Gedichte-Thread!

Ganz weit in der Ferne
rieche ich etwas

umso näher ich herantrete
vernehme ich immer deutlicher diesen Duft

nun bin fast vor ihm, vor dem Duft
nun steh ich genau vor ihm

ein unbeschreiblicher Duft
ein wunderbares Geschmackserlebnis

Du, nur du kannst so gut duften und schmecken
wow du bist meine Geschmackssorte

ich liebe dich! aber bin ich auch deine
Geschmacksrichtung, kannst du mich auch riechen
und schmecken?

Wenn nicht, dann ist das halt so, sowas kann man niemals beeinflussen
und wenn man sich noch so perfekt aufstylt.

liebe ist alles, gegenseitigkeit ist der schlüssel
zum Herzen.

One Love!

Oben/Up

Ich stehe hier auf dem Berg
du sicherst mich von unten

ich bin so glücklich den Berg
erklummen zu haben

du hältst mich ganz fest

ich will ganz nach oben
ich will es schaffen

du hältst mich umso fester

ich will da hinauf, ich will es schaffen.

Du kannst es nicht schaffen,
du erstickst bevor du oben bist

ich will nach oben, bis zur Spitze!

Dann ein Zug, ein Ruf
du schaffst das nicht, ich zieh dich
jetzt wieder runter.

Nein! Nein! Ich will nach ganz oben!

Nein! Es geht nicht, seh es ein, du zerstörst dir
dein Leben damit, ich zieh dich jetzt runter.

Nein, ich bin doch kurz davor, nein.

Unten angekommen flucht er herum, Warum
Warum hast du das gemacht?

Wenige Sekunden rast ein abgebrochener Eisblock
an ihnen vorbei und reißt sämtliche Schneemassen mit sich!

Genau deshalb hab ich es getan!

Ungewissheit

Ich stand da im Nichts
ich fühlte mich so kalt und verlassen

die Wüste umzingelte mich
ich war nur allein da, nur der Sand und ich
der Wind war auch noch anwesend
er war reinstes Schmirgglpapier!
Stop!
Wärme? Schönheit? Ohja! So alles toll!

Heiß, Schweiß, Erstickend, Atmungsorgane reizend.
pump it! Jes! Wow. Was geht hier ab.
Ich fühle mich wie mitgerissen, völlig aus der
Bahn geworfen. Völlig desillisioniert. Eingefercht in ein Hotel, Sicherheitskräfte drum
herum. Warum, fragte ich mich? Warum nur? Ich war 9 Jahre alt!
Einmal bin ich abgehauen, ja vom Hotel weg mitten in die Welt und was ich da innerhalb kürzester Zeit erlebt habe, oh man, davon kann ich heut noch zehren!
Ich war ein freies Kind und war hochbegeistert von den Menschen die mich umringten!
Ich wusste nur eines, ich liebe alle Menschen! Das habe ich früh erkannt und vertrete
ich bis heute! We are all Human, we are the World! Wissen für Alle! Peace and Love! Forever!

alone in the darkness

die sonne geht auf
mein herz erfreut sich

oh ich habe wohl vieles ausgeschlossen
war das nicht doch ein Fehler

Bescheidenheit und Demut
vor dem Planeten Erde

Ich liebe diesen Planeten über alles
liebe all das Leben auf ihm.

Erhaltenswert. Der Weg liegt brach vor
uns! Wir müssen alle mit anpacken, lasst unseren
schönen Planeten nicht untergehen! Bitte, helft Mutter Erde!
Sie hat uns soviel gegeben, wir dürfen sie nicht
mit Füßen treten! We are all Human all over this Planet!

Jack and Jill went up the Hill to have some little Fun
But silly Jill forgot the Pill and now they have a son

Die verzährenden Flammen

Tief in der Dunkelheit des Plutos verborgen liegt es,
das Tor zur Venus.
Am Ende der Welt,
Zwei seelen verreintim Auror der Göttin.
Tiefer immer tieferliegt das band der zwei,
die Unentlichen Generationen von Raum und Zeit
werden versuchen die Glücklichen seelen zu trennen,
doch am Ende ,wen das Rad des Schicksals zu stehen vermag,
werden sie,
die die Generationen überdauert haben,
im Zentrum von Armageddon wieder verreint sein,
und ein neues Zeitalter voller
Zweisamkeit,
verbundenheit
und liebe einleuten.
Die Flamme der Liebe wird die Vergangene welt leutern,
und eine Neue Welt wird geboren,
wie ein Phönix aus der Asche.

