BGH verweigert intersexuellen Menschen eigenen Geschlechtseintrag

Ein intersexueller Mensch hatte Klage dagegen eingereicht, dass man ins Geburtenregister nur die Geschlechter “männlich” oder “weiblich” eintragen lassen kann und man bei der Geburt versucht, dem Kind zwangsweise ein Geschlecht zuzuordnen. Das ist nicht nur für Transsexuelle oder Transgender schwierig, sondern auch für Intersexuelle.

Die Begründung dafür, dass die Klage in allen Instanzen zurückgewiesen wurde, ist, dass es nach deutscher Tradition, ähnlich wie in diesem Land, welches gerade einmal zu 50% tolerant ist(Quelle), die “richtige” Ehe auch nur aus Mann und Frau bestehen darf, will die Gesetzgebung auch hier von ihrem Zweigeschlechtermodell keinen Millimeter abweichen.

Als Kompromiss, welcher von denen, die den Vorschlag unterbreiteten, als großer Schritt auf die Intersexuellen betrachtet wird, wird den Intersexuellen vorgeschlagen, einfach ihre Eintragung unter “Geschlecht” im Geburtenregister löschen zu lassen. Dann haben sie quasi kein Geschlecht, obwohl auch sie, genauso wie Homosexuelle, Transsexuelle und andere der LGBT*-Community, hart für Akzeptanz gekämpft haben.

Hier der ganze Artikel: msn.com/de-de/nachrichten/po … id=OLCONUA

Abschließend ein paar Fragen:

  • Was haltet ihr davon?
  • Gibt es hier im Forum auch Intersexuelle?
  • Kennt ihr Intersexuelle und wie ist deren Meinung bzw. waren sie bereits in einer solchen Situation?

Ich bin nicht intersexuell, aber ich bezeichne mich als Demiboy. (80% Junge, 20% was andres)
Ich finde es wichtig, dass Personen, die sich nicht in das binäre Geschlechtsmodell einordnen, sich frei entfalten dürfen.
Leider ist das sehr selten bis nie der Fall, viele außenstehende haben Probleme sind in dieses Feld hineinzuversetzen

Hier ist der vollständige Gerichtsbeschluss:
xii_zb__52-15.pdf (126 KB)

In erster Linie wird als Begründung angegeben, dass das Personenstandgesetz (insbesondere PStG §§ 21 Abs. 1 Nr. 3 und 22 Abs. 3) eine Eintragung als “inter” bzw. “divers” nicht zuließe, da der Eintrag bei ‘Geschlecht’ lediglich leer bleiben könne, wenn das Geschlecht nicht eindeutig zugeordnet werden kann.

In Bezug auf das Zweigeschlechtermodell wird, soweit ich das verstanden habe nur argumentiert, dass die Eintragung des Geschlechts als “inter” oder “divers” keinen Sinn ergebe, da es an rechtlichen Regelungen (aufgrund des Zweigeschlechtermodells) dazu fehle. (Korrigiert mich, falls ich damit falsch liege!)

Persönlich finde ich, dass es für Betroffene ein schwacher Trost ist, den Geschlechtseintrag leer lassen zu können.
Ich könnte mir auch vorstellen, dass aufgrund der binären Geschlechtsvorstellung in gewisser Weise ein Druck auf Inter*-Personen lastet sich selbst einem Geschlecht zuzuordnen.

Na ja, aber das kommt doch auf dasselbe hinaus, oder etwa nicht. Du hast es quasi nur präzisiert.

ich denke Deutschland is da sehr tolerant. wenn ich da andere länder sehe. auch wenn das altmodisch klingt