Schwarzer Schmetterling

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Tineoides
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Schwarzer Schmetterling

Beitragvon Tineoides » 13 Sep 2018, 08:40

Hallo alle Zusammen,

Nach der ganzen Leserei hier in der Geschichten Rubrik dachte ich mir es wäre nur recht auch etwas zurück zu geben. Das ist meine erste Geschichte, die ich such veröffentliche. Über euer Feedback wäre ich sehr dankbar. Lob wäre natürlich schön aber konstruktive Kritik nehm ich gerne entgegen.

Bei der Geschichte handelt es sich um eine Trils wshre Begebenheit die aber im späteren Verlauf in Fiktion mündet. Es geht dann darum wie ich mich aus heutiger Sicht verhalten hätte sollen und können. Für den Anfang Versuch ich heute 4 Kapitel zu schreiben. Also dann...viel Spaß beim lesen.....

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1. Nicht der Norm entsprechend...

"..tanze nicht mehr in den Schatten. Folge der Finsternis in das Nicht..." Wie oft hatte er sich in letzter Zeit diese Liedzeilen angehört. Er liebte es in diese düstere Welt abzutauchen. Sie spiegelte all das wieder was er tief im Inneren empfand. Er war das, was alle unter einem typischen Ausenseiter verstanden. Schon alleine durch sein Äußeres grenzte er sich deutlich von seinen Mitschülern ab.
Er war einer dieser Jungs, die das ganze Jahr über aussahen als wäre ihre Mutter gerade verstorben. Blass, die Augen leicht geschminkt und immer schwarz gekleidet. Wenn er jemanden ansah, dann war es, als ob er denjenigen mit seinen Blicken durchdringt, als ob alles und jeder um ihn herum nur Luft wäre. Er sprach nicht viel und selbst wenn, dann nur kurze wenige Wörter die die Bezeichnung Satz fast nicht verdient hätten.
Er war in seiner eigenen düsteren Welt gefangen, die er sich den ganzen Tag über musikalisch untermalte. Wer ihn schon länger kannte wusste, dass er nicht immer so war. Eigentlich war er sogar das krasse Gegenteil von dem was er jetzt ist. Er war beliebt bei allen, ein sehr guter Sportler, ein guter Schüler und ein klasse Kumpel. Die Mädchen standen bei ihm Schlange und er hatte auch die ein oder andere feste Beziehung mit ihnen. Auch jetzt war er eigentlich nicht hässlich. Er war groß für sein Alter, schlank und hatte tiefe grüne Augen die durch die schwarze Schminke noch grüner wirkten.
Aber er war halt anders und wer anders ist gehört nicht dazu. Und wer nicht dazu gehört wird entweder gemobbt oder links liegen gelassen. Er wünschte sich wahrscheinlich eher letzteres, was aber zunehmend ein Wunschtraum zu werden schien. Das führte aber nur dazu, dass er sich noch weiter von allen entfernte. Viele fragten sich, wie aus ihm der werden konnte der er jetzt ist. Er selbst wusste es. Er das heißt...ich weiß es
Ich wusste genau wie ich zum Feindbild meiner Mitschüler wurde.....doch das ging ihnen einen Scheiß an....

Wie eigentlich an jeden Wochentag spulte ich roboterartig die selben Automatismen ab. Das seltsam klingende gepiepse meines Wecker riss mich unsanft aus meinem viel zu kurzen Schlaf. Der Drang liegen zu bleiben wurde abrupt durch ein ruckartiges Öffnen meiner Zimmertür im Keim erstick.
"Los aufstehn", war die kurze höchst liebevolle Aufforderung meiner Mutter aus dem Bett zu kommen. Seufzend fügte ich mich meinem unausweichlichen Schicksal, schnappte mir frische Unterwäsche und ging erstmal ins Bad zum Duschen. Als das eiskalte Wasser meinen nackten Körper hinunterlief, spürte ich so ganz langsam die Müdigkeit von mir gleiten. Es füllte sich erfrischend an, als die oberste Schicht der ganzen Scheiße mit weggespült werden könnte wenn ich nur lange genug unter der Dusche stehen würde. Doch so viel Zeit hab ich leider nicht. Und ich bräuchte dazu wahrscheinlich auch eher kochend heißes Wasser.
Von oben bis unten mit Gänsehaut bedeckt stieg ich aus der Dusche und vor unserem bodentiefen Spiegel. Ein kleiner blauer Fleck war neben meinem Bauchnabel noch zu sehn. Der Anblick errinnert mich wieder an die Faust, die mir diese Blessur zugefügt hat. Er erinnerte mich daran, was heute auch wieder passieren könnte. Ich zog mir meine Unterwäsche an, putze mir die Zähne und ging zurück in mein Zimmer um mich gar anzuziehen.
"Kommst du endlich?", schrie es ungeduldig von unten hoch.
"Ja, ja", rief ich ihr gekünstelt freundlich zurück und fügte gedanklich hinzu, "als ob ich eine Wahl hätte...."

Schwarzer Schmetterling

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Tineoides
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Re: Schwarzer Schmetterling

Beitragvon Tineoides » 13 Sep 2018, 11:42

2. Ja, er ist nicht schön

"...eine Krone zur Zier, banden sie mir ums Haupt, jagten mich wie ein Tier". Mit diesen Worten blieb der wie immer bis zum Erbrechen vollgepackte Bus stehn. Die Tür öffnete sich und eine Horde 5.Klässler quetschten sich hindurch und bewegten sich richtung Haupteingang wie eine Schar Motten ins Licht. Ich selbst hatte es nicht so eilig in diesem Licht zu verbrennen.
Mein Ziel war das Gebüsch hinter der Schulbibliothek. Es ist nicht so das unsere Lehrer nicht wussten das dort trotz des Rauchverbotes und unter Androhung von Verweisen fröhlich Nikotin konsumiert wurde. Bis auf ein paar idealistischen Referendaren ignorierte es nur ein jeder. Dieses Gebüsch war mein allmorgentliches Ziel vor dem Unterricht. Die Leute hier waren in der Regel entweder Assis oder die Obercoolen mit ihren Groupies.
Meistens konnte ich dort ohne groß beachtet zu werden mein Henkerszigarette rauchen und mich seelisch von meiner muskalischen Gedankenuntermalung verabschieden. Als meine Kippe bis zum Filter runtergeraucht war, hatte es auch schon zwei mal geklingelt.

Wiederwillig schleppte ich mich zum Klassenzimmer. Es war bereits ruhig und die Türe verschlossen, ein Indiz dafür, dass unser Lehrkörper schon anwesend war.
"Ach fuck, Geschichte", murmelte ich vor mir hin. Unsere Geschichtslehrerin, Frau Weigl, hatte mich eh auf den Kicker, "da werd ich mir jetzt erst mal was anhören dürfen."
Kaum halb durch die Tür getreten, wurde mir auch schon mein zu spätes Erscheinen unter die Nase gerieben. "Guten Morgen Felix, na ist das nicht schön das du uns auch noch mit deiner hochgeschätzten Anwesenheit beehrst", sprach sie, nicht mal ansatzweise versuchend den sarkastischen Unterton zu verstecken. Meine lieben Mitschüler nahmen das natürlich gleich zur Gelegenheit laut loszulachen und mich aufzuziehen.
"Ja, es ist nicht schön Frau Weigl!", versuchte ich ihr so schlagkräftig wie nur möglich zu antworten ohne dabei zu unverschämt zu wirken.
"Na wenn bei dir die Zunge heute so locker sitzt, kannst du auch gleich zu mir nach vorne kommen und das Gelernte von letzter Stunde reflektieren."
"Wenn es sein muss..." Ich wusste genau, dass dies ein weiterer Versuch war mich vor versammelter Mannschaft bloßzustellen. Den Gefallen konnte ich ihr aber nur bedingt tun.
"Glück gehabt", zischte sie nur, "setz dich jetzt wir alle haben nicht ewig Zeit."

Unter den missbilligenden Blicken meiner ach so coolen Mitschüler begab ich much auf meinen Platz in der letzten Reihe und sank auf meinen Stuhl. Frau Weigl begann mit ihren schier endlosen Vorträgen über deutsche Teilung, kalter Krieg und bla bla bla.
Mein sehnlichster Wunsch war in diesem Moment die Fähigkeit mit offenen Augen zu schlafen. Leider war mir aber so eine Gabe nicht vergönnt. Nach zwei Stunden endloser Aufklärung über die jüngere deutsche Geschichte klingelte es zur Pause. Ich erhob mich von meiner Folterbank und wollte mich gerade auf den Weg nach draußen machen, als ich von hinten einem Tritt in die Beine bekam. Nur mit Mühe konnte ich eine unsanfte Begegnung meines Gesichts mit dem Fliesenboden verhindern.
"Zu dumm zum laufen Spasst?", hörte ich die mir nur zu bekannte Stimme hinter mir klingen.
Wortlos wollte ich meinen Weg zum rettenden Gebüsch vortsetzen. Dorthin folgten sie mir nie, weil sie einfach zu viel Schiss hatten wegen verlassen des Schulgeländes einen Verweis zu kassieren.
"Ich red mit dir Schwuchtel!", hörte ich ihn jetzt leicht zornig schreien.
Ich blieb kurz stehen und ohne mich zu ihm umzudrehen streckte ich ihm meinen ausgestreckten Mittelfinger entgegen: "schieb dir den hier sonst wohin Kevin!" bekräftigte ich noch kurz meine obszöne Geste.
Ich setzte unbeirrt meinen weg zur Nikotintanlstelle fort und lies Kevin und seine Jungs einfach stehn.
"DICH KRIEG ICH SCHON NOCH!!! WART NUR", schrie er mir wutentbrannt hinterher. Provokativ steckte ich mir meine Ohrstöpsel ins Ohr und stellte Musik ein.

Am Raucherplatz angekommen gab es nur noch meine Musik, Nikotin und meine Gedanken. Ich fasste mir unbewusst an den blauen Fleck an meinem Bauch. Ich lies den Rauch in meinen Lungen zirkulieren ehe ich ihn langsam ausstieß. Nochmal taste ich diese eine Stelle an meinem Bauch ab.
"Mit sowas lächerlichem kannst weder du noch jemand anders mir noch großartig Schmerz zufügen."

Tineoides
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Re: Schwarzer Schmetterling

Beitragvon Tineoides » 13 Sep 2018, 14:45

3. Arschlochskala

" Under the stairs and beyond your horizon, there lifes a creature that wants to be free..." mit diesen Worten zeigte mir Alexander "ASP" Spreng daa Tor tief hinunter in meine finstere Albtraumwelt.
Hier war ich frei. Hier war ich frei von den ständigen Hänseleien meiner Klassenkammeraden. Frei von den abwertenden Blicken und Kommentaren meiner Lehrer. Hier konnte mir keiner was. Hier war ich mein alleiniger Herr.
Mein restlicher Schultag verlief ohne weitere nennenswerte Vorkommnisse. Die ständigen unqualifizierten Kommentare von Kevin und den anderen Halbaffen werte ich mal als normalen Alltag. Was jetzt kommen wird ist mitunter nicht wesentlich besser. Mein Vater, oder genauer gesagt mein Stiefvater übertraf meine Mitschüler um längen wenn er einen schlechten Tag hatte. Ganz schlimm wurde es, wenn er getrunken hatte. Dann wurde er unausstehlich. Meine Mutter sagte dazu nichts. Im Gegenteil. Meistens gab sie mir noch die Schuld wenn die Situation zu Hause mal wieder eskalierte.
Ich kann ihm ja eigentlich nicht mal einen Vorwurf machen. Es war wirklich nicht leicht für ihn. Seit 6 Jahren kämpft er jetzt schon gegen den Krebs an. Als wir davon erfahren haben, war ich gerade mal 8 Jahre alt. Er war damals sehr wütend und verbittert. Und ich wurde des Ventil für seine angestauten Emotionen. Ich verstand damals noch nicht was Krebs bedeutet. Ich wusste nicht, dass der Todesengel seine Sense schon am Jals meines Stiefvaters hatte. Ich gab mir die Schuld für seine Wutausbrüche. Mit der Zeit lernte ich aber die Bedeutung der Krankheit kennen. Ich entwickelte ein seltsames Verständnis für ihn, welches aber Gleichzeitig einen unbeschreiblichen Hass in mir Wachsen lies. Ja, ich begann ihn zu hassen. Ich hasste ihn dafür, dass ich mir jahrelang Vorwürfe gemacht hab.

Die körperliche Gewalt lies mit den Jahren nach. Doch diese wurde nach und nach durch paychische ersetzt. Meine Mutter schaute weiterhin einfach weg.
Ich selbst flüchtete mich in meine Traumwelten und tat so als ob es mir am Arsch vorbei ging wie er mich behandelt.
Immer noch in Gedanken versunken setzte ich mich auf einen der wenigen freien Sitze im Bus. Den dunklen Klängen meiner Gedankenbeschallung lauschend merkte ich nicht, wie sich ein andere Junge etwas zögerlich neben mir niederlies. Erst als er mir leicht seinen Ellenbogen in die Seite stieß blickte ich auf. Ich rollte nur kurz mit den Augen und wannte meinen Blick wieder aus dem Fenster. Es war Patrick einer von Kevins Mitläufern. Ich kannte Patrick schon lange, viel länger als Kevin. Wir wohnten im selben Ort nur ein paar Minuten voneinander entfernt. Wir waren einmal sehr gute Freunde. Jedenfalls dachte ich das. Wir spielten Jahrelang zusammen im selben Verein Fußball und gingen zusammen schon in den Kindergarten und so weiter. Aber dasalles änderte sich vor gut einem Jahr.

Er stieß mich wieder an, diesmal etwas fester. Ich hatte zwar keine Lust mich mit ihm zu Unterhalten, jedoch hatte ich noch weniger Lust darauf alle zwei Minuten seinen Ellenbogen zu spüren. Ich zog mir also einen Ohrstöpsel aus dem Ohr und fragte genervt: "was ist?"
"Alter was geht mit dir ab?", fragte er.
"Wüsste nicht was dich das angeht."
"Du warst mal einer von uns wenn du dich noch erinnern kannst. Und jetzt behandelst du uns alle wie den letzten Scheiß. Du führst dich echt zum kotzen auf!"
Moment mal, hab ich das grad richtig gehört? Ich führ mich zum kotzen auf?
"Weißt was, vergiss was ich gesagt hab," fuhr er fort, "du warst echt mal ein guter Freund. Keine Ahnung warum du fich jetzt wie ein Idiot aufführst. Aber mach nur weiter so. Dachte man könnte zumindest normal mit dir reden."
Was soll der Scheiß jetzt. Jetzt soll ich mich schuldig fühlen? "Bloß keine Schwäche zeigen", dachte ich mir. Nach einem kurzen Moment des schweigens hatte ich eine passende Antwort gefunden.
"Du bist gerade in der Arschlochskala ein ganzes Stück nach oben geklettert. Nicht mehr viel und du machst Kevin Konkurenz", sagte ich in einem fast schon bedrohlich ruhigem Tonfall.
Er starrte mich einen Moment an und stand dann auf. Er wischte sch eine Strähne seines brsunen Jasrs sus dem Gesicht, schaute mir seltsam tief in die Sugen und ging kopfschüttelnd auf einen snderen Platz.
"Was war das jetzt?", murmelte ich vor mir hin. Ich steckte den einen Ohrdtöpsel zurück ins Ohr und grübelte weiter über diese seltsame Begegnung nach.
Wieso fühl ich mich nur plötzlich so beschissen...

Tineoides
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Re: Schwarzer Schmetterling

Beitragvon Tineoides » 14 Sep 2018, 05:26

4. Freiflug

"....we are the same. We are young and lost and so afraid." Ich saß alleine an einem meiner Lieblingsplätze. Es ist ein alter Aussichtsturm im Wald direkt bei uns am Ort. Dieser Platz hatte etwas magisches für mich. Ich kam dort zur Ruhe, konnte meine Gedanken sortieren und mir die nötige Kraft aus dem Scherbenhaufen meines bisherigen Lebens saugen. Dies war auch der Ort an dem ich mich flüchtete wenn es zu Hause gar nicht mehr ging. So wie heute.
Die Stille und die Einsamkeit waren alles was ich gerade wollte. Und ganz alleine war ich ja dann trotzdem nicht. Ich hatte Ville Valo im Ohr, eine Zigarette im Mund und eine viertel Flasche Vodka in der Hand. Mehr hatte meine Mom leider nicht mehr in ihrem Geheimvorrat. Aber gut, es sollte wohl reichen um den Abend so einigermaßen angenehm zu gestalten. Ich rieb mir über den frischen Bluterguss am linken Oberarm und tauchte immer tiefer in meine Gedanken.
Vor einer Woche noch war mein Reich, dass ich mir so mühsam aufgebaut habe noch intakt. Ich war der Außenseiter, mit dem man entweder nichts zu tun haben will oder ihm das Leben schwer macht. Der mit dem man nicht mehr als nötig interagiert. Ebenso musste ich mir nie Gedanken um andere mache. Es war befreiend niemand etwas schuldi sein zu müssen. Ich mochte diese Rolle und wenn es nach mir ginge, würde sich daran auch nichts ändern. Aber es ging eben leider nicht immer alles so wie ich es wollte.

Nachdem ich jetzt schon über ein Jahr so gut wie gar nichts mehr mit ihm zu tun hatte, kam er plötzlich wieder. Vier Tage ist es her, dass er mich angesprochen hat. Jetzt wo ich mit allem was früher war abgeschlossen hatte, wo ich endlich Frieden hatte kommt dieses verdammte Arschloch wieder in mein beschissenes Leben und bringt meine Gedanken vollkommen Durcheinander. Warum gerade jetzt als ich mich damit abgefunden habe, dass es das Beste für mich ist mich von allen Seiten in Mauern aus Kälte und Gleichgültigkeit zu Mauern. Wo war er denn, als och einen wahren Freund gebraucht hätte? Warum gerade jetzt?
Ja, damals als es mir richtig dreckig ging war keiner da.
Ich heulte in mich hinein. Etwas wss ich eigentlich nie wieder tun wollte. Jede träne, die sich ihren weg aus meinen Augen bahnte, bedeutete für mich ein kleines Loch in meiner Mauer. Es hat mir so viel gekostet sie aufzubauen. Und dann kommt er und denkt es wird alles wie früher, mit gut zureden, mit verständnis vielleicht auch noch?
"Fickt euch alle", dachte ich mir nur und trank den letzten Schluck aus meiner Vodkaflasche. Ein brennen machte sich in meiner Kehle breit als der Schnaps sich seinen weg in meinen Magen bahnte. Dann wenn das brennen nachlässt, kommt ein stechen, was in der Nase beginnt und dann in den Kopf steigt nur um dort nach ein paar Stunden gefühlter Schwerelosigkeit den Konsumenten um so unsanfter wieder auf den harten Boden der Realität zu holen. Doch bis es so weit ist genieße ich meinen Freiflug.

Ich muss wohl eingenickt sein. Meiner Playlist nach zu Urteilen dauerte mein Flug durch die entlosen weiten meinee Gedankenströme so circa zwei bis drei Stunden.
Der Welt um mich herum fehlte es noch immer an Stabilität. Mühsam zog ich mich auf die Beine. Erst jetzt konnte ich die Kraft aufbringen auf meinem Handy die genaue Uhrzeit abzulesen. 23:45. Das leben will mich doch verarschen! Im Prinzip ist eh alles egal. Wenn mein Herr von und zu Stiefvater mitbekommt wann und in welchem Zustand ich mitten in der Woche nach Hause komm, kann ich mich eh wieder auf was einstellen. Ich zündete mir noch eine Kippe an. Das Nikotin, welches fast schon Augenblicklich durch meine Lunge über die Blutbahnen in mein Hirn gepumpt wurde, verschaffte mir ein bisschen mehr Klarheit in dieser verschwommenen Welt. Ich stellte mich bis an den Rand der Brüstung meines Aussichtsturm.
Ein Sprung von hier oben würde alle meine Probleme mit einem mal lösen. Vermissen würde mich eh keiner...

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Re: Schwarzer Schmetterling

Beitragvon Simson » 14 Sep 2018, 13:00

Böser cliffhanger :( , aber du schreibst zum Glück ja hier...
Eine sehr anrührende Geschichte. Ich würde gern mehr davon lesen.
"Sei wie du bist ! Irgendwann kommt es sowieso raus." E.v. Hirschhausen

Re: Schwarzer Schmetterling

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