die Temperatur war perfekt. Nicht zu heiß, aber warm genug um ein T-Shirt zu tragen. Ich sah Jacob auf mich zukommen und erhob mich von der Bank neben dem Springbrunnen.

“Hey, schön dich wiederzusehen”, begrüßte ich ihn. Ich war mir nicht sicher, ob ich seine Hand schütteln, oder etwas anderes tun sollte, oder einfach gar nichts. Einen Moment lang sah er genauso unsicher aus, wie ich mich fühlte, aber dann bot er mir seine Hand an. Als ich sie mit meiner griff, zog er mich in eine halbe Umarmung. Die Sorte von Umarmung, bei der man immer noch eine gewisse Distanz hält, weil man sich gleichzeitig die Hand gibt.

“Hey, geht mir genauso. Danke fürs kommen”, antwortete er. “Diese ganze Sache ist ziemlich verwirrend und ich musste unbedingt mit dir reden.”

“Geht mir genauso. Ich meine, wem würde es nicht so gehen”, erwiderte ich mit einem schüchternen Lächeln.

“Lass uns wo hingehen, wo wir unter uns sind”, schlug er vor, und zeigte in Richtung von einem der Wege, die durch den großen Park führten. Wir folgten dem Pfad für eine Weile, bis er in das Unterholz abbog. Nach einigen Minuten erreichten wir eine Lichtung, und setzten uns dort auf den Rasen. Ich nahm meinen Rucksack ab und öffnete ihn.

“Ich habe uns ein paar Sandwiches geschmiert, falls du welche willst.” Ich hielt ihm eins entgegen. “Erdnussbutter mit zerdrückter Banane.”

“Geil, danke!” Jacob grinste. “Die beste Kombo die’s gibt. Besser geht’s gar nicht!”

“Jap, find ich auch”, antwortete ich und zwinkerte ihm zum. “Aber das sollte uns inzwischen nicht mehr überraschen, oder?”

Wir grinsten uns an und dann lachten wir. Dabei klangen wir genau gleich. Als wir aufgehört hatten zu lachen, schauten wir uns an und mussten wieder anfangen zu lachen.

“Das ist verdammt cool”, kommentierte Jacob. “Ich fühle mich immer noch, als ob ich träumen würde.”

Hier zu sitzen und mich mit ihm zu unterhalten erzeugte ein positives, wohliges Gefühl in mir. “Das geht mir aber genauso”, sagte ich. “Es ist ziemlich cool.”

“Hat deine Mutter dir etwas Interessantes sagen können?”, fragte ich vorsichtig. Das Thema veränderte die Atmosphäre sofort. Wir waren beide angespannt.

“Sie sagte, dass sie von niemanden mit dem Namen Adams in unserer Familie wisse. Ich habe darüber nachgedacht. Meine Geschwister und Eltern sehen mir nicht wirklich ähnlich. Es ist schwer, das zu übersehen. Ich habe mir nie viel dabei gedacht, außer, dass es ein wenig komisch ist, dass ich so anders aussehe, und Ian nur elf Monate älter ist, als ich.

Er schluckte, bevor er weitersprach. “Das Treffen mit dir hat das ein wenig geändert. Ich glaube, dass ich adoptiert bin.”

Ich schaute ihn nachdenklich an. “Ich habe auch viel darüber nachgedacht. Es gibt eigentlich nicht viele Möglichkeiten. Ich sage nicht, dass das ist was passiert ist, aber theoretisch könnte dein Vater mit meiner Mutter oder deine Mutter mit meinem Vater geschlafen haben. Das würde uns zu Halbbrüdern machen. Aber das ist irgendwie unwahrscheinlich. Ich sehe meinen Eltern nämlich auch nicht gerade ähnlich.

Ich legte eine dramatische Pause ein. “Ich bin mir sogar ziemlich sicher, dass wir beide adoptiert sind.”

Er schaute mich an, als hätte er gerade eine Erleuchtung gehabt. “Wie alt bist und und wann ist dein Geburtstag?”

“Dritter Juli und ich bin fünfzehn, du?”

“Das kann kein Zufall sein. Ich bin auch fünfzehn und habe am selben Tag Geburtstag. Sieht so aus, als ob wir Zwillinge sind, aber von verschiedenen Familien adoptiert wurden.”

Ich schüttelte meinen Kopf. “Was hier passiert ist total verrückt. Ich meine, wie wahrscheinlich ist es, dass so etwas passiert? Zwillinge werden durch Adoption getrennt und treffen sich dann zufällig wieder. Wie passiert so etwas?”

Er hatte keine Antwort darauf. Ich auch nicht.

“Weiß du”, sagte er und klang dabei ein wenig verzweifelt. “Das ist irgendwie abgefuckt. Ich liebe meine Familie und alles, aber ich verstehe nicht, warum sie mir das nie gesagt haben. Wie werden meine Brüder reagieren, wenn sie herausfinden, dass ich adoptiert bin? Das ist ganz schön viel auf einmal und es verändert meine Sichtweise auf mein bisheriges Leben komplett.”

