Zur falschen Zeit am falschen Ort

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Simon96
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Zur falschen Zeit am falschen Ort

Beitragvon Simon96 » 29 Aug 2012, 20:45

Hallo liebe BPler, ich habe aus Langeweile beim Zugfahren in den letzten Monaten eine inzwischen ansehliche Geschichte zusammengeschrieben mit etwa 15 Kapiteln.

Ich poste einfach mal Part 1, der mMn noch richtig schlecht ist, die Kapitel darauf werden dann stufenweise besser! Habt also Geduld und viel Spaß beim Lesen

~ Gewidmet an meine Freunde und an einen gewissen Simon, der allerdings nicht ich selber bin ~

1.Abendstimmung: Es war spät geworden. Ich blickte auf meine Uhr. Sie zeigte halb eins. Der Wind strich durch meine Haare,die so meine Augen überdeckten. Ja, es waren ziemlich viele Haare, die ich in Surferfrisur geschnitten hatte. Ich schaute auf mein Handy, während ich auf den Bus wartete. Um diese Uhrzeit kamen die Busse nur noch jede Stunde. Plötzlich klingelte mein Handy. Ich schaute auf das Display und entdeckte eine neue SMS von Quentin. Quentin war mein Freund, mit dem ich gerade einen der schönsten Abende meines Lebens erlebt hatte. Neugierig ging ich also in meinen Posteingang und las: ,,Heyho mein Schatz: dieser Tag war voll toll! ich liebe dich so sehr und will dich nie verlieren ld <333“ Ich musste beim Gedanken an ihn sofort lächeln und schrieb zurück: ,,Heyho... ich wünsche dir auch eine gute Nacht. Ida <3“
Als der Bus letztendlich kam, ließ ich mich gestresst in einen Sitz fallen und ließ den heutigen Tag Revue passieren: Erst war ich mit Quentin Eis essen gegangen, danach waren wir im Schwimmbad und haben uns abschließend einen romantischen Abend vor den Fernseher gemacht.
Wir beide waren inzwischen 3 Monate zusammen und ich liebte ihn so wie am ersten Tag. Mein erstes Mal hatte ich mit meinen 15 Jahren noch nicht, allerdings hatte mir Quentin versprochen, dies irgendwann bald geschehen zu lassen.
Endlich war ich zu Hause. Leise sperrte ich die Tür auf und versuchte, möglichst keinen Mucks von mir zu geben, in der Hoffnung, meine Mutter würde annehmen, dass ich schlafe. Doch plötzlich wurde ich von einem ohrenbetäubenden Heulen aufgeschreckt; meine Mutter hatte tatsächlich einen Bewegungsmelder installiert. Und bevor ich den Knopf zum Ausschalten gefunden hatte, stand meine Mutter in ihrem braunen Bademantel in der Tür: ,,Wo zur Hölle bist du gewesen?!? Abgemacht war 12 Uhr, jetzt ist es fast 2 Uhr!!!“
Am roten Kopf meiner Mutter Barbara konnte ich erkennen, dass sie wieder einmal Alkohol getrunken hatte. Und das nicht zu wenig, wie ihre Alkoholfahne verriet. Wie eine typische Alkoholfahne sah meine Mum eigentlich nicht aus. Sie war sehr ordentlich, und hatte einen Tick für braune Abziehsachen und trug zusätzlich immer eine mondrunde Brille.
,,Mum, der erste Bus ist mir vor der Nase weggefahren und der nächste ist ausgefallen!“, versuchte ich mich herauszureden. ,,Ja mein Kind, ob das stimmt, wage ich zu bezweifeln, nicht wahr? Ein Anruf bei der BVG genügt, um hier die Sachlage klar zu stellen, nicht? Und nun ab ins Bett!“, erwiderte meine Mutter lallend, bevor sie wieder in ihr Zimmer wankte.
Als ich wieder aufwachte, zeigte mein Handy bereits 12 Uhr an. Also zog ich mir schnell ein neues Boxershirt an, dazu die Jeans und das T-Shirt von gestern. Etwas müde kam ich zu meiner Mum in die Küche, die dort anscheinend nur auf mich gewartet hatte.
,,Hey, Mom!“ - ,,Morgen, mein Schatz.“ Bitte verzeihe mir, dass ich heute Nacht so brastig zu dir war, aber du weißt ja, wie nötig ich meinen Schlaf habe!“ - ,,Jaja, kein Problem...“ - ,,Hast du schon irgendwas für heute vor“, fragte mich meine Mum. ,,Ja... ich wollte mich nacher noch mit Leon und Lhinn treffen!“ - ,,Okay!“
Leon war mein bester Freund. Er war genauso alt wie ich und in etwa auch so groß wie ich. Obwohl er mein bester Freund war, war ich nicht bei ihm geoutet. Allgemein war ich sowieso fast nirgendwo geoutet, bis auf meiner besten Freundin Lhinn, die mit Leon zusammen war.
Gegen 15.30 Uhr hatten wir uns verabredet, deswegen verließ ich schließlich mir einem lauten Knall in der Wohnungstür das Haus gegen Dreiviertel drei.
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Re: Zur falschen Zeit am falschen Ort

