The decision

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The decision

Beitragvon A350XWB » 01 Jun 2017, 20:20

Vorgestern war ich - wie so oft in meinem Leben - mit der Bahn unterwegs. Das Karlsruher Modell ist schon was tolles, vor allem in der Umgebung, wenn einfach alle 20 Minuten eine Bahn kommt.

Diesen Dienstag war das aber nicht so:
ich stehe also in Pforzheim am Hbf. Das etwas anders ist als sonst, merke ich nicht gleich. Doch, da auf der Anzeigetafel, da ist was komisch: da steht oben - in dem kleinen, weißen Balken, der schon viele Kunden der DB zur Verzweiflung trieb: "Dieser Zug entfällt - this train is canceled - französisches Bla Bla Bla".

Da habe ich erst im Stillen, dann ganz laut diesen "Saftladen" verflucht und mich danach - von rot-weißem Absperrband angezogen - neben ein offenes Fundament des Aushangsfahrplans gestellt. Da war er plötzlich: ein Junge in meinem Alter (15), blondes, leicht gelocktes Haar und ein tolles Gesicht. Es wirkte unschuldig. Er ging auf die andere Seite des Glaskastens und besah sich seinerseits die Absperrung. Getrennt voneinander taten wir dasselbe: das Band und seine abstehenden Enden über die Absperrbake wickeln. Er warf mir immer wieder flüchtige Blicke zu und ich tat dasselbe. Dann kam ein Eilzug, den ich dann bestieg. Ich dachte schon: schade, wie immer, wenn du einen süßen Jungen siehst, ist er so schnell weg, wie er kam, da sah ich, dass er nach einigem Zögern und "Auf-den-Fahrplan-schauen" ebenfalls einstieg. Ich hatte mir einen Sitzplatz gesucht während er in einem der Gelenke der Bahn stehen blieb.

Gerade überlegte ich, ob ich nicht aufstehen sollte und mich zu ihm gesellen sollte, da setzte sich ein älterer Herr im Anzug neben mich. Da ich am Fenster saß, war der Weg zu dem verlockenden Jungen nun endgültig versperrt. Doch da kam mir eine Idee: Ich fragte den Mann, wohin er fahren müsse und ob es dann - ich erhoffte mir, dass er weiter fuhr - nicht sinnvoller wäre, wenn wir jetzt schon, bei stehender Bahn (die auf einen IRE wartete, der erst noch passieren musste) die Plätze tauschen sollten. Doch meine Hoffnungen erfüllten sich nicht: er müsse nur eine Station vor mir aussteigen, sagte er. Leider war ich nie ein guter Lügner und so beließ ich es dabei.

Nach fünf Minuten bat mich derselbe Mann, der einen Zettel zur Gewerkschaftswahl im Eisenbahnverkehr vor sich ausgebreitet hatte, aus dem Fenster mal nach der Anzeigetafel des Nebengleises zu sehen, auf dem der IRE einfahren sollte. Die Tafel meldete "10 Minuten Verspätung", aber durch eine SMS meiner Mutter/Sekretärin wusste ich, dass es bereits 12 Minuten waren, was ich dem Herrn mitteilte. Nach einem Blick aus dem Fenster meinte er nur, dass das Ausfahrtssignal aber schon angeschaltet wäre. Woher er das denn Wisse, fragte ich - schließlich war der blonde Junge leider außer Sichtweite geraten. Es stellte sich heraus, dass ich neben einem ehemaligen Fahrdienstleiter des selben Bahnhofs (Pforzheim) saß, der mir dann noch ein bisschen mehr über Signale und Sichtfahren etc. erzählte, als er bemerkte, dass ich mich für das Thema interessiere.

So kam es dann, dass ich nicht sah, wo der gut aussehende Gleichaltrige ausstieg - aber sei's drum: immer, wenn man glaubt, man habe den richtigen gefunden, wird man enttäuscht. Oder man traut sich nicht. Wenigstens hat man als bisexueller beide Wege offen... :flag:
If you see me comin' -- better step aside
A lotta men didn't -- a lotta men died.
>>>Die Straßenbahn<<<

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Re: The decision

Beitragvon Hyazinth » 01 Jun 2017, 20:26

Schön, dass du deine Geschichte mit uns teilst, denn so ist es meistens in der Realität.
Ich suchte, wo der Wind am schärfsten weht...

 


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