Ich musste ihn nicht einmal anschauen, um zu wissen wie er sich fühlte. Gewöhnlich war ich nicht gerade der Typ für körperliche Nähe, aber vielleicht lag das auch einfach daran, dass es niemanden gab, der mir wirklich etwas bedeutete. Es tat mir weh, ihn so zu sehen. Ich rutsche herüber und legte einen Arm um seine Schulter. Ich konnte förmlich fühlen, wie die Anspannung seinen Körper verließ, als ob sie durch meinen Arm und mich fließen und dann im Boden verschwinden würde.

“Bei mir ist das etwas anders”, sagte ich. “Ich glaube nicht, dass meine Eltern mich je geliebt haben. Vielleicht haben sie das, aber wenn, dann haben sie es nicht wirklich gezeigt. So oder so, vieles von dem was ich mein ganzes Leben lang geglaubt habe, ist anscheinend nicht wahr. Meine Familie ist ziemlich traditionell. Wahrscheinlich haben meine Eltern mich einfach adoptiert, weil sie seiner keinen Erben hervorbringen konnten. So absurd es auch klingt, es ergibt Sinn. Das ändert aber nichts daran, dass das ein ganz schöner Schlag ist.”

Er legte einen Arm um mich und wir hielten aneinander fest. Die Berührung, unsere brüderliche Nähe, tat gut.

Nach einer Weile trennten wir uns voneinander und rutschen zurück. Ich beobachtete, wie er sich eine Träne aus dem linken Auge wischte. Komisch, dieses Mal konnte ich ich mich beherrschen, aber jemand anders nicht. Wahrscheinlich war das hier deutlich härter für ihn, als für mich. Ich war meinen Eltern sowieso nie wirklich nahe gewesen.

Um die unangenehme Situation loszuwerden, griff ich nach zwei weiteren Sandwiches und gab ihm eines davon. Er dankte mir, froh dass ich keinen Kommentar dazu abgab, was passiert war.

“Es gibt da eine Sache die wir allerdings bedenken müssen”, sagte ich zögerlich. “Was, wenn wir falsch liegen und eigentlich gar keine Zwillinge sind?”

Sein Gesicht nahm einen nachdenklichen Ausdruck an und er nahm sich eine Minute bevor er antwortete. “Es gibt keine andere Erklärung. Wir könnten DNA-Tests machen und sollten das wahrscheinlich auch, sobald unsere Eltern davon erfahren. Bis dahin scheint es mir offensichtlich, dass wir es als Wahrheit akzeptieren sollten. Um ehrlich zu sein, selbst wenn es nicht wahr ist, jemanden zu haben, der genauso aussieht, wie man selbst, klingt verdammt interessant. Unabhängig davon, ob wir nun wirklich Zwillinge sind, oder nicht.”

Er pausierte einen Moment. “Ich bezweifle aber, dass wir falsch liegen. Es würde nichts bringen, uns davon zu überzeugen, dass es nicht so ist, wenn es eigentlich total klar ist.”

Ich nickte gedankenvoll, nachdem er fertig war. Er hatte Recht. Ich konnte meine Eltern sowieso nicht wirklich fragen und es gab nichts Besseres, als den Gedanken, einen Zwilling zu haben. Selbst wenn wir keine Zwillinge waren, sahen wir uns immer noch so ähnlich wie Klone. Außerdem erschien es auch mir auch irgendwie unwahrscheinlich, dass wir falsch lagen.

“Also, was sagt uns das? Was sollten wir tun?”, fragte ich.

“Ich will meine Eltern noch nicht damit konfrontieren”, entschied er. “Außer uns wissen bisher nur Sarah und Ethan davon. Ich habe die beiden gebeten, es erst einmal geheim zu halten und vertraue ihnen.

“Ja, ich denke, dass es besser ist, es erst einmal geheim zu halten”, stimmte ich zu. “Wenn meine Eltern davon erfahren, könnten sie abstreiten, dass ich adoptiert bin und versuchen, uns voneinander fernzuhalten. Ich bin mir sogar ziemlich sicher, dass sie genau das tun würden.”

Er nickte. “Okay, es bleibt erstmal ein Geheimnis.” Wir verstummten für ein paar Momente und dann änderte er das Thema. “Es gibt da noch etwas, worüber ich reden wollte. Ich würde gerne mehr über dich und dein Leben erfahren.

“Geht mir genauso”, antwortete ich. “Vielleicht sollten wir einfach damit anfangen und die ganzen Probleme für später überlassen. Willst du anfangen?

Er willigte ein und fing an über seine Eltern, seine Geschwister und seine Freunde in der Schule zu sprechen, insbesondere über Ethan und Sarah. Ich versuchte mir soviel ich nur konnte zu merken. Er ging oft auf Einzelheiten ein und teilte viele kleine Geschichten über seine Brüder, Ian und Conrad, über die Schule, wie er sein Bein gebrochen hatte und erzählte von den Tag an dem er Ethan kennengelernt hatte. Er sprach auch über seine Kindheit und dem Bankrott von der Firma seines Vaters.

Je länger er über sich redete, desto mehr fühlte ich mich in ein anderes Leben gezogen, das aber gewissermaßen auch gleichzeitig meines war. Ich hätte sehr gut in seiner Familie landen können, und er in meiner. Für einen kurzen Moment war ich eifersüchtig. Trotz seiner armen Familie schien sein Leben gut zu sein. Die Eifersucht wurde aber schnell von dem Gedanken niedergerungen, dass wenn ich sein Leben hätte, er dann auch meines hätte und meine Eltern wünschte ich keinem.

Als er zu Sarah kam, zögerte er kurz. “Ich habe noch nie jemandem davon erzählt, weil es keinen Grund dazu gab, aber irgendwie habe ich das Gefühl, dass ich es dir sagen sollte.” Er legte eine Pause ein und errötete. “Ich stehe total auf sie. Das geht schon seit über einem Jahr so, aber ich will unsere Freundschaft nicht riskieren.” Er seufzte und dann lächelte er. “Ich habe das schon zu lange für mich behalten. Es fühlt sich gut an, das jemandem zu sagen. Behalt es aber bitte unbedingt für dich.

‘Naja, dann haben wir ja wenigstens eine Sache gefunden, die wir nicht gemeinsam haben’
, sagte ich zu mir selbst in Gedanken.

Bevor ich das kommentieren konnte, schaute er mich interessiert an. “Hast du eigentlich eine Freundin? Oder bist du in irgendwen verliebt?” Au weia! Ich wollte ihn auf keinen Fall anlügen, aber die Wahrheit konnte ich ihm auch nicht sagen.

Ich dachte schnell nach und guckte dann auf meine Handyuhr. “Es wird langsam spät und ich muss pünktlich zum Abendessen zu Hause sein. Ich werde dir morgen alles was du wissen willst erzählen.”

Er schaute mich ein wenig enttäuscht an, aber es war in der Tat spät. “Klingt gut. Ich habe an Freitagen früh Schluss. Ich könnte so kurz nach eins kommen.

Ich schenkte ihm ein breites Lächeln. “Ich auch. Lass uns direkt hier treffen, nicht am Brunnen. Dieser Ort ist perfekt.” Die Lichtung war tatsächlich wunderschön.

Wir verabschiedeten uns mit einer dicken Umarmung. Er ging voller Erwartung über das, was er am nächsten Tag alles von mir hören würde, nach Hause. Ich hingegen machte mir Sorgen darüber, was ich ihm erzählen würde.

Ihm mein Geheimnis zu verraten, zu sagen, dass ich schwul war, war ein großes Risiko. Ich wusste ja nicht einmal, wie er über Schwule dachte. Wenn er ein Problem damit hatte, könnte ich ganz schön in Schwierigkeiten geraten. Ich würde dann nicht nur ihn und Ethan verlieren, sondern er könnte sogar anderen davon erzählen. Wenn meine Eltern von solchen Gerüchten Wind bekämen… nein, das wäre gar nicht gut.

Andererseits würde er es sowieso irgendwann herausfinden. Ich war mir nicht einmal sicher, ob ich ihm jetzt ins Gesicht lügen könnte, geschweige denn, wenn wir uns länger und besser kennen würden. ‘Wenn man Leute zu nahe an sich heran lässt, kann das gefährlich werden’, stellte ich fest. Irgendwie hatte ich aber auch die Hoffnung, dass ich endlich jemandem hatte, mit dem ich ehrlich sein konnte.

Ich hatte also das Verlangen ehrlich mit ihm zu sein und auch das Sehnen danach, mich nicht länger vor jedem verstecken zu müssen. Das befand sich aber im Konflikt mit meiner Vernunft, denn wenn ich ihm die Wahrheit sagte und es schief ging, dann war ich in ganz tiefer Scheiße.

Ich entschied mich, bis zum nächsten Tag zu warten, bevor ich eine endgültige Entscheidung treffen würde.

[size=200]:gemini:[/size]

Das war’s erstmal wieder. Ich weiß, ganz böser Cliffhanger. :wink: Ich versuche möglichst bald das nächste Kapitel rauszuhauen, aber versprechen kann ich nichts. Weihnachten und so… :slight_smile:

Freue mich immer über eure Gedanken, Kritik, Meinungen, Vermutungen! :slight_smile:

Liebe Grüße
Sammy

[size=85]Copyright © 2013 Sammy Blue; All Rights Reserved.[/size]

Tolle Story.Ich bin schon Fan.Ich warte gern.

Da sag ich doch erstmal danke, dass du das mit dem Eigentum an einer Geschichte, bzw. die Verwertungsrechte von BP so genau hinterfragt hast.

Aber ja, auch mir ging es in meinen Geschichten hier ersttangig darum, die Leserschaft zu erfreuen oder wenigstens angenehm zu unterhalten :slight_smile:

Zur Geschichte selbst: Zwillinge sind sie ganz gewiss, insofern keine Überraschung. Aber wie du es beschreibst kommt so schön lebensnah herüber - und ja, lass dir die Zeit die du brauchst - gut Ding will Weile haben. :wink:

Haha :smiley: mein älterer Bruder und ich sind total das Gegenteil ,sind ja auch keine Zwillinge :smiley: du beschreibst das total gut ,hehe ich bring fast jeden zu grinsen ;D :smiley:
Weiter so ^^

Danke für eure Kommentare! :slight_smile:

Eine Frage für die Wartezeit:
Was denkt ihr, wird Josh sich bei Jacob outen oder nicht? :wink:

Alsoo ich denke auf einer Seits Ja ,weil er ja den Drang hat ihm die Wahrheit zu sagen
und auf anderen Seite nein ,weil er ja total Angst hat ,dass Jacob negativ reagieren würde
TOLL :smiley: nicht nur Joshua ist in er einer Zwieckmühle (schreibt man das so ? :smiley: ),sondern ich jetzt auch :smiley:

Es wird sich outen, das brennt zu sehr in ihm. Aber er wird noch etwas zögern damit, weil die Sorge sich was zu verderben noch überwiegt. Er muss seinen Zwilling erst besser kennen lernen.