Beitragvon ollivio » 30 Aug 2012, 04:39

Das nennst du also richtig schlecht... ich nehm´s mal als Understatement :lol:

Abgesehen davon sind Einleitungen in eine Geschichte nun mal von Nöten und kommen dann vielleicht erstmal nicht ganz so toll daher - meintest du das?
Also ich für meinen Teil freu mich auf das nächste Stück :)
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Re: Zur falschen Zeit am falschen Ort

Beitragvon Simon96 » 30 Aug 2012, 23:46

Ich meinte eher, dass das meine erste Geschichte ist, und ich am Anfang mMn noch ziemlich langweilig geschrieben habe... des sich aber im Laufe der Story verbessert! Ab dem nächsten Part wirds spannender, versprochen ;)
Hier mal mein Kapitel Numero 2 !

2. Lasset das Spiel beginnen: ,,Heute geht es um Alles! Wir müssen den Klassenerhalt auf jeden Fall schaffen!“ , schrie unser Trainer Dirk. Ich schaute zu Leon. Er wirkte hoch konzentriert und versuchte anscheinend, sich alle taktischen Einzelheiten exakt einzuprägen. Wir alle wussten, dass wir heute die Möglichkeit haben würden, den Klassenerhalt aus eigener Kraft zu schaffen, denn wir spielten gegen unseren Tabellennachbarn SV Spandau auf Platz 15.
Als wir den Platz betraten, fiel mir sofort der Kapitän von Spandau auf. Er war inetwa sogroß wie ich, und hatte blaue Augen und hellbraune Haare. Auf seinem Trikot stand eine große ,,9“ und unter dieser Zahl konnte ich den Namen <<Müller>> entziffern. Sie gewannen die Platzwahl und nach dem Abklatschen mit dem Schiedsrichter kam er kurz zu mir und wünschte uns ein gutes und faires Spiel, was ich wiederholte.
20 Minuten lang konnten blieb es beim Spielstand von 0:0, doch plötzlich vernaschte ein Spandauer mit einem Übersteiger Leon, der auf der Position des Links-Verteidigers spielte und schlug eine Flanke in die Mitte. Ich hoffte auf unseren Keeper Flo, der allerdings mit hohen Bällen schon häufig Probleme gehabt hatte. Doch es kam wie es kommen musste: Plötzlich stand <<Müller>> in der Mitte und köpfte den Ball mit viel Präzision an die Unterlatte, von wo der Ball hinter die Torlinie sprang. Ein rießiges ,,Jaaaaaaaaaaa“ ging über den kleinen Sportplatz, die vielleicht 80 Zuschauer freuten sich anscheinend sehr über den Spielstand. Ich schaute zu Dirk, da dort mit einem hochroten Kopf an der Seitenlinie herumhüpfte und uns veruschte, mit wilden Geklatsche aufzumuntern. Bei diesem Anblick musste ich an Rumpelstielzchen denken, was mir zwangsweise ein Grinsen aufs Gesicht aufzwang. Eigentlich war die Situation ganz und gar nicht lustig. Wir müssten jetzt 2 Tore schießen, und das wussten wir alle. Wir begangen früh zu stören und veruschten den Ball zu erobern, was uns auch einige Male gelang. Doch immer wenn ich einen Steilpass auf meinen Sturmpartner Clemens spielen wollte, hob der Linienrichter seine Fahne und deutete Abseits an, die Spandauer hatten das System der Abseitsfalle wirklich perfekt verstanden zu haben.
