Weihnachtsgeschichte bei boypoint!

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NikiLu
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Re: Weihnachtsgeschichte bei boypoint!

Beitragvon NikiLu » 18 Dez 2016, 16:50

Es is 4. Advent wo bleibt Teil 5 ?:oops: :bp:

Re: Weihnachtsgeschichte bei boypoint!

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Skystar
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Re: Weihnachtsgeschichte bei boypoint!

Beitragvon Skystar » 18 Dez 2016, 17:08

Bin schon da NikiLu^^. Ich wünsch euch noch einen schönen 4.Advent. Weihnachten steht kurz vor der Tür! Wer ist die geheimnisvolle Frau, die Lukas in der U-Bahn angesprochen hat? Die Antwort gibt es heute! :flag:


Kapitel 5: Weihnachtstrubel

Ich saß auf meinem Bett, die Decke über dem Kopf, und blickte aus dem Fenster. Draußen fiel Schnee vom Himmel und das schon seit fast drei Tagen ununterbrochen. Eigentlich hatte ich mich daran satt gesehen, aber es war besser hier zu sitzen, als nach draußen zu gehen und mich mit dem Menschen zu unterhalten, der mich seit über einem Jahr angelogen hat.
Es klopfte an meiner Tür. „Geh weg!“, rief ich mürrisch, doch wurde meine Aufforderung gekonnt ignoriert. Es war jedoch nicht der, den ich erwartet habe. Julius Kopf lugte vorsichtig in mein Zimmer, ehe er es betrat und sich wortlos zu mir aufs Bett setzte. Ich ließ ihn gewähren, auch wenn ich stark damit zu kämpfen hatte, meine Emotionen im Zaum zu halten. Julius legte von hinten seine Arme um mich und sah mit mir zusammen dem Schneetreiben draußen zu. Ein schönes Gefühl, dass trotz meiner Abwehrhaltung, mein bester Freund nicht locker ließ und mir zur Seite stand.
Doch irgendwann durchbrach Julius doch die Stille: „Du weißt, dass du dich nicht für den Rest deines Lebens hier drin verstecken kannst, oder?“, fragte er, doch antwortete ich ihm nicht. Julius sprach einfach weiter: „Du musst nicht mit mir reden Lukas, aber du musst mit ihm reden!“
„Kannst du mich nicht einfach in Ruhe lassen?!“, raunzte ich meinen besten Freund an und schubste ihn leicht von mir weg, was ich aber kurze Zeit später bereute. Julius schien mir zwar nicht böse zu sein, aber er stand wieder auf und verließ ohne ein weiteres Wort mein Zimmer. Fast im selben Augenblick, als die Tür zufiel, schossen mir Tränen ins Gesicht und es verging mindestens eine Stunde, bis ich mit dem Weinen wieder aufhören konnte.
Ich bekam nicht viel vom Leben der anderen mit, aber als ich hörte, wie sie die Wohnung verließen, um in die Kirche zu gehen, traute ich mich doch aus meinem Zimmer. Ich hatte großen Hunger und wollte mir ein paar Brötchen mit Wurst und Käse machen, als plötzlich Marcel hinter mir stand. Vor Schreck ließ ich die Packung Käse zu Boden fallen. Marcel wollte sie für mich aufheben, doch wurde ich kratzbürstig und scheuchte ihn weg. Er blieb jedoch in der Küche und leistete mir Gesellschaft, auch wenn ich gut darauf verzichten hätte können. Eine unangenehme Stille breritete sich in der Küche, bis ich mir irgendwann doch einen Ruck gab. „Ich dachte du bist mit den anderen in die Kirche? Ich mag es ganz und gar nicht, wenn sich einer von hinten an mich heranschleicht.“
„Es spricht!“, kam von Marcel als Gegenantwort, woraufhin ich ihm einen bösen Blick zuwarf. „Okay, tut mir Leid…, wie oft soll ich mich noch bei dir entschuldigen, wie Leid es mir tut?!“
„Es ist mir scheißegal wie oft du dich entschuldigst.“, sagte ich und versuchte dabei gleichgültig rüber zu kommen, wirkte aber wohl eher sauer. „Du hättest es mir sagen müssen!“
„Ich hab einfach nicht den geeigneten Augenblick dafür gefunden.“, versuchte Marcel sich zu erklären, doch sorgte seine Aussage bei mir für ein Kopfschütteln. „Bitte Lukas. Was kann ich tun, damit du mir verzeihst? Ich würde alles tun… ich liebe dich!“
„Ach auf einmal?!“, sagte ich nun etwas lauter und fluchte innerlich, denn erneut schossen mir Tränen ins Gesicht, die sich unaufhaltsam ihren Weg an die Oberfläche bahnten. „Du bist mir Tage, ach was sage ich, Wochen aus dem Weg gegangen, hast mich abgewiesen, ja sogar angepampt, wegen Nichtigkeiten und dann erfahre ich durch Zufall, dass du ein Kind hast!“
„Ich weiß es doch selber erst seit nicht allzu langer Zeit.“, erklärte Marcel mir, was es für mich aber auch nicht besser machte. „Sandra war ein Party-Flirt, ein One-Night-Stand und wir beide waren damals unachtsam. Wir hatten hinterher keinen Kontakt mehr miteinander. Dass das Kondom reißt und sie die Pille danach nicht genommen hat, dafür kann ich doch auch nichts. Sie hat ihre Schwangerschaft vor mir geheim gehalten und kam erst letzten Monat zu mir. Meine Welt stand Kopf, als ich erfuhr, dass ich Vater von einem kleinen Jungen bin. Wäre Noah nicht krank geworden, dann wüsste ich bis heute noch nichts von seiner Existenz. Sandra kam zu mir, weil sie meine Hilfe benötigte und um eventuelle Erbkrankheiten ausschließen zu können. Natürlich hätte ich es dir sagen müssen, aber ich wusste einfach nicht wie. Bitte Lukas, ich wollte dich wirklich nicht verletzen!“
Meine Wut ebbte langsam wieder ab und ich wurde von Traurigkeit überflutet. Es machte mich einfach so unsagbar traurig, dass mein Freund so ein großes Geheimnis vor mir verbarg. Doch das war ja auch noch längst nicht alles: „Und dann erzählst du ihr auch noch von mir und während du mal schnell auf die Toilette gehst, schnappt sie sich dein Handy und klaut meine Handynummer, damit sie mir Drohnachrichten schickt. Was stimmt mit der nicht?“
„Ich denke sie hatte einfach nur Angst. Sie ist ganz allein mit Noah. Ihre Mum ist verstorben, ihr Vater Alkoholiker und sie lebt bei ihren Großeltern.“, versuchte Marcel mir zu erklären. „Klar ist das keine Entschuldigung dafür was sie getan hat, aber sie meinte es sicherlich nicht böswillig. Nachdem sie mir von Noah erzählt hat, ist in ihr wohl die Hoffnung aufgekeimt, dass sie und ich zusammen kommen könnten, um gemeinsam für Noah da zu sein.“
„Mir ist das im Moment einfach alles zu viel…“, erwiderte ich lediglich und versuchte meine Gefühle im Zaum zu halten. „Ich geh wieder auf mein Zimmer. Bitte lass mich allein, damit ich über alles in Ruhe nachdenken kann.“ Ich verließ langsam die Küche und ließ Marcel mit gesenktem Kopf allein am Küchentisch sitzen. Als ich einen letzten Blick zu ihm warf, tat er mir wirklich leid, aber erst einmal musste ich mir darüber im Klaren werden, was das für unsere Beziehung bedeutete.

Nach einer Weile kamen Julius und Alec wieder aus der Kirche zurück. Doch waren sie nicht allein, sondern in Begleitung meiner Mum und meinen zwei kleinen Geschwistern Sarah und Sebastian. „Was macht ihr denn alle hier?“, fragte ich verblüfft, als es in der Wohnung auf einmal lauter wurde.
„Oh, du hast dein Zimmer verlassen!“, rief Julius überrascht. „Sehr schön, Alec und ich dachten schon, wir würden jetzt mit einem Zombie zusammen leben.“ Ich verzog leicht die Miene, bevor meine Mutter mich liebevoll in den Arm nahm. Julius ließ sich zu einem weiteren Kommentar hinreißen: „Hach, es geht doch nichts über ein wenig Mutterliebe.“
„Erfahre ich jetzt mal, was ihr alle hier zu suchen habt?“, fragte ich.
„Sebastian bekommt von Alec ein bisschen Gesangstraining und Sarah und ich wollten sehen, ob wir eure Jungs-Bude mal bisschen auf Vordermann bringen können.“, erklärte meine Mutter mir, doch nahm ich stark an, dass sie sich einfach nur Sorgen um mich machte und nach mir sehen wollte. „Also packen wir´s an!“ Meine Mutter krempelte sich die Ärmel hoch. Das Putzfieber hatte sie gepackt! „Wo stehen Putzeimer und Putzwedel?“
„Ich hoffe ihr wisst, was ihr damit angerichtet habt.“, sagte ich zu Julius und Alec, denn wenn meine Mutter erst einmal zum Putzen angefangen hatte, dann war sie nicht mehr zu stoppen. „Moment… wieso Nachhilfe in Gesangsunterricht? Hab ich da was nicht mitbekommen?“
„Du bekommst so einiges nicht mehr mit, wenn du dich Tag und Nacht in deinem Zimmer verkriechst.“, meinte Alec schmunzelnd. „Dein Bruder hat mich darum gebeten, aber warum, das soll er dir schon selber sagen.“
Ich blickte zu Sebastian, der leicht rot im Gesicht wurde und Augenkontakt vermied. Danach blickte ich erneut zu Alec, der keck grinste und ich bekam einen schrecklichen Verdacht. „Alec du Sohn eines Satans, vergreifst du dich etwa an meinem kleinen Bruder?!“
„Jetzt spinn dich aber aus!“, rief Alec mir lachend entgegen. „Ich steh auf Frauen und selbst wenn ich auf Jungs stehen würde, dann wäre mir dein Bruder viel zu jung. Ich bin nicht pädophil! Wenn schon mit Jungs, dann wäre unser lieber Julius hier genau mein Typ.“ Alec lachte und Julius zog erschrocken die Augenbrauen hoch. Unsere Blicke trafen sich und wir mussten beide gleichzeitig an unsere gemeinsame Nacht denken, über die wir noch immer im Dunkeln tappten.
„Gut zu wissen, dass du Julius attraktiver als mich findest.“, schlussfolgerte ich grummelig.
Alec lächelte. „Da ist ja wieder unser kleiner Brummbär, der meine Witze nicht lustig findet.“ Mit dieser Aussage, ließ ich mich zu einem Lächeln hinreißen, was sowohl meine Mutter, als auch Julius mit Freude zur Kenntnis nahmen. „Los kleiner Mann, fangen wir an!“ Alec zog sich mit Sebastian in sein Zimmer zurück und der Großputz in unserer Wohnung begann.

In weniger als einer Woche war Heiligabend. In all dem Trubel um mich herum, kam bei mir aber keinerlei Weihnachtsstimmung auf. Zwar verkroch ich mich nicht mehr länger in meinem Zimmer und auch mit Marcel hatte ich mich ausgesprochen, aber die Probleme blieben vorerst bestehen. Das Marcel einen Sohn hatte, damit hatte ich gar kein Problem, aber die Heimlichtuerei und der Überfall seiner Ex-Freundin auf mich in der U-Bahn machten es mir nicht leicht, Verständnis zu zeigen.
Zu allem Überfluss hatte ich meine Arbeit für Mr. Gabriel völlig außer Acht gelassen. Zwar hatte ich eine Zeichnung von Julius… nackt…, aber die konnte und wollte ich keinesfalls meinem Dozenten überreichen, obwohl Julius sogar damit einverstanden gewesen wäre. „Naja… eigentlich sehe ich doch sehr gut darauf aus. Du hast mich wirklich eins zu eins abgezeichnet!“
So stand ich also mit leeren Händen vor Mr. Gabriel, der natürlich alles andere als begeistert darüber war. „Ich will Klartext mit ihnen sprechen Herr Hader. Das sieht nicht gut für sie aus!“
„Ich weiß, aber ich…“
„Nanu, was ist das denn?“, fragte Mr. Gabriel, als er die Zeichnung von Julius auf seinem Schreibtisch unter ein paar anderen Werken entdeckte. Ich war völlig perplex. Ich dachte die Zeichnung läge bei mir Zuhause sicher verwahrt in meinem Zimmer. Wie war sie hierhergekommen? „Ist das von ihnen?“, fragte Mr. Gabriel mich und hielt mir die Zeichnung vors Gesicht. „Ihr Name steht drauf.“
„Ähm… na dann ist sie wohl von mir.“, gab ich etwas unsicher zu.
Mr. Gabriel begutachtete die Zeichnung und fällte sein Urteil. „Wieso sagen sie das denn nicht gleich? Die ist wirklich gut. Ist das Herr Bruck, der für sie Modell stand? Wahrlich eine Augenweide…“ Ich blickte meinen Dozenten verdutzt an. „…äh also sie wissen schon was ich meine…! Auf jeden Fall ist ihr Semester damit gerettet. Ein besseres Weihnachtsgeschenk für sie selber, hätten sie sich gar nicht machen können Herr Hader. Das ist wirklich eine hervorragende Arbeit!“ Ich lächelte noch etwas unsicher, aber insgeheim freute ich mich natürlich. Wie auch immer die Zeichnung den Weg auf Mr. Gabriels Tisch fand, ich war fürs Erste aus dem Schneider.

Das letzte Kapitel folgt an Heiligabend!
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Re: Weihnachtsgeschichte bei boypoint!

Beitragvon ArokhsSohn » 24 Dez 2016, 00:04

Skystar hat geschrieben:Was hat das mit Geistern zu tun?

Aber Sky, wie kannst Du fragen? Es geht doch immerhin auch um den Geist der Weihnachten :-P

Ha, aber sei doch froh, wenn es mich begeistert. Ist doch besser, als wenn es mich entgeistert, oder? ^^
Dein alternativer Dialog mit Lukas hat definitiv was :-D

So, die Auflösung um den Cliffhanger vom letzten Sonntag war fast wie erwartet und passt ganz gut zu den Reaktionen von Marcel in der letzten Zeit.
Was stimmt mit der (Sandra) nicht?

Ehrlich mal, eine sehr berechtigte Frage. Diese Drohungen sind dann schon bisschen sehr heftig. Angst, Alleinerziehung und Probleme hin oder her, das geht gar nicht.

Lukas, andererseits, reagiert auch ganz gern mal über, was ^^
Die Bemerkung „Alec du Sohn eines Satans, vergreifst du dich etwa an meinem kleinen Bruder?!“ mag am Ende vielleicht nicht wirklich ernsthaft gemeint gewesen sein, aber es war dennoch ziemlich unangebracht in dem Moment. Da war Lukas‘ Mundwerk wohl etwas schneller, als das Hirn. Immerhin nimmt Alec es recht gelassen hin.

Mr. Gabriel hat geschrieben:Ist das Herr Bruck, der für sie Modell stand? Wahrlich eine Augenweide…“ Ich blickte meinen Dozenten verdutzt an. „…äh also sie wissen schon was ich meine…!

:lol: Eine herrliche Stelle!
Tja, wie ist die Zeichnung da wohl hingekommen? War es Julius, der ja zuvor schon einverstanden war, es abzugeben? War es Marcel, der den Wert des Bildes erkannt hat und bei Lukas wieder etwas gutmachen wollte? Oder war es am Ende ein gewisser Weihnachtsgeist? ;-)


LG, Arokh


P.S.: Was den Schattenphönix betrifft: Wahrscheinlich schreibst Du den genau dann weiter, wenn ich anfange, ihn zu lesen. Dann hetze ich wieder durch die Kapitel, nur um wenigstens zum Finale mal noch ein paar Worte dazulassen :lol:
Nein, keine Sorge, eine Kommentarflut wie bei Dylan und Cosmo wird es diesmal nicht geben ^^

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Re: Weihnachtsgeschichte bei boypoint!

Beitragvon Skystar » 24 Dez 2016, 15:41

Frohe Weihnachten! Merry Christmas! Feliz Navidad! :flag:

Hier ist das letzte Kapitel der 3.Weihnachtsgeschichte. Die einzelnen Handlungsstränge laufen zusammen und münden in ein schönes, aber auch sehr rührseliges Weihnachtsfest. Bleiben Lukas und Marcel ein Paar, nachdem letzterer ihm einen Sohn verschwiegen hat? Wie wird Sebastians Gesangsauftritt enden? Und welche Geheimnisse werden noch aufgedeckt? Ich wünsche euch ein Frohes Fest, viel Spaß beim Lesen, aber auch beim Hören!


Kapitel 6: Engelsgesang

Leise rieselt der Schnee, still und starr ruht der See. Weihnachtlich glänzet der Wald, freue dich, Christkind kommt bald!“ Es war Heiligabend und ich saß bei meinen Eltern Zuhause auf der Couch und sang mit meiner ganzen Familie zusammen Weihnachtslieder. Dabei hielt ich mich jedoch ein wenig zurück, denn meine Gesangsstimme, war im Vergleich zu der meines Bruders nur schwer erträglich. Es war ein ruhiges, aber schönes Beisammensein der ganzen Familie. Auch Lena und Christoph waren zu den Feierlichkeiten erschienen. Unsere Mutter hoffte ja noch immer auf ein ganz besonderes Weihnachtsgeschenk, indem Lena uns allen mitteilt, dass sie schwanger sei und unsere Eltern somit Großeltern werden, aber diese Hoffnung wurde jäh zerstört, als ich ein Gespräch zwischen meinem Vater und Christoph belauschte. Sie standen in der Küche und ich wollte eigentlich nur die Gebäckschale mit frischen Plätzchen auffüllen, da die Kleinen bereits alle aufgefuttert hatten, als ich Christophs Stimme aus der Küche vernahm: „Möglicherweise kann Lena keine Kinder bekommen.“ Dieser Satz kam so unerwartet, dass ich erschrocken stehen blieb. „Wir waren vorige Woche beim Gynäkologen und er hat ein paar Tests durchgeführt. Wir müssen noch die Ergebnisse abwarten, aber es besteht die Möglichkeit, dass Lena nie Kinder bekommen wird. Ich weiß, du und Sabine hattet euch bereits darauf gefreut Großeltern zu werden…“
„Vergiss uns. Ihr seid jetzt viel wichtiger.“, hörte ich meinen Vater daraufhin sagen. „Vor allem aber braucht Lena dich jetzt an ihrer Seite, sollten die Testergebnisse wirklich nicht positiv ausfallen.“
Ich hatte genug gehört und wollte ins Wohnzimmer zurückkehren, als ich bemerkte, dass Lena hinter mir stand und die Unterhaltung unseres Vaters und ihres Gatten ebenfalls mitangehört hatte. Traurig blickte sie zu Boden und dann zu mir. Ohne ein Wort zu sagen, schritt ich auf sie zu und legte meine Arme um sie, um sie zu trösten. Es bedurfte keine weiteren Worte. So wie meine große Schwester immer für mich da war, wollte ich nun auch für sie da sein.
Die Weihnachtsstimmung ging dadurch natürlich ein wenig flöten, aber als später die Geschenke ausgepackt wurden, kehrte sie wieder zurück. Kaum zu glauben, dass ich bei all dem Stress noch die Zeit gefunden hatte, für alle ein passendes Geschenk zu finden. Das Geschenk der Zwillinge für Lena sorgte für diesen Abend aber für die größten Emotionen. In einer kleinen Schachtel befanden sich nämlich zwei kleine Babymützen, eine in Blau und eine in Rosa. „Sollten wir eines Tages Onkel und Tante werden, wollen wir nicht, dass dein Kind im Winter friert.“, erklärte Sarah ihr.
„Es sind zweierlei Farben, weil wir ja nicht wissen, ob Junge oder Mädchen.“, fügte Sebastian hinzu.
Lena blickte mit einem Lächeln und Tränen in den Augen auf die zwei Mützen in ihren Händen. Christoph legte seinen Arm um ihre Schulter, um sie zu trösten. „Was ist denn Lenchen? Gefällt dir unser Geschenk etwa nicht?“, fragte Sarah, als sie die Tränen in den Augen ihrer Schwester sah.
Lenas Gefühle überrannten sie, weshalb sie nur den Kopf schüttelte. Unsere Mutter ergriff schließlich das Wort: „Ich bin mir sicher, dass sich Lena über euer Geschenk sehr freut. Die Mützen sind wirklich bezaubernd.“ Offenbar war auch unsere Mutter über Lenas Probleme bereits in Kenntnis gesetzt. Natürlich war sie das. Wenn Lena Kummer hatte, dann rannte sie meistens zuerst zu unserer Mutter.
Das Auspacken der Geschenke ging weiter, zum Glück mit weit weniger Tränen in den Augen als bisher. Sogar Niko bekam ein Geschenk: Einen schönen großen Knochen mit Schleife versehen. „Nehmt lieber die Schleife ab, bevor er die noch mitisst.“, meinte mein Dad vorsorglich.

