Weihnachtsgeschichte bei boypoint!

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Max221B
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Re: Weihnachtsgeschichte bei boypoint!

Beitragvon Max221B » 12 Dez 2017, 23:57

Och maaan das ist so schön... Und traurig... Ach man.
Hab ewig nicht mehr im Forum reingeschaut. War früher eigentlich fast täglich hier.

Jetzt lese ich hier und erinner mich an die schöne Zeit hier. Deine Geschichten... CODA. Diese Abkürzung hat mich grad total an alles erinnern lassen. Richtig emotionales Flashback grad. An deine Geschichten und alles hier... Ich werd vielleicht nicht täglich reinschauen, aber vielleicht öfter als alle paar Monate. :)

Danke Sky für die schönen Weihnachtsgeschichten, die letzten Jahre und jetzt auch! <3

Armer Lukas... Ach Jules... :cry: <3
Aber was macht Jack nun? Bin gespannt.
♫ Music makes you braver ♫ キリト

Re: Weihnachtsgeschichte bei boypoint!

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Re: Weihnachtsgeschichte bei boypoint!

Beitragvon Skystar » 17 Dez 2017, 17:43

Ich hoffe ihr nehmt es mir nicht übel, dass ich in einer Weihnachtsgeschichte einen Charakter hab sterben lassen, aber es hat sich richtig angefühlt. Es war nur konsequent, denn das Julius sterben würde, hat sich schon seit der ersten Weihnachtsgeschichte abgezeichnet. Ich hab mir aber viel Mühe gegeben, die letzten Szenen zwischen Julius und Lukas besonders schön zu gestalten. Als ich die Idee dazu hatte... kamen mir die Tränen! Allein nur, weil ich daran gedacht habe, dass Julius sterben würde...
Mich würde es sehr interessieren, wie ihr Julius Tod aufgenommen hat! Und obwohl er jetzt nicht mehr unter uns weilt, ist er doch ein wichtiger Bestandteil der Geschichte, denn Lukas erinnert sich auch weiterhin an ihn und seine Erlebnisse mit ihm.


Kapitel 4: Erinnerungen an Weihnachten
Ich saß in meinem Zimmer auf der Fensterbank und blickte hinaus auf die Straße und in den Park. Es war ein Tag wie jeder andere – kalt, nass und ätzend! Ich lungerte seit Tagen nur noch in meinem Zimmer herum. Ich hatte keine Lust zur Uni zu gehen, meine Geschwister zu besuchen, oder mich überhaupt mit irgendjemand zu unterhalten. Dennoch sollte sich dies heute ändern…
„Hi Alec, ist Lukas da?“, hörte ich meine Freundin Lexi im Flur draußen fragen, nachdem sie an unserer Wohnungstür geklingelt hatte und Alec ihr aufmachte.
„Also da ist er auf jeden Fall.“, hörte ich Alec ihr antworten. „Aber es kann gut sein, dass du auf ihm eine dicke fette Staubschicht vorfinden wirst. Er kommt so gut wie nie aus seinem Zimmer heraus. Vielleicht nachts, wenn Yuki und ich bereits schlafen und er Hunger hat…“
„Ich seh gleich mal nach ihm.“, sagte Lexi und kurz darauf klopfte sie auch schon an meiner Tür. Ich antwortete ihr nicht. Mir war es lieber, wenn sie wieder ging, aber wer Lexi kannte, der wusste genau, dass sie nicht so leicht das Handtuch warf. Lexi klopfte erneut, öffnete aber dieses Mal ohne Erlaubnis die Tür und streckte ihren Kopf in mein Zimmer. „Ist die Luft rein?“ Ich drehte meinen Kopf zu ihr und starrte sie ausdruckslos an. „Ah, doch keine Staubschicht auf dir. Sag mal, wie lange willst du hier eigentlich noch rumgammeln? Los zieh dich an und folge mir!“
„Lass mich in Ruhe und verschwinde!“, entgegnete ich mürrisch.
„Oh nein Freundchen. So haben wir nicht gewettet!“, rief Lexi mir entgegen, packte mich am Arm und zog mich vom Fenstersims runter. „Ich bin nicht nach Deutschland zurückgekehrt, um mit einem Zombie befreundet zu sein, der überhaupt nicht mehr unter Menschen kommt.“
„Was soll ich denn deiner Meinung nach tun, hm?“, fragte ich Lexi genervt.
Lexi blickte mich mit ihren großen Augen traurig an. Sie wusste nur zu gut, wie ich mich fühlte und ließ mich gerade deshalb nicht im Stich. „CODA? Die Weihnachtsfeier? Es gibt haufenweise vorzubereiten und wenn schon nicht für uns, dann tu es wenigstens für Julius!
Ich stöhnte, akzeptierte aber Lexis Vorschlag. „Ich hoffe sehr, du spielst die „Für-Julius-Karte“ jetzt nicht jedes Mals aus, wenn ich mich dir widersetze…“

„Lukas…“ Herr West kam auf mich zu und drückte mich fest an sich. „Das mit Julius tut mir schrecklich Leid. Wie geht es dir denn inzwischen?“
„Scheiße?!“, antwortete ich lediglich murrend, während wir uns auf die Couch setzten und Lexi uns einen heißen Kakao zubereitete. Im Hintergrund arbeiteten ein paar CODA-Mitglieder am Aufbau der Weihnachtsfeier. Die Deko und der Christbaum standen aber schon seit Beginn der Adventszeit.
„Ich weiß wie du dich fühlst.“, sagte Herr West schließlich. „Es gibt keinen größeren Schmerz, als einen Menschen zu verlieren, den man liebt.“
Herrn West Aussage ließ mich aufhorchen. „Haben Sie denn auch jemanden verloren, der ihnen sehr wichtig im Leben war?“, fragte ich schließlich neugierig und hoffte, in kein Fettnäpfchen zu treten.
„Meinen Bruder, Oscar.“, antwortete Herr West mir, während Lexi mit drei Tassen heißem Kakao zu uns zurückkehrte. „Er kam vor acht Jahren bei einem Autounfall ums Leben.“
„Das tut mir sehr leid.“, sagte ich und blickte Herrn West traurig an, der nun in Erinnerungen an seinen Bruder schwelgte. Auch Lexi ließ diese Information traurig stimmen, doch der heiße Kakao, den sie für uns zubereitete, wärmte uns von innen und wir sprachen über die Weihnachtsfeier.
Lexi und ich halfen schließlich bei den Vorbereitungen für die Weihnachtsfeier und auch Yasin gesellte sich schon bald zu uns und packte ordentlich mit an. „Du sollst doch nicht so schwer heben.“, meinte er zu Lexi, womit er Recht hatte.
„Mach dir um mich keine Sorgen.“, sagte Lexi. „Mach dir eher Sorgen darüber, wo wir in Zukunft wohnen werden. Das Angebot meiner Eltern, bei ihnen zu bleiben, ist zwar großzügig, aber mit einem Baby könnte das alles etwas viel werden. Wir bräuchten was Eigenes…“
„Ich bin auf Wohnungssuche, aber der Markt hat aktuell nicht so viel zu bieten, was wir uns leisten können.“, erklärte Yasin ihr.
Ich horchte interessiert zu, doch als ich Frau Bruck den Clubraum betreten sah, galt mein Interesse nur noch ihr. Ihr Besuch kam unerwartet. In ihren Händen trug sie einen Karton. „Hallo Lukas.“, begrüßte sie mich mit sanfter Stimme. „Verzeih bitte, dass ich störe.“
„Sie stören keineswegs Frau Bruck.“, entgegnete ich schnell.
Frau Bruck nickte und lächelte dabei etwas traurig. „Ich glaube, dass hier gehört dir.“, sagte sie und überreichte mir den Karton mit all den Fotos, den ich bei Julius stehen gelassen habe.
„Danke, den hab ich irgendwie total vergessen.“, sagte ich betrübt.
„Gern doch. Also dann… auf Wiedersehen.“ Frau Brucks Besuch war kurz und vermutlich wäre es nett von mir gewesen, sie auf einen heißen Kakao oder Kaffee einzuladen, aber mein Mund schien mit einem Siegel versehen worden zu sein, denn ich brachte einfach kein Wort heraus.
Ich setzte mich auf die Couch, den Karton mit den Fotos in meinen Armen und betrachtete ein paar davon. Dann sah ich mich in der CODA um und erinnerte mich zurück an den Tag, als Julius und ich der CODA beigetreten waren:

