Ehemann

Hey Zuri,

Nur, dass es bei einer wahren Geschichte ja noch einen mächtigen Co-Autor gibt: das bereits Geschehene. Somit bist Du ja quasi schon auch an die Steine gebunden, die da hingeschmissen werden :astonished:

Aber nicht doch. Von Flinte im Korn kann keine Rede sein. Du kennst mich doch, ich mag gern Happy-Ends, bin aber auch vorsichtig, was die Erwartungshaltung anbelangt. Und komm, mit “Als Ob” hast Du schon einen fiesen Twist am Ende hingelegt, der vorsichtig werden lässt wenn nicht gar traumatisiert :wink:
Aber selbstverständlich hoffe ich immer noch auf Coluel oder Samlin oder was für Pairingnamen auch immer Du bevorzugst :laughing:

Jetzt sind es ja schon zwei :stuck_out_tongue:

Liebe Grüße,
Arokh

Nennen wir das Shipping einfach Colli(e) :wink:

Aber, aber, Finding me hatte doch kein nicht-Happy-End :astonished:

Das Geschehene und ich, wir spielen “guter Autor, böser Autor” - mal sehen, wer sich am Ende durchsetzt :wink:

Liebe Grüße
Zuri

Muss ja nicht immer ein Happy End sein…
So oder so, Ich mag sie Geschichte eben weil sie erahnen lässt, dass es nicht unbedingt mit einem Happy End enden muss. Ich finde es schön wie die beiden Hauptfiguren miteinander umgehen, fast schon unschuldig oder gar naiv steuern Sie auf eine Abzweigung hinzu an der sie entweder die Wahl haben sich mehr oder weniger zu verlieben was vielleicht zum scheitern verurteilt ist oder unglücklich weiter nebeneinander her zu Leben. Klingt beides nicht berauschend. Weiter Option währe ein cleaner cut…Bin gespannt wie es weitergeht.

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ich habe bewusst “so lange” und nicht “zu lange” geschrieben.

Nee, hat nichts mit vergeblicher Liebesmüh zu tun. Eher letzteres. Mark ist so oder so ein guter Freund und man sollte sich einfach nicht so verbiegen und seine Freunde schlecht behandeln, nur weil man ein bestimmtes Ziel erreichen will. Außerdem sollte man sich generell nicht verbiegen und offen so sein wie man ist.

Danke für deinen Kommentar! Dich hätte ich mal gerne als Leser bei Als ob gehabt :smiley:

Ich wollte ja auch nicht zu pessimistisch klingen. Es war wirklich nur der erste Eindruck beim lesen.

Das hast Du gut gesagt und absolut recht damit. Siehst Du, da hab ich Samuel mit meiner Tendenz doch gar nicht so falsch eingeschätzt :wink:
In Deiner Signatur steht sowas in der Art ja auch. Es ist auch gut zu wissen, dass Samuel das später erkannt hat - das spricht sehr für seine Entwicklung.

Und ja, es muss nicht immer ein Happy-End sein. Aber die sind doch so schön :flag:

Neben meinen Freunden lernt ihr nun auch einen Teil meiner Familie kennen :wink:

Ehemann
Part 14

Veränderungen

“Nein, tut mir leid. Das ist mir zu stressig. Ein anderes Mal gerne.”
Was hatte ich von der Frau erwartet, der immer alles zu stressig war, selbst wenn es für jeden normalen Menschen nicht im entferntesten Stress bedeutete? Wenn etwas nicht stressig war, machte sie sich den Stress selbst — das war schon immer so. Ich hätte es besser wissen müssen. Andererseits hatte sie ja nicht einmal verstanden, dass es um genau diesen Zeitpunkt ging.
Enttäuschung war nicht das Einzige, was ich spürte. Ebenso fühlte es sich an, als hätte ich mein Inneres nach außen gekehrt — für nichts. Ich hatte nicht vorgehabt, ihr einen potenziellen Partner bereits vorzustellen, wenn es noch gar nicht spruchreif war. Ein Grund mehr, es ihr in Zukunft noch später zu sagen.

Colins Reaktion auf die Absage war zwar nicht spektakulär, aber auf diesen Moment hingefiebert hatte er genauso wie ich. Nun würde es vielleicht ein ganzes Jahr dauern, bis wir wieder so eine Chance bekamen. Die Schuld suchte ich zum Teil bei mir, weil ich früher hätte anfangen sollen, zu suchen.

“Mal was anderes”, wechselte Colin das Thema und riss mich damit aus meinem Selbstmitleid. Wir waren jetzt schon ein paar Wochen im neuen Jahr. “Ich komme jetzt in die Vorbereitungsphase fürs Abi und deshalb können wir wahrscheinlich nicht mehr so viel schreiben wie jetzt. Ich hoffe, das ist okay für dich.”
“Nimm dir die Zeit, die du brauchst”, erwiderte ich.

“Wie war’s auf der Silvesterparty?”, fragte ich Mark, mit dem ich jetzt einige Zeit nicht mehr geschrieben hatte.
“Ganz gut. Colin hatte aber seinen Spaß.”
“Wie meinst du das?”
“Er wollte unbedingt, dass der Typ, den er süß fand, auf seinem Schoß sitzt”, erklärte Mark.
“Stimmt, das hatte er erwähnt. Er meinte, er brauchte das einfach da. Hat er ab und zu.”
“Auf der Rückfahrt war er so gar nicht anwesend”, fuhr er fort. “Er war total geflasht.”
Colin mit verträumtem Blick — ich musste zugeben, das war süß und amüsant zugleich. Amüsant deshalb, weil eine solch simple Situation dafür sorgen konnte, dass er hin und weg war.

So, drei Viertel sind rum und es gibt noch einen neuen Charakter. Zu dem später nach Abschluss der Geschichte noch etwas mehr. Sammy Blue und Gemini kennen wahrscheinlich die meisten. Wer das nicht kennt, sollte unbedingt “Gemini” hier im Forum lesen. Und Kuntergrau ist auch nicht schlecht :smiley:

Ehemann
Part 15

Abschied nehmen

Mein Handy vibrierte. Ein Bild von Colin mit Freunden am See. So ging das jetzt immer. Er war quasi nie online — und wenn, dann teilte er nur mit, wozu er gerade Lust hatte und verschwand gleich wieder. Unterhaltung konnte man das nicht mehr nennen. Einerseits verstand ich, dass das Lernen das Meiste seiner Zeit in Anspruch nahm, aber bei solchen Bildern kam ich mir sehr ausgeschlossen vor. Dass wir nicht einmal über das Bild redeten und so den Moment zumindest ein wenig teilen konnten, machte es nicht einfacher. Am schlimmsten war für mich allerdings, dass er die wenige Zeit, die er neben dem Lernen hatte, ausschließlich mit Freunden vor Ort verbrachte und für mich keine mehr übrig blieb. Er kam mir nie weiter entfernt vor und das tat weh.

Derweil war mir aufgefallen, dass mir ‘Musik sein’ von Wincent Weiss nach ein paar Mal hören doch sehr gefiel. Mark hatte mich darüber informiert, dass es zur schwulen Webserie “Kuntergrau” eine neue Staffel geben und die Premiere in einem Kino in Köln stattfinden werde, wo die Serie auch gedreht worden war. Ebenso erfuhr ich, dass Colin sich von Hannes getrennt hatte, da dieser an Silvester versucht hatte, ihn betrunken zu küssen. Colin meinte in der Gruppe nur, dass ihn die Serie nicht mehr interessiere.
Im Boypoint-Chat äußerte ich, dass ich dort gerne hingehen würde, alleine sei das aber doof. Ich kam mit Finn ins Gespräch, der gerade im Krankenhaus lag. Wie ich, hatte auch er Gemini gelesen und von Sammy Blue eine Ausgabe des Buches erworben. Er hatte ebenfalls Lust, zur Premiere nach Köln zu fahren und so verabredeten wir uns.

Als ich ein paar Tage davor in die Gruppe schrieb, dass ich mich auf Köln freue, beschwerte sich Colin, warum ich denn nichts gesagt hätte und dass er überlege, mit seiner Schwester dorthin zu kommen. Das mit der Übernachtung müsse er noch klären, aber dann hätten wir noch ein bisschen Zeit zusammen. Das Treffen mit ihm kam wohl doch eher als erwartet und anders als erwartet.

Es war der Tag der Premiere und ich stand neben dem roten Teppich, der in allen Kinos ausgelegt ist, an der Wand und ließ die Menge an mir vorbei aus dem Kinosaal hinausfließen. Ich wartete auf Finn, mit dem ich hier war und irgendwo mussten Colin und seine Schwester sein, aber die hatte ich bisher noch nicht gesehen. Finn kam auf mich zu und dahinter sah ich einen schwarzen Haarschopf sich aus der Menge herausschälen. Wir verließen das Kino und unterhielten uns vor dessen Türen.