Anschließend zogen wir uns alle sehr warm an, um mit zwei Autos in die Kirche zu fahren. Die Zwillinge stiegen bei Christoph und Lena mit ins Auto, während ich bei meinen Eltern mitfuhr. Auf dem Weg zur Kirche, legte ich meinen Kopf auf die kalte Fensterscheibe, um besser in die Nacht rauszublicken. Die Straßen waren fast menschenleer und wie in dem Lied vorhin, fiel leise der Schnee vom Himmel herab und bedeckte die ganze Stadt mit weißem Zauber.
Bei der Kirche angekommen, besuchten wir als Erstes das Grab unserer Oma. Wir nahmen uns einen Moment Zeit, um an sie zu denken und an die schöne Zeit mit ihr zurückzudenken. Sarah kamen die Tränen und da ich hinter ihr stand, ging ich in die Knie und legte sanft meine Arme um sie. Das war nun heute schon die zweite Schwester, die ich die Arme nahm, aber das machte mir nichts aus, denn mir war meine Familie sehr wichtig und ich wollte für sie da sein. Jeder einzelne Moment mit ihnen war kostbar, denn das Leben zog so schnell an einem vorbei, dass ich es später nicht bereuen wollte, für sie, oder aber auch meine Freunde nicht da gewesen zu sein.
Nachdem unsere Füße auf dem eisigen Boden fast festgefroren waren, verabschiedeten wir uns von unserer Oma und schlenderten leise in die Kirche, in der bereits zahlreiche Menschen strömten. Am Eingang traf ich auf Julius, dem ich zunächst einmal nur Frohe Weihnachten wünschte. „Hast du später noch Zeit, oder wartet deine Mutter auf dich?“, fragte ich ihn.
„Meine Mutter ist mit ihrem Bruder und dessen Frau in die evangelische Kirche. Ich wollte aber lieber bei dir sein, um dir Frohe Weihnachten zu wünschen, also ja, ich habe Zeit.“, antwortete Julius mir mit einem Lächeln und ich war über seine Antwort sehr froh.
„Sehr gut, denn ich würde gerne…“ Ich unterbrach meinen Satz, denn ich erblickte Marcel, der im Schnee auf mich zugestapft kam. Er war jedoch nicht alleine, sondern in Begleitung von Sandra. Ich wusste, dass er sie heute mitbringen würde, dennoch war es ein ungewohnter Anblick für mich zu sehen, wie Marcel einen Kinderwagen vor sich herschob, indem sein Sohn lag. „Frohe Weihnachten.“, sagte er, kam auf mich zu und küsste mich auf die Wange. Ich erwiderte den Kuss mit einem Kuss auf den Mund. Es war unser erster Kuss seit keine Ahnung wie vielen Tagen. Ich hatte mich dazu durchgerungen uns Beiden noch eine Chance geben. Ich wollte seinen Sohn und auch seine Ex-Freundin kennenlernen. Mir war natürlich klar, dass das alles nicht absolut reibungslos verlaufen würde, aber ich liebte Marcel… und ich wollte nach wie vor mit ihm zusammen sein. Ich reichte Sandra friedvoll die Hand und nach kurzem Zögern, nahm sie sie entgegen.
„Lasst uns besser gleich reingehen, ehe Noah hier draußen noch erfriert.“, meinte Marcel und er ging mit dem Kinderwagen voran, während Julius uns allen die Tür aufhielt.
Der Weihnachtsgottesdienst war sehr schön gestaltet, ganz besonders die musikalische Begleitung. Alec drückte mit viel Gefühl auf die Tasten seines Klaviers, während die Violinistin Yuki Tenshi sich voller Leidenschaft der Musik hingab. Sebastian bereitete sich unterdessen auf seinen Auftritt im Chor vor. Zuvor ließ er seine Blicke in der Kirche umherschweifen, als ob er nach jemanden suchte.
Nach etwa zehn Minuten kam dann sein großer Auftritt, auf den er sich die letzten Wochen mit Hilfe von Alec vorbereitet hatte. Die Musik fing zu spielen an und begleitet von Alec, Yuki, dem Chor und himmlischen Glöckchen, fing mein kleiner Bruder zu Singen an. „The First Noel, the Angels did say. Was to certain poor shepherds in fields as they lay. In fields where they lay keeping their sheep. On a cold winter's night that was so deep. Noel, Noel, Noel, Noel. Born is the King of Israel!“
Es war ein zauberhafter Moment in der Kirche und alle lauschten dem schönen Gesang meines Bruders. Ich empfand so viel Stolz für meinen Bruder und ich konnte in den Augen meiner Eltern sehen, dass es ihnen nicht anders erging. So hatten wir unbeschreiblich schöne und unvergessliche Minuten, die uns allen mit Sicherheit noch lange in Erinnerung bleiben werden.

Als die Kirche zu Ende war und die Menschen allesamt langsam wieder nach Hause gingen, konnte ich dabei zusehen, wie Sebastians Mitschüler Noel auf meinen kleinen Bruder zurannte und etwas nervös vor ihm stehen blieb. Zuerst schienen beide nicht zu wissen, was sie sagen sollten, aber dann bedankte sich Noel bei Sebastian für das wunderschöne Lied, das zweifelsohne ihm gewidmet war. Für mich stand inzwischen außer Frage, dass Sebastian ganz nach mir kam… Plötzlich beugte sich Noel vor und drückte meinen kleinen Bruder zum Dank einen Kuss auf die Wange. Sebastian wirkte wie versteinert, lächelte aber, wohingegen ich rot im Gesicht wurde. Mein kleiner Bruder wurde langsam erwachsen und zu einem Mann…
„Hach ist das nicht süß.“, sagte Alec, der zusammen mit der Violinistin dazu stieß und wie ich die Jungs beobachtete. Auch Julius und Marcel standen bei mir und wünschten Alec noch Frohe Weihnachten. „Ihr kennt doch sicher alle inzwischen Yuki oder?“, fragte Alec, der völlig unerwartet seinen linken Arm um die Taille der Violinisten legte. „Yuki und ich sind nämlich schon seit einiger Zeit ein Paar, aber hatten es bisher geheim gehalten.“
„Oho, das ist wahrlich das Fest der Liebe.“, sagte Julius überrascht, gratulierte Alec aber, während ich Yuki lächelnd die Hand schüttelte.
Auf einmal stand Sandra hinter mir und tippte mir auf die Schulter. „Ich weiß ich bin etwas spät dran, aber ich möchte mich bei dir noch für mein Verhalten entschuldigen. Dir diese Nachrichten zu schicken war unangebracht und Marcel hat mich deswegen auch schon gerügt. Als er erfahren hat, was ich getan habe, war er stinksauer. Ich war der Meinung, Marcel und mir noch einmal eine Chance zu geben und hatte deshalb gehofft, er würde zu mir zurückkehren, aber er ist so unsagbar in dich verliebt, das glaubst du gar nicht. Wenn ich Probleme oder Kummer verursacht habe, dann tut es mir Leid, aber in erster Linie ging es mir einzig und allein um Noah, dem es nicht gut ging und der seinen Vater an seiner Seite braucht. Ich will nicht, dass mein Sohn ohne seinen Vater aufwächst. Ich hoffe du kannst das verstehen und verzeihst mir.“
Ich ließ Sandra ohne sie zu unterbrechen ausreden und nachdem ich erkannte, dass es ihr wirklich Leid zu tun schien, verzieh ich ihr und nickte. Marcel, der die ganze Zeit über neben mir stand, bedankte sich bei Sandra und blickte mir anschließend in die Augen. „Ich liebe dich, Lukas!“
„Ich liebe dich auch, du Dummkopf!“, erwiderte ich und daraufhin folgte ein noch intensiverer und längerer Kuss, als vor dem Gottesdienst.
Auch Alec und Yuki küssten sich, was für Julius nur schwer zu ertragen war. „Ist ja gut jetzt. Bin ich hier eigentlich der einzige einsame Single weit und breit?“
Alec und Marcel lachten, während Yuki zu Kichern anfing. Ich hingegen sagte: „Ich weiß gar nicht was du hast, wo wir Zwei doch schon augenscheinlich miteinander geschlafen haben.“ Mit dieser Aussage sorgte ich für allgemeine Überraschung, um nicht zu sagen für offene Münder. Selbst Julius blickte mich mit großen Augen an, weil ich es vor Alec und Marcel groß rausposaunte. Ich grinste über beide Ohren, denn inzwischen konnte ich mich wieder an alles erinnern, was in jener Nacht vorgefallen war. „Keine Sorge Jules, wir hatten keinen Sex miteinander. Es stimmt zwar, dass wir beide viel getrunken hatten, aber im Gegensatz zu dir, konnte ich noch selbstständig denken. Du hingegen hast es nicht einmal mehr in dein Zimmer geschafft, weshalb ich dich in mein Bett geschleift habe, wo ich dann todmüde und erschöpft neben dir eingeschlafen bin. Es war alles ganz harmlos.“
„Ich bin verwirrt. Hab ich was verpasst?“, fragte Marcel etwas eifersüchtig.
„Äh…, aber wir waren beide nackt.“, sagte Julius noch nicht ganz überzeugt.
„Ja, weil du dich als Nacktmodell angeboten hast, aber so nervös warst, dass du mir ebenfalls die Hosen runtergezogen hast, um gleiches Recht für alle zu bekommen.“, erklärte ich nun selber etwas peinlichst berührt. „Betrunken wie ich war, ließ ich das zu, aber gelaufen ist trotzdem nichts.“ Julius atmete erleichtert aus, doch einen Spruch hatte ich noch: „Naja, aber ich erinnere mich auch daran, wie du zu mir sagtest, dass ich einen knackigen Hintern habe und du ihn gerne streicheln würdest.“
Alec brach in Gelächter aus und auch Marcel fing zu Lachen an, nachdem er sich sicher war, dass zwischen mir und Julius nichts Ernstes gelaufen war. Julius blickte mich etwas böse an, aber auch er grinste später unweigerlich in sich hinein.
Nachdem Alec und Yuki gegangen waren und Marcel sich von Sandra und seinem Sohn verabschieden ging, waren Julius und ich noch einmal einen kurzen Moment für uns allein, wo ich ihm eine Frage stellte, auf die ich die Antwort bereits vermutete: „Weshalb hast du auf der Weihnachtsfeier eigentlich so viel getrunken? Du bist doch sonst nicht so der Typ für Alkohol.“
„Ich…, also ich… wieso frägst du mich das plötzlich?“, erwiderte Julius und wich meiner Frage aus.
„Weil ich glaube, dass es dafür einen bestimmten Grund gab und den hätte ich gerne von dir gehört.“, antwortete ich und allmählich zogen Schatten über meine Glücksgefühle.
Julius blickte sich unruhig um, ob auch kein anderer in unserer Nähe war. Ohne mir in die Augen zu sehen sagte er dann: „An jenem Tag hatte ich doch einen Vorsorgetermin bei meinem Arzt… und der hat mir gesagt, dass die Möglichkeit bestünde, dass meine Krankheit zurückgekehrt sei.“
„Und ist sie es?“, fragte ich besorgt nach, auch wenn ich die Antwort fürchtete.
Julius nickte. „Er hat es mir diese Woche bestätigt. Ich werde sterben, Lukas.“ Plötzlich brachen alle Dämme und Julius fing zum Weinen an. Sofort nahm ich ihn in die Arme und weinte ebenfalls. Wir standen eine ganze Weile so da und gaben uns gegenseitigen Halt, während Schneeflocken um uns herum vom Himmel herunterfielen und auf dem Boden liegen blieben.
Nach einer Weile, nachdem Julius und ich unsere Tränen getrocknet hatten, kehrte Marcel zurück. Ich lächelte ihn traurig an, ließ ihn aber über Julius Schicksal vorübergehend im Unklaren. Julius wollte sicherlich nicht allen das Weihnachtsfest vermiesen. So schlenderten wir Arm in Arm in Richtung Parkplatz, wo meine Familie bereits auf uns wartete. Oh Holy Night

Morgen folgt noch ein Epilog!
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Re: Weihnachtsgeschichte bei boypoint!

Beitragvon Skystar » 25 Dez 2016, 18:15

Hier noch der Epilog zur 3.Weihnachtsgeschichte, die gegen Ende leider etwas dramatischer ausgefallen ist. Ich hoffe das trübt nicht allzu sehr eure Weihnachtsstimmung... :flag:


Epilog: Was die Zukunft bringt

Am ersten Weihnachtstag wachte ich bereits sehr früh morgens auf. In dieser Nacht hatte ich leider besonders schlecht geschlafen, da ich immerzu an das denken musste, was Julius mir gestern mitgeteilt hatte. Diese Nachricht hat am Anfang noch nicht viel in mir ausgelöst, erst in der Nacht wurde mir bewusst, was dies zu bedeuten hatte. Julius wird sterben! Ich wälzte mich hin und her, aber ich konnte einfach nicht einschlafen und selbst als ich dann vor lauter Müdigkeit endlich zum Schlafen kam, wurde ich in einen fürchterlichen Albtraum gerissen.
Glückliche Weihnachten sahen anders aus, aber einen Trost gab es immerhin: Neben mir im Bett lag Marcel. Nach dem Stress der letzten Wochen hatten wir uns endlich wieder vertragen. Ich war so froh, ihn an meiner Seite zu wissen, denn mir stand eine schwierige Zeit bevor. Am Härtesten traf es natürlich Julius, der noch heute zu seiner Mutter aufbrechen wollte, die von seinem Schicksal noch gar keine Ahnung hatte.
Ich stieg leise aus dem Bett, um den noch schlafenden Marcel nicht zu wecken, zog mir meine Pantoffeln an und tapste leise in die Küche, um mir einen warmen Tee zuzubereiten. Als das Wasser kochte, blickte ich aus dem Fenster, von wo aus man einen herrlichen Blick in den Park hatte. Weil es noch so früh am Morgen war, waren auch noch keine Passanten unterwegs. Es wäre mir auch unbegreiflich gewesen, wer am Weihnachtsmorgen in aller Herrgottsfrüh in der eisigen Kälte rummarschieren würde. Das Wasser war nun heiß genug und ich legte mir einen Teebeutel von der Sorte Bratapfel-Zimt in die Tasse. Während ich wartete, bis mein Tee gezogen war, blickte ich erneut in den Park und entdeckte plötzlich einen Jungen mit schneeweißem Haar. Vor Schreck hätte ich die Tasse beinahe fallen lassen. Das war nicht möglich! War er es wirklich? Aus der Entfernung konnte ich es nur schwer erkennen, aber um mir Gewissheit zu verschaffen, zog ich mir schnell einen Mantel um meinen Pyjama an, dazu Stiefel, und rannte in den Park hinunter.
Dort angekommen blickte ich mich aufgeregt um, während ich mit jedem Atemzug eine weiße Wolke ausatmete. Von dem Jungen mit schneeweißem Haar fehlte jede Spur, bis… „Hallo Lukas…“ Diese Stimme. Wie aus dem Nichts sprach jemand zu mir. Ich kannte diese Stimme, doch konnte ich nicht glauben, sie nach so langer Zeit wieder zu hören. Langsam drehte ich mich um und meine Augen entdeckten den Jungen mit schneeweißem Haar. Um uns herum war alles zugeschneit und es fiel auch weiterhin Schnee vom Himmel herab. Doch meine Augen richteten sich nur auf diesen Jungen.
„J-Jack?!“ Er war es tatsächlich. Nach fast zwei Jahren traf ich endlich den Jungen wieder, der mir damals Herzklopfen bereitete. „D-Du bist zurückgekehrt.“
Jack trat näher an mich heran und ich konnte ihm wieder in seine eisblauen Augen blicken, die trotzdem eine angenehme Wärme ausstrahlten. „Ich hab dich beobachtet, immer, seitdem wir uns das erste Mal kennengelernt haben.“, sagte Jack, als er direkt vor mir stand und ich eine Gänsehaut bekam. „Ich darf eigentlich nicht hier sein, aber ich musste einfach zurückkehren, denn du wirst schon sehr bald meine Hilfe benötigen.“ Jack sprach in Rätseln und es war ihm verboten, mir nähere Details zu verraten, aber die Zukunft lag vor mir. Eine Zukunft der Angst und der Ungewissheit.

ENDE!
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Re: Weihnachtsgeschichte bei boypoint!

Beitragvon ArokhsSohn » 29 Dez 2016, 03:26

So Sky,
etwas verspätet, aber immerhin, da bin ich.

Dein Finale der diesjährigen Weihnachtsgeschichte war natürlich sehr schön. Wie ich schon vermutet habe, hast Du zunächst die Auflösung der einzelnen Handlungsstränge in friedliche Bahnen gelenkt – was ja auch sehr schön zu Weihnachten passt.

Lukas hat aber schon ein großes Herz. Die Entschuldigung von Sandra fand ich immer noch ein wenig dürftig, aber er macht da einen Haken dran und schaut in die Zukunft. Ein sehr feiner Zug von ihm.

Aber Sky, wie kannst Du DAS denn machen:
„Er hat es mir diese Woche bestätigt. Ich werde sterben, Lukas.“

O.O – wie grausam ist das denn bitte… Ich bin echt froh, dass ich das gelesen habe, nachdem Weihnachten vorbei war. Das hätte mich dann wohl doch runter gezogen :-(
Dass Julius das trotzdem so gut überspielen konnte, ist wirklich beachtlich!

Wat für ein fieser Cliffhanger ist das denn??? hat geschrieben:Jack sprach in Rätseln und es war ihm verboten, mir nähere Details zu verraten, aber die Zukunft lag vor mir. Eine Zukunft der Angst und der Ungewissheit.

NEIN, das kannst Du doch nicht machen, oder? Ähm, okay, Du bist der Autor, Du kannst…

Bitte schreib, dass das in der nächsten Weihnachtsstory (Oh Gott, ein ganzes Jahr warten???) aufgelöst wird. Wird Julius wirklich sterben? Gibt es gar keine Hoffnung? Was für schwere Zeiten stehen Lukas denn bevor? Was kam bei den Tests von Lena raus? Findet Sebastian tatsächlich sein Glück mit seinem Freund Noel? Wie ist es Lexi ergangen? Und, und, und…


Fazit:
Was wohl? Du hast das sehr gut gemacht, Himmelsstern, wie die beiden Jahre zuvor, allerdings mit einem sehr gemeinen Klippenhänger -_- Wenn es wieder eine Fortsetzung gibt, bin ich definitiv dabei!!!

LG, Arokh

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Re: Weihnachtsgeschichte bei boypoint!

Beitragvon Skystar » 29 Dez 2016, 10:11

Ich fasse mich kurz und gehe auf deine wichtigsten Fragen ein, lieber Arokhyyy :lol:

ArokhsSohn hat geschrieben:Bitte schreib, dass das in der nächsten Weihnachtsstory (Oh Gott, ein ganzes Jahr warten???) aufgelöst wird. Wird Julius wirklich sterben? Gibt es gar keine Hoffnung? Was für schwere Zeiten stehen Lukas denn bevor? Was kam bei den Tests von Lena raus? Findet Sebastian tatsächlich sein Glück mit seinem Freund Noel? Wie ist es Lexi ergangen? Und, und, und…

Fazit:
Was wohl? Du hast das sehr gut gemacht, Himmelsstern, wie die beiden Jahre zuvor, allerdings mit einem sehr gemeinen Klippenhänger -_- Wenn es wieder eine Fortsetzung gibt, bin ich definitiv dabei!!!


Natürlich wird der Cliffhanger in der nächsten Weihnachtsgeschichte (die definitiv 2017 kommen wird) aufgelöst, aber bis dahin vergeht wieder viel Zeit und Lukas könnte bis dahin wieder einige erlebt haben. Ob Julius WIRKLICH stirbt, verrate ich nicht, aber das hättest du dir denken können^^. Ebenso mit den Tests von Lena. Was ich aber beantworten kann ist, dass Sebastian und Noel auch in der nächsten Geschichte dabei sein werden, ebenso Sarah, die eine wichtigere Rolle als zuletzt spielen wird. Lexi wird aber nicht wieder zurückkehren, auch keinen Gastauftritt haben oder so. In der letzten Geschichte werden Lukas, Jack, Julius und Lena im Mittelpunkt stehen. Vor allem Jack wird wieder öfters zu sehen sein.

:)
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Re: Weihnachtsgeschichte bei boypoint!

Beitragvon Lacky » 29 Dez 2016, 23:44

Bin dieses Jahr etwas spät dran mit der Weihnachtsgeschichte, aber was solls, mir hat irgendwie die Zeit gefehlt.
Also was ich eigentlich nur sagen möchte ist: Danke Sky für die schöne Fortsetzung der Geschichte. :sweet:
Aber wehe du lässt Julius sterben, dann gibt's saures. Das kannst du echt nicht bringen. :evil: :lol:
- In Wirklichkeit ist die Realität ganz anders -

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Re: Weihnachtsgeschichte bei boypoint!

Beitragvon ArokhsSohn » 30 Dez 2016, 02:53

@Skystar: Na toll, das macht das Warten aber nicht gerade leichter. Ein ganzes Jahr... hat hier jemand 'ne Zeitmaschine oder evtl. hellseherische Kräfte? Der Kampf gegen meine Geduld ist schon wieder voll im Gange :D

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Re: Weihnachtsgeschichte bei boypoint!

Beitragvon Skystar » 13 Nov 2017, 09:09

Das Jahr des ungeduldigen Wartens ist fast zu Ende, lieber ArokhsSohn.
Am 1.Advent gibt es die neuste und zugleich letzte Weihnachtsgeschichte zu lesen.
Wer sich noch einmal einlesen möchte, der kann dies hier tun: Eine Weihnachtsgeschichte + Fortsetzung: Eine neue Weihnachtsgeschichte und den dritten Teil "Weihnachtsgeschichte die Dritte" hier in diesem Thread.
ODER aber, ihr lest die komplette Geschichte hier noch einmal nach: http://skystar-stories.xobor.de/t26f2-Eine-Weihnachtsgeschichte.html#msg31, wo jeden Tag ein neues Kapitel hochgeladen wird.
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Re: Weihnachtsgeschichte bei boypoint!

Beitragvon Skystar » 03 Dez 2017, 18:52

Herzlich Willkommen zu meiner neuen Weihnachtsgeschichte. Was 2014 begann, endet dieses Jahr! In den letzten drei Wochen hattet ihr noch einmal die Gelegenheit, die ersten drei Weihnachtsgeschichten nachzulesen, sofern ihr sie noch nicht kanntet, oder eventuell bereits vergessen habt. Heute geht es endlich weiter!
Das 2.Kapitel der diesjährigen Weihnachtsgeschichte erscheint dann wie gewohnt bereits am 6.Dezember - an Nikolaus. Nun will ich euch aber nicht länger aufhalten. Viel Spaß beim Lesen und eine schöne Adventszeit!


Eine letzte Weihnachtsgeschichte


Prolog: Vor Weihnachten
Es war erst fünf Uhr nachmittags und dennoch war es bereits dunkel. Bislang hatte es noch nicht geschneit, dafür war es seit Tagen grau in grau. Düstere Wolken bedeckten den Himmel und ließen keine Sonnenstrahlen durch. Es schien beinahe so, als passte sich das Wetter meiner Stimmungslage an. Ich war gerade mit Julius unterwegs, um ein wenig Frischluft zu tanken. In letzter Zeit kam Julius nicht allzu oft aus seinem Zimmer heraus. Seine Krankheit war zurückgekehrt und es hatte leider stark den Anschein, als wäre sie dieses Mal nicht mehr aufzuhalten.
Julius saß in einem Rollstuhl, den ich vor mir herschob, während ich mit ihm durch die Straßen seiner Nachbarschaft fuhr. Er konnte immer noch laufen, aber jede noch so kleine Anstrengung war bereits zu viel für ihn. Man sah ihm an, wie erschöpft und kraftlos er war. Er hatte abgenommen, war blass im Gesicht und sein Lebenswille war fast erloschen.
Doch seine Mutter und ich ließen ihn nicht im Stich. Frau Bruck konnte die Ärzte dazu überreden, Julius Zuhause behandeln zu lassen. Klar vom Vorteil war es, dass sie inzwischen mit Dr. Niko-Klaus Lazarus zusammen war, der einst Julius behandelnder Arzt war. So verbrachte Julius zwar die meiste Zeit auf seinem Zimmer, aber er war Zuhause, umgeben von seiner Mutter und ihrer Liebe. Und dann war ja da auch noch ich, der ihn so oft besuchen kam, wie es mir möglich war.
„Hast du eigentlich mal wieder was von Lexi gehört?“, fragte Julius mich nach einer Weile der Stille.
„Nein…, aber ich glaube keine Nachrichten sind gute Nachrichten, oder was denkst du?“, antwortete ich ihm, während ich mit ihm eine Straße überquerte, die zurzeit unbefahren war.
„Ich würde sie gerne noch einmal wiedersehen, bevor ich…“
„Das wirst du.“, sagte ich schnell, noch bevor Julius seinen Satz beenden konnte. „Du bist ein Kämpfer und ich bin zuversichtlich, dass du auch diesen Kampf gewinnen wirst. Erinnere dich doch nur mal daran, wie schlecht es dir schon vor drei Jahren ging. Doch du hast deine Krankheit besiegt und wurdest wieder gesund. So gesund, dass du und ich noch eine Menge erlebt haben.“
„Oje, ich hoffe du spielst jetzt nicht auf unsere gemeinsame Nacht an, in der wir betrunken waren und zusammen in einem Bett schliefen.“, sagte Julius, der leicht rot wurde, auch wenn ich es von hinten nicht sehen konnte. „Wie auch immer. Die Schlacht mag ich damals vielleicht gewonnen haben, aber den Krieg noch lange nicht. Ich kann mich schon gar nicht mehr daran erinnern, wann ich das letzte Mal völlig gesund war. Es vergeht kein Tag ohne diese beschissene Krankheit.“
„Hey, jetzt blas nicht so viel Trübsal. Kopf hoch!“, versuchte ich Julius aufzumuntern, was mir enorm schwer fiel, weil ich selbst eine unglaubliche Angst verspürte.
Plötzlich hielt Julius die Räder seines Rollstuhls fest und ich hielt inne. Julius drehte sich zu mir um und schaute mir in die Augen. Ich kam um den Rollstuhl herum und ging in die Hocke, um mich besser mit ihm unterhalten zu können. „Wenn ich sterbe Lukas…“
„Du wirst nicht sterben – jetzt noch nicht!“, entgegnete ich störrisch.
„Wenn ich sterbe Lukas…“, wiederholte Julius unbeirrt. „Versprich mir bitte, dass du um mich weinen wirst.“ Ich blickte Julius verwirrt an, doch erklärte er seine Aussage: „Ich kenne dich Lukas. Du frisst immer alles in dich hinein, wenn du unglücklich bist und am Ende entsteht eine Katastrophe. Erinnere dich an den Autounfall vor zwei Jahren, oder daran als deine Beziehung mit Marcel dieses Jahr in die Brüche ging und du deinen Kummer runtergeschluckt hast, bis du auf der Toilette in einer Disco zusammengebrochen bist. Wenn ich also sterben sollte, dann will ich, dass du um mich trauerst und weinst, denn danach wird es dir besser gehen – irgendwann wirst du dich besser fühlen.“
Ich nickte, denn ich verstand, was mein bester Freund mir damit sagen wollte. Dennoch glaubte ich ganz fest daran, dass Julius nicht sterben würde. Er hatte es mir schließlich versprochen - Jack hatte es mir versprochen!

Kapitel 1: Hoffnung an Weihnachten
Mit verträumten Augen stand ich am ersten Adventsonntag müde aus meinem Bett auf und schlurfte zunächst einmal ins Bad. Inzwischen war es bei mir Gebrauch, dass ich jeden Morgen kalt duschte, um richtig wach zu werden. Danach putze ich mir die Zähne und der Tag konnte beginnen.
„Kommst du heute wieder mit in die Kirche?“, fragte mein WG-Mitbewohner Alec mich, als ich fertig angezogen aus meinem Zimmer kam.
„Heute nicht. Herr West hat ein Club-Meeting der CODA einberufen, bei der ich nicht schon wieder fehlen sollte.“, antwortete ich Alec. „In letzter Zeit hab ich mich dort kaum noch blicken lassen.“
„Naja verständlich, bei allem was du um die Ohren hast.“, sagte Alec verständnisvoll. „Wann kommen eigentlich deine Eltern von ihrer Amerika-Rundreise zurück?“
„Erst in zwei Wochen.“, antwortete ich, während Alec sich bereits seinen Anorak anzog. „Ich hab gestern noch mit meinem Dad geschrieben. Sie sind jetzt gerade in L.A. angekommen. Am Mittwoch geht es dann nach Las Vegas weiter.“
„Klingt cool. Lena bringt deinen Bruder zur Kirche? Soll ich ihn dann später wieder heimfahren?“, fragte Alec, startbereit, mit Autoschlüssel in der Hand.
„Nicht nötig.“, antwortete ich und schmunzelte. „Noels Mutter fährt ihn später zu Lena.“
„Ah verstehe!“, rief Alec, der sich anschließend von mir verabschiedete. Auch ich beeilte mich nun, dass ich schnell weiterkam. Schnell noch gefrühstückt und dann ging es ab zur CODA!

„Heute hab ich eine besonders erfreuliche Ankündigung an euch alle!“, rief das amtierende CODA-Oberhaupt Shane West, uns Mitgliedern zu, als wir uns alle im CODA-Clubraum versammelten. Im Vergleich zu den letzten Jahren waren wir zwar wieder deutlich weniger geworden, aber das tat unserer guten Laune keinen Abbruch. Ganz im Gegenteil, das schweißte uns alle nur noch enger zusammen. Zugegeben Lexi und Julius fehlten mir hier schon sehr und seit meiner Trennung von Marcel, ließ auch dieser sich hier nicht mehr blicken, aber es gab schließlich noch andere Menschen, mit denen ich mich recht gut verstand. Insbesondere in Herrn West hab ich einen guten Zuhörer und Gesprächspartner gefunden. „In den letzten Jahren ist viel in und um der CODA passiert, was zur Folge hatte, dass in den letzten beiden Jahren keine Weihnachtsfeiern stattfanden, aber dieses Jahr wird es sie wiedergeben: Das CODA-Weihnachtsfest!“ Die Mitglieder der CODA freuten sich und auch ich freute mich natürlich, auch wenn ich mir sicher war, dieses Jahr nicht daran teilzunehmen. Ich wollte Weihnachten mit Julius verbringen, der quasi ans Bett gefesselt war.
„Das verstehe ich natürlich.“, sagte Herr West, als ich ihn von meinen Plänen in Kenntnis setzte. „Solltest du aber die Gelegenheit bekommen, doch noch hier vorbeizuschauen, sei es auch nur für wenige Minuten, dann mach dich auf eine Riesenüberraschung gefasst!“

Nach dem Club-Meeting wollte ich Julius wieder einen Besuch abstatten. Ich wartete also in der eisigen Kälte an einer Bushaltestellte, als mein Handy klingelte. Meine große Schwester Lena rief mich an. „Hey Schwesterherz. Was gibt´s?“, fragte ich sie und konnte dabei den eisigen Atem sehen, der sich bei jedem meiner Wörter bildete.
„Hey, wieso warst du heute nicht in der Kirche?“, fragte sie mich.
„Club-Meeting.“, antwortete ich ihr knapp, da mir kalt war und ich den Bus heranfahren sah. „Warum? Gibt´s was Wichtiges?“
„Ich wollte dich fragen, ob du mir am Mittwoch bei der Nikolausfeier helfen könntest. Du weißt doch, dass Mum und Dad den Zwillingen diese Feier zugesagt haben, bevor sie die Rundreise bei einem Preisausschreiben gewonnen haben. Die Einladungen waren bereits alle verschickt und sie konnten den Kindern schlecht wieder absagen, wo sich Sebastian und Sarah doch schon so darauf gefreut haben. Jetzt findet die Feier bei mir Zuhause statt. Christoph muss vermutlich arbeiten und dann bin ich ganz allein mit zehn Kindern! Also bitte hilf mir!“ Ich stöhnte. Ich wusste bald nicht mehr, wo mir der Kopf stand, bei all dem Stress, aber ich wollte Lena nicht im Stich lassen, weshalb ich ihr schließlich meine Hilfe zusagte. „Danke kleiner Bruder, du bist ein Engel!“
„Haha.“, lachte ich leicht spöttisch, während ich in den Bus einstieg. „Ich bin kein Engel, aber wäre ich einer, dann würde ich jemanden einen Besuch abstatten, der mir eine Erklärung schuldig ist!“

Um halb drei kam ich schließlich bei Julius Haus an. Seine Mutter öffnete mir die Tür. „Hallo Lukas. Es ist so schön, dass du Julius so oft besuchen kommst. Das heitert ihn immer ein wenig auf und mir geht es dann auch gleich ein wenig besser, wenn ich weiß, dass er nicht alleine ist.“
„Das ist doch selbstverständlich. Er ist mein bester Freund!“, erläuterte ich. „Ist er oben in seinem Zimmer?“
„Ja, aber klopf lieber vorher an. Er mag es gar nicht, wenn man einfach so hereinplatzt.“
Ich lachte. „Das mag kein Kind gern, Frau Bruck!“ Ich rannte die Treppe rauf und klopfte wie befohlen vorher an seiner Tür an. Julius gestattete mir Zutritt und ich trat ein. „Hey Jules, wie geht´s?“
„Ich fühle mich, als könnte ich Bäume ausreisen. Also, kleine Bäume. Vielleicht Bambus, oder Blumen. Na gut. Gras. Gras geht.“, antwortete Julius mir und fing sofort zu lachen an. Seinen Sinn für Humor hatte er nicht verloren.
„Was treibst du da?“, fragte ich ihn. Julius saß in seinem Bett, seinen Laptop auf seinem Schoß und kommunizierte mit einem Händler über Ebay.
„Der Kerl hat genau dieselbe Spieluhr, von der meine Mutter früher immer so geschwärmt hat. Die möchte ich ihr zu Weihnachten schenken. Da sie aber beschädigt ist und vorher noch zur Reparatur muss, hab ich ihm die Adresse von unserer Uhrmacherei geschickt, damit er die Spieluhr direkt dorthin liefern lässt. Ich komm ja hier kaum aus dem Bett raus. Deshalb wollte ich dich auch noch fragen, ob du die Spieluhr dann dort abholen kannst, wenn sie repariert worden ist.“
„Aber sicher doch. Mach ich doch gerne.“, sagte ich bereitwillig. „Dafür musst du mir aber bei meinem Familien-Fotoalbum helfen, welches ich dieses Jahr meinen Eltern zu Weihnachten schenken möchte.“ Ich präsentierte Julius die Tasche, die ich die ganze Zeit mit mir herumschleppte, in dem sich ein bislang noch leeres Fotoalbum und tausende von Bildern fanden.
„Sieht nach reichlich Arbeit aus.“, meinte Julius stutzig. „Los, breite dich auf dem Boden aus. Ich komm zu dir runter, wenn ich mein Klappergestell in Bewegung gebracht habe.“
Ich schüttelte die Fotos aus der Tasche auf Julius Teppich und zusammen suchten wir uns die schönsten Familienbilder heraus. Einige Bilder hab ich von Lena erhalten, andere hab ich selbst geschossen und ein paar wiederum stammen noch von Marcel… - von dem auch ein Bild in den Haufen gelangt war. Es zeigte mich und ihn zusammen eng umschlugen vor dem Riesenrad, in dem wir uns kennenlernten und später auch das erste Mal küssten. Traurig betrachtete ich das Bild, bis Julius es mir aus der Hand riss. „Ach, vergiss den Kerl. Der hat dir dein Herz gebrochen und verdient es nicht, dass du ihm hinterher trauerst. Er wollte lieber bei dieser Tussi und seinem Sohn sein? Bitte, soll er doch. Du hast was Besseres verdient als diesen Herzensbrecher.“ Ich erwiderte darauf nichts und widmete mich den anderen Fotos, doch meine Gedanken kreisten noch ein Weilchen um Marcel und ob es ihm gut gehen mag.
Julius und ich waren den ganzen Nachmittag damit zugange, Fotos auszusuchen. Frau Bruck bereitete indessen das Abendessen vor, bei dem auch Dr. Lazarus zugegen war. Nebenbei bemerkt ein sehr lustiger Name, aber immer noch besser als Dr. Fred Schweinebacke vom Ärztehaus. Nachdem der Doktor Julius durchsucht hatte, ob bei ihm auch alles in Ordnung sei, machten Julius und ich uns wieder über die Fotos her. Es wurde spät und so übernachtete ich abermals bei Julius. Dies kam in letzter Zeit wieder häufiger vor. In unserer Kindheit war dies fast täglich der Fall. Entweder übernachtete ich bei Julius, oder er bei mir. Wir waren wirklich die allerbesten Freunde.
Umso schlimmer war für mich die Vorstellung, dass Julius irgendwann einmal nicht mehr da sein könnte. Diese trüben Gedanken raubten mir mehr als einmal den Schlaf, so auch heute Nacht. „Julius?“ Ein leichtes „Hm“ von ihm, gab mir die Gewissheit, dass auch er noch nicht eingeschlafen war. „Ich kann nicht einschlafen.“
„Dann komm zu mir ins Bett.“, sagte Julius ohne zu zögern, was mich doch ein wenig erstaunte. „Na los. Ist schließlich nicht das erste Mal, dass wir miteinander in einem Bett schlafen.“
Ich stand von meinem Schlafplatz am Boden auf und kroch zu Julius unter die Bettdecke. Ich konnte es kaum glauben, aber er trug tatsächlich die rosa Boxershorts mit den Herzchen, die ich ihn vor zwei Jahren zu Weihnachten geschenkt hatte. „Danke Jules. Ich hab dich lieb.“
Ich konnte es nicht sehen, aber Julius lächelte und legte seinen Arm um mich. „Lukas.“ Julius wartete kurz, bevor er weiter sprach. Ich horchte aufmerksam hin. „Ich bin vielleicht hetero, aber du bist mir der liebste Mensch auf Erden. Danke, dass du mein Freund bist.“ Mit diesen schönen Worten gelang es uns schließlich beiden, doch noch einzuschlafen. Und als wäre dies nicht schon schön genug, träumte ich in jener Nacht auch noch von meiner ersten Begegnung mit Jules.

Ich klammerte mich an das Bein meiner Mutter. Ich hatte ein wenig Angst und hinzukam, dass ich ausgesprochen schüchtern war. „Lass mich bitte los, Lukas.“, sagte meine Mutter zu mir. „Du musst wirklich keine Angst haben. Sieh doch, wie viele Kinder hier sind, mit denen du spielen kannst.“
„Ich will nicht. Ich bei dir bleiben will!“, meinte ich trotz alledem.
„Lukas, ich kenne da einen Jungen, der war genauso wie du jetzt.“, sagte die Kindergärtnerin zu mir, die von meiner Mutter, den anderen Erwachsenen und allen Kindern immerzu „Fee“ genannt wurde. „Siehst du den dunkelhaarigen Jungen da hinten in der Ecke am Fenster?“ Ich blickte zu dem Jungen, der wie ich gerade einmal drei Jahre alt war. „Das ist Julius und auch erst seit kurzem hier. Er hat noch keine Freunde, aber vielleicht willst du ja sein erster Freund sein. Was sagst du dazu, hm?“
„Das klingt doch nach einer prima Idee.“, meinte meine Mutter. „Hast du von deiner Schwester nicht ein Jo-Jo geschenkt bekommen, Lukas? Wie wäre es, wenn du das Julius zeigst und mit ihm spielst?“
Ich guckte etwas unsicher zu dem mir fremden Jungen, doch dann löste ich mich von meiner Mutter und ging kurzerhand zu dem Jungen und setzte mich zu ihm. Der Junge blickte mich an und lächelte kurz, sagte aber kein Wort. Als Kind verstand man sich auch ohne viele Worte sehr gut. Meine Mutter ging anschließend zur Arbeit, in dem Wissen, dass ich einen Freund gefunden habe.
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Re: Weihnachtsgeschichte bei boypoint!

Beitragvon Skystar » 06 Dez 2017, 16:07

Hohoho, da bin ich wieder. Heute ist Nikolaus und natürlich hab ich ein kleines Präsent für euch im Gepäck. Ein neues Kapitel!
Übrigens freue ich mich immer sehr über Feedback in Form von Kommentaren oder sonstigem :-)


Kapitel 2: Frohsinn zu Weihnachten
Es war der 6.Dezember, Nikolaus. Ich hatte Lena versprochen, ihr bei der Nikolausfeier für unsere beiden kleinen Geschwister und ihre Freunde unter die Arme zu greifen. Natürlich tat ich das, denn Lena wäre mit zehn Kindern allein einfach überfordert gewesen. Da unsere Eltern in einem Preisausschreiben eine vierwöchige Rundreise durch die USA gewonnen haben, hatten sich Lena und Christoph dazu bereit erklärt, die Zwillinge derweil bei sich aufzunehmen. Eine Mammutaufgabe, denn Sebastian und Sarah, die inzwischen zwölf Jahre alt waren, steckten mitten in der Pubertät. Sebastian war ein kleiner Wildfang, der viel Unsinn im Kopf hatte und diesen auch meist in die Tat umsetzte. Auch seine rebellische Art kam zum Vorschein, aber immerhin hatte er mit Noel einen Freund an seiner Seite, mit dem er sich gut verstand und der ihn sogar hin und wieder ausbremste. Sebastian und Noel waren wie Pech und Schwefel – einfach unzertrennlich. Ob dahinter mehr als nur freundschaftliche Gefühle steckten, konnte ich nicht sagen, aber in dem Alter war es im Grunde genommen auch noch unerheblich. Sie waren glücklich miteinander und das war alles was zählt!
Bei Sarah sah die Sachlage schon deutlich anders aus. Meine kleine Schwester hat sich binnen eines Jahres in eine kleine Diva mit Allüren verwandelt. Sie schwärmte von Lenas gutem Aussehen und wollte genauso sein wie sie, doch unsere Mutter hat ihr jegliche Kosmetikartikel verboten. Schließlich war sie erst zwölf und mit Schminke im Gesicht, sehe sie dann vermutlich wie sechzehn aus. Dieses Verbot gefiel Sarah so gar nicht, denn sie behauptete, dass all ihre Freundinnen sich bereits schminken dürften und sie von ihnen somit als eine Außenstehende betrachtet wurde. Doch der Entschluss unserer Mutter stand fest, was zur Folge hatte, dass Sarahs Zickigkeit überhandnahm. Lena und ich stellten uns nicht selten die Frage, ob wir in dem Alter genauso waren…
„Lukas, holst du bitte die Apfel-Zimt-Muffins aus dem Backofen!“, rief Lena mir in der Küche zu, während sie einen Bananen-Walnuss-Kuchen vorbereitete.
„Hm, die duften herrlich!“, rief ich, als ich das Backrohr öffnete und mir der Duft von Apfel-Zimt durch die Nase zog. Ich zog das Blech mit den Muffins heraus und legte es auf der Herdplatte ab. „Wann kommen denn die ganzen Rabauken?“
„In etwa drei Stunden.“, antwortete Lena mir.
„Sehr gut. Wenn du nichts dagegen hast, dann gehe ich jetzt noch kurz zu Julius.“, meinte ich. „Das Wohnzimmer wurde festlich dekoriert, die Muffins sind fertig und für eine kleine Überraschung hab ich ebenfalls gesorgt.“
„In Ordnung. Geh nur und richte Julius liebe Grüße von mir aus, aber komm nicht zu spät zurück.“, bat Lena mich. „Ich will zwar ein Kind, aber zehn sind mir dann doch zu viel…“
Ich lächelte dezent und versprach Lena, pünktlich wieder hier zu sein. Der Kinderwunsch meiner großen Schwester war nach wie vor ungebrochen. Leider konnte sie keine Kinder bekommen, was sie noch immer sehr traurig stimmte. Doch haben sie und Christoph bereits über andere Möglichkeiten gesprochen, wie sie zu Kindern kommen könnten. Heutzutage gab es da ja allerlei Möglichkeiten.

„Heiliger Bimbam! Sieh dir mal an, was für kleine Steppke wir damals waren.“, sagte Julius zu mir, als er mir ein Foto vors Gesicht hielt, auf dem wir gerade einmal sechs Jahre alt waren und beide auf dem Schoß meines längst verstorbenen Großvaters saßen, der sich damals als Nikolaus verkleidet hatte. „Haha, ich grinse wie ein Honigkuchenpferd.“
Als ich das Bild betrachtete, wurde ich sentimental. Ich vermisste meinen Großvater und natürlich auch meine Großmutter, die letztes Jahr verstorben ist. Als ich das Bild längere Zeit ansah, da wurde mir bewusst, dass ich Julius schon lange nicht mehr so lächeln hab sehen, wie auf diesem Foto.
„Hier, noch ein gutes Foto. Unser gemeinsamer Sommerurlaub an der Ostsee.“, sagte Julius, der mir nun ein Bild zeigte, an dem wir beide am Strand lagen. „Wie alt waren wir da? Zwölf?“
„Ja, glaub schon. So alt wie die Zwillinge nun sind.“, sagte ich und dachte an die schöne Zeit zurück. „Weißt du woran mich das Foto erinnert?“ Julius blickte mich ahnungslos an. „Als wir vier Jahre alt waren, gab es einen Tag im Kindergarten, welches mein Leben geprägt hat.“

Es war ein schöner Tag im Juni. Ich spielte gerade im Sandkasten im Kindergarten. Mit Töpfen aus Plastik und einer kleinen Schaufel, buddelte ich im Sand herum. Mein ganzer Stolz war meine erste eigens erschaffene Sandburg – die aber jäh zerstört wurde, als ein rüpelhafter Artgenosse, sie einfach zertrampelte. Dies war so tragisch für mich, dass ich zum Weinen anfing, während der andere Junge mich nur frech ansah und dabei lächelte. Mein Geheul konnte man über den gesamten Spielplatz des Kindergartens hören. Statt unserer Kindergärtnerin, der guten Fee, kam Julius angerannt, der sich bislang auf der Rutsche vergnügt hatte. Als er sah, was geschehen war und meine Tränen erblickte, da wurde er wütend und stupste den anderen Jungen in die Sandgrube. Der andere Junge fiel etwas unsanft und fing nun selber zum Weinen an.
Inzwischen kam Fee angerannt und fragte was hier los sei. Sie schimpfte mit Julius und nahm sich dem anderen Jungen an. Dies war zwar alles andere als gerecht, aber ich war Julius so dankbar, dass er meine Ehre verteidigt hatte, dass ich nicht mehr länger traurig war. „Danke Jules.“, sagte ich wieder lächelnd. „Dafür backe ich dir einen Sandkuchen.“ Ich zog meinen Plastiktopf und meine Schaufel wieder heran und machte mich an die Arbeit. Julius setze sich zu mir in den Sandkasten und wartete gespannt ab. Meinen Sandkuchen probiert, hat er aber dennoch nicht.


„Da hätte ich mir mit Sicherheit den Magen verdorben.“, merkte Julius an, als ich ihn an den besagten Tag erinnert. „Das du das aber noch weißt…“
„Den Tag werde ich in meinem Leben nie vergessen!“, entgegnete ich, was ich Julius aber nun genauer erklären musste. „Zu der Zeit damals, waren wir etwa eineinhalb Jahre befreundet, aber erst an diesem besagten Tag wurde mir klar, dass du mein bester Freund bist und ich dich niemals verlieren will. Das war der Grundstein für unsere Freundschaft!“
Julius nickte, als ob er nur zur Hälfte verstand, was ich damit meinte. Doch dann sagte er: „Grundstein? Unsere Freundschaft beruht wohl eher auf Sand… also ein Grundsand.“
Ich fing zu lachen an und Julius stimmte schon bald mit ein. Da war es endlich wieder: Sein herzhaftes Lachen, dass mich selber so fröhlich stimmte und das egal welches Wetter draußen war, für mich jeder Tag Sonnenschein war. In diesem kurzen Moment gelang es mir sogar, seine Krankheit völlig auszublenden und vielleicht gelang Julius dies ebenfalls. Ein schöner Augenblick – wenn auch nur von kurzer Dauer – den ich mit einem Kuss besiegelte. Es kam einfach über mich, dass ich mich zu Julius vorbeugte und ihm einen zärtlichen Kuss auf seine Lippen drückte. Erst nach ein paar Sekunden wurde ich meiner Tat bewusst und war über mich selbst schockiert. „Tu-Tut mir Leid, Jules.“
Julius wirkte nicht minder schockiert oder irritiert, doch seine Reaktion fiel anders aus, als erwartet. Er schüttelte lächelnd den Kopf und sagte: „Du bist wirklich der dümmste, süßeste Junge auf der ganzen Welt und wenn du mich noch einmal küsst, dann falle ich dir um den Hals!“ Wie war das zu verstehen? Ich hab es nicht drauf ankommen lassen, denn ich schämte mich sehr für diese unbedachte Aktion. Außerdem musste ich wieder zu der Nikolausfeier zurück. „Ja, geh nur…“
„Soll ich heute Abend noch einmal bei dir vorbeischauen?“, fragte ich Julius nun ein wenig unsicher.
Julius schüttelte erneut den Kopf. „Wenn du magst, aber du musst nicht. Fühl dich bitte nicht dazu gezwungen, mich besuchen zu müssen, nur damit es mir besser geht.“
„Irrtum. Ich besuche dich so oft, damit es uns beiden besser geht!“, korrigierte ich Julius, woraufhin dieser erneut lächelte. Auch ich lächelte nun wieder, ehe wir uns voneinander verabschiedeten und uns für das kommende Wochenende wieder verabredeten. „Halt die Ohren steif, Jules!“
„Jaja, du auch… und das was bei dir unten hängt ebenfalls!“

„Und dann bin ich mit knallrotem Kopf aus seinem Zimmer stolziert. Ein Glück, dass mich seine Mutter so nicht gesehen hat.“, sagte ich, als ich Lena berichtete, was bei Julius vorgefallen war.
„Und? Ist Julius jetzt vielleicht doch schwul?“, fragte Lena, als sie den fertiggebackenen Bananen-Walnuss-Kuchen zur Hand nahm. „Abgeneigt scheint er jedenfalls nicht mehr zu sein…“
Ich zuckte ahnungslos die Schultern. „Keine Ahnung, aber es war dumm von mir. Ich will unsere Freundschaft nicht kaputt machen, verstehst du?“
„Ach Lukas. Julius ist dein bester Freund und so wie du mir das beschrieben hast, klang das ganz so, als wäre er dir deswegen nicht böse gewesen. Er weiß doch, wie gern du ihn hast und er hat dich genauso gern.“ Lena lächelte mich an und gab mir neue Hoffnung und so gern ich weiter darüber nachdachte, was zwischen mir und Julius war, so kam ich einfach nicht mehr dazu. „Wer will einen Apfel-Zimt-Muffin und wer möchte ein Stück vom Bananen-Walnuss-Kuchen?!“, rief Lena, als wir mit vollbepackten Händen ins Wohnzimmer zurückkehrten, wo zehn Kinder herumtobten.
„Ich hätte gerne einen Apfel-Zimt-Muffin.“, bat Noel freundlich darum.
„Dann will ich auch einen davon.“, sagte Sebastian augenblicklich.
„Oder doch lieber ein Stück von dem Bananen-Walnuss-Kuchen?“, grübelte Noel nach.
„Was auch immer Noel isst, esse ich auch.“, sagte Sebastian daraufhin breit lächelnd.
„Gibt es keine Plätzchen?“, fragte Sarah leicht genervt, als sie die Muffins und den Kuchen mit einer gewissen Abneigung betrachtete.
„Doch, aber erst später…“, antwortete Lena ihr etwas pampig zurück.
Die Kinder machten sich über die leckeren Gebäcke her, während ich ein paar Spiele vorbereitete. „Wer hat alles Lust auf Schokoladenessen?!“
Viele Kinder schrien sofort „Hier ich!“, nur Sarah hatte mal wieder etwas zu stänkern. „Wegen euch, werden wir noch alle fett. Schokolade ist doch voll ungesund!“
„Ach und Plätzchen nicht, Madame „Ich-hab-ständig-was-auszusetzen“?“, fragte Lena provokant.
Sarah schwieg daraufhin, schaute aber den restlichen Tag über nur noch finster drein, während alle anderen Kinder irrsinnig viel Spaß hatten. Am frühen Abend tauchte dann der Nikolaus auf, was natürlich vöööööllig unerwartet war. „Hohoho, ihr Kleinen!“, rief der Nikolaus, als er das Wohnzimmer betrat, mit einem Sack voll Geschenken.
„Der Nikolaus!“, rief Noel begeistert und stürmte sofort auf ihn zu.
„Nein, das ist Christoph.“, meinte Sebastian sofort. „Hat er letztes Jahr auch schon gemacht.“
„Was habe ich gemacht?“, fragte Christoph, der plötzlich ebenfalls im Raum stand – und NICHT der Nikolaus war! Lena fiel ihm freudig in die Arme und schenkte ihm einen Willkommenskuss. „Mein Chef hat mir früher frei gegeben. Nur deswegen bin ich schon hier.“
Die Nikolausfeier wurde ein voller Erfolg. Der Nikolaus las ein paar schöne Gedichte vor und überreichte jedem Kind ein kleines Präsent. Danach verabschiedete er sich wieder, aber ich nutzte noch die Gunst der Stunde, um mich bei ihm zu bedanken. „Danke, dass du eingesprungen bist Arti.“ Ich lernte Arti vor exakt drei Jahren kennen. Damals lebte er noch unter einer Brücke, bis ich ihn zusammen mit Lexi auflas und ihn mit zur CODA nahm.
„Lukas, Telefon für dich.“, sagte Lena und hielt mir den Hörer entgegen. „Es ist Frau Bruck.“
Lena drückte mir den Hörer in die Hand, wich aber nicht von meiner Seite, als ich Frau Brucks Anruf entgegen nahm. „Lukas…“ Ich konnte Frau Bruck schluchzen hören und ohne auch nur ein Wort ihrerseits, stürzte mein ganzes Leben in sich zusammen. „Julius… er ist…“
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Re: Weihnachtsgeschichte bei boypoint!

Beitragvon Simson » 07 Dez 2017, 19:45

...weg ! Es muss weg heissen! Du wolltest doch sicher nichts anderes schreiben :o
"Sei wie du bist ! Irgendwann kommt es sowieso raus." E.v. Hirschhausen

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Re: Weihnachtsgeschichte bei boypoint!

Beitragvon nobodyfrm » 07 Dez 2017, 21:34

nein, nein, nein .... das tust du jetzt nicht wirklich - du bringt ihn jetzt nicht so einfach um!

Hallo lieber Sky,
ich find es wunderschön, dass du die herrliche Weihnachtsgeschichte auch dieses Jahr wieder fortsetzt. Ich freue mich auf die Neuigkeiten rund um die CODA und ihrer Mitglieder. Mal sehen, ob aus Julius und Lukas noch was wird... :D

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Re: Weihnachtsgeschichte bei boypoint!

Beitragvon Skystar » 10 Dez 2017, 17:52

Kapitel 3: Gedenken zu Weihnachten
„Und du bist dir ganz sicher, dass ich nicht doch mitkommen soll? Ich könnte…“ Lena stand hinter mir und strich meinen schwarzen Anzug glatt, während sie mich mit besorgten Augen im Spiegel beobachtete. Ich sah mich selber im Spiegel… und könnte schreien!
„Nein.“, antwortete ich ihr. „Pass lieber auf Sebastian und Sarah auf. Die Zwei wollten zwar auch mitkommen, aber ich will nicht, dass sie so etwas nach Grandma´s Tod schon wieder miterleben müssen. Eine Beerdigung ist nichts für Kinder, die in Weihnachtsstimmung sind…“
„Ich glaube nicht, dass hier noch irgendjemand in Weihnachtsstimmung ist.“, meinte meine große Schwester. „Aber ich werde deinen Wunsch akzeptieren. Nur versprich mir bitte, dass wenigstens Alec bei dir bleiben darf, um ein Auge auf dich zu haben.“
Ich atmete schwer aus. „Mir geht´s gut, Lena. Ich erleide schon keinen Nervenzusammenbruch. Ich hatte schließlich genügend Zeit, mich auf den heutigen Tag vorzubereiten.“
Lena blickte mich mitfühlend an. „Auf so etwas kann man sich nie vorbereiten!“
Kurz darauf verließen wir mein Zimmer und traten in den Flur, wo Alec mit seiner Freundin Yuki bereits auf mich wartete. „Können wir?“, fragte er mich bedrückt und ich nickte.

Die Fahrt über zur Kirche sprach keiner ein Wort. Die Stille war bedrückend und ich hing meinen Gedanken nach. Als wir schließlich unser Ziel erreichten, konnte ich mehrere Personen, ganz in Schwarz gekleidet, entdecken, die mit langsamen Schritten in die Kirche gingen. Ich traute meinen Augen kaum, als ich unter ihnen auch meinen Ex-Freund Marcel erspähte. Er war allein.
„Was ist? Kommst du?“, fragte Alec mich. Er und Yuki waren bereits aus dem Auto ausgestiegen, während ich wie erstarrt auf dem Rücksitz saß. „Geh doch bitte schon einmal vor.“, sagte Alec zu seiner Freundin und setzte sich anschießend zu mir auf die Rückbank. „Ich weiß wie du dich fühlst. Julius war auch mein Freund, nur mit dem Unterschied, dass er dein bester Freund war. Wenn ich mich also schon so elendig fühle, dann wird es bei dir vermutlich tausendmal schlimmer sein.“
„Ich weiß nicht, ob ich da reingehen kann.“, sagte ich. „Julius Mutter wird dort sein…, sie wird mich ansehen, ich werde sie ansehen und ich weiß genau, dass ich das nicht verkraften werde.“
„Deswegen bist du nicht alleine Lukas.“, sagte Alec, der mir aufmunternd auf die Schulter klopfte und wieder aus dem Auto stieg. Ich folgte ihm schließlich.
Yuki wartete am Eingang zum Friedhof. Es war ein eisigkalter Dezembertag und es lag Frost auf den Gräbern. Jeder Atemzug war ein Hauch von weißem Nebel. Alec und Yuki gingen Hand in Hand vorne weg und ich folgte ihnen ganz langsam. Jeder einzelne Schritt fühlte sich schwer und endlos an. Ich wollte nicht in diese Kirche gehen, wo alles in Schwarz und Trauer gehüllt war. Als ich jedoch am Eingang zur Kirche ein Mädchen mit ihrem arabischen Freund sah, keimte Hoffnung in meinem Herzen auf. Das Mädchen sah mich und rannte augenblicklich auf mich zu. Sie schlang ihre Arme um mich und ich hörte sie ganz leise schluchzen. „Lexi…, wie kommst du denn hierher?!“
„Tut mir wirklich leid. Unser Wiedersehen hab ich mir auch anders vorgestellt, aber ich bin erst seit gestern wieder im Land und ich wollte dich überraschen. Nachdem Yasin und ich ein Baby erwarten und er mir daraufhin einen Heiratsantrag gemacht hat, gab es eine neue Chance, dass Yasin eine Aufenthaltsgenehmigung für Deutschland erhält und was soll ich sagen…, er hat sie bekommen!“
„D-Du bist schwanger?“, fragte ich erstaunt und blickte auf Lexis Bauch, der jedoch von einem schwarzen Mantel umgeben war, so dass ich nichts erkennen konnte.
„Ich bin im vierten Monat.“, sagte Lexi glücklich, während sie sich zeitgleich eine Träne aus dem Auge wischte. „Oh Lukas, dass mit Julius ist so schrecklich und ich wünschte wirklich, ich wäre bei euch gewesen!“
„Jetzt bist du hier und nur das zählt.“, sagte ich glücklich und traurig zugleich. „Hallo Yasin!“
„Hallo Lukas, es ist schön, dich wiederzusehen.“, begrüßte mich nun auch Yasin.
„Hey, dein Deutsch ist ja inzwischen perfekt.“, sagte ich überrascht.
„Lexi hat viel mit mir geübt, während wir in meinem Heimatland gelebt haben.“, erzählte Yasin mir. „Aber nun sind wir wieder hier und wir bleiben auch für immer!“
Das waren wirklich sehr schöne Neuigkeiten an diesen kalten, grauen und trübseligen Tagen. „Wir sollten jetzt reingehen.“, meinte Alec und er und Yuki schritten voran. Wir anderen folgten ihnen. Zuerst Yasin und dann Lexi mit mir. Lexi hielt meine linke Hand fest und dank ihr, wagte ich die nächsten Schritte.
In der Kirche war es fast genauso kalt wie draußen, aber vor allem war es genauso, wie ich erwartet habe. Viele Menschen waren gekommen und alle waren sie in Schwarz gekleidet. Keiner sagte ein Wort. Nur hin und wieder konnte man jemanden Husten hören. Wir nahmen in der linken Reihe in der dritten Sitzbank Platz. Ich musste mich gar nicht groß umsehen, als ich auch schon Marcel erblickte, der nur zwei Reihen hinter mir saß und mir einen niedergeschlagenen Blick zuwarf. Verständlich, dass auch er heute hier war. Schließlich waren er, Julius, Alec und ich für längere Zeit Mitbewohner. Inzwischen war Yuki in Marcels ehemaliges Zimmer gezogen, während Julius Zimmer nach wie vor leer stand. Es hätte ja sein können, dass er doch wieder gesund wurde…
Ich wich Marcels Blick schnell aus und setzte mich zwischen Alec und Lexi. Es genügte ein Blick nach vorne, um zu erkennen, dass Frau Bruck rechts in der ersten Sitzbank saß. Neben ihr saß Dr. Lazarus, mit dem sie inzwischen liiert war. Es schien fast so, als würde sie meine Anwesenheit spüren, denn sie drehte ihren Kopf zu mir um und unsere Augen trafen sich. Es war das erste Mal, seitdem Julius von uns gegangen war. Ich hatte einfach keine Kraft aufwenden können, sie in den letzten paar Tagen zu besuchen. Sie hatte vermutlich ohnehin viel mit dem Organisation der Beerdigung zu tun. Allerdings hatte ich mit ihr telefoniert und mich dazu bereiterklärt, ein paar Worte über Julius zu sagen. Natürlich tat ich das. Es war mir eine Ehre.
„Julius war mein allerbester Freund.“, sagte ich und meine Stimme hallte in der ganzen Kirche wieder, als es später soweit war und ich meine Gedenkrede hielt. Ich glaubte einen Kloß im Hals zu spüren, brachte aber dennoch jedes einzelne Wort heraus. „Er wird auch immer mein allerbester Freund bleiben.“, sagte ich weiter. „Denn auch wenn er jetzt leider nicht mehr hier sein kann…, so wird er immer in meinen Erinnerungen verankert sein. Er wird in jedem von uns sein, in unseren Erinnerungen, denn das ist sein Vermächtnis. Julius war der liebenswürdigste und gütigste Mensch, den ich kenne. Wir hatten viel Spaß zusammen und er hat mich mehr als einmal zum Lachen gebracht… und wenn es mir mal nicht so gut ging, dann war er für mich da. Nun habe ich in den letzten Monaten versucht, für ihn da zu sein, aber ich glaube, dass das nicht gereicht hat, denn er war so viel mehr wert und er hinterlässt ein riesiges Loch in uns allen. Ich vermisse ihn jetzt schon, meinen allerbesten Freund, meinen Jules.“
Meine Gedenkrede war zu Ende und ich schritt langsam vom Altar herunter. Eigentlich wollte ich nur ganz schnell zu meinem Platz zurückkehren, bevor bei mir alle Dämme brachen, aber Frau Bruck stand unerwartet auf und legte ihre Arme um mich. „Ich danke dir!“, flüsterte sie mir ins Ohr, während ich sie klar und deutlich weinen hören konnte. Das war selbst für mich zu viel und nun flossen auch bei mir die Tränen. Ich wollte es auch gar nicht mehr länger unterdrücken, denn schließlich hatte ich es Julius versprochen, dass ich um ihn weinen werde.

Die Beerdigung wurde auf dem Friedhof fortgesetzt, wo Julius Sarg in ein tiefes Loch hinabgelassen wurde. Es wurden weiße Rosen verteilt, die eine nach dem anderen auf den Sarg hinabgelassen wurden. Danach sollte die Trauerfeier im Pfarrhaus fortgesetzt werden, aber dort wollte ich nicht hingehen. Allein schon aus dem Grund, weil mir das Wort „Trauerfeier“ falsch vorkam, aber auch, weil ich nun doch ein wenig allein sein wollte. „Bist du dir da auch ganz sicher?“, fragte Alec mich und auch Lexi blickte mich unsicher an.
„Bin ich. Geht ruhig. Ich komm klar, versprochen.“, antwortete ich, während ich alleine vor Julius Grab stehen blieb. Doch nachdem meine Freunde weg waren, näherte sich mir noch eine andere Person. „Ich will jetzt wirklich nicht mit dir reden, Marcel.“, sagte ich zu meinem Ex-Freund.
„Ich weiß.“, sagte dieser hinter mir, doch ich drehte mich nicht zu ihm um. „Ich wollte dir aber mein Beileid aussprechen. Julius war ein guter Mensch und er ist viel zu früh von uns gegangen…“
„Geh doch bitte einfach!“, zischte ich ihn nun an. Ich wollte jetzt wirklich allein sein.
„Es tut mir Leid Lukas, alles!“ Ich schloss meine Augen und hörte, wie Marcel traurig davon ging.
Ich wollte nicht so gemein zu ihm sein, aber das war weder der richtige Ort, noch der geeignete Zeitpunkt, um mich mit ihm auszusprechen und auszusöhnen. Zumal ich nebst meiner Trauer um Julius inzwischen eine ungeheuerliche Wut verspürte. Warum wurde Julius mir weggenommen? Ich musste an unser letztes Gespräch denken und daran, wie ich ihn geküsst habe. Die Vorstellung, dass ich der letzte Mensch gewesen war, der ihm einen Kuss gab, riss mir mein Herz heraus.
Erneut hörte ich Schritte hinter mir. War Marcel etwa wieder zurückgekehrt? „Ich habe dir doch gesagt, dass du verschwinden sollst!“ Dieses Mal drehte ich mich um, doch war es nicht Marcel der vor mir stand, sondern Jack! „Du bist zurückgekehrt.“
„Ja bin ich und es tut mir Leid, dass dein Freund verstorben ist.“, sagte Jack, der wie üblich seinen blauen Pullover trug. Sein weißes Haar hingegen schimmerte heute nicht so schön. Vermutlich aufgrund des leichten Nebels, der heute in der Luft lag.
„Bist du etwa nur zurückgekehrt, um mir das zu sagen?“, fragte ich Jack aufgebracht und ich stellte mich Jack genau gegenüber. „Findest du das etwa lustig? Einmal im Jahr bei mir aufzukreuzen, mir irgendwelche Hiobsbotschaften zu senden und mir dann zu sagen, wie leid es dir tut?!“ Die Wut, die ich verspürte, entlud sich nun. Mit Jack traf es meines Erachtens aber genau den Richtigen, denn ich war bereits zuvor wütend auf ihn, dass er mich ständig hängen ließ, wenn ich ihn am meisten brauchte. „Letztes Jahr hast du mir gesagt, dass eine schwere Zeit auf mich zukommen würde. Danach ging alles den Bach runter. Meine Beziehung ging zu Bruch und Julius wurde sterbenskrank. Jetzt ist Marcel fort und Julius ist tot! Ich habe niemanden mehr, außer einen Weihnachtsengel, der immer dann auftaucht, wenn es ihm gerade in den Kram passt!“
„Lukas…“ Jack kam auf mich zu und wollte offensichtlich seine Arme um mich legen, wie er es schon einmal vor drei Jahren getan hatte, aber ich ließ ihn nicht gewähren. Ich schlug seine Arme von mir weg und stürzte mich wütend auf ihn. Eine Prügelei mit einem Engel war das Letzte, was ich auf einem Friedhof am Tag der Beerdigung meines besten Freundes anzetteln wollte, aber all meine angestauten Emotionen, Trauer, Wut, das Gefühl der völligen Leere und des Alleinseins, entluden sich nun. „Ich hasse dich, Jack! Ich hasse dich!“, schrie ich den Geist von Weihnachten an, während ich auf ihm drauf lag, meine Hände gegen seinen Körper hämmerte und bitterlich weinte.
Jack ließ das über sich hergehen, bis es ihm offensichtlich zu viel des Guten war und er meine Fäuste abfing. „Jetzt ist aber gut Lukas.“, sagte er. „Du bist nicht allein. Du hast deine Familie und auch noch andere Freunde, die für dich da sein werden. Auch ich will für dich da sein, das will ich wirklich! Julius mag tot sein…, aber er lebt weiter, in dir…, in deinem Herzen!“ Jack legte seine rechte Hand auf die Stelle meiner Brust, wo mein Herz schlug. Daraufhin leistete ich ihm keinen Widerstand mehr und er konnte doch noch tröstend seine Arme um mich legen, während wir am Fuße zu Julius Grab lagen.
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