Oh süße Sünde küss mich,
mit deinem feuer und verrzähr mich,
verbrenn mich ,liebe mich

Das hab ich glaub ich mit 15 geschrieben - inzwischen hab ich es aufgegeben, ich habe verlernt, Worte zu finden, fürchte ich…

Es wäre so einfach.
Die Sonne brauchen wir nicht.
Die Erde wärmt uns.
Der Mond umhüllt uns
Mit seinem kühlen Lächeln.
Unheimlich.
Aber geborgen.
Wind flüstert durch das Gras.
Eine Eule schwebt unterm Mond.
Wir sinken.
Ein See aus Licht und Silber.
Die Wölfe heulen und singen dem Mond ihr Lied.
Ihr Tribut an den düsteren Herrscher der Nacht.
Aber sie erreichen uns nicht.
Denn wir schweben.
Über der Welt.
Übernatürlich.
Der Mond lädt uns ein.
In seine silbrige Aura.
Tödlich vielleicht.
Aber schön.
wie du.
Mein Stern.

Zu einem Schwarzen Blitz werd’ ich für dich.
(chyornoy molniey ya stany dlya tebya)
Ein Schwarzer Blitz auf der Linie des Regens.
(chyornoy molniey na linii dozhdya)
Und lass’ die Blätter des Kalenders brennen.
(y pyskay goryat listky kalendarya)
Das Böse kann mich nicht mehr täuschen
(zlo ne smozhet bolshe obmanut menya)

Ich glaube nicht an Wunder
(ya ne veryu v chudesa)
Und doch fliegt ein Auto durch den Himmel
(no letit mashina v nebesa)
Und ich, ich bin dein Superheld
(y teper ya tvoy supergeroy)

Gemeinsam mit dem weißem Schnee falle ich in deine Handfläche
(belym snegom upadu v ladon tvoyu)
und du erfährst meine wahre Liebe
(y uznaesh ty kak ya tebya lyublyu)

Und unter dem Himmel des Januars
(y pod nebom yanvarya)
Alle Blumen der Welt werden erwachen, Alle Wörter der Liebe die ich kenne wirst nur du erhalten.
(ozhyvyt lish dlya tebya vse tchvety zemly, vse slova lyubvy chto znayu ya)

Ich glaube nicht an Wunder
(ya ne veryu v chudesa)
Und doch fliegt ein Auto durch den Himmel
(no letit mashina v nebesa)
Und ich, ich bin dein Superheld
(y teper ya tvoy supergeroy)

(das obere gedicht ist der songtext zu “i don’t beliebe in miracles” von Alexander Rybak schleichwerbung ende

Und noch eins :slight_smile:

Tiefe Wasser an denen ich stehe
schwarz und brodelnd.
Hinter mir ein See aus Kristall,
funkelnd schnitt sie mich.
Doch kein Wasser der Welt,
weder goldene Seen
noch grüne Meere
hat mich je so gefangen
wie deine Schwärze.

mein Fahrrad trägt mich weit
zu nah an der Realität vorbei

mein Fahrrad, mein Kumpel hält mich aus
erträgt meinen Körper

ich mach es mir Gemütlich aufm Sattel
er trägt mich, kräftig wie er ist :sweet:

ich fahre und rolle durch Wald und Flur,
über Beton und Rinnsale,

ich fühle mich Erhaben auf meinem Stahlross,
ich bin ein König auf einem Pferd

ich liebe die Straßen, die Wege, die Büschel und die Wälder,
das Flachland, das stehenbleiben, das weiterfahren,
liebe die Energie in mir, ich spüre meinen Körper arbeiten,
den Energieverbrauch und den Hunger der meinen ganzen Körper einnimmt.
Liebe das Bewegtsein, ich hasse Stillstand.

weiter, hinauf des Weges, meine Beine schnappen nach Luft,
Luft, die ich ihnen durch meine tiefe Atmung zuführe.

