Gedichte-Thread!

So, dachte mir, ich poste hier in diesem Thread mal ein Gedicht von mir XD
Ist auf Englisch, aber ich nehme mal an, dass die meisten dieser Sprache mächtig sind.^^
Vielleicht gefällts ja dem einen oder anderen?
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Sleepless Night,
Watching above,
Threatened by Fright,
and Blessed by Love.

A shooting star,
like a gracious dove,
A balmy scar.
Inflicted by Love.

The wound, it’ll heal,
It is my desire
It is Love, that I feel,
Lifting me higher and higher.

Something I can’t depaint,
Fullfills my soul,
Hope It will not faint,
Because it makes me Whole.

While You Are Gone
And I am here,
I sit and write on,
In Love and in Fear.

It leaks down my skin,
Yes, it’s a tear,
Is it a minor sin
that I want you near?

Like a flower in wide lands
would die in the dark
If no one lifts their hands
to admire its purple mark.

We all live to be loved
And if this is not so,
I unfold to be shoved,
Into the coldest snow.

I think of this so much,
I want to understand,
What makes life as such
so hard and yet so grand?

So many useless words
have come out of my mind
just like a hive of birds
I certainly was blind…

I look into the sky
the shooting star is gone
the fear and fright will fly
into eternal dawn.

The morning sun does rise
I hope my wish comes true
My soul tells no surprise,
Remember me, I love You.

hab früher auch oft Gedichte geschrieben, die letzten Jahre is das allerdings leider etwas eingeschlafen…
Beim Anblick dieses Threads und in Gedanken an jemand, den ich echt gern mag, hab ich mich dann mal wieder am dichten versucht :slight_smile:

Vorsicht: Zwar poetisch, dennoch kein Reim ^^

Sowie ich versuche,
den Sand in meinen Händen zu halten,
ohne dass ein Korn verrint.
Sowie ich versuche,
das Wasser in meinen Händen zu halten,
ohne dass ein Tropfen entschwind.
So versuch ich auch,
die Liebe solang wie möglich zu erhalten.

  • Doch es ist nicht auf ewig möglich -

ein englisches Gedicht, allerdings nicht von mir:

I’m divided in two,
please tell me what should I do?
A part of me says: “No, no no.”,
and an other runs to you!

So divided in two,
please tell me what should I do?
If you calling me crazy,
I’m so in love with you.

:slight_smile:

Ein Gedicht, von mir, geschrieben an meinen Schwarm (hab mich bei ihm noch nicht geoutet, deswegen hat ers noch nie gesehen):

Ein Frühling im Gemüte

Auf den Wiesen
Taut der Schnee.
Vögel fliegen herum,
zwitschern und singen.
Grüne Blätter
entspringen
Aus zarten Knospen
der blühenden Pflanzen.

Aus zarten Knospen
entwickelt sich
auch die Liebe.
Vor vier Monaten erst lernte ich dich
so richtig kennen.
Vor drei Monaten begann ich,
dich zu lieben, dich sehr zu schätzen.
Ich kann mir momentan
Nichts Besseres vorstellen
Als einen Abend
Allein mit dir.

Oder ein Gedicht zum Outing:

Wollen sagen können

Kennst du das auch,
dass du irgendjemandem
irgendetwas sagen willst,
aber nicht kannst?

Nicht kannst,
weil du dich nicht traust?

Nicht kannst,
weil du die Person nicht verletzen willst?

Nicht kannst,
weil es “nonkonform” ist?

Dann sage ich es dir:
Traue dich!
Denn nur so
kannst du weiterkommen.

(5. Mai 2010, von zwiebelfisch)

Hmm, ein schönes Thema… Die Gedichte sind alle von mir und alle am selben Vormittag entstanden, ich saß in der Schule und meine Liebe, bei der ich mich geotet hab, hatte sich extra ans andere Ende der Bank gesetzt…
zusammen getrennt

Diese Blicke, dieses Gefühl
du entfernst dich, du bist so kühl
was hab ich nur falsch gemacht,
hab dich doch sonst zum Lachen gebracht
Dies will mir nun nicht mehr gelingen,
doch ich kanns nicht erzwingen
Ich sagte, ich mag dich,
ich sagte, ich lieb dich,
doch du liebst mich nicht
Dennoch wolltest du Freundschaft,
doch mir fehlt die Kraft,
dich ewig zu suchen,
wenn du dich versteckst,
ewig zu rufen, wenn du dich nur streckst,
mich nicht zu erreichen,
mich nicht zu begleiten,
mir keine Chance zu geben,
zu leben,
mit dir in unendlichen Weiten.

so nah, so fern

du sitzt neben mir,
du weißt was ich fühle,
und doch sitzt du nicht neben mir,
sodass ich einzig in Erinnerung wühle
Ich will noch nicht loslassen doch,
du drückst mich nur weg,
so liebe ich dich noch,
und du gehst ums Eck

und gegen Ende des Vormittages:
und doch

und doch bin ich glücklich in deiner Nähe
und doch freut mich dein Lächeln
und doch liebe ich dich
und doch wirst du nie mein sein

hmm, mir fehlt das Talent, befürchte ich… Mittlerweile habe ich ihn darauf angesprochen, wiso er dauernd vor mir wegrennt und trotzdem sagte, dass ich sein Freund bleiben solle, nun, mittlerweile sehe ich ihn wieder öfter als Freund, auch wenn er meine Liebe nie erwiedern wird, hehe…

so long
mfg Schulbuch

wow Schulbuch!
bei deinem ersten Gedicht hab ich feuchte Augen bekommen - der Rhythmus fehlt zwar ein wenig, inhaltlich find ichs jedoch total schön. Liegt vielleicht auch daran, dass wir das alle schonmal durchgemacht haben :-/

Danke dir, hab mich zuerst gefragt, ob ich das hier reinschreiben soll, weils zu dem Zeitpunkt meine innersten Gefühle waren…
dir alles Gute!
mfg Schulbuch

Schulbuch, Respekt.

Sehr schönes Gedicht, das mir sehr nahe gegangen ist, besonders, weil es fast perfekt auf meine Situation passt. Und zweifel nicht daran, ob du Gedichte veröffentlichen sollst, die deine innersten Gefühle sind, denn dadurch werden sie erst authentisch (oder wie auch immer man das schreibt :smiley:).

Grüße

Danke euch :wink:
zum Glück hat der Gute sich geändert und ist wieder mein [Schul]Freund und läuft nicht mehr weg, aber die Zeit war wirklich schwer für mich…
mfg Schulbuch

Wände aus Wirbeln
Blaue Stränge
Leuchtend Synapsen
Allmählich Ergrauend

Flieg Blauer Vogel
Schillernd Und Flatternd
Ins Graue Gewitter
Verschwindend Bewegen

Die Blauen Stränge
Grau Anlaufend
Verschwindendes Leuchten
Bewegung Erstarrt

Mein Goldener Käfig
Aus Nerven Synapsen
Mich Langsam Einengend
Ein Loch Voller Nebel

Ein Sprung Ins Neue
Ins Unbekannte
Weg Von All Gewohntem
Diesmal Geplant

Noch ein Gedicht von mir (14.Mai 2010)

Gewitter

Gar dunkle Wolken droben,
am Fenster sitz’ allein
ich, schau nervös nach oben,
vermiss’ den Sonnenschein.
Dort draußen wird der Himmel
allmählich schwarz wie Teer,
das Kirchenglockgebimmel
von fern dringt leis’ hierher.

Schon zucken gelbe Blitze,
maln feine Ästchen nach,
erreichen Kirchturms Spitze,
auch manches spitze Dach.
Laut grollt der Donner ferne,
knurrt wie ein böser Hund.
Will denn der Himmel gerne
Empörung nun tun kund?

Die kleinen Spatzen fliegen
noch schnell zurück ins Nest.
Am Baum sich Ästchen biegen,
der dicke Stamm bleibt fest.
Die Blüten Tulpen schließen,
sie meinen, es wär’ Nacht!
Der Nachbar geht vom Gießen
ins Haus. Wer hätts gedacht?

Jetzt krachts und zuckts im Garten,
im Zimmer drin ists still.
Ich kann es kaum erwarten,
ins Bett ich kuscheln will.
Doch wäre es viel schöner,
wär ich dort nicht allein,
und du, mein Allerliebster,
würdst kuschelnd bei mir sein!

Wir könnten kuscheln, küssen,
bis spät ind Nacht hinein.
Nichts Andres wir tun müssen
als für uns da zu sein.
In deine Augen schauend,
wie glücklich wär ich dann!
Dir voll und ganz vertrauend…
Nur frage ich mich: Wann

ist es soweit? Ich freue
mich heute schon darauf.
Grad, wenn jetzt gleich aufs Neue
der Blitz beginnt den Lauf.
Dann kann es donnern, blitzen,
nichts wird geschehen mir,
wenn wir verliebt hier sitzen,
wenn ich bin nah bei dir!

zwiebelfisch, 14. Mai 2010

die große Wahl

Wieviel Grau kann Mensch ertragen
bis er sich verliert in des Lebens Schein?
Muss er immer das Äußerste wagen,
um sich seiner Existenz sicher zu sein?

Tausend Menschen muss man lieben,
Noch mehr Nöte sollen einen schlagen.
Himmel und Hölle muss man dienen,
damit wir uns nie mit Leere plagen.