Colin und seine Schwester hatten keine Unterkunft auf die Schnelle auftreiben können und mussten nach wenigen Minuten schon wieder los. Finn würde Colin mir gegenüber später als unsympathisch beschreiben und auch ich stellte einige Veränderungen in seiner Art fest, die ich so nicht an ihm kannte. Dennoch freute ich mich riesig, ihn zu sehen. Wir beschlossen, die beiden noch zum Bahnhof zu bringen und liefen zum Hansaplatz. Dort stiegen wir in die wartende Stadtbahn Richtung Hauptbahnhof. Die Bahn stand noch eine Weile und während wir redeten, fiel mir siedend heiß ein, dass ich keine Fahrkarte besaß. Ich sprintete aus der Bahn und hoffte, schnell genug mit einem Fahrschein zurückzukehren. Als ich die Treppenstufen zurück zum Bahnsteig erklommen hatte, war der Zug bereits abgefahren. Nur Finn wartete auf mich.

Mir tat das, was passiert war, unglaublich leid. Ich hatte das Gefühl, dass Colin wirklich im wahrsten Sinne des Wortes weg war.

Für die, die es interessiert, einmal ein Link zum Thread mit Kuntergrau und einmal zu Gemini. Schaut ihr schwule Webserien und wenn ja welche?

Übrigens (das fiel mir später auf) hatte ich tatsächlich schon mal ein Lied von Wincent Weiss gehört: “Unter meiner Haut” (also nicht den Remix von Gestört aber geil").

Ehemann
Part 16

Abi

Der Kontakt wurde nicht mehr — auch nicht nach dem Abi. Wir hatten quasi keinen Kontakt mehr. Man sagt, man merkt erst, was man an jemandem hatte, wenn man ihn nicht mehr haben kann. Der Spruch traf zumindest ein bisschen auf meine Situation zu. Irgendwann nahm ich es Colin übel, dass er sich nicht mehr meldete, obwohl er konnte.

Gleichzeitig fand aber auch bei mir ein Sinneswandel statt. Ich erkannte, dass Liebe nicht ein fester Punkt, sondern das zwischen Liebe und Freundschaft ein fließender, real existierender Übergang ist. Also akzeptierte ich diesen Zustand. Es fühlte sich so viel besser an, als das Herumgeeiere davor.

Monate später — im Juli — meldete er sich dann wieder bei mir. Mittlerweile verspürte ich absolut kein Interesse mehr, mit ihm zu reden. Also gab ich kurz angebundene Antworten. Entweder hatte er das bemerkt oder einfach bereits vorher damit gerechnet, dass ich das nicht so toll fand. Also fragte er, ob ich ihm verzeihen könne. Ich konnte ihm nicht mehr ganz so böse sein und gab so weit nach, dass ich zustimmte, weiter mit ihm zu reden. Vielleicht würde mein Ärger ihm gegenüber abnehmen.

In den kommenden Wochen erzählte er mir von seiner Ausbildung im Hotel in Trier. Er war zu Hause bei seiner Mutter aus- und in die Stadt gezogen. Ich merkte schnell, dass ich ihm nicht mehr böse sein konnte. Bei unseren Gesprächen erzählte er häufig, dass er unzufrieden dort war, aber er dieses Ziel erreichen wolle und dass er sich immer wieder fragte, ob alle seine kürzlich getroffenen Entscheidungen richtig waren. Das schien ihn zu quälen und nicht loszulassen.

Die gute Nachricht war, dass sowohl er, als auch ich Übernachtungsbesuch haben konnten und so verabredeten wir uns für eine Woche Silvester, die II.

Das weckt Hoffnung, das doch noch was geht .
Zwar etwas …, den Kontakt so schleifen zu lassen, aber ich schieb das mal auf die Entfernung. Nach Sylvester ist alles besser :flag:

Und jetzt kommt, worauf alle (oder vielleicht doch etwas weniger^^) gewartet haben: Der Beginn des großen Finales!
Bin natürlich wie immer auf eure Meinungen und Eindrücke gespannt :wink:

Ehemann
Part 17

Silvester, die zweite

Und dann war es soweit: Ich stieg in den Flixbus und begab mich auf eine zehnstündige Busfahrt nach Trier. Es herrschte freudige Erwartung in mir, denn wir würden fortsetzen, wo wir vor eineinhalb Jahren zu zaghaft aufgehört hatten — und nun waren wir sogar allein, ohne Mark. Ich wusste nun, was ich wollte und das war diesmal okay für mich. Bis Silvester war jetzt ja auch noch eine knappe Woche Zeit.

Ich hatte extra die Tasse für ihn als Geschenk gekauft, die er damals, als er mit Mark in Hamburg war, so toll gefunden hatte und die beim Einfüllen von Heißgetränken ein Bild enthüllte. Das wirkte reichlich wenig und so kaufte ich noch einen Tee. Doch auch das Gastgeschenk kam mir mickrig vor und so bestellte ich im Internet noch einen Coffee2Go-Becher mit Kölnmotiv, da er wie so viele Schwule vernarrt in diese Stadt war.

Colin holte mich am Bahnhof in Trier ab — von einem eigenen ZOB kann man da nicht sprechen. So sah ich das erste Mal seine Einzimmerwohnung. Sie war spartanisch, aber nett und modern eingerichtet. Und dennoch schien er Wege gefunden zu haben, alles was man so brauchte, zu verstauen. Er scherzte, dass Mark sich im Wohnkomplex, in dem Colin wohnte, immer verlaufen würde und er nie alleine Colins Wohnung finden könne. Als ich ihm den Tee als Gastgeschenk überreichte, freute er sich sehr und mich beschlich das Gefühl, dass drei Geschenke vielleicht doch etwas zu viel sein könnten. Doch der Becher war bereits versandt und die Tasse für einen besonderen Moment vorgesehen — also gab es kein Zurück mehr.

Es folgte eine Führung durch Trier und ich erfuhr, dass Trier neben den irgendwann mal entdeckten römischen Bauwerken hauptsächlich aus Marktplätzen bestand und mehrere römische Thermen besaß. Als wir so durch die Stadt liefen, meinte Colin auf einmal: “Ich mit einem anderen Typen unterwegs — morgen spricht die ganze Stadt darüber.” Klar war Trier konservativer als Hamburg, aber ich fand, dass Colin hier übertrieb. Wir liefen normal nebeneinander, nicht Hand in Hand oder deuteten irgendwie sonst eine Nähe an oder wirkten nicht hetero. Colin war zudem nur innerhalb seiner Familie geoutet. Ich musste unwillkürlich an “Lasse Redn” von den Ärzten denken. Wahrscheinlich hatte er mehr Angst vor sich selbst, als vor den Leuten in seiner Stadt. Nach der Sightseeingtour gingen wir einkaufen und Colin kochte schließlich. Ich bot ihm mehrmals meine Hilfe an, doch er lehnte ab und meinte, er käme schon klar. Bei unserer Unterhaltung stellte ich fest, dass er sich sehr verändert hatte: Er war wahnsinnig konzentriert und streng mit sich selbst geworden. Ich habe das Problem, dass ich mir schnell Gedanken mache, wenn meine Freunde sich selbst nicht gut tun. Natürlich weiß ich, dass das deren Angelegenheit ist und nicht meine, aber es lässt mich dann nicht mehr los und geht manchmal soweit, dass sich das Gefühl einer gewissen Antipathie entwickelt. Das war auch bei Colin so und dennoch änderten sich meine Gefühle ansonsten kein bisschen zu ihm.

Nach dem Essen versuchten wir weiter, ein Gespräch anzufangen, aber es wollte einfach nicht klappen. Das war vorher auf Telegram vor seinen Prüfungsvorbereitungen nie ein Problem gewesen. Wir hatten immer ein Gesprächsthema gehabt und uns stundenlang darüber unterhalten können. Auf einmal kamen wir beide nie über zwei oder drei Sätze pro Thema hinweg und immer wieder herrschte peinliche Stille. Mir war so unwohl mit der Situation.

Als es spät wurde, gingen wir schließlich ins Bett und schauten noch etwas fern. Es lief eine Sitcom. Colin erklärte mir, dass er ohne den laufenden Fernseher nicht einschlafen könne, da der Kühlschrank, der sich ja logischerweise im selben Raum befand, so laut war. Er hatte ein wirklich riesiges Bett, in das drei oder vier Menschen nebeneinander gepasst hätten. Also war es kein Problem, dass ich im selben Bett schlief. Colin war schnell eingeschlafen, doch ich schaute noch weiter fern. Irgendwann lief dann Sexy Sport Clips und ich schaltete aus. (Halb-)Nackte Frauen war nun wirklich nicht das, was ich sehen wollte.

So lag ich wach und starrte auf der Seite liegend auf Colins Rücken, den ich mit ausgestreckter Hand hätte gerade so erreichen können. Und ja: Genau das wollte ich in diesem Moment. Ich verspürte die starke Sehnsucht, ihm über den Rücken zu streicheln, wie damals beim Abschied in Hamburg, als er begonnen hatte, mir Kreise auf den Rücken zu malen. Doch ich wusste nicht, was er davon halten würde und ausnutzen, dass er gerade schlief, war auch nicht fair. Also ließ ich es bleiben. Ich lag weiter wach und starrte auf den Rücken, der so weit weg lag. Er war erreichbar und irgendwie auch nicht. Warum war es so schwierig?

