Ab wann kann man sich als Bi bezeichnen ?

Hallo,

Ich muss trotz dieser Uhrzeit etwas loswerden, was mich sehr beschäftigt.
Ich bezeichne mich selbst immer als Bi, allerdings zweifel ich seit ein paar Tagen daran.
Ich finde Frauen süß, ich kann mich auch in welche verlieben, aber Geschlechtsverkehr mit ihnen kann ich mir nicht vorstellten, auch nackt gefallen sie mir nicht besser als angezogen. Habe ich also das “Recht” mich als Bi zu bezeichnen, oder darf ich das erst, wenn ich mich für Geschlechtsverkehr mit beiden Geschlechtern interessiere ? …

Guten Morgen.

Jaa, es gibt tatsächlich Leute, die Nachts um 4 Uhr nichts besseres zu tun haben, als einem lieben Poster, der eine Frage stellt, etwas zu beantworten.
Ich liebe solche Sätze.

Nun zum Thema:
Meine Meinung ist, dass es völlig egal ist, wie man sich bezeichnet. Du kannst dich in Frauen verlieben, du kannst mit ihnen Beziehungen führen, nur eben nicht den Geschlechtsverkehr vollziehen…
Wie das bei dem gleichen Geschlecht aussieht, hast du nicht beschrieben. Ist auch egal.
Jedenfalls ist meine Meinung, dass man sich nicht zwangsweise auf eine Bezeichnung einer Sexualität versteifen muss… Sei einfach du!

Das Recht, sich als “Bi” zu bezeichnen, hat netterweise jeder. Auch der, der es gar nicht ist.
Ergo: Ja, du hast das Recht dazu! Wenn du selber zu dir sagst, du bist bi, dann bist du das. Es ist nicht Abhängig von dem sexuellen Verkehr mit dem jeweiligen Geschlecht.

Grüße! :flag:

Bezeichne dich als das, was für dich einfacher ist. Ich kann Frauen anders als du zwar sexuell attraktiv finden, kann mir aber keine Beziehung mit einer Frau vorstellen. Rein terminologisch wäre ich also bisexueller homoromantischer cis-mann. Rein praktisch bezeichne ich mich aber als schwul. Und wenn du dich als Bisexuell bezeichnest ist das völlig ok.

Rein terminologisch bist du aber homosexuell und biromantisch, wenn du nur Männer sexuell begehrenswert findest, aber dich Mann und Frau romantisch interessieren.

Ich hoffe, das beantwortet deine Frage

Mfg,
Akil

Das glaub’ ich auch. Ich verstehe zwar, warum du glaubst, dich terminologisch zuordnen zu müssen bzw. warum du das gerne möchtest, im Grunde ändert das aber ja nichts an deiner eigenen sexuellen Realität. Und solange du diese als lustvoll und positiv erlebst, gibt es keinen zwingenden Grund dich in irgendwelche begrifflichen Diskurse einzuordnen, nur weil einige andere das vielleicht gerne tun oder von dir erwarten :slight_smile:

LG,
Phil

Wir Menschen mögen es gerne, Dinge zu kategorisieren, ihnen einen Namen zu geben und in Schubladen zu stecken. Wenn das einmal nicht geht, dann ist man zuerst verwirrt, vielleicht sogar verunsichert.

Das war das, was ich hinzufügen wollte, ansonsten stimme ich all meinen Vorrednern voll zu. :bp: