Queer durchs Leben

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Skystar
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Re: Queer durchs Leben

Beitragvon Skystar » 26 Sep 2017, 20:51

Nachdem ich beim letzten näher auf die Verbindung Felix und Moritz eingegangen bis, dieses Mal die Verbindung Felix und Manuela. Wie es der "Zufall" so wollte, ist Felix' Adoptivmutter keine geringere als eine von Manuelas besten Freundinnen. In Kapitel 25 feierten die Brecheisens eine Party in ihrer Villa, bei der auch Manuela und ihr Sohn eingeladen waren. Im darauffolgenden Kapitel hat deshalb Felix mit Manuelas Sohn Florian Fußball gespielt. Jetzt ist das aber nicht so, als wäre mir dies erst in jenem Kapitel eingefallen, ich könnte Frau Brecheisen zu eine von Manuelas Freundinnen machen, sondern schon zu Beginn der Geschichte. In Kapitel 4 wird erstmals der Name "Charlotte" genannt, eine Freundin von Manuela. Die Brecheisens sind ja bekanntlich reich und da Manuelas (Ex-)Mann auch nicht schlecht verdient, leben die Klingenbachs auch nicht gerade in ärmlichen Verhältnissen. Also ist es durchaus möglich, dass die beiden Damen befreundet sind, wobei ich mich gerade ernsthaft frage, wie Manuela mit Charlotte klar kommt, die einfach so ein Kind adoptiert und ihn zu einer Heirat zwingt... naja... manche Leute sind eben blind für das Böse im Menschen :P .

42 ----------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------

    "Valentin ist wieder aufgetaucht, worüber Nils sich sehr freut - fragt sich nur noch wie lange. Ich werde das Gefühl nicht los, dass schon bald etwas Schlimmes geschehen wird. Doch zunächst widmen wir uns vier anderen Geschichten, in denen es nicht weniger turbulent zugeht. Moritz und Jacob haben endlich Felix' Brief gefunden! An dieser Stelle muss man einfach mal erwähnen, dass Moritz immer mehr in Felix' Geschichte integriert wird, während seine eigene quasi zum erliegen kam. Hier merkt man deutlich, wie die Geschichten miteinander verschmelzen und es dürfte nur noch eine Frage der Zeit sein, bis sich Moritz und Felix (erneut) gegenüber stehen werden. Felix scheint seinen Freund aber gar nicht so sehr zu vermissen, wie ich finde, denn er scheint sich mit Amadeus - seinem Verlobten - immer mehr anzufreunden. Dieser unterbreitet Felix heute einen Vorschlag. In der Zwischenzeit spricht sich Leonas mit Kai aus, der ihm offenbar zurückhaben möchte. Bei aller Liebe, aber darauf wird Leonas doch nicht wirklich eingehen oder... ODER?! Manuelas kleiner Part heute geht ein wenig unter, aber wer weiß, was uns bei ihr noch alles erwartet...

    Sollte es hier Leser geben, die die AfD am Sonntag gewählt haben, die möchten sich doch freundlichst... verpissen!
    -Der-dessen-Name-ihn-nicht-nennen-möchte!"

ROLLENLISTE:

Moritz (16): Seine Eltern starben, noch vor seinem Outing; kam in ein Kinderheim
Jacob: Freund von Felix, der von Frau Brecheisen adoptiert wurde
Max: Kater von Moritz
Herr Hendricks: Betreuer des Kinderheims
-
Manuela Klingenbach: ehemalige Stewardess; outete sich bei ihrem Mann als lesbisch
Marie Klingenbach (13): Tochter von Manuela und Roland
-
Felix Brecheisen (17): lebte in einem Kinderheim, bis Frau Brecheisen ihn adoptierte
Amadeus Wohlfahrt: Ein Junge aus einer wohlhabenden Familie; soll Felix heiraten
Mathéo: Page & Chauffeur der Familie Brecheisen
-
Leonas: Leicht übergewichtig; ehemaliger heimlicher Freund von Kai
Kai: Anführer einer Schulclique; ehemaliger heimlicher Freund von Leonas


Manuela – Teil 16
Fast vierzehn Jahre waren vergangen, als Manuela das letzte Mal arbeiten ging. Seit der Geburt ihrer Kinder war sie immerzu zu Hause, um für sie zu sorgen, den Haushalt zu regeln und für ihren Mann da zu sein, wenn er abends von einem langen Flug nach Hause kam. Die Zeiten waren nun vorbei – und das in allen Belangen – und Manuela musste sich umstellen auf ihr neues Leben. Ihr Mann und ihre Tochter waren ausgezogen, sie hatte einen neuen Job und sie stand auf Frauen. Das war eine große Veränderung in ihrem Leben, aber momentan bereute sie keine ihrer Entscheidungen. Sie hatte Freundinnen die hinter ihr standen und ihr Sohn liebte sie nach wie vor. Lediglich Maries Verhalten ihr gegenüber stimmte sie immerzu traurig. Eine Besserung war leider nicht in Sicht, aber mit diesen Gedanken konnte sie sich jetzt gerade nicht beschäftigen, denn heute hatte sie ihren ersten Arbeitstag in dem Restaurant, in dem sie sich beworben hatte.
Manuela stand vor dem Spiegel und nahm letzte Schönheitskorrekturen an sich vor, als ihr Handy vibrierte, welches neben dem Waschbecken lag. Manuela griff nach ihrem Handy und las die Nachricht, die ihr jemand geschickt hatte: „Toi, toi, toi heute, du schaffst das Honey!“ Der Nachricht folgte ein Kusssmiley, der Manuela das Herz erwärmte.

Leonas – Teil 14
Natürlich stimmte Kais Nachricht Leonas überaus glücklich, dennoch ließ er ein wenig Vorsicht walten. Warum hat Kai sich so plötzlich umentschieden und will nun doch wieder mit ihm zusammen sein? Um dies zu verstehen, ließ sich Leonas auf ein Treffen mit ihm ein. Natürlich tat er das – er liebte Kai – und sein einziger Wunsch war es, mit ihm wieder zusammen zu kommen.
So kam es noch vor Schulbeginn am nächsten Tag zu dem besagten Treffen. Kai wartete in einer kleinen Seitenstraße auf Leonas, in der sich lediglich eine schwarze Katze aufhielt, die bei Leonas Eintreffen aber über eine Mauer kraxelte und verschwand. „Danke, dass du gekommen bist.“, sagte Kai und ein kleines Lächeln breitete sich in seinem Gesicht aus. Offensichtlich war er wirklich froh, Leonas zu sehen. Doch so leicht wollte er es Kai nicht machen.
„Warum hast du dich so plötzlich umentschieden?“, fragte Leonas ihn mit ernster Miene. Am liebsten hätte er Kai einfach in die Arme genommen und ihn nie mehr losgelassen, aber so einfach war das alles nicht. „Erst machst du mit mir Schluss und jetzt willst du doch wieder mit mir zusammen sein?“
„Also ich…, ja will ich.“, sagte Kai, der seine Entscheidung von damals wohl wirklich bereute. Doch damit Leonas ihm Glauben schenkte, musste er sich schon etwas mehr anstrengen.
„Also gestern raus, heute rein und morgen wieder raus, oder was?“, fragte Leonas ihn absichtlich ein wenig provokant. Er wollte sich von Kai nicht für dumm verkaufen lassen, egal wie stark sein Herz für ihn schlug. „Weißt du eigentlich, wie es mir die letzten Tage ergangen ist? Natürlich weißt du das! Du hast gesehen, wie ich im Sportunterricht umgekippt bin… Du willst doch nicht etwa wieder mit mir zusammen sein, um dein schlechtes Gewissen zu beruhigen, oder?“
„Ich will mit dir zusammen sein, weil ich dich liebe!“, entgegnete Kai verzweifelt.
Kais Worte versetzen Leonas in eine kurze Schockstarre. „Was hast du gerade gesagt?“
„Das ich mit dir zusammen sein möchte?“, wiederholte Kai fragend.
„Nein, das danach!“
„Da-Das ich dich liebe…“, wiederholte Kai verlegen. Erstmals lächelte Leonas Kai an. Dann kam er auf ihn zugestürmt und küsste ihn leidenschaftlich auf den Mund. Als sie sich wieder voneinander lösten, fragte Kai: „Bedeutet das, du verzeihst mir, einfach so?“
„Ja, weil ich dich ebenfalls liebe und dir deswegen diesen Fehler verzeihe.“, erklärte Leonas seinem Freund und die Zwei küssten sich ein weiteres Mal.

Moritz – Teil 18
„Lieber Jacob. Ich hoffe wirklich sehr, dass du meinen Brief an dich findest. Wenn jemand dazu in der Lage ist ihn zu finden, dann du! Ich bedauere es wirklich sehr, dass ich mich nicht mehr von dir verabschieden konnte, aber plötzlich ging alles so schnell. Eine komische Frau tauchte hier auf, kurz nachdem du gegangen bist, und hat beschlossen, mich zu adoptieren. Mir ist nicht klar warum sie das tut, denn sie kennt mich erst seit wenigen Sekunden, aber mein Bauchgefühl sagt mir, dass mit der irgendwas nicht stimmt. Doch mach dir bitte keine Sorgen um mich, denn ich werde zu dir zurückkehren. Ich weiß noch nicht wie und wann, aber ich kehre zu…“ Hier endete der Brief und Jacob hörte auf, laut vorzulesen. „Naja, der Rest ist mir bekannt.“, sagte Jacob und zog den Fetzen Papier aus der Hosentasche, den Max vom Brief abgerissen hat. „…rück. Bitte warte auf mich. Felix!“
„Na endlich weißt du was Sache ist.“, sagte Moritz, der gespannt neben Jacob auf dem Bett saß und mit zugehört hatte. „Jetzt heißt es wohl einfach abwarten, bis er wieder zurückkommt.“
Jacob schwieg und gab sich nachdenklich. „Hm…“
„Und sollte er hier auftauchen, wenn du nicht da bist, dann werde ich ihm berichten, dass du seinen Brief gefunden hast und hier auf ihn gewartet hast.“
„Nein.“, sagte Jacob unerwartet, aber fest entschlossen. „Seit seinem Weggang sind inzwischen mehrere Wochen vergangen. Wenn er vorgehabt hätte, hierher zurückzukehren, dann wäre er schon längst wieder hier.“
„Naja, vielleicht gefällt es ihm aber auch in seiner neuen Familie…“, meinte Moritz.
„Das…, oder ihm ist was dazwischen gekommen.“, sagte Jacob, der Moritz nun direkt in die Augen sah. Dabei waren sich ihre Köpfe sehr nah, ein wenig zu nah für Moritz Geschmack, der leicht nervös wurde, aufstand und wirr in seinem Zimmer umher lief. „Ich werde ihn suchen gehen.“, sagte Jacob schließlich, der von Moritz Gefühlschaos nichts mitbekam. Moritz blieb augenblicklich stehen und wirkte nur wenig erfreut über Jacobs Entschluss. „Felix hat in seinem Brief geschrieben, dass er zu mir zurückkehren will. Er ist nicht der Typ für falsche Versprechen.“
„O-Okay…, aber wo willst du anfangen zu suchen?“, fragte Moritz, der Jacobs Plan anzweifelte.
Jacob lächelte dezent, denn er war nicht dumm. „Natürlich im Büro von Herr Hendricks!“

Felix – Teil 19
Felix und Amadeus warteten an der Straße auf Mathéo, der jeden Moment mit der Stretchlimousine eintreffen müsste. Wer hätte es gedacht, aber Felix empfand dieses Treffen als überraschend angenehm. Vor allem aber war es schön, mal aus der Villa herauszukommen und sich wieder unter andere Menschen zu mischen. Die Brecheisens hatten einen surrealen und steifen Eindruck bei Felix hinterlassen und jede Abwechslung war ihm deshalb stets willkommen.
Felix blickte die Straße entlang und entdeckte ein Kino an der Kreuzung. Jetzt wusste er endlich, wo er sich gerade befand. Er blickte weiter die Straße hinunter, in die Richtung in der das Kinderheim lag, in dem er viele Jahre lebte. Sein Instinkt trieb ihn dort zurück, denn ihm war bewusst, dass Jacob auf ihn warten würde. Doch ein seltsames Gefühl hielt ihn davon ab und nicht zuletzt auch Amadeus: „Du musst mich übrigens nicht heiraten, wenn du nicht möchtest.“
„Was? Muss ich nicht?“, gab Felix überrascht von sich und drehte sich wieder zu seinem Verlobten um, der ihm ein sanftes und zufriedenes Lächeln schenkte.
„Nein. Meine Eltern wollen mich vermählen, aber ich denke ich bin noch nicht bereit dazu zu heiraten.“, erklärte Amadeus ihm. „Genaugenommen geht es nicht einmal um mich oder dich, sondern wieder einmal nur um die Geschäfte, die meine Eltern und deine Adoptiveltern durch die Heirat abwickeln können. Das ist echt nervig, aber um meine Eltern stolz zu machen, will ich ihnen diesen Gefallen tun.“
„Also… willst du mich doch heiraten?“, fragte Felix nun völlig verwirrt.
Amadeus lächelte. „Vorschlag zu Güte. Die Hochzeit findet statt. Wir lassen alles über uns ergehen und du sagst bei der alles entscheidenden Frage „Ja, ich will“, damit der Groll der Brecheisens nicht über dich hereinbricht. Ich hingegen werde „Nein“ sagen und alles ist geritzt. Meine Eltern werden zwar toben, aber es verstehen. Im Gegensatz zu dir, kann man mich nicht einfach so rauswerfen. Was sagst du dazu? Ist zwar mit Risiken verbunden, aber zumindest eine Option für uns Beide.“
„Also ich weiß nicht…“ Felix verzog skeptisch sein Gesicht, als auch schon Mathéo vorfuhr und ihnen die Türe aufhielt. „Also gut… abgemacht. Die Hochzeit findet statt!“

43 --- Damian (Teil 17), Ricardo (Teil 16), Manuela (Teil 17) & Flo (Teil 15) !
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Re: Queer durchs Leben

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Re: Queer durchs Leben

Beitragvon Skystar » 29 Sep 2017, 15:01

Hallo. Gleich vorweg: Nächste Woche wird wahrscheinlich kein neues Kapitel erscheinen, da ich ein paar Tage fort bin und es deswegen vermutlich nicht schaffen werde. Soviel zur schlechten Nachricht. Die gute Nachricht: Heute kommt noch ein neues Kapitel, also viel Spaß!