Coole Idee übrigens, ein kleines Fragespiel einzubauen :smiley:

Ich bin dafür, dass er sich erstmal bei Jacob outen soll. Ich goffe doch, dass er es gut aufnimmt.
Ob er sich bald oder erst in Zukunft outet, kann ich nicht sagen, aber hoffentlich bevor Jacob etwas merkt, denn das könnte eher unschön werden, wie es erzählt zu bekommen.

Lg
2BD

Hab mir die story grad durchgelesen… echt klasse!
Ich denke er wird sich outen… Achja und Frohe Weinachten euch allen:D

@serko: Haha, freut mich, dass es mir gelungen ist, dich in dieselbe Zwickmühle zu versetzen, in der Josh ist. :wink:
@ollivio: Sehr gut beobachtet und abgeschätzt, aber mal schauen was wirklich passiert. :wink:
@2BD: Jap, wenn Jacob das über dritte hört, das könnte ziemlich nach hinten losgehen… Hoffen wir, dass es nicht dazu kommt.
@Finchus: Danke! Mal gucken ob du Recht hattest. :wink:

Frohe Weihnachten and alle meine Leser! (wenn auch etwas verspätet)

[size=200]:gemini:[/size]

[size=150]Kapitel 5: Eine Wahrheit und ein Geheimnis (Teil 1)[/size]

Jacob

“Komm schon, J, sag’s mir endlich, was machst du heute Nachmittag?”

Mein Gott, Ethan hatte mich schon den ganzen Tag damit genervt. Normalerweise war er nicht so schlimm. Ich entschied mich, es ihm einfach zu sagen. Er wusste sowieso von Josh.

“Ist ja gut”, sagte ich, als wir das Schulgelände verließen. “Ich treffe mich mit Josh.”

“Cool, kann ich mitkommen?”, fragte er aufgeregt.

“Ähm, nichts gegen dich, aber wir wollten erst einmal etwas Zeit unter uns, weißt du? Das ist alles ziemlich verrückt und wir wollen uns erst einmal in Ruhe unterhalten bevor wir irgendetwas anderes machen”, antwortete ich.

“Ach komm schon”, bettelte er. “Lass mich mitkommen. Nur für ein bisschen, dann lasse ich euch beide auch alleine.”

“Na gut, aber nur für ein paar Minuten”, gab ich nach, damit er endlich aufhörte mich zu nerven.

Sobald ich das gesagt hatte, war Ethan total fröhlich. “Ok, abgemacht”, grinste er.

Wir gingen so schnell wir konnten zum Park. Dank meines Mathelehrer, der nach der Stunde über meinen absolut miserablen Test reden wollte, war ich zu spät. Josh wartete bereits auf uns, als wir endlich ankamen. Wie beim letzten Mal, hatte er Sandwiches mitgebracht, und Cola. Es war irgendwie lustig, wir waren uns so ähnlich, dass sogar den gleichen Geschmack hatten.

“Hey J”, begrüßte er mich grinsend und gab mir eine halbe Umarmung. Dann schaute er zu Ethan herüber. Ich hatte erwartet, dass er genervt sein würde, dass Ethan hier war, aber stattdessen lächelte er ihn nur schüchtern an und begrüßte ihn mit einem ‘Hey’.

Ethan war deutlich enthusiastischer. “Hey Josh, schön dich wiederzusehen!”, rief er fröhlich. “Ich bin nicht lange hier, keine Angst, ich wollte nur mitkommen, um hallo zu sagen.”

“Kein Problem”, antwortete Josh und lächelte ihn weiter an.

Wir quatschen eine Weile über die Schule und erzählten Josh, wie Ethan und ich zu Freunden geworden waren. Ethan hatte jede Menge Spaß dabei, uns beide zu beobachten und jedes Mal zu kommentieren, wenn wir etwas genauso taten wie der andere. Nach einer Weile fing er an, uns mit einem dümmlichen Grinsen auf seinem Gesicht anzustarren.

“Was?”, fragte ich ihn.

“Ach, nichts”, antwortete er defensiv.

“Manchmal bist du wie ein Mädchen”, beschwerte ich mich scherzhaft. “Wenn die sagen, dass nichts ist, dann ist immer was los. Verrat uns was du denkst.”

Er lachte. “Ich habe mich nur gefragt, da ihr beide ja so ähnlich seid, ob eure Schwänze auch gleich sind.” Er grinste. “Wenn einer von euch mehr zu bieten hat, dann wisst ihr wer der Alpha von euch ist.”

“Du bist so bekloppt”, sagte ich, als ich meinen Kopf schüttelte. Ich verzog mein Gesicht. “Wir sind doch nicht schwul oder sowas.”

“Was auch immer”, antwortete er wegwerfend.