Denn Leere ist des Seins Gesicht,
die Wahl liegt bei uns,
ob sie beruhigt oder sticht.

Ein Gedicht, das ich sehr mag und auch mal in der Schule aufgesagt habe, ist “Willkommen und Abschied” von Goethe. Meine Rezitation hat auch allen sehr gefallen. :slight_smile:


Willkommen und Abschied

Es schlug mein Herz; geschwind zu Pferde!
Es war gethan fast eh’ gedacht;
Der Abend wiegte schon die Erde
Und an den Bergen hing die Nacht:
Schon stand im Nebelkleid die Eiche
Ein aufgethürmter Riese da,
Wo Finsterniß aus dem Gesträuche
Mit hundert schwarzen Augen sah.

Der Mond von einem Wolkenhügel
Sah kläglich aus dem Duft hervor,
Die Winde schwangen leise Flügel,
Umsaus’ten schauerlich mein Ohr;
Die Nacht schuf tausend Ungeheuer;
Doch frisch und fröhlich war mein Muth:
In meinen Adern welches Feuer!
In meinem Herzen welche Gluth!

Dich sah ich, und die milde Freude
Floß von dem süßen Blick auf mich;
Ganz war mein Herz an deiner Seite
Und jeder Athemzug für dich.
Ein rosenfarbnes Frühlingswetter
Umgab das liebliche Gesicht,
Und Zärtlichkeit für mich – Ihr Götter!
Ich hofft’ es, ich verdient’ es nicht!

Doch ach schon mit der Morgensonne
Verengt der Abschied mir das Herz:
In deinen Küssen, welche Wonne!
In deinem Auge, welcher Schmerz!
Ich ging, du standst und sahst zur Erden,
Und sahst mir nach mit nassem Blick:
Und doch, welch Glück geliebt zu werden!
Und lieben, Götter, welch ein Glück!
:slight_smile:

Ja das sollten wir neben “Prometheus” auch von Goethe aufsagen. ^^

Etwas grotesk, aber ich finds ganz gut:

Entnehmt mir doch nicht mein Gehirn –
Das brauche ich doch noch!
Ruf’ ich, such’ auf meiner Stirn
Nach einem großen Loch.

Schon höre ich die Knochensägen,
ein Requiem aus Spänen;
Sie surren meiner Knochen wegen –
ich wollt’s ja nur erwähnen.

Es schwindet mir das Licht vor Augen,
und brummt mir schon der Schädel.
Einer eilt das Blut absaugen,
das find’ ich äußerst edel.

Ein wenig später – oder Jahre,
ich finde kaum Gedanken:
noch liege ich hier auf der Bahre
und mime einen Kranken.

Es fehlt mir nämlich, mein Gehirn
man wollt’ dran exerzieren
und brach ein Loch in meinem Stirn
und ließ mich dann krepieren.

Und: In Tiefen.
In Tiefen reite ich zu Pferde,
blicke stolz, gefasst umher;
In Tiefen grab’ ich in der Erde,
suche Schutz vor fremdem Heer.

In Tiefen krieche ich auf Wiesen,
brülle Fragen in den Raum –
In Tiefen töte ich die Riesen,
meistere die Zwerge kaum.

In Tiefen seg’le ich auf Flauten
und versinke mit der Flut;
In Tiefen bau’ ich meine Bauten:
Residenz von Schlecht und Gut.

In Tiefen bette ich mich nieder,
entschlafe sanft und träume schlecht –
Die Tiefen kehren immer wieder,
Behütet bin ich, im Gefecht.

Ich darf nochmal? Pardon.

Unbeholfen weichen meine Worte
einer Flut von Leere, den Raum völlig erfüllend;
Erfahrung zeigte mir, die Orte – der
Kämpfe meiner Heere; die Sicht gänzlich verhüllend.

Ununterbrochen brech’ ich meine Schwüre,
schon von Beginn auf unbekannte Zeit verschoben;
Erblindet bin ich, als ich durch die Türe
wanke – hin! – den Weg; nach unten von ganz oben.

Eine Frage an die Verfasser:
Wir hatten in der Schule nun nen halbes Jahr lang das Thema Gedichte und Metrik, Vokale betonungen und so?
Achtet ihr auf so was ?
Kannn mir das eben kaum vorstellen

Ein guter Dichter denkt nicht über sowas nach, sondern macht es schon automatisch.
Leute ohne Begabung sind dann entweder die, die krankhaft versuchen, Takt und Rythmus zu halten und/oder es aus reinem Gefühl heraus zu nichts bringen.
Die meisten Lieder sind in diesen Hinsichten schlecht aufgebaut, aber wenn man singt, kann man einzelne Wörter in die Länge ziehen oder “oooh uuuh aaahh” dazwischen stöhnen^^

Gezeichnet,
Astrum