Lasst mich nur noch schnell auf die nächste Verbindung eingehen, die auch heute wieder zu Tage kommt: Manuela und Flo! Zwei Frauen, die unterschiedlicher nicht sein könnten und sich dennoch über den Weg liefen, als beide auf der Suche nach einem Job waren. Flo war es ja schon länger - leider erfolglos (Kapitel 18) - doch in Kapitel 30 fanden beide ihr Glück und liefen sich zugleich vor dem Restaurant über den Weg, in dem sie sich beworben haben. Heute, in Kapitel 43, wird diese Begegnung fortgesetzt!

43 ----------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------

    "Oha, da ist im letzten Kapitel ja doch so einiges passiert: Leonas ist wieder mit Kai zusammen (Bitte was?!) und Amadeus und Felix wollen die Hochzeit vollziehen, aber beim Ja-Wort kneifen (Bitte was x2?!). Nun gut..., ob das nicht alles am Ende im absoluten Chaos endet, bleibt wohl abzuwarten. Erstmal geht es wieder etwas ruhiger zu, denn Manuela und Flo treten heute ihre neuen Jobs an - der lustigerweise derselbe ist. Wir werden also sehr viele gemeinsamen Szenen zwischen den beiden Damen erleben, denke ich mir. Inzwischen erhält Ricardo die ersten Reaktionen auf seine "Bilder" und Damian sucht das Gespräch mit Timo. "Die Ruhe vor dem Sturm" ist wohl nicht umsonst ein Sprichwort...

    Ich wünsch euch allen ein schönes Wochenende und Skystar natürlich ein paar schöne freie Tage
    -Der-dessen-Name-ihn-nicht-nennen-möchte!"

ROLLENLISTE:

Manuela Klingenbach: ehemalige Stewardess; outete sich bei ihrem Mann als lesbisch
-
Damian (20): führt eine offene Beziehung mit seinem Freund
Timo: Damians Freund; schlug seinem Freund eine Offene Beziehung vor
Marcus: Timos großer Bruder und One-Night-Stand von Damian
-
Ricardo (17): ließ sich von Martin halbnackt ablichten
Martin (34): GayRomeo-Bekanntschaft von Ricardo; Fotograf
Sanchez: Gebürtiger Spanier und Model von Martin
-
Florentine „Flo“ Neumann (22): Transgender; arbeitet als Servicekraft in einem Restaurant


Damian – Teil 17
Freitagabend. Der Tag an dem sowohl Damian als auch Timo wieder einmal Spaß mit anderen Jungs haben konnten. Doch Timo war schon länger nicht mehr mit anderen Jungs aus und verbrachte die meisten Freitage inzwischen auf der Couch vor dem Fernseher. Damian ging die letzten Freitage zwar noch weiterhin aus, aber stets alleine und ohne auf der Suche nach netten Typen, mit denen er am Ende im Bett landete. Sein letzter One-Night-Stand war Marcus und das lag nun inzwischen schon einen Monat zurück. Die Erinnerung daran, war jedoch nach wie vor in Damians Gedanken verankert und es ließ ihn einfach nicht los, wie sowohl er, als auch Timo mit ihm Sex hatten. Sein eigener Bruder! Normalerweise sollte Damian Abscheu diesbezüglich empfinden, aber ehrlich gesagt fühlte er das genaue Gegenteil davon. Die Vorstellung machte ihn heiß… und geil. Damian hatte es gar nicht länger nötig mit anderen Jungs rumzumachen, denn seine Gedanken bescherten ihm schon selber ein reines Glücksgefühl.
Doch ganz egal was er dabei fühlte, in einem Punkt war er unglücklich: Die Beziehung zu Timo befand sich zum derzeitigen Zeitpunkt auf dem Abstellgleis und es war nur noch eine Frage der Zeit, bis Timo die Reißlinie zog und ihre Beziehung beendete. Damian konnte sich selbst dafür schlagen, denn jetzt war er es, der das Ende ihrer Beziehung herbeiführen könnte. „Timo, wir müssen reden!“, rief er seinem Freund zu, denn der hatte den Fernseher mal wieder auf voller Lautstärke. Timo stellte den Fernseher leiser und blickte Damian wartend an. Er lag lediglich mit Boxershorts und einem Shirts bekleidet auf der Couch, neben ihm eine Chips-Tüte und auf ihm Chipskrümel. „Ehm… also wie soll ich es sagen…, ich äh…“ Ja was wollte Damian ihm jetzt eigentlich sagen? Das er Sex mit seinem Bruder hatte? Das er feuchte Träume von ihm und Timo hatte?
„Was immer du zu sagen hast, beeil dich bitte. Der Dummkopf kriegt in der Sendung gleich eine aufs Maul. Das ist die witzigste Stelle im ganzen Film.“, sagte Timo ungeduldig.
Also schön, dachte sich Damian und haute es raus: „Ich will keine Offene Beziehung mehr!“

Ricardo – Teil 16
Ricardo lag Zuhause in seinem Bett und hatte die Augen geschlossen. Eine Woche war vergangen, als er mit Sanchez gemeinsamen Sex hatte. Das Gefühl war unbeschreiblich und Ricardo erinnerte sich sehr gerne daran zurück. Weniger gerne erinnerte er sich aber daran zurück, was danach folgte: Sanchez verabschiedete sich von Ricardo und flog zurück in sein Heimatland. Seitdem herrschte eine ungewollte Funkstille zwischen den Beiden und auch mit Martin hatte er seitdem keinen Kontakt mehr. Ricardo versuchte sich von dem Abschied nicht zu sehr runterziehen zu lassen, immerhin hatte er durch die Sex-Fotos reichlich Kohle eingeheimst, wie ihm Martin in einer E-Mail mitteilte. Zwar war er noch lange davon entfernt, wie Dagobert Duck in Geld zu schwimmen, aber immerhin konnte er sich jetzt so einiges leisten, unter anderem die neue Nintendo Switch Konsole. Seinen Eltern erklärte er diesen Kauf damit, dass er dafür mehrere Monate gespart hatte, denn von seiner neuen Einnahmequelle wollte er ihnen lieber nichts erzählen. Sie hätten es nicht verstanden und würden sicherlich ausflippen, wenn sie erfuhren, woher das Geld stammte. Nur gut, dass er bald von Zuhause ausziehen wollte, denn wenn seine Mutter in etwas besonders gut war, dann in Dingen herumschnüffeln, die sie nichts angingen. Vor etwa drei Jahren, als Ricardo gerade in der Schule war, hatte sie es satt, den Saustall in seinem Zimmer mitanzusehen und räumte aufs gründlichste bei ihm auf. Das hatte zur Folge, dass sie auch seine Pornohefte unter seinem Bett fand – auf dem natürlich nur nackte Männer abgebildet waren. Immerhin: So blieb Ricardo das Outing erspart. Schön war es dennoch nicht, eher peinlich, aber zum Glück gingen seine Eltern letzten Endes locker mit dem Thema um. Doch bei seiner neuen Einnahmequelle würden die Zwei bestimmt nicht locker bleiben.
Ricardos Laptop machte ein Geräusch, welches immer dann ertönte, wenn er eine neue Nachricht bei Gayromeo erhielt. Ricardo war nicht allzu neugierig darauf, wer ihm die Nachricht schickte. Es waren noch immer dieselben perversen alten Männer von früher. Einige von ihnen hatte er inzwischen gesperrt, aber es kamen stets neue bei ihm an. Doch als zwei weitere Nachrichten folgten, wurde Ricardo doch neugierig – naja ihm war eigentlich vielmehr langweilig. Ricardo öffnete die erste Nachricht und las: „Hallo, dich kenne ich doch. Du gehörst doch zu Martins Models oder nicht? Hab deine Fotos gesehen…, auch die Sex-Fotos!“ Ricardo schluckte einmal kräftig.

Manuela – Teil 17
„Unser Team bekommt heute reichhaltige Verstärkung in Form von Frauenpower.“, sagte der Chef des Restaurants, in dem Manuela heute ihren neuen Job als Kellnerin antrat. Nicht ihr Traumberuf, aber es brachte Geld ein. „Wenn ich kurz vorstellen darf.“, fuhr der Chef fort, während Manuela reihum in die Gesichter ihrer neuen Kollegen blickte. „Das ist Irina Moustaki aus Griechenland. Sie wird das Team in der Küche unterstützen.“ Der Chef zeigte auf eine bildhübsche junge Frau an die Dreißig mit langen blonden Haaren, die sie sich für den Einsatz in der Küche zu einem Zopf hochgebunden hat. Irina lächelte ihre Kollegen verführerisch zu – vor allem ihre männlichen Kollegen – und Manuela wusste sofort, wo bei ihr der Hase lief. „Dann haben wir hier Manuela Klingenbach, sie wird das Team im Service-Bereich und beim Ausschenken verstärken.“ Manuela verbeugte sich galant vor all ihren Kollegen und ließ sie wissen, dass sie sich freute, sie alle kennen zu lernen. „Und zu guter Letzt darf ich euch noch Florentine Neumann vorstellen. Sie wird dem Service-Team ebenfalls tatkräftig zur Hand gehen.“ Der Chef zeigte auf die junge Frau neben sich. Manuela kannte sie bereits, denn sie hatte sie nach ihrem Vorstellungsgespräch vor dem Restaurant angetroffen. Sie war damals irre nervös und Manuela versuchte sie zu beruhigen. Offenbar mit Erfolg, denn sie hatte den Job. „Sehr schön. Das wäre dann alles gewesen.“, sagte der Chef und klatschte dabei zweimal in die Hände. „Helfen Sie ihren neuen Kolleginnen bitte, sich gut hier einzufinden. In einer Stunde kommen die ersten Gäste, also zackzack, lasst das Fett in der Pfanne brutzeln und poliert die Gläser!“
Die Versammlung löste sich jäh auf. Die Köche verschwanden zusammen mit Irina in der Küche – zwei Köche hielten ihr breit lächelnd die Tür auf – und die Servicekräfte gingen ebenfalls ihren Verpflichtungen nach. Manuela wurde einem etwas älteren Herr zugewiesen, der in einem Jahr in den Ruhestand ging. Er zeigte ihr, wo sich das Geschirr, das Besteck, die Servietten, die Speisekarten und alle anderen wichtigen Utensilien sich befanden. Manuela hörte aufmerksam zu, um sich alles einzuprägen, als sie einen Schrei aus der Küche vernahm.

Flo – Teil 15
„Und zu guter Letzt darf ich euch noch Florentine Neumann vorstellen. Sie wird dem Service-Team ebenfalls tatkräftig zur Hand gehen.“, sagte der Chef, als er seinen Angestellte Flo vorstellte.
Flo blickte reihum, stets bemüht, freundlich zu lächeln. Der erste Eindruck zählte und doch verspürte sie ein seltsames Gefühl, als ob alle Augen nur auf sie gerichtet wären.
Nachdem der Chef die alte mit der neuen Belegschaft vertraut machte, wurde jeder der neu im Team war, einem der älteren anvertraut, um den Neuen in seine Arbeiten zu unterweisen. „Willkommen im Team. Florentine richtig?“, begrüßte sie ein junger Mann, der nicht älter als vierzig sein durfte.
„Ja, aber all meine Freunde nennen mich nur Flo…, also wenn Sie wollen dann…“
„Nein will ich nicht, aber danke, „Nur-Flo“.“, sagte der junge Mann sofort und Flo glaubte einen gewissen Unterton aus seiner Stimme herauszuhören. Hatte sie den Mann irgendwie verärgert? Wohl kaum, den sie kannte ihn ja erst seit heute, ebenso wie alle anderen hier. Lediglich der anderen Frau, die heute ebenfalls neu im Service-Bereich anfing, war sie schon einmal begegnet. Bei passender Gelegenheit wollte sich Flo bei ihr bedanken. „Also ich werde dir alles zeigen und das Nötigste beibringen.“, fuhr der Mann unterdessen unbeirrt fort. „Pass bitte gut auf, denn ich werde alles nur einmal sagen und zeigen. Ich will keine unnötige Zeit mit jemanden wie dir verschwenden…“
„Wie bitte?“ Flo war schockiert, über die Ausdrucksweise des Mannes und warf ihm einen vorwurfsvollen Blick zu. „Entschuldigen Sie bitte, aber was habe ich Ihnen getan, dass sie so mit mir reden?“ Flo versuchte ruhig und freundlich zu bleiben, was ihr enorm schwer fiel.
Der junge Mann legte die weißen Tischdecken zur Seite, die er aus einer Schublade zog und legte genervt seine Hände auf seine Hüfte. „Was soll schon sein. Hör mal, ich versuch wirklich aufgeschlossen mit allem und jeden umzugehen, aber auch ich habe meine Grenzen.“
„Was meinen Sie damit?“, harkte Flo nach, obwohl sie die Antwort bereits ahnte.
„Na dich und deinesgleichen. Die ganze Belegschaft weiß davon, was du bist.“, antwortete der Mann, woraufhin Flo leicht die Kinnlade runterfiel. Plötzlich hörte sie einen Schrei aus der Küche.

44 --- Eric (Teil 14), Manuela (Teil 18), Ricardo (Teil 17) & Damian (Teil 18) !
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Re: Queer durchs Leben

Beitragvon Skystar » 09 Okt 2017, 18:21

Hier bin ich wieder und wie ich sehe, hat sich hier... nichts getan... :cry: :lol:
Naja gut, vielleicht hilft es euch, wenn ich euch sage, dass ich diese Geschichte noch dieses Jahr zu Ende bringen möchte. Demnach kommt nicht mehr so viel und wir steuern mit voller Geschwindigkeit das Finale an! :wink:

Noch ein kleiner Exkurs über die letzte bisherige Verbindung (Da kommen irgendwann noch welche, keine Sorge): Damian und Flo! Genaugenommen sind die beiden sich nicht persönlich über den Weg gelaufen, aber Damian kennt Flos besten Freund Sebastian! In Kapitel 29 hatten die beiden Jungs ein kleines, naja "Rendezvous" lässt sich schwer sagen, aber so etwas in der Art. Damian lebte wieder einmal die Offene Beziehung aus und verabredete sich mit Sebastian. Da er mit seinen Gedanken aber wo ganz anders war (Marcus, seine Beziehung zu Timo), hat er Sebastian schnell vergrault. Ob Damian und Flo sich noch persönlich über den Weg laufen werden, wir die Zeit mit sich bringen...