,,Wir lassen das mit den hohen Bällen jetzt mal und gehen mehr auf Kurzpasssspiel!“, schrie uns Dirk an. ,,Ihr müsst einfach verstehen, wie wichtig dieses Spiel für jeden hier ist! Und ihr habt es in der Hand, zu ernscheiden, was in Zukunft passiert!“
Diese Rede hatte gesessen. Schon acht Minuten nach dem Wideranpfiff zeigte die Anzeigetafel 1:1; Clemens hatte den Ball ohne Probleme nach einem Doppelpass in die rechte Ecke gedrückt. Der Gegner versuchte nun irgendwie, das Unentschieden irgendwie über die Zeit zu retten und sie wechselten einen fünften uns sechsten Verteidiger ein. Dies hatte allerdings zur Folge, dass sie durch gefährliche Konter immer wieder gefährlich vor unser Tor kamen. Bis zur 70.Minuten ging alles noch gut, bis <<Müller>> scheinbar durch war und Stefan, einer unserer Verteidiger, sich nicht mehr anders geholfen sah, als ihn im Strafraum zu Fall zu bringen. Die Entscheidung des Unparteiischen war sofort klar: Elemter und Rote Karte, da <<Müller>> zusätzlich letzter Mann war. In den Zuschauerränger brodelte es. Wir wussten alle, das wir jetzt mit eineinhalb Beinen in Liga Vier standen, hatten dennoch Hoffnungen in Flo, den Ball irgendwie zu halten. Ich schaute in Richtung Stefan. Er stand da , vom Tor weggedreht und hatte die Hände vorm Gesicht zusammengeschlagen. Vielleicht heulte er. Auch ich drehte mich vom Tor weg und schaute in Richtung Dirk. Ich wollte dien Strafstoß, wenn es unbedingt sein muss, nur indirekt mitbekommen. Dirk stand da wie ein 14 jähriges pupertäres Mädchen, dass hoffte, dass ihr Star bei DSDS nicht rausfliegen würde, denn er biss sich verkrampft auf die Unterlippe und drückte dazu beiden Daumen krampfhaft in die Fäste, in der Hoffnung, dass es etwas bringen würde. Plötzlich war ein Pfiff zu hören. Der Elfmeter war freigegeben.
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Re: Zur falschen Zeit am falschen Ort

Beitragvon Unbekannt » 31 Aug 2012, 00:08

Oh Gott, will gleich den nächsten Teil. *-*

Super geschrieben, gute Rechtschreibung. :)

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Re: Zur falschen Zeit am falschen Ort

Beitragvon ollivio » 31 Aug 2012, 04:29

Jaha echt. Sehr schön und makellos :)

Rumpelstielzchen hehe :lol:
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Re: Zur falschen Zeit am falschen Ort

Beitragvon Simon96 » 02 Sep 2012, 00:55

Hier kommt der nächste Teil, ich hoffe das ganze Fußball Geplänke regt euch nicht allzu sehr auf... Damit ist aber auch im nächsten Kapitel Schluss ;)

3.Like England in penalty shooting?: Es mochten nur noch Sekundenbruchteile seien, bis sich Dirk enttäsuscht auf die Bank zurückfallen lassen würde und alle Hoffnung aufgeben würde. Die Zeit bis zu Dirks Reaktion erlebte ich wie in Zeitlupe. Nach einer ewigen Zeit des Bangens und Wartens zeigte sich plötzlich eine Regung im Gesicht. Er lief Richtung Spielfeld und rutschte die letzten Meter dorthin auf seinen Knieen, wie wenn er gerade die Deutsche Meisterschaft gewonnen hätte. Ich drehte mich um und so Leon auf mich zulaufen, der ebenfalls aussah, wie wenn er die Meisterschaft gewonnen hätte. ,,Alter, echt zu dumm um 'nen Elfmeter zu schießen!! Jetzt müssen wir einfach gewinnnen!!“

Inzwischen lief die Nachspielzeit. Ich war mit meinen Kräften völlig am Ende und wir hatten es tatsächlich geschafft, sie vom Tor fernzuhalten! Nur noch wenige Sekunden bis zum Punktgewinn, der uns den Klassenerhalt sichern würde. Es spielte nur der TSV Oranienburg, denn sie brauchten unbedingt 3 Punkte zum Klassenerhalt.
,,Alex, schick mich steil!“, hörte ich den gegnerischen Stürmer mit der 14 rufen. Unter seiner blauen Zahl auf seinem rotem Trikot konnte ich den Namen <<Clemens>> erkennen. Und plötzlich waren sie tatsächlich durch. <<Clemens>> befand sich im 1-gegen-1 mit unserem Keeper Toni. Es würden nur noch Sekundenbruchteile sein, bis er schießen würde. Ich schaute wie gebannt auf Toni und schließlich kam der Ball auf ihn zugeflogen. Doch gegen meinen Erwartungen, landete der Ball nicht im Netz, sondern kullerte ins Aus. Toni hatte mit einem Wahnsinnsreflex tatsächlich den Ball abprallen lassen! Die gegnerische 17, auf dessen Trikot <<Alex>> stand, legte sich den Ball zurecht. Jeder Spieler auf dem Feld befand sich nun in unserem Strafraum. <<Alex>> hob den Arm, um seinen Mitspielern anzudeuten, dass sie loslaufen sollten und schoss. Ich merkte wie der Ball in meine Richtung sprang, also drückte ich mich vom Boden ab, so stark ich konnte und konnte den Ball tatsächlich ablenken. Ich atmete durch; der Ball landete erneut im Aus.
Doch plötzlich hörte ich einen Pfiff. Es war der des Schiedsrichters. Ich wartete auf den zweiten und dritten Pfiff. Doch dieser kam nicht. Entgeistert sah ich zum Unparteiischen. Ich sah, wie seine Hand auf den Elfmeterpunkt zeigte und er zusätzlich mit der anderen Hand Handspiel anzeigte. An unnatürliches Handspiel sollte es also gewesen sein. Von mir. In der wahrscheinlich letzten Aktion des Spiels!
<<Alex>> legte sich den Ball erneut zurecht, diesmal aber statt an der Eckfahne auf den Elfmeterpunkt. Anders als beim ersten Strafstoß war es totenstill auf dem Sportplatz. Ich blickte zu Toni, der doch eben schon so herausragend gehalten hatte. Wieso, lieber Fußballgott, sollte es gerecht sein, wenn wir jetzt durch diesen unberechtigten Handelfmeter absteigen würden?
Der Schiedsrichter pfiff erneut und gab damit den Strafstoß frei.
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Re: Zur falschen Zeit am falschen Ort

Beitragvon ollivio » 02 Sep 2012, 05:29

"Toooooaaaar! :D
Nee ich denk er geht nicht rein - lassen wir uns überraschen :)
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Re: Zur falschen Zeit am falschen Ort

Beitragvon lukasimo » 02 Sep 2012, 22:57

Der geht rein xD

Für die Dramatik
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Re: Zur falschen Zeit am falschen Ort

Beitragvon Simon96 » 09 Sep 2012, 15:51

Sooo, das 4. Kapitel, das is das letzte, das ich mMn schlecht finde, danach kommt auch nie mehr was mit Fußball! VErsprochen (:

