Coming-out?

Hallo zusammen,

Gott, bin voll aufgeregt :slight_smile:

Eigentlich weiß ich es schon lange, dass ich schwul bin. (Boah… Jetzt is es draußen. Jetzt wisst ihr es immerhin schomma) Ich bin im Begriff mich teilweise zu outen. Sprich bei meinen besten Freunden und evtl. meiner Schwester und meinem Bruder.Habe mir eine lange Zeit etwas vorgemacht. Ich befürchte zu lange. Wollte immer Kinder und ne Frau haben. Musste es erstmal kapieren, dass die Natur es anders wollte.

Was ich hier so lese, dass manche sich mit 17 outen und mit 12 schon über die Sexualität Gedanken machen. Da hab ich wohl einiges verpasst. :frowning: Ich bin aber lange nicht so alt wie ich wirklich bin. Das sagen auch meine Verwandten, dass ich immer nur Dummheit im Kopf habe und keiner von den anderen so ist wie ich(Wenn sie da mal nicht Recht haben :wink: .Bin mittlerweile 22 und hatte nie eine Freundin. Viele Bekannte fragen natürlich ständig, was denn jetzt mit einer Freundin ist. Ich hasse diese Situationen. Aber zum Glück hatten die meisten engen Freunde (nicht schwul) kaum Freundinnen bisher. Das hat es mir ein bisschen erleichtert.

Nun hab ich erst vor ein paar Wochen mir eingestanden schwul zu sein. Das kam so ganz plötzlich. Vorher dachte ich immer so was wie „Das wird schon mit ner Freundin“. Aber ich hatte ja einige Gelegenheiten dazu, nur hatte kein Interesse und hatte auch Angst, dass ich dann sofort abgeblockt hab. Naja auf jeden Fall ist es ein richtig gutes Gefühl sich das einzugestehen. Doch dann bin ich auf das Forum gestoßen und habe mir da einige Storys durchgelesen. Und auf einmal habe ich das Gefühl gehabt mich outen zu wollen. Hätte nie in meinem Leben gedacht, das überhaupt in Betracht zu ziehen. Hammer…. Komme auch kaum zum Lernen und Schlafen. Kann mich net konzentrieren. Bin irgendwie voll aufgeregt und zittrig, wenn ich daran denke und bin es auch jetzt :slight_smile:
Hab auch irgendwie ein kleinen Stolz entwickelt schwul zu sein.
Ist so was möglich und normal?
Wie war es bei euch?
In welchem Alter hat ihr euch geoutet?
Ist die Zeit mich zu outen schon vorbei und hätte ich es vorher machen sollen?

Nun habe ich auch ein Problem diesbezüglich:
Meine ganze Familie ist aus Polen(bin aber in D geboren) und die sind alle sehr konservativ und streng katholisch. Die gehen jeden Sonntag in die Kirche. Wie ihr dann sicher wisst haben die was gegen Schwule. Vor allem mein Vater ist da ganz strikt. Ihn kann man nicht von einer anderen Meinung überzeugen. Er sagt halt öfters wie „Wer hat denn früher mal gesehen, dass es Schwule gibt“, oder beschimpft diese auch im Fernseher immer. Ihn kotzt es auch immer an, wenn im Fernseher etwas übers Holocaust kommt. Ganz komischer Typ. Er hat uns als Kinder auch des Öfteren geschlagen.
Würdet ihr mir trotzdem empfehlen mich bei meinen Eltern und dann evtl. noch bei dem Rest meiner Verwandtschaft zu Outen?
Wie kann man sie davon überzeugen?
Habt ihr irgendwelche Tipps oder Anregungen?

Ganz schön langer Text geworden :smiley:
Danke schon mal im Voraus :wink:

Hi erstmal,

schön, dass du den Weg hierher gefunden hast. Mit anderen über seine Probleme zu sprechen ist immer hilfreich.

Es gibt eigentlich keinen “verpassten” Zeitpunkt, du musst ihn selbst bestimmen! Es ist nie zu spät, jeder Tag in Wahrheit ist ein weiterer Tag ohne Sorge.
Apropos Sorge: Dein Vater ist sehr konservativ, also will keinen schulen Sohn. Würde er dich dann nicht mehr als Sohn akzeptieren? Und wenn er dich nicht länger als Sohn haben möchte, weil du schwul bist, möchtest du dann noch weiterhin einen Vater haben, der Schule hasst? Oder könntest du dir auch vorstellen, mit deinem Dad abzuschließen, falls er sagt, dass er dich nicht mehr liebt? Das klingt vielleicht etwas hart, aber es ist wichtig, weil du dich nicht selber fertig machen darfst, wenn er gegen dich ist! Kehrt er dir den Rücken zu, solltest du das auch tun, anstatt dir die Schuld zu geben!

Ich habe mich mit 17 geoutet, bin auch noch 17 :wink:
Ich war froh, dass ich es los bin und bin auch immer noch glücklich.
Wenn du sehen willst wie mein Coming Out aussah, wie es gelaufen ist und auch, was man evtl beachten sollte, dann kannst du ja mal in meinen Theat reinschauen: Verliebt und ungeoutet

Viel Glück weiterhin
LG, Weasle

Also verpasst hast du denke ich mal nichts… Die einen wissen es früher, die anderen später und wann man sich letztlich outet ist doch jedem selbst überlassen, oder?

Ich habe mich vor kurzem (also mit 17) bei meiner besten Freundin geoutet und bin absolut froh, es getan zu haben. Mir tut es einfach so gut über alle Probleme offen mit ihr reden zu können ohne immer aufzupassen, dass ich mich nicht verplappere… Und das mit dem Stolz kann ich voll und ganz nachvollziehen :wink: Du bist stolz darauf wer, was und wie du bist. Und hey, das kannst du auch :wink:

Mit deinem Dad wäre ich vorsichtig… Ich denke bevor du diesen Schritt gehst solltest du dir erst selbst vollkommen sicher sein, ob du auch damit leben könntest, wenn er nicht damit klar kommt oder so… Vielleicht würde dir auch eine räumliche Distanz gut tun… Insofern das natürlich möglich ist. Hast du schon mal ans Ausziehen gedacht. Da hättest du bestimmt mehr Freiraum um dich selbst zu finden und auch zu sehen, wie du ohne deine Familie klar kommst.
Wenn du sagst, deine Eltern sind sehr konservativ… Sind deine Geschwister auch so oder denkst du sie würden dich akzeptieren wie du bist?

Hi
danke schonmal für eure Antworten. Es hilft extrem darüber mit euch zu reden. :wink:

@Weasle: Hab dein Coming-Out gelesen. Is natürlich hart wenn man dann in seinen besten Freund verliebt is…
Außerdem is mir aufgefallen, dass es dir ja genauso mit der Schule erging wie mir jetzt. Bin auf der BOS und mach da mein Abi. Es ist hart wenn man alles innerhalb von 2 Jahren reingeknörrt bekommt und kommt net zum Lernen. Und das obwohl ich fast im Herbst schon durch die Probezeit durchgerasselt wär… :confused:
Verdammt meiner Mutter is es auch schon aufgefallen, dass etwas nicht stimmt.

Ob mein Dad mich dann trotzdem noch als Sohn aktzeptieren würde, ist fraglich. Ein früherer guter Kumpel von ihm in Polen, hat auch mit seinem Sohn nix mehr zu tun haben wollen, nachdem er erfahren hat, dass sein Sohn schwul sei. Ich denke schon(egtl fast sicher) das er was dagegen haben wird aber genau beurteilen kann ich es leider nicht, ob er so weit gehen wird. Schließlich ist es ja dann sein Sohn und vielleicht würd er darüber dann anders denken.
Was ich machen würde, wenn mein Vater mich nicht akzeptiert, so wie ich bin, wüsste ich ehrlich gesagt nicht. Aber viel kann man ja eh nicht machen, wenn er mich dann nicht mehr als Sohn sieht.