„Na was sagst du? Ist es nicht spitze hier?!“ Julius drehte sich mit ausgestreckten Armen im Kreis und freute sich hier an diesem Ort zu sein – Der „Community of Dreaming Artist“. Er hatte mich hierher gelockt, indem er mir erklärte, wieviel Spaß man hier hätte und das wir hier neue Leute kennenlernen könnten, die genauso verkorkst sind, wie wir selber.
„Schönen guten Tag ihr beiden. Die CODA freut sich über jeden Besucher und noch mehr über jedes neue Mitglied, welches wir in unserer Runde willkommen heißen können.“, sagte Herr West, der auch damals schon den Club leitete. „Seht euch in aller Ruhe um und wenn ihr Fragen habt, dann kommt ihr einfach zu mir.“
Herr West ging wieder und ich wandte mich sofort an Julius und flüsterte ihm ins Ohr: „Du hast mit keinem Sterbenswort erzählt, dass ein Uni-Professor diesen Club leitet. Wie sieht das denn aus, wenn wir hier beitreten? Also ob wir ihm in den Arsch kriechen wollen?“
„Ach was. Der Mann ist ganz locker drauf.“, sagte Julius überzeugt. „Glaub mir, es ist toll hier und was kann schon schief gehen? Wir sind zusammen und nur das ist was zählt, oder?“
Julius leistete sehr gute Überzeugungskraft, also beugte ich mich seinem Wunsch und wir traten der CODA bei. „Also schön, jetzt gibt es nur noch ein Problem.“, sagte ich skeptisch. „Lexi. Sie hasst Club-Mitgliedschaften und es wird nicht einfach sein, sie ebenfalls zu überzeugen, hier beizutreten! Aber das mein lieber Freund, darfst du übernehmen.“ Ich klopfte Julius auf die Brust, der von seiner guten Überzeugungsarbeit nun nicht mehr ganz so überzeugt zu sein schien.


Julius hatte ich es zu verdanken, dass ich der CODA beigetreten war und ich bereute es keine einzige Sekunde. Selbst Lexi hatte sich hier gut eingelebt und es war echt nicht einfach, sie von dem Club zu überzeugen, dass in ihren Augen ein Heimatort für Nerds uns Freaks war.
Nachdem ich nun schon einmal außer Haus war, konnte ich genauso gut meiner Familie einen Besuch abstatten, denn heute sollten eigentlich auch meine Eltern von ihrer vierwöchigen Rundreise aus Amerika zurückkehren. Bereits vor der Haustür konnte ich die aufgeregten Stimmen der beiden Zwillinge und das Gebell unseres Hundes Niko hören. Irgendwas schien wieder los zu sein und als ich klingelte, öffnete Lena mir zugleich die Tür. „Gott sei Dank, dich schickt der Himmel!“
„Ich hab ein Déjà-Vu, so als hätte das vor kurzem erst jemand zu mir gesagt.“, erwiderte ich daraufhin. „Was ist los Lena. Was bedeutet der ganze Aufruhr hier?“
„Mum hat gerade eben angerufen. Ihr Heimflug wurde aufgrund eines heftigen Schneesturms gecancelt und sie sitzen nun am Flughafen fest. Sie wissen nicht, wann sie nach Hause kommen können. Die Zwillinge sind deshalb außer Rand und Band.“, erzählte Lena mir ausgepowert.
„Fällt Weihnachten dieses Jahr etwa aus?“, hörte ich Sarah fragen, die sich für meine Ankunft gar nicht zu interessieren schien.
„Wann kommen Mum und Dad nach Hause?“, fragte Sebastian etwas mehr besorgt.
„Ich weiß es nicht. Jetzt stellt mir doch nicht all diese Fragen, auf die ich keine Antwort weiß.“, entgegnete Lena gestresst. „Oh Lukas, bitte tu mir den Gefallen und geh mit Niko Gassi ja?! Du siehst ja selber, wie er bereits quengelt, aber ich muss noch die Wäsche waschen, das Abendessen vorbereiten und…“
„Kein Problem Lena. Mach ich gerne.“, sagte ich sofort, als ich verstand, in welcher Notlage sich Lena gerade befand. Vermutlich überlegte sie es sich gerade zweimal, ob sie wirklich eine Familie gründen möchte. Auf die Zwillinge vier Wochen aufzupassen, war ja schon stressig genug, aber sie befanden sich mitten in der Pubertät und dann war da ja auch noch unser Hund Niko.
„Ich danke dir! Du bist ein Engel!“, rief Lena mir dankbar entgegen.
„Hm…, auch das hab ich schon einmal gehört.“, entgegnete ich leicht schmunzelnd.

Ich zog mit Niko durch die Straßen, die von den Laternen hell beleuchtete waren. Es war ein nasser Tag wie jeder andere, aber wenigstens hatte es bereits heute Mittag aufgehört zu Regnen. Ich ging mit Niko in einen kleinen Park ganz in der Nähe, als ich glaubte das Klingeln eines Glöckchens zu vernehmen. Ich blieb stehen und horchte. Stille. Hatte ich mich etwa getäuscht? Nein, denn es klingelte ein zweites Mal und Niko fing zu Bellen an. „Pssst Niko. Hör auf zu Bellen.“, zischte ich, als es ein weiteres Mal klingelte und Niko losrannte. Er war so schnell, dass mir die Leine aus der Hand fiel und Niko im Dickicht der Bäume und Büsche verschwand. „Niko, komm zurück!“, rief ich böse, doch unser Hund gehorchte natürlich nicht, weshalb ich ihm hinterher rannte.
Das Klingeln des Glöckchens war erneut zu hören und es schien sogar lauter zu werden. Nachdem ich mich durch ein paar Büsche durchgezwängt hatte, stand ich vor einem großen, hellbeleuchteten Gebäude. Es war von einer hohen Mauer umgeben, vor der Niko nun kauerte. „Na du Ausreißer. Was sollte das denn?“, fragte ich meinen Hund, als ich plötzlich Kinderstimmen aus dem Gebäude vor mir vernahm. Das Klingeln des Glöckchens war erneut zu hören, doch dieses Mal wollte ich es genauer wissen und kletterte kurzerhand auf den Ast eines Baumes. Nur gut, dass ich Handschuhe angezogen hatte, denn der Baum war nass und dreckig. Vom Ast aus, konnte ich über die Mauer hinweg sehen und durch die Fenster des Gebäudes. Viele Kinder rannten dort umher, spielten miteinander und hatten Spaß. Ein Kinderheim, schoss es mir durch den Kopf.
„Traurig, nicht wahr?“ Mein Herz machte einen Hüpfer, als wie aus heiterem Himmel Jack neben mir stand und ebenfalls zu den Fenstern des Kinderheims empor blickte. Ich wollte mich beschweren, dass er mich nicht so erschrecken sollte, aber Jack sagte etwas, was mich nachdenklich werden ließ. „All diese Kinder…, haben ihre Eltern verloren. Entweder bei der Geburt, weil sie von ihnen verstoßen worden sind, oder auch durch einen tragischen Umstand. All diese Kinder feiern Weihnachten ohne ihre Eltern. Sie haben zwar einander, aber das ist nicht dasselbe, wie wenn sie eine Familie hätten.“ Jacks eisblauen Augen schimmerten im Mondlicht, während den Kindern beim bunten Treiben zusah. Weihnachten – das Fest der Liebe und Wunder und auf einmal kam mir eine Idee.
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Re: Weihnachtsgeschichte bei boypoint!