44 ----------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------

    "Mehr als eine Woche ist vergangen seit dem letzten Kapitel. Deshalb hier wieder einmal eine kleine Auffrischung der bisherigen Ereignisse: Wir erinnern uns: Damian und Timo führten bislang eine offene Beziehung, die von Timo ausging. Jener wollte sie beenden, doch Damian bislang nicht. Im letzten Kapitel hat er aber eingesehen, dass es so nicht weiter gehen kann, da ihre Beziehung in Gefahr war. Also hat Damian seinem Freund gesagt, dass auch er die offene Beziehung beenden möchte. Na endlich! Das ist gut, wäre da nicht noch der kleine Haken namens Marcus, Timos Bruder, mit dem BEIDE Sex hatten! Apropos Sex: Ricardo hatte mit dem heißen Spanier Sanchez Sex, während Fotos von ihnen gemacht wurden. Hm... finde ich persönlich ja etwas unangenehm, aber offensichtlich hatten die beiden Jungs kein Problem damit. Doch nun wird Ricardo von einem User bei GayRomeo angeschrieben, der eben jene Fotos auch gesehen hat. Und ich werde noch immer nicht das Gefühl los, dass sich Ricardo immer weiter in ein Dilemma reinreitet... Weniger problematisch geht es bei Manuela weiter, die zusammen mit Flo ihren neuen Job angetreten hat. Mal ehrlich: Wen interessiert das? Hier sollte schnellstmöglich Spannung reinkommen, bevor dieser Handlungsbogen uns alle zum einschlafen bringt. Immerhin bekommen wir endlich wieder mehr Lesestoff von Eric! Juhu! Wird auch Zeit..., vor allem dass wir endlich erfahren, was in seiner Vergangenheit vorgefallen ist und was für Menschen dabei wie ums Leben gekommen sind.

    Lange Einleitung, aber jetzt geht es endlich weiter
    -Der-dessen-Name-ihn-nicht-nennen-möchte!"

ROLLENLISTE:

Eric Großfürst (15): geht regelmäßig zu Sitzungen bei einem Therapeuten; Grund: muss mit dem Tod von Menschen zu tun haben
Dr. Böhmer: Therapeut von Eric
Adam: Schulfreund von Eric, in den er sich später auch verliebte
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Manuela Klingenbach: ehemalige Stewardess; outete sich bei ihrem Mann als lesbisch
Irina Moustaki: Köchin aus Griechenland; Kollegin von Manuela
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Damian (20): führt eine offene Beziehung mit seinem Freund
Timo: Damians Freund; schlug seinem Freund eine Offene Beziehung vor
Marcus: Timos großer Bruder und One-Night-Stand von Damian
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Ricardo (17): ließ sich von Martin halbnackt ablichten
Martin (34): GayRomeo-Bekanntschaft von Ricardo; Fotograf
Sanchez: Gebürtiger Spanier und Model von Martin
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Florentine „Flo“ Neumann (22): Transgender; arbeitet als Servicekraft in einem Restaurant

Eric – Teil 14
„Glauben Sie, dass ich jemals über das alles hinwegkommen werde?“, fragte Eric betrübt, als er nach langer Abstinenz den Weg zu Dr. Böhmers Couch zurückgefunden hat.
„Das liegt einzig und allein an dir Eric. Der Weg ist steinig und schwer und ich kann dir lediglich meine helfende Hand reichen, um dich wohlbehalten durchzubringen.“, antwortete der Therapeut ihm.
„Ich glaube allmählich, dass ich darüber nie hinwegkommen werde.“, meinte Eric, dessen Augen feucht wurden. Die schlimmen Erinnerungen begleiteten ihn auf Schritt und Tritt und er verlor die Hoffnung, jemals wieder der Alte zu werden.
„Das alles braucht Zeit. Vor allem aber musst du dir Zeit geben, das Erlebte von damals zu verarbeiten.“, erklärte Dr. Böhmer ihm. „Stehst du denn noch in Kontakt zu deinen Mitschülern?“
„Die haben sich alle von mir abgewandt, nach dem Vorfall von damals. Meine Väter lassen mich gerade von einem Privatlehrer unterrichten, aber ich weiß nicht, wie lange sie den noch bezahlen können.“, antwortete Eric. „Ich hab das Gefühl, ich falle jedem nur noch zu Last. Meine Väter geben sich wirklich Mühe, aber auch sie können nicht die Wunde in meiner Seele behandeln.“
„Eine Seele und ein Herz zu reparieren ist nicht zu vergleichen mit einer kaputten Vase oder einer kaputten Mikrowelle.“, sagte Dr. Böhmer. „Eine Vase kann man kleben und eine Mikrowelle im Notfall einfach austauschen, aber das Herz und die Seele eines Menschen sind weitaus zerbrechlicher und es bleiben immer Narben zurück, aber auch die verblassen mit der Zeit, wenngleich sie auch immer da sein werden und dich dein Leben lang begleiten werden.“
„Und was soll ich dann ihrer Meinung nach tun?“, fragte Eric nach.
„Dir helfen lassen. Nicht nur von mir, auch von deinen Vätern, aber dazu benötigt es deine Mithilfe.“, antwortete Dr. Böhmer. „In unserer letzten Sitzung, die leider unterbrochen wurde, wolltest du mir erzählen, wann du Adam die Wahrheit über deine wahren Gefühle gebeichtet hast.“
Eric nickte. „Ja wollte ich… und genau in diesem Teil kommt nun Levin ins Spiel.“

Manuela – Teil 18
Manuela wandte sich zur Küchentür, aus der der Schrei kam, als auch schon die neue Köchin Irina Moustaki mit wütendem Blick aus der Küche kam und ins Büro des Chefs stampfte. Einer der zwei jungen Köche, die ihr vorhin galant die Tür aufhielten, grinste ihr hinterher. Der ältere Mann, der Manuela in ihre Arbeit einwies, fragte: „Was hast du jetzt schon wieder angestellt?“
„Sie hat mich gefragt, ob ich die Soße zu scharf finde, da hab ich nur gesagt, dass das einzig scharfe sie hier sei.“, antwortete der junge Koch. Manuela rollte innerlich mit den Augen. Was für eine plumpe Anmache und deswegen der ganze Aufstand? „Na gut, ich hab ihr zusätzlich auch noch in den Hintern gekniffen. Auch der ist scharf…!“
„Herrgott Junge, wann wirst du endlich erwachsen?!“, rief der ältere Bedienstete ihm zu und schlug ihm dabei auf den Hinterkopf, was zur Folge hatte, dass dem Koch die Mütze zu Boden fiel. „Nur weil der Chef dein Onkel von dem Restaurant hier ist, brauchst du nicht glauben, dass du dir hier alles erlauben kannst.“
„Ach seien sie doch still, sie alter Knauser.“, erwiderte der Koch nun genervt.
Manuela hatte genug gehört und widmete sich wieder ihrer Arbeit, als sie in den Augenwinkeln sah, wie Florentine Neumann mit feuchten Augen im Gesicht auf die Toilette rannte. So sah ab sofort ihr neuer Berufsalltag aus und Manuela freute sich bereits jetzt auf den Feierabend.

Ricardo – Teil 17
Dass bei Gayromeo auch ein paar Kunden von Martin herumschwirren, hätte sich Ricardo eigentlich auch denken können. Nun hat ihn eben einer dieser Kunden von den Fotos wiedererkannt. Ein Mann, Mitte vierzig, schrieb Ricardo, wie toll seine Fotos geworden sind: „Du wirkst auf deinen Bildern sehr natürlich. Martin war schon immer ein sehr guter Fotograf, aber er beweist auch ein sehr gutes Händchen bei seiner Auswahl der Models…“
Ricardo tippte in die Tasten und antwortete zurück. So entstand eine kleine Unterhaltung mit dem Mann, der unerwartet nett zu sein schien. „Genaugenommen hat sich das nur zufällig ergeben, aber danke!“ Die Komplimente über seine Fotos machten Ricardo verlegen, aber das war nichts im Vergleich zu dem, was er fühlte, als der Mann auf die Fotos mit ihm und Sanchez zu sprechen kam.
„Mein persönliches Highlight waren aber deine Bilder mit dem heißen Spanier. Man die waren echt der Hammer!“, schrieb der Mann, der auf den Usernamen „Unicorn-70“ hörte.
Ricardo musste unweigerlich schmunzeln und bekam bei den Gedanken an Sanchez bereits wieder einen Ständer. Dies erübrigte sich allerdings auch schnell wieder, als er daran dachte, dass Sanchez wieder in Spanien war und er seitdem keinen Kontakt mehr mit ihm gehabt hatte.
In der Zwischenzeit unterhielt er sich mit Unicorn-70 fleißig weiter: „Kennen Sie Martin persönlich?“
„Nicht direkt, nur per E-Mail.“, schrieb der Mann zurück und weiter: „Um ehrlich zu sein, wollte ich ihm mal ein paar Models für meine Transaktionen abwerben.“
„Sind sie Unternehmer einer Modelagentur?“, fragte Ricardo weiter nach, dessen Interesse damit geweckt wurde.
Es dauerte ein paar Minuten, bis Unicorn-70 ihm antwortete. Ricardo dachte schon, der Mann sei offline gegangen, aber offensichtlich hat er an einer längeren Antwort gefeilt: „Nein. Ich hoffe du verurteilst mich jetzt nicht, wenn ich dir das erzähle, aber ich drehe Pornofilme! Nicht das mich das geil machen würde, ich verdiene einfach nur meinen Lebensunterhalt damit. Die Jungs die für mich drehen, kriegen gar nicht mit, wenn ich mit im Raum bin. Ich verfolge dabei auch gar keine Hintergedanken, also denk bitte nicht, dass ich ein perverser Lustmolch sei! Ich rechtfertige mich deshalb, weil das immer gleich alle denken, wenn ich ihnen sage, was ich beruflich mache. Dabei glaubst du gar nicht, was ich mir schon alles anhören musste. Hinterher gucken sich dann aber doch alle meine Videos an. Nun ja, ich muss jetzt auch weiter machen mit meiner Arbeit. Ein Video zurecht schneiden. Wenn ich dich jetzt nicht abgeschreckt habe, dann würde ich mich freuen, wenn wir wieder einmal miteinander schreiben würden. PS: Ich könnte dich mir gut in einer meiner Videos vorstellen!“

Damian – Teil 18
Timo schaltete den Fernseher aus, stand von der Couch auf und ging auf Damian zu. Ehe sich Damian versah, küsste sein Freund ihn heiß und innig. Erst als er sich wieder von ihm löste, konnte er nach dem Grund dafür fragen: „Weil ich dich einfach abgöttisch liebe und zu dieser dummen Idee mit der Offenen Beziehung überredet habe.“, erklärte Timo sein Handeln. „Ich will nur mit dir zusammen sein und mit keinem anderen!“
Das war der Auslöser, der auch Damians Herz wieder neu entfachte und ihn dazu verleitete, seinen Freund ebenfalls zu küssen. Vor einer Minute hatte er noch geglaubt, dass von ihrer Liebe zueinander von früher nichts mehr übrig sei, aber zum Glück hatte er sich geirrt. Sie war noch immer da und auch wenn es seltsam klang, es fühlte sich wie ein Neuanfang an.
Damian legte seine Arme um Timo und fühlte die Wärme seines Körpers. Der Wunsch ihn nie mehr loszulassen, war so groß wie nie. Timo schien denselben Gedanken zu haben. Auch er legte seine Arme um Damian und hob ihn sachte hoch, als wäre er leicht wie eine Feder. Timo war nicht der muskulöse Typ, aber er war sehr groß, gute zwei Meter, und da war es für ihn natürlich ein Leichtes, den ein Meter fünfundachtzig großen Damian hochzuheben und ihn zugleich ins Schlafzimmer bis zum Bett zu tragen, wo er ihn schließlich auf den Rücken warf und sich über ihn abstütze.
Was folgte war eine heiße Liebesnacht, bei der die Beiden alles um sich herum vergaßen. Dies war der erste Sex seit Wochen und es fühlte sich genauso schön und leidenschaftlich an wie früher. Sie sich unentwegt weiter, während sie oberkörperfrei im Bett lagen und sich gegenseitig zärtlich über die Haut streichelten. Damian hatte vergessen, wie schön es sich anfühlte, seine Hände über Timos zarte Haut fahren zu lassen und gleichzeitig seine Zunge in seinem Mund zu spüren. Was er aber nicht vergessen hatte, war wie gut sein Freund untenrum ausgestattet war. Jetzt gab es für Beide kein Halten mehr und kurz darauf lagen beide komplett nackt im Bett. Timo hörte auf Damian zu küssen und warf ihn auf den Bauch. Dabei grinste er lustvoll und kannte kein Halten mehr. Es war ein wildes, leidenschaftliches und romantisches Abenteuer, bis zu jenem Moment, als Damian wohl der bislang größte Fehler widerfuhr: „Hm ja, das fühlt sich toll an, Marcus!“

45 --- Jannik (Teil 17), Damian (Teil 19), Eric (Teil 15) & Ricardo (Teil 18) !
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Re: Queer durchs Leben

Beitragvon ritteruni » 11 Okt 2017, 14:13

Hui da fängt es für Damian so gut an und dann das hier. Ayayay daraus wird es ein großes Drama ergeben.

Sonst alles gut geschrieben wie immer. :-)

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Re: Queer durchs Leben

Beitragvon Skystar » 12 Okt 2017, 20:36

Guten Abend zusammen und danke ritteruni für dein Lob :)
Fast hätte ich es vergessen, aber es gab ja noch eine Verbindung, wenn auch nur sehr indirekt: Damian und Jannik! Könnte sein, dass ihr jetzt denkt "Häh, wann war das?". Wie gesagt, es war indirekt. Ihr erinnert euch sicherlich noch daran, wie Jannik beinahe von einem Auto angefahren wurde und er nur mit heiler Haut davon kam, weil Herr Kronthaler ihn zur Seite zog (siehe Kapitel 20). In Kapitel 35 waren Damian und Timo mit dem Auto zu Marcus unterwegs und da erzählte Timo ganz beiläufig von einem wild gewordenen Raser, der unschuldige Passanten anfährt. Zufall? Wohl kaum. An dieser Stelle sei gesagt, dass die Geschichte um den Autofahrer noch nicht zu Ende ist! :wink:

Nun noch ein völlig anderes Thema: Wir nähern uns Kapitel 50 und für dieses hab ich mir etwas ganz besonderes für euch einfallen lassen. Zum einen wird es in diesem Kapitel gleich 5 Geschichten geben und zum anderen startet in Kapitel 50 das Finale von "Queer durchs Leben", denn die ersten Geschichten werden auf die Spitze getrieben. Es wird spannend, romantisch und dramatisch! Also lassen wir es krachen! :flag:

45 ----------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------

    "Habt ihr beim *hust* Sex *hust* mit eurem Freund schon einmal den Namen eines anderen Jungen genannt? Wenn ja, wie ist das ausgegangen? Damian ist genau dies passiert. Hinzu kommt, dass es auch noch der Bruder seines Freundes war, mit dem er zuvor Sex hatte. Das bietet Konfliktpotenzial ohne Ende und man darf gespannt sein, wie Damian´s Geschichte enden wird. Mit Marcus oder mit Timo an seiner Seite? Oder gar mit beiden oder keinem?! Irgendwie muss ich gerade an Leon, Max und Zack aus "Die Kunst der Magie" denken. Nun ja, es gibt aber auch noch drei andere Geschichten in diesem Kapitel: Eric beim Therapeuten, Janniks Schwärmerei für den Referendar und Ricardo - der ein unmoralisches Angebot erhält.

    Einen schönen Donnerstagabend, wünscht euch
    -Der-dessen-Name-ihn-nicht-nennen-möchte!"

ROLLENLISTE:

Jannik (15): Schüler, der von dem neuen Referendar schwärmt
Herr Kronthaler: der neue Referendar an Janniks Schule
Herr Meier: Klassenlehrer von Jannik
-
Eric Großfürst (15): geht regelmäßig zu Sitzungen bei einem Therapeuten; Grund: muss mit dem Tod von Menschen zu tun haben
Dr. Böhmer: Therapeut von Eric
Adam: Schulfreund von Eric, in den er glaubte, sich verliebt zu haben
Levin: Schulfreund von Eric; in den er sich sofort verliebte
-
Damian (20): führt eine offene Beziehung mit seinem Freund
Timo: Damians Freund; schlug seinem Freund eine Offene Beziehung vor
Marcus: Timos großer Bruder und One-Night-Stand von Damian
-
Ricardo (17): hatte Sex, während er dabei fotografiert wurde


Jannik – Teil 17
Jannik saß an seinem Schreibtisch bei sich Zuhause und arbeitete an seinen Mathe-Hausaufgaben. Doch seit gut einer halben Stunde ging nichts mehr vorwärts, da Jannik bei einer Aufgabe einfach nicht mehr weiter wusste. Er rechnete, schrieb mit seinem Bleistift Zahlen in sein Heft und radierte sie kurz darauf wieder weg, weil er wusste, dass dies falsch war. Ihm standen die Haare zu Berge, so genervt war er von den Aufgaben, die Herr Meier ihnen auftrug. Irgendwann hatte Jannik einfach keine Lust mehr und warf den Bleistift auf den Schreibtisch. Er lehnte sich in seinem Stuhl zurück, schloss seine Augen und wollte die Zahlen vergessen, die in seinem Kopf herumschwirrten. Doch irgendwie konnte er sich nicht so recht davon befreien, bis er an Herrn Kronthaler dachte. Noch immer hatte er Gefühle für den Referendar und er himmelte ihn heimlich an. Heute trug Herr Kronthaler eine besonders enganliegende Hose, die seinen Hintern gut zur Geltung brachte. Die Augen aller Mädchen in seiner Klasse waren nur auf Herrn Kronthaler gerichtet. Niemand ahnte, dass auch Jannik ein Auge auf den jungen Referendar geworfen hatte und wenn es nach ihm ginge, dann sollte das auch so bleiben! Nicht auszudenken, was passieren würde, wenn jemand dahinter käme. Er wäre das Gespött der Klasse, nein, der ganzen Schule!
Während Jannik über all dies nachdachte, kritzelte er völlig unterbewusst eine Zeichnung in sein Matheheft. Erst nach einer ganzen Weile, sah er, was er soeben getan hat. Ein rotes Herz mit den Flügeln eines Engels und einem großen K in der Mitte. Offensichtlicher konnte es kaum noch sein. Da fiel Jannik ein, dass er gar nicht Herrn Kronthalers Vornamen kannte. Ob er ihn mal danach fragen sollte? Oder ging das bereits zu weit? Er wollte keinesfalls in seine Privatsphäre einbrechen. Jannik schüttelte den Kopf, nahm sich den Radiergummi zur Hand und legte ihn beim Herz im Heft an.

Damian – Teil 19
„Hm ja, das fühlt sich toll an, Marcus!“
„Was hast du da gerade gesagt?“, fragte Timo seinen Freund und hielt sofort inne.
Damian, der seine Augen geschlossen hatte und sich seiner Sehnsucht hingab, schlug mit einem Mal die Augen auf. Erst jetzt wurde ihm bewusst, was er soeben von sich gegeben hatte. Die Lage war mehr als peinlich – sie war katastrophal! „Ich äh… weiß nicht…“
„Du hast soeben den Namen meines Bruders genannt.“, sagte Timo mit geschocktem Gesichtsausdruck, während er sich immer mehr zurückzog.
„Nein, hab ich nicht.“, log Damian, der nicht wusste, was er tun sollte.
„Und jetzt lügst du mich an?“, fragte Timo, der aus dem Bett stieg und sich seine Boxershorts wieder anzog. „Hast du etwa Gefühle für meinen Bruder?“
„Nein!“, entgegnete Damian sofort und etwas lauter. „Ich weiß nicht wieso ich seinen Namen gesagt habe. Vermutlich musste ich noch an unseren letzten gemeinsamen Nachmittag denken.“
„Also gibst du zu, dass du seinen Namen gesagt hast.“, entgegnete Timo daraufhin.
„Ich… ich…“ Der Druck, der nun auf Damian lastete war zu groß und Damian konnte dem nicht mehr länger standhalten und platzte mit der ganzen Wahrheit raus: „Also schön, ich hatte Sex mit Marcus, aber das war bevor du ihn mir als deinen Bruder vorgestellt hast. Ich kannte ihn damals noch gar nicht und wusste nicht, dass er dein Bruder ist und er wusste nicht, dass ich dein Freund bin!“
Timos Augen wurden immer größer und der Schock stand ihm ins Gesicht geschrieben. Er sagte kein Wort und ließ sich zurück aufs Bett fallen, wo er zunächst sitzen blieb und sich die Hände vors Gesicht schlug. Damian fühlte sich etwas leichter, nachdem die Wahrheit endlich draußen war, aber ebenso tat es ihm in der Seele weh, seinen Freund nun so zu sehen. Er hatte das schließlich nie gewollt. Das alles war eine Verkettung unglücklicher Zufälle. „Wieso hast du es mir nicht eher gesagt?“, fragte Timo ihn schließlich nach mehreren Minuten des Schweigens.
„Weiß nicht. Aus Angst, dass du mich verlassen könntest? Weil es mir peinlich war und weil ich nicht wollte, dass du auf mich oder deinen Bruder wütend bist?“, erklärte Damian ihm selber ein wenig überfordert. Damian setzte sich zu seinem Freund auf die Kante des Bettes und beide schwiegen sich daraufhin erneut an. Keiner schien zu wissen, wie es nun weiter gehen sollte.

Eric – Teil 15
„Levin kam neu an unsere Schule. Seine Eltern waren aus den Niederlanden zu uns hergezogen, er konnte aber bereits perfekt Deutsch, da er auch hier in Deutschland aufgewachsen war.“, erzählte Eric, während seiner Sitzung bei Dr. Böhmer. „Levin…, er war so ziemlich das genaue Gegenteil von Adam. Adam war dunkelhaarig, Levin hingegen strohblond. Adam war gut ausgewachsen, Levin hingegen etwas schmächtiger und kleiner, aber sein Lächeln… es brachte Eisberge zum schmelzen – und es eroberte mein Herz im Sturm. Da ich meiner Gefühle für Adam lange Zeit nicht bewusst war, glaubte ich nicht an die Liebe auf den ersten Blick, bis Levin in mein Leben trat. Das mag jetzt wie ein albernes Märchen der Gebrüder Grimm klingen, aber Levin war mein kleiner Prinz, der die Sonne in mein Leben zurückbrachte. Ich hatte nur Dunkelheit vor Augen, aber mit ihm schien alles so einfach zu sein. Zunächst näherten wir uns nur ganz langsam an. Ich gebe zu, ich war ein wenig schüchtern und aufgrund von Adam auch ein wenig voreingenommen meinen Gefühlen für Levin gegenüber, aber ich konnte mich ihnen nicht verwehren und bereits nach einer Woche, küsste ich Levin. Wir hatten uns fürs Kino verabredet. Adam war an jenem Abend mit seinen Eltern zu einer Hochzeit bei Verwandten eingeladen. Also verbrachte ich meinen Samstagabend mit Levin im Kino. Wir teilten uns auch das Popcorn, was zur Folge hatte, dass sich unsere Hände immer wieder berührten, wenn wir zum Popcorn griffen. Ich spürte ein Kribbeln in meinen Fingern und mein Herz pochte wie wild. Levin war derjenige, von dem die erste Initiative ausging, als er seinen Arm um mich legte. Als der Film zu Ende war und der Abspann lief, sahen wir uns gegenseitig in die Augen und da tat ich es einfach: Ich küsste ihn! Ob ich es damals bereut habe? Nein, bestimmt nicht! Ob ich es heute bereue? Nein, auch nicht. Aber ich bereue es, nicht reinen Tisch mit Adam gemacht zu haben, bevor das mit Levin entstand. Ich glaubte damals, im siebten Himmel zu schweben, aber in Wahrheit war ich dazu verdammt in der Hölle zu schmoren.“

Ricardo – Teil 18
„Achthundert, neunhundert, eintausend. Eintausend Euro gehören dir, wenn du bei dieser einmaligen Angelegenheit mitmachst.“, sagte der Mann, der Ricardo gegenüber auf der Couch saß und ihm ein Bündel von Hundert-Euro-Scheinen zeigte, die er stolz in seiner Hand hielt.
„S-So wenig?“, fragte Ricardo, der hoffte, dass dies nicht unfreundlich erschien.
Der Mann lächelte zaghaft. „Schon klar, dein Körper ist dir mehr wert, als diese paar lausigen Scheine. Das verstehe ich, aber mehr kann ich dir nicht geben für eine einmalige Sache. Hättest du einen Vertrag bei mir, dann sehe die Angelegenheit schon wieder anders aus, aber das hast du ja bereits von vornherein abgelehnt, wie du mir in einer Message ganz deutlich klar gemacht hast.“ Ricardo überlegte kurz, denn er wollte sich das Ganze noch einmal ganz genau durch den Kopf gehen lassen. Dem Mann schien bewusst zu sein, was in Ricardos Kopf gerade vor sich ging. „Ich kann deine Bedenken diesbezüglich sehr gut nachvollziehen. Lass dir das alles noch einmal gut durch den Kopf gehen und melde dich dann einfach wieder bei mir, wenn du eine Entscheidung getroffen hast.“
Der Mann wartete, doch Ricardo stand nicht von seinem Sitzplatz auf. Er hatte bereits Zeit, sich das alles durch den Kopf gehen zu lassen, sonst wäre er jetzt nicht hier an diesem Ort. „Ich mach´s!“
„Junge, hast du dir das auch wirklich gut überlegt?“, fragte der Mann ihn noch einmal. „Du weißt, ich würde dich wirklich sehr gerne dabei haben, aber nur, wenn du dir auch zu hundert Prozent sicher bist. Ein Pornodreh ist nicht so angenehm, wie du dir das vielleicht vorstellst.“
„Jaja, da stehen ein paar Leute um mich herum und gaffen mich an, wie ich von einem anderen Kerl gefickt werde…“, sagte Ricardo frei heraus, da er sich das bildlich gut vorstellen konnte.
Der Mann nickte. „Also bleibst du bei deiner Entscheidung?“
„Ja, ich bin dabei!“, antwortete Ricardo.
„Wunderbar! Dann Herzlich Willkommen bei „Hard Cocks & Sexy Ass“.“, sagte der Mann namens Dennis Garson, den Ricardo bei GayRomeo kennengelernt hatte und der der stolze Besitzer eines Pornostudios war. Ricardo lächelte zaghaft und hoffte, seine Entscheidung nicht zu bereuen.

46 --- Flo (Teil 16), Leonas (Teil 15), Moritz (Teil 19) & Eric (Teil 16) !
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Re: Queer durchs Leben

Beitragvon Skystar » 16 Okt 2017, 17:30

Da bin ich wieder! Heute Abend geh ich ins Kino, aber davor möchte ich euch (wer auch immer das sein mag :lol: ) noch neuen Lesestoff geben. Wie angekündigt, wird es bald das 50.Kapitel geben. Dieses wird übrigens am 31.Oktober, also genau an Halloween, veröffentlicht und nur einen Tag darauf, am 1.November (Allerheiligen) folgt das 51.Kapitel welches ebenfalls noch fünf Geschichten zu bieten hat. Danach geht es wieder mit vier Geschichten weiter bzw. langsam zu Ende...! :flag:

PS: Da Florentine und Manuela sich erst kennengelernt hatten, ist auszuschließen, dass Florentine, Manuelas Sohn Flo ist! Nur mal noch so kurz fürs Protokoll, weil ich glaube, dass das mal jemand vermutet hat.

46 ----------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------

    "Die Sonne scheint und der Herbst könnte somit nicht schöner sein. All die bunten Farben an den Bäumen..., bunt geht es auch in dieser Geschichte zu. Ein bunt zusammengewürfelter Haufen von Protagonisten, die alle mit ihren eigenen Problemen zu kämpfen haben: Jannik, der in seinen Referendar verliebt ist; Damian, der beim Sex den Namen des Bruders seines Freundes ausstößt; Flo, die in ihrer Arbeit aufgrund ihrer Geschlechtsumwandlung gemobbt wird, ... die Liste ist lang. Mobbing scheint ohnehin ein großes Thema zu sein, denn nicht nur Flo hat damit zu kämpfen. Hier entsteht eine Parallele zu Leonas, der von seinen Mitschülern aufgrund seines Körpergewichts gemobbt wird. Unschön! Immerhin ist Leonas jetzt wieder mit Kai zusammen, doch werden sie die Probleme von damals jetzt endlich anpacken? Auch Eric hat einiges aufzuarbeiten. Seine Sitzungen bei Dr. Böhmer gestalten sich wieder interessant. Nur schade, dass nach dem heutigen Kapitel wieder ein Cut erfolgt. Und was treibt Moritz unterdessen? Der bricht mal ebenso in ein Büro ein. Auweia, hoffentlich nimmt das alles ein gutes Ende... hm... bei Skystar schwer vorstellbar, zumal er gesagt hat, dass die Geschichte in der Kategorie "Drama" einzuordnen ist.

    Nichtsdestotrotz wünsche ich den 10 Protagonisten nur das Beste
    -Der-dessen-Name-ihn-nicht-nennen-möchte!"

ROLLENLISTE:

Moritz (16): Seine Eltern starben, noch vor seinem Outing; kam in ein Kinderheim
Jacob: Freund von Felix, der von Frau Brecheisen adoptiert wurde
Herr Hendricks: Betreuer des Kinderheims
-
Eric Großfürst (15): geht regelmäßig zu Sitzungen bei einem Therapeuten; Grund: muss mit dem Tod von Menschen zu tun haben
Dr. Böhmer: Therapeut von Eric
Adam: Schulfreund von Eric, in den er glaubte, sich verliebt zu haben
Levin: Schulfreund von Eric; in den er sich sofort verliebte
-
Manuela Klingenbach: ehemalige Stewardess; outete sich bei ihrem Mann als lesbisch
-
Leonas: Leicht übergewichtig; ehemaliger heimlicher Freund von Kai
Kai: Anführer einer Schulclique; ehemaliger heimlicher Freund von Leonas
-
Florentine „Flo“ Neumann (22): Transgender; arbeitet als Servicekraft in einem Restaurant
Alexander: Junger Mann, den Flo auf der Straße kennenlernte


Flo – Teil 16
Flo ging still ihrer Arbeit nach und wechselte mit ihren Kollegen kaum ein Wort, außer es ging um die Bestellungen der Restaurant-Gäste. Sie hatte das ständige Gefühl, von allen beobachtet zu werden. Wie sich herausstellte, war der Chef sehr offen und ehrlich zu seinen Angestellten, weshalb er sie bereits im Vorfeld darauf hinwies, was Flo war. Flo war zwar deswegen keineswegs sauer auf ihren Chef, denn früher oder später wäre es ohnehin rausgekommen, aber sie hatte es satt, ständig zu hören, WAS sie war. Sie war ein Mensch und kein Cyborg, auf dessen Gefühle man herumtrampeln konnte. Lediglich in Manuela Klingenbach schien sie eine verständnisvolle Zuhörerin gefunden zu haben. Wären diese Unterstützung und das Geld nicht, welches sie in dem Restaurant verdiente, um ihre Studiengebühren zu bezahlen, dann hätte Flo den Job ganz schnell wieder gekündigt. Doch Flo wollte auch nicht klein beigeben und sich von ihren Kollegen drangsalieren lassen. Sie bewies Kampfeswillen und Durchhaltevermögen, egal wie schwarz der Tag auch zu sein schien.
„Für mich bitte den Zwiebelrostbraten und eine Weißweinschorle.“, bestellte eine Frau bei ihr.
„Und ich kriege einmal das Rumpsteak und ein Weißbier.“, bestellte ihr Ehemann bei Flo.
„Bringe ich Ihnen sofort.“, sagte Flo, die sich die Bestellung auf ihrem Zettel notierte.
Anschließend überreichte sie den Zettel einer ihrer Kolleginnen hinter der Theke, die sie nur geringschätzig ansah. „Was soll das heißen?“, fragte sie, als er den Zettel begutachtete. „Das kann man ja unmöglich lesen. So miserabel schreiben eigentlich nur Jungs…“
Plötzlich tauchte Manuela auf und zog den Zettel unter ihrer Nase weg. „Ich weiß gar nicht was du hast. Das lässt sich einwandfrei lesen. Vielleicht legst du dir mal eine Brille zu, denn offensichtlich siehst du schlechter als ein Nashorn, von denen man sagt, dass sie ein sehr schlechtes Sehvermögen besitzen.“ Das hat gesessen! Die Kollegin starrte Manuela und Flo missgelaunt an, sagte aber kein weiteres Wort und widmete sich der Bestellung.
„Danke.“, sagte Flo leise zu Manuela, die sie daraufhin freundlich anlächelte.
„Hallo Flo.“ Flo drehte sich überrascht um. Auf einmal stand Alexander hinter ihr.

Leonas – Teil 15
Leonas war glücklich. Die Tage, in denen er sich einsam und verlassen fühlte, waren zu Ende, denn nun war Kai wieder an seiner Seite. Die Frage, ob er ihm zu schnell verziehen hat, stellte sich ihm gar nicht. Leonas war sich seiner Körperstatur bewusst und ein Gedanke ließ ihn nie los: So einen gutaussehenden Freund wie Kai würde er nie mehr wieder bekommen. Ein oberflächlicher Gedanke? Auf jeden Fall, aber Leonas Selbstwertgefühl hatte auch enorme Risse bekommen. Die Sticheleien seiner Mitschüler, die zum Teil unter die Gürtellinie gingen, setzten ihm mehr zu, als er sich selber eingestand. Wenn er sich im Spiegel betrachtete, hasste er das Bild, welches er sah. Wenn er sich auf die Waage stellte, dann meldete sich sein schlechtes Gewissen. Kai merkte zwar oft an, dass er ihn so liebte wie er war und das es nicht nur auf das Aussehen, sondern auch auf die Persönlichkeit ankam, aber Leonas Selbstwertgefühl war schon soweit zerstört, dass diese Worte im Nichts verhallten.
„Hey Leonas, hörst du mir überhaupt zu?“, fragte Kai seinen Freund, als sie sich wieder einmal heimlich bei Leonas Zuhause trafen. Seine Eltern legten heute einen Wellnesstag ein, bei denen Leonas sie nicht begleiten wollte – wieder aufgrund seiner Körperstatur, obwohl er sich einredete, dass Kai der Grund sei, da er sich so natürlich mit ihm treffen konnte. Kai wollte sich noch immer nicht bei seiner Familie und seinen Freunden outen und so ging das Versteckspiel erneut weiter.
„Wo bist du denn heute mit deinen Gedanken, hm?“, fragte Kai Leonas, während sie zusammen auf dem Bett saßen und Kai seinen Freund leicht von der Seite anstubste.
„Wann wirst du allen erzählen, dass du schwul bist?“, platzte es aus Leonas heraus.
Kais Mund stand leicht offen. Mit dieser Frage hatte er jetzt nicht gerechnet. „Bald.“, antwortete er.
„Bald? Das hast du mir vor ein paar Wochen schon einmal gesagt.“, sagte Leonas unzufrieden. „Wann ist denn für dich „bald“?“
„Warum drängst du mich so. Wir sind doch gerade erst wieder zusammen gekommen. Das finde ich echt nicht in Ordnung von dir.“, meinte Kai, was Leonas zutiefst erschütterte. Jetzt war er also wieder Schuld? Das Thema wurde sofort totgeschwiegen, doch Leonas konnte sich nicht von den Gedanken befreien, dass sich Kai deshalb nicht outete, weil er sich für ihn schämte.

Moritz – Teil 19
„Du weißt, dass das verboten ist, was wir hier gerade machen?“, fragte Moritz Jacob im Flüsterton, während beide mit leisen Schritten durch die Gänge des Kinderheims schlichen. Jacob lief vorne weg, weil Moritz ein wenig Angst davor hatte, erwischt zu werden. Dennoch musste Moritz ihm den Weg weisen. Den Weg zum Büro von Herr Hendricks, in das sie jetzt einbrechen wollten. Es war kurz nach Mitternacht und alles schlief. Es war dunkel in den Gängen und nur an wenigen Stellen brannte ein kleines Licht, jedoch sehr gedämpft.
„Verboten ist doch gut. Das bringt den nötigen Adrenalinkick mit ins Spiel.“, meinte Jacob, während er unaufhaltsam voranschritt, nachdem Moritz ihm sagte, dass er um die nächste Ecke biegen musste.
„Und was wenn wir erwischt werden? Die könnten mich rauswerfen!“, meinte Moritz besorgt.
„Ach Quatsch! Die werfen doch keinen Jungen raus, der keine Eltern mehr hat…“ Noch im selben Moment als Jacob das sagte, wusste er, dass er einen Fehler beging. Moritz war stehen geblieben und blickte Jacob erschrocken und traurig zugleich an. „Hey Mann, tut mir Leid.“, entschuldigte sich Jacob, sich seines Fehlers bewusst. „Das war dumm und unsensibel von mir…“
„Ja war es und ich trete dir gleich in den Allerwertesten.“, entgegnete Moritz.
„Verdient hätte ich es…“, gab sich Jacob reumütig.
„Nicht deswegen du Idiot! Geh weiter, oder wir werden wirklich noch erwischt!“, erklärte Moritz ihm, woraufhin die Beiden ihren Weg zum Büro fortsetzten. Es grenzte an ein Wunder, dass sie nicht erwischt wurden, aber schließlich schafften sie es zu ihrem Ziel, ohne entdeckt zu werden. „Wie gedenkst du eigentlich, dort hinein zu kommen?“, fragte Moritz seinen Komplizen, während er sich selbst dafür schlagen könnte, ihm diese Frage nicht schon eher gestellt zu haben.
„Ach, ich kenn da ein paar Tricks.“, meinte Jacob, während sie vor der Tür standen.
„Du willst mir jetzt aber nicht weismachen, du hättest rein zufällig eine Haarnadel in deiner Hosentasche, die auch noch reinzufällig die Tür aufsperrt, wie es uns in Filmen immer weisgemacht wird.“, sagte Moritz mit hochgezogenen Augenbrauen.
„Pff…, sehe ich etwa so aus? Wer braucht schon eine Haarnadel, wenn er die Kreditkarte seines Vaters bei sich hat?!“ Jacob zog voller Stolz eine Kreditkarte aus seiner Hosentasche.
Moritz runzelte mit der Stirn. „Wieso trägst du die Kreditkarte deines Vaters bei dir?“
„Och, die hab ich ihm vorgestern aus dem Portmonee stibitzt.“, erklärte Jacob ihm, diesmal ohne auch nur die geringsten Anzeichen von Reue zu zeigen. Und plötzlich stellte sich Moritz eine Frage: Wer war Jacob überhaupt?

Eric – Teil 16
„Als ich Levin geküsst hatte, vergas ich alles um mich herum, unter anderem auch Adam. Ich hab sogar vergessen, dass der Film zu Ende war und wir eigentlich das Kino hätten verlassen müssen.“, erzählte Eric unaufhaltsam weiter, während Dr. Böhmer ihm aufmerksam zuhörte. Es schien fast so, als hätte Eric endlich den Mut und die nötige Kraft gefunden, die ganze Geschichte zu erzählen. Sein Therapeut wollte es demnach partout vermeiden, ihn zu unterbrechen. „Inzwischen war schon die Putzkolonne aufgetaucht, um die Sessel vom Popcorn zu befreien. Wir wurden dann gebeten, den Saal zu verlassen, doch der schöne Abend war damit noch längst nicht zu Ende.“ In Eric´s Gesicht zeichnete sich ein Lächeln ab. Die Erinnerung an damals stimmte ihn glücklich. „Es war bereits dunkel und Levin und ich spazierten durch die Stadt, Hand in Hand, und sprachen über Gott und die Welt. Ich glaub mit keiner anderen Person hab ich mich jemals so gut unterhalten, wie an diesem Abend mit Levin. Eigentlich hätte ich um Zehne Zuhause sein müssen, aber ich vergaß die Zeit um mich herum, denn mit Levin fühlte sich jede Sekunde wie die Ewigkeit an. Irgendwann sah ich dann aber doch auf die Uhr und musste mich schweren Herzens von ihm trennen – aber nicht ohne einen Abschiedskuss. Die Tage darauf trafen wir uns immer öfters und alles schien bester Dinge zu sein, wenn da nicht Adam gewesen wäre. Ich traute mich nicht, ihm zu sagen, was ich wirklich für ihn empfand, geschweige denn, dass ich mich in Levin verliebt hatte. Der größte Fehler meines Lebens! Ich hatte keine Ahnung, was das für Auswirkungen auf unser aller Leben haben würde.“
„Womit wir zum Kernpunkt deines Hierseins kommen.“, sagte Dr. Böhmer, der sich nun doch zu Wort meldete. „Eric…, ich höre dir wirklich gerne aufmerksam zu, aber wir müssen jetzt über das Wesentliche sprechen. Das, weswegen du heute hier bist.“
Eric lachte, obwohl ihm nicht danach zumute war. „Ich sollte nicht hier sein. Ich sollte tot sein!“

47 --- Nils (Teil 16), Moritz (Teil 20), Leonas (Teil 16) & Flo (Teil 17) !
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Re: Queer durchs Leben

Beitragvon MusaMelody » 18 Okt 2017, 22:56

So, ich melde mich auch mal wieder. Meine Ausbildung und der Stress haben mich leider in der Hand...
Habe mir jetzt die letzten Kapitel angeschaut.
Der arme Damian, mal läuft es ganz gut, und dann kommt das mit Marcus raus. Mannoman. xD
Ich glaube, in Flo und Manuela haben sich 2 Freundinnen gefunden und das freut mich sehr für die beiden, die es davor nicht einfach hatten.
Bei Ricardo wird's auch spannend, frage mich wie der Pornodreh für ihn wird. Und bei Moritz und Jacob erst....

Werde versuchen, wieder aktiver mitzulesen!
LG :)
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Re: Queer durchs Leben

Beitragvon Skystar » 19 Okt 2017, 18:58

Hi MusaMelody! :) Macht nichts, dass du nicht so viel Zeit hast. Ich freu mich, wenn meine Geschichte überhaupt gelesen wird.
Magst du Damian denn am liebsten?

47 ----------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------

    "Ist noch jemand so gespannt auf das Jubiläum wie ich? Skystar hat mir versprochen, dass im und ums Jubiläum einige Geschichten ihren absoluten Höhepunkt erreichen und die Weichen fürs Finale gestellt werden. Bereits im heutigen Kapitel zeichnet sich ein wenig ab, was uns jetzt dann alles erwartet... Moritz und Jacob brechen in das Büro von Herr Hendricks ein, um mehr über Felix`Verbleib herauszufinden. Zwischen Moritz und Felix gibt es also weiterhin eine Verbindung, die momentan nur von Manuela und Flo übertroffen wird, die sich inzwischen mehrere gemeinsamen Szenen teilen. So auch heute wieder. Alexander taucht bei Flo in der Arbeit auf, was fatale Folgen am Ende haben wird! Auch die Probleme bei Leonas und Kai gehen weiter. Wird Kai sich endlich outen? Ich denke, allzu lange wird es nicht mehr dauern und dann wird es interessant zu sehen sein, ob Kai zu Leonas steht, oder nicht! Inzwischen darf Nils wieder mit seinem charmanten Bruder agieren. Ich mag die gemeinsamen Bruderszenen irgendwie sehr gerne, denn Nils scheint seinem großen Bruder wirklich wichtig zu sein.

    Liebe Grüße an alle stillen Leser
    -Der-dessen-Name-ihn-nicht-nennen-möchte!"

ROLLENLISTE:

Moritz (16): Seine Eltern starben, noch vor seinem Outing; kam in ein Kinderheim
Jacob: Freund von Felix, der von Frau Brecheisen adoptiert wurde
Herr Hendricks: Betreuer des Kinderheims
-
Manuela Klingenbach: ehemalige Stewardess; outete sich bei ihrem Mann als lesbisch
-
Nils: verliebt in Valentin, der allerdings nur eine Traumfigur zu sein scheint
Valentin: Schwarm von Nils, den er in seinen Träumen kennengelernt hat
Ralf: Nils großer Bruder
-
Leonas: Leicht übergewichtig; ehemaliger heimlicher Freund von Kai
Kai: Anführer einer Schulclique; ehemaliger heimlicher Freund von Leonas
Sarah: Beste Freundin von Leonas
-
Florentine „Flo“ Neumann (22): Transgender; arbeitet als Servicekraft in einem Restaurant
Alexander: Junger Mann, den Flo auf der Straße kennenlernte


Nils – Teil 16
Nils kletterte aus der Dusche und trocknete sich mit einem Handtuch ab, als sein Bruder an der Badezimmertür klopfte. „Hey Kleiner, bist du bald fertig. Ich muss dann auch mal rein!“
Nils band sich das Handtuch um die Hüfte und öffnete seinem Bruder anschließend die Tür. „Kannst rein, bin fertig.“, sagte er, während er sich noch schnell mit Deo einsprühte.
„Sag mal, für wen machst du dich den so hübsch?“, fragte Ralf ihn breit grinsend. „Gehst du heute Abend etwa aus? Das würde ja einem achten Weltwunder gleichen.“
„Haha, du Komiker. Reinzufällig hab ich heute tatsächlich ein Date – und zwar mit dem tollsten, bestaussehensten und umwerfesten Jungen der ganzen Stadt!“, rief Nils seinem Bruder glücklich entgegen, während er sich langsam aus dem Badezimmer zurückzog.
„Hey prima. Glückwunsch Kleiner!“, rief Ralf seinem kleinen Bruder ebenfalls glücklich zu. Er freute sich für Nils, für den er sich nur das Beste wünschte. „Hey, ich hab da eine Idee. Ich hab Mum und Dad erzählt, dass ich ihnen nächste Woche gerne meine neue Freundin vorstellen möchte. Wie wäre es, wenn du deinen Freund auch einlädst? Mum und Dad hätten sicherlich nichts dagegen. Das du auf Kerle stehst, hast du ihnen ja bereits verklickert, oder?“
Nils nickte. „Ja hab ich, aber findest du nicht, dass das noch ein bisschen früh wäre…?“
„Papperlapapp. Die sollen sich nicht so anstellen.“, sagte Ralf und winkte die Bedenken locker ab. „Das wird schon! Also abgemacht. Ich bring meine Freundin mit und du deinen Freund.“
„Oookay.“, sagte Nils etwas unsicher. „Also dann, gute Nacht!“
„Wie was? Gute Nacht?“, fragte Ralf nun irritiert.
Nils guckte seinen Bruder mit großen Augen an und wiederholte seine Aussage: „Gute Nacht!“ Danach verschwand Nils in sein Zimmer und legte sich in sein Bett zum Schlafen, um bei wieder bei Valentin sein zu können. Ralf hingegen blieb sehr verwirrt im Badezimmer zurück.

Moritz – Teil 20
„Dafür kommen wir ganz sicher in die Jugendstrafanstalt.“, meinte Moritz, als sie es geschafft hatten, in Herr Hendricks Büro einzubrechen.
„Man Moritz, du bist ja ein richtiger kleiner Schisser.“, zog Jacob ihn schmunzelnd auf, während er zugleich damit anfing, die Schubladen und Regale zu durchsuchen, um Hinweise auf Felix Verbleib herauszufinden. In einem Schrank standen unzählige Ordner, mit Daten über die Kinder in dem Heim. Zum Glück waren diese nach dem Alphabet geordnet, sonst hätten Jacob und Moritz sich schwer getan, etwas über Felix herauszufinden. So war ihnen das Glück hold und nach etwa einer viertel Stunde – die sich für Moritz aber wie eine Ewigkeit anfühlte – wurden sie fündig. „Na also.“, stieß Jacob erfreut aus, als er Felix Akte fand. „Felix Kiebitz, geboren im Jahr 2000, verlor seine Eltern mit vierzehn bei einem tragischen Autounfall. Adoptiert von Arnulf und Charlotte Brecheisen. Ja wohl, hier steht alles drin!“, rief Jacob erfreut, wohlgemerkt ein wenig zu laut. Doch ausnahmsweise störte sich Moritz nicht daran, denn als Jacob Felix` Akte laut vorlas, wurde ihm ganz flau im Magen. Felix verlor seine Eltern also ebenfalls bei einem tragischen Autounfall? Damit verband sie dasselbe Schicksal. Unweigerlich kamen Moritz die Erinnerungen an seine Eltern hoch. „Da steht auch die Adresse seiner neuen Familie drin. Oh man, dass ist ja am anderen Ende der Stadt.“
„Gut, können wir dann jetzt bitte gehen.“, brach Moritz sein Schweigen.
Jacob nickte, während er sich die Adresse mit einem Filzstift auf seinem Arm notierte. Moritz schritt schon einmal voran, doch als er das Büro verließ, traf ihn der Strahl einer Taschenlampe im Gesicht.

Leonas – Teil 16
Leonas saß im Unterricht und schrieb von der Tafel ab. Seine Augen und seine Hände waren ganz dem Unterricht gewidmet, aber seine Gedanken waren einzig und allein bei Kai. Er wollte seinen Freund natürlich zu nichts drängen, aber wenn er sich nicht bald outen würde, dann sah er ihre Beziehung erneut in Gefahr. Doch würde Leonas die Kraft aufbringen, sich von ihm zu trennen?
„Halt, da steht nicht Türkei, sondern Turkestan.“, sagte Sarah plötzlich neben ihm. Leonas blickte verwirrt in sein Heft, zur Tafel und wieder in sein Heft. Seine Freundin hatte Recht. Offenbar war er in seinen Gedanken so sehr bei Kai, dass er Türkei statt Turkestan schrieb. „Mensch Leonas, wo bist du denn schon wieder mit deinen Gedanken?“, fragte Sarah ihn.
Leonas schwieg. Er konnte ihr nicht von ihm und Kai erzählen, auch wenn er es gerne täte. Schon öfters hat er darüber nachgedacht, wie es wohl wäre, wenn er mit seiner besten Freundin über seine Beziehung sprechen könnte. Sie hätte bestimmt ein paar hilfreiche Tipps für ihn, auch wenn sie Kai nicht ausstehen konnte.
Der Tag verging und der Abend brach an. Leonas zog es vor, den Tag auf seinem Zimmer allein zu verbringen. Auf Gesellschaft hatte er heute keine Lust. Doch Kai meldete sich mit einer Nachricht bei ihm und wollte sich noch heute mit ihm treffen, also stand er auf, zog sich Schuhe und eine Jacke an und ging hinaus. Kai wartete auf ihn an ihrem geheimen Treffpunkt, einer Mountainbike-Anlage. Da heute schlechtes Wetter war, waren sie hier ganz ungestört. „Hey.“, begrüßte Kai ihn. „Danke, dass du so schnell gekommen bist. Ich hab mir Sorgen gemacht. Du warst heute so ruhig in der Schule und hast dich noch nicht einmal verabschiedet.“
„Ich bin immer ruhig in der Schule.“, warf Leonas leicht trotzig ein. „Und wieso sollte ich mich bei dir verabschieden? Um mich von deinen Kumpanen wieder anpöbeln zu lassen, wie fett ich doch sei?“
„Okay, du bist verstimmt, das verstehe ich, aber was soll ich deiner Meinung nach denn tun?“, fragte Kai ihn. „Sag es mir doch bitte Leonas.“
„Du weißt genau, was du für mich tun kannst…“, antwortete Leonas ihm.
Kai wusste daraufhin nicht mehr, was er sagen sollte. Er legte seine Arme um seinen Freund und nahm ihn in die Arme. Im Trösten war er wenigstens gut. Leonas konnte Kais Herzschlag spüren und legte seine Arme ebenfalls um seinen Freund, als ihre beiden Herzen unerwartet zum Stillstand kamen. „Das glaub ich jetzt nicht.“, sagte eine Stimme. Wie aus dem Nichts stand Sarah plötzlich vor den Beiden. Ihr Mund stand offen und ihre Augen waren groß, von dem was sie da erblickte.

Flo – Teil 17
„Verflucht noch eins, was willst du hier, Alexander?“, fragte Flo wütend.
Alexander blickte sich verwirrt um. „Das ist doch ein Restaurant und ich habe Hunger.“
„Und da kommst du ausgerechnet hierher? Stalkst du mich jetzt etwa?“, fragte Flo ihn erschüttert.
„Du meine Güte, komm mal wieder runter. Hast du vergessen, dass ich schon einmal mit dir hier war und ich hier des Öfteren herkomme?“, erwiderte Alexander nun selbst genervt. „Ich wusste nicht, dass du hier inzwischen arbeitest. Ich denke, ich werde mir jetzt mal einen Platz suchen, denn allem Anschein nach, wird man hier nicht mehr vom Personal einem Platz zugewiesen.
„Doch, doch, verständlich Sir. Verzeihen Sie bitte!“, rief Manuela, die noch immer daneben stand und alles mitangehört hatte. „Folgen Sie mir doch bitte.“
Manuela ging voran und Alexander folgte ihr. Flo blickte ihm nach. Sie glaubte nicht daran, dass er nur reinzufällig hier war, denn er hatte damals noch mitbekommen, wie sie hier nach der freien Stelle angefragt hatte. Doch wenn dem so war, was wollte er von ihr? Wollte er sie etwa noch immer zurückhaben? Er muss doch einsehen, dass er keine Chance mehr bei ihr hatte.
„Hey du. Steh hier nicht so faul in der Gegend herum und verteil die Drinks.“, sagte die Kollegin hinterm Tresen. „Du glaubst wohl, du wirst hier fürs Rumstehen und Schwatzen bezahlt…
Flo ignorierte die dumme Bemerkung ihrer Kollegin und nahm das Tablett mit den Getränken in die Hand. Alexander, der inzwischen einen Platz eingenommen hatte und von Manuela die Speisekarte überreicht bekam, winkte ihr schmunzelnd zu, was zur Folge hatte, dass Flo kurz unaufmerksam war, über die Handtasche eines Gastes stolperte und das Tablett zu Boden fiel. Das Klirren und Scheppern war im gesamten Restaurant zu hören. Flos Kollegen schüttelten lediglich den Kopf und sahen zu, wie Flo die Scherben vom Boden aufsammelte. Lediglich Manuela kam ihr zugleich zu Hilfe. Als Flo sich wieder erhob, konnte sie sehen, wie der Platz leer war, auf dem bis gerade eben Alexander noch gesessen war. Ein kalter Schauer lief ihr über den Rücken. Offenbar behielt sie Recht mit ihrer Vermutung, dass er sehr wohl wusste, dass sie hier inzwischen arbeitete.
„Entschuldige mich bitte kurz.“, sagte Flo zu Manuela und rannte verängstigt zur Toilette. Sie verriegelte die Kabine, kniete sich leicht hin und fing zu Weinen an. Flo war verzweifelt, verängstigt, aber auch wütend und traurig. Sie hatte das Gefühl, keiner würde sie wirklich verstehen. Sie wusste nicht mehr wohin mit ihren Emotionen, weshalb sie nur noch einen Ausweg sah. Sie krempelte sich die Ärmel ihres weißen Hemdes hoch, dass sie für die Arbeit trug, und zog eine Glasscherbe hervor, die sie sich vorhin beim Einsammeln in die Hosentasche gesteckt hatte. Flo begutachtete die Glasscherbe zunächst, bis sie sich die scharfe Kante in ihrem Arm schnitt.

48 --- Jannik (Teil 18), Leonas (Teil 17), Nils (Teil 17) & Moritz (Teil 21) !
(Nur noch zwei Kapitel bis zum Jubiläumskapitel!)
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Re: Queer durchs Leben

Beitragvon Skystar » 23 Okt 2017, 17:50

48 ----------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------

    "Es gibt sehr spannende und es gibt weniger spannende Geschichten (um nicht zu sagen langweilige). Flo ihre gehörte für mich persönlich in letztere Kategorie, aber der Cliffhanger im letzten Kapitel hat sie dann doch wieder spannend werden lassen. Flo hat also begonnen sich zu ritzen - es sei denn natürlich, sie hat im letzten Moment doch davon abgelassen, was wir nur noch nicht wissen. Das wiederum fände ich aber schade, da ihre Storyline so endlich mal wieder einen spannenden Impuls erhält. Ob Flo sich nun wirklich geritzt hat oder nicht, bleibt abzuwarten, da sie heute nicht auftaucht. Es geht aber nicht minder spannend weiter. Nils lädt Valentin zu dem geplanten Familienessen ein, Jannik wagt einen weiteren Schritt auf Herrn Kronthaler zu und Moritz muss zittern, dass er und Jacob bei ihrem Einbruch in Herr Hendricks Büro erwischt wurden. Am spannendsten dürfte es aber sein, wie Sarah darauf reagiert, dass ihr bester Freund mit dem Jungen zusammen ist, den sie abgrundtief hasst, eben weil dieser Junge ihren besten Freund in der Schule immer disst. Hoffentlich kommen am Ende alle unbeschadet davon...

    Neue Woche, neues Glück, viel Spaß beim Lesen, Stück für Stück
    -Der-dessen-Name-ihn-nicht-nennen-möchte!"

ROLLENLISTE:

Moritz (16): Seine Eltern starben, noch vor seinem Outing; kam in ein Kinderheim
Jacob: Freund von Felix, der von Frau Brecheisen adoptiert wurde
Lara: Waisenkind; bezeichnet sich selbst als vorlaut und direkt
Herr Hendricks: Betreuer des Kinderheims
-
Jannik (15): Schüler, der von dem neuen Referendar schwärmt
Herr Kronthaler: der neue Referendar an Janniks Schule
-
Nils: verliebt in Valentin, der allerdings nur eine Traumfigur zu sein scheint
Valentin: Schwarm von Nils, den er in seinen Träumen kennengelernt hat
Ralf: Nils großer Bruder
-
Leonas: Leicht übergewichtig; heimlicher Freund von Kai
Kai: Anführer einer Schulclique; heimlicher Freund von Leonas
Sarah: Beste Freundin von Leonas


Jannik – Teil 18
„Verdammt, das ist doch zum Haare ausreißen!“, rief Jannik extralaut, als er an der Matheaufgabe arbeitete, dessen Lösung er zwar kannte, es aber absichtlich falsch ausrechnete. Jannik fuhr sich mit den Händen durch seine Haare, um noch verzweifelter zu auszusehen und sein Plan ging zugleich auf: Herr Kronthaler bemerkte Janniks Verzweiflung, von der er nicht wusste, dass sie nur gespielt war, und eilte zu ihm, um ihm bei der Matheaufgabe zu helfen.
„Wo liegt denn das Problem?“, fragte er, als er leicht in die Hocke ging und sich Janniks bisherigen Rechnungsweg ansah. Dabei fiel Jannik erneut auf, wie groß Herr Kronthaler eigentlich war. Er war eben ein ausgewachsener Mann, aber immer noch sehr jung und unverschämt gutaussehend.
„Ich krieg das einfach nicht hin, Herr Kronthaler. Egal, wie sehr ich mich auch anstrenge.“, erzählte Jannik dem Referendar jammernd. „Wenn das so weiter geht, werde ich in der nächsten Prüfung totsicher eine Sechs schreiben. Könnten sie mir nicht ein wenig Nachhilfe geben?“
Die Frage, ob die Bitte nach Nachhilfe unverschämt sein könnte, stellte sich Jannik erst gar nicht. Gestern Abend hatte er folgenden Entschluss gefasst: Sein Herz wird nicht aufhören zu pochen und egal ob richtig oder falsch, er wollte mutig sein und aufs Ganze gehen. Er wollte überprüfen, ob Herr Kronthaler eventuell ebenfalls Gefühle für ihn hatte, so wahnwitzig das auch klingen mag.
„Hm…, jetzt lass uns erstmal sehen, ob du das nicht doch noch hinkriegst.“, meinte Herr Kronthaler.
„Wenn Sie mir helfen bestimmt.“, sagte Jannik und lächelte Herr Kronthaler dabei schmeichelnd an. Zu seiner Freude, reagierte Herr Kronthaler darauf, indem er leicht rot im Gesicht wurde. Jannik´s Plan schien Früchte zu tragen. Jetzt gab es für ihn erst recht kein Halten mehr.

Leonas – Teil 17
„Sa-Sarah, du hier, ich… also wir…, was machst du hier?“, fragte Leonas seine Freundin überrascht. Er und Kai waren aufgeflogen, was auch Kai zur Kenntnis nahm, der sofort einen Meter Abstand von Leonas nahm. Leonas Augen waren zwar auf Sarah gerichtet, aber er nahm dennoch Kenntnis davon, was ihn unfreiwillig traurig stimmte, obwohl Kais Reaktion vorhersehbar war.
„Ich bin dir gefolgt, du Dussel!“, antwortete Sarah ihrem Freund schockiert und wütend. „Du verhältst dich seit Wochen eigenartig und da du mir immer ausweichst, wenn ich dich nach dem Grund frage, wollte ich der Sache selber nachgehen. Ich hab zwar geahnt, dass dein seltsames Verhalten etwas mit Kai zu tun haben muss – TürKEI lässt grüßen – aber eher aufgrund des Mobbings und nicht DESWEGEN! Was muss ich da sehen? Ihr umarmt euch freundschaftlich? Seid ihr etwa Freunde? Wieso weiß ich davon nichts?“ Sarah schien zunehmend verwirrt zu sein, doch schien sie nicht die ganze Wahrheit zu kennen. „Wieso bist du mit jemanden befreundet, der dich den ganzen Tag in der Schule disst? Was für eine kranke Scheiße läuft hier eigentlich ab?!“
Leonas blickte Hilfe suchend zu Kai, der ganz bleich im Gesicht war und sich im Hintergrund bedeckt hielt. Vermutlich auch besser so, denn Sarah fuchtelte fuchsteufelswild mit ihren Armen rum, als würde sie ihm am liebsten jeden Knochen einzeln brechen. „Wir sollten es ihr sagen – alles!“, meinte Leonas schließlich, doch Kai schüttelte zaudernd den Kopf. „Ich muss Kai, bitte! Sie ist meine beste Freundin!“, flehte Leonas ihn nun an, der die Wahrheit nicht mehr länger verbergen konnte.
„Oha, beste Freundin? Ich bin mich nicht sicher, ob wir das noch sind.“, sagte Sarah mit erhobenen Zeigefinger. Sie war nicht nur wütend, sondern auch sichtlich enttäuscht.
„Hm na gut, aber trotzdem solltest du wissen, dass Kai und ich mehr als nur Freunde sind.“, sagte Leonas, woraufhin Sarah ihre Augen zusammenzog. „Ich liebe Kai und er liebt mich!“ Endlich hatte Leonas die ganze Wahrheit ausgesprochen und es fühlte sich wie ein Befreiungsschlag an.
Sarah jedoch fielen beinahe die Augäpfel aus dem Kopf. „Oh wo ist ein Fels, ich muss mich setzen.“, sagte sie und suchte fieberhaft nach einer Sitzmöglichkeit. „Ich glaube, jetzt ist mir schlecht.“
Leonas verzog leicht die Mundwinkel, während Kai wieder einen Schritt näher an ihn herantrat und seine Hand auf Leonas Schulter legte. Dafür war Leonas sehr dankbar, aber vor allem freute es ihn, dass Kai nicht wieder die Flucht ergriff. Doch was würde jetzt geschehen?

Nils – Teil 17
„Ralf möchte unseren Eltern seine Freundin vorstellen und zeitgleich meinen Freund kennenlernen. Ich finde das ist gar keine so schlechte Idee. Meine Eltern haben bislang noch an jeder Freundin meines Bruders was auszusetzen gehabt. Wenn Ralf also ihnen seine Freundin vorstellt, dann stehst du nicht so sehr im Mittelpunkt.“, sagte Nils, der Valentin über das geplante Essen informierte.
„Was ist aber, wenn ich gerne im Mittelpunkt stehe?“, fragte Valentin bittersüß, während er seinen Arm um Nils legte und anfing, ihn leidenschaftlich zu küssen.
Nach dem Kuss sagte Nils zu ihm: „Wenn das so ist, dann werde ich meinen Eltern erzählen, wie gut du im Küssen bist. Das wird sie umhauen!“
„Definitiv.“, stimmte Valentin zu und beide fingen zu lachen an.
„Also kommst du zum Essen?“, harkte Nils nach, bevor er sich wieder von ihm verabschiedete.
„Ich werde da sein.“, antwortete Valentin, ehe Nils seine Augen öffnete. Für ihn fühlte es sich jedoch so an, als wäre er nach Hause und irgendwann ins Bett gegangen. Er war sehr froh darüber, dass Valentin zu dem Essen zugesagt hatte und hoffte sehr, dass seine Familie ihn mochte.
Als er am Nachmittag auf seinen Bruder traf, überbrachte er ihm zugleich glücklich die Nachricht. „Valentin kommt, aber wehe du bist nicht lieb zu ihm.“
„Hey, ich bin so lieb wie ein Teddybär, außer man knuddelt mich zu fest, dann könnte es passieren, dass ich mich unwohl fühle und werde zum Monsterbär!“, rief Ralf seinem kleinen Bruder lachend zu. Anschließend bereiteten sich beide auf das geplante Essen für heute Abend vor, während ihre Mutter bereits in der Küche stand und Gemüse schnippelte, um ein vorzügliches Menü vorzubereiten. Keiner ahnte, dass der Abend für so manche Überraschung sorgen würde!

Moritz – Teil 21
Moritz rutschte vor Schreck beinahe sein Herz in die Hose. Eine Taschenlampe blendete ihn, so dass er mit seinen Augen zunächst nicht erkennen konnte, wer vor ihm stand. Tatsache war jedoch, dass sie erwischt worden waren und ihnen nun sicherlich Ärger drohte. Moritz und Jacob hatten sich nicht nur unerlaubten Zutritt zum Büro von Herr Hendricks verschafft, Moritz hatte auch noch einen fremden Jungen Zutritt ins Kinderheim gewährt.
Doch das Glück war auf ihrer Seite. Moritz erholte sich von dem Schreck, als er sah, wer vor ihm stand. Es war Lara! „Was treibst du hier mitten in der Nacht?“, fragte sie, als sie das Licht ihrer Taschenlampe von seinem Gesicht abwandte und gegen eine Wand leuchtete.
„Oh äh, hi Lara.“, reagierte Moritz perplex, als auch schon Jacob den Flur betrat.
„Wer ist das? Jedenfalls keiner aus dem Kinderheim.“, stellte Lara fest, als sie Jacob erblickte.
„Guten Abend Gnädigste.“, begrüßte Jacob sie ganz ungeniert und galant, während er so tat, als würde er seinen Hut vor ihr ziehen. „Verzeihen Sie, aber Sie haben uns bei unserem gemeinsamen Rendezvous gestört.“
„Daaas im Büro von Herr Hendricks stattfand?“, fragte Lara skeptisch. Offenbar fand sie den Austragungsort des Rendezvous ungewöhnlicher, als dass es zwei Jungs waren, die es vollzogen. „Na wie auch immer. Keine Sorge, ich verpetz euch nicht, wenn ihr es auch nicht tut.“
„Dich verpetzen?“, fragte Moritz sie nun.
„Genau. Ich hatte noch Heißhunger auf einen Joghurt. Da hab ich mich heimlich in die Küche geschlichen, um einen zu stibitzen und zu vernaschen.“, erklärte Lara sich.
„Keine Sorge Gnädigste, unsere Münder sind versiegelt, wie ein Tresor auf einer Bank.“
„Na da kann ich ja beruhigt zu Bett gehen. Gute Nacht!“, sagte Lara, die zugleich wieder verschwand.
Moritz blickte ihr nach wie vor perplex hinterher. Hatte es dieses Aufeinandertreffen gerade wirklich gegeben? „Los gehen wir. Bevor wir doch noch erwischt werden.“, sagte Jacob und die Zwei eilten leise zurück auf Moritz Zimmer. „Oh man, dass sollten wir irgendwann einmal wiederholen.“
„Danke, aber ich kann gut und gerne drauf verzichten.“, sagte Moritz, dessen Herz noch immer schneller schlug, von der Anspannung der letzten Minuten. „Was planst du nun als nächstes?“
„Ist das nicht sonnenklar?“ Jacob blickte Moritz verdutzt an und zeigte ihm daraufhin die Adresse, die er sich auf seinem Arm notiert hat. „Ich gehe dorthin und hole Felix zurück!“

49 --- Jannik (Teil 19), Nils (Teil 18), Felix (Teil 20) & Damian (Teil 20) !
(Nur noch ein Kapitel bis zum Jubiläumskapitel!)
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Re: Queer durchs Leben

Beitragvon Skystar » 26 Okt 2017, 18:09

Ja da bin ich wieder und zurzeit schreibe ich mit Feuereifer an dieser Geschichte, deren einzelnen Handlungen langsam de Ende entgegen gehen. Das sieht nicht danach aus? Nun die Geschichten werden vielleicht nicht allesamt ein "Happy End" erhalten. Manche davon, bekommen gar ein offenes Ende, bei denen ihr euch später selber Gedanken dazu machen könnt. Die erste der zehn Geschichten, die wohl zu Ende gehen wird, ist die von... ach nein, dass verrate ich jetzt doch noch nicht :P . Viel Spaß beim Lesen - auch an die stillen Leser! :flag:

49 ----------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------

    "Na da sind Moritz und Jacob beim letzten Mal ja noch einmal mit heiler Haut davon gekommen. Jetzt wissen sie endlich, wo sie Felix finden können und es stellt sich nur noch eine Frage: WANN werden die einzelnen Figuren, sprich Moritz, Jacob und Felix (wieder) aufeinanderprallen? An der Hochzeit? Bereits vorher? Mit Spannung sehe ich diese Konstellation herbei, doch zuvor geht es bei den anderen Geschichten turbulent zu. Nils..., mein armer kleiner Nils, was tust du dir da nur an?! Du hast nicht ernsthaft Valentin zu einem Dinner eingeladen, zu dem er gar nicht erscheinen kann, weil er ja nicht existiert! Wann begreifst du das endlich? Ich ahne schlimmes... gerade im Bezug auf das bevorstehende Jubiläum. Weniger schlimmes erwate ich hingegen bei Jannik, wobei es mich doch ein wenig überrascht, wie sehr er nun in die Offensive geht. Baggert er jetzt allen ernstes seinen Lehrer an? Nun ich will nicht den Teufel an die Wand malen, aber im Grunde genommen kann das doch nur nach hinten losgehen, auch wenn viele vielleicht der Meinung sind, dass das "süß" wäre. Naja mal abwarten, was uns auch hier im bevorstehenden Jubiläumskapitel erwartet. Nicht vergessen sollten wir Damian, der in einem Dilemma seinesgleichen steckt. Für wen wird er sich am Ende entscheiden? Für Timo oder für Marcus? Die These, dass am Ende alle Drei leer ausgehen, besteht nach wie vor. Ich bin noch ein wenig unsicher, was Skystar hier vor hat...