4. OMG: Ich sah, wie <<Alex>> zwei, drei Schritte zurück machte und darauf kehrt machte, um den Ball mit Wumms in die linke obere Ecke zu schießen. Toni war nach rechts gesprungen. Wir hatten verloren, denn in diesem Moment war eben der dreifache Pfiff zu hören, nach dem ich mich vor ein paar Sekunden noch so sehnlichst gewünscht hatte.
Einige meiner Mitspieler kamen auf mich zu und versuchten mich zu trösten, denn ich saß inzwischen - wie ein kleines Kind - heulend auf dem Rasen. Ich heulte mehr. Und immer mehr. Ich konnte nicht mehr aufhören. Plötzlich kam <<Alex>> mit einem fetten Grinsen im Gesicht auf mich zu. Auf die Person, die uns soeben in die Drittklassigkeit geschossen hatte, hatte ich wirklich am wenigstens Lust. Doch als er sah, dass mein Gesicht voller Tränen war, fror sein Grinsen sofort auf und er legte seine Stirn in falten, während er sich neben mir auf den Boden setze und mich - wie ein kleines Kind - in dem Arm nahm und mir dabei sanft über den Rücken streichelte. Wie meine Mutter, immer wenn ich als kleines Kind traurig war, schaffte er es tatsächlich mein Weinen zum erliegen zu bringen. Erst jetzt entdeckte ich, wie süß er doch eigentlich war. Er hatte blonde Haare und war in etwa so groß wie ich. Von seinen blauen Augen ganz zu schweigen. Während er mir die letzten Tränen aus dem Gesicht strich, öffnete er seinen Mund: ,,Wollen wir nacher was trinken gehen? Ich lad' dich ein“ - ,,Öhm... ja klar... ich warte dann nach dem Umziehen vor dem Vereinsheim auf dich!“, stotterte ich mit weinerlichen Stimme zusammen. ,,Okay, dann bis dann!“, sagte Alex und zwinkerte mir zu, während er sich umdrehte und wieder in der jubelnden Menge verschwand.
,,Ey...alter isja echt Scheiße gelaufen...“, wurde ich in der Kabine begrüßt. Mit einem klein lauten ,,Halt's Maul!“ verschwand ich in der Dusche.
Als ich weiter aus der Dusche kam, waren nur noch wenige Spieler in der Kabine, unter anderem Toni, der die ganze Saison über, wirklich hervorragend gehalten hatte. ,,Dann steigen wir nächstes Jahr halt wieder auf, Scheiß drauf!“, meinte er, klang allerdings nicht besonders überzeugend, als er das sagte. ,,Treffen wir uns irgendwann mal in der Sommerpause?“, fragte ich Toni. ,,Ja klar. wir schreiben dann über Facebook, okay?“ Mit diesem Satz verschwand er aus der Kabine und neben mir war nur noch Mario in der Kabine, einer unserer Stürmer, der fast die ganze Saison nur von der Bank verfolgt hatte, im Raum. Ohne etwas zu sagen, verließ auch er schließlich den Raum und somit war ich alleine in der Kabine.
Ich holte mein Hand aus meiner Hosentasche und las meine neuen SMS. Alle waren von Basti. Ich liebte Basti so sehr und doch, war doch ziemlich oft nervig mit seiner Art. Außerdem hatte ich in meiner jetzigen Gefühlslage auch kein bisschen Lust, die SMS zu lesen und packte deswegen mein Handy zurück in die Hose. Es würde noch dauern, bis er mit dem Feiern fertig war, deswegen ließ ich mir mit dem Umziehen besonders viel Zeit.
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Re: Zur falschen Zeit am falschen Ort

Beitragvon ollivio » 10 Sep 2012, 02:41

Bin auch nicht so für Fußball, aber so schlimm war´s ja nun auch nicht. Schön geschrieben, möchte mehr davon :)
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Re: Zur falschen Zeit am falschen Ort

Beitragvon SunnyGaga » 15 Sep 2012, 17:08

Ich finde auch, dass du die Geschichte toll geschrieben hast :) Sogar beim Fussball kommt eine gewisse Spannung auf, auch wenn ich nicht viel verstehe :D So im Sinne von "Was macht der jetzt?...und der andere?...was läuft da?..." :lol:
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Re: Zur falschen Zeit am falschen Ort

Beitragvon Simon96 » 18 Sep 2012, 20:15

Hier gehts mal weiter, endlich :)

4: Pech im Spiel; Glück in der Liebe? )
Mit einem Seufzen verließ ich 20 Minuten später die Umkleidekabinen und macht mich auf den Weg vors Vereinshem. Mit war verdammt heißt und trotzdem wartete ich. Keine Ahnung wieso eigentlich. Aber ich hatte einen Drang dazu, diesen verdammt süßen Jungen wiederzusehen. Zu meiner großen Verwunderung erblickte ich fünf Minuten später jedoch schon jemanden mit einer Sporttasche, auf der groß ,,TSV Oranienburg“ zu lesen war. Nach dem zweiten Hinsehen erkannte ich ihn auch. Mit einem sportlichen ,,Check“ begrüßten wir uns und schauten uns an. ,,Hey, nenn mich einfach Alex, okay?“, platze es plötzlich aus ihm heraus. ,,Geht klar; Fabi“ , antwortete ich.
,,Hast du eine Idee, wo wir hingehen könnten?“, fragte er. Ich überlegte kurz und antwortete dann: ,,Ich kenn ne coole Bar hier direkt in der Nähe! Wollen wir da hingehen?“ - ,,Mmh...klar“, brummte Alex.
Nach einer unterhaltsamer Busfahrt, auf der er mir einen Sänger namens ,,Max Herre“ zeigte, ließen wir uns schließlich in einer Bar nieder. Ich schaute ihn wieder an und wieder kamen mir die Bilder vom Elfmeter in den Kopf. ,,Danke, dass du mich getröstet hast. Ich muss ziemlich dumm ausgesehen haben, wie ein kleines Kind!“, platze es aus mir heraus. ,,Kein Ding, ich weiß wie scheiße sowas ist, habs schon oft genug erlebt. Die letzten Jahre eigentlich immer nur auf- oder abgestiegen. Und dann als Fan der Hertha ist es natürlich doppelt bitter!“ Unser Gespräch schweifte relativ schnell zur Bundesliga ab und es ging vor allem um das Relegationsspiel Hertha BSC Berlin – Fortuna Düsseldorf, bei dem Hertha letztendlich den Kürzeren zog obwohl sie, da waren wir uns einig eindeutig besser waren.
Dennoch kam Alex nochmal auf die Situation auf dem Fußballplatz zurück, die mir mittlerweile wie eine Ewigkeit entfernt vorkam, in Wirklichkeit aber gerade mal eine Stunde zurücklag. ,,Sag mal wieso hast du eigentlich nichts gesagt, als ich dich getröstet hab? Schwul war die Aktion ja schon ziemlich.“ Ich schaute ihn an. Mit so einer Frage hatte ich ehrlich gesagt nicht gerechnet. ,,Ich ehm... Sag mal was würdest du dazu sagen, wenn ich dir sage, dass es mir gefallen hat?“ Alex Blick fror schlagartig ein. Nach einer langen Redepause sagte er : ,,Du bist doch nicht etwa...“
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Re: Zur falschen Zeit am falschen Ort

Beitragvon ChrisFace » 18 Sep 2012, 20:30

Oh oh... wenn das mal nicht eine schlechte Reaktion hervorruft...
Aber ich hoffe doch mal, dass es eine gute wird =)
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Re: Zur falschen Zeit am falschen Ort

Beitragvon lukasimo » 18 Sep 2012, 21:17

Jetzt muss ein guter innerer Konflikt folgen
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Re: Zur falschen Zeit am falschen Ort

Beitragvon Simon96 » 21 Sep 2012, 14:45

Sooo hier mal Kapitel 6, bitte beachtet, dass jetzt ein Perspektivenwechsel ist, und wir das ganze nicht mehr aus der Ich-Perspektive von Fabi, sondern die Ich-Perspektive von Alex sehen müssen! Viel Spaß ;)

6. Neue Erfahrungen:
,, … auch schwul“ , beendete ich den Satz nach langem Zögern. Ich blickte erwartungsvoll in Fabis Gesicht. ,,Mhhja...“ , stotterte er. Das machte mich froh. Ich wusste nicht wieso. Ich hatte doch Quentin. Meinen Quentin. Doch Fabi hatte das gewisse etwas, das Quentin nicht hatte. Keine Ahnung wieso und was es war, doch uns verband etwas. Das spürte ich.
Ich schaute in seine meerblaue Augen. Er tat es mir gleich. Er sah so süß aus, wie er mich mit seinen Augen verträumt anschaute. Es kam was kommen musste. Ich lächelte ihn an und ehe ich mich versehen konnte, spürte ich schon seinen Mund auf meinem und seine Zunge, die unbedingt in meine Mundhöhle eindringen wollte. Ich hätte den Kuss abbrechen können, doch das wollte ich absolot nicht. Mich durchfloss ein Gefühl von Glück und Geborgenheit, dieser Kuss sollte einfach nie, nie enden.
Doch er endete. Ganz plötzlich und ganz unvermittelt, so wie er auch angefangen hatte. Wir schauten uns gegenseitig in die Augen und mein Musiklehrer hätte wohl zu mir : ,,Du glotzt wie ein Busfahrer!“ gesagt, hätte er mich gesehen.
Ich schaute ihn langsam von oben bis unten an. Seine blonden Locken. Seine meerblaue Augen. Sein süßer Mund. Sein verschmitzer Blick. Sein T-Shirt mit dem V-Ausschnitt. Seine hellgraue Hose. Er sah perfekt aus. Perfekt und total süß.
Auf einmal brach er das Schweigen: ,,Du ich muss dann auch mal wieder los-vielleicht sieht man sich ja mal wieder!“. Mit einem Check, so wie wir uns auch begrüßt hatten, machte er sich auf den Weg aus dem Café. Erst langsam, dann rannte er. Und dann war er weg. Ohne mir irgendwas von ihm zu hinterlassen. Weder seine Handynummer, noch seinen ganzen Namen, damit ich ihn auf Facebook adden könnte. Alles was er mir hinterlies waren Gedanken an den Kuss, an Quentin und was Lhinn wohl dazu sagen würde.
Mein Handy meldete sich. Ich schaute aufs Display. Natürlich Quentin. Natürlich mein Freund. Mein Freund?
Zögernd drückte ich auf ,,Gespräch akzeptieren“ und krächzte ein ,,Ja?“ ins Telefon. ,,Hey mein Schatz. Treffen wir uns heute noch?“ - ,,Ne, ich geh mit n paar aus der Mannschaft noch was saufen.“ - ,,Okay, dann wannanders. Morgen oder so. Ich liebe dich!“ - ,,Ich dich auch, bye“. Mindestens eine der beiden Aussagen von mir waren gelogen. Ich hatte nichts für heute geplant, hatte bloß keine Lust auf Quentin. Und ob ich ihn liebte? Schwer zu sagen.
Ich steckte die Ohrstöpsel in den Soundeingang und machte Cro an.

,,Ja ich bin so supergut gelaunt
war schon lang nicht mehr so gut gelaunt
Auch wenn du es mir nicht glaubst
Ey dieser Tag ist super duper.“

Besonders ,,gut gelaunt“ klang Cro wirklich nicht, und auch ich war alles andere als ,,gut gelaunt“, ich hätte an Ort und Stelle anfangen können loszuheulen!
Nachdem ich nochmal zwei Minuten in die Leere gegafft hatte, zahlte auch ich und verließ die Bar, um mich auf den Weg nach Hause zu machen.
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Re: Zur falschen Zeit am falschen Ort

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