Wow, der Weg, das Ziel! Fahren und Fahren, strampeln und strampeln.
Ohne Panne, hat mich nun mein Ross getragen,
ich bin da, wo ich hin wollte, vergessen all die Anstrengung, vergessen all die Müh.
Jetzt bin ich da und pfeif fröhlich tritratrulala :smiley:

und das Ende der Geschicht, am Anfang stand ich da und fragt ich mich?
Soll ich fahren, oder nicht?
Ich bin gefahren, wie ein Rabauke und Geduld hat sich ausgezahlt,
denn per Handy hat ich mich angemeldet und wurd empfangen wie ein Held.
Lecker Essen gab es zur Stärkung für mich,
weißt du was Auto, ich verzicht auf dich! :smiley: lg ATW

Also es ist eher ein Songtext den ich mal an einem kreativen Tag geschrieben habe, finde es aber trotzdem schön:

Wenn das Schicksal dein Leben erwischt
wenn die Hoffnung aus deinen Augen erlischt
wenn du denkst es ist vorbei
wenn du fühlst nie wieder die Herrlichkeit

Verdammt, mach die Augen auf
schau ins Herz und vertrau darauf
Das Leben ist nicht wie ein schönes Buch
vielmehr wie ein wunderbarer und böser Fluch

wenn die Schwärze dich umringt
wenn das Frohlockende nicht erklingt
wenn der Schmerz dich findet
wenn du dich nur noch windest

Verdammt, mach die Augen auf
schau ins Herz und vertrau darauf
Das Leben ist nicht wie ein schönes Buch
vielmehr wie ein wunderbarer und böser Fluch

wenn das Gute in der Welt stirbt
wenn sich die Hoffnung immer weiter zermürbt
wenn das Monster Krallen auf dich setzt
wenn es dadurch die Seele für immer verletzt

Verdammt, mach die Augen auf
schau ins Herz und vertrau darauf
Das Leben ist nicht wie ein schönes Buch
vielmehr wie ein wunderbarer und böser Fluch

wenn es keinen Ausweg mehr gibt
wenn der Teufel dich durchsiebt
wenn das Leben ist verbraucht
wenn du nie mehr spürst den Windeshauch

Verdammt, mach die Augen auf
schau ins Herz und vertrau darauf
Das Leben ist nicht wie ein schönes Buch
vielmehr wie ein wunderbarer und böser Fluch

Und nein ich habe keine depressiven Probleme etc. also nicht wirklich große.

War das der Startschuss für Songtexte? freu
Okay…
Are you standing on the edge
send a text message goodbye
smile one fucked up drunken smile
and toss yourself into the sky
Is it my fucking fault?
Give me the blame for all your faults
It’s not my fault that your problems are greater
than your will to survive
It’s not my fault that you feel lonely
If you choose death instead of life
Are you waiting on a bridge
watching cars and trucks pass by
counting down from ten to one
and sobbing 'cause you’re gonna die
Is it my fucking fault?
Give me the blame for all your faults
It’s not my fault that your problems are greater
than your will to survive
It’s not my fault that you feel lonely
If you choose death instead of life

Tja, auch nicht gerade optimistisch^^

Niederschmetternde Zeit.
Zu allem bereit?
In einer verlogenen Welt
wird die Seele gequält.
Ein Verzeihen, ein Lächeln,
eine Umarmung, ein Betteln.
Hoffnung! Dieses menschlichste Wort.
Abgrundtiefes Schweigen folgt in einem fort.
Der ewige Streit zwischen Herz und Verstand.
Gemeinsam! Ein Zusammen wurde nie erkannt.
Hechelnd, immer der Zukunft hinterher.
Jemand der hilft, den gibt es nicht mehr.
So endet die Hoffnung Stück für Stück
Menschlein, du hast kein Glück.

