Beziehung mit Ablaufdatum?

Moin moin Jungs,
Ich nutze diesen Thread einfach mal um mir was von der Seele zu quatschen.
Ich bin schon sehr lange nicht mehr hier gewesen, weil ich seit 4 Jahren in einer Beziehung bin und weil ich mit meiner Sexualität an sich kein Problem mehr habe.

Aber ich glaube meine Beziehung hat ein Ablaufdatum :frowning:
Ich denke schon länger darüber nach ob man die Beziehung noch lange aufrecht halten kann.
Ich werd einfach mal das Gute und das Schlechte und meine eigenen Fehler auflisten.

Mein Freund lässt sich nicht für irgendwelche Aktivitäten begeistern. Sport oder mal Ausgehen liegt ihm so fern wie der Nortpol von Strandurlaub. Und selbst wenn wir zuhause sind teilen wir kein Hobby. Ich bemale Miniaturen oder zocke am Computer, während er irgendwelche IT Sachen macht (was sein Hobby und Beruf ist) oder fern schaut.
Apropos Beruf: er arbeitet sehr sehr viel. Macht Überstunden ohne Ende und wenn er zuhause ist macht er weiter an unserem heimischen Systemen
Ich habe in den letzten 4 Jahren mächtig zugenommen. Mangelnde Bewegung und schlechte Ernährung (frustfressen) haben mich geformt.
Ich wollte zusammen mit meinem Freund abnehmen (er war schon immer dick) aber das ist aussichtslos.
Ich habe einen Fetisch (den ich hier nicht näher erläutern möchte, nur so viel: ich kann ihn einigermaßen autoerotisch ausleben und wir haben trotzdem schönen sex) den er nicht teilt. Das kahm so dass mir das anfangs sehr peinlich war und ich ihm erst spät davon erzählt hatte.
Er hat IMMER recht und das letzte Wort. Wenn ihm was gegen den Strich geht setzt er sich durch wie ein strenger Vater. Ich habe nicht das Gefühl ein gleichberechtigter Partner zu sein.
Er lehnt jede Form von Intimität außerhalb der eigenen Wohnung ab. Kein Küsschen oder Händchen halten in der Öffentlichkeit, kein Sex im Hotelzimmer (oder wenn nur mit viel überredungskunst)
Aber das ist nicht der Grund warum ich denke dass unsere Beziehung ein Ablaufdatum hat.
Er ist absolut dagegen ein Kind zu adoptieren. Kinder passen überhaupt nicht in seinen Lebensplan. Ich will aber in Zukunft Kinder groß ziehen.

Auf der anderen Seite steht er wie ein Fels in der brandung für Verlässlichkeit, Sicherheit und Voraussicht. Er hat Ahnung von Dingen mit denen ich mich überhaupt nicht befassen will wie Finanzen, Versicherungen und Bürokratie im allgemeinen.
Er schubst mich an wenn ich mal wieder was schleifen lasse.
Ich neige dazu von Zeit zu Zeit etwas kindisch zu sein, dafür zeigt er zwar kein Verständnis aber er bringt mich wieder auf Kurs.
Und ich mag ihn immer noch sehr :frowning:

In Absehbarer Zeit ändert sich einiges in meinem Leben. Ich beende im Februar eine unterbezahlte Ausbildung (die ich hasse) und fange im Oktober ein Studium in einer anderen Stadt an.
Bin ich ein Arschloch wenn ich das Ende der Beziehung hinauszögere weil ich mir ansonsten ne neue Wohnung bis Februar besorgen müsste? Ich weiß es nicht.
Sollte ich in der anderen Stadt die Beziehung noch aufrecht erhalten um zu schauen was sich ändert wenn wir ne fernbeziehung führen?

Was haltet ihr von der Situation?

Mit freundlichen Grüßen
Euer Manu

Hallo Mama,

Für mich hört sich das ehrlich gesagt danach an, als hättest du die Entscheidung für dich schon getroffen. Das was du beschreibst ist auch eher eine Abhängigkeit als eine funktionierende Beziehung. Man merkt auch deutlich, dass es mir nicht gut dabei geht. Es mag einfacher klingen als es ist, noch dazu weil ihr schon Recht lange zusammen seit, Aber meiner Meinung nach wäre es in solchen Fällen das Beste sich zu trennen anstatt an irgend etwas Kaputten festzuhalten. Hast du deinem Freund denn schonmal gesagt das du dich mit der Situation nicht wohl fühlst?
Gruß
Martin

Hallo Quianye
Danke für deine Antwort.
Wir haben tatsächlich schon über fast alle Punkte mal gesprochen. Nur nicht sehr ernsthaft und nich so geballt wie ich es hier im thread raus haue.
Und Zukunftspläne sind meist im Konjunktiv.
Auch wenn ich ihn auch manchmal hauen könnte weil er mal wieder doof zu mir ist, so liebe ich ihn doch :l

Was mich im Moment am meisten ankotzt (an der Situation an sich, nich an ihm) ist dass ich wegen meiner mies bezahlten Ausbildung, momentan tatsächlich finanziell recht abhängig bin von ihm. Es fühlt sich sehr egoistisch an wenn ich über unsere Beziehung nachdenke und im Hinterkopf immer herum schwirrt: “wenn du dich wirklich trennst, bist du erstmal obdachlos bis du was neues hast. Du müsstest dann zurück zu Mama und Papa, und dann jeden Tag 2 Stunden zur/von der Arbeit Pendeln. Bleib mal lieber noch bei ihm”

Und auch wenn er mich etwas ausbremst, so ist es irgendwie auch gut nen Gegenpol zu meiner chaotischen Art zu haben, oder?

So ein Mist, in mir ist grade ein totales gefühlswirrwar. :cry: :loving: :bad:

Mfg
Manu

Stellt sich mir die Frage, ob er dich auch wirklich ernst nimmt…

Keine Beziehung sollte Nur aus irgendwelchen finanziellel Gründen aufrecht gehalten werden. Du machst dich nur selbst kaputt wenn du zwanghaft dran festhälst.

Zusammengefasst: Du liebst ihn irgendwie, bist dir aber nicht sicher ob ihr wirklich eine Zukunft habt. Dazu kommt, dass du dich nicht ernst genommen und er offenbar auch sonnst nicht viel Interesse an die hat. Bis dahin korrekt?

Gruß Martin

Ich denke schon dass er Interesse an mir hat, sonst hätte er wohl nich so eine Geduld mit mir. Ich bin ja auch alles andere als der perfekte Partner.
Aber sonst gut zusammengefasst, ja.

Schlecht wäre es sicher nicht, mal mit ihm darüber zu reden, wie es dir geht. Wenn es dir schlecht geht, und er nimmt das nicht ernst, ist das schonmal kein gutes Zeichen. Aber du kannst ihm die Chance geben, zu erkennen, dass dir ernsthaft grade was nicht passt, also bleib ruhig dran.
Sollte er dann immernoch nicht auf deine Probleme eingehen, ist er wohl nicht geduldig mit dir, sondern gleichgültig.