Coming out Hetero-Beziehung

Hallo erstmal,
ich besuche diese Seite schon seit ungefähr 3 Monaten, um meine Neugierde bezüglich Homosexualität zu stillen. Heute habe ich mir dann ein Herz gefasst und einen Account erstellt um euch wegen meiner eigenen “Problematik” zu Rate zu ziehen. Ich habe mich meine ganze Pubertät durch für Heterosexuell gehalten und mich auch so gefühlt (haha wie oft habt ihr das schon gehört, aber ich meins ernst :smiley: ), sprich sexuelle Gefühle für Mädchen gehabt. Das ging dann halt in alle Richtungen, diverse Lehrerinnen, fast alle Klassenkameradinen usw.
Aber seit 2 Jahren ist in diesen Gefühlen ein Bruch. Da habe ich mir zum ersten mal die Frage gestellt, ob ich schwul sein könnte. Damals habe ich das von mir weggestoßen (obwohl ich keine homophobe Familie oder ein homophobes Umfeld habe und aus der Schule war ich schon raus), auch weil ich selber diverse Vorurteile hatte, die ich aber mittlerweile beiseite gelegt habe.
Nun bin ich seit über einem Jahr mit meiner Freundin zusammen und am Anfang wars sehr schön, wir hatten und haben auch viel Sex, jetzt weniger als am Anfang versteht sich, wovon einige Male sehr gut waren (Stichwort 3 Stöße und nicht mehr halten können). In letzter Zeit geht die sexuelle Lust aber zurück und ich bekomme zum ersten Mal homosexuelle Fantasien. Gut liegt vielleicht auch daran, dass wir schon so lange zusammen sind und bei ihr gesundheitsbedingt die letzten Monate immer nur die gleiche Stellung möglich war. Sie ist zwar auch nicht gerade prüde, aber ein bisschen mehr Einsatz würde auch nicht schaden.
Zurück zum Thema. Ich glaube nun trotzdem fest, dass ich schwul bin. Mich zu outen wäre wie gesagt keine große Sache vor meinem Umfeld. Aber ich empfinde schon was für meine Freundin und IHR das zu sagen würde mir wohl am schwersten Fallen, weil sie irgendwo doch mein kleiner Engel ist. Ich weiß, dass ich mich und sie auf Dauer unglücklich mache, wenn ich nicht handele. Aber bei mir kommt erschwerend hinzu, dass sie mich wirklich über alle Maßen liebt und früher schon mal einen Freund hatte, der mit ihr Schluss gemacht hat und wo sich später herausgestellt hat, dass er schwul ist.
Wenn ich im Internet nach Leuten suche die ein Outing in einer Hetero-Beziehung hatten, finde ich fast nur Schwule, die auf einmal komplett auf ihre Freundin scheißen. Wo die sich schon fast so verhalten als ob ihre Freundinen sie dazu gezwungen hättne mit ihnen zusammen zu sein und jetzt wo sie sich selbst entdeckt haben, sie sich “endlich trauen dagegen aufzulehnen”.
Deswegen hätte ich gerne Tipps von Jemanden, der sich in einer ähnlichen Situation befunden hat und vielleicht nicht auf seine Freundin scheißt.
Vielen Dank. Gruß,

Flo

Ich habe gerade mit meiner Freundin Schluss gemacht. Kommt auf jeden Fall in die Top 5 der beschissensten Momente meines Lebens. Jetzt erstmal schauen, was die Zukunft bringt

Hej,
ich antworte Dir mal, obwohl ich nicht den gewünschten Erfahrungshintergrund mitbringe. :wink: Willkommen im Forum! :flag:

Wie hat Deine (Ex)Freundin auf die Trennung reagiert?

Ich bewundere Deinen Mut, diesen Schritt zu gehen.

Eigentlich möchte ich Dir nur mitgeben, dass Du Dir keinen Druck mit Kategorisierungen machen solltest. Wenn Du bemerkst, dass Dich in Zukunft wieder Frauen auch ansprechen, dann mach Dir keinen Stress damit. :slight_smile:

Wie ist Dein weiteres Vorgehen jetzt? Outest Du Dich bei Freunden oder deiner Familie?