Danach schien keiner zu wissen, was er sagen sollte. Wir saßen im Kreis und schauten einander an, während die Situation immer unangenehmer wurde.

“Naja, ich sollte dann wohl mal los.” Ethan erhob sich. “Bis dann.”

Nachdem wir uns von Ethan verabschiedet hatten und er gegangen war, griff ich ein weiteres Sandwich und schaute Josh erwartungsvoll an. “Heute bist du dran. Erzähl mir etwas über dich.”

Ich sah, wie er ansetzte zu sprechen, aber dann zögerte er. Etwa eine Minute lang schaute er mich an, dann zwei, ohne ein Wort von sich zu geben. Ich wurde sauer. Gestern hatte ich ihm alles erzählt, was ich ihm nur über mein Leben erzählen konnte. Ich hatte ihm sogar die Sache mit Sarah anvertraut. Und jetzt saß er hier rum und wollte mir nichts über sich erzählen?

Bevor ich das kommentieren konnte, sprach er mit weicher Stimme.

“Es gibt da etwas, das du über mich wissen solltest. Wenn wir wirklich Zwillinge sind, wirst du es sowieso irgendwann herausfinden und ich will ehrlich mit dir sein. Vom ersten Tag an Geheimnisse zu haben wäre einfach nur falsch.”

Er zögerte wieder und brauchte ein paar Momente bevor er weitersprach. “Wenn du danach nichts mehr mit mir zu tun haben willst, kann ich das verstehen. Ich muss dich aber bitten, zu schwören, dass du niemandem davon erzählst. Egal was passiert.”

Seine Stimme war beinahe bettelnd und er schaute mich an wie ein Reh, das im Scheinwerferlicht gefangen war. Ich versuchte ihm die Nervosität mit einem Scherz zu nehmen. “Du hast doch nicht etwa wen umgebracht?”, fragte ich mit einem Lachen.

Er lachte allerdings nicht mit. “Das ist kein Witz, für mich ist das wirklich wichtig. Bitte.”

Ich seufzte und schaute ihm in die Augen. “Ok, ich verspreche, nein, ich schwöre, dass ich dein Geheimnis nicht verraten werde, selbst wenn ich nichts mehr mit dir zu tun haben will, wenn du es mir gesagt hast.”

Ich stoppte kurz und lächelte ihn bestärkend an. “Mir fällt aber nichts ein, was so schlimm sein könnte.”

Er schien ein klein wenig erleichtert und versuchte sogar zurückzulächeln, aber man sah, dass es ein gezwungenes und kein echtes Lächeln war.

“In Ordnung”, sagte er. “Also, ich bin, ähm, weißt du… gestern hast du mich gefragt, ob ich eine Freundin hätte.” Er zögerte wieder.

“Und? Hast du eine?”, versuchte ich es leichter für ihn zu machen.

“Ähm… nein”, antwortete er.

“Nein?”, fragte ich. “Das wars?”

“Naja,” fing er wieder an. “Die Sache ist… weißt du… Ich… Ich bin halt…” er verstummte wieder.

Ich schaute ihn nur verwirrt an.

“Ich bin schwul”, platzte es plötzlich aus ihm heraus.

“Du bist schwul?”, fragte ich ihn ungläubig.

“Ja”, sagte er mit zittriger Stimme.

Ich saß bewegungslos da und versuchte zu verarbeiten, was er mir gerade gesagt hatte. Schwul? Er sah überhaupt nicht schwul aus und wie konnte er das in unserem Alter überhaupt wissen? Falls er sich outet, würde er dann einen auf total feminin machen? Ich dachte an meine Brüder. Das konnte gar nicht gut gehen. Die waren nicht gerade besonders tolerant, wenn es um so etwas ging. Ich war nicht gerade religiös oder so, aber trotzdem, dass er schwul war, schockte mich erstmal ziemlich.

Ich schaute vom Boden auf und zu ihm herüber. Er blickte angstvoll zurück und sein Körper war verspannt, fast als ob er erwartete, von mir geschlagen zu werden. Er tat mir Leid. “Bist du dir sicher? Vielleicht ist es nur eine Phase. Ich kann versuchen, ein Mädchen für dich zu finden. Vielleicht bist du einfach nur verwirrt.”

“Nein”, sagte er entschieden. “Ich weiß es schon sehr lange. Woher weißt du, dass du auf Mädchen stehst? Genau so wie ich weiß, dass ich auf Typen stehe.”

Ich wusste nicht, was ich dazu sagen sollte und mein Unbehagen war in meinem Blick erkennbar.

Er brach unseren Augenkontakt und schaute zu Boden. Als er anfing zu sprechen war seine Stimme leise und traurig. “Das hast du nicht erwartet, oder? Es tut mir Leid. Ich… ich habe das alles hier jetzt wohl zerstört. Ich…” er schluchzte und fing an schneller zu sprechen.

“Ich kann nichts dagegen tun, weißt du? Ich wünschte ich wäre anders. Wenn mein Vater das herausfindet, wird er mich verprügeln, enterben und aus dem Haus werfen.”

Er rang mit seinen Händen. “Es ist nicht so, als ob… als ob ich schwul sein will. Wenn ich die Wahl hätte, wäre ich hetero., aber diese Wahl habe ich nicht. Ich… tut mir Leid… Ich…”, er schluchzte wieder und versuchte einen tiefer Atemzug zu machen um sich zu beruhigen. Das wurde aber von einem weiteren Schluchzer unterbrochen. “Ich kann’s verstehen, wenn du willst, dass ich jetzt gehe…” er schniefte und hörte auf zu sprechen, aber ich konnte seine Schultern zitterten sehen.

Ich wusste nicht, wie ich reagieren sollte. Ich versuchte immer noch zu begreifen, was es genau bedeutete, dass er schwul war. Es war unerwartet und komisch. Andererseits war meine Meinung schon immer gewesen, dass ich nicht über andere Personen urteilen sollte. Wollte ich ihn deswegen verlieren?

Wir waren Zwillinge und hatten das gerade erst herausgefunden. Es gab noch so vieles zu erleben. So etwas zu haben, davon träumten vermutlich viele. Machte es wirklich einen Unterschied, dass er schwul war? Plötzlich hatte ich das Bedürfnis ihn zu beschützen und für ihn da zu sein. Wenn ich darüber nachdachte, war meine Reaktion nicht gerade schön gewesen und irgendwie fühlte ich mich dafür verantwortlich, wie er sich jetzt fühlte. Ich rutschte herüber und wollte einen Arm um seine Schultern legen, aber hatte aus irgendeinem Grund Hemmungen und zögerte.

“Ist nicht ansteckend, weißte?”, schluchzte er.

Ich lachte und fühlte mich auf einmal ziemlich dumm. Ich legte einen Arm um ihn und drückte ihn sanft gegen mich. “Schhh, ist schon ok”, sagte ich. “Ich schätze, egal was passiert, wir sind trotzdem immer noch Zwillinge.

Es war wie ein Energieaustausch zwischen uns, als ob er Kraft von mir ziehen würde. Dieses ganze Gespräch ging viel zu schnell für mich und ich wusste nicht, was ich denken sollte, aber es fühlte sich so an, als täte ich das richtige.

Nachdem er sich beruhigt hatte, brachen wir unseren Kontakt aber saßen nahe beieinander.

“Die Sache ist”, sagte ich. “Ich kenne niemanden der schwul ist, außer diesem einen Typen an meiner Schule.”

Ich zögerte. “Meine Brüder machen sich manchmal über ihn lustig, aber ich habe das nie getan.”

Mit sanfter Stimme fuhr ich fort. “Was ich versuche zu sagen ist, dass ich keine Ahnung habe, wie ich damit umgehen soll, ok? Wenn ich etwas Dummes sage, oder so, dann weis mich bitte darauf hin, anstatt dich direkt aufzuregen. Das ist irgendwie alles ungewohnt für mich, aber ich will mein Bestes versuchen.

Er lächelte mich dankbar an. “Das kann ich verstehen. Ich hatte total Angst, dass du mich wegstoßen würdest und mich an meiner Schule outen würdest, oder dass du angeekelt von mir sein würdest.”

Ich rutsche auf dem Boden herum. “Ich behaupte nicht, dass ich mich total damit wohl fühle, aber damit muss ich wohl umgehen lernen. Diese ganze Zwillingssache ist genauso neu für mich wie für dich, aber ich will das nicht verlieren, nur weil du schwul bist. Es ist einfach zu wichtig dafür.”

Ich machte eine lange Pause. “Ich schätze, unsere Unterschiede zu akzeptieren ist die Voraussetzung, um unsere Gleichheiten zu genießen. Es würde nicht funktionieren nur einen Teil davon zu nehmen.” Das meinte ich genau so und versuchte das auch in meiner Stimme zu zeigen.

Er nickte gedankenverloren. “Keine Sorge, ich werde versuchen dir das nicht unter die Nase zu reiben. Ich glaube auch nicht, dass ich so bald wen finde. Das ist nicht so einfach für mich, wie für dich.”

Ich lächelte ihm zu. “Das ergibt Sinn”, stimmte ich ihm zu.

Er grinste. “Achja, keine Angst, wir müssen nicht unsere… ähm… wir müssen nicht vergleichen, wie Ethan das vorgeschlagen hat. Nur weil ich schwul bin, heißt das nicht, dass…”

Ich musste lachen und unterbrach ihn. “Du hast bloß Angst, dass deiner kleiner ist”, scherzte ich.

Er war vollkommen überrascht, dass ich so locker Witze darüber machen würde, aber manchmal ist das einfach mein Weg eine Situation aufzulockern. Langsam verwandelte sich sein geschockter Blick in ein Grinsen. “Haha, das hättest du wohl gerne.”

Ich streckte meine Zunge raus und wir lachten. Nachdem wir uns beruhigt hatten, waren wir beide in Gedanken. Ich brach die Stille zuerst. “Also, bist du in irgendwen verliebt?”

Er wurde knallrot und stotterte. “Ähm… Äh… Vielleicht?”

“Aber jetzt nicht in mich, oder?”, fragte ich, schockiert.

“Aaaalter das wäre Masturbation”, sagte er gedehnt und wir schmissen uns weg vor Lachen…

Ich wollte erst herausfinden, in wen er sich verschossen hatte, aber entschied dann, dass er vorerst genug durchgemacht hatte. Stattdessen grinste ich ihn an und änderte das Thema. “Also, erzählst du mir jetzt von deinem Leben?”

“Okay”, sagte er und lächelte, erleichtert dass ich ihn nicht weiter zu seiner geheimen Liebe ausfragte.

[size=200]:gemini:[/size]

Der zweite Teil vom Kapitel wird relativ kurz, aber ich dachte mir, ich mache trotzdem mal hier einen Cut. Ich wollte nicht, dass es zu lang wird…

Vielen Dank für eure ganzen Kommis!
Ich wünsche euch noch wunderschöne Feiertage! Genießt die freie Zeit! :slight_smile:
Sammy

Ps: Boah ist das bei euch auch so warm? Null Weihnachtsstimmung hier… <.<
Naja, Süßigkeiten und Glühwein vermitteln zumindest so ein bisschen das Gefühl von Weihnachten. Wenn ich im T-Shirt rausgehe, habe ich sogar fast das Gefühl, dass es kalt ist. :wink:

[size=85]Copyright © 2013 Sammy Blue; All Rights Reserved.[/size]

Sie sind alle so fies zu mir :smiley:
also ich hätte gedacht das Jacob ,damit lockerer umgehen würde :smiley:
Ich feier nicht :smiley: deshalb sag ich nichts besonderes dazu ^^
Warten auf ein anders Teil ist Entzug für mich :smiley:
weiter so :wink: :smiley:

Omg… deine Geschichte ist ärgstens geil :smiley:

Riesiges Lob an dich :slight_smile:

Ich find die art wie realistisch du die Ansichten der Personen darstellen kannst. Nämlich auch die von Jacob :wink:

Mal ein paar Gedanken meinerseits: (Juhu es ist 5 Uhr, Zeit geistigen Dünnschiss von sich zu geben!)

@serko: Lockerer? :smiley: Haha und ich habe mir beim Schreiben Sorgen gemacht, dass Jacob es zu schnell akzeptiert. Man kann Jacob nicht wirklich dafür verurteilen, finde ich, wenn man den Kontext (USA, intolerante Brüder, nie Thema gewesen) betrachtet, aus dem er kommt. Ich finde, dass er sich unerwartet viel Mühe gibt, seine ursprünglichen Sorgen und Vorurteile zu überwinden. Mehr wird sicher noch dazu folgen.

Jetzt bist du schon süchtig? :wink: Dann muss ich mich wohl mal ranhalten. :wink:


@GoldenStar: Danke für deinen Kommi und dein Lob! :slight_smile: Es war mir sehr wichtig die Sichtweise von Jacob, dem heterosexuellen Zwilling, in dieser Geschichte eine Rolle spielen zu lassen. Graeme Aussie http://www.awesomedude.com/graeme, ein Autor, den ich selbst sehr gerne lese, hat mehrere Geschichten für schwule Jugendliche, die von einem heterosexuellen Protagonisten erzählt werden. Dadurch bin ich darauf gekommen, diese Geschichte nicht nur aus Josh’s Perspektive zu erzählen. Ich denke mit den so ähnlichen Zwillingen, die aber verschiedene Sexualitäten (und Persönlichkeiten) haben, bietet sich das sehr an.

Es freut mich, dass es dir gefällt! Das bedeutet, dass mir das gelungen ist, was ich erreichen wollte. :slight_smile:


Mal eine Frage:
Jacob versucht jetzt irgendwie tolerant zu sein, und so weiter, aber was meint ihr, wie entwickelt sich das auf Dauer? Wie wird Jacob reagieren wenn es hart auf hart kommt und es Probleme mit Josh’s Schwulsein gibt (Eltern, Jacobs Brüder, Schule, etc.)?

Ich weis nicht du bist der Auto:D
Aber ich denke schon das er hinter ihm stehen wird vorallem wenn sich herrausstellt das sie wirklich brüder sind.

@Finchus: Hoffen wir mal für Josh, dass es so ist. :slight_smile:

Unerwartet früh jetzt auch der zweite Teil des Kapitels. Hatte einen kleinen Motivationsschub. :wink:
Es ist nicht besonders viel, aber hat sich halt so ergeben.

[size=200]:gemini:[/size]

[size=150]Kapitel 5: Eine Wahrheit und ein Geheimnis (Teil 2)[/size]

Josh

Ich erzählte ihm von meiner Kindheit, meiner Schüchternheit und wie das Leben mit meinen Eltern und Philip war. Ich sprach von dem Umzug nach Albany und dass Parker mich schon das ganze Schuljahr auf dem Kieker hatte. Als ich von den Berufen und religiösen Ansichten meiner Eltern redete, hatte er Mitgefühl in seinem Blick.

Eigentlich wollte ich nicht schwach aussehen oder bemitleidet werden. Normalerweise versuchte ich so zu tun, als ob mein Leben in Ordnung war und mich nichts störte, aber dass Jacob wusste, wie es mir wirklich erging, schien mir okay. Irgendwie war es sogar gut und erleichternd. Seit ich mich bei ihm geoutet hatte, und er mich so akzeptiert hatte, wie ich war, fühlte ich mich wohl mit ihm.