so ich glaub ich muss auch mal was posten gg

das is eins meiner jüngsten sachen die ich geschrieben hab

euer schwuler biboy15

Das Leben nach dem Jetzt

Denn ich
Lebe nicht
Sage nicht
Wage nicht
Auszusprechen, was
das Leben wirklich bedeutet

Blauer Dunst steigt auf
Wissend, dass ich es weiß
Wissend, dass ich eigentlich nichts weiß

Eigentlich bloß im Wissen, dass die Stadt,
Die zu meinen Füßen liegt,
Mein Innerstes beherbergt
Mich antreibt
Mich bezwingt
Mich zu Fall bringt
Quält und steinigt

Der blaue Dunst
Schwebt über mir
Wie eine Cumulus Nimbusb –
Schwarze Gewitterwolke,
Die mich regnet

Wissend, dass ich
Mich kenne
Mich jedoch immer wieder verlaufe
Mich suchen muss
Mich aus den Augen verliere
Bis ich mich wieder finde
In der Stadt

Blauer Dunst wird vom Wind getragen
Hinab in die Stadt
Die Stadt, der ich mein Leben verdanke
Die Stadt, die mich umbringt

Das Leben spielt
JETZT

Das Leben hat seine zwei verlogenen Seiten:
Die der Lügen, und die der Wahrheiten.
Beides jedoch ist eine einzige Illusion,
umsponnen von der Sehnsucht nach Liebe und Perfektion.

Erlaubt es der Umstand oder die Situation,
teilt der Mensch gern´mit die wahre Option.
Sonst spricht er lieber eine Lüge oder falsch,
das sich an seine Taten und Fehler schmiegt wie Camouflage.

Sein Traum und die Phantasie nach Vollkommenheit,
ist nicht erfüllt bis er erreicht die Liebes-Unendlichkeit.
Oft geht es aber nicht um die Liebe, sondern ums´Geld,
sodas er verfällt in Erfolg und verliert die Sicht auf die Welt.

Die ewige Liebe, das “richtige” Leben.
Sind das Dinge, die wir zu unseren Lebzeiten sollen sehen …?

Geht es wirklich darum, ist es nur ein Traum?
Sind wir verdammt es nie herauszufinden, aber darüber zu Philosophieren…?

Irmela Brender

Wir

Ich bin ich und du bist du.
Wenn ich rede, hörst du zu.
Wenn du sprichst, dann bin ich still,
weil ich dich verstehen will.
Wenn du fällst, helf’ ich dir auf,
und du fängst mich, wenn ich lauf.
Wenn du kickst, steh ich im Tor,
pfeif ich Angriff, schießt du vor.

Spielst du pong, dann spiel ich ping,
und du trommelst, wenn ich sing.
Allein kann keiner diese Sachen,
zusammen können wir viel machen.

Ich mit dir und du mit mir-
das sind wir.

Saat und Ernte:

Die düstere Nacht,
ich blicke weit
Es ist kalt,
die Seele schreit

Menschen kommen,
Menschen gehen
Ungewissheit,
niemand kann voraussehen

Die Zeit wird kommen,
alles vergeht
Es wird geerntet
und gesät…

So ist zwar kein gedciht aber eine art ballade… Sagt mir doch was ihr davon haltet (selbsgeschrieben)

Ich schaue in die Ferne

in der Ferne Sehe ich den Tod

der Tod winkt mir zu

doch ich will nicht sterben

also drehe ich mich um und renne renne um ihn zu entkommen

nach einiger Zeit komme ich zu einem Ufer

Ich sah über dem See

doch Das einzige was ich sah war Der Tod der auf einem Stab im Wasser

Ich drehte mich um und Sah dass er vor mir stand

so stand ich vor ihm und dachte wenn ich schon sterben muss dann werde ich ihn noch was fragen

“Lieber Tod wenn ich schon sterben muss würdest du mir bitte meinen Letzten Wunsch erfüllen?”

“Ich werde endscheiden ob er es Wert ist”, antwortete er

“Würdest du bitte meiner Familie ein Freund schicken der sie über meinen Tod Hilft?”