Bei meinen Geschwister habe ich extra die ausgesucht, die für mich am tolerantesten sind. Mein Bruder sagt halt auch mal was gegen die Kirche und sagt dass da nicht alles richtig ist. Er schaltet eben auch sein Kopf selber ein und sagt nicht alles nach, was ihm vorgekaut wird. Der Schwester möchte ich es sagen, trotz dass sie immer in die Kirche geht, aber ich bin mir fast sicher, dass sie mich trotzdem noch als Bruder bezeichenen wird. Es is nicht so einfach es zu sagen wie sie damit umgehen werden. Und ich möchte es auch nur einer Schwester erzählen, weil die andere…nunja…

Übers Ausziehen hab ich mir auch schon länger Gedanken gemacht. Finanziell würde es einigermaßen hinhauen, da ich ja Bafög bekomm. Steh aber noch vor ein paar schweren Entscheidungen wie: 1Jahr Bos machen oder 2 jahre und dann das richtige Abi haben? danach würde ich studieren und mal sehn wohin es mich da dann hinverschlägt.

Hattet ihr gar keine Probleme damit, es euren Eltern zu sagen?
Wie macht ihr es heute? Sag ihr jedem/r neuen, den/die ihr kennenlernt gleich dass ihr schwul seid oder wartet ihr dann auch ne Zeit lang, bis ihr es ihnen erzählt?

Danke nochmals

Grüße

Hey und Herzlich willkommen erstmal.
Du hast da ja einen beeindrukenden Text geschrieben.
Also zu deinem “Problem”. Es ist wirklich schwer sich zu outen, dass habe ich selbst erfahren. Ich habe mich zwar schon mit 15 geoutet aber man kann sich immer und überall outen glaub mir. Ich hatte mich zuerst bei meiner besten Freundin geoutet. Sie war ziemlich baff als sie das hörte hat dann aber gesagt das sie damit klar kommt. Als ich das gemacht hatte habe ich mich gefühlt als wäre mir ein riesiger Stein vom Herzen gefallen. Das ist die erste Hürde. Die zweite bei mir war das ich mich vor einem gleich Geschlechtlichen geoutet habe und mittler weile weiß es fast jeder aus meiner Klasse. Dann hast du ja das Problem mit deinen Eltern. Für mich war es auch sehr schwer mich vor meinen Eltern zu outen, da ich dachte sie könnten mich hassen und beschimpfen usw. aber dann hab ich mit meiner Mutter gescprochen da sie toleranter in solchen Dingen ist und es war sehr schwer für mich mich zu outen. Meinem Vater habe ich es noch nicht erzählt da er immer sehr kritisch solchen Dingen gegenübersteht. Aber ich würde vorschlagen das du dir erst einen Elternteil deines Vertrauens suchst, in deinem Fall deine Mutter und erklärst es ihr ganz in Ruhe. Sie wird dich immer noch lieb haben egal was passiert. Versuch es einfach mal. Du kannst es auch langsam angehen das es nach und nach erzählst. Aber glauben danach wird eine riesen Last von dir fallen.
MfG
basti96 :slight_smile:

Hey,

danke auch für deine Antwort und Geschichte. :wink: Hat mir auch wieder Kraft gegeben, obwohl die mich auch grad ein bisschen zum flennen gebracht hat.

Habe mich mit meinem besten Kumpel grade verabredet (die wissen eben doch zu welchem Zeitpunkt sie sich melden müssen) und werde es hoffentlich ihm heute sagen. Auch wenn ich weiß dass er nichts dagegen haben wird, bin ich übelst aufgeregt.

Mal sehn wie es laufen wird…

Gruß
Big-Show

Ich bin jetzt 22 und hab mich erst mit 21 geoutet. Also bin ich wohl auch eher ein Spätzünder :smiley:. Ich hatte in dem Moment furchtbare angst. Als erstes sagte ich es meinen engsten Kumpls. Die erzählten es weiter. Anfangs fand ich es furchtbar, aber jetzt betrachte ich es als einen Segen. Es verbreitete sich wie ein Lauffeuer. Nun wussten auch die Eltern meiner Kumpels bescheid und die Nachricht breitete sich auch Dorfübergreifend aus. Ich fühlte mich grausam. Die Angst machte mich beinah ohnmächtig. Nun bin ich sehr froh darüber, dass die meisten bescheid wissen. Ich hatte so viel angst, da ich mir das schlimmstmöglichste Szenario als Reaktion von den anderen erwartet hatte. Von klein auf wurde mir beigebracht, dass es schlecht ist, schwul zu sein. Sogar dass Schwule in die Hölle kommen und dieser Gott sie verdammt. Die Reaktionen jedoch waren alle gut auszuhalten, wenn nicht sogar fast unspektakulär. Meine Kumpls ziehen mich zwar manchmal auf, aber sind oft sehr interessiert, was das Thema angeht. Jedoch erfährt man natürlich auch andere Reaktionen, aber wenn man erst mal den nötigen Rückhalt hat, hält man sowas aus. Als ich mit nem Kumpl aus meinen Dorf ein wenig mehr unternahm (rein freundschaftlich :smiley:), passierte folgendes: Er hatte seiner Mum erzählt, dass ich schwul bin. Als er einfach mal zu mir gehen wollte, wollte ihm seine Mum fast nicht gehen lassen, weil sie dachte, dass ich ihn vergewaltigen wul, eben weil ich doch schwul bin … Das tat z. B. echt weh. Da wohnste in einem Dorf, kennst die gute Frau seit deiner Kindheit und wumps, ein Wort und es änderte bei ihr alles.