Ich schilderte all die Ferien, die wir auf verschiedensten Orten der Welt verbracht hatten und wie viel Geld meine Eltern hatten. Als ich erklärte, dass es zwar cool klänge aber Geld nicht das sei, was ich bräuchte, um glücklich zu sein, nickte er verständnisvoll. Ich beschrieb sogar, wie ich bemerkt hatte, dass ich schwul war und wie ich es seitdem vor anderen versteckt hatte.

Er sagte, er habe das Gefühl, dass er mich und Schwulsein im Allgemeinen jetzt besser verstünde und dass er versuche sich vorzustellen, wie es sei. “Es muss hart sein mit Eltern wie deinen. Ich habe keine Ahnung, wie ich damit umgehen würde. Ich schätze, ich werde das nie ganz verstehen können, aber es klingt sehr problematisch.”

Er stoppte und schaute gedankenverloren zur anderen Seite der Lichtung. “Ich frage mich, wie meine Freunde reagieren würden, wenn ich schwul wäre und mich outen würde.”

“Dann wüsstest du wohl, wer deine wahren Freunde sind”, antwortete ich nachdenklich.

Er nickte langsam. “Wohl wahr.”

Ich erzählte ihm wie viel ich schwamm und was mich noch so interessierte. Als ich erwähnte, dass ich fast nur Einsen in der Schule hatte, lachte er und sagte: “Super, dann kannst du ja jetzt meine Mathe- und Geschichtsklausuren für mich schreiben.”

“Du musst dir deine Haare schneiden und so weiter, aber das mache ich auf jeden Fall für dich”, erwiderte ich todernst.

Er starrte mich an. “Das ist verrückt”, sagte er aufgeregt. “Stell dir vor, wenn wir das richtig angehen kannst du meine Schulnoten massiv verbessern. Im Austausch kann ich bei dir zu Hause abhängen, wenn deine Eltern dich mal zu sehr nerven.”

“Wow”, sagte ich genauso aufgeregt. “Wir müssen einen Haufen Vorbereitungen treffen und alles genau durchdenken, aber das klingt verdammt cool.”

“Es gibt da aber ein Problem”, sagte ich, besorgt. “Wenn du zu meiner Schule gehst, kann es sein, dass Parker dir Probleme bereitet. Ich will auf keinen Fall, dass dir etwas passiert.”

Er grinste mich an. “Keine Sorge, um den kümmere ich mich schon.”

Ich war nicht gerade überzeugt, aber beließ es dabei. Ich war zu begeistert von unserer Idee um mich darüber zu streiten. “In Ordnung, was brauchen wir?”

“Naja, wir müssen wissen, wie wir uns gegenüber gewissen Personen zu verhalten haben. Dann brauchen wir möglichst viele Details über unser Leben, damit wir keine Fehler begehen.”

“Der Großteil der Arbeit liegt dann bei mir, du musst dir nicht viel über mich merken, mein Leben ist nicht gerade spannend”, witzelte ich.

“Pech gehabt”, zwinkerte er mir zu. “Aber Ethan und Sarah können dir helfen. Wir müssen auch darauf achten, dass wir genau gleich aussehen.”

“Tun wir fast schon”, sagte ich. “Wir müssen deine Haare ein paar Zentimeter kürzen und dann geht es nurnoch um unsere Klamotten.”

Er schaute mich besorgt an. “Deine Klamotten sehen ziemlich teuer aus.”

“Das passt schon”, versicherte ich ihm. “Wir tauschen einfach. Wenn irgendwas kaputtgeht oder so, ist das nicht so schlimm. Ich habe eh viel zu viele Sachen.”

Er sah erleichtert aus. “Cool, sieht so aus, als ob unser kleines Geheimnis noch ein wenig länger bestehen bleibt. Solange keiner davon weiß, wird es deutlich einfacher so zu tun, als ob wir der jeweils andere sind.”

Wir arbeiteten noch ein wenig länger an unserem Plan, Identitäten zu tauschen. Dann gingen wir zu einem Frisör um Jacobs Haar schneiden zu lassen. Als wir fertig waren, sahen Jacobs Haare genauso aus, wie meine. Hätten wir die gleichen Klamotten getragen, hätten selbst Ethan und Sarah ein echtes Problem damit gehabt, herauszufinden wer von uns wer war.

An diesem Punkt entschieden wir uns, früh nach Hause zu gehen. Wir brauchten beide ein wenig Zeit um alles zu durchdenken und Notizen für den anderen zu machen. Wir sprachen ab, uns am nächsten Morgen zu treffen, um alle Informationen auszutauschen, die wir brauchten. Es musste jede Menge Arbeit erledigt werden. Ich fühlte mich beinahe so, als ob ich mich für eine wichtige Prüfung vorbereitete.

[size=200]:gemini:[/size]

Na mal schauen, wie das ausgeht. :wink:
Sammy

Ps: Ich arbeite jetzt (eigl seit Kapitel 4) endgültig ohne Editor/in in der deutschen Fassung. Ich lese meine Übersetzung gegen, aber es kann zu Fehlern oder unschönen/englischen Formulierungen kommen. Wenn das zu schlimm wird, beschwert euch bitte, damit ich daran arbeiten kann.

[size=85]Copyright © 2013 Sammy Blue; All Rights Reserved.[/size]