Vorteil gegenüber dem letzten Teil, sie liegen beide in einem Bett. :slight_smile: Das ist schon mal mehr Nähe, als vorher.
Diese unangenehme Barriere in ihren Gesprächen deute ich mal so, das da noch etwas unausgesprochenes ist, was sich beide nicht trauen anzusprechen.
Das ist fies, nicht zu wissen ob die Geschichte ein happyend hat :rat:

So nah und doch so fern…irgendwie hab ich den Eindruck das aus den/euch beiden nie was geworden ist. Schade eigentlich. Aber so ist das Leben. Hoffe ja trotzdem noch, dass ich mich irre

Hey!

Da komme ich ja auch namentlich drin vor. :smiley:

Eine sehr schöne Erzählung, die sich einfach “echt” anfühlt. Nicht ausgeschmückt, sondern so, wie das Leben eben ist. In vielen Gedankengängen und Emotionen finden sich sicherlich viele junge Erwachsene und Jugendliche wieder.

Ich musste auch immer wieder an meinen Besuch in Hamburg bei jemandem, den ich auf den blauen Seiten kennengelernt hatte, denken. Das ist jetzt schon 14 Jahre her, Nostalgie pur. :smiley:

Besonders schön sieht man hier auch, wie das Leben so spielt, man lernt sich kennen, es lebt sich mit der Zeit wieder auseinander, was gestern noch wichtig erschien, ist heute vielleicht nur noch ein flüchtiger Kontakt…

In diesem Sinne, sorry dass ich mich so lange nicht gemeldet habe. Ich habe schon öfters mit dem Gedanken gespielt, mich hier mal wieder blicken zu lassen und vielleicht sogar wieder mal was kleines zu posten, aber irgendwie komme ich dann doch nie dazu. Aber jetzt habe ich wenigstens mal die Zeit gefunden, diese Geschichte zu lesen. :slight_smile:

Beste Grüße
Sammy

@matti Wo wäre denn da die Spannung, wenn das schon klar wäre? :stuck_out_tongue: Der Moment ist doch nur deshalb so intensiv, weil es eben unklar ist. Sonst hätte er doch nicht die Bedeutung, die er gerade hat.

@Quianye Oh ja, ich glaube, das Kapitel spricht für sich :slight_smile:

@SammyBlue Ich komm ja auch drin vor :o Oh, moment, nicht namentlich :smiley:

Hey, Sammy! Welch eine Ehre! Du siehst: Dein Andenken wird hochgehalten :wink: Ich weiß, dass du wenig Zeit hast und deswegen ist es eine besondere Freude, dich mal wieder zu sehen :slight_smile:
Schön, dass du wieder mal reinschaust :slight_smile: Ist jetzt etwas über ein Jahr her, seit deinem letzten Post und ich hab das Gefühl, ich werde überdurchschnittlich oft mit deinen Kommentaren bedacht :3 Aber online warst du ja erst vor ein paar Wochen das letzte Mal.
Ich hoffe, dir gefällt die Geschichte. Hast du einen Tipp, wie die Geschichte ausgeht?

Du glaubst gar nicht, wie schwierig das ist :smiley:

Dann hab ich ja alles richtig gemacht :3

Es scheint zumindest nur bei Colin der Fall zu sein. Samuel sehnt sich ja schon nach Colin. Hoffentlich ist seine Hoffnung in ein Happy End genauso berechtigt wie Quianyes.

@alle Der nächste Part lässt noch etwas auf sich warten, da er zwar schon geschrieben, getippt und editiert ist, aber auf eine Ergänzung wartet, wofür ich eine Rückmeldung von einer Person benötige, die mir bisher noch nicht geantwortet hat.

