Weihnachtsgeschichte bei boypoint!

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Re: Weihnachtsgeschichte bei boypoint!

Beitragvon Skystar » 25 Dez 2015, 18:20

Ja, einen Epilog gibt es auch dieses Jahr. Noch ein wenig Geduld :)
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Re: Weihnachtsgeschichte bei boypoint!

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Re: Weihnachtsgeschichte bei boypoint!

Beitragvon nobodyfrm » 26 Dez 2015, 15:38

Zum Glück musste ich mich ja nicht allzulange gedulden. :bp:

Es ist einfach toll, wie du die Geschichte damit abgerundet hast. Ich freu mich jetzt schon auf das nächste Jahr, denn die Geschichte schreit nach einer Fortsetzung. :P

Zum Glück ist ja Jack doch noch aufgetaucht, auch wenn er die ganze Zeit schon im Hintergrund mitgewirkt hat.

Ich wünsche euch allen und ganz besonders dir Skystar frohe Feiertage.

Liebe Grüße aus Schweden,
nobody.

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Re: Weihnachtsgeschichte bei boypoint!

Beitragvon Skystar » 27 Dez 2015, 21:05

Danke dir nobodyfrm, fürs Lesen meiner Weihnachtsgeschichte und auch für die Festtagsgrüße und deine Komplimente.
Das Jack und Lukas nicht aufeinander treffen, muss dich enttäuscht haben, aber das hatte ich von Anfang an so im Kopf geplant. Deshalb auch die Einführung von Bell, die in dieser Geschichte nun den "Weihnachtszauber" symbolisierte. Ob Lukas Jack jemals wieder sieht, wird die Zukunft zeigen... eventuell auch in einer dritten Weihnachtsgeschichte, die durchaus möglich wäre. Im Kopf hab ich mir nämlich Storys für vier Weihnachtsgeschichten zurecht gelegt. Wäre doch was feines, wenn sich die Geschichte jährlich erweitert... sofern ich natürlich Zeit dafür aufbringen kann :) .

Noch kurz was zu Kapitel 3. Dort befindet sich der Abschnitt, in dem Lukas Lexi Zuhause aufsucht, nachdem sie ihm eine Nachricht zukommen lassen hat. Sie erzählt ihm daraufhin, dass ihr Freund Yasin abgeschoben wird und sie mit ihm das Land verlässt. Dieser Teil war ursprünglich erst in Kapitel 6 geplant, wurde von mir dann aber vorgezogen, da Kapitel 6 sonst enorm lang (und überdramatisch) geworden wäre. Vorher gab es daher einen ganz anderen Teil in Kapitel 3, der von mir komplett entfernt worden ist. Es gab also eigentlich einen anderen Grund, warum Lukas dem Rätsel nicht weiter nach ging. Diesen Teil hab ich aufgehoben und möchte ich euch anbieten zu lesen. Darin treten zwei Figuren aus der CODA bzw. aus "Die Kunst der Magie" auf. In der ersten Weihnachtsgeschichte trat ja auch bereits Shane West aus "Die Kunst der Magie" auf. Eigentlich eine sehr nette Szene, letzten Endes wäre sie aber nur Lückenfüller für Kapitel 3 gewesen. Vielleicht hebe ich mir deshalb die Szene für eine spätere Weihnachtsgeschichte auf und ändere sie nur leicht um. Doch vorenthalten möchte ich sie euch dennoch nicht. Wer sie lesen möchte, soll mir doch bitte einfach kurz eine PN schicken, dann schicke ich ihm diesen Teil zu.

Grüße
Himmelsstern :flag:
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Re: Weihnachtsgeschichte bei boypoint!

Beitragvon YB2001 » 28 Dez 2015, 11:14

Bin jetzt erst zum Lesen gekommen xD

Wunderschönes Ende und toller Epilog :flag:
Hat echt Spaß gemacht, die Story zu lesen. Vielen Dank dafür :)
Uns halten nur die Grenzen, die wir uns selbst setzen.

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Re: Weihnachtsgeschichte bei boypoint!

Beitragvon Skystar » 29 Dez 2015, 20:05

Bitte gern geschehen YB 2001 :)
Macht ja auch Spaß zu schreiben^^.
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Re: Weihnachtsgeschichte bei boypoint!

Beitragvon Skystar » 22 Nov 2016, 11:07

Frohe Weihnachten!... ach halt zu früh :P
Aber am kommenden Sonntag ist der 1.Advent und wie schon die letzten beiden Jahre möchte ich auch dieses Jahr euch wieder eine Weihnachtsgeschichte präsentieren. Die einzelnen Kapitel werden wie gewohnt an den Adventssonntagen, an Nikolaus und an Heiligabend erscheinen. Die Charaktere werden wieder dieselben sein, wie schon in den ersten beiden Weihnachtsgeschichten, aber ich schreibe die Geschichte so, dass sie auch für Neueinsteiger gut lesbar ist. Wer dennoch die vorherigen Geschichten lesen möchte, oder einfach nur seine Erinnerung auffrischen will, der hat ja noch etwas Zeit. Die Weihnachtsgeschichten findet ihr hier:

1. Eine Weihnachtsgeschichte
2. Eine neue Weihnachtsgeschichte

Ich habe mir aber dieses Jahr überlegt, die Weihnachtsgeschichte hier in diesem Thread zu posten.
Also bis die Tage, Himmelsstern :flag:
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Re: Weihnachtsgeschichte bei boypoint!

Beitragvon Skystar » 26 Nov 2016, 15:43

Nicht vergessen: Morgen startet meine neue Weihnachtsgeschichte! :-)
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Re: Weihnachtsgeschichte bei boypoint!

Beitragvon Skystar » 27 Nov 2016, 10:32

Schönen guten Morgen an alle, die sich für die Weihnachtsgeschichte interessieren. Zwar fehlt es auch in diesem Jahr bisher noch an Schnee, aber die Hoffnung auf weiße Weihnachten ist bei mir nach wie vor vorhanden. Immerhin gibt es reichlich Schnee und Eis in der Weihnachtsgeschichte. Ich hoffe sehr, ihr habt Spaß am Leben und wenn ihr Zeit habt, dann lasst mir doch bisschen Feedback da. :flag:


Weihnachtsgeschichte die Dritte


Prolog: Was bisher geschah

Mein Name ist Lukas Hader und ich wurde im November 21 Jahre jung. Ich bin ein bodenständiger Typ, der unter der Obhut zweier liebevoller Eltern aufgewachsen ist. Ich habe drei Geschwister: Meine drei Jahre ältere Schwester Lena ist seit einem Jahr mit ihrem Freund Christoph verheiratet und lebt mit ihm auch gemeinsam. Ihr Kunststudium hat sie dieses Jahr mit Bravour abgeschlossen. Die Zwillinge Sebastian und Sarah sind gerade einmal elf Jahre alt, haben es aber bereits jetzt faustdick hinter den Ohren. Während Sarah eine Menge Verehrer an ihrer Schule hat, muss sich Sebastian mit dem Gedanken auseinandersetzen, er könnte auf Jungs stehen. Wie er zu solch einem Gedanken kommt? Nun das könnte daran liegen, dass ich schwul bin und er der Meinung ist, dass das in unseren Genen liegt, was natürlich ausgemachter Blödsinn ist, da unser Vater hetero und glücklich mit unserer Mutter zusammen ist. Vor über zwei Jahren hatte ich mich bei meiner kompletten Familie geoutet, darunter übrigens auch meine Oma, die in diesem Frühjahr aber leider verstorben ist. Nachdem ich etwas Mut und Vertrauen gefasst hatte, outete ich mich auch bei meinen besten Freunden: Lexi und Julius. Das verlief zum Glück auch recht erfolgreich ab, denn wir hatten genug andere Probleme. Julius war sterbenskrank und lag wochenlang im Krankenhaus, ehe er mit seiner Mutter in die Schweiz zog, wo es ihm deutlich besser ging. Lexi führte in der Zwischenzeit eine Beziehung mit dem jungen Araber Yasin. Die Zwei sind auch heute noch zusammen, doch da Yasin leider keine Aufenthaltsgenehmigung in Deutschland bekam, musste er wieder in sein Land zurück und Lexi begleitete ihn. So stand ich ohne meine besten Freunde da, aber ganz allein war ich dennoch nicht, denn ich lernte Marcel den Kunstfotografen kennen und auch wenn ich es nicht bemerkt hatte, so war dieser doch über beide Ohren in mich verknallt. Erst an Heiligabend vorheriges Jahr erkannte ich, was er für mich empfand und hörte auch auf mein Herz. Wir küssten uns und nach einem langsamen Start ins neue Jahr, wurden meine Gefühle immer intensiver und wir wurden ein richtiges Paar. Ich hatte aber auch Tomaten auf den Augen…, naja, zu meiner Verteidigung ich war über ein Jahr lang in einen Jungen verknallt, den ich vor zwei Jahren kennenlernte und der auf magische Weise im Schnee verschwand. Sein Name war Jack und bis heute bin ich der Auffassung, dass er der Geist der Weihnachten war. Ich musste der Realität ins Auge blicken, dass dies eine einmalige Begegnung war, denn ich konnte nicht ewig in einer Traumwelt leben und zauberhaften Jungs hinterher trauern, von denen ich nicht wusste, ob ich sie jemals wiedersehen würde. Apropos wiedersehen und zauberhafte Jungs: Zu meiner großen Freunde kehrte mein bester Freund Julius diesen Sommer wieder aus der Schweiz zurück und teilte mir mit, dass er wieder vollständig genesen sei und fortan bei uns studieren möchte. Das stimmte mich über alle Maßen glücklich, denn nun hatte ich nicht nur einen Freund, sondern auch meinen besten Freund wieder – in den ich zugegebenermaßen einmal leicht verschossen war. Inzwischen war auch ich von Zuhause ausgezogen – Hotel Mutti war geschlossen – und lebte zusammen mit Julius, Marcel und einem weiteren Studenten in einer Wohngemeinschaft. So und hier beginnt nun meine neue Weihnachtsgeschichte!


Kapitel 1: Winterwunderland

Es war Sonntagmorgen, draußen schien bereits die Sonne, aber es war eisig kalt, sodass alle Autoscheiben zugefroren waren. Zum Glück konnte mir dies egal sein, war ich doch die meiste Zeit mit der Bahn oder dem Bus unterwegs. Ich verließ mein Zimmer und schlurfte noch etwas müde und verträumt in die Küche, wo meine WG-Mitbewohner bereits ausgiebig frühstückten. Wie so oft endete dies in einem totalen Durcheinander. Die Küche glich einem Schlachtfeld. Zu unserer Verteidigung: Wir waren vier Jungs! Als Erstes schritt ich zu Marcel, der sich gerade Milch zu seinen Cornflakes in die Schüssel schüttete. Ich schenkte ihm einen Guten-Morgen-Kuss, wurde allerdings sofort auf meinen morgendlichen Mundgeruch hingewiesen. „Ich hab mir ja auch noch gar nicht die Zähne geputzt. Das mach ich immer nach dem Frühstücken, das weißt du doch.“, entgegnete ich etwas mürrisch, was nicht daran lag, dass ich ein Morgenmuffel war, sondern weil Marcel in letzter Zeit ständig etwas an mir auszusetzen hatte und meine Nerven zunehmend strapaziert waren. Das führte inzwischen soweit, dass Marcel wieder in seinem eigenen Zimmer nächtigte, nachdem wir zuvor fast jede Nacht gemeinsam in einem Bett verbracht hatten. Natürlich liebte ich Marcel noch immer sehr. Höhen und Tiefen gab es nun mal in jeder Beziehung, aber seit ein paar Wochen kam es mir so vor, als könnte ich meinem Freund gar nichts mehr recht machen.
„Wer war diese Woche mit einkaufen dran?“, fragte Julius in die Runde, als er den Kühlschrank öffnete und offenbar nicht das fand, was er suchte.
„Öhm ich, wieso?“, fragte Marcel, der sich keinerlei Schuld bewusst war. „Ich hab doch alles gekauft, was auf dem Einkaufszettel stand: Wurst, Käse, Joghurts, Milch, Butter, Brötchen, Kaffee, …“
„Ja, aber du hast wieder einmal keine laktosefreie Milch gekauft.“, entgegnete Julius schnippisch und schlug den Kühlschrank wieder zu. „Du weißt doch, dass ich eine Laktoseintoleranz habe und normale Milch nicht vertrage.“
„Ach Mist, das war wirklich keine Absicht, sorry!“, entschuldigte sich Marcel, dem es sichtlich Leid tat und sich mit der linken Hand an die Stirn schlug.
In der Zwischenzeit bediente ich mich bei den aufgebackenen Brötchen und auch mein dritter Mitbewohner Alec griff zu. „Hier Jules, fang!“, rief er und warf Julius das warme Brötchen zu. „Isst du halt eins davon. Morgen geh ich einkaufen und besorg dir dann deine laktosefreie Milch.“ Alec war ein Jahr älter als wir alle und konzentrierte sich in seinem Musikstudium speziell auf Klavier und Gesang. Ich hatte ihn zwar noch nie singen hören, aber im Klavierspielen machte ihm so schnell keiner etwas vor. Wenn er Klavier spielte, dann verzauberte er mich und ich träumte vor mich hin. Alec hatte wie Julius schwarzes dichtes Haar, doch seines war länger und reichte ihm fast bis zu den Schultern. Er achtete stets auf sein Äußeres, denn seiner Meinung nach musste man als Pianist stets gut aussehen. Sein langes Haar ließ er sich trotzdem nicht abschneiden, aber das war auch gut so, denn ihm stand es. Alec spielte auch hin und wieder in der Kirche am Klavier, so auch heute wieder und es war dieselbe Kirche, in der mein kleiner Bruder seit Frühjahr im Chor mitsang.
„Wann müssen wir gleich wieder los?“, fragte Julius, als er beim Beschmieren seines Brötchens kurz inne hielt, um auf seine Armbanduhr zu gucken.
„Um zehn Uhr beginnt die Kirche. Also beeilt euch besser.“, antwortete Alec ihm.
„Tut mir Leid, aber ich passe heute.“, sagte Marcel und nicht nur Alec und Julius blickten ihn überraschend an. Bisher waren wir immer gemeinsam zur Kirche gegangen und ich meinte mich nicht erinnern zu können, dass Marcel gestern oder vorgestern angedeutet hat, heute nicht mit in die Kirche zu kommen. Auch auf Alecs Frage, ob es ihm nicht gut ginge, schüttelte er den Kopf. „Ich habe einen wichtigen Termin, den ich unmöglich aufschieben kann. Sorry Leute!“
„Einen Termin am Sonntagmorgen?“, fragte Alec und blickte Marcel zweifelnd an.
„Davon hast du mir gar nichts erzählt.“, mischte nun auch ich mich ein.
„Boah, was geht es euch an, was ich in meiner Freizeit mache?!“, sagte Marcel nun lautstark und stand aufgebracht von seinem Stuhl auf. „Ich muss euch doch nicht alles erzählen!“
„Äh nein, ihnen vielleicht nicht, aber ich würde schon gerne wissen, was du so Dringendes zu erledigen hast, dass du uns nicht erzählen willst.“, entgegnete ich und wurde selber ein wenig sauer.
„Ich erzähle es dir… irgendwann.“, antwortete Marcel nun wieder etwas ruhiger, bevor er mit einem traurigen Blick aus der Küche marschierte. Eine unangenehme Stille durchflutete den Raum und ich spürte die Blicke von Julius und Alec im Nacken. Es war mir peinlich, dass nicht einmal ich wusste, welchen wichtigen Termin Marcel hatte, wo ich doch sein Freund war. Ich fühlte mich schlecht deswegen, doch mir blieb nichts anders übrig, als zu warten und zu hoffen.

Normalerweise war die Kirche selbst am Sonntag nur rar besucht, doch heute war es was anderes. Nicht nur das heute der 1.Advent war, heute trat auch der Kirchenchor, bestehend aus mehreren Jungs und ein paar Mädchen, auf. Unter den Jungs befand sich auch mein kleiner Bruder Sebastian, dem ich vor dem Kircheneingang noch einmal viel Glück wünschte. „Du machst das schon, kleiner Bruder.“, sagte ich zu ihm, während an uns Menschen vorbeiströmten, die in die Kirche wollten.
Natürlich war meine ganze Familie gekommen, um meinem kleinen Bruder beim Singen zuzuhören – okay, der Gottesdienst an sich war natürlich auch ein Grund. Doch ehe wir die Kirche betraten, wollten meine Eltern unbedingt noch das Grab unserer Oma besuchen. Sarah begleitete die Beiden, denn sie trauerte noch immer sehr um unsere geliebte Oma, die im Frühjahr von uns gegangen war.
„Guten Morgen!“ Meine große Schwester Lena und ihr Mann Christoph kamen den Weg, vorbei an den Gräbern, entlang gelaufen und begrüßten uns recht herzlich mit einer warmen Umarmung. Lena übertrieb es aber wieder einmal und gab Sebastian einen feuchten Kuss auf die Stirn, was dieser nur mit einem Ekelausdruck im Gesicht zur Kenntnis nahm. „Du meine Güte.“, sagte Lena. „Ein Kuss von einer hübschen Frau und du verziehst das Gesicht? Bist du etwa auch schwul, so wie unser Lukas?“
„Ich sehe keine hübsche Frau, nur ein Altweibermonster!“, entgegnete Sebastian frech und nach Rache durstend. Damit traf er auch genau ins Schwarze, denn Lena guckte fortan beleidigt drein, während Christoph und ich in Gelächter ausbrachen, doch Lena musste ihrem Göttergatten nur einen drohenden Blick zuwerfen und sein Gelächter verstummte.
Zwischenzeitlich kam auch der Rest meiner Familie hinzu und meine Mutter freute sich natürlich, alle ihre Kinder zu sehen. „Lena, Christoph, schön das ihr auch gekommen seid.“
„Na Christoph, bei euch Zuhause auch alles in Ordnung?“, fragte mein Vater, der meinem Schwager auf die Schulter klopfte. „Sabine und ich würden uns übrigens sehr darüber freuen, wenn wir eines schönen Tages auch mal Großeltern würden.“
„Oh mein Gott Papa, muss das denn jetzt wirklich sein?!“, stieß Lena geschockt aus.
„Himmel nein, doch nicht jetzt, das ist weder der passende Ort, noch der geeignete Zeitpunkt, um jetzt… na ihr wisst schon, außerdem ist es dazu viel zu kalt!“, entgegnete mein Vater, der Lenas Aussage mit Absicht missverstand, um sich einen Scherz zu erlauben.
„Apropos kalt. Wir sollten reingehen.“, meinte Alec, der bei jedem Wort einen eiskalten Atemhauch ausstieß. „Die Kleinen friert es und wir wollen doch nicht, dass Sebastian krank wird und seine Stimme darunter zu leiden hat.“
„Nein, noch nicht.“, widersprach mein kleiner Bruder, der zuerst zu uns Älteren aufsah und dann zum Parkplatz vor der Kirche, von dem noch immer Menschen herbei strömten.
„Wartest du etwa noch auf jemanden?“, fragte meine Mutter ihn.
Sebastian antwortete ihr nicht, doch bereits nach kurzer Zeit wurden seine Augen größer und ein strahlendes Lächeln bildete sich in seinem Gesicht. „Okay, wir können.“, sagte er, drehte sich um und verschwand ohne ein weiteres Wort der Erklärung in der Kirche.
Als alle in die Kirche gingen, blickte ich zum Parkplatz und zu einer Familie, bestehend aus den Eltern und ihrem scheinbar einzigen Sohn. „Nun beeil dich doch ein bisschen Noel. Wir sind spät dran. Die Kirchenglocken läuten schon.“, sagte die Mutter zu ihrem Sohn, der mit Mütze, Handschuhe und Schal dick eingepackt war, aber ich glaubte in ihn einen Mitschüler von Sebastian zu erkennen.
„Hey Lukas, kommst du?“, fragte Julius, der im Eingang auf mich wartete.

Der Gottesdienst war wie zu erwarten recht langweilig und eigentlich konnte ich hinterher nicht sagen, welche Botschaft die Predigt des Pfarrers nun eigentlich übermitteln sollte. Doch dafür war der Chorgesang umso schöner. Sebastian war zwar nur einer von zwanzig Kindern, deren Stimmen heller als Kirchenglocken erklangen, aber ich sah dennoch mit Freuden, wie viel Spaß es meinem kleinen Bruder bereitete, in dem Chor mitsingen zu dürfen. Zudem war Alec ein ausgezeichneter Pianist, der von einer japanischen Violinistin namens Yuki Tenshi begleitet wurde.
Ich saß zwischen Christoph und Julius und bei genauerem Betrachten stellte ich fest, dass Julius bei dem Lied seine Augen geschlossen hatte und offenbar zu beten schien. Gut, beten, war sicherlich nicht das Verkehrteste in der Kirche, aber ich wusste, dass Julius nicht sehr christlich war und auch nicht an Gott glaubte, weshalb es mich doch ein wenig wunderte. Er kam eigentlich nur mir zu Liebe mit in die Kirche und weil er meine Familie sehr mochte und sie ihn.
Doch eigentlich waren meine Gedanken die ganze Zeit über wo ganz anders: Nämlich bei Marcel! Ich war erpicht darauf zu erfahren, was er mir zu erzählen hatte. Ein klein wenig Angst hatte ich aber auch, denn vielleicht hatte seine Geheimniskrämerei auch mit mir zu tun. Auf der Herfahrt zur Kirche meinte Julius, dass Marcel vielleicht wieder ein besonderes Weihnachtsgeschenk für mich plante. Letztes Jahr hat er mir mehrere Rätsel zukommen lassen, die ich lüften musste und am Ende wartete er auf mich im Riesenrad, mit vielen schönen Fotos von uns Beiden und unseren Freunden. Es war ein unvergesslicher und romantischer Abend, der nicht nur bei einem einzigen Kuss blieb.
Nach der Kirche überprüfte ich schließlich mein Handy, ob Marcel mir eine Nachricht geschickt hat, doch leider Fehlanzeige. Dennoch befand sich eine Nachricht in meinem Postfach, die anonym abgeschickt wurde. Als ich die Nachricht öffnete und las, gefroren meine Beine zu Eis: „Ich weiß wer du bist, wie du aussiehst und was du getan hast. Dafür wirst du büßen!“
„Hey, was liest denn da?“, fragte Julius mich, der sich hinterrücks an mich anschlich und mir über die Schulter ins Handy zu schauen versuchte. Doch ich senkte mein Handy und verwehrte ihm die Nachricht. „Man Lukas, du bist ja plötzlich ganz blass im Gesicht. Ist alles okay bei dir?“
Ich nickte und steckte das Handy zögerlich in meine Hosentasche zurück. Julius blickte mich aber weiterhin beunruhigt an, doch da kurz darauf auch meine Familie zu uns stieß, ließ er die Sache auf sich beruhen. Nach etwa zehn Minuten stießen dann auch Alec und Sebastian zu uns. Mein kleiner Bruder lächelte glücklich und winkte seinem Mitschüler Noel zum Abschied zu, der mit seinen Eltern bereits wieder durch den Schnee zum Parkplatz stapfte. War mein kleiner Bruder etwa verliebt? Wir verließen zusammen das Kirchengelände, ohne zu bemerken, dass sich eine Person hinter einem Baum auf dem Friedhof versteckt hielt und uns – oder besser gesagt mich – genau beobachtete.


Kapitel 2 folgt am 2.Advent!
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Re: Weihnachtsgeschichte bei boypoint!

Beitragvon Skystar » 04 Dez 2016, 14:09

Hier folgt das 2.Kapitel meiner neusten Weihnachtsgeschichte. In diesem Kapitel passiert nicht allzu viel, aber es dient als Auslage für die kommenden Kapitel, in denen dann deutlich mehr passieren wird. Ich wünsche euch viel Spaß beim Lesen und einen schönen 2.Advent! :flag:


Kapitel 2: Eiszeiten

Die unheimliche Nachricht des unbekannten Absenders, die mein Handy erreichte, bereitete mir die ganze Woche Kopfzerbrechen. Auch verspürte ich eine gewisse Angst. Ich war mir zwar keinerlei Schuld bewusst, aber wer weiß schon, was in den Köpfen so mancher Leute vor sich ging. Kurzzeitig hatte ich auch den Gedanken, dass die Nachricht von Marcel stammen könnte, der mir wieder Rätsel aufgab, doch diesen Gedanken verwarf ich ganz schnell, da ich ihm sowas Geschmackloses einfach nicht zutraute. Wenigstens war das die einzige Nachricht und seitdem wieder ruhig.
Ablenkung fand ich in der bevorstehenden Weihnachtsfeier an Nikolaus auf unserer Uni. Alle Studenten mussten mitanpacken, um den Festsaal weihnachtlich zu schmücken, oder um ein paar Einlagen vorzubereiten, die auf der Feier aufgeführt werden sollten. Während ich und Julius beim Dekorieren halfen, übte Alec mit ein paar anderen Musikstudenten ein Weihnachtsstück, welches sie aufführen wollten. Demnach sah ich Alec nur ganz selten diese Woche, aber auch Marcel verschwand des Öfteren aus meinem Blickfeld. Es schien so, als würde er mir aus dem Weg gehen, was mich nicht nur sauer, sondern auch sehr traurig stimmte. Ich vermisste unsere gemeinsamen Nächte, gerade jetzt, wo die Nächte so kalt wurden und seine Wärme Balsam für meine Seele war. Das er mir etwas verheimlichte war klar, doch wollte ich nicht so ein Freund sein, der ihm die Pistole auf die Brust drückt und ihn auffordert, die Wahrheit zu sagen, sonst würde ich Schluss machen. Ich will auch nicht gleich alles überdramatisieren und Marcel die Chance geben, einen Schritt auf mich zuzugehen, doch so langsam verlor auch ich meine Geduld und mit jedem Tag der verstrich, wurde mein Vertrauen ihm gegenüber geringer.
„Herr Hader!“ Mein Dozent Mr. Gabriel kam auf mich und Julius zu, als wir gerade damit beschäftigt waren, eine Lichterkette am Christbaum anzubringen. „Genau der junge Mann, den ich gesucht habe. Dürfte ich fragen, was sie hier tun? Ich meine, ich sehe was sie tun, aber WARUM tun SIE es?!“
„Tut mir leid, aber ich verstehe nicht ganz.“, entgegnete ich verwirrt und auch Julius blickte mich nur ratlos an. Mr. Gabriel sprach gerne in Rätseln.
„Dieses Semester sieht es nicht gerade berauschend für sie aus, Herr Hader.“, erklärte Mr. Gabriel mir genauer. „Ihre Leistungen waren bisher eher durchschnittlich bis schwach, als überragend. Bis zu den Prüfungen ist es zwar noch ein Weilchen hin, aber wenn sie sich nicht endlich richtig hinters Brett klemmen, dann sehe ich schwarz für sie. Vor Weihnachten sollten sie unbedingt noch eine gute Arbeit abliefern, damit wir sehen, dass sie es mit ihrem Kunststudium noch immer ernst meinen.“
„Vor Weihnachten noch? Aber Mr. Gabriel wie soll ich das schaffen? Über welches Thema soll meine Arbeit überhaupt handeln?“, fragte ich und war über diese Aufgabe mehr als überrascht.
Mr. Gabriel blickte mich ernst an und antwortete schließlich: „Es ist die Zeit von Weihnachten. Lassen sie sich von ihrer Fantasie verzaubern und überraschen sie mich.“
Nachdem Mr. Gabriel wieder gegangen war, tapste ich wie ein Irrer hin und her. „Wie soll mir auf die Schnelle etwas einfallen? Es muss schon was Gutes sein, um Mr. Gabriel von meinem Talent zu überzeugen.“, sagte ich, während Julius unbeirrt die Lichterkette am Christbaum anbrachte.
„Du könntest den Weihnachtsmann im Rentierschlitten zeichnen.“, schlug er vor. „Das ist zwar nicht besonders originell, aber kleine Kinder freut das sicherlich.
Ich schlug mir die Hände über den Kopf. „Nur ist Mr. Gabriel alles andere als ein kleines Kind!“
„Naja, es geht das Gerücht um, er spiele noch mit Modelleisenbahnen.“, erwiderte Julius belustigt.
„Jules, du bist keine große Hilfe!“, sagte ich resigniert.
„Jetzt beruhig dich doch erstmal, bleib locker.“, sagte Julius, der von der Leiter hinunter stieg und einen Arm um mich legte, um mich aufzubauen. „Dir wird schon noch das Geeignete einfallen. Da bin ich mir sicher. Wenn du jetzt was überstürzt, ist dir damit am wenigsten geholfen.“
„Gut. Ich gehe wohl besser nach Hause. Kommst du mit?“, fragte ich.
„Nein tut mir Leid, aber ich hab doch später noch meinen Vorsorgetermin bei Dr. Klaus.“, antwortete Julius mir. Seinen Arzt-Termin hatte ich ganz vergessen. Zurzeit war einfach viel zu viel um mich herum los, als das ich mir alles hätte merken können. „Aber geh du ruhig schon einmal nach Hause und mach dir nicht immer so viele Gedanken über dies und jenes. Alles wird gut werden!“

Ich war froh, als ich Zuhause in der WG ankam, mir die Schuhe auszog und mich in mein Zimmer zurückziehen konnte. Keiner war Zuhause, ich konnte also ungestört überlegen, was für eine Arbeit ich bei Mr. Gabriel abliefern möchte. Doch noch bevor ich in mein Zimmer ging, konnte ich das Klirren von Geschirr aus der Küche vernehmen. War noch jemand hier? Alec und Julius konnten es nicht sein, denn die waren ja in der Uni. Demzufolge konnte es nur Marcel sein und tatsächlich, als ich in die Küche ging um nachzusehen, entdeckte ich Marcel mit einer Tasse in der Hand.
„Du bist hier?“, fragte er mich überrascht und wenig freundlich.
„Hey, ich freu mich auch dich zu sehen.“, erwiderte ich sarkastisch.
Marcel sah mich betrübt an und in seinen Augen konnte ich erkennen, dass ihm sein Verhalten Leid tat. „Auch eine Tasse Tee – Sorte Apfel-Zimt?“ Ich schüttelte den Kopf, doch setzte ich mich zu ihm an den Tisch. Ich berichtete ihm von meinem Tag in der Uni und von der Aufgabe, vor die mich Mr. Gabriel unerwartet stellte. Zum Glück interessierte sich Marcel dafür, sonst hätte ich echt geglaubt, dass ich ihm inzwischen völlig egal gewesen wäre. „Julius hat Recht. Überstürze nichts. Du hast noch bisschen mehr als zwei Wochen Zeit. Denk in Ruhe darüber nach und dann zeichne einfach drauf los. Bei deinem Talent hege ich keine Zweifel, dass nichts Gutes dabei rauskommt.“
Marcels aufmunternden Worte zauberten mir heute das erste Mal ein Lächeln ins Gesicht. Ich stand von meinem Stuhl auf, setzte mich auf den Stuhl neben ihm und legte meinen Arm um ihn. „Ich vermisse unsere Zweisamkeit, Marcel.“, flüsterte ich ihm ins Ohr.
„Ich weiß.“, sagte Marcel lediglich. „Du willst sicherlich eine Erklärung für mein Verhalten, aber ich…“
Bevor Marcel seinen Satz noch zu Ende sprechen konnte, vibrierte mein Handy in meiner Hosentasche. Ich zog es hervor und entdeckte eine neue Nachricht eines unbekannten Absenders. „Nicht schon wieder.“, sagte ich und Marcel blickte mich verdutzt an. Ich zeigte ihm die Nachricht: „Glaube nicht, dass du ungestraft davon kommst. Ich werde mir wiederholen, was mir gehört!“ „So eine ähnliche Nachricht hab ich vor einer Woche schon einmal erhalten. Zuerst hielt ich es für einen dummen Streich, aber jetzt habe ich wieder so eine ähnliche Drohnachricht erhalten.“
Ich blickte zu Marcel, ob er sich einen Reim darauf machen konnte, doch seltsamerweise wirkte er mehr als entsetzt über diese Nachricht. Sein Gesicht war kreidebleich und ehe ich mich versah, stand er auf und sagte: „Sorry, aber mir fällt gerade ein, dass ich noch etwas Dringendes zu erledigen habe… Weihnachtsgeschenke besorgen, du verstehst?!“
„Heute ist Sonntag!“, rief ich ihm hinterher, denn alle Läden hatten heute verständlicherweise zu. Doch Marcel war schon zur Haustür gespurtet und war auf und davon. Erneut wurde ich von ihm einfach sitzengelassen und hatte keine Ahnung was in ihm vorging. Erneut wurde ich wütend und an meine Arbeit für Mr. Gabriel war gar nicht mehr zu denken.

Ich war frustriert und enttäuscht von Marcel, der mich so eiskalt abblitzen ließ. Ich zog ernsthaft eine Trennung in Erwägung, doch um einen kühlen Kopf zu behalten, unternahm ich erst einmal einen kleinen Spaziergang durch den Park, der an einer Mauer grenzte, in dem früher eine mittelalterliche Burg stand. Alles um mich herum war still. Ich schien der einzige Mensch im Park zu sein und doch hatte ich nach einer Weile das Gefühl, nicht allein zu sein. Ich beschleunigte meine Schritte ein wenig, doch kam ich von diesem Gefühl nicht mehr los. Durch meine Unachtsamkeit rutschte ich auf einer kleinen Eisfläche aus. Ich stürzte zu Boden und verlor für wenige Sekunden mein Bewusstsein. In diesen Sekunden glaubte ich einen Jungen mit schneeweißem Haar und eisblauen Augen zu sehen. Ich musste nicht lange überlegen, um zu wissen, um wen es sich bei diesem Jungen handelte: Jack!
„Jack? Du musst dir deinen Kopf härter aufgeschlagen haben, als ich dachte.“, hörte ich eine Stimme. Ich öffnete meine Augen und entdeckte den Leiter der CODA, Shane West! „Schönen guten Abend Lukas. Wir haben uns ja schon eine ganze Weile nicht mehr gesehen.“, sagte er und reichte mir eine Hand um aufzustehen. Nachdem ich wieder auf zwei Beinen stand, langte ich mir mit einer Hand unter die Mütze an den Hinterkopf, um zu sehen, ob ich blutete oder so. „Was machst du hier Lukas? Nachts kann es hier ganz schön gefährlich sein. Zudem ist es eisig kalt, da sollte man lieber zuhause bleiben und vor einem Kamin sitzen.“
„Ich musste mir ein wenig die Beine vertreten und frische Luft tanken.“, erklärte ich Herrn West.
„Okay… und wer ist Jack? Dein neuer Freund?“, harkte er neugierig nach.
Ich schmunzelte. „Nein, Jack ist… nicht real.“, antwortete ich, woraufhin Herr West mich verdutzt anstarrte. „Und wie geht es ihnen? Geht es ihnen gut?“
„Mir geht es gut ja. In der CODA läuft alles seinen geordneten Weg und auch sonst hab ich nicht viel zu beklagen. Außer vielleicht in der Liebe…, da will mir das Glück einfach nicht hold sein.“, antwortete er mir. „Aber in einer Woche bekomme ich Besuch von meinem Ex-Freund. Nicht, dass ich mir Hoffnungen machen würde, dass wir wieder zusammen kämen, aber ich freu mich richtig, ihn endlich mal wieder zu sehen. Er ist nämlich vor einiger Zeit nach Hamburg gezogen.“
„Das klingt doch schön, auch dass sie sich noch so gut mit ihm verstehen.“, sagte ich, doch allmählich begann es mich zu frieren und ich rubbelte mir die Hände warm. „Würde es ihnen was ausmachen, wenn ich mich jetzt verabschiede? Sie haben nämlich Recht: Es ist eisig kalt!“
„Nein, natürlich macht es mir nichts aus.“, erwiderte Herr West mit einem Lächeln im Gesicht. „Vielleicht treffen wir uns mal wieder auf einen Kaffee? Vielleicht sogar nächstes Wochenende, wenn mein Ex-Freund zu Besuch ist? Ich stelle ihn dir gerne vor. Selbstverständlich kannst du deinen Freund auch mitbringen.“ Ich nahm Herrn West Einladung gerne an und verabschiedete mich anschließend wieder von ihm. Es war schön, ihn mal wieder getroffen zu haben und meine Sorgen der letzten Stunden waren auch wie weggeblasen. Meine Zuversicht kehrte zurück, aber das lag weniger an der Begegnung mit Herrn West, sondern vielmehr daran, dass ich Jack gesehen habe.


Kapitel 3 folgt an Nikolaus!
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Re: Weihnachtsgeschichte bei boypoint!

Beitragvon Skystar » 06 Dez 2016, 18:56

Einen fröhlichen Nikolaus wünsche ich euch allen! Hier wie versprochen das 3.Kapitel bzw das 15.Kapitel, wenn man alle Kapitel einschließlich der aus den ersten beiden Weihnachtsgeschichten zusammenrechnet. Dieses Kapitel mag ich besonders gerne... :flag:


Kapitel 3: Weihnachtsfeier

Der Weihnachtsstress hatte mich dieses Jahr ganz besonders fest im Griff. Nicht nur, dass heute die Weihnachtsfeier in unserer Universität stattfand und ich mir nebenbei eine Arbeit für Mr. Gabriel ausdenken musste, nein, ich wurde quasi auch noch von meinen Eltern gezwungen, an deren Nikolaus-Familienfeier Zuhause teilzunehmen. Ich wollte zwar entschieden absagen, aber meine Mutter ließ nicht mit sich reden: „Seitdem meine große Kinder aus dem Haus sind, ist unsere ganze Familie kaum noch zusammen. Wenigstens an Nikolaus und Heiligabend könnt ihr mir doch da den Gefallen tun und wenigstens kurz vorbeischneien. Die Zwillinge würden sich darüber sicherlich auch freuen.“ Meine Aussage, dass Sebastian und Sarah keine Kleinkinder mehr waren, zog leider nicht, also musste ich wohl oder übel in Schnee beißen und an der Nikolaus-Familienfeier teilnehmen. So bestand mein Tagesablauf nun darin, dass ich mittags ganz normal zu den Lesungen in die Uni ging, am Nachmittag zu Kaffee und Plätzchen bei meiner Familie eingeladen war und abends erneut zur Uni durfte, um an der Weihnachtsfeier teilzunehmen. Als hätte ich nicht genug anderen Stress…
Ich war jedoch noch gar nicht bei mir Zuhause zur Tür rein, da kam mir in der Hofeinfahrt mein WG-Mitbewohner Alec entgegen. Verwirrt starrte ich ihn an und Alec schien meine Frage bereits zu riechen: „Hey Lukas! Du wunderst dich sicherlich, was ich hier bei dir Zuhause mache, aber das darf ich dir leider nicht verraten. Es handelt sich hierbei um ein Versprechen unter Männern!“ Ein Bitte was? Mit wem hat Alec denn bitte ein Abkommen? Mit meinem Dad, oder vielleicht mit Christoph? Ohne ein weiteres Wort stapfte Alec im Schnee Richtung U-Bahn davon und ließ mich ahnungslos zurück. Na warte Bürschchen, ich werde das Geheimnis schon noch aus dir herauskitzeln.
Als ich die Tür mit meinem Haustürschlüssel öffnete, erhielt ich zugleich eine feuchte Begrüßung. Unser Hund Niko freute sich tierisch mich zu sehen und sprang mich sofort an, ehe ich die Tür hinter mir schließen konnte. Er wedelte erfreut mit seinem Schwanz und schleckte mir das Gesicht ab. Mein Dad kam mich ebenfalls begrüßen: „Na Sohnemann, hast du dir wieder einmal nicht dein Gesicht gewaschen, dass Niko dass für dich übernehmen muss? Äh… du hast da noch ein bisschen Sabber…“
Ich schubste Niko vorsichtig von mir runter. „Sehr witzig, Dad! Das geht doch sicher auf dein Konto.“
„Nö. Niko hat dich jetzt so lange nicht mehr gesehen, dass er sich einfach nur freut, dich zu sehen.“, erklärte mein Dad mir und anschließend gingen wir in die Küche, wo sich bereits meine ganze Familie eingefunden hatte. Naja… beinahe die ganze Familie, denn es war das erste Weihnachten ohne meine Oma und auch Christoph schien nicht da zu sein. „Christoph kann nicht. Die Arbeit stapelt sich auf seinem Schreibtisch und er kann unmöglich weg.“, erklärte meine Schwester Lena der versammelten Runde, doch zwinkerte sie mir dabei zu.
„Na immerhin sind all meine Kinder heute hier versammelt.“, sagte meine Mutter zufrieden. „Ihr könnt euch gar nicht vorstellen, wie glücklich mich das macht.“ Meine Mutter schenkte uns allen Kaffee, Tee oder im Falle der Kleinen Saft ein und das Plätzchenfressen konnte beginnen.
Es war ein geselliger Nachmittag im Kerzenschein, bis es irgendwann heftig an der Haustür klopfte. „Sebastian und Sarah, wärt ihr so gut und würdet die Tür aufmachen.“, forderte mein Vater die Zwillinge auf und ich konnte mir schon denken, wer da draußen in der Eiseskälte wartete.
Ich behielt mit meiner Vermutung Recht, denn von den Zwillingen war kurz darauf ein langes „Oooh“ zu hören. Es war der Nikolaus! „Hohoho, durch Eis und Schnee bin ich hierher gewandert, um zu sehen, ob ihr auch alle schön artig dieses Jahr wart. Denn nur die artigen Kinder, kriegen von dem Nikolaus auch Geschenke!“
„Ach komm hör auf.“, sagte Sebastian plötzlich, aber mit einem Lächeln im Gesicht.
„Wir wissen, dass du es bist, Christoph!“, fügte Sarah hinzu und ich musste unweigerlich schmunzeln. Der Weihnachtszauber war wohl leider verflogen, aber das tat dem schönen Nachmittag keinen Abbruch und hey…, das war der erste Nikolaus der von meiner Schwester Lena geküsst wurde.

„Klingt doch nach einem schönen Nachmittag, den du hattest.“, sagte Marcel am Abend in der Uni zu mir, als wir uns gemeinsam auf der dortigen Weihnachtsfeier einfanden.
„Er wäre noch schöner gewesen, wärest du auch dabei gewesen. Sie haben alle nach dir gefragt.“, erklärte ich meinem Freund und wurde leicht traurig dabei. Klar war für mich der Nikolaus-Tag nicht groß von Bedeutung, aber trotzdem wäre es schöner gewesen, meinen Freund bei Familienfeiern dabei zu haben. „Willst du mir nicht endlich sagen was los ist?“, fragte ich schließlich leicht verbittert.
„Nein.“, antwortete Marcel mir lediglich und mir kippte die Kinnlade runter.
„Nein? Das ist alles?“, fragte ich erschrocken. „Du willst mir wirklich nicht erzählen, warum du mir seit Tagen aus dem Weg gehst, immerzu verschwindest und du so launisch bist?“
„Es hat nichts mit dir zu tun, wirklich nicht.“, meinte Marcel, doch war mir das egal.
„Wir sind zusammen, Marcel! In einer Beziehung redet man miteinander und spricht über die Themen, die einen beschäftigen. Du kannst nicht so tun, als würde ich nicht existieren.“ Nun kochte ich innerlich vor Wut. Marcels Einstellung mir gegenüber ging einfach gar nicht mehr und das wollte ich ihn auch spüren lassen. „Aber schön…, dann lass es eben sein.“, sagte ich missmutig, drückte ihm meine Tasse Glühwein in die Hand und stapfte wütend davon.
„Jetzt sei doch bitte nicht sauer!“, rief er mir noch hinterher, doch verschwand ich in der Menge aus Studenten und Professoren, die sich auf der Weihnachtsfeier ausgelassen unterhielten.
Ich war so wütend, dass es mir so egal war, wenn ich eine Person anrempelte. So kam es leider auch dazu, dass ich ausgerechnet mit Mr. Gabriel zusammenstieß, der mich ernst anstarrte und einfach nur den Kopf schüttelte. Zurzeit hinterließ ich bei ihm keinen besonders guten Eindruck von mir. Für mich war die Party gelaufen. Ich hatte keine Lust mehr und wollte einfach nur nach Hause. Da spielte es auch keine Rolle für mich, dass Alec gerade mit seiner Musikgruppe auf einer errichteten Bühne auftrat und schöne Weihnachtslieder trällerte. Jedoch wurde ich kurz hellhörig, als ich eine bekannte Stimme vernahm, die eindeutig betrunken klang. „Fröhliche Weihnacht überall, für die meisten von uns aber jedoch eine große Qual!“, hörte ich Julius betrunken trällern, der eindeutig zu tief ins Glas geschaut hatte und sich eine weitere Tasse Glühwein am Stand genehmigen wollte, hätte ich ihn nicht davon weggezerrt. „Luki, mein bester Freund, da bist du ja!“
„Komm Julius. Für dich und mich ist die Party heute gelaufen.“, sagte ich, legte einen Arm um meinen Freund, um ihm als Gehstütze zu dienen und gemeinsam verließen wir das Unigelände.

Als wir in der WG ankamen, war Julius immerhin schon wieder etwas gehtüchtiger und er lallte mir nicht mehr zu sehr ins Ohr, wie lustig es wäre, wenn der Osterhase statt dem Weihnachtsmann die Geschenke verteilen würde und er am Ende als Hasenbraten im Rohr landet. Ich hievte meinen Freund bis zur Couch, wo er erst einmal still liegen blieb, während ich die Heizung einschaltete, da es eisig kalt in der WG war. Zwischenzeitlich bediente sich Julius aber an der Bar und ich musste ihm eine Flasche Whiskey und eine Flasche Tequila aus den Händen ziehen. „Ich denke du hast für heute genug.“, sagte ich leicht lachend, denn Julius versuchte die Flaschen wie Babys zu hüten.
„Vielleicht hast du Recht.“, sagte Julius leicht erschöpft und fiel auf die Couch zurück. „Aber du solltest was trinken…, ehrlich man, du siehst nämlich ziemlich scheiße aus!“
Ich atmete einmal schwerfällig ein und aus. „Du musst gerade reden.“, erwiderte ich schließlich und begutachtete die Flaschen auf dem Tisch. „Aber wo du Recht hast…“ Ich öffnete die Whiskey-Flasche und nahm drei oder vier kräftige Schlücke. Julius schaute mir mit offenem Mund dabei zu. Er war so besoffen, dass er alles irgendwie lustig fand und sich wie ein Kleinkind freute.
„Und was hat dir heute den Abend so versaut?“, fragte Julius mich trotzdem.
„Mein Freund von einem Arsch.“, antwortete ich und nahm zugleich noch einen Schluck. „Als hätte ich nicht schon genug Stress mit dieser beschissenen Arbeit, die ich für Mr. Gabriel erledigen muss, darf ich mich jetzt auch noch mit Beziehungsproblemen herumschlagen.“
„Ja, die Liebe ist nicht immer leicht.“, meinte Julius betrübt. „Aber vielleicht kann ich dir wenigstens bei deinem anderen Problem helfen. Ich hab nämlich die beste Idee seit langem, ach was rede ich, seitdem ich lebe!“ Ich blickte Julius fragwürdig an, während der Whiskey in mir meinen Körper von innen heraus wärmte. Ich gönnte mir einen weiteren Schluck und ahnte bereits, dass mir am nächsten Tag kotzübel sein würde und ich einen mordsmäßigen Kater verspüren würde.
Julius stand von der Couch auf und ging etwas wankend in mein Zimmer. Ich war nach wie vor verwirrt, was für einen Geistesblitz er plötzlich hatte. Er kam mit meinem Zeichenbrett und einem Bleistift, sowie Radiergummi zurück, die er mir auf den Tisch legte. „Und was soll ich jetzt damit?“
„Zeichne mich!“, antwortete Julius mir und ich blickte ihn verdutzt an.
„Sorry wenn ich das sage Jules, aber das ist weder besonders originell, noch die beste Idee seit langem. Ich bin wie du siehst, selber schon leicht angetrunken.“, versuchte ich ihm zu erklären.
„Du Dummerchen.“, lachte Julius und kam mit seinem Kopf ganz nah an mich heran, sodass sich unsere Nasenspitzen beinahe berührten. „Das bisschen Alohol was du intus hast, beintrachtet… beintrichtet… ach egal, du sollst mich ja auch nicht so zeichnen, wie ich jetzt bin.“
„Und wie soll ich dich dann zeichnen?“, fragte ich und starrte ihn weiterhin verwirrt an.
Julius grinste und fing plötzlich damit an, sich langsam auszuziehen. Zuerst streifte er sich seinen Pulli und sein Shirt über den Kopf und dann öffnete er seine Hose und zog sie sich runter, bis er nur noch in Boxershorts bekleidet vor mir stand. Ob es der Alkohol war, der meinen Körper zum Glühen brachte, konnte ich nicht mehr mit Bestimmtheit sagen. Ich saß einfach nur sprachlos auf der Couch, während Julius halbnackt vor mir stand und mich weiterhin anlächelte, als wäre das alles hier okay.
Nachdem ich mich vom ersten Schreck erholt hatte, nahm ich noch zwei weitere Schlücke aus der Whiskey-Flasche und sagte anschließend: „Na wenigstens trägst du nicht die rosaroten Boxershorts mit Herzchen bespickt, die ich dir letztes Jahr zu Weihnachten geschenkt hatte.“
Julius grinste über beide Ohren, während ich meine Augen von seinem doch recht gutgebauten Körper nicht mehr abwenden konnte. Die Krönung kam aber zum Schluss: Julius zog sich auch noch die Boxershorts aus und stand nun in all seiner Pracht vor mir. Ich schluckte einmal kräftig. „Worauf wartest du noch?“, fragte er mich. „Fang an zu zeichnen. Ich kann mich auch auf dich setzen, wenn das deine Kreativität noch besser fördert.“
„Untersteh dich.“, sagte ich nun ebenfalls lachend, schnappte mir mein Zeichenbrett und fing das Zeichnen an. Danach kam es zu einem totalen Blackout. Ich kam erst am nächsten Morgen wieder in meinem Bett zu mir. Die Sonne war bereits aufgegangen, doch fror es mich leicht. Ich wollte mich besser zudecken, als ich spürte, dass ich nicht alleine im Bett lag. Mit einem Mal waren meine Augen ganz weit offen. Neben mir lag Julius, nackt und ich war es ebenfalls. „Scheiße!“


Kapitel 4 folgt am 3.Advent!
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Re: Weihnachtsgeschichte bei boypoint!

Beitragvon Skystar » 11 Dez 2016, 21:50

Heute etwas spät, aber es ist noch immer der 3.Advent und wie an jedem Adventsonntag kommt auch heute wieder ein neues Kapitel meiner Weihnachtsgeschichte. Hat Lukas wirklich mit seinem besten Freund Julius geschlafen? Mal gucken... :flag:


Kapitel 4: Lebkuchenherz

Ganz klar: Ich stand knietief in der Scheiße! Nach meiner durchzechten Nacht mit Julius hatte ich einen totalen Filmriss. Ich konnte mich nicht mehr daran erinnern was war, geschweige denn was ich getan oder nicht getan habe. Ich betete, dass das alles nur ein schlimmer Albtraum war, aus dem ich noch erwachen würde, aber momentan sah es leider nicht danach aus. Auch Julius schien sich an nichts mehr zu erinnern und er stand mindestens genauso sehr unter Schock, als er neben mir aufgewacht ist, wie ich, wenn nicht sogar noch ein Stückchen mehr. Für mich war es ja normal, mit Jungs zu schlafen…, aber für Julius war das neues Terrain, sofern wir wirklich… oh mein Gott… Julius und ich haben doch nicht wirklich?! Er ist mein bester Freund! Das darf einfach nicht passiert sein.
Zum Glück bekam es außer uns beiden keiner mit. Marcel schien gar nicht erst nach Hause gekommen zu sein. Die Frage, wo er übernachtet hat, beschäftigte mich mindestens genauso sehr, wie die Frage, was ich und Julius getan haben. Alec hingegen war zwar von der Weihnachtsfeier nach Hause gekommen, aber zugleich todmüde ins Bett gefallen. Er fand zwar Julius Kleidung im Wohnbereich vor, aber kam im Traum nie darauf, dass er nicht in seinem eigenen Bett geschlafen hat. „Na ihr müsst es hier ja noch ordentlich krachen lassen haben.“, meinte er, nachdem er die halbleere Whiskey-Flasche auf dem Tisch entdeckte und wir uns vom anfänglichen Schock erholt hatten. Julius und ich schwiegen uns zu dem Thema aus. Auch Tage später wussten wir noch immer nicht was in jener Nacht vorgefallen war. Eines wusste ich aber noch ganz genau: Ich hab Julius tatsächlich nackt gezeichnet! Der Beweis lag auf der Hand, beziehungsweise in meinem Zimmer auf meinem Zeichenbrett, denn dort befand sich die fertige Zeichnung von Julius.
„Das bleibt unter uns.“, sagte ich irgendwann zu Julius.
„Ja, ich bin nicht scharf darauf, dass jeder erfährt, was wir getrieben haben.“, erwiderte Julius.
„Jetzt halt mal den Ball flach. Vielleicht haben wir es nicht „getrieben“…“, entgegnete ich.
„Oh bitte Lukas…“ Julius fasste sich an den Kopf, als würde ihm noch immer der Schädel brummen. „Ich will glaube ich auch gar nicht wissen, was da zwischen uns war…“
„Da war nichts zwischen uns!“, entgegnete ich zähneknirschend.
„Das wissen wir nicht…“, sagte Julius.
„Zumindest lag nirgends ein Kondom.“, meinte ich, auch wenn das kein eindeutiges Indiz für unsere Unschuld war. Wenn ich Marcel jetzt auch noch mit Julius betrogen habe, dann konnte ich unsere Beziehung endgültig in die Tonne kloppen. Unsere Beziehung stand eh schon hart auf der Kippe.

Ich wusste zurzeit echt nicht mehr, wo mir der Kopf stand und als Herr West mich Samstagabend anschrieb, ob wir uns morgen auf dem Christkindlmarkt am Rathausplatz treffen wollen, war ich sofort Feuer und Flamme. Ich wollte einfach nur noch raus, raus an die frische Luft und weg von Marcel und Julius und all meinen Problemen, die ich derzeit mit mir herumschleppte.
So zog ich mich am Sonntagnachmittag warm an und ging zu dem vereinbarten Treffpunkt, um mich dort mit dem Leiter der CODA und seinem Ex-Freund zu treffen. Auf dem Weg dorthin, bekam ich dann aber doch ein komisches Gefühl dabei, mich mit einem älteren Mann und seinem Ex-Freund zu treffen. Naja, vielleicht war sein Ex-Freund ja ganz nett.
Als ich aus der U-Bahn ausstieg und die Treppe zum Rathausplatz emporstieg, zog mir bereits ein eisiger Wind entgegen. Dieses Jahr war es wirklich besonders kalt. Ich ging etwas schneller, um mich zwischen den einzelnen Buden vor dem Wind in Sicherheit zu bringen. Am Rathausbrunnen traf ich dann auch Herrn West und seinen besagten Ex-Freund, der deutlich jünger zu sein schien, als ich erwartet hatte. Er konnte nicht sehr viel älter als ich gewesen sein. Von der Optik her ähnelte er Alec ein wenig, denn auch er hatte schwarzes, schulterlanges Haar, aber seine Gesichtszüge waren sehr viel feiner und jugendlicher und seine Augen strahlender, wohingegen die von Alec schwarz waren.
„Leon, das ist der Junge von dem ich dir in meiner E-Mail erzählt habe.“ Der Junge gab ein leises „Ah“ von sich, während ich mich noch immer leicht unwohl in meiner Haut fühlte. „Sag bloß du erkennst ihn nicht Lukas? Das ist Leon Schopp, einer der Ursprungsmitglieder der CODA. Hinzu kommt, dass er einer meiner ehemaligen Kunststudenten war. Er gehörte zu den Talentiertesten – Er ist einer der Talentiertesten!“, korrigierte sich Herr West schnell.
„Naja, aber davor musste ich auch so allerhand über mich ergehen lassen. Shane hat sogar mal eines meiner Zeichnungen zerstört. Das war nicht so lustig.“, sagte Leon mit einem Lächeln im Gesicht zu mir und schüttelte mir zur Begrüßung noch die Hand.
„Lass doch die alten Kamellen, Leon.“, sagte Herr West und grinste dabei. „Und wo wollt ihr als Erstes hin? Wie schaut es mit einer Tasse Glühwein aus? Das wärmt den Körper von innen heraus.“
„Eine gute Idee.“, sagte ich und Leon pflichtete ebenfalls bei. Wir bestellten uns alle jeweils eine Tasse Glühwein und währenddessen lernte ich Leon ein wenig besser kennen. So erfuhr ich von seinem Leben in Hamburg, dass er dort eine Firma gegründet hat und sich sogar in einer sehr glücklichen Beziehung befand. Von all diesen Dingen konnte ich derzeit nur träumen.
Natürlich hatte Leon auch die ein oder andere Frage an mich. Was ich nach meinem Studium genau machen will, wohin es mich treibt und auch ob ich mich derzeit in einer Beziehung befand. „Da gibt es doch bestimmt einen Jungen, für den dein kleines süßes Herz schlägt.“, meinte Leon schmunzelnd. Benahm ich mich tuntig, oder irgendwie anders auffällig, dass er sofort wusste, dass ich schwul bin? Vermutlich hat Herr West ihm das aber auch in einer E-Mail verklickert.
„Ich hab in der Tat einen Freund… noch zumindest.“, antwortete ich Leon und auch Herr West hörte aufmerksam zu. „Wir haben zurzeit ein paar Beziehungsprobleme… nun ja und dann kommen da auch noch andere Schwierigkeiten hinzu, die sich in der letzten Zeit ergeben haben.“
„Ich will nicht neugierig wirken, aber hat das was mit einem anderen Jungen zu tun?“, fragte Leon, der einen guten Riecher bewies. Es zu verleugnen, wäre unsinnig gewesen, also nickte ich. „Das Gefühl kenne ich.“, erwiderte Leon, der mich verträumt ansah. „Ich finde mich gerade in dir wieder. Vor ein paar Jahren war ich genauso wie du: Ein junger Student und verliebt in zwei Jungen, die man einfach nicht mehr aus dem Kopf bekommt, geschweige denn aus dem Herzen.“
„Mo-oment!“, brach es schnell aus mir heraus. „Ich bin nur in meinen Freund verliebt, der andere Junge ist nur ein Freund… nur ein sehr guter Freund!“
„Schon klar.“, entgegnete Leon und zwinkerte mir grinsend zu, während Herr West sprachlos, aber lächelnd daneben stand und sich nur ungern in unsere Unterhaltung einmischen zu wollen schien. Zum Glück hatten wir alsbald unseren Glühwein ausgetrunken und zogen weiter, um auch die anderen Buden auf dem Christkindlmarkt zu besichtigen. Herr West kaufte sich ein Paar Ohrwärmer, die er sich auch zugleich aufsetzte, nachdem seine Ohren bereits ganz rot waren und auch Leon und ich wurden nach kurzer Zeit fündig. „Hier gibt es Lebkuchenherzen! Davon kauf ich mir gleich zwei.“, rief Leon begeistert und zog seinen Geldbeutel aus seiner Umhängetasche. Er kaufte sich zwei große Lebkuchenherzen, auf denen einmal „Ich liebe dich“ und einmal „Bitte verlass mich nicht“ stand. Auf meine Verwunderung hin, wieso er sich gleich zwei kaufte, antwortete er: „Hab ich das nicht gesagt? Ich war als Student in zwei Jungen verliebt und mit beiden bin ich nun auch zusammen.“
Die Verwunderung stand mir ins Gesicht geschrieben: „Und das funktioniert?!“
„Ja.“, antwortete Leon mir lächelnd. „Anfangs hätte ich es auch nicht für möglich gehalten, aber wir lieben uns alle drei gleichermaßen. Bevor ich mich versah, war ich auch schon zwischen den Beiden…, wenn du verstehst was ich meine.“ Leon lachte, während ich ihn mit offenem Mund anstarrte.
So verlief das Treffen mit Herr West und seinem Ex-Freund überraschend angenehmer und lustiger als erwartet und ich konnte meine Sorgen und Probleme für ein paar Stunden fast vollständig ausblenden. Doch die Realität holte mich schneller ein, als mir lieb war…

Ich war gerade auf dem Nachhauseweg und setzte mich auf einen freien Platz in der U-Bahn, die zu später Stunde etwas leer schien. In einer Ecke saß ein alter Penner, von dem eine unangenehme Alkoholfahne ausging. Ein Pärchen, das ebenfalls auf dem Christkindlmarkt gewesen zu sein schien, saß etwas weiter weg und warf sich verliebte Blicke zu. Auf der gegenüberliegenden Seite von mir, saß eine junge Mutter mit ihrem Kinderwagen, in dem friedlich ein Baby schlief. Zuerst bemerkte ich es gar nicht, aber die junge Frau blickte immer wieder zu mir rüber, bis ihre Augen schließlich vollständig an mir haften blieben. Irgendwann fühlte ich mich unwohl dabei und sprach sie darauf an: „Könnten sie bitte damit aufhören, mich so anzustarren?!“
„Nein kann ich nicht.“, entgegnete die junge Frau ernst. „Sie hören ja auch nicht auf, mit meinem Freund zu schlafen!“ Erschrocken klappte mir der Mund auf. Wer war die junge Frau?!


Kapitel 5 folgt am 4.Advent!
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Re: Weihnachtsgeschichte bei boypoint!

Beitragvon GoldenStar18 » 14 Dez 2016, 17:11

Huge Spoiler xD
Leons happy End ist enthüllt. Ich frag mich wann der Rest kommt ^^
Manchmal sollte man nicht zu viel nachdenken - wenn sich was richtig anfühlt ist wahrscheinlich auch so

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Re: Weihnachtsgeschichte bei boypoint!

Beitragvon ArokhsSohn » 14 Dez 2016, 21:48

Hey Sky,

jetzt hab ich endlich auch mal Deine Weihnachtsgeschichte(n) durchgelesen. Und wie nicht anders zu erwarten war, bin ich einfach nur begeistert. Schon die erste Geschichte fand ich sehr rührend und schön. Die zweite war nicht minder spannend, auch wenn ich mir schon denken konnte, wer hinter den mysteriösen Rätseln steckte. Und Du hast es auch dieses Mal wieder geschafft, eine sehr dichte und spannende Atmosphäre zu erzeugen.

Sehr schön finde ich an diesen Stories, dass sie über die Jahre hinweg zusammen hängen und man damit eine kontinuierliche Entwicklung der Figuren beobachten kann. Außerdem fällt es mir dadurch sehr leicht, mit den Charakteren mitzufiebern, weil sie einem über die Zeit hinweg immer vertrauter werden. Ich liebe sowas!

Auch, dass Du eine Verflechtung zu Deiner Mystic-Love Reihe eingebaut hast, gefällt mir ungemein gut (Kunst der Magie, oder? Ich habe es zwar noch nicht gelesen *Schande über mich* aber es steht auf der Wunschliste ^^)

So fand ich z. Bsp. das Ableben der Oma wirklich schade, da sie in den vergangenen Teilen ziemlich coole Auftritte hatte :-D

Der junge Mr. Frost lässt Lukas aber auch nicht los, was? Oder ist er für unseren Protagonisten, welcher die faszinierende Eigenart besitzt, stets zu Weihnachten ein neues Abenteuer zu erleben, so eine Art persönlicher Schutzengel?



Ach ja, wie schön war diese Stelle denn bitte: Lukas hat kurz zuvor unter Alkoholeinfluss mit Julius geschlafen (oder auch nicht). Und bei der erstbesten Gelegenheit:
Wie schaut es mit einer Tasse Glühwein aus? Das wärmt den Körper von innen heraus.“
„Eine gute Idee.“, sagte ich

:lol:

Lukas hat geschrieben:Wer war die junge Frau?!

Oha, das ist wohl jene mysteriöse Stalkerin, welche die zwei Nachrichten geschickt hat… So etwas habe ich fast schon vermutet. Es lässt sich ja anhand Marcels Reaktion auf die Nachricht herleiten. Vermutlich ist er danach so schnell abgedüst, um mit der Frau zu sprechen. Aber in welcher Beziehung stehen die beiden nun zu einander. Marcel ist bi, soweit so gut, aber ist er (heimlich) auch in einer Dreier-Beziehung, ähnlich wie Leon, nur dass Lukas hiervon nix weiß O_o ? Das könnte auch erklären, wie die Frau an Lukas‘ Handy-Nr. gekommen ist. Sie brauchte ja bloß Marcels Handy durchzustalken, als er mal bei ihr war und es nicht gemerkt hat…

Ich bin gespannt, wie Du das wieder auflöst. Bisher waren alle beiden Weihnachtsgeschichten ja bis zu einem bestimmten Punkt hochspannend – bis Du die versöhnliche Kurve eingeschlagen hast und der „Geist der Weihnacht“ wirken konnte ;-)

Jetzt freue ich mich schon total auf den 4. Advent, allein weil ich dann wissen werde, wie es weiter geht :-D


Zur Rechtschreibung kann ich noch sagen: Du hast es wie üblich ganz gut drauf, bis auf ein paar kleine Fehler hier und da. Aber mir ist nichts aufgefallen, was den Lesefluss erheblich stören würde.

LG, Arokh

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Re: Weihnachtsgeschichte bei boypoint!

Beitragvon NikiLu » 14 Dez 2016, 21:54

Also die Weihnachtsgeschichten werden ja von Jahr zu Jahr Besser. Hut ab ich bin begeistert . Und der Arme junge hat echt ein sehr emotionales Leben mit Höhen und Tiefen:D -ds macht ds ganze Auch Abwechslungsreich :D :bp:

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Re: Weihnachtsgeschichte bei boypoint!

Beitragvon Skystar » 15 Dez 2016, 09:48

Was ist los, habt ihr plötzlich den "Antworten"-Button gefunden, weil auf einmal drei Postings kamen? :D

@NikiLu: Danke dir! Freut mich, dass du findest, dass die Weihnachtsgeschichten von Jahr zu Jahr besser werden. Ich muss ja gestehen, dass ich die 1.Weihnachtsgeschichte etwas lieber als die 2.Weihnachtsgeschichte habe.

@ArokhsSohn: Hat zwar nichts mit dem Thema zu tun, aber woher stammt eigentlich das Wort "begeistert" sein? Was hat das mit Geistern zu tun? :D Ansonsten hast du dir natürlich wieder viel Mühe mit deinem Kommi gegeben. Hut ab! Ja, ich hab ein paar Charaktere (Shane West; Leon Schopp) aus "Die Kunst der Magie" eingebaut, bzw. die CODA (1.Weihnachtsgeschichte) war ja ein wesentlicher Bestandteil in dieser Geschichte. Bei der Szene mit dem Glühwein die du angesprochen hast, hätte ich wohl eher solche Worte in Lukas Mund legen sollen: "Glühwein? Nein danke..., Alkohol und ich vertragen uns aktuell nicht so gut. Am Ende lande ich mit dem gutaussehenden Leon hier im Be... äh ich nehm Kinderpunsch!" :lol:

@GoldenStar18: Mir war natürlich bewusst, dass das ein Spoiler mit Leon war..., aber ehrlich gesagt wollte ich darauf nicht verzichten und den Fans (schön, dass du noch immer auf das Finale wartest^^) zumindest etwas Gutes tun. Aktuell sitze ich noch an der Weihnachtsgeschichte und am letzten O:Evo-1570-Special, aber vielleicht kann ich danach "Der Schattenphönix" weiter schreiben. Versprechen kann ich natürlich nichts, aber wenn ich weiter schreiben will, dann bevor ich 2017 die neue Geschichte starte!
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Re: Weihnachtsgeschichte bei boypoint!

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