Beitragvon Skystar » 18 Dez 2017, 10:42

Meine Weihnachtsgeschichte endet dieses Jahr endgültig und auch "Queer durchs Leben" endet diese Woche. Doch was kommt danach?
Am kommenden Samstag (23.12) lade ich euch alle zu einem Weihnachtsfeier-Chat-Abend im Alligatorennest ein. Beginn: 20 Uhr!
Dort werde ich bekannt gegeben, was meine nächsten Projekte sind, aber ihr dürft auch gerne ein paar Wünsche äußern. Zudem gibt es eine exklusive Vorschau auf das Finale der Weihnachtsgeschichte. Und dann werden wir über die Feiertage sprechen, wie ihr sie verbringt und was ihr euch vom neuen Jahr 2018 verspricht. Ich würde mich sehr über euer Kommen freuen.
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Re: Weihnachtsgeschichte bei boypoint!

Beitragvon nobodyfrm » 18 Dez 2017, 11:25

Hallo lieber Skystar,

meinen Unmut über das Ableben eines weiteren Charakters von dir, habe ich ja bereits geäußert. Ich weiß nicht, was schmerzhafter ist: zu wissen und sich darauf vorbereiten zu können, dass jemand in absehbarerer stirbt, ggf. die letzte Zeit nur noch existiert oder wenn es plötzlich und unerwartet passiert.

Mit Jack hat Lukas jemanden an dem er seine ganze Wut und Trauer auslassen kann, der auch immer zum richtigen Zeitpunkt erscheint.

Welche Idee wird Lukas gekommen sein? Möchte er die Kinder in die CODA zur Weihnachtsfeier einladen?

Ich bin gespannt, wie es weiter geht, auch wenn es mich wehmütig stimmt, dass dies nun die letzte Fortsetzung der wunderschönen Geschichte sein soll.

Am 23. bin ich schon bei meiner Familie und ich weiß noch nicht, was wir am Abend vor haben.

LG nobody

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Re: Weihnachtsgeschichte bei boypoint!

Beitragvon ArokhsSohn » 18 Dez 2017, 17:15

Ach Mann, Sky...

der Titel Dramaking ist Dir sicher (nicht im negativen Sinne, sondern weil Du es verstehst, so zu schreiben). Wie schnell das Jahr letztendlich doch vorbei gegangen ist. Und hier sind wir nun mit einer letzten Weihnachtsgeschichte voller Emotionen und - wie Max221B schon gesagt hat - wundervollen Flashback-Effekten. Da hast Du Dir ein richtig schönes, großes Story-Universum geschaffen mit vielen Bezügen und Erinnerungen. Das Lesen dieser Geschichte fühlt sich mit jedem Teil besonders an :good:

Julius' Tod hat mich echt traurig gemacht. In dem Moment, wo es Gewissheit wurde, ist mir ein Schauer über den Rücken gelaufen. Das war keine schöne Wendung, aber dieser letzte Moment zwischen den beiden Freunden ist wirklich wundervoll geschrieben. Das macht den Storyverlauf daraufhin auch so herzzerreißend. Diese Rückblenden dazu... ich geb's zu, das lässt mich grad voll sentimental werden.

Ich finde Deine Geschichte, wie nicht anders zu erwarten, super! (Ja ich weiß, man sagt mir nach, ich sei leicht zufrieden zu stellen, aber diese Geschichte IST wunderschön - vor allem auch wegen der vielen Bezüge zu vorangegangenen Teilen und Geschichten, was ein großes Ganzes erkennen lässt).

LG, Arokh

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Re: Weihnachtsgeschichte bei boypoint!

Beitragvon Skystar » 19 Dez 2017, 18:05

Wer schon immer wissen wollte, was meine persönlichen Highlights in meinen Geschichten sind, der kann sie nun hier nachlesen:
http://skystar-stories.xobor.de/t28f6-Meine-Lieblings-Szenen-Figuren-aus-quot-Eine-Weihnachtsgeschichte-quot.html#msg57

Hier zähle ich nicht nur meine Lieblingsszenen- und Figuren auf, ich erzähle auch ein paar Hintergrundinfos, warum ich manche Dinge so schrieb, wie sie nun auf Papier bzw im Computer stehen.
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Re: Weihnachtsgeschichte bei boypoint!

Beitragvon Skystar » 24 Dez 2017, 16:56

Heute ist Weihnachten! Und jetzt noch eine freudige Nachricht an alle Leser: Da Heiligabend und der 4.Advent dieses Jahr auf den ein und denselben Tag fallen und es eigentlich immer sechs Kapitel pro Weihnachtsgeschichte waren, erscheint das sechste und letzte Kapitel dieses Jahr am 1.Weihnachtsfeiertag! Ihr müsst also keine Sorge haben, dass die letzte Weihnachtsgeschichte kürzer ausfällt. Und als kleine Zugabe gibt es wie immer einen Epilog, der dieses Jahr am 2.Weihnachtsfeiertag erscheint. Also los geht´s, stürzt euch in das neuste Kapitel, in dem Lukas, seine Freunde und seine Geschwister Weihnachten feiern - und als wäre das alles nicht schon schön genug, gibt es auch noch eine ganz besondere Überraschung für langjährige Fans meiner Geschichten. Viel Spaß!


Kapitel 5: Wunder von Weihnachten
„Soll das etwa den Stern von Bethlehem darstellen?“, fragte mich Jack unverfroren, während er mir über die Schulter beim Basteln zuguckte und im Hintergrund Weihnachtsmusik im Radio lief.
„Das ist mein erster Strohstern, also sei still, oder ich stopf ihn dir in den Mund.“, erklärte ich und drohte ihm dabei zugleich.
„Heyhey, ich hab nur gefragt.“, meinte Jack lächelnd und setzte sich auf einen freien Stuhl neben mich. Er legte seine eisigen Füße auf den Tisch und kippte mit dem Stuhl nach hinten und wieder vor, als wäre es ein Schaukelstuhl. „Du bist irgendwie gereizt, kann das sein?“
„Und du unverschämt – kann das sein?!“, konterte ich, während ich weiter bastelte. „Der Stern ist für die Weihnachtsfeier heute Abend im Clubhaus. Ich gebe mir die größte Mühe, also wäre es schön, wenn du deine abfälligen Bemerkungen für dich behältst.“
„Schon gut, schon gut. Ich sehe durchaus, wie viel Mühe du dir wegen heute Abend gibst.“, sagte Jack, der meine Mühe auf einmal zu schätzen wusste. „Das ist ein großes Unterfangen, für alle, aber du hast dir in der letzten Woche wirklich die allermeiste Mühe gegeben. Ich bin stolz auf dich!“
„Danke…, aber könntest du bitte deine Eisklumpen vom Tisch runternehmen?“, fragte ich.
„Wieso? Riechen sie nach Pinguinen?“, fragte Jack verdutzt. „Nach was anderem können die gar nicht riechen, denn schließlich bin ich kein Mensch und heute Morgen hab ich am Südpol noch ein Rennen mit Pinguinen veranstaltet, bevor ein Schneesturm mich zu dir hierher geweht hat.“
„Interessant.“, sagte ich und wusste nicht, ob ich das lustig finden und lachen sollte. „Apropos Schneesturm. Könntest du dem in Michigan nicht endlich mal ein Ende machen, damit meine Eltern wieder nach Hause zurückkehren können?“
„So einfach ist das nicht.“, sagte Jack nun etwas ernster. „Ich bin zwar durchaus in der Lage den Schnee nach meinem Willen zu manipulieren, aber es zerrt an meinen Kräften. Außerdem würde ich mir Frau Holle damit zum Feind machen.“
Mit einem Mal sah ich auf. „Frau Holle gibt es wirklich?“, fragte ich mit großen Augen. Jack fing an zu grinsen, woraufhin ich ihn beleidigt ansah. „Ach du bist doch doof.“
„Du glaubst auch an den Weihnachtsmann oder? Frau Holle ist eine Märchenfigur, mehr nicht!“, sagte Jack ganz laut und lachte mich dabei aus. Dabei verlor er jedoch das Gleichgewicht und kippte mit dem Stuhl nach hinten. Er lag am Boden und sah nur noch Sterne, während ich lauthals lachte.
„Gelächter, hier? Bin ich in der falschen WG gelandet?“, fragte Alec, der plötzlich in der Küche stand und sich den Schal auszog.
„Wie? Was?“ Ich hatte mit Alec erst in einer Stunde gerechnet. Ich wusste, dass außer mir niemand in der Lage war, aber ganz sicher war ich mir nicht. „Siehst du außer mir hier noch jemanden?“
Alec sah mich mit einem seltsamen Ausdruck im Gesicht an. „Das ist eine eigenartige Frage, sogar für deine Verhältnisse.“, sagte er und ging ganz knapp an dem Stuhl vorbei, auf dem Jack nach wie vor hin und her wippte und amüsiert drein guckte. „Fahren wir heute gemeinsam?“, fragte Alec und öffnete den Kühlschrank, um sich einen kleinen Snack für zwischendurch zu gönnen.
„Nein, ich muss vorher noch was erledigen.“, antwortete ich gedankenverloren. „Und danach komme ich gleich mit meinen Geschwistern gemeinsam zur CODA:
„Gut, dann bis später.“, sagte Alec und verschwand mit einem Joghurt in seinem Zimmer.
„Du weißt doch, dass außer dir mich niemand sehen kann.“, sagte Jack schließlich. „Ich bin der Geist von Weihnachten. Geister sieht man nicht, aber man hört sie herumspuken.“, erklärte Jack mir.
„Öffne mal dein Herz.“, sagte ich, nachdem ich aus meiner Cola-Flasche einen Schluck nahm.
„Wieso?“, fragte Jack mich verwirrt.
„Ich will meine Cola kalt stellen. Lauwarm schmeckt sie nicht.“, antwortete ich und nun war ich es, der ein Witz auf die Kosten von Jack machte. Doch leider ging das in die Hose, denn Jack fand das offensichtlich gar nicht komisch. Er stand auf und verschwand ohne ein Wort.

Es war Heiligabend und ich konnte an nichts anderes als an Julius denken. Wir hatten geplant, dieses Weihnachten noch einmal zusammen zu verbringen, aber dazu kam es nun leider nicht mehr. Jedoch gab es da etwas, was ich noch zu erledigen hatte. Ein Versprechen, welches ich einlösen musste.
„Lukas?!“, gab sich Frau Bruck erstaunt, als ich vor ihrer Tür stand.
„Guten Abend.“, sagte ich leicht lächelnd, als auch noch Dr. Lazarus erschien.
„Bitte, komm rein.“, bat Frau Bruck mich. „Es ist kalt draußen. Kann ich dir einen Tee anbieten, oder vielleicht etwas anderes zu trinken? Wir haben auch Glühwein im Keller.“
„Nein danke. Ich wollte auch gar nicht lange stören…“, antwortete ich leicht zurückhaltend. „Ich bin eigentlich nur hier, weil ich Julius versprochen habe, Ihnen das zu geben, sollte er… sollte er…“
Ich zog ein kleines verpacktes Geschenk aus einer Beuteltasche, den ich die ganze Zeit mit mir herum schleppte und überreichte es Frau Bruck. Verwundert sah sie erst mich und dann das Geschenk an. Sie schien sich unsicher zu sein, ob sie es öffnen sollte, doch als Dr. Lazarus ihr eine Hand auf die Schulter legte, da begann sie die Schleife zu öffnen. Heraus kam die Spieluhr, die Julius über Ebay bestellt hatte und die ich beim Uhrmacher für ihn abholen sollte. Ich hatte es beinahe vergessen und mich erst gestern wieder daran erinnert. Also bin ich wie ein Besessener zum Uhrmacher gehechtet, um die Spieluhr abzuholen. Zu meinem Leidwesen hatte der Uhrmacher schon zugemacht, weshalb ich an seine Tür hämmerte, bis er mir schließlich notgedrungen die Tür öffnete. Ich erzählte ihm von Julius und seiner Mutter und weil Weihnachten ist, machte er eine Ausnahme.
Frau Bruck betrachtete die Spieluhr und ich konnte ein Leuchten in ihren Augen sehen. Sie öffnete die Spieluhr schließlich und eine sanfte Weihnachtsmelodie erklang. Frau Bruck hielt die Spieluhr mit ihrer linken Hand fest, während sie ihre rechte Hand berührt auf ihre Brust legte, wo ihr Herz schlug. Tränen zeichneten sich in ihrem Gesicht ab. Auch Dr. Lazarus und ich lauschten der himmlischen Melodie, bis sie nach etwa einer Minute wieder verstummte. Frau Bruck sah mich mit Tränen in den Augen an und sagte ganz leise Danke. Ich lächelte und verabschiedete mich anschließend, aber nicht ohne den Beiden noch schöne Weihnachten zu wünschen.
Als ich das Grundstück verließ, blickte ich noch ein letztes Mal hoch zu den Fenstern. In Julius Zimmer ging das Licht an und ich konnte die schattenhaften Umrisse von Frau Bruck erkennen, die noch immer die Spieluhr in ihrer Hand hielt. Wahrscheinlich spielte sie die Melodie noch einmal ab und egal wo sich Julius gerade befand, er würde zuhören und glücklich lächeln.

Als ich später am Abend zusammen mit meinen Geschwistern die CODA betrat, da wehte uns der warme Duft von frischgebackenen Plätzchen, Kinderpunsch und Glühwein entgegen. Familien und Freunde füllten den Clubraum, in dem selige Weihnachtslieder ertönten. „Lukas, schön dass du deine Familie mitgebracht hast.“, begrüßte Herr West uns freudig. „Eure Mäntel und Mützen werdet ihr jetzt nicht mehr brauchen, denn wir haben es hier kuschelig und warm.“
„Ehrlich gesagt bin ich froh, dass wir kommen durften.“, meinte Lena. „Das Weihnachtsessen zuzubereiten, war sonst immer Mamas Ding, aber dieses Jahr…“
„Naja, aber die verkohlte Gans von vor drei Jahren war ihr auch nicht geglückt.“, erwiderte ich.
„Boah, der Weihnachtsbaum ist ja riesig!“, rief Sebastian begeistert. „Ich stell mich gleich mal davor und mach ein Selfie. Dann kann ich das Foto Noel schicken.“ Ehe wir uns versahen, war Sebastian zum Christbaum geeilt. Sarah schlurfte ihm leicht träge hinterher.
„Ist sie immer noch so muffelig?“, fragte ich Lena.
„Ich glaube sie ist enttäuscht, weil unsere Eltern dieses Jahr zu Weihnachten nicht mit uns feiern können.“, erklärte Lena mir.
„Dürfte ich bitte alle kurz um ihre Aufmerksamkeit bitten!“, rief Herr West von einem Podest, während er ein Mikrofon in seiner Hand hielt. „Erst einmal möchte ich mich dafür bedanken, dass sie alle so zahlreich hier erschienen sin.“ Es folgte ein kleiner Applaus aller Anwesenden. „Und natürlich möchte ich mich auch bei all jenen bedanken, die dazu beigetragen haben, dass wir es heute Abend so gemütlich in unserem Clubhaus haben. Ich glaube, das ist der bislang schönste Weihnachtsbaum, den wir jemals hatten.“ Es gab erneuten Beifall. „So und zu guter Letzt möchte ich noch ein paar ganz besondere Gäste hier willkommen heißen. Ihnen haben wir es zu verdanken, dass wir heute alle hier sind – hier in der „Community of Dreaming Artist“ – die Gründungsmitglieder der CODA: Roy Kirchner und sein Ehemann Derek Brunn, Roys Schwester Annabelle Kirchner, Modedesignerin Katharina Fuchs und die kreativsten Köpfe Hamburgs Zacharias Tanner, Maximilian Schilling und Leon Schopp!“
Das war also die große Überraschung, von der Herr West sprach. Als die sieben genannten Personen aufgerufen wurden, war der Applaus riesig. Mir war gar nicht bewusst, welchen Kultstatus die Gründungsmitglieder der CODA inzwischen erreicht haben, aber es war überwältigend. Meine Augen blieben bei Leon haften, denn ich hatte bereits die Ehre und das Vergnügen ihn letztes Jahr kennenzulernen, als ich mit Herrn West und ihm auf dem Weihnachtsmarkt war. Auch er sah mich und winkte mir kurz zu. „Na der Applaus bei Justin Bieber ist ein Witz dagegen.“, meinte Herr West scherzhaft. „Ich hoffe ihr seid auch noch alle so gut drauf, wenn ich unsere letzten Gäste willkommen heiße: Meine Damen und Herren, die Kinder vom „Bambi Kinderheim“!“ Die Tür zum Clubraum sprang auf und unzählige Kinder strömten in den Clubraum. Zugegeben, es wurde leicht eng, aber die Stimmung war fröhlich, denn es gab nichts Schöneres als lachende Kinder an Weihnachten.“
Jetzt konnte die Weihnachtsfeier richtig losgehen. Jeder hatte Spaß und war fröhlich. Ich befand mich gerade in der Nähe des Weihnachtsbuffet, an der auch ein paar der CODA-Gründungsmitglieder anstanden. „Hey, hat eigentlich jemand was von Wallace gehört?“, fragte Derek Brunn.
„Ja ich.“, antwortete Katharina Fuchs, die von ihren Freunden aber nur Kat genannt wurde. „Er ist gerade in England unterwegs und stellt dort sein neustes Buch vor.“
„Wow, der Knabe startet ja richtig durch.“, sagte Annabelle Kirchner.
„Na und wie läuft´s so in der Liebe?“, hörte ich eine Stimmer hinter mir fragen und als ich mich umdrehte, grinste Leon mich an.
„Nicht so gut. Ich und mein Freund haben uns getrennt…“, antwortete ich gerade heraus.
„Das tut mir Leid und dein anderer Freund?“, fragte Leon weiter nach.
Ich lächelte, auch wenn mir innerlich traurig zumute war. „Er ist vor zwei Wochen verstorben.“
Diese Nachricht schockierte nun auch Leon. „Oh… das ist…“
„Schon gut.“, sagte ich schnell. „Du musst nichts sagen. Mir geht es gut…“
„Hey Kumpel, baggerst du meinen Freund an?“, fragte ein sehr athletisch gebauter Junge mich. Es war Zacharias Tanner, der aber eher unter dem Spitznamen Zack bekannt war. Zack schaute mich grimmig an, aber als er mein verwirrtes Gesicht sah, lächelte er. „Schon okay. Du kannst jederzeit etwas von meinem Kuchen abhaben, wenn du möchtest.“
„Sag mal! Bin ich jetzt ein Kuchen oder was, welches in sechszehn Stücke geteilt wird?“, protestierte Leon, während Zack ihn angrinste.
„Wenn du der Kuchen bist und Zack die Sahne oben drauf, was bin dann ich?“, fragte Max, ein weiteres Gründungsmitglied der CODA.
„Du bist die Kirsche.“, antwortete Zack ohne lange zu überlegen. „Aber wieso muss ausgerechnet ich die Sahne sein? Nur weil ich immerzu am meisten Sperma produziere?“
„ZACK!“, Leon schaute seinen Freund mit großen Augen an, konnte sich ein Grinsen allerdings nicht verkneifen. Zack und Max – das waren also Leons Freunde. Eins musste man Leon lassen: Er hat Geschmack und Glück obendrein, aber schließlich sah Leon jetzt auch nicht unattraktiv aus.
Ich ließ die Drei weiter über Kuchen, Sahne und die Kirsche weiter quatschen und hielt Ausschau nach Arti, der sich auch für den heutigen Abend dazu bereit erklärt hatte, den Weihnachtsmann zu spielen. „Lukas?“ Eine Frau kam auf mich zu und blickte mich überrascht, aber auch erfreut an. „Du erkennst mich nicht oder? Ich bin die „Fee“ – aus dem Kindergarten?!“
Ich öffnete leicht meinen Mund vor Überraschung. „Natürlich erkenne ich Sie.“
Meine alte Kindergärtnerin lächelte. „Das du mich nicht gleich wieder erkannt hast, kann ich dir nicht übel nehmen. Die ersten Alterserscheinungen sind auch an mir nicht ganz vorübergegangen, da hat auch der Feenstaub nichts geholfen.“
„Ja, Julius und ich haben Sie sehr oft damit bestreut.“, sagte ich und fing zu lachen an.
Meine alte Kindergärtnerin lächelte ebenfalls, aber traurig. „Ich hab von Julius Tod in der Zeitung gelesen. Das muss wirklich schrecklich für dich sein und das auch noch an Weihnachten…“
„Es geht… danke.“, entgegnete ich lediglich. Ich unterhielt mich noch ein wenig mit ihr über alte Zeiten und erzählte ihr, was ich heute so trieb. Von ihr erfuhr ich hingegen, dass sie längst keine Kindergärtnerin mehr war, sondern nun als Betreuerin im Waisenhaus arbeitete.
Nach einer viertel Stunde verabschiedete ich mich wieder von ihr und suchte weiter nach Arti. Dabei stieß ich auf Lena und Christoph: „Hey, habt ihr Arti schon irgendwo gesehen?“
Christoph schüttelte den Kopf, als ein Mädchen dicht an Lena vorbei rannte. Ich hörte das Klingeln eines Glöckchens. „Hey, war das nicht gerade…?“ Lena blickte dem Mädchen unsicher nach. Auch ich glaubte das Mädchen schon irgendwo einmal gesehen zu haben.
„Hohoho, Fröhliche Weihnachten!“, rief auf einmal eine tiefe Stimme vom Podest. Arti der Weihnachtsmann war gekommen und er hatte einen riesigen Sack voller Geschenke im Schlepptau.
Die Kinder rannten sofort zum Podest, darunter auch meine beiden nicht mehr allzu kleinen Geschwister Sebastian und Sarah. „Ist das jetzt Arti oder Christoph?“, fragte Sarah ihren Bruder.
„Na meine Lieben, wart ihr dieses Jahr auch alle ganz artig?“, fragte der Weihnachtsmann und lächelte die Kinder an. „Ich hab hier für jeden von euch etwas, das dürfte euch gefallen!“ Der Weihnachtsmann zog ein Geschenk aus seinem Sack und überreichte es einem kleinen Jungen, der einen regelrechten Freudentanz aufführte. Danach beschenkte der Weihnachtsmann auch alle anderen Kinder, einschließlich meiner beiden Geschwister Sebastian und Sarah. Die Kinder packten ihre Geschenke natürlich auf der Stelle aus. Es waren viele tolle Spielsachen und ich wunderte mich, woher Arti all diese teuren Geschenke hatte. Lexi, ich und die anderen haben viele Tage daran gearbeitet, ein paar schöne Geschenke zu basteln, um die Waisenkinder glücklich zu machen. „So meine Lieben, ich muss jetzt weiter, denn es gibt noch ganz viele andere Kinder, die ich heute Abend beschenken muss. Aber vergisst bitte eines nicht: An Weihnachten geht es nicht ums Nehmen, sondern auch ums Geben. Weihnachten ist das Fest der Liebe, der Hoffnung und vieler guter Taten.“
Mit diesen letzten weisen Worten verschwand der Weihnachtsmann und Herr West rief Roy und Annabelle aufs Podest, die nun für etwas weihnachtliche Live-Musik sorgten.
Doch es waren keine zehn Minuten vergangen da… „Hoho, Fröhliche Weihnachten!“, tauchte der Weihnachtsmann erneut auf.
„Hey Arti, das hatten wir doch schon, aber sag mal, wo hast du all die Spielsachen her?“, fragte ich nun neugierig.
„Spielsachen? Wovon redest du? Ich bin doch gerade erst gekommen.“, antwortete Arti mir. Ich war sprachlos. Konnte das wirklich sein? War der Weihnachtsmann von gerade eben etwa der richtige, der einzig wahre Weihnachtsmann?!
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Re: Weihnachtsgeschichte bei boypoint!

Beitragvon Skystar » 25 Dez 2017, 19:15

Hohoho, Frohe Weihnachten! Na, bin ich der echte Weihnachtsmann oder nicht? Wohl kaum, aber ein Geschenk hab ich dennoch für euch dabei: Das letzte Kapitel zu meiner letzten Weihnachtsgeschichte. Die Geschichte von Lukas neigt sich dem Ende, aber nicht vergessen: Morgen gibt es noch einen Epilog!


Kapitel 24: Der Geist von Weihnachten
Ich rannte aus dem Clubhaus hinaus ins Freie. Vielleicht musste ich einfach nur mal frische Luft schnappen, schließlich glaubte ich dem echten Weihnachtsmann begegnet zu sein. Zufälligerweise standen auch gerade meine Freunde Lexi, Yasin, Alec und Yuki draußen, um den Trubel ein wenig zu entfliehen. „Hey Leute, habt ihr zufällig den Weihnachtsmann vorbei fliegen sehen?“
„In seinem Rentierschlitten? Ja klaaar!“, antwortete Alec mir mit einem sehr breiten Grinsen.
„Lukas, wie viel Glühwein hast du schon getrunken?“, fragte Lexi mich argwöhnisch.
„Sehr witzig. Ich bin noch vollkommen nüchtern.“, sagte ich launisch.
„Noch…“, wiederholte Alec und lachte. Yasin stimmte in dem Lachen mit ein.
„Ach ihr seid doch doof.“, sagte ich genervt, aber auch ich musste ein wenig lachen. „Hey Lexi, wie läuft es mit der Wohnungssuche?“
„Nicht so gut. Ich glaube, wir werden erst einmal bei meinen Eltern wohnen bleiben müssen.“, antwortete Lexi mir betrübt, woraufhin ich Alec ein Zeichen gab.
„Aaaaalso das glaube ich eher nicht.“, sagte dieser und holte dabei weit aus. „In unserer WG ist nämlich schon bald sehr viel Platz frei. Yuki und ich werden nämlich ausziehen, um einfach in unseren eigenen vier Wänden leben zu können. Wir haben sogar schon was gefunden und werden im Januar umziehen. Es ist zwar recht klein, aber dafür sehr gemütlich.“
„Was Alec damit sagen möchte: Ich falle ihnen auf den Wecker und er möchte, dass ich ab sofort euch auf den Wecker falle.“, führte ich weiter aus und lächelte Yasin und Lexi dabei an. „Natürlich nur wenn ihr nichts dagegen habt…“
Die Freude darüber stand Lexi ins Gesicht geschrieben. Sie und Yasin blickten sich an und fielen sich glücklich in die Arme. „Es hat ganz den Anschein, als hätten sie keine Einwände.“, merkte Yuki an.
„Gut, sonst hätte ich ein schlechtes Gewissen gehabt.“, sagte Alec. „Wer sonst sollte auf unseren Lukiboy hier die nächste Zeit aufpassen.“
„Das ist so toll. Wir danken euch!“, rief Yasin glücklich.
„Ist doch Ehrensache. Nur gut, dass es einen Fahrstuhl bei uns gibt, denn schon bald werdet ihr einen Kinderwagen benötigen.“, meinte ich. „Aber um eines mal gleich klar zu stellen: Sobald der kleine Racker hier auf der Welt ist, werde ich mir Ohrenstöpsel zulegen, denn Onkel Lukas kann sehr muffig werden, wenn er seinen Schönheitsschlaf nicht bekommt. Ach und mein Zimmer, das könnt ihr als Kinderzimmer haben. Ich werde in Julius ehemaliges Zimmer ziehen…“
Lexi war erfüllt von Dankbarkeit mir gegenüber und nahm mich so fest in die Arme wie schon lange nicht mehr. Es fühlte sich unbeschreiblich gut an. „Julius hatte Recht. Du bist wirklich der beste Freund den man sich nur wünschen kann.“, sagte sie und rührte mich damit zu Tränen.
„Oh Gott hör auf, ich wollte heute Abend nicht weinen.“, sagte ich schnell und lächelte sie an.

Am nächsten Tag – ich hatte bei meinen Geschwistern übernachtet und musste mir zusammen mit meinem kleinen Bruder ein Bett teilen – gab es ein herrliches Weihnachtsfrühstück. Lena, Christoph, Sebastian, Sarah und ich saßen gemeinsam am Frühstückstisch und waren guter Stimmung, als es um elf Uhr an der Tür klingelte. „Schon wieder Arti im Weihnachtsmannkostüm?“, fragte Sebastian hoffnungsvoll. Seine Gier nach Geschenken nahm dieses Jahr offensichtlich gar kein Ende.
„Ich geh schon.“, sagte Christoph zu Lena, nachdem diese bereit aufstehen wollte, von ihrem Ehemann aber daran gehindert wurde.
So saßen wir Geschwister das erste Mal seit langer Zeit wieder alleine, aber gemeinsam an einem Tisch. Sebastian und Sarah zankten sich wegen Nichtigkeiten und Lena rollte mit ihren Augen, während sie mich lächelnd ansah. Doch dann richtete sich meine Aufmerksamkeit auf eine Gestalt, welches ich durchs Küchenfenster erspähen konnte. Eine Gestalt im blauen Pulli und mit weißem Haar. Kurz darauf kam Christoph zurück in die Küche. Er hatte zwar nicht den Weihnachtsmann im Schlepptau, aber Geschenke gab es dennoch und zwar die Schönsten, die man sich nur vorstellen konnte. „Mum, Dad!“, schrie Sarah über alle Maßen erfreut, da unsere Eltern plötzlich in der Küche standen und uns ebenfalls freudig begrüßten, als hätte ein Schneesturm sie hereingeweht. Sarah stürmte auf sie zu und nahm unseren Vater sofort in die Arme. Sebastian stand ebenfalls auf und umarmte unsere Mutter.
„Fröhliche Weihnachten alle zusammen!“, rief mein Vater glücklich.
„Ihr hier? Aber was ist mit dem Schneesturm?“, fragte Lena ganz überrascht, aber ebenso erfreut.
„Der hat gestern wie durch ein Weihnachtswunder aufgehört.“, antwortete unsere Mutter ihr. „Und da wir schon sehr lange auf der Warteliste standen, durften wir den erstbesten Flieger nehmen, um zu euch zurückzukehren.“
„Erste Klasse wohlgemerkt!“, fügte unser Vater stolz hinzu.
„Oh ja, erstklassiger Service und die Sitze waren so bequem, dass ich euren Vater nur mit Müh und Not daraus gebracht habe, sonst säße er jetzt noch im Flieger.“, erklärte unsere Mutter amüsiert.
„Es ist so schön, dass ihr da seid. Das ist das schönste Weihnachtsgeschenk von allen!“, rief Sarah glücklich und die Tage, an denen sie überall miese Laune verbreitete, waren wohl gezählt. Offenbar war sie einfach nur stinkig, weil unsere Eltern dieses Jahr zu Weihnachten nicht Zuhause waren.
„Na gut, wenn wir schon von schönen Weihnachtsgeschenken reden, dann können Christoph und ich euch die frohe Botschaft auch gleich überbringen.“, sagte Lena, während Christoph seinen Arm um sie legte. „Wir haben gestern nämlich einstimmig beschlossen, dass wir ein Kind adoptieren werden. Als wir gestern all die Waisenkinder gesehen haben, da wurde unser Herz weich und wir fühlten beide dasselbe. Wir bereiten damit nicht nur uns ein Geschenk, sondern auch einem Kind, welches wir ein warmes Zuhause und eine liebevolle Familie geben werden.“
„Lena, das sind wirklich wundervolle Neuigkeiten!“, rief unsere Mutter glücklich, nahm Lena in die Arme und drückte ihr einen Kuss auf die Wange.
„Herzlichen Glückwunsch Christoph, zu dieser tollen Entscheidung.“, sagte unser Vater und schüttelte meinem Schwager stolz die Hand.
„Werden wir dann zu Onkel und Tante?“, fragte Sebastian in die Runde. „Bin ich nicht viel zu jung, um schon ein Onkel zu sein? Ich weiß ja gar nicht, was ich da alles beachten muss.“
„Du musst rein gar nichts beachten. Sei einfach nur für deinen zukünftigen Neffen oder deine Nichte da, wie du für deine Geschwister da bist.“, meinte Lena lächelnd zu ihm.
„Gut, wenn es ein Junge ist, zeige ich ihm, wie man richtig spuckt und wenn es ein Mädchen ist, muss sich Sarah um sie kümmern, denn mit Mädchen hab ich nichts am Hut.“, sagte Sebastian und brachte mit seinen Worten alle zum Lachen – einschließlich mich.

Nach dem reichhaltigen Essen der letzten Tage, hatte ich das Gefühl, eine Kugel vor mir herzuschieben. Julius würde mich jetzt sicherlich wieder triezen, wenn er mich so sehen könnte. Er hatte auch leicht reden, denn egal wie viel er immer gegessen hat, er nahm immer nie zu. Ich hingegen musste nur Essen anstarren, um dick und kugelrund zu werden. Also machte ich das einzig richtige: Einen Verdauungsspaziergang durch den Park. Es dämmerte bereits und kalt war es auch, aber wieder einmal hing ich meinen Gedanken nach, die mich warm hielten.

Ich war im Kindergarten und aß gerade mein letztes Stück von einem Apfel, als ich zu Julius sah, der sich gerade mit unserer Kindergärtnerin Fee unterhielt. Dabei sah Julius geheimnisvoll zu mir herüber.
„Und? Hast du dein Versprechen aufgeschrieben, so wie wir es besprochen haben?“, fragte Julius mich später, als die anderen Kinder auf dem Spielplatz spielten und nur wir beide uns etwas von den anderen distanzierten, um einen Plan in die Tat umzusetzen. Wir beide hielten ein Versprechen auf einen Zettel fest, legten diese in eine Holzkiste und wollten diese dann unter der Erde in der Nähe einer Eiche vergraben. Beide trugen wir Gummistiefel, um nicht allzu dreckig zu werden und um das Loch zu graben, hatten wir beide eine kleine Schaufel von Zuhause mitgenommen.
„Natürlich.“, antwortete ich verlegen, verschwieg ihm dabei aber, dass es in Wirklichkeit Lena aufschrieb. Ich war schließlich erst Sechs! „Willst du es lesen?“
„Nein, erst wenn wir es eines Tages wieder ausbuddeln, aber bis dahin vergeht hoffentlich viel Zeit.“, antwortete Julius mir. „Leg deinen Zettel nun in die Holzkiste.“, sagte Julius und ich folgte seiner Anweisung, indem ich meinen Zettel zu seinem dazu legte. „Also abgemacht. In fünfzig Jahren oder so, kommen wir wieder hierher, buddeln die Kiste aus und schauen, ob wir unsere Versprechen eingehalten haben. Sollte aber einer von uns schon eher den Löffel abgeben, erhält der andere die Erlaubnis, die Kiste vorher wieder auszubuddeln.“


Als ich unserer Kindergärtnerin Fee bei der gestrigen Weihnachtsfeier wieder begegnet bin, erinnerte ich mich an die Holzkiste, die Julius und ich einst vergraben haben. Ob sie noch immer dort unter der Erde lag? Vermutlich hat sie längst einer ausgegraben, sich über die Zettel totgelacht und die Kiste verbrannt. Es war unwahrscheinlich, dass sich die Kiste nach über sechszehn Jahren noch immer an Ort und Stelle befand.
„Ignorierst du mich jetzt etwa?“, fragte mich eine Stimme, die ich inzwischen ganz klar Jack zuordnen zu wusste. Ohne es zu bemerken, lief ich an dem Geist von Weihnachten vorbei, der seelenruhig auf einer Parkbank saß und sich vermutlich seinen hübschen Hintern abfror. Er lächelte mich zwar an, aber in seinen Augen lag ein Ausdruck von Trauer und Schmerz.
„Ich dachte, du bist schon längst wieder fort. Schließlich bist du vor drei Jahren auch an Heiligabend verschwunden.“, erklärte ich ihm meine Unaufmerksamkeit. Natürlich war das eine schwache Ausrede, denn Jack mit seinem schneeweißen Haar zu übersehen, grenzte wirklich an Ignoranz.
„Ja, aber letztes Jahr hab ich mich dir erst nach Heiligabend gezeigt.“, entgegnete Jack betrübt. „Dachtest du wirklich, ich hau einfach so ab? Ohne eine Wort des Abschieds…?“
„Naja…, ich dachte du wärst sauer auf mich, wegen gestern, du weißt schon. Der Witz mit der Cola…“, sagte ich und stand nun direkt vor Jack, der sich von der Parkbank erhob.
„Ich war nicht sauer. Keine Sekunde. Ich bin gar nicht in der Lage irgendetwas zu fühlen…, zumindest dachte ich das immer.“, antwortete Jack mir und drehte mir den Rücken zu. Ich verstand nicht, was er mir damit sagen wollte. Vielleicht war ich heute auch ein wenig schwer von Begriff.
„Ich verstehe nicht, was du mir jetzt eigentlich sagen willst.“, sagte ich deshalb.
„Ich auch nicht.“, erwiderte Jack schließlich.
„Heiliger Bimbam! Das kann sich ja keiner länger mit ansehen.“, sagte eine kleine Mädchenstimme. Da war sie wieder: Das Mädchen von der Weihnachtsfeier und endlich wusste ich auch, wo ich sie schon einmal gesehen hatte. Sie war das kleine Mädchen aus dem Kaufhaus von vor zwei Jahren, das ihre Eltern gesucht hat und dann auf meine Oma stieß. Ihr Name war glaube ich Bell! „Der Junge scheint dir richtig den Kopf verdreht zu haben, wenn du so rumeierst, Jack.“
Kopf verdreht? Wovon sprach das Mädchen? „Bell!“ Jack sah das Mädchen warnend an, doch die dachte gar nicht daran, ihren Schnabel zu halten.
„Lukas, weißt du eigentlich, dass du es nur Jack zu verdanken habt, dass deine Eltern heute nach Hause gekommen sind? Er hat dem Schneesturm in Michigan ein Ende bereitet.“, erklärte Bell ausführlich. „Dafür hat er all seine Kraft einsetzen müssen, bis ihm davon nichts mehr übrig blieb.“
„Was soll das heißen? Jack, wovon spricht sie?“, fragte ich Jack irritiert und besorgt.
Jack blickte mich zunächst stumm an, aber dann sprach er doch zu mir: „Auch meine Kräfte haben Grenzen und diese hab ich eindeutig überschritten. Nun wurde ich dafür bestraft und mein Leben, welches ohnehin kalt und trostlos war, wird noch dieses Jahr sein Ende nehmen.“
Ich starrte Jack entsetzt an. „Soll das etwa heißen…“, begann ich laut zu sagen, „…dass du stirbst? Verdammt, nicht du auch noch! Das ertrage ich nicht!“ Und schon wieder war ich den Tränen nahe. Was war dieses Jahr eigentlich nur los? Hat sich denn alles gegen mich verschworen? Jack schien verwundert über meinen Ausbruch zu sein, wohingegen Bell still in sich hinein lächelte. Jack trat wieder näher an mich heran und legte seine kalte Hand auf meine Schulter, um mich zu trösten. Dann packte ich ihn jedoch und zog ihn ganz fest an mich heran. „Bitte verlass mich nicht.“, flüsterte ich ihm ins Ohr und schniefte danach. Jack war kalt wie ein Eisberg, aber ich… ich… liebte ihn.
„Es tut mir Leid.“, sagte Jack schließlich und ich glaubte, selbst ihn schluchzen zu hören. „Wäre ich nicht in dein Leben getreten, dann hättest du jetzt ein Problem weniger und weitaus weniger Kummer…, aber es ist meine Schuld. Ich wollte es so…, weil ich mich in dich verliebt habe, Lukas!“
Ich stieß mich etwas von Jack ab und sah ihn überrascht an. Seine eisblauen Augen leuchteten im Mondlicht, der längst aufgegangen war. „Es ist wahr.“, sagte Jack, um sicherzugehen, dass ich ihm auch tatsächlich glaubte. „Ich hab mich in dich verliebt. An dem Abend, als wir uns küssten. Es traf mich ein Blitz. Ich hatte überhaupt nicht damit gerechnet. Meine Sehnsucht nach dir, wurde von Jahr zu Jahr schlimmer, aber mir wurde es nicht gestattet, dich wiederzusehen. Also schickte ich Bell vor, damit sie auf dich Acht gibt, aber auch ich war immer in deiner Nähe, unter anderem an dem Abend vor zwei Jahren, als du beinahe von einem Auto angefahren wurdest. Ich hab immer nur das Beste für dich gewollt, denn du bist der erste Mensch, der mir jemals was bedeutet.“
Jack hatte genug gesagt. Jedes Wort das er an mich richtete, fühlte sich wie ein Geschenk an. Ein Geschenk der Zuneigung und eben ein solches, wollte ich ihm zurückgeben. Ich beugte mich leicht vor und schloss meine Augen. Sein kalter Atem streifte meine Lippen, bis ich seine Lippen auf meinen spürte und ihm einen warmen Kuss schenkte. Es war der erste Kuss seit drei Jahren. Jack fühlte sich kalt an, dennoch glaubte ich sein Herz schlagen zu hören. Moment. Hatte der Geist der Weihnachten denn ein Herz? Und überhaupt: Warum wurde Jack gerade von Sekunde zu Sekunde wärmer. Der Duft von Zimtsternen zog mir durch die Nase, während ich Jack weiterhin küsste. Dann auf einmal wurden wir von Schneeflocken umhüllt. Bell lächelte in der Ferne, bis sie wie ein Stern in den Himmel verschwand und nur noch ein Glöckchen zu hören war. Über uns hörte ich den Ruf eines alten Mannes: „Hohoho, fröhliche Weihnachten! Los Rudolph, bring uns nach Hause zum Nordpol!“ Ich löste mich von Jack und blickte in den Himmel empor. Ein Schlitten flog über unsere Köpfe hinweg und als er außer Sichtweite war, rieselte leise der erste Schnee dieses Jahr vom Himmel.
„Was hat das alles zu bedeuten?“, fragte ich irritiert, aber auch unsagbar glücklich.
Jack lächelte mich an, welches wärmer war als jemals zuvor. „Ich glaube, der Weihnachtsmann hat uns beiden gerade das größte Geschenk auf Erden gemacht.“
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Re: Weihnachtsgeschichte bei boypoint!

Beitragvon Skystar » 26 Dez 2017, 21:34

Wie versprochen noch der Epilog zu "Die letzte Weihnachtsgeschichte" ... und wie der Titel schon sagt, ist diese Geschichte damit auch endgültig beendet. Ich danke allen, die es bis hierhin geschafft haben und verabschiede mich recht herzlich von Lukas, Julius, Jack und all meinen treuen Lesern. Auf Wiedersehen und gute Nacht!


Epilog:
Jack und ich saßen zusammen auf meinem Bett in meinem Zimmer, welches einst Julius gehörte. Wir hatten das Licht im Zimmer ausgemacht, um dem wunderschönen Schneetreiben besser vom Fenster aus beobachten zu können. Es war eine sehr ruhige Nacht und alles schlief tief und fest. Es schien fast so, als wären nur noch Jack und ich wach. Ich hielt eine Kiste in meinen Händen. Die Kiste, die ich einst mit Julius vergraben hatte und die ich heute zusammen mit Jack wieder ausgrub.
Jack legte seinen Arm um meine Schulter, denn ich traute mich nicht so recht, die Kiste zu öffnen. Ich wusste, welches Versprechen ich Julius einst gab, aber nicht, welches er mir gab. Ich sah Jack an, der mich aufmunternd anlächelte. Bereit dazu, öffnete ich schließlich die Kiste, die in all den Jahren der Natur standhielt. Unsere Zettel lagen zusammengefaltet im Inneren der Kiste. Auch wenn das Papier nicht mehr gänzlich weiß war, so konnte man noch immer entziffern, was auf ihnen geschrieben stand. Als erstes nahm ich meinen Zettel zur Hand und las Jack laut vor: „Ich verspreche, Julius immer ein guter Freund zu sein und…“ Ich hielt kurz inne. Da ich damals weder lesen noch schreiben konnte, hab ich Lena darum gebeten, mein Versprechen an Julius aufzuschreiben, aber jetzt stellte ich fest, dass sich Lena nicht ganz an meine Worte hielt und sich einen Scherz erlaubte. „…und ihm bei mir freie Hand zu lassen, wenn ich mal wieder unverschämt war.“
Jack blickte mich irritiert, aber lächelnd an. „Wie großzügig von dir. Versprichst du mir das auch?“
„Das hat Lena geschrieben, nicht ich. Sie hat mich reingelegt!“, erklärte ich schnell.
„Und?“ Jack blickte mich weiterhin verschmitzt lächelnd an.
„Und was?“
„Durfte Julius mit dir machen was er wollte?“, fragte Jack mich überaus interessiert.
„Julius durfte so ziemlich alles mit mir anstellen.“, antwortete ich nun selber mit einem strahlenden Lächeln. Wohlwissend, dass diese Antwort Jack ein wenig aus der Fassung bringen würde. Und in der Tat sah mich der ehemalige Geist von Weihnachten nun leicht schockiert an.
Doch ich widmete mich nun dem Versprechen, dass Julius mir einst gegeben hat. Erst zögerte ich, aber dann zog ich seinen Zettel aus der Kiste und entfaltete es. Als ich sein Versprechen las, spürte ich einen Stich in meinem Herzen. Ich las das Versprechen nicht laut vor, aber Jack guckte mir über die Schulter, als er sah, wie Tränen über meine Wangen kullerten. „Ich verspreche, für meinen Freund Lukas immer da zu sein, in guten wie in schlechten Tagen, bis das der Tod uns scheidet.“
„Ob er es damals bereits geahnt hat?“, gab sich Jack grüblerisch und vertiefte seinen Verdacht. „Auch ich war einst ein Mensch, vor vielen Jahrhunderten. Ich war jung und sprunghaft, ein richtiger Draufgänger, der sich nicht um Regeln scherte. Es war der kälteste Winter seit Anbeginn der Zeit und ich wollte unbedingt den ganzen Tag im Schnee spielen. Meine Mum meinte noch, ich soll mich wärmer anziehen, aber ich hörte nicht auf sie. Schließlich wurde ich krank… sehr krank. Ich sah den Schmerz in den Augen meiner Mutter, als es mir zunehmend schlechter ging und es keine Hoffnung mehr für mich gab. Mir war klar, dass mein Tod ganz nahe war und ich versprach meiner Mutter, als Geist über sie zu wachen und sie vor Unheil zu bewahren. Ich starb genau an Heiligabend und wurde als Geist der Weihnachten wiedergeboren. Ich löste mein Versprechen ein und passte auf meine Mutter auf, bis auch ihr Leben viele Jahre später vorüber war. Ich hab dafür gesorgt, dass sie trotz meines Todes noch ein glückliches Leben hatte. Seitdem beschütze ich die Menschen und versuche ihnen in ihrer Not beizustehen.“ Jack hielt inne. Seine Geschichte war interessant, denn es war das erste Mal, dass ich sie hörte. „Wer weiß…, vielleicht hat Julius jetzt meinen Platz eingenommen und du wirst ihn früher wiedersehen, als du denkst.“
Ich schüttelte den Kopf. „Er schrieb, dass er solange für mich da sei, bis er stirbt…“ Ich schluckte und wischte mir die Tränen aus dem Gesicht. „Julius ist fort… für immer.“ Erneut weinte ich bittere Tränen. Jack legte seinen Arm um mich und zog mich tröstend zu sich heran. Ich spürte seine Wärme, seine Geborgenheit, seine Liebe. Wo auch immer Julius sein mag, er konnte beruhigt sein, denn ich war nicht allein. Es war jemand für mich da, der sich an seiner Stelle nun um mich kümmerte.
Ich wusste es zu dem Zeitpunkt noch nicht, aber siebzig glückliche Jahre später, als dann auch meine Seele in den Himmel empor stieg, da begegnete ich Julius wieder. Er war um keinen Tag gealtert und auch ich hatte wieder mein Aussehen als junger Erwachsener. Julius streckte seine Arme nach mir aus und umarmte mich. „Schön dich wiederzusehen Lukas, und Frohe Weihnachten!“

ENDE !
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Re: Weihnachtsgeschichte bei boypoint!

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