LG dreamon

Was ich dir noch sagen könnte:
Du musst nicht unbedingt zu 100% homo sein. Hast du schon einmal drüber nach gedacht, dass du auch bi sein könntest? :confused:
Somit kannst du dich in beide Geschlechter verlieben, was nichts negatives ist, sondern eher positiv, da da dann ein recht großes Umfeld für Beute hast. ^-^

Ähm, egal, back to Topic:
Du kannst es im Grunde selber feststellen. Sprechen dich Freuen bzw. deine (Ex)Freundin weiterhin so sehr an, wie vorher, oder nun gar nicht mehr?!
Ich würde an deiner Stelle nicht voreilig handeln, wenn du noch nicht zu 100% sicher bist. Mach dir damit auf jeden Fall keinen Druck, absolut nicht!

Mehr kann ich dir von meiner Seite aus auch nicht raten… :confused:

Gruß,
Maxi!

Hallo Leutz,
erstmal vielen Dank fürs Feedback. Meine Freundin hat total schlimm reagiert. Nicht homofeindlich oder so, aber sie war halt am Boden zerstört, wie man sich vorstellen kann. Totaler Schock. Mir fiels sehr schwer sie zurück zu lassen, hat ein paar Stunden gedauert. Ich fühl mich immer noch nicht gut. Meiner Familie hab ichs direkt am nächsten morgen schon gesagt, meinem Bruder sogar noch am gleichen Abend. Alle haben reagiert wie erwartet. Zuhause wird sich nichts ändern. Meine Freunde habe ich alle noch nicht gesehen. Ich habe meiner Freundin ehrlich gesagt, dass ich halt stark davon ausgehe , homosexuelle Fantasien habe und mich erstmal selbst finden muss. Ich weiß selbst noch nicht genau was ich bin und das werde ich auch nicht von heut auf morgen herausfinden. Sie macht mir aber im Moment Druck, dass ich mich ausprobieren soll. Nur habe ich keine Lust den nächstbesten Typen zu angeln, der in Reichweite kommt. Ich war auch bei Mädchen noch nie der Aufreißer-Typ. Vor Analsex o.ä. habe ich übrigens keine Angst. Habs mir selber schon mal gemacht und bin allgemein, was Sexpraktiken angeht recht offen.

Ich kann gut nachvollziehen,warum sie Dich so drängt. Vermutlich erhofft sie sich Klarheit über Deine Sexualität und dass Du dann ggf. zu ihr zurück kommst.

Du kannst und musst auf Dich hören und Dein eigenes Tempo bestimmen. :slight_smile: Auch wenn Sie deine Freundin war, darf sie Dich zu nichts zwingen. Das wird sich schon alles ergeben.

Ich freue mich, dass die anderen Menschen in Deiner Umgebung so gut reagiert haben!

Wie gesagt bei meinem Umfeld habe ich mir da noch nie sorgen gemacht. Dass mit meiner Freundin ist wieder eine andere Sache. Sie macht mir jetzt schon den totalen Druck, obwohl wir uns gestern erst getrennt haben. Für sie gibts nur ganz oder garnicht. Wobei ganz keine Option ist und ich garnicht auch nicht will. Nur wenn sie mich zwingt mich zu entscheiden, gibt es nur eine richtige Wahl, in unser beider Interesse. Ich versteh ihren Wunsch auch und ich kann ihr Leid schlecht mit ansehen, weil sie mich wirklich über alles liebt und nicht mehr ohne mich leben will. Aber was hilft das wenn ich wie ein Zombie bin, das tut weder mir noch ihr gut.

Hast Du mit ihr schon gesprochen und ihr diese Dinge gesagt?
Du hast absolut Recht mit dem, was Du sagst. Ich denke, eine andere Möglichkeit habt ihr auch nicht.

So schrecklich das auch sein mag, Du kannst ihr gerade nicht helfen. Durch die Trauer muss sie alleine durch. :frowning:
Vielleicht wäre eine Kontaktpause für euch beide ganz gut und dann könnt ihr euch nach vereinbahrten x Wochen treffen und den Stand der Dinge austauschen?
Das würde mir an ihrer Stelle, glaube ich am meisten helfen, auch wenn die Einsicht sehr schmerzhaft ist.