Aber jeder traurige Moment, jeder erfahrene Schmerz und jede Angst, waren es wert durchgemacht zu haben, weil der Lohn dafür so hoch ist: Seine eigene Wahrheit LEBEN zu können, was die größte Freude beinhaltet.

Sry wollte eigtl. ned so ausufern ! :slight_smile:

Ich klinke mich mal ein. :wink: Wenn ich sowas wie bei dir lese, sowohl bei Hauro als auch bei dir, Bigshow, dann macht mich das echt traurig! Das kann doch echt nicht wahr sein… für mich unverständlich, was es für Menschen gibt… und irgendwas ist bei der Entwicklung unserer Religionen doch auch falsch gelaufen!^^
Ich habe bisher nur positive Erfahrungen bei meinen Outings gehabt… wobei mir das Outing bei meinem größten Problem (bei meinem Dad, das ist glaube ich bei vielen das Problem, wie Steven auch schreibt) noch bevorsteht.
Aber ich würde nicht sagen, dass sich jemand als Spätzünder fühlen muss, wenn er es erst später mitkriegt. Wir sind nunmal alle verschieden. :wink:
Hast du es deinem Kumpel erzählt? Wenn ja, dann erzähl doch mal, wie es gelaufen ist. (=
Liebe Grüße!

Danke Luke :slight_smile: Joah aber es wird schon mit der Zeit. Das kuhle ist, je mehr ich dazu öffentlich stehe, desto mehr und mehr macht mir das Leben Spaß. Ich finds super, dass du keine negativen Reaktionen erfahren hast. Das bestärkt mich wieder in dem Glauben, dass es anderorts doch normal und wirklich akzeptiert wird, schwul zu sein. Aber wie gesagt, egal wie schlimm die Umstände und Reaktionen sind, das schlimmste ist für mich dennoch immer gewesen, nicht dazu zu stehen. Fast mein ganzes Leben bin ich davon weggelaufen. Ich nehme gerne mehr und mehr die negativen Reaktionen in Kauf, weil ich mich, weil ich dazu stehe und dafür lebe, so viel Freude empfinde :slight_smile:.

Ich möcht auch gerne ma was einwerfen. Schlimme Erfahrung hab ich bisher nicht gemacht aber jemand hat mir mal gesagt das wenn ein Freund damit zurcht kommt oder dir sogar hilft ein wahrer Freund ist. Aber wer dich zurückweist wahr ein falscher Freund. Was haltet ihr davon

Teils die Wahrheit würd ich sagen.
Man sagt ja, ein Freund ist jemand der alles von dir weiß und dich trotzdem liebt^^

Allerdings ist bei manchen vielleicht einfach nicht das nötige Verständnis da.
Was ich in mancherlei Hinsicht auch verstehen kann.

Sehe ich so wie Wangsta. Vielleicht muss man auch noch mal in Freunde und beste Freunde unterteilen - letzteren sollte deine sexuelle Orientierung wirklich völlig egal sein, solange daraus keine Belastungen für die Freundschaft entstehen; sie sollten dich so akzeptieren, wie du bist. Wenn das nicht der Fall ist, dann würde ich Basti zustimmen.
Bei anderen Freunden kann man verschiedene Reaktionen erwarten, muss von Anfang an damit rechnen, dass Verständnis fehlt.
Aber auf jeden Fall sollte jedem Freund, egal wie nah er dir steht, ein bisschen Zeit gegeben werden, um den richtigen Umgang zu finden.