Also ich würde ja darauf tippen dass sich nochmal mehr entwickelt aber es dann langfristig auseinander geht. Da muss ich zu meiner Schande aber auch gestehen dass ich gar nicht so sehr auf dem Laufenden bin im Bezug auf dein Leben. :smiley:

Das wäre jetzt eher so, wie ich es schreiben würde…

Ich bin regelmäßig on im zu schauen ob es neue Posts auf Gemini gibt und was so neues an Geschichten da ist aber mehr auch nicht. :slight_smile:

Gut oder es entwickelt sich doch eine Beziehung draus, so Friede Freude Eierkuchen mäßig. Das wäre natürlich auch schön. :smiley:

Dann muss ich wohl noch mehr Werbung für Gemini machen, damit du auch immer genug zu lesen bekommst :stuck_out_tongue:

Ganz so einfach mache ich es Colin und Samuel dann doch nicht. Ein bisschen Drama zum Finale muss eben sein :smiley: Da müssen die beiden noch einmal durch und dann … mal sehen :wink:

Zu Ehemann # 14-17

Zeit für einen neuen Sammelkommentar. Tut mir leid, dass ich es einzeln nicht hinbekomme :-/

Aaaaarrrrrggggghhhhh!!! Das darf doch nicht wahr sein. Wie war das kurz vorher noch? „Du brauchst Dich um überhaupt nichts kümmern, Colin braucht nur einen Schlafplatz.“ Jaaaaaa, das ist natürlich ENORM stressig. Also da kann ich die gute Frau aber vollkommen verstehen … nicht!
Was ist das? Ignoranz? Gleichgültigkeit? „Joah, mein Sohn hat gesagt, es bedeutet ihm so viel. Ja und? Mir nicht.“ Boah, das ist so gemein, weiß gar nicht, was ich dazu sagen soll. Also wenn die Story kein Happy-End bekommen sollte, darf ich dann Samuels Mutter die Schuld geben? :laughing:

Absolut nachvollziehbar und emotional eine enorm mitreißende Zeile. Für das Verhältnis Mutter-Sohn war diese Erfahrung sicher nicht förderlich.

Schade, ich hätte gern mehr von Colins Reaktion erfahren, aber wenn sie halt einfach nicht weiter der Rede wert war, gut. Wusste er eigentlich, wie wichtig Samuel persönlich dieses Treffen war?

Na toll … keine Ahnung, wie Samuel das hinbekommt, sich da so selbstlos drüber zu amüsieren und das süß zu finden, wenn doch er – wäre alles wie geplant verlaufen – an der Stelle des Fremden hätte sein können. Hut ab vor Samuel, aber das hinterlässt irgendwie einen traurigen Beigeschmack.

Hm, na das klingt ja nicht so dolle. Aber wenn einem was wichtig ist, wird sich schon ein bisschen Zeit finden …

… oder auch nicht :frowning:
Wie niederschmetternd ist das denn? Dass das richtig weh tat, ist absolut nachvollziehbar. Irgendwie fühlt sich das wie eine unschöne Trendwende an (passend auch der Kapitelname „Veränderungen“ und „Abschied nehmen“. Böse Ahnungen lassen das als Vorahnung erscheinen, aber ich will dennoch noch nicht die Hoffnung aufgeben).

Und ehe man (was für ein Wortwitz :laughing: ) sich’s versieht, sehen sich die zwei wohl doch früher, als befürchtet wieder. Ein bisschen zwiespältig, wie Colin erst meint, die Serie interessiere ihn nicht mehr und dann beschwert er sich, dass er nicht gefragt wurde. Aber was soll’s, wenn es so zu einem neuen Treffen kommt …

… das aber tatsächlich leider noch weniger aufregend ausfällt, als erhofft. So, wie ich das lese, hatten Samuel und Colin nicht wirklich Gelegenheit, Zeit miteinander zu verbringen. Allein waren sie ja ohnehin nicht. Und was ist mit „Veränderungen an Colin“ gemeint? Wie äußerten sich die? Waren es Meinungsäußerungen oder Ansichten seinerseits, die nicht mehr zu dem Bild passten, das Samuel von ihm gewonnen hatte? War es zu dem Zeitpunkt immer noch so, dass die beiden kaum noch miteinander geschrieben hatten?
Und dann noch das Unglück mit dem Bahnticket … Was für eine miese Fügung des Schicksals :frowning:

Das hast Du schön gesagt. Es klingt einerseits recht nüchtern, ist aber andererseits tatsächlich so, wenn genug Zeit vergeht.

Habe ich das da richtig verstanden, dass Samuel und Colin lange Zeit GAR keinen Kontakt hatten? Das ist echt schade, wo doch zunächst alles so toll angefangen hatte. Allerdings lässt Kapitel 16 ja einen kleinen Lichtschimmer erscheinen. Colin ist also doch bewusst, dass er sich nicht so verhalten hat, wie man von einem Freund erwarten könnte und entschuldigt sich. Okay, da könnte ich jemandem dann wohl auch nicht mehr soooo böse sein, wenn er Bereitschaft signalisiert, drüber nachzudenken.
Dieses Kapitel (16) fühlt sich ab der Mitte tatsächlich sogar wieder so an, als ginge es langsam – ganz langsam – ein Stückchen bergauf. Offenbar wird der Kontakt wieder mehr und sogar auf ein neues Silvester wird Anlauf genommen :smiley:

Matti sagt es absolut treffend: Das weckt Hoffnung!