“Nein dass wirst du selbst tun. Ich werde dir einen neuen Körper geben und du kannst deiner Familie helfen”

“Aber ich dachte du wolltest mein Leben!?”

“nein dafür bist du ein zu guter Mensch um dir deine Seele zu nehmen”

“Ich danke dir”

“Nein ich danke dir ich hatte die Hoffnung schon fast aufgegeben doch in dir sah ich das was ich in niemanden anderen bisher sah ein Gutmütiger und willensstarker Mensch und nun. Renn- Renn- weg und hänge an deinem Leben und deiner Familie”

damit verschwand der Tod und der Mann Stand in einem neuen Körper vor dem Haus seiner Familie…

Ich bin ein großer Fan barocker Lyrik, Martin Opitz ist da mein Lieblingsautor. Die Motive wie der Vanitas-Gedanke und die Motivation durch das Zeitgeschehen beeindrucken mich. Sturm und Drang finde ich ebenfalls eine sehr schöne Epoche, genauso wie die Romantik, da mag ich Karoline von Günderode am liebsten. Allgemein bin ich ein großer Lyrik-Fan, ich habe hier zum Beispiel den Echtermeyer, eine einbändige Sammlung von Gedichten, außerdem eine zehnbändige Anthologie. Mein Lieblingsgedicht, das wird auch unten folgen, ist allerdings Schillers “Die Bürgschaft”. Ich mag es wegen der bedingungslosen Freundschaft und des Vertrauens zueinander. Für mich das beste Gedicht.


Friedrich von Schiller

Die Bürgschaft

Zu Dionys, dem Tyrannen, schlich
Damon, den Dolch im Gewande:
Ihn schlugen die Häscher in Bande,
»Was wolltest du mit dem Dolche? sprich!«
Entgegnet ihm finster der Wüterich.
»Die Stadt vom Tyrannen befreien!«
»Das sollst du am Kreuze bereuen.«
»Ich bin«, spricht jener, »zu sterben bereit
Und bitte nicht um mein Leben:
Doch willst du Gnade mir geben,
Ich flehe dich um drei Tage Zeit,
Bis ich die Schwester dem Gatten gefreit;
Ich lasse den Freund dir als Bürgen,
Ihn magst du, entrinn’ ich, erwürgen.«

Da lächelt der König mit arger List
Und spricht nach kurzem Bedenken:
»Drei Tage will ich dir schenken;
Doch wisse, wenn sie verstrichen, die Frist,
Eh’ du zurück mir gegeben bist,
So muß er statt deiner erblassen,
Doch dir ist die Strafe erlassen.«

Und er kommt zum Freunde: »Der König gebeut,
Daß ich am Kreuz mit dem Leben
Bezahle das frevelnde Streben.
Doch will er mir gönnen drei Tage Zeit,
Bis ich die Schwester dem Gatten gefreit;
So bleib du dem König zum Pfande,
Bis ich komme zu lösen die Bande.«

Und schweigend umarmt ihn der treue Freund
Und liefert sich aus dem Tyrannen;
Der andere ziehet von dannen.
Und ehe das dritte Morgenrot scheint,
Hat er schnell mit dem Gatten die Schwester vereint,
Eilt heim mit sorgender Seele,
Damit er die Frist nicht verfehle.

Da gießt unendlicher Regen herab,
Von den Bergen stürzen die Quellen,
Und die Bäche, die Ströme schwellen.
Und er kommt ans Ufer mit wanderndem Stab,
Da reißet die Brücke der Strudel herab,
Und donnernd sprengen die Wogen
Dem Gewölbes krachenden Bogen.

Und trostlos irrt er an Ufers Rand:
Wie weit er auch spähet und blicket
Und die Stimme, die rufende, schicket.
Da stößet kein Nachen vom sichern Strand,
Der ihn setze an das gewünschte Land,
Kein Schiffer lenket die Fähre,
Und der wilde Strom wird zum Meere.

Da sinkt er ans Ufer und weint und fleht,
Die Hände zum Zeus erhoben:
»O hemme des Stromes Toben!
Es eilen die Stunden, im Mittag steht
Die Sonne, und wenn sie niedergeht
Und ich kann die Stadt nicht erreichen,
So muß der Freund mir erbleichen.«

Doch wachsend erneut sich des Stromes Wut,
Und Welle auf Welle zerrinnet,
Und Stunde an Stunde ertrinnet.
Da treibt ihn die Angst, da faßt er sich Mut
Und wirft sich hinein in die brausende Flut
Und teilt mit gewaltigen Armen
Den Strom, und ein Gott hat Erbarmen.

Und gewinnt das Ufer und eilet fort
Und danket dem rettenden Gotte;
Da stürzet die raubende Rotte
Hervor aus des Waldes nächtlichem Ort,
Den Pfad ihm sperrend, und schnaubert Mord
Und hemmet des Wanderers Eile
Mit drohend geschwungener Keule.

»Was wollt ihr?« ruft er vor Schrecken bleich,
»Ich habe nichts als mein Leben,
Das muß ich dem Könige geben!«
Und entreißt die Keule dem nächsten gleich:
»Um des Freundes willen erbarmet euch!«
Und drei mit gewaltigen Streichen
Erlegt er, die andern entweichen.

Und die Sonne versendet glühenden Brand,
Und von der unendlichen Mühe
Ermattet sinken die Kniee.
»O hast du mich gnädig aus Räubershand,
Aus dem Strom mich gerettet ans heilige Land,
Und soll hier verschmachtend verderben,
Und der Freund mir, der liebende, sterben!«

Und horch! da sprudelt es silberhell,
Ganz nahe, wie rieselndes Rauschen,
Und stille hält er, zu lauschen;
Und sieh, aus dem Felsen, geschwätzig, schnell,
Springt murmelnd hervor ein lebendiger Quell,
Und freudig bückt er sich nieder
Und erfrischet die brennenden Glieder.

Und die Sonne blickt durch der Zweige Grün
Und malt auf den glänzenden Matten
Der Bäume gigantische Schatten;
Und zwei Wanderer sieht er die Straße ziehn,
Will eilenden Laufes vorüber fliehn,
Da hört er die Worte sie sagen:
»Jetzt wird er ans Kreuz geschlagen.«

Und die Angst beflügelt den eilenden Fuß,
Ihn jagen der Sorge Qualen;
Da schimmern in Abendrots Strahlen
Von ferne die Zinnen von Syrakus,
Und entgegen kommt ihm Philostratus,
Des Hauses redlicher Hüter,
Der erkennet entsetzt den Gebieter:

»Zurück! du rettest den Freund nicht mehr,
So rette das eigene Leben!
Den Tod erleidet er eben.
Von Stunde zu Stunde gewartet’ er
Mit hoffender Seele der Wiederkehr,
Ihm konnte den mutigen Glauben
Der Hohn des Tyrannen nicht rauben.«

»Und ist es zu spät, und kann ich ihm nicht,
Ein Retter, willkommen erscheinen,
So soll mich der Tod ihm vereinen.
Des rühme der blut’ge Tyrann sich nicht,
Daß der Freund dem Freunde gebrochen die Pflicht,
Er schlachte der Opfer zweie
Und glaube an Liebe und Treue!«

Und die Sonne geht unter, da steht er am Tor,
Und sieht das Kreuz schon erhöhet,
Das die Menge gaffend umstehet;
An dem Seile schon zieht man den Freund empor,
Da zertrennt er gewaltig den dichter Chor:
»Mich, Henker«, ruft er, »erwürget!
Da bin ich, für den er gebürget!«

Und Erstaunen ergreifet das Volk umher,
In den Armen liegen sich beide
Und weinen vor Schmerzen und Freude.
Da sieht man kein Augen tränenleer,
Und zum Könige bringt man die Wundermär’;
Der fühlt ein menschliches Rühren,
Läßt schnell vor den Thron sie führen,

Und blicket sie lange verwundert an.
Drauf spricht er: »Es ist euch gelungen,
Ihr habt das Herz mir bezwungen;
Und die Treue, sie ist doch kein leerer Wahn -
So nehmet auch mich zum Genossen an:
Ich sei, gewährt mir die Bitte,
In eurem Bunde der dritte!«