Hi zusammen,

danke für die weiteren Beiträge und Geschichten. @Hauro Bei sowas kann man nicht ausufern, da hilft jedes Detail und jede Information… :wink:
Und mittlerweile glaub ich auch nicht mehr, dass es schlimm ist, sich erst jetzt zu outen, wie du Hauro. Man war vorher noch nicht bereit es zu sagen.
Und es ist auch nicht so, dass ich es erst jetzt erfahren habe, sondern man hat sich etwas vorgemacht und jetzt bin ich aber glücklich, dass ich es mir eingestanden habe, schwul zu sein.

Habe es nun meinem besten Kumpel erzählt :wink:
Wir waren im Kino und war natürlich extrem aufgeregt. Konnte mich fast net auf den Film konzentrieren. Und als wir dann durch die Stadt rumgeeiert sind und ein Bierchen gekauft haben und an einem ruhigen Platz angekommen sind habe ich dann nochmals erwähnt wie am Telefon auch, dass ich ihm ja etwas erzählen will. Er war natürlich ganz Ohr aber ich wusste überhaupt nicht wie ich anfangen soll. Mein Herz schlug mir bis zum Hals und ich hab einfach nicht die richtigen Worte gefunden. Er wollte mir helfen mir irgendwie eine “Starthilfe” geben. Nach ugf. 2 min habe ich dann einfach angefangen und gesagt. "Ich möchte dir etwas sagen. Ich habe es Jahre lang vor mir versteckt und möchte es jetzt einfach loswerden. Dann hab ich ihn angeguckt und er mich. Dieses Bild werde ich nie vergessen als ich sein Gesicht gesehn hab im Hintergrund die beleuchtete Residenz (Apropos Residenz: Auf dem Residenzplatz wurden “Die drei Musketiere” letztes Jahr gedreht. D.h. Hollywood war bei uns :wink: nur so nebenbei. Musste jetzt mal ein bisschen angeben 8) ) Es hat sich angefühlt wie im Vollrausch. Und habe dann endlich gesagt, dass ich schwul bin. Er hat es mir zuerst nicht geglaubt und hat 3 mal Jetzt echt? gefragt. und erwähnte, dass es doch wunderbar sei. In mir herrschte Chaos und ich bekam Tränen in den Augen(wahrscheinlich vor Freude - keine Ahnung) Wir setzten uns und unterhielten und darüber über ne Stunde. Er hat gesagt dass sich zwischen uns nichts ändern wird. Es hat so gut getan mit ihm darüber zu sprechen. Er hatte damit nie gerechnet aber er hatte natürlich auch Fragen (auch sowas wie, dass der Hintern bei den Männern doch immer gleich aussieht im Gegensatz bei Frauen :smiley: )und hat Intresse an diesem Thema gezeigt. Das hat mir gezeigt, dass ich ihm als Freund wirklich was bedeute. Als ich heim gegangen bin hab ich mich so gut gefühlt. Hätte nicht gedacht dass das mit dem Gefühl stimmt, welches ihr immer beschrieben habt. Er hat mich auch am nächsten Tag angerufen und wir haben die Oskar-Verleihung in der Nacht angeschaut und es war alles wie vorher. Vlt sogar hat es uns auf freundschaftlicher Basis nähergebracht. Einfach cool dass er dein Geheimnis kennt und man ihn trotzdem als Freund haben kann. So sind eben die Künstler(will Film-Regiesseur werden). Haben für alles Verständnis. Es war auch die richtige Entscheidung es ihm zuerst zu sagen.
Er meinte auch, dass er es meinen Eltern an meiner Stelle noch nicht sagen würde. Er kennt sie und weiß wie die sind. Vlt wenn ich einen Freund hab. Dann hab ich wenigsten noch die Unterstützung von ihm. Aber meinem Bruder würde er es auch sagen.
Werde es auch so machen und wie einige es von euch gesagt haben. Erst die tolerantesten und besten Freunde, damit man den Rücken gestärkt bekommt.