Zum Beginn des Finales lieferst Du ja einen richtig langen Teil. Super!

Das klingt doch wirklich vielversprechend :good:

Oje … so unsicher, der arme Samuel.

Die lang ersehnte Begegnung lief ja aber irgendwie anders ab, als erwartet. Klar, es ist viel Zeit vergangen und so. Sicherlich haben sich die Dinge auch etwas geändert. Aber dennoch fühlt es sich unangenehm anders an – auf den ersten Blick. Ich kann mich natürlich irren, aber Colin wirkt so … hm, distanziert, würde ich meinen. Es kann aber auch sein, ich beurteile das falsch. Du hast ja geschrieben, er war konzentriert und streng mit sich selbst. Möglich also, dass ich das als distanziert empfinde, keine Ahnung. Es ist auf jeden Fall eine ganz andere Atmosphäre, als noch in den früheren Kapiteln. Nichtsdestotrotz steht die große Klärung ja noch an, es ist also noch alles möglich.

Traurig finde ich allerdings auch die Entwicklung, dass kaum Gespräche zwischen Samuel und Colin aufkommen. SammyBlue hat in seinem Kommentar etwas von Auseinanderleben geschrieben. Das ist auch das, was mir da als erstes mit in den Sinn kommt …

Vor allem, da es ja früher so viel anders war, ist das absolut verständlich. Woran lag das? An der langen Unterbrechung des Kontaktes? An der Veränderung von Colin? Oder an der unbestimmten Erwartung an diese Woche?

Die letzte Szene im Kapitel 17 ist da auch so ziemlich eine Spiegelung der gesamten Entwicklung. Quianye hat es perfekt formuliert: So nah und doch so fern …

Genau wie er und Matti und wohl sicher auch die meisten anderen (stillen) Mitleser, hoffe ich jetzt aber auf ein paar angenehme Entwicklungen. Ein paar Teile kommen ja noch. Also hau in die Tasten und lass uns teilhaben an dem, was Samuel und Colin aus Silvester gemacht haben :slight_smile:

Liebe Grüße,
Arokh

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Mal sehen, ob du darauf zurückkommen musst … :wink:

Also auch wenn beide nicht exakt dasselbe fühlen, fühlen sie dennoch wahrscheinlich ähnlich und haben ja viel darüber geredet.

Beziehungsanarchie

Also Colin ist extrem selbstkritisch und konservativ geworden, verlangte sich mehr ab, als ihm gut zu tun schien, hatte auf einmal andere Interessen, was Gesprächsthemen anging und machte auch sonst nicht den Eindruck, als könne man locker mit ihm schreiben. Das soll jetzt nicht so hart klingen, wie es das tut. Er ist nicht unsympathisch und geschrieben haben wir ja auch noch, nur eben gefühlt hauptsächlich über seine Ausbildung, die ihn sehr beschäftigte. Nein, das hast du vollkommen richtig erfasst. Die Distanz, die zwischen uns auf einmal da war, schien unüberwindbar. Die Atmosphäre war echt unangenehm. Und ja, es lag definitiv an seinen Veränderungen und der daraus resultierenden Atmosphäre.

Mehr als in der Pause, aber weniger als vor dieser. Aber ja, in der Pause hatten sie nur alle paar Wochen und dann ein, zwei Nachrichten Kontakt. Das waren so Sachen wie “ich sitze gerade beim Arzt und werde gleich aufgerufen. Ah, geht schon weiter hier. Bis dann” oder ein Foto von einem Ausflug an den See mit Freunden und dann ging’s gleich weiter lernen.

Wobei das eher selbstironisch war :smiley:

Auf eine Auflösung müsst ihr noch bis zum darauffolgenden Kapitel warten. Heute erst einmal ein kleines Zwischenspiel und ein Wiedersehen mit Mark:

Ehemann
Part 18

Dinner for ten

Colin und ich waren bei Mark zum Essen – oder „Dinner“, wie er es nannte – eingeladen. Mark hatte vor einigen Monaten das Kochen für sich entdeckt und ließ sich nicht lumpen. Seine diesmalige Speisekarte, die ich vorher exklusiv hatte begutachten können, wies ganze zehn Gänge auf. Ich war etwas unsicher: Die Einzigen, die ich dort kannte, waren Colin und Mark. Den Rest kannte ich bestenfalls aus Erzählungen.

Wir waren schon vier Stunden vor Beginn da, weil Mark noch Hilfe bei den Vorbereitungen brauchte. Seine Vorbereitungen im Vorfeld diese Woche mussten ein Vielfaches der Zeit in Anspruch genommen haben. Alles war von Mark genaustens geplant und abgestimmt worden – nichts überließ er dem Zufall. Es gab Zeitpläne und ToDo-Listen – wahrscheinlich gab es nichts, was nicht in irgendeiner Form vorausberechnet und geplant worden war. Sowohl Colin als auch ich bekamen sofort Aufgaben und nach ein paar Stunden trafen die anderen sieben Gäste ein, die – sofern es noch etwas zu tun gab – tatkräftig mit anpackten.

Von Mark hatte Colin die Aufgabe bekommen, Birnen für den Nachtisch zu flambieren. Das hatte dieser auch bereits im Laufe seiner Ausbildung gelernt. Damals hatte er zu viel Alkohol dafür verwendet, sodass die Frau, die diesen Exkurs anleitete, beim Probieren überrascht darauf hinwies. Aber Colin wollte den verwendeten Alkohol nicht umkommen lassen und trank ihn aus. Die Frau schickte ihn vorsorglich für den Rest des Tages nach Hause, da er damit ein paar Promille Alkohol im Blut hatte.
Auch hier war es nicht anders: Nachdem die Birnenscheiben flambiert waren, gab er noch einmal einen großzügigen Schuss Alkohol hinzu.

Die letzten Gäste trafen ein und begaben sich bereits ins Esszimmer. Mark redete seit einer halben Stunde davon, dass er noch duschen und sich umziehen müsse. Schließlich hatte er wohl aus Zeitgründen den Punkt ‘Duschen’ wegrationalisieren müssen oder es im Chaos vergessen. Wenn er es nicht vergessen hatte, musste es diesen eitlen Menschen ungemein wurmen.

Nach den ersten beiden Gängen wussten wir, dass Nilam, die ihren Eltern versprochen hatte, um zehn wieder zu Hause zu sein, jedenfalls nicht abends um zehn dort sein würde. Nach dem fünften Gang hatten wir die Amuse-Gueules, Vorspeisen und Suppen verspeist und einige stöhnten schon, dass kaum mehr etwas in sie hinein passe. Doch auch danach ging es zu deren Glück mit leichter Kost weiter und erst als neunter Gang wurde ein Fleischgericht serviert. Die Meisten schafften es tatsächlich bis fast zum Schluss. Die in Alkohol ertränkte Birne wollte ich allerdings nicht probieren, da ich generell keinen Alkohol trinke – auch wenn Colin sehr penetrant versuchte, mich dazu zu bringen, sie doch noch zu essen.

Nachdem wir eine Spülmaschine mit dem Abwasch angestellt hatten, fragte Mark uns, ob wir nicht bei ihm übernachten wollten. Er habe auch bereits Betten bezogen. Colin jedoch lehnte sofort rundheraus ab. Also organisierte Mark uns unter den Gästen eine Mitfahrgelegenheit. Mit den beiden, die uns bei Colin zu Hause absetzen wollten und die aus Belgien kamen, unterhielt sich Colin sehr angeregt auf Niederländisch oder fragte, wie es dort sei oder ob sie dieses oder jenes kennen würden. Ich konnte zu dem Gespräch nichts Sinnvolles beitragen, zumal ich auch nur die Hälfte verstand, aber ich freute mich, dass Colin ein so angeregtes Gespräch führte und Leute gefunden hatte, die seine Leidenschaft zum Niederländischen teilten.

Als wir am Bahnhof vorbeikamen, bat Colin die beiden, dort zu halten; er und ich würden den Rest laufen.
„Wir fahren euch auch gerne bis vor die Haustür“, erklärte Matt. „Das ist wirklich kein Problem für uns.“
„Das ist nett, danke“, erwiderte Colin, „aber ich bin so vollgefressen und will mir noch ein wenig die Beine vertreten.“

Die beiden fuhren alleine weiter und Colin und ich gingen nebeneinander das letzte Stück. Da erzählte Colin mir die ganze Wahrheit, warum wir jetzt den Rest des Weges zu Fuß zurücklegten.
„Es ist nicht nur das Essen, sondern auch der Alkohol. Ich hab solche Kopfschmerzen. Ich hoffe, ein bisschen frische Luft hilft mir. Ich wurde ja am Ende regelrecht mit dem Wein genötigt und die Flasche war ja fast leer. Es wollte sonst ja keiner mehr.“