Frage zu meiner romantischen Orientierung

Guten Tag,
Ich habe Fragen betreffend meiner Orientation.

Kurz zu meiner Person: Ich bin m30, Single, und habe aus diversen Gründen erst mit 24 erstmal angefangen mit Leuten zu daten und intim zu werden (ob Mann oder Frau).
Seitdem habe ich einige Erfahrungen mit Männern sammeln können, aber auch nicht allzu viele.

Sexuell bin ich ziemlich sicher homosexuell orientiert: Ich finde Männer attraktiv, hatte als Jugendlicher Sexträume mit Männer, und schaue auch meistens nur Schwulenporno (oder Heteroporno, wo ich aber nur auf den Mann fokussiere) an. Frauen finde ich sehr wunderhübsch und sehr sympathisch, auch zum Teil sehr attraktiv, aber ich hatte noch nie sexuelle Interessen an Frauen.

Mein Problem liegt bei den Gefühlen. Ich war noch nie in einer richtigen Beziehung und wirklich verliebt war ich auch noch nie. Jetzt mit 30 wächst mein Bedürfnis jemandem zu haben.
Jedoch fällt es mir sehr schwer vorzustellen mit einem Mann zusammen zu sein. Wenn ich vorstelle mit einem Mann zusammenzuwohnen, gemeinsam den Haushalt zu machen, zusammen Einkäufe zu machen, romantische Dinners zu haben, Händchen zu halten, gemeinsam alt zu werden, einander “Schatz” zu nennen, etc., finde ich es ehrlichgesagt kein reizender bzw. unangenehmer Gedanke. Im Gegensatz dazu empfinde ich die gleiche Vorstellung mit einer Frau als sehr befriedigend. Das Händehalten einer Frau fühlt für mich angenehmer an.
Wegen dieses Gefühlschaos bin ich sehr verunsichert was ich eigentlich will und bin, und auf was ich mich fokussieren soll. Ich denke oft, es könnte ein Problem des Unterbewusstseins sein, da ich in einer Umgebung aufgewachsen bin, die sehr heterogeprägt ist und mir verinnerlicht habe, dass der Hetero-Lebensstil sozial mehr anerkannt ist und es der “richtige” Lebensstil ist.
Ich versuche mich gegen diese mögliche Verinnerlichkeiten abzuwenden, aber die Gefühlen bleiben bis heute noch gleich.
Es gibt noch weitere Situationen, die meine Gefühle verunsichern. Zum Beispiel nach einem Orgasmus komme, oder nach dem Sex mit einem Mann, verliere ich die Lust auf Männer komplett (Lust auf körperlicher, sexuellen und emotionalen Nähe) für einige Stunden bzw. einen ganzen Tag.
Oder ich gehe manchmal, aber sehr selten, in Schwulenbars oder zu Schwulen-Parties (um gegen meinen Unsicherheit zu kämpfen). Ich mag Sex und nackte Körper. Aber wenn ich dann an solche Orte oder auf den Parties viele Anbagereien oder hunderte von nackte Oberkörper sehe, oder an jeder Ecke Posters oder Statuen von nackten Männer sehe, finde ich es sehr abtörnend. Und ich weiss nicht wieso. Und manchmal habe ich auch Phasen (wochenlang), wo ich einfach kein oder kaum Interesse an Männer habe.

Zusammenfassend meine Fragen:

  • Was hat dieses Gefühlchaos in mir zu bedeuten und wie kann ich es beheben?
  • Habe ich unterbewusst eine innere Homophobie entwickelt die mir hindert eine emotionale Bindung mit anderen Schwulen aufzubauen?
  • Oder bin ich vielleicht nur homosexuell aber heteroromantisch (oder gar aromantisch oder liebesunfähig) orientiert? Falls ja, wie kann ich jemals eine gesunde Beziehung aufbauen? Soll ich besser eine Frau als Partner suchen, obwohl ich nicht sexuell an ihr interessiert bin? Vielleicht wächst ja eine sexuelles Interesse an Frauen wenn ich für eine Weile mit einer in einer Beziehung bin und die Liebe und Zuneigung wächst. Oder vielleicht klappt ja auch eine Beziehung, wo Sex eine unwichtige Rolle spielt.
  • Habe ich vielleicht einfach noch nicht den richtigen Gefunden, mit dem ich eine gemeinsame Zukunft vorstellen kann?
  • Bin ich vielleicht einfach nicht ein romantischer Typ?
  • Könnte es vielleicht auch an meiner eher schwierigen Kindheit und Jugend liegen?

Ich wünschte, ich könnte mit Überzeugung sagen und spüren, dass ich schwul, hetero, bi oder etwas anderes bin.
Ich bin übrigens bei meinen engsten Freunden und Eltern geoutet.

Ich danke vielmals.

Hallo Oirifd und willkommen bei bp !
Ich glaube du hast 3 Probleme:

  1. Du bist kein Romantiker und machst dir nichts daraus.
  2. Deine Psyche ist so auf Hetero konditioniert dass sie wohl den schnellen Sex mit einem Mann zulässt,
    aber dich danach mit Gewissensbissen überhäuft.
    3.Du tendierst zur Asexualität.
    Wenn du etwas über deine Kindheit geschrieben hättest wäre es vielleicht hilfreich gewesen.
    Ich glaube nicht dass du eine Frau findest die asexuell ist, mit dir leben will und dir Sex mit Schwulen gestatten würde. Ich denke du wärst mit einem Single-Leben am glücklichsten. Dann kannst du dir das an Sex holen was du brauchst und hast sonst keinerlei Verpflichtungen. Hoffe das hilft !

Ich würde sagen du bist homosexuell & heteroromantisch. Zu der Frage wie man denn dann eine gesunde Beziehung aufbaut: es gibt ja nicht nur Monogame Beziehungen, du könntest ja z.b. eine Beziehung mit einer Frau und einem Mann eingehen, wo natürlich beide dann wissen wie du orientiert bist. Gibt aber natürlich auch andere Varianten.