Meine Mutter wie schon erwähnt, ist aufgefallen, dass mir was am Herzen liegt. Da ich eher ein lockerer (take it easy) Typ bin, doch dass mich schon sehr mitnimmt. Sie macht sich Gedanken, was es sein könnte. Aber ich bin einfach nicht bereit es ihr zu sagen. Sie hat mich schon gefragt ob ich eine Frau nicht geschwängert habe :smiley:

So jetzt kommt die zweite Hürde:
Der andere beste Kumpel: Habe schon gesagt, dass ich ihm was sagen möchte am Samstag. (Er überlegt schon die ganze Zeit was es wohl ist^^) Er hat sich auch da gemeldet als es mir nicht mehr so gut ging. Das gute Gefühl war super aber es lässt nach paar Tagen nach, weil einfach alle anderen es nicht wissen.
Mal sehn die das laufen wird… :confused:

Meinen Mut hab ich nur euch zu Verdanken. Und dafür möchte ich euch nochmal Danke sagen. Endlich Schritt für Schritt ein Leben in Wahrheit führen.

Jetzt zu deiner Frage:

Ich glaube auch, dass beste Freunde es wirklich verstehen. Aber die sollte man dann auch schon länger kennen, damit sie auch, wenn sie generell etwas dagegen haben, nichts gegen dich haben. Sie möchten dich ja auch nicht als Freund verlieren. Wobei es auch wieder welche gibt, die etwas dagegen haben und es immer im Hinterkopf haben und dann eine Abneigung zu demjenigen entwickeln. Es ist schwer zu sagen. Es ist halt jeder anders.

Ich weiß viel Mist was keinen interessiert aber wollte einfach mal alles rauslassen. 8)

Gruß
Big-Show

Hey BigShow! :slight_smile:
Ich lese keinen Mist. :wink:
Das hört sich doch richtig gut an. :slight_smile: Bestimmt fällt dir das zweite Outing leichter. Aber wenn die andere Person weiß, dass du ihr etwas wichtiges sagen möchtest, dann kommst du nicht drumherum, weil er nachfragen wird, wenn du nichts erzählst. :wink: Das ist eigentlich ne gute Strategie, dann kann man sich es nicht noch mal anders überlegen. Habe ich auch zwei oder drei mal so gemacht.
Wenn deine Mum schon in erwägung zieht, dass du jemanden geschwängert haben könntest, scheint es dir echt nicht gut zu gehen!! Und sie macht sich dann sicher Sorgen. Vielleicht solltest du noch mal überlegen, es nicht doch deiner Mum zeitnah zu sagen… aber das kannst du am besten einschätzen.
Liebe Grüße und viel Erfolg und Glück! Schreib, wie es bei deinem zweiten Freund und deinem Bruder gelaufen ist!

Hi,

wollte das ganze hier mal aktualisieren.

Es hat sich einiges getan und ich glaube dass ich auch was falsch gemacht hab.

Wie gesagt habe ich am Samstag meinem Kumpel schon angedeutet, dass ich ihm was sagen möchte.(Genau aus deinen genannten Gründen Luke habe ich es angedeutet, sonst zögert man doch wieder) Er konnte es natürlich kaum erwarten, was ich so wichtiges zu sagen habe. Nachdem das Fußballspiel zu Ende war sind wir aus der Kneipe raus und sind Richtung Disco gelaufen. Wie neugierig er nun mal ist, hat er gleich damit angefangen. Nach längerem Zögern und Aufforderungen es endlich zu sagen, weil er auch fast durchdreht, bin ich damit rausgerückt. Es war auch noch extrem schwierig es zu sagen. Aber ich bin stolz es durchgezogen zu haben. So wie beim ersten Outing hat er natürlich auch erstmal geguckt und war erstaunt. Hätte es auch nie gedacht. Nachdem wir uns darüber unterhalten haben hat er gesagt, dass er Respekt vor mir hat dass ich es gesagt habe und auch erwähnt, dass er tolerant ist, damit klar kommt und nichts an unserer Freundschaft ändern wird und umarmte mich noch. Aber er hat auch gemeint, dass es vlt am Anfang bisschen komisch sein wird und er es auch erstmal verarbeiten muss. Das hat mir ein bisschen Angst gemacht, dass er doch noch eine Abneigung entwickelt. Konnte aber bisher in keinster Weise etwas bemerken und er meldet sich nach wie vor und wir haben uns auch gestern wieder mit ner Freundin von ihm getroffen und es war alles bestens.
Was mich ein bisschen zum Nachdenken gebracht hat war die Aussage: “Es muss jeder selber wissen” und dann noch “Ich bin ja auch nicht perfekt und in einigen Bereichen freaky”. Ich weiß ja nicht ob er denkt dass ich mich dafür entschieden habe und dass es wohl doch nicht so ganz normal sei. Aber im Grunde genommen war es sehr gut es ihm zu sagen und es hat mir auch gut getan.

Anschließend war Sonntag: Da begann ich wohl einen großen Fehler:
Wie ich erwähnt habe hat sich meine Mutter auch schon verrückt gemacht und hatte auch schon Tränen in den Augen, weil sie nicht wusste was mit mir los sei. Das konnte ich mir nicht weiter mitansehen und habe nach paar mal Nachhacken meiner Mum es auch ihr schließlich gesagt. Das war die größte Überwindung. Sie wusste auch nicht was sie sagen sollte. Doch dann haben wir darüber ein bisschen gesprochen und dann habe ich auch schon raushören können, dass ich überhaupt keine Unterstützung von ihr bekomme. Sie hatte noch vorher gesagt: Egal was passiert, du bleibst mein Sohn und ich möchte dir helfen. Doch nach ein paar Sätzen fing sie an zu sagen, dass ich es nicht zulassen soll und mir andere Gedanken machen soll. Ich soll nicht so viel mit Kerlen herumhängen und dann wird sich da schon was ändern. Sie weiß nicht genau die Ursache davon, aber wir bekommen dies in den Griff hat sie gesagt. Ich habe es ja mittlerweile akzeptiert und bin/war glücklich damit und wollte jetzt ein anderes Leben führen. Doch dann kommt sie mit dem Mist wieder, dass ich es unterdrücken soll und es nicht zulassen darf. Toll!!! Das habe ich schon mein ganzes Leben lang gemacht und ich will einfach nicht mehr. Ich habe nichts gefühlt bei dem Gespräch und auch kaum etwas gesagt, weil ich so enttäuscht war.

Nun sind es drei Tage her und ich dreh immer mehr am Rad. Jetzt hat sie auch noch direkt gesagt dass es eine Krankheit sei. Sie hat auch schon mit nem Psychologen gesprochen und blablabla… Wobei er eh nichts machen kann.
Sie setzt mich jetzt voll unter Druck, dass ich es niemandem sagen soll, und ich soll versuchen die “Blockade” im Kopf zu lösen.
Schwul zu sein ist nicht normal und es sei ecklig… Wie soll ich ihr denn dann nur sagen, dass ich Jungs einfach interessanter finde, wenn sie mich ständig fragt wie ich mir da so sicher sein kann. Ich sage dann immer, dass ich es fühle. Ich bringe es einfach nicht über die Lippen, nachdem sie sich so geäußert hat. Ich könnte ihr dann nicht mehr über den Weg laufen, weil sie bestimmt dann immer denken wird, Oh Gott der findet echt Jungs interessanter.

Ich hatte mir echt, nachdem sie gesagt hatte, dass sie mir bei allem helfen will, Unterstützung gewünscht. Und ich dachte ich mache auch alles richtig. Nur jetzt bin ich wieder total verunsichert. Bloß ich will nicht mehr das Leben führen was ich vorher hatte. Ich will frei sein…
Werde deshalb auch in ner WG ziehen um mal bisschen Abstand von meiner Familie zu bekommen und um ein bisschen Zeit für mich zu haben.

Hätte doch bei meinem Bruder weiter machen sollen…Arrrrgghhhh :imp:

Ich weiß, dass das jetzt für dich ganz furchtbar schwierig und blöd aussieht- aber drei Tage sind echt gar nichts, was das Akzeptieren von sowas angeht. Mein Papa hat auch ne ganze Weile gebraucht- hast du denn deine Mama schonmal an ihr Versprechen erinnert, dass du dir immer ihrer Hilfe sicher sein kannst?
Lass sie ruhig mit nem Psychologen reden- der wird die erstmal auslachen und sich dann daran machen, zu erklären, dass das total normal ist.

Hi, tut mir leid für dich, dass deine Mutter so engstirnig ist. Vielleicht hilft es etwas Infomaterial für deine Mutter zu besorgen. Schau mal hier:
bzga.de/infomaterialien/?sid … ediensuche
Das ist ein Link zur Seite der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, die haben ganz gutes Infomaterial. Vielleicht wäre das ja etwas für deine Mutter.
Zusätzlich solltest du ihr noch ein bisschen Zeit geben es zu aktzeptiern, hat bei meiner Mutter auch ein bisschen gedauert. Und wenn gar nichts mehr hilft, dann empfehle deiner Mutter mal den Film Prayer for Bobby. Das ist ein wirklich guter Film, der auf einer wahren Begebenheit beruht.
Vielleicht kommt sie dann zur Vernunft.

Ist jetzt schon ein bisschen her, dass ich hier etwas reingepostet habe.

Danke auch für die weiteren Antworten und für den Link. Habe das Infomaterial bestellt und ist auch echt top. Das ich mich nicht weiter geoutet habe hat einen Grund:

Es begann vor zwei Monaten, ungefähr zu der Zeit meines Coming-Outs. Seit dem bin ich einfach nicht mehr der Selbe. Früher war ich immer viel unterwegs und habe viel gelacht. Jetzt ist alles ganz anders. Ich bin total zurück gezogen und habe gar keine Lust etwas zu unternehmen(man kann sogar von depressiv sprechen). Ich kann überhaupt nicht mehr schlafen. Habe Schlafstörungen und wache immer extrem früh auch und kann dann nicht mehr schlafen. Deshalb bin ich auch den ganzen Tag so müde. Letztens hat mich sogar meine Lehrerin geweckt, weil ich im Unterricht geschlafen habe. Und wenn ich doch mal weggehe, bin ich ab 0Uhr so fertig, dass ich Heim muss, weil ich fast vor Müdigkeit umkippe. Doch was mir am meisten Sorgen macht ist die Lustlosigkeit mich mit anderen zu treffen. Ich finde es so anstrengend mich mit jemanden zu treffen. Deshalb sage ich auch sehr oft Verabredungen ab(Wobei das schon eine längere Zeit so ist).
Mich kotzt auch schon die Schule, die Lehrer und die Klassenkameraden an. Ich will gar nicht mehr in die Schule gehen und fehle auch oft in der Schule. Meine Englischlehrerin hat mich auch schon angesprochen, warum ich immer in ihrem Unterricht fehle. Ich weiß auch net ob ich mein Abi schaffe, weil ich nicht mehr mit dem Stoff nachkomme und mich nicht konzentrieren kann.
Ich habe auch keinen sexuellen Trieb mehr und fühle mich so leer.

War auch schon beim Arzt und werde nächste Woche mal mit nem Psychologen sprechen.

Jetzt meine Frage:
Kennt jemand dieses Pähnomen? War das bei einem von euch vlt auch so? Oder kennt ihr jemanden, bei dem das auch so war, nachdem er sich geoutet hat? Kann das überhaupt vom Coming-Out kommen?

Danke schonmal im Vorraus!!!

hmmm… kann denn niemand was dazu sagen? Wär echt cool…

Schwierig… so Müdigkeitsphasen kann es ja aus vielerlei Gründen geben. Allergiker zum Beispiel sind zu bestimmten Zeiten des Jahres nicht belastbar… lass dich auf jeden Fall mal von einem Arzt durchchecken, wenn es nicht wieder weggeht oder nicht besser wird. Es gibt da auch noch diverse Schlafstörungen und Schlafkrankheiten - aber da solltest du mal bei Spezialisten etwas nachforschen.

Ich würde das dementsprechend nicht unbedingt mit deinem Outing in Verbindung bringen… bei mir war das so ähnlich, kurz nachdem ich mein “Inneres Outing” hatte, mir also klar wurde, dass ich wohl schwul bin. Aber nicht so lange und nicht so extrem!! Hat dich das Outing sehr stark belastet oder ist da etwas anderes, was dich einfach sehr mitnimmt oder runterzieht? Fühl mal in dich selbst hinein.
Ansonsten: Noch früher ins Bett gehen und uuunbedingt zur Schule, damit das mit dem Abi was wird!!

Ich hoffe, ich konnte vielleicht ein bisschen helfen.