    Bei mir kribbelt´s im Bauch, wenn ich an die Entwicklungen der einzelnen Geschichte denke
    -Der-dessen-Name-ihn-nicht-nennen-möchte!"

ROLLENLISTE:

Jannik Schuster (15): Schüler, der von dem neuen Referendar schwärmt
Herr Kronthaler: der neue Referendar an Janniks Schule
Frau Schuster: Janniks Mutter
-
Damian (20): führt eine offene Beziehung mit seinem Freund
Timo: Damians Freund; schlug seinem Freund eine Offene Beziehung vor
Marcus: Timos großer Bruder und One-Night-Stand von Damian
-
Nils: verliebt in Valentin, der allerdings nur eine Traumfigur zu sein scheint
Valentin: Schwarm von Nils, den er in seinen Träumen kennengelernt hat
Ralf: Nils großer Bruder
-
Felix Brecheisen (17): lebte in einem Kinderheim, bis Frau Brecheisen ihn adoptierte
Lucas Brecheisen(15): wohlhabend aufgewachsen; ziemlich vorlaut und frech
Charlotte Brecheisen: Französin; adoptierte Felix ohne ihn näher kennenzulernen
Clément: Butler der Familie Brecheisen


Jannik – Teil 19
Jannik hätte es für unmöglich gehalten, wenn er es nicht selbst erlebt hätte. Der Mann, für den er bereits seit Wochen schwärmte, erklärte sich dazu bereit, ihm Nachhilfe zu geben. Nicht die Art von Nachhilfe, die sich jetzt jeder dachte. Es geht hier ausschließlich um die schulischen Leistungen… naja fast jedenfalls. „ Ha-Hallo Herr Kronthaler.“, begrüßte Jannik den Referendar, als dieser am vereinbarten Nachmittag vor seiner Haustür stand. Jannik konnte es noch immer kaum glauben, dass Herr Kronthaler just in diesem Augenblick sein Haus betrat und er ganz mit ihm allein war.
„Darf ich Ihnen etwas zum Trinken anbieten, Herr Kronthaler?“, fragte Janniks Mutter ungeniert, als sie den Lehrer ihres Sohnes zur Begrüßung die Hand reichte und ihm einen Platz am Küchentisch anbot. Oh, sagte ich gerade, dass Jannik allein mit Herr Kronthaler war? Nun ja… fast zumindest!
„Mum.“, sagte Jannik. Er wollte nicht unhöflich erscheinen, aber in seinen Augen war gerade eine Person zu viel in der Küche anwesend. „Mum, wolltest du heute nicht zu Großvater fahren?“
„Ja, will ich immer noch, aber warum die Eile? Willst du mich loswerden?“, entgegnete Janniks Mutter, der die Anspannung und Nervosität ihres Sohnes nicht entgangen war. Wüsste sie jedoch, dass ihr Sohn Gefühle für seinen Lehrer, wenn dieser auch noch sehr jung war, entwickelt hatte, dann würde sie ihn keinesfalls mit ihm allein lassen. „Na gut, ich fahr jetzt.“, sagte sie nachgiebig. „Dann könnt ihr ungestört lernen. Es ist wirklich ausgesprochen nett von Ihnen Herr Kronthaler, dass sie ihre Freizeit für meinen Sohn opfern. Er ist wirklich ein kluger Junge, nur manchmal etwas unbeholfen und unsicher. Ach und wenn Sie mit Mathematik fertig sind, könnten Sie ihm vielleicht noch ein wenig bei Physik weiterhelfen?“ Jannik schloss die Augen und wünschte, seine Mutter würde endlich gehen. „Im Übrigen ist ihr weißes Hemd wirklich lupenrein. Könnten Sie ihre Frau fragen, welches Waschpulver sie bevorzugt? Die Hemden meines Mannes werden nie so sauber!“
„Mum, bitte!“, rief Jannik, dem die Situation sichtlich peinlich wurde.
Herr Kronthaler jedoch schien sehr vergnügt zu sein und Gefallen an Janniks Mutter gefunden zu haben. „Tut mir Leid Frau Schuster, aber ich bin alleinstehend.“
„Ist nicht wahr. Ein Mann, der so fabelhaft aussieht wie Sie?!“, gab Janniks Mutter überrascht von sich. Jannik beugte sich nach vorne und schlug seinen Kopf auf die Tischplatte. So hatte er sich den Nachmittag ganz sicherlich nicht vorgestellt. Es sollte leider auch noch fünf Minuten so weiter gehen, ehe seine Mutter doch endlich aus dem Haus war. Immerhin ein Gutes hatte die ganze Situation von gerade eben: Jannik wusste jetzt, dass Herr Kronthaler definitiv keine Freundin hatte!

Nils – Teil 18
Nils fieberte dem Abend ungeduldig entgegen. Es sollte der erste Abend sein, an dem sein Bruder seine neue Freundin der Familie vorstellte. Ebenso war es aber auch der erste Abend, an dem Nils einen Jungen zu sich nach Hause einlud und ihn ebenfalls seiner Familie als Freund vorstellte. Nils hoffte nur, dass nichts schief ging, aber vor allem hoffte er, dass seine Familie, allen voran sein großer Bruder, Valentin mochte.
Nils stand noch im Badezimmer und richtete sich her, als er das Auto seines Bruders in der Einfahrt vorfahren hörte. Wie es sich nämlich für einen Gentleman gehörte, hatte er seine Freundin von zu Hause abgeholt. Kurz darauf hörte er die Haustür ins Schloss fallen und seine Mutter lauthals jubeln. „Oh, es ist so schön, dass wir uns endlich einmal kennenlernen. Mein Ralfi hat uns schon so viel von dir erzählt. Für mich? Oh Dankeschön, das ist aber sehr lieb von dir! Kommt rein, kommt rein, dass Essen ist in wenigen Minuten fertig.“ Ralfi. Na da freute sich sein großer Bruder bestimmt darüber, dass ihre Mutter ihn in Anwesenheit seiner neuen Freundin so nannte. Typisch Mütter!
Nils war schließlich für das bevorstehende Dinner gewappnet und begab sich langsam nach unten. Ralf hatte sich mit seiner Freundin ins Wohnzimmer zurückgezogen, wo auch ihr Vater Bekanntschaft mit der neuen Freundin machte. Nils warf einen kurzen Blick in die Küche. Auf dem Herd stand ein Topf, aus dem es köchelte. Der Tisch war gedeckt und seine Mutter war gerade dabei, ein Strauß bunter Blumen in eine Vase zu stecken und diese anschließend auf den Fenstersims zu stellen. Die Blumen musste sie von Ralfs neuer Freundin erhalten haben. Ob Valentin auch etwas mitbringt? Er selber hatte gar nicht daran gedacht. Einen guten ersten Eindruck hinterließ das bestimmt.
Nils sah auf die Uhr. Valentin sollte auch langsam hier sein. Nils beschloss, vor der Haustür auf ihn zu warten, doch als er die Straße rauf und runter sah, konnte er ihn nicht erspähen. „Hey kleiner Bruder. Darf ich dir meine Freundin vorstellen?“ Ralf stand plötzlich mit seiner Freundin hinter Nils. „Oho wow, du hast dich aber sehr fein rausgeputzt. Mein lieber Schwan!“, stellte Ralf fest, als er Nils mit Anzug und Fliege erspähte. Dazu top gestyltes Haar und der angenehme Duft nach Pfirsich. „Nils das ist meine Freundin Sarah. Sarah, das ist mein kleiner Bruder Nils.“
Nils reichte der Freundin seines Bruders die Hand, doch kam er nicht umhin zu glauben, dass er sie bereits irgendwo einmal gesehen hatte. Sein Blick schien ihn zu verraten, denn Sarah sprach ihn darauf an. „Wir kennen uns im Grunde genommen sogar schon.“
Ralf schien sich gar nicht weiter daran zu stören. Stattdessen sagte er: „Man Nils, ich hoffe dein Valentin weiß zu schätzen, was er an dir hat.“ Nils lächelte, doch ein weiterer Blick zur Uhr gab ihm Anlass zur Sorge, dass Valentin zu spät kam.

Felix – Teil 20
„Ausgezeichnet! Blendend! Der Anzug sitzt wirklich maßgeschneidert.“, sagte Charlotte Brecheisen stolz, als Felix den Anzug für die bevorstehende Hochzeit anprobierte. Es war ein weiß schimmernder Anzug mit schwarzer Krawatte. In der Hose zwickte es ein wenig, aber sonst fand sich Felix selbst ausgesprochen ansehnlich, was ihn selber überraschte. Er betrachtete sich im Spiegel und kam nicht umhin zuzugeben, dass der Anzug ihm gut stand. Sein schwarzes Haar und seine dunkelblauen Augen harmonierten ausgesprochen gut mit dem Anzug. „Du wirst einen zauberhaften Bräutigam abgeben.“, meinte Frau Brecheisen entzückt.
„Ja…, danke für den Anzug.“, sagte Felix doch leicht beschämt, weil die Familie Brecheisen so viel Geld für ihn ausgab.
„Madam.“ Butler Clément betrat den Saal. „Die Floristin wäre soeben eingetroffen.“
„Wunderbar!“, rief Frau Brecheisen fröhlich. „Felix, sei bitte so gut und zieh den Anzug dann wieder aus. Wir wollen schließlich nicht, dass er irgendwelche Flecken abbekommt. Ich muss zur Floristin, um mich mit ihr über die Blumengestecke auf der Hochzeit zu unterhalten.“
Frau Brecheisen und Clément verließen den Saal wieder und Felix betrachtete sich noch ein letztes Mal im Spiegel. Von dem Jungen aus dem Waisenhaus war optisch betrachtet nicht mehr viel übrig. Schließlich zog Felix den Anzug wieder aus und gerade als er lediglich in seiner Unterwäsche im Saal stand, öffnete sich die Tür aufs Neue und Lucas betrat pfeifend den Raum. „Uuuh, sexy, sexy!“
„Sehr witzig. Hast du schon einmal was von Anklopfen gehört?“, fragte Felix ihn genervt.
Lucas rollte mit den Augen und ignorierte die Frage. „Kaum zu glauben, dass du bei der ganzen Schmierenkomödie mitmachst. Dir ist schon bewusst, dass meine Eltern dich nur deshalb adoptiert haben, weil sie nicht wollen, dass ich einen Jungen heirate. Du warst der einzige schwule Junge in dem Kinderheim. Sobald die Hochzeit aber vorüber ist, werden sie dich abstoßen, wie einen räudigen Hund. Vertrag hin oder her. Meine Eltern finden einen Weg.“
„Danke für dieses beschauliche Bild in meinem Kopf.“, gab Felix ironisch zurück. „Du sagtest, deine Eltern wollen nicht, dass du einen Jungen heiratest? Da stellt sich mir aber die Frage, ob du nicht dennoch auch schwul bist und dir deine Eltern es nur verbieten, so zu sein, wie du bist.“ Felix blickte Lucas eindringlich an. Seine Worte brachten Lucas leicht aus der Fassung.

Damian – Teil 20
Seitdem Damian seinem Freund die ganze Wahrheit über ihn und seinen Bruder erzählt hatte, herrschte eisernes Schweigen zwischen den Beiden. Es hatte zwar nicht den Anschein, als wäre Timo sauer oder enttäuscht, aber Damian blieb es nicht verborgen, dass sein Freund ihm aus dem Weg ging. Das jedoch bereitete Damian fast noch mehr Sorgen. Er hätte es verstanden, wenn Timo wütend sei und ihn angeschrien hätte, dass er jetzt aber so gar kein Wort mehr mit ihm wechselte, passte rein gar nicht zu ihm. Timo war im Grunde genommen ein Mensch, der immer gerade heraus sagte, was er dachte und fühlte. Ein „Guten Morgen“ und „Es ist noch Kaffee für dich in der Kanne“ war jedoch das höchste der Gefühle an Worten, die er momentan an Damian richtete.
Nach einer Woche hatte Damian von dem Schweigen aber genug und er beschloss, die Stille selber zu durchbrechen. Timo saß gerade auf dem Balkon und las ein Buch, als Damian sich zu ihm gesellte und ihn die Frage aller Fragