Queer durchs Leben

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Skystar
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Queer durchs Leben

Beitragvon Skystar » 01 Mär 2017, 17:43

Hallo zusammen! Es ist soweit: Meine neuste Geschichte startet! Ich will noch nicht allzu viel verraten, aber wie schon bei "Die Zugfahrt meines Lebens", ist hier kein Hauch von Fantasy oder Mystery zu lesen. Die Thematik der Geschichte (...oder sollte ich besser Geschichten sagen?) liegt auf Drama mit einer Spur Satire! Ein bisschen Romantik und Humor darf selbstverständlich auch nicht fehlen, aber der Hauptpunkt liegt auf Drama. Es sind ernste und zum Teil auch sehr traurige Themen, die ich hier anschneide. Erwartet am Anfang nicht zu viel, denn die ersten Teile (in dieser Geschichte gibt es keine Kapitel) lesen sich etwas langweilig und irgendwie nach "Kenne ich schon", aber wer am Ball bleibt, der wird am Ende auch nicht enttäuscht sein! Lest, stellt mir Fragen wenn nötig und ich würde mich freuen, wenn ihr mir sagt, welche Geschichte ihr am Interessantesten findet!

Mit freundlichen Grüßen
Euer Himmelsstern! :flag:

PS: Zu jedem meiner Posts gibt es ein kleines Vorwort, die ab dem nächsten Post auch immer eine kleine Zusammenfassung der bisherigen Ereignisse in den Geschichten zusammenfasst.


    Queer durchs Leben

    "Dieser Skystar kann es einfach nicht lassen. Jetzt hat er mit "O:Evo-1570" und "Der Schattenphönix" gerade erst zwei Geschichten beendet, da haut er auch schon wieder die nächsten Geschichten raus. Betonung Geschichten - Plural - nicht eine, sondern gleich mehrere Geschichten! Wo soll das nur hinführen...? Naja ich bin mal guter Dinge und lies mir jetzt erst einmal alles durch und genau das solltet ihr auch tun, denn Skystar´s Geschichten sind in der Regel immer etwas ganz Besonderes!

    Mit noch freundlicheren Grüßen als die von Skystar...
    -Der-dessen-Name-ihn-nicht-nennen-möchte-!"

1 ------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Jannik – Teil 1
„Guten Morgen, Klasse 9c!“, rief Herr Meier quer durchs Klassenzimmer, als er zur Tür reinkam. Jannik schaute bei seinen Worten nicht auf, denn er kannte Herrn Meier noch vom letzten Schuljahr, als er ihn in Physik, Chemie und Mathematik unterrichtete. Stattdessen unterhielt er sich weiterhin angeregt mit seinem besten Kumpel über „Pokémon Go!“: „Ich hab neulich ein Relaxo gefangen.“, erzählte ihm sein Kumpel. „Seitdem fühlt sich mein Smartphone zehn Tonnen schwerer an.“
Jannik lachte, als er im Augenwinkel Herrn Meier an sich vorbei zu seinem Pult gehen sah. Doch lief noch eine weitere Person an ihm vorbei und erst jetzt bemerkte Jannik, dass alle Mädchen in dieser Klasse Herzchen in ihren kleinen Äuglein hatten und stier zum Lehrerpult starrten.
Jannik blickte ebenfalls dorthin und stellte fest, dass Herr Meier nicht allein gekommen war. Neben ihm stand ein junger Mann, der sich leicht nervös in der Klasse umsah. Sein kurzes braunes Haar war top gestylt, sein Gesicht wies keinerlei Falten auf und auch sonst wirkte er noch ausgesprochen jung. Wenn Jannik einen Tipp abgeben musste, dann würde er ihn nicht älter als dreißig schätzen…, oder vielleicht noch jünger? „Wer ist denn das?“, hörte Jannik seinen Kumpel neben ihm fragen.
So ziemlich jeder Schüler, insbesondere die Mädchen, stellten sich diese Frage, denn nachdem der junge Mann den Raum betreten hatte, waren alle Blicke auf ihn gerichtet. Herr Meier war es zu verdanken, dass sie nicht allzu lange im Dunkeln tappten. „Ich hoffe, ihr hattet alle schöne Sommerferien. Darf ich vorstellen: Der junge Mann neben mir ist Herr Kronthaler und ein neuer Referendar an unserer Schule. Er wird mir und auch euch in diesem Schuljahr zur Seite stehen. Wenn ihr also Fragen oder Probleme habt, dann könnt ihr euch gerne an ihn wenden. Er wird versuchen, diese aus der Welt zu schaffen, damit ihr ein sorgenfreies Schuljahr absolvieren könnt.“
Ein Mädchen, das einen Platz hinter Jannik saß, schmachtete vor sich dahin: „Mein Herz klopft schon jetzt wie verrückt, wenn ich ihn nur ansehe. Ein Kuss und all meine Sorgen wären dahin.“ Jannik rollte mit den Augen, doch als er Herrn Kronthaler einen Blick zuwarf und dieser für einen kurzen Moment seinen Blick erwiderte, glaubte auch er sein Herz klopfen zu hören.

Moritz – Teil 1
„Ich tu es, ich tu es, ich tu es.“ Moritz brabbelte immer wieder die gleichen Wörter vor sich hin, während er vor seiner eigenen Haustür stand und den Schlüssel fest umschlossen in seiner linken Hand hielt. Ein heftiger Wind zog an ihm vorbei und seine Haare waren vom Nachhauseweg schon ganz zerstreut. Doch der eigentliche Gegenwind stand ihm erst noch bevor, denn Moritz hatte sich nach reiflicher Überlegung dazu durchgerungen, sich endlich bei seinen Eltern zu outen. Er wollte aber nicht mit der Tür ins Haus fallen und hatte sich schon den ganzen Tag Gedanken darüber gemacht, welche Wort er benutzen wolle, um das Ganze möglichst friedlich über die Bühne zu bringen. Als einziger Sohn seiner Eltern, hatten diese natürlich immer von einer Schwiegertochter und einem zukünftigen Enkel geträumt. Doch die Realität sah nun einmal anders aus, denn Moritz wusste bereits seit fast zwei Jahren, dass er insgeheim auf Jungs stand. Damals war Moritz gerade einmal Vierzehn und ertappte sich immer wieder selber dabei, wie er im Schwimmbad den braungebrannten Jungs hinterherstarrte. Wenn sie dann auch noch aus dem Wasser stiegen und Wasser an jeder einzelnen Faser ihres Körpers hinuntertropfte, war es komplett um ihn geschehen.
Einen Freund hatte Moritz zwar bis heute noch nicht gehabt, aber das war vermutlich auch besser so. Ihm war es lieber, seinen Eltern erst reinen Wein einzuschenken, bevor er ihnen auch noch seinen Freund vorstellte. „Also los Moritz, tu es!“, forderte er sich selber vom Neuen auf, als plötzlich wie durch Telepathie die Haustür von selber aufging.
Seine Mutter stand plötzlich vor ihm, mit einem Müllbeutel in der Hand, und musterte ihren Sohn verwirrt. „Da bist du ja endlich. Ich hab mir schon Sorgen gemacht, wo du solange steckst.“, sagte sie. „Du kommst genau richtig. Bringst du bitte den Müllbeutel zum Mülleimer. Lass dich aber nicht vom Wind umnieten, der geht heute besonders stark.“ Seine Mutter reichte ihm den Müllbeutel und ohne auch nur ein Wort gesagt zu haben, folgte er ihren Anweisungen. Moritz war das Herz in die Hose gerutscht und ihm war klar, dass sein Outing schwerer werden würde, als gedacht.

Eric – Teil 1
„Glauben Sie an Wiedergeburt?“ Eric saß auf einer weinroten Couch und versuchte möglichst cool rüberzukommen. Dabei war es ihm eigentlich egal, was sein Gegenüber von ihm hielt, hatte er doch eigentlich nicht das geringste Bedürfnis, sich mit diesem Menschen noch weiter zu unterhalten. „Ich meine…, wenn es so etwas wie Wiedergeburt tatsächlich gäbe, dann war ich in einem früheren Leben bestimmt so etwas wie ein römischer Zenturio oder so etwas in der Art. Allerdings würde ich nach diesem Leben jetzt hier, nicht wiedergeboren werden wollen. Klar, hab ich mir immer geträumt, mal wie ein Vogel zu fliegen, aber bei der Luftverschmutzung, die durch die Autoabgase und die Fabriken entstehen, würde ich vermutlich irgendwann nur noch hechelnd am Boden kraulen. Darauf kann ich gut und gerne verzichten.“
„Ich denke, ob man wiedergeboren wird oder nicht, das liegt nicht in unserer Hand.“, antwortete der Mann, der Eric gegenüber auf einem Sessel saß, doch noch nach einer Weile.
„Oh nein!“ Eric klatschte sich die Hände vors Gesicht und ließ sich auf die Couch zurückfallen. Als er die Hände wieder von seinem Gesicht nahm, sagte er: „Sagen Sie mir bitte nicht, dass sie zu der Sorte Menschen gehören, die an Gott glauben. Gott existiert nicht! Niemals!“
„Warum glaubst du, dass das stimmt?“, fragte der Mann nach. „Niemand hat Gott je gesehen.“
„Ja eben und deshalb weiß ich auch, dass er nicht existiert!“, entgegnete Eric entschlossen und in seinen Augen war ein Anflug von Wut erkennbar. Doch als er merkte, wohin ihn diese Unterhaltung brachte, versuchte er an etwas anderes zu denken, um seine Emotionen wieder in den Griff zu kriegen. „Ha, jetzt weiß ich es!“, schrie er plötzlich auf. „Gelb. Sie sollten ihre Wände in einem schönen sonnigen Gelb streichen. Dieses Grau hier wirkt schon sehr trostlos und traurig.“
Der Mann nickte, als würden Erics Worte Sinn ergeben. Danach warf er einen kurzen Blick auf seine Armbanduhr und verkündete anschließend: „Die Zeit ist um, Eric.“
„Na dem nicht existierenden Gott sei es gedankt.“, sagte Eric, der sich ohne Umschweife von der Couch erhob und ohne dem Mann einen letzten Blick zu würdigen, zur Tür rannte.
Doch der Mann hielt Eric noch einmal auf: „Wir sehen uns dann am Freitag wieder, Eric.“ Eric blieb an der Tür haften, seine Hand bereits auf der Türklinke liegend und zitterte leicht. Danach öffnete er die Tür und schritt hinaus. Außerhalb des Zimmers, in dem sich Eric gerade befand, war neben der Tür ein Schild angebracht, auf dem geschrieben stand: „Prof. Dr. Heinz-Adolf Böhmer (Therapeut)“.


2 --- Moritz (Teil 2), Roland (Teil 1) & Damian (Teil 1)
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Re: Queer durchs Leben

Beitragvon Skystar » 03 Mär 2017, 09:53

Zwar hat keiner einen Kommentar hinterlassen, aber ich denke 100 Aufrufe (und davon nur einer von mir selber) sind Grund genug, die nächsten drei Teile zu posten. Eine Rollenliste wird es übrigens nicht geben, aber in jeder Geschichte kommen auch nur so wenig Charaktere wie möglich vor. Teilweise sogar nur zwei oder drei Charaktere. Für die, die sich trotzdem etwas schwer tun, den Überblick zu behalten, werden über die kleine Zusammenfassung meines Vorwort-Redners dankbar sein.


2 ------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------


    "Aller Anfang ist schwer! Drei Geschichten, drei Jungs, drei Cliffhanger! Vermutlich hat sich Slystar eben aus diesem Grund dazu entschieden, diese Geschiche so gesplittert zu posten, damit er noch mehr fiese Cliffhanger einbauen kann! Da hätten wir zum einen den Schüler Jannik, der sich allem Anschein nach in seinen neuen Lehrer bzw. Referendar verliebt, dann den Jungen Moritz, der sich bei seinen Eltern outen möchte und zu guter Letzt noch Eric, von dem man bisher nur weiß, dass er in Therapie ist. Warum und weshalb, darauf werden wir wohl so schnell noch keine Antwort erhalten, dafür hat Skystar gesorgt. Lediglich bei Moritz geht es heute weiter, denn mit Roland und Damian treten zwei weitere neue Charaktere samt ihrer Geschichte in Erscheinung. Na dann wollen wir mal!

    Mit sonnigen Wintergrüßen
    -Der-dessen-Name-ihn-nicht-nennen-möchte-!"

Moritz – Teil 2
Moritz hatte es sich fest vorgenommen, seinen Eltern zu sagen, dass er auf Jungs stand, doch irgendwie brachte er es nicht über sich. Für ihn war es immer der falsche Zeitpunkt. Zuerst war seine Mutter mit dem Hausputz beschäftigt, bei der er sie keineswegs stören wollte, dann kam der Postbote und brachte die Stromrechnung, die diesen Monat besonders hoch ausfiel, weil Moritz selber so viel Zeit am Computer verbracht hatte, was seine Mutter mit Missfallen beäugelte und als dann sein Vater von der Arbeit nach Hause kam, wollte er ihm erst einmal etwas Zeit geben, sich davon zu erholen. Mit der Nachricht, dass er schwul sei, wollte er schließlich beide nicht einfach so überfallen. Dann gab es Abendessen und auch hier brachte Moritz keinen Ton heraus, denn sein Vater oder seine Mutter könnten sich ja an den Bandnudeln verschlucken. Doch wollte er wenigstens ein anständiger Sohn sein und räumte deshalb das Geschirr ab und spülte es gleich hinterher im Spülbecken. Danach gingen ihm aber allmählich die Ausreden aus und obwohl er sich fest vorgenommen hatte, sich bei seinen Eltern zu outen, war die Angst einfach zu groß, sie könnten ihn hinterher nicht mehr so sehr lieben, wie jetzt. „Mum, Dad…“, fing er an und in seinem Kopf ratterte es. Ganz falsch begonnen, dachte er sich, denn so wissen sie doch gleich, dass er ihnen etwas Ernstes mitteilen wollte. „Ich muss euch etwas Ernstes… äh ich meine Wichtiges mitteilen.“ Sein Vater, der bereits zur Tageszeitung gegriffen hatte, schaute zu Moritz auf und auch seine Mutter drehte sich zu ihrem Sohn um. Moritz könnte sich selber ins Gesicht klatschen, dass er gerade so rumstotterte.
„Was ist denn Moritz?“, fragte ihn seine Mutter etwas ungeduldig. „Ich muss noch zu Max…“
„Ja ich weiß, aber bitte, ich muss noch etwas Dringendes loswerden.“, antwortet Moritz seiner Mutter und schluckte anschließend einmal kräftig. „Am besten setzt du dich noch einmal hin!“
„Hast du was ausgefressen?“, fragte sein Vater vorsichtshalber schon einmal im Voraus.
„Nein, so würde ich das jetzt nicht bezeichnen.“, meinte Moritz, dessen Herz in seinem Brustkorb wie ein Flummi hin und her sprang, bevor es ihm gänzlich in die Hose rutschte. „Ich…, ich…“ Jetzt war es soweit. Moritz wollte sich tatsächlich outen… „Ich bin…“, …bis das Telefon klingelte!

Roland – Teil 1
„Ich bin wieder Zuhause!“, rief Roland Kaiser durch das Haus, als er spätabends von der Arbeit nach Hause kam. Er arbeitete als Pilot bei der Lufthansa und kam gerade eben erst von einem langen Flug aus dem Oman zurück. Als Pilot verdiente er nicht schlecht und so konnte er seiner Familie ein wohlhabendes und vergnügliches Leben bescheren. Roland lebte zusammen mit seiner Frau und seinen zwei Kindern in einer kleinen, aber sehr modernen Villa. Ihr Einrichtungsstil war eher etwas abstrakt, aber durch die großen Fenster zur Südseite in den Garten hinaus, fiel immer genug Sonnenschein tagsüber in ihr Wohnzimmer, so dass ihr Zuhause dennoch eine sehr warme und einladende Wirkung auf Gäste ausübte. Rolands Familie fehlte es an Nichts. Seine Frau Manuela hatte als Stewardess am selben Flughafen gearbeitet, wo sie sich auch vor genau fünfzehn Jahren kennenlernten. Zwei Jahre später kam ihre Tochter Marie zur Welt und weitere drei Jahre später ihr Sohn Florian. Daraufhin hängte seine Frau ihren Beruf an den Nagel, um bei den Kindern zu sein, während er das Geld für die Familie nach Hause brachte. Als Pilot war er natürlich ständig unterwegs und bekam seine Kinder nicht oft zu Gesicht. Jedes Mal wenn er wieder nach Hause kam, waren sie wieder um ein paar Zentimeter gewachsen. Auch seine Frau sah er natürlich nur sehr selten, aber immer wenn er nach Hause kam, fielen ihm seine Kinder um den Hals und seine Frau küsste ihn besinnlich, bevor sie ihm sein Lieblingsessen zubereitete. Mehr brauchte Roland auch nicht zum Leben, als die Liebe seiner Familie. Doch mit der Zeit spielte schlich sich eine gewisse Routine in das Leben seiner Familie ein und wenn er heute nach Hause kam, wurde er nicht mehr ganz so herzlich wie früher empfangen. Sein Sohn war mit Videospielen beschäftigt, seine Tochter mit dem neuen Lippenstift und seine Frau... tja die war nicht einmal Zuhause!
„Wo ist denn eure Mutter?“, fragte Roland seine Tochter, nachdem er es gewagt hatte, ungefragt ihr Zimmer zu betreten. Was blieb ihm auch anderes übrig? Es nahm ihn ja keiner mehr in Empfang und auf sein Klopfen wurde auch nicht eingegangen, hatte seine Tochter zudem auch noch ihre Kopfhörer auf und hörte in voller Lautstärke die Songs ihrer aktuell heißgeliebten Lieblings-Boygroup.
„Hey Dad!“, begrüßte Marie ihren Vater mal so eben ganz beiläufig, nachdem sie endlich Notiz von ihm genommen hatte und ihre Kopfhörer abnahm. „Mum? Die hat sich zum Abendessen mit ein paar Freundinnen verabredet und mir das Kommando hier überlassen. Essen steht im Kühlschrank, du musst es dir nur in der Mikrowelle warm machen…“ Marie setzte sich ihre Kopfhörer wieder auf und hörte weiter ihre Musik. Roland legte seine Stirn in Falten. Wiedersehensfreude sah deutlich anders aus. Es hatte den Anschein, als wäre er hier unerwünscht, als ob er von seiner Familie gar nicht mehr gebraucht werden würde. Auf einmal fühlte er sich ganz leer und allein.