Ja, habe das so mit ihr abgeklärt. Sie kann mir nicht glauben, dass ich schwul bin. Sie sagt, dass sie ohne mich nicht mehr leben möchte. Ich bin seit dem CO auch nicht glücklicher geworden, aber das braucht wohl Zeit. Sie will mich noch ein letztes Mal verführen, damit sie mich nochmal anfassen kann und danach soll ich ihr ehrlich sagen, dass das nicht das ist, was ich auf Dauer möchte. Vielleicht brauch sie das für eine Art Abschluss. Sie redet immer sehr endgültig. Ich will sie doch garnicht komplett aus meinem Leben streichen. Ich brauche doch nur etwas Zeit, um mir über mich selbst klar zu werden. Aber das kann sie nicht. Auch wenn es weh tut, nachdem wir Sex hatten, werde ich ihr wohl sagen müssen, dass es nie wieder so wird wie vorher.

Hast du vll. mal darüber nachgedacht, dass du unter Umständen bisexuell bist? Anzeichen darauf gibt es ja genug…

Ja, habe ich auch schon dran gedacht, aber im Moment fühlt es sich halt eher an als hätte ich mich nur selbst verleugnet. Ich könnte jetzt einfach sagen: Ok dann bin ich halt bi. Hat ja auch sonst immer geklappt mit meiner Freundin oder früher beim mastubieren. Nur will ich nicht mehr Sachen so von außen angehen und mir dann was konstruieren, was dann wieder nicht stimmt. Es gibt in meiner Entwicklung einige Anzeichen, die für bi homo oder - heterosexuell sprechen würden. Das ist für mich kein Maßstab mehr. Was zählt ist das Hier und Jetzt. Ich sehe das einfach realistisch. Viele schreiben hier, die früher eine Freundin hatten, dass sie bi sind, weil sie den Teil ihres Selbst, den sie für hetero gehalten haben nicht loslassen können. Nach den ersten tatsächlichen Homosexuellen Erfahrungen (also jetzt nicht mastubieren, sondern sexuelle Handlungen mit einer anderen Person) ändert sich diese Selbsteinschätzung dann ganz schnell in Homosexuell.

Habe mir meinen Post nochmal durchgelesen. Ich wollte damit nicht sagen, dass es keine echte Bisexualität gibt, bevor das hier einer falsch versteht. Ich wollte damit nur sagen, dass einige Leute, die sich für bi halten, vielleicht einfach nicht mit ihrer heterosexuellen Vergangenheit abschliessen können.

Hi Gorilla28,

erstmal: Ich mag deine Art zu schreiben. Liest sich gut :smiley:

Ich glaube, dass in der Tat einige angeblich bisexuelle Typen ihre “heterosexuellen Vergangenheit” wie du es nennst nicht abschütteln wollen: Sex hat bisher mit Freundinnen geklappt und gesellschaftlich ist es einfach von Vorteil, hetero zu sein. Wieso also wegen homosexuellen Fantasien das ganze aufgeben?
Aber ich denke, dass du dir darüber keine Gedanken machen solltest, das ist ihr Fehler. Du bist was du bist, egal ob du letztendlich bi homo oder hetero bist. Aber wie geht es bei dir denn nun weiter? Wie willst du feststellen, dass du wirklich homosexuell bist? Sex ist ja nur ein Faktor. Ich hatte mit Frauen zum Teil besseren Sex als mit Typen. D.h. nicht dass ich hetero bin. Ich denke es gibt zwei Kategorien: Die einen, die mit Frauen überhaupt keinen Sex haben könnten da sie diese rein gar nicht anziehend finden. Und die anderen, die Sex mit Frauen haben können (und z.T. auch Lust darauf haben) aber grundsätzlich Männer präferieren, zumindest gefühlstechnisch. Da du aber eindeutig zur zweiten Kategorie gehörst ist es meiner Meinung nach nicht einfach so, dass du einmal Sex mit einem Typen hast, der evtl. besser (oder schlechter) war als mit deiner Freundin und du deswegen homosexuell (oder eben nicht) bist. Weißt du was ich meine?

Jo Kayto,

versteh genau was du meinst. Frauen gehen mir einfach auf den Sack. Ich bin leider rückfällig geworden und habe die letzen zwei Tage mit meiner Freundin verbracht. Sex-technisch funktioniert Alles wunderbar und immernoch. Aber ich glaube emotional gehts bei mir eher in die andere Richtung.
Ich mags auch nicht, wenn Leute allgemein so über anhänglich sind. Dann brauch ich irgendwann einfach Abstand. Auch von meinen Freunden. Vielleicht bin ich auch nicht beziehungsfähig. Ach scheiß drauf. Es gibt auch viele Heteros, die mit ihren Freundinen zusammen sind, obwohl die denen total auf den Sack gehen. Die können dann aber in Bezug auf ihre Freundinen eiskalt sein und machen dann einfach ihr eigenes Ding.

Hallo Gorilla28!

Also erstmal: Ich kann übermäßig anhängliche Menschen auch nicht leiden, deswegen ist aber niemand beziehungsunfähig!

Ich bin mir nicht so sicher, ob du nicht einfach mit der falschen Frau zusammen bist!
Ich finde es aber nicht nett von dir, das du ihr jetzt wieder Hoffnungen machst indem du soviel Zeit mit ihr verbringst und Sex mit ihr hast! Besser wàre es doch, Abstand zu nehmen , bis du dir im Klaren darüber bist, was du willst! Oder willst du ihr in Kürze ein zweites Mal das Herz brechen?
Ich finde, das man mit Menschen, die “einem auf den Sack gehen” nicht zusammen sein sollte und kann!
Vielleicht ist für dich eine Beziehung mit einem Mann besser, vielleicht ist eine Beziehung mit einer anderen Frau auch besser!

LG, yenredron

Hey.
Ich muss gestehen, jetzt bin ich etwas verwirrt, gerade wegen deinem letzten Satz. Willst du nun mit deiner Freundin Schluss machen oder nicht? Ich muss mich aber meinem Vorredner anschließen: Du hast in ihrem Leben in gewisser Weise ein Chaos angerichtet, das nur du beseitigen kannst. Und aus moralischer Sicht solltest du das auch, das bist du ihr schuldig. Entweder bleibst du mit ihr zusammen, weil du sie a) liebst und b) ihr guten Sex habt, und du versuchst du ergründen, warum du annimmst schwul zu sein. Oder du sagst du empfindest einfach keine Liebe mehr für sie oder bist im Moment so verwirrt, dass du es nicht fair findest, mit ihr weiterhin zusammen zu bleiben. Diese Entscheidung kannst aber nur du alleine treffen.
Was ich jetzt aber interessant finde ist, was du damit meinst, dass du dich gefühlstechnisch eher zu Männern hingezogen fühlst? Wäre es nicht denkbar, dass du dann einfach die “falsche” Freundin hast? Ich kann mir eher vorstellen, dass man sich nach gewissen Charakterzügen und Eigenschaften sehnt, und so jemanden auch “platonisch” unabhängig vom Geschlecht lieben kann, aber auf sexueller Ebene ist das ja oft eindeutiger. Da findet man jemanden eben erotisch oder eben nicht. Weißt du was ich damit sagen will? Wenn du gefühltechnisch jemand anderen suchst, aber wenn du dich sexuell von deiner Freundin bzw Frauen im Allgemeinen angezogen fühlst, ist es naheliegender, dass du einen anderen Typ Frau als deine Freundin suchst, vllt. halt eher mit männlichem Einschlag. Damit will ich bloß sagen, dass diese Kategorisierung “bi homo hetero” sich meiner Meinung nach (!) eher am sexuellen festmachen lässt als an Gefühlen. Unterm Strich: Wenn du typisch männliche Eigenschaften bzw. das “Kumpelhafte” anziehend findest, aber Schwänze einfach nict erregend findest, wird eine Beziehung mit einem Mann auf Dauer sehr schwer.

Ach, zu lang das jetzt alles zu erklären. Es hat Gründe dafür, dass ich Abstand zu meiner Freundin brauche, die nichts mit meiner Sexualität zu tun haben. Habe die eben auch in einem Beitrag verfasst, aber irgendwie hat sich mein Account in der Zeit ausgeloggt und ich habe jetzt keine Lust mehr den neu zu schreiben. Vielleicht suche ich den Fehler, wie immer bei mir.