Damian – Teil 1
„Das war wirklich ein sehr schöner Abend mit dir.“, sagte Damian und bedankte sich bei dem Jungen, der noch immer nackt unter der Bettdecke lag, während er sich selber wieder seine Hose anzog und sein Hemd zuknöpfte. „Vielleicht können wir das eines Tages wiederholen…“
„Wäre ich in der Tat nicht abgeneigt.“, erwiderte der Junge lächelnd, während er sich im Bett leicht aufrichtete und eine Hand hinter seinen Kopf legte, wodurch sich seine Armmuskeln ganz besonders abzeichneten. „Deine Handynummer hab ich ja jetzt, aber falls ich mich nicht gleich melden sollte, tut es mir Leid. Ich hab die nächsten Tage viel um die Ohren.“
„Ach das geht schon in Ordnung.“, meinte Damian und winkte leicht ab. „Ich bin ohnehin nicht der Typ für eine feste Beziehung. Wo bleibt denn sonst der Spaß im Leben?“
Das Lächeln des Jungen, der noch immer im Bett lag, wurde breiter. „So einer bist du also. Stimmt schon: Spaß ist wichtig im Leben, aber es ist doch auch schön eine Person an seiner Seite zu wissen, die einen gern hat, sich Sorgen um dich macht und immer für dich da ist.“
„Hm…“ Damian brachte daraufhin kaum noch ein Wort aus sich heraus. Er wollte eigentlich nur noch nach Hause und diesen Abend ganz schnell wieder abhacken. Wobei er zugeben musste, dass sein heutiger Flirt, den er zuvor in einer Bar kennengelernt hatte, richtig geil im Bett war! „Also dann…“
„Mach´s gut und bis bald!“, rief der Junge ihm zu, als Damian auch schon zur Tür rausrannte.


3 --- Eric (Teil 2), Nils (Teil 1) & Damian (Teil 2)
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Re: Queer durchs Leben

Beitragvon fierybird » 03 Mär 2017, 22:55

Hallo Skystar! :D

Mir gefallen deine neuen Geschichten bis jetzt ganz gut, trotz der vielen Cliffhanger :wink:

Allzu viel wissen wir ja noch nicht über die Hauptcharaktere. Von daher bin ich gespannt wie es weitergeht.
Dein Schreibstil ist wirklich schön und abwechslungsreich, auch wenn sich kleine Tippfehler eingeschlichen haben. Zum Beispiel hast du einmal deinen eigenen Namen falsch geschrieben ("Slystar") oder einmal in dem Part mit Roland übersehen ein Verb zu löschen, als du es durch ein anderes ersetzt hast ("spielte schlich"), aber sowas passiert eben mal und stört mich auch nicht weiter.

Ich freue mich schon auf die nächsten Teile,
Liebe Grüße, Fierybird :flag:
"All hail the underdogs
All hail the new kids
All hail the outlaws..."

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Re: Queer durchs Leben

Beitragvon Skystar » 06 Mär 2017, 13:19

Sorry Leute. Hat etwas länger gedauert. War über das Wochenende sehr beschäftigt und nun bin ich auch noch krank geworden. Die Grippewelle hat leider auch vor mir nicht Halt gemacht..., aber hier kommen nun die nächsten drei Teile!
Oh, aber eins darf ich nicht vergessen, nämlich fierybird Danke zu sagen! Hab den einen Fehler in Roland´s Teil gleich korrigiert. Peinlicher Fehler! Der andere Fehler geht allerdings nicht auf mein Konto, denn das Vorwort stammt nicht von mir! Allerdings hätte ich es auch vorher genauer durchlesen können, dann wäre mir der Fehler vielleicht aufgefallen... :P

3 ------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------

    "Mit Roland wurde ein Erwachsener mit Familie in die Geschichte eingebunden. Was wir wohl mit ihm erleben werden? Seine Frau scheint ja nur sehr wenig Zeit für ihn zu haben, da wird er doch nicht etwa plötzlich das Ufer wechseln..., oder? Leider geht es heute nicht um Roland, aber dafür lesen wir mehr von Eric und Damian. Wir erinnern uns: Eric war in Teil 1 beim Seelenklempner, aber wirklich viel mehr konnten wir noch nicht über ihn in Erfahrung bringen. Über Damian wissen wir bereits ein wenig mehr, hat er in seinem 1.Teil doch mit einem anderen Jungen Sex gehabt, ohne ihn vorher gekannt zu haben. Ein Party-Flirt eben..., aber wie geht es nun weiter?

    Freundliche Grüße und Gute Besserung an SKYSTAR!
    -Der-dessen-Name-ihn-nicht-nennen-möchte-!"

Eric – Teil 2
„Guten Tag Eric, wie geht es dir denn heute?“, fragte Prof. Dr. Heinz-Adolf Böhmer, der Therapeut, zu dem Eric nun regelmäßig musste, um seine Vergangenheit aufzuarbeiten.
„Hervorragend, Doktorchen.“, antworte Eric und alberte ein wenig herum, während er sich auf die Couch gegenüber seines Therapeuten niederließ. In seinem Gesicht konnte man bereits erkennen, dass es ihm alles andere als hervorragend ging, aber Dr. Böhmer wusste, dass er Eric nur dann helfen konnte, wenn es dieser auch von sich aus zuließ! Momentan sah es aber leider gar nicht danach aus…
„Wollen wir heute darüber sprechen, weswegen du hier bist, oder weiterhin über die Farbe meiner Wände diskutieren?“, fragte Dr. Böhmer Eric vorsichtig.
„Naja, wie ich sehe, haben sie sie noch immer nicht Gelb gestrichen.“, stellte Eric betrübt fest.
„Ich verspreche dir, ich werde sie noch streichen, wenn du mir versprichst, dass wir darüber reden werden, weshalb du überhaupt hier bist.“, entgegnete Dr. Böhmer, der Eric auszutricksen versuchte. „Schließlich bezahlen mich deine Eltern nicht dafür, dass du mir Tipps zum Einrichtungsstil gibst.“
„Jaaa, was das anbelangt. Können sie meinen Eltern nicht einfach sagen, dass es mir gut geht?“, fragte Eric etwas genervt, aber auch erschöpft. „Dann müssen sie nicht weiter Geld für mich ausgeben, wo sie ohnehin schon so wenig verdienen und sie und ich haben dann auch unsere Ruhe.“
„Wieso glaubst du, dass ich meine Ruhe möchte?“, stellte Dr. Böhmer als Gegenfrage. „Denkst du, dass du mir auf die Nerven gehst? Du gehst mir nicht auf die Nerven!“
„Schön, da sind sie ja aber wohl auch der Erste.“, erwiderte Eric nun sichtlich genervt von dem Ganzen hier. Dr. Böhmer sah ihm an, dass er nicht hier sein wollte, aber wenn Eric sich nicht von ihm behandeln ließ, würde seine innere Verletzung niemals wieder verheilen.

Nils – Teil 1
„Wie war die Schule heute?“, hörte Nils seine Mutter ihn fragen, als er am späten Mittag nach Hause kam. Er beließ es jedoch bei einer knappen Antwort und verzog sich rasch in sein Zimmer, denn er wollte nicht über den heutigen Schultag reden. Nils war von der Statur her eher schmächtig, die Brille auf seiner Nase ließ ihn altklug aussehen und seine Sommersprossen und sein rotbraunes Haar waren auch immer wieder Thema in seiner Klasse. „Pumuckl“ nannten ihn einige seiner Mitschüler und lachten dabei lautstark. Zu Beginn fand Nils das ja noch ganz witzig, aber mit der Zeit wurde es nervig und irgendwann spürte er, dass sich seine Klassenkameraden nur noch über ihn lustig machten. Hinzu kam, dass seine Familie nicht besonders viel Geld hatte, weshalb an allen Ecken und Enden gespart werden musste. Als zweiter Sohn der Familie, bekam er deshalb auch immer die abgetragenen Hosen und Pullovers seines großen Bruders, der aber mindestens einen Kopf größer und auch sehr viel fester gebaut als Nils war, weshalb ihm die Klamotten seines Bruders auch immer viel zu groß waren. „Der Pulli geht beim Waschen noch ein und die Hose krempelst du unten einfach ein wenig hoch.“, so die Aussage seiner Mutter, als Nils sich über die zu große Kleidung beschwerte. Das war zwar eine Lösung, aber wahrlich nicht die Beste. Er fühlte sich wie ein Clown, nur dass man nicht mit ihm lachte, sondern über ihn! Nils hatte es satt – er hatte sein Leben so richtig satt!
Eines Tages jedoch, sollte sich sein Schicksal zum Positiven verändern. Die Hose war ihm wieder einmal viel zu lang, aufgrund dessen er ins Stolpern geriet und beinahe zu Boden gefallen wäre, hätte ihn nicht noch rechtzeitig eine Hand gepackt und festgehalten. Nils blickte überrascht zu seinem Retter auf. Es war ein Junge, etwa in seinem Alter. Nils konnte seine Augen gar nicht mehr von ihm abwenden, denn der Junge hatte eine makellose Haut, Augen so blau wie der Ozean und ein Lächeln, bei dem selbst die Sonne dahinschmelzen würde. „Das war aber ganz schön knapp.“, sagte der Junge und lächelte Nils nach wie vor an. Sollte sich Nils Schicksal tatsächlich zum Guten wenden?

Damian – Teil 2
Völlig erschöpft und leicht angetrunken, kam Damian bei sich zuhause an. Er wohnte in einer kleinen Wohnung im dritten Stock, etwas außerhalb der Stadt. Nachdem ihm in der S-Bahn bereits fast die Augen zugefallen waren, konnte er sich nur noch mit letzter Kraft die Treppenstufen raufschleppen. Einen Aufzug gab es in diesem altertümlichen Gebäude nicht, dass noch aus der Kriegszeit stammte, aber immerhin war die Wohnung billig und geräumig, das war alles was zählte.
Völlig erschöpft entledigte sich Damian seiner Schuhe und schlurfte in sein Schlafzimmer. Zähne putzen musste heute ausfallen. Er wollte einfach nur noch ins Bett und schlafen. Er wundert sich selbst über sein ausgelaugtes Verhalten, denn normalerweise wurde er nicht so schnell Träge, aber der Junge, den er heute in der Bar abgeschleppt hatte, war so eine Granate im Bett, dass ihm zum ersten Mal seit langer Zeit nach dem Sex wieder alles wehtat.
Damian blickte sich kurz im Schlafzimmer um. Das große Bett war leer und unbenutzt. Leicht taumelnd zog er sich Hose und Hemd aus, bis er nur noch Boxershorts trug. Danach fiel er einfach nur noch kerzengerade bäuchlings in sein Bett rein. Er driftete sofort ins Reich der Träume ab, bekam am Rande aber dennoch mit, wie sein Handy vibrierte. Offenbar hatte ihm jemand eine Nachricht geschickt, aber die konnte er morgen auch noch lesen.
Damian wälzte sich im Bett hin und her, bis es ihn ein wenig fror und er sich enger unter seine Bettdecke kuschelte. Nach einiger Zeit betrat eine zweite Person die Wohnung. Aus dem Gang wurde ein Lichtkegel ins Zimmer geworfen. Kurz darauf betrat diese Person Damians Zimmer, zog sich ebenfalls bis auf die Unterwäsche aus und legte sich zu Damian ins Bett. Damian bemerkt zwar das Eintreffen dieser Person, schnurrte aber lediglich vor sich hin. Die andere Person lächelte und legte seine Arme um Damian. „Ich hoffe du hattest einen schönen Abend, Schatz.“


4 --- Roland (Teil 2), Jannik (Teil 2), Moritz (Teil 3)
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Re: Queer durchs Leben

Beitragvon Skystar » 08 Mär 2017, 11:41

Danke an meinen Vorwort-Redner für die Genesungswünsche. Geht mir schon etwas besser :flag: Heute ist ein Teil dabei, der für einen richtigen :o -Moment sorgen wird. Solche Momente wird es in den nächsten Teilen noch öfters geben, denn jede kleine Geschichte wird eine unerwartete Wendung nehmen, die keiner von euch vorhersehen wird - versprochen!

4 ------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------

    "Ich weiß nicht - da lernt man gerade ein paar Charaktere richtig näher kennen und bämm, Skystar setzt die Geschichte mit drei anderen Handlungen fort. Wo soll das nur hinführen? Heute geht es also wieder mit Roland, Jannik und Moritz weiter. Von Roland wissen wir, dass er von Beruf Pilot uns sehr viel unterwegs ist. Als er nach einer langen Reise nach Hause kommt, ist seine Frau jedoch nicht Zuhause. Jannik war die erste Person, die wir kennen lernen durften und ich muss ehrlich sagen, ich musste etwas in meinen Erinnerungen wühlen, um zu wissen, was seine Geschichte war. Bei Jannik hat das neue Schuljahr begonnen und sein Klassenlehrer schleppt einen jungen Referendar an, der bei so mancher Schülerin für Herzklopfen sorgt - und bei Jannik offensichtlich auch! Zu guter Letzt haben wir noch Moritz, der nun schon in die dritte Runde geht. Schafft er es heute, sich bei seinen Eltern zu outen? Wir werden es gleich erfahren!"

    Mit freundlichen Grüßen aus dem Norden
    -Der-dessen-Name-ihn-nicht-nennen-möchte-!"

Roland – Teil 2
Es war schon spät nach Mitternacht und Rolands Kinder waren bereits im Bett, als auch ihm die Müdigkeit überkam. Kein Wunder, wo er doch einen so langen Flug hinter sich hatte. Doch es seinen Kindern gleich zu tun und ins Bett zu gehen, das wollte er noch nicht. Seine Frau Manuela war noch immer nicht nach Hause zurückgekehrt und allmählich machte er sich große Sorgen um sie. Mit welchen Freundinnen war sie wohl unterwegs? Bestimmt mit dieser Labertasche Petra, die ihren Mund nicht zubekam, selbst wenn er zugeklebt wäre. Vielleicht war auch Charlotte bei dem Abendessen dabei. Sie und ihre Familie waren gute Freunde von ihnen.
Roland blickte erneut auf seine Uhr am Armgelenk – Viertel vor Zwei! Natürlich hatte Roland versucht, seine Frau auf dem Handy zu erreichen, aber es ging immer nur ihre Mailbox ran und seine Nachrichten schienen auch noch nicht angekommen zu sein. Verfluchtes Netz, dachte sich Roland, als er plötzlich hörte, wie ein Schlüssel die Haustür aufsperrte. Ihm fiel ein schwerer Stein vom Herzen, als er Manuela zur Tür reinkommen sah. „Da bist du ja endlich! Ich hab mir schon Sorgen gemacht!“
„Oh hallo Roland, du bist noch auf?!“, stellte seine Frau überraschend fest.
„Was denkst du denn?!“, erwiderte Roland leicht säuerlich. „Ich komm nach Hause, kein Abendessen auf dem Tisch, die Kinder allein in ihren Zimmern und meine Frau treibt sich irgendwo in der Gegend herum und hält es nicht einmal für nötig, mich anzurufen!“
„Tut mir wirklich leid. Ich wollte anrufen, aber der Akku von meinem Handy war leer.“, entgegnete seine Frau. „Ich war mit Petra und Charlotte noch auf einem Absacker in einer Bar und hab völlig die Zeit um mich herum vergessen. Es war ein Frauenabend und wir haben uns gut unterhalten…“ Roland war vom Verhalten seiner Frau leicht enttäuscht war. Er liebte seine Frau, aber er hatte das Gefühl, dass es in ihrer Ehe aktuell nicht mehr sonderlich rund lief. „Aber jetzt bin ich müde…“, meinte Manuela und gähnte kräftig. „Lass uns ins Bett gehen und morgen weiter darüber reden.“ Ohne einen Kuss ging seine Frau an ihm vorbei, die Treppe rauf, in Richtung Schlafzimmer.

Jannik – Teil 2
Der erste Schultag war zum Glück schnell überstanden und Jannik konnte sich Zuhause aktuell wieder seiner Lieblingsbeschäftigung widmen: „Pokémon Go!“ spielen. Er fing schnell ein Flamara mit einem Pokéball ein, als dieses auf seinem Bett in seinem Zimmer saß. Danach spielte er noch weiter, bekam aber ständig irgendwelche WhatsApp-Nachrichten, was sein Handy dauervibrieren ließ. Irgendwann war es ihm zu lästig und er sah nach, wer ihm denn ständig schrieb. Die Nachrichten stammten alle aus der Gruppe seiner Klasse. Offenbar hatte es den meisten Mädels noch nicht gereicht, in der Schule heimlich miteinander über den neuen Referendar, Herrn Kronthaler, zu tuscheln, jetzt mussten sie es auch noch im Handy weiter ausdiskutierten. Jannik fand das etwas lästig, las sich aber aus Langeweile trotzdem alle Nachrichten sorgfältig durch:
„Der neue Referendar sieht so unbeschreiblich gut aus.“, schrieb eine Mitschülerin.
„Hab ich in der Schule doch schon gesagt. Hast du seinen knackigen Hintern gesehen?“, fragte eine andere Schülerin, woraufhin sich auch erstmals ein Junge aus der Klasse zu Wort meldete.
„Hey Mädels, ich hab auch einen knackigen Hintern!“
„Du bist ja noch ein Kind, aber Herr Kronthaler ist ein richtiger Mann!“, entgegnete daraufhin das Mädchen, dass die erste Nachricht heute abgeschickt hatte.
„Mann? Wie alt war der? Der sah gerade einmal zehn Jahre älter als wir aus.“, meinte ein anderer Junge daraufhin, dessen Verdacht Jannik mit ihm teilte. Wie alt Herr Kronthaler wohl war… und ob er eine Freundin hatte? Jannik stellte sich plötzlich ganz viele Fragen über den neuen Referendar und musste daran denken, wie Herr Kronthaler ihn, wenn auch nur kurz, tief in die Augen sah.

Moritz – Teil 3
Unfassbar! Da hatte Moritz endlich all seinen Mut gesammelt, um sich bei seinen Eltern zu outen und dann klingelt im entscheidenden Moment das Telefon. Zwar hätte Moritz einfach weiter reden können, aber sein Vater stand auf und nahm den Hörer ab. Er telefonierte nur ganz kurz, aber als er wieder auflegte, schien er nicht sonderlich erfreut zu sein. „Das war Doris. Ihr Keller steht unter Wasser. Ich muss sofort zu ihr!“
„Oje, bei dem Unwetter da draußen ist das auch kein Wunder. Es gießt wie aus Eimern.“, meinte Moritz Mutter und warf dabei einen Blick aus dem Fenster. Es regnete wirklich in Strömen und der Wind war gegenüber heute Nachmittag noch stärker geworden. „Ich begleite dich besser.“
„Aber Mum, Dad…“
„Tut uns Leid Moritz, aber wir sprechen morgen über das, was du uns erzählen wolltest.“, entschuldigte sich sein Vater bei ihm. „Du kennst ja deine Großtante, bei Unwettern wird sie immer ganz unruhig. Ich ruf unterwegs die Feuerwehr an, dass sie das Wasser aus dem Keller abpumpen.“
Seine Eltern schienen Moritz gar nicht mehr richtig zuzuhören und ehe er sich versah, waren sie auch schon zur Tür raus und ließen ihn ganz alleine. Er blickte zum Fenster hinaus, wie ihr Auto rückwärts die Einfahrt verließ und sie die Straße entlang fuhren, bis er selbst die Rücklichter des Autos nicht mehr sehen konnte. Traurig schlenderte er ins Wohnzimmer und flackte sich auf die Couch. Sein Outing musste wohl bis zum Morgengrauen warten. Zum Glück hatte er morgen keine Schule, denn bei seiner aktuellen Gefühlslage und dem Unwetter hätte er ohnehin kein Auge zugebracht. Plötzlich knallte es am Nachthimmel. Moritz blickte erschrocken auf und sah, wie der Himmel von einem Blitz erhellt wurde, während das Donnergrollen immer lauter und beängstigender wurde.
Moritz beschloss sich einen Film anzusehen und schob deshalb eine DVD in den Recorder. Ein Action-Film war jetzt genau das, was er brauchte. Doch nach etwa einer Stunde klingelte es plötzlich an der Haustür. Moritz erschrak und fiel beinahe von der Couch. Wer konnte das noch so spät sein? Er öffnete die Haustür nur einen Spalt breit und das auch nur ganz vorsichtig, um erst einmal nachzusehen, wer das sein könnte. Es war die Polizei! „Bist du Moritz?“, fragte ein freundlich aussehender junger Polizist, woraufhin Moritz etwas schüchtern nickte. Der Polizist blickte Moritz bedrückt an, denn er hatte eine schreckliche Nachricht zu vermelden: „Du musst jetzt ganz stark sein Junge. Das Auto deiner Eltern wurde von einem umfallenden Baum getroffen. Sie haben es leider nicht überlebt!“

5 --- Jannik (Teil 3), Damian (Teil 3) & Moritz (Teil 4)
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Re: Queer durchs Leben

Beitragvon GoldenStar18 » 09 Mär 2017, 14:53

Ich find die Geschichten gut und alle sehr vielversprechend :)

Ich find nur immer die Dialoge wenn eine neue gutaussehende Person auftritt etwas überspitzt und kommen im Gegensatz zum rest des Geschriebenen n bisschen unrealistisch.


Und wo wir gerade bei unrealistischem sind...
Abgesehen davon dass man pokemon Go nicht wirklich dann spielen kann solange man auf seinem Arsch Zuhause sitzt, weil da so gut wie nix passiert, ist Flamara so gut wie gar nicht auf der Straße aufzutreffen
(Hat nix mit der Story zu tun, ich weiß ... aber als Pokemon Go Freak kann ich das so nicht stehen lassen
Manchmal sollte man nicht zu viel nachdenken - wenn sich was richtig anfühlt ist wahrscheinlich auch so

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Re: Queer durchs Leben

Beitragvon Skystar » 10 Mär 2017, 17:55

Schön, dass du bei der Geschichte dabei bist GoldenStar18 ^^. Über deine Anwesenheit freue ich mich immer sehr! Was genau findest du an dem ein oder anderen Dialog überspitzt? Und sorry wegen "Pokémon Go!", kommt nicht wieder vor :lol: .

5 ------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------

    "Tot! Moritz Eltern sind einfach mal so von einem Baum erschlagen worden - bäm - Auto putt - bäm - Eltern putt! Was wird Moritz nun tun? Somit wird er sich niemals bei ihnen outen können...schon heftig. Jannik´s Geschichte hingegen dümpelt etwas vor sich hin. Wir wissen immer noch nicht viel über ihn, auch nicht über seinen Referendar. Sky, spann uns nicht solange auf die Folter! Mindestens genauso mysteriös ist dieser Damian, aber über ihn wissen wir wenigstens schon, dass er mit einem Partyflirt Sex hatte und hinterher nach Hause ging, wo dann auch sein(e) Freund(in) auftauchte. Es war nur von einer zweiten Person die Rede, nicht aber ob männlich oder weiblich. Das verspricht Spannung!

    Mit lieben Beileidsgrüßen an Moritz
    -Der-dessen-Name-ihn-nicht-nennen-möchte-!"

Jannik – Teil 3
Die Unterhaltung über Herr Kronthaler in der WhatsApp-Gruppe brach nicht ab. Es war ein wildes Durcheinander von verliebten Mädchen, die den Referendar in den höchsten Tönen lobten, und eifersüchtigen Jungs, die alles daran setzten Herrn Kronthaler schlecht zu reden. Lediglich Jannik hielt sich aus der ganzen Diskussion heraus. Was sollte er auch schon groß schreiben? Den Mädels Recht geben und schreiben, dass Herr Kronthaler wirklich fabelhaft aussah? Das käme einem Outing gleich und soweit fühlte sich Jannik noch nicht. Er lehnte sich lieber zurück und las sich die Unterhaltung in Ruhe durch. Wer weiß…, vielleicht würde er so ein wenig mehr über den Referendar erfahren.
„Glaubt ihr, er ist verheiratet und hat Kinder?“, fragte eine Mitschülerin.
Eine andere Mitschülerin antwortete ihr sofort: „Bestimmt, oder zumindest eine Freundin hat er. Seht ihn euch doch nur einmal an – ein Traum von einem Mann!“ Nachdem Jannik das las, wurde er ein wenig traurig. Er legte sein Handy kurz beiseite, denn diese Nachricht deprimierte ihn irgendwie. Irgendwann nahm er es jedoch doch wieder in die Hand, nachdem sein Handy das Ankommen von weiteren Nachrichten vermeldete. Ein Schüler schrieb: „Boah Mädels, spammt hier nicht alles voll!“
„Ja voll ey, das nervt ey!“, pflichtete ein anderer Schüler ihm bei.
„Ihr seid ja nur neidisch und eifersüchtig, weil er besser aussieht als ihr!“, schrieb daraufhin eine Mitschülerin, womit der Kampf „Jungs gegen Mädchen“ eröffnet war.
Es folgten Nachrichten, in denen sie sich gegenseitig beschimpften, bis ein Junge folgende Textnachricht verfasste: „Jetzt hört schon auf! Herr Kronthaler ist doch sowieso schwul!“ Jannik musste sich diese Nachricht mehrmals durchlesen, bis seine Augen so groß wie Äpfel waren. Sollte das stimmen? War Herr Kronthaler vielleicht tatsächlich schwul?

Damian – Teil 3
Als Damian am nächsten Morgen aufwachte, lag er ganz alleine im Bett. Er fühlte sich leicht verkatert und streckte Beine und Füße aus, damit sein Körper wieder etwas fitter wurde. Es brauchte ein Weilchen, bis die Erinnerungen von gestern Abend ihm wieder hochkamen. Da hatte er doch tatsächlich einen älteren Jungen in der Bar kennengelernt und anschließend Sex mit ihm gehabt.
Damian lächelte innerlich, so gut ging es ihm, als die Tür aufsprang und ein Junge mit einem Tablett in seinen Händen hereinkam. „Guten Morgen Schlafmütze!“, begrüßte der Junge ihn freundlich und setzte sich neben Damian aufs Bett, während er das Tablett auf seinem Schoß abstellte. „Ich hab dir dein Frühstück zubereitet: Ein Marmeladenbrot, etwas Obst mit Naturjoghurt und natürlich Kaffee mit Milch und Zucker, so wie du es gerne magst.“
„Oh Mann, danke dir! Was würde ich nur ohne dich machen?“, erwiderte Damian dankbar und drückte dem Jungen zugleich einen Kuss auf den Mund.
„Vermutlich würdest du ohne mich überleben, aber ohne deinen Kaffee bestimmt nicht!“, antwortete sein Freund lächelnd.
„Das stimmt nicht. Ohne dich bin ich aufgeschmissen.“, widersprach Damian und trank vorsichtig einen Schluck Kaffee, der noch ziemlich heiß war. „Oha, jetzt bin ich wirklich wach!“
Sein Freund lachte. „War wohl eine ziemlich heftige Nacht gestern. Was hast denn getrieben?“
„Och dies und jenes.“, antwortete Damian etwas zaghaft. „Bin mit ein paar Freunden um die Häuser gezogen, habe sie aber dann irgendwann aus den Augen verloren und joa…“
„Und sonst war nichts?“, fragte sein Freund etwas genauer.
„Nö…“, log Damian, schaute seinem Freund dabei nicht in die Augen. „Krieg ich noch einen Kuss?“
„Erst wenn du dir die Zähne geputzt hast.“, antwortete ihm sein Freund grinsend, stand auf und verließ das Zimmer wieder.
Damian machte sich über das schmackhafte Frühstück her, als ihm wieder einfiel, dass er gestern Abend noch eine Nachricht erhalten hatte. Er zog sein Handy heran und sah, dass sein Flirt von gestern Abend ihm noch eine Nachricht zukommen lassen hat: „War wirklich schön mit dir. Würde mich sehr darüber freuen, wenn du dich bei mir meldest!“ Anbei war auch ein Bild, bei dem Damian einmal kräftig schlucken musste. Das Bild zeigte seinen Flirt in sexy Pose im Bett liegen.

Moritz – Teil 4
Regentropfen prasselten gegen die Fensterscheibe und an der Wand hing eine alte Kuckucksuhr die tickte. Das waren die einzigen Geräusche, die zurzeit im Haus zu hören waren. Moritz stand noch immer unter Schock und saß still auf der Couch, während eine Beamtin ihm in der Küche gerade einen Tee zubereitete. Vor ein paar Stunden hatte Moritz erfahren, dass seine Eltern bei einem Unfall ums Leben kamen. Ein Baum, der bei dem Unwetter vom Blitz getroffen wurde, fiel gerade in dem Moment auf die Straße, als seine Eltern mit dem Auto vorbei fuhren. Der Baum traf das Auto mit voller Wucht und seine Eltern konnten nicht mehr lebend aus dem Wrack geborgen werden. Das alles klang wie der schlimmste Albtraum auf Erden für Moritz. Mit seinen Händen krallte er sich an seinen Kopf. Er versuchte sich Schmerzen zuzufügen, um aus diesem Albtraum wieder aufzuwachen, doch der Albtraum war die grausame Realität.
„Hier ist dein Tee, Moritz.“, sagte die Frau, die Moritz eigentlich gar nicht kannte, sich aber gerade um ihn kümmerte, weil es kein anderer tat. „Trink, er wird dir gut tun.“
„Haben sie meine Großtante angerufen?“, fragte Moritz die Frau, ohne auch nur einen Schluck von dem Tee zu nehmen. Der Geruch des Tees war ihm soeben zuwider, so wie alles gerade.
„Ja, haben wir. Sie steht genauso unter Schock wie du, aber es wird gut für sie gesorgt und die Feuerwehr pumpt gerade das Wasser aus ihrem Keller.“, antwortete ihm die Frau. „Hast du noch andere lebende Verwandte?“
„Nein, meine Großtante und ich sind die Letzten.“, antwortete Moritz ihr. „Was wird nun geschehen? Muss ich… muss ich in ein Heim?“
Die Frau blickte Moritz mit einem traurigen Lächeln an. „Ich befürchte, dass wir keine andere Wahl haben. Deine Großtante hat zwar angeboten, dich bei sich aufzunehmen, aber aufgrund ihres hohen Alters wäre das unverantwortlich.“
Moritz nickte, als ob er alles verstand, was man ihm sagte, dabei empfand er so viel Trauer und Wut, dass er am liebsten schreien würde. „Wenn ich in ein Heim muss…, dann sollten sie eines vorher noch wissen.“ Die Frau blickte Moritz interessiert an. „Ich bin schwul.“ Moritz war es wichtig das zu sagen, denn seinen Eltern konnte er es nicht sagen… und sie werden es nun auch nie erfahren.

6 --- Felix (Teil 1), Nils (Teil 2) & Roland (Teil 3)
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Re: Queer durchs Leben

Beitragvon Skystar » 13 Mär 2017, 16:50

Montag... ätzend..., außer man hat frei! :D Für alle, die sich schon fragen, wie viele einzelne Geschichten dies hier eigentlich werden sollen: Es werden maximal 10 Geschichten! Mit Jannik, Moritz, Eric, Roland, Damian und Nils haben wir bereits sechs Charaktere/Geschichten. Heute folgt die siebte Geschichte, aber wo das alles hinführen soll, verrate ich natürlich noch nicht. :wink:

6 ------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------

    "Jannik, Damian und Moritz pausieren heute wieder und wir bekommen es wieder mit Roland und Nils zu tun. Nils war in seiner Schule als "Pumuckl" verschrien und auch sonst nicht sehr beliebt. Auch in seiner Familie kam er immer nur an zweiter Stelle, nach seinem älteren Bruder. Er hatte sein Leben so richtig satt, bis er auf einen makellos bildhübschen Jungen stieß..., den ich nebenbei gesagt auch gerne kennen lernen möchte! Roland hatte Probleme mit seiner Frau, die den ganzen Abend außer Haus war und erst nachts nach Hause kam. Ihre Ehe steckt wohl gerade in einer kleinen Krise. Vielleicht gibt es heute eine Aussprache, die Licht ins Dunkel bringt. Doch davor lernen wir einen weiteren neuen Charakter kennen: Felix!

    Mit recht besonnenen Grüßen in den Wochenstart
    -Der-dessen-Name-ihn-nicht-nennen-möchte-!"


Felix – Teil 1
„Ich will nicht, dass du schon wieder gehst.“, sagte Felix zu seinem Freund, nachdem die Zwei eine Stunde lang ungestört zusammen in einem Bett verbracht haben und dabei ein wenig Spaß hatten. „Kommst du morgen wieder?“, fragte Felix hoffnungsvoll.
„Nur, wenn mich keiner erwischt.“, antwortete sein Freund lächelnd.
„Mein Fenster steht dir jederzeit offen.“, erwiderte Felix daraufhin lächelnd. „Es hat schon seine Vorteile, ein Einzelzimmer im Erdgeschoss zu haben. Es hätte mich auch deutlich schlimmer treffen können.“
„Schlimmer als diese Rumpelkammer?“, fragte sein Freund argwöhnisch.
„Naja, wenigstens hab ich hier meine Ruhe und muss mich nicht mit anderen Jungs abgeben, die mich andauernd nerven.“, erklärte Felix ihm. „Also kommst du morgen Abend wieder?“
Felix´ Freund lächelte ihn an und gab ihm einen Abschiedskuss auf den Mund. „Ich verspreche es!“, war seine Antwort. Danach stand er auf und kletterte hurtig aus dem Fenster, bevor er von einem Erwachsenen erwischt wurde. Felix ging ebenfalls zum Fenster und blickte ihm noch sehnsüchtig hinterher, bevor er hinter der nächsten Hecke verschwand.
Sein Freund war gerade rechtzeitig verschwunden, denn bereits kurz darauf, klopfte es an Felix seiner Tür. Ein etwas älterer Herr betrat zusammen mit einer sehr vornehm aussehenden Frau sein Zimmer. Den Herren kannte Felix, das war Herr Hendricks, der Betreuer des Kinderheims, in dem sich Felix gerade befand! Die Frau war Felix jedoch vollkommen unbekannt und so stand für ihn außer Frage, dass sie eine kinderlose Frau war, die gerne ein Kind adoptieren wollen würde. Nun gut, mit seinen siebzehn Jahren, war Felix vermutlich schon etwas zu alt, um noch adoptiert zu werden. Er selber glaubte zumindest nicht mehr daran und wollte seine Zeit hier eigentlich nur noch einfach absitzen, bis er in ein paar Monaten achtzehn und somit volljährig wurde.
„Das ist Felix, von denen ich Ihnen erzählt habe.“, stellte Herr Hendricks ihn vor.
„Sehr schön.“, sagte die Frau etwas vornehm. „Ich nehme ihn!“ Bitte was? Felix glaubte seinen Ohren nicht zu trauen. Was ging hier gerade vor? So einfach geht das doch eigentlich nicht…!

Nils – Teil 2
Nils konnte sein Glück kaum fassen. Der Junge, der ihm vor einen schlimmen Sturz bewahrt hatte, fing tatsächlich an, eine Unterhaltung mit ihm zu führen. Verwunderlich genug, dass er ihm zu Hilfe kam, aber dass der fremde Junge sich auch noch bereitwillig mit ihm unterhielt, war Nils fast schon wieder zu viel. Er wurde so nervös, dass er unter seinem Pulli so richtig ins Schwitzen kam. Vielleicht lag das aber auch einfach nur an der Ausstrahlung des Jungen, der sich kurz darauf als Valentin bei ihm vorstellte. Was für ein ungewöhnlicher Name dachte sich Nils, andererseits schien Valentin alles andere als gewöhnlich zu sein. Seine Ausstrahlung war bemerkenswert, seine Stimme so schön wie die eines Engels und… ach in Nils Augen war Valentin einfach nur ein Traummann schlechthin.
„Und wie ist dein Name?“, fragte Valentin ihn nach einer ganzen Weile, nachdem Nils noch immer kein Ton aus sich herausbrachte. Nicht einmal „Danke“ konnte er bisher sagen.
„N…“, fing Nils zu Stottern an, woraufhin Valentin ihn stirnrunzelnd anstarrte. „Ni…“
„Niklas? Nigel? Dein Name ist doch hoffentlich nicht Nicole!“, riet Valentin, der Nils Stottern offenbar mit Humor nahm, denn sein Lächeln war ihm einfach nicht aus dem Gesicht zu zaubern.
„Ni…ls.“, kam es schließlich doch noch aus Nils heraus, musste bei Valentins geratenen Namen – vor allem bei Nicole – aber letztendlich auch schmunzeln. Danach ging die Unterhaltung zum Glück viel flüssiger vonstatten: „Danke, dass du mich gerettet hast.“
„Ach gerne doch. Jeder andere in meiner Lage, hätte doch genauso gehandelt.“, meinte Valentin.
„Hm… das denke ich eher nicht.“, entgegnete Nils betrübt, doch konnte er nicht sehr lange Trübsal blasen, sorgte doch die bloße Anwesenheit Valentins bei ihm für pure Freude am Leben.
„Versteh ich nicht. Wenn so ein netter Kerl wie du in Not ist, dann muss man ihm doch zu Hilfe eilen.“, meinte Valentin daraufhin. „Wie auch immer. Leider muss ich jetzt weiter. Ich hab noch einen Termin, den ich nicht verpassen sollte, aber vielleicht sieht man sich ja irgendwann mal wieder?!“
„Das wäre schön.“, antwortete Nils, ehe sich Beide voneinander verabschiedeten. Valentin rannte in entgegengesetzter Richtung davon, doch Nils blickt ihm noch lange Zeit hinterher.

Roland– Teil 3
Die Unterhaltung mit seiner Frau, ging Roland die ganze Nacht nicht mehr aus dem Kopf. Er fühlte sich allein und von seiner Frau ein wenig in Stich gelassen. Doch dagegen wollte er schnellstmöglich vorgehen. Die Kinder waren bereits in der Schule und Roland und Manuela saßen beide noch am Frühstückstisch. Bisher hatten sie kaum ein Wort miteinander gewechselt, außer „Guten Morgen“ und „Auch noch Kaffee?“. Er las gerade die Morgenzeitung fertig, während seine Frau sich im Sudoku versuchte. Schließlich legte er die Zeitung zur Seite und sprach seine Frau auf seine Sorgen hin an. Manuela legte augenblicklich ihren Stift zur Seite und hörte ihrem Mann aufmerksam zu. Sie hatte schon immer Interesse daran, zu hören, was ihr Mann ihr zu sagen hatte, doch heute sollte es auch einmal umgekehrt sein, denn Manuela hatte auch ihrem Mann etwas Wichtiges zu sagen. „Ich verstehe wie du dich fühlst.“, sagte sie und zeigte durchaus Verständnis für ihren Mann. Dennoch schien ihr etwas schwer auf der Seele zu lasten, was unbedingt raus wollte. „Wir sind jetzt beinahe seit fünfzehn Jahren verheiratet, fünfzehn wundervolle Jahre, in denen wir auch zwei wundervolle Kinder zur Welt brachten und sie großzogen. Leider ist auch mir aufgefallen, dass sich einiges verändert hat und es brennt mir in der Seele, dich so leiden zu sehen.“
„Na dann lass uns an unserer Ehe arbeiten. Zusammen schaffen wir alles!“, meinte Roland, der sich sehr erleichtert fühlte, dass seine Frau ihn verstand und Mitgefühl zeigte. „Ich weiß, die Dinge ändern sich, aber du und ich, wir waren doch immer das perfekte Dreamteam!“
„Roland…“ Manuela blickte ihren Mann bedrückt an.
„Wenn es sein muss, dann nehme ich mir auch eine Auszeit von der Arbeit. Ich kann meinen Urlaub schon etwas früher einreichen und wir fahren gemeinsam weg, nur du und ich. Meine Mutter passt sicherlich liebend gerne auf Marie und Florian auf. Sie ist vernarrt in die Kleinen!“ Roland sprach pausenlos weiter und bemerkte gar nicht, dass Manuela etwas schwer auf der Seele lastete.
„Roland bitte hör mir zu!“, rief sie laut über den Tisch, woraufhin ihr Mann endlich verstummte und ihr zuhörte. „Das was du sagst, mag sich gut anhören, aber es wäre leider nicht richtig!“
„Ich verstehe nicht.“, meinte Roland verwirrt.
„Roland, es sind nicht nur ein paar einfache Dinge, die sich verändert haben, ICH habe mich verändert! Ich bin nicht mehr die Frau, die du vor fünfzehn Jahren am Flughafen kennengelernt hast. Ich… ich…“ Manuela starrte ihren Mann kurz nach Worte ringend an, bis sie endlich mit der ganzen Wahrheit rausrückte: „Ich steh auf Frauen, Roland. Ich glaube ich bin lesbisch!“

7 --- Roland (Teil 4), Eric (Teil 3), Ricardo (Teil 1)
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Re: Queer durchs Leben

Beitragvon iami » 15 Mär 2017, 17:02

So langsam wird es Zeit, dass ich das stumme Mitlesen mal unterbreche :wink:
Zur Qualität der Geschichte fällt mir gar nichts besonderes ein. Es ist genau wie ich es erwartet habe, als ich gesehen hatte, da ist etwas neues von unserem Himmelsstern. Wie immer macht jeder neue Teil noch mehr Lust auf den Nächsten. :crush:

Die Art der Geschichte/Geschichten finde ich total interessant und ich bin auch gespannt, ob und wann welche Storys sich mal irgendwann überschneiden. Ob es mehr und mehr zu einer Geschichte verschmilzt oder ob Charaktere der einen mal als Easteregg in einer der anderen Geschichte kurz auftauchen.
Bleib nur zu sagen, danke Sky, dass du die fehlenden regelmäßigen Benachrichtigungen zur Evo Geschichte wieder ersetzt hast. :happy:
Wir trauen uns manchmal nicht Dinge zu tun, weil wir denken, dass wie sie bereuen, doch am Ende bereuen wir es meistens viel mehr, dass wie uns nicht getraut haben.

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Re: Queer durchs Leben

Beitragvon Skystar » 16 Mär 2017, 10:03

Danke iami.
Leider hab ich schlechte Nachrichten. Mein Laptop musste in die Reparatur, weil er nicht mehr hochgefahren ist. Ich krieg ihn voraussichtlich in 2 bis 3 Wochen wieder zurück. Doch mit höchster Wahrscheinlichkeit sind dann all meine Daten gelöscht, auch meine Geschichten. Klar hab ich Sicherheitskopien auf einem USB Stick, aber meine letzte Speicherung liegt leider schon paar Wochen zurück. Sprich: In der nächsten Zeit pausiert diese Geschichte zwangsläufig. Ich ärger mich gerade richtig, auch über mich selbst, aber hilft ja nichts.
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Re: Queer durchs Leben

Beitragvon trimoro » 16 Mär 2017, 22:19

Letztens hatten wir es noch Chat, dass sich zur Zeit irgendwie immer weniger Leser mit einem Kommentar unter den Geschichten melden.
Da muss ich mich auch an die eigene Nase fassen.

Super Geschichten bisher, auch wenn bei mir immer irgendwie die Namen durcheinander fliegen, da mein Wurmhirn das nicht so einsortiert bekommt :P
Macht Spaß zu lesen, auch mal über ältere Charaktere, nicht nur "immer" pubertäre Jungs. Die Geschichte mit dem Familienvater, dessen Frau sich als lesbisch outet, hat was.
Weiter so, ich freue mich auf die nächsten Teile (wenn auch erst in 3 Wochen). Wird schon gut werden, rege dich nicht allzu sehr auf.

Grüße
trimo
...wish somebody could tell me I´m fine...
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Re: Queer durchs Leben

Beitragvon Skystar » 03 Apr 2017, 12:37

Hab meinen Laptop seit Donnerstagabend wieder und ja... es ist wie es ist... leider... alle Daten sind weg. Die Festplatte musste ausgetauscht werden und das Betriebssystem neu aufgespielt werden. Mein letzter Speicherstand war leider Anfang Februar. Sprich, es ist nicht nur diese Geschichte gelöscht, sondern auch die letzten Kapitel von "Der Schattenphönix" (die ich aber zum Glück aus dem Forum ins Dokument übertragen kann). Leider hat es auch die Neufassung von "O:Evo-1570" erwischt, an der ich gearbeitet habe... das ist echt scheiße, aber das soll mir eine Lehre sein. Ab sofort speichere ich meine Geschichten IMMER, wenn ich was geschrieben habe - spätestens nach einer Woche! Die bisherigen Teile aus "Queer durchs Leben" kann ich natürlich übertragen, aber alle anderen, die ich bereits im Voraus geschrieben habe, muss ich noch einmal neu schreiben. Deswegen tut es mir jetzt schon leid, dass ihr euch noch länger in Geduld üben müsst.
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Re: Queer durchs Leben

Beitragvon Kirito » 20 Apr 2017, 03:17

Tut mir leid mit deinem Laptop. Reg dich nicht allzu sehr darüber auf.
Bei der Qualität deiner Geschichten warten wir doch gerne etwas länger.
Ansonsten super Geschichten mit viel Potential und Cliffhängern :)
"In der Welt der Shinobi sind die, die Regeln brechen Abschaum, aber Leute, die sich nicht um ihre Freunde kümmern sind schlimmer als Abschaum!"
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Re: Queer durchs Leben

Beitragvon ArokhsSohn » 25 Apr 2017, 18:12

Hi Sky,

da bin ich (mal) wieder. Soso, eine recht bodenständige Story (oder vielmehr Stories) lieferst Du hier ab.

Von der Aufteilung her erinnert es mich sehr stark an eine gewisse Buchreihe eines gewissen bärtigen Autors, dessen Initialen in etwa so lauten, wie der Ton, den ich gerne erzeuge, wenn ich sehe, wie lange selbiger Autor zum Schreiben seiner Bücher braucht – im Gegensatz eines gewissen 24/7-Schreibers (geklaute Bezeichnung, von wem weiß ich leider grade nicht, evtl. Iroc oder Zuri?), wie Du einer zu sein scheinst.
War das jetzt mal ein Kettensatz, oder was? :-D
Was wollte ich eigentlich jetzt sagen? Egal, mir gefällt die Aufteilung jedenfalls richtig gut. So hat die Story einen vielseitigeren Aspekt, als wenn sie aus einer Sicht erzählt würde :good:

Auch, dass am Anfang überhaupt keine Zusammenhänge untereinander vorhanden zu sein scheinen, ist interessant. Ich weiß doch, wie gerne Du Deinen Plot ineinander verflechtest, also bin ich schon seeeehr gespannt, wie das Gesamtbild dann aussehen wird – wenn es denn überhaupt ein Gesamtbild geben sollte. Kann ja auch sein, Du schreibst diesmal einfach einige Episoden aus irgendwelchen unzusammenhängenden Leben…


Gleich der Anfang der Story macht gute Laune. Der Witz von Janniks Kumpel (mit dem Relaxo) ist zwar flach ohne Ende, aber kommt so trocken rüber, dass ich auch erstmal lachen musste.

Sehr schön hast Du das Aufschieben des Outings von Moritz beschrieben. Hat mich total an mich selbst erinnert, wenn ich vor irgendwelchen Aussprachen stehe. Ständig fällt mir doch noch ein Grund ein, es jetzt in diesem Moment doch nicht zu tun, weil blablabla.
Apropos Moritz: Ohne Tote geht bei Deinen Stories wohl nix, was? Ganz schön drastisch, was Du dem armen Kerl antust. Dass er so eine extrem offene Situation als letzte gemeinsame Erinnerung mit seinen Eltern hat, wird ihn ewig verfolgen!
„Was ist denn Moritz?“, fragte ihn seine Mutter etwas ungeduldig. „Ich muss noch zu Max…“

Wer ist Max? Ich dachte zunächst, es wäre Moritz‘ Bruder (würde vom Namen ja auch passen), aber später heißt es, Moritz hätte außer der Großtante keine weiteren Verwandten. Wer ist Max also, dass seine Mutter am Abend noch zu ihm muss???

Damian hat geschrieben:Ich bin ohnehin nicht der Typ für eine feste Beziehung.

Ein Typ für die Wahrheit ist er auch nicht unbedingt, oder?

kleiner Scherz am Rande:
Mir ist noch aufgefallen, dass die Mitschüler von Jannik alle erstklassige Noten in Deutsch haben müssen. Die schreiben in ihrer WhatsApp Gruppe absolut fehlerfrei und grammatikalisch korrekt. Respekt, das kenne ich irgendwie anders ^^

Ach ja, und der absolut göttlichste Moment ist dieser hier:
die Frau im Kinderheim hat geschrieben:„Sehr schön.“, sagte die Frau etwas vornehm. „Ich nehme ihn!“

:lol:


Aus der allseits (un)beliebten Kategorie Fehlerteufel:
der „spielte schlich“ Fehler wurde ja bereits behoben, also Schwamm oder Entfernen-Taste drüber. ^^

Damian – Teil 1
(…) diesen Abend ganz schnell wieder abhacken.

Aber warum denn gleich abhacken… so brutal… abhaken würde doch ausreichen, oder schämt er sich so sehr? ^^

Roland – Teil 2
Roland war vom Verhalten seiner Frau leicht enttäuscht war.


Es sind noch ein paar weitere, kleinere Fehlerchen drin, die aber nun wirklich keine Relaxo-Klasse haben.


Nicht so schön formuliert finde ich
Jannik – Teil 3
Irgendwann nahm er es jedoch doch wieder in die Hand,

liest sich irgendwie komisch.


So, wie viele Blickwinkel haben wir denn eigentlich bis jetzt:
3x Jannik / 4x Moritz / 2x Eric / 3x Roland / 3x Damian / 2x Nils / 1x Felix
Das sind immerhin 7 Leute, geht doch eigentlich.


Fazit:
Also diesmal kein Fantasy und SciFi? Schade, denn das hast Du richtig super gemacht zuletzt. Aber ich lese natürlich auch sehr gerne „normale“ Geschichten, besonders, wenn sie von Dir sind. Und Du enttäuschst hier erwartungsgemäß nicht!
Einzig die Länge der einzelnen Episoden ist sehr wenig. Kaum hat man ein Gefühl für den Protagonisten, wechselt die Szene bereits wieder :-/

Die Sache mit dem Datenverlust hattest Du so ähnlich schon einmal beim Finale vom Tierflüsterer ;-) Das kenne ich übrigens leider auch: ewig langes Suchen des USB-Sticks, weil man kein aktuelles Backup auf dem Rechner hat…


LG, Arokh


P.S.: Ich habe übrigens gerade den Tierflüsterer (endlich) zu Ende gelesen, d. h. ich bin nebenbei gerade mit Deiner Mystic-Love Reihe beschäftigt. Was ich von den Stories halte? Das erfährst Du, wenn ich sie alle komplett durch habe :-P

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Re: Queer durchs Leben

Beitragvon Frankenstein » 10 Mai 2017, 11:54

Hey Sky,

sehr interessante Geschichte, bis jetzt. Auch wenn die Verschiedenen Charaktere momentan noch verwirrend sind.
Ich hoffe du kannst mit dieser Gedchichte an Evo anknüpfen. Wobei ich sagen muss das ich die letzten zwei Kapitel bis jetzt noch nicht gelesen habe da ich das Ende der Geschichte nicht will. :D

Ich hoffe das du dein Technik Ausfall bald aufgeholt hast und ein neuer Teil kommt.

Gruß Frankenstein.

Re: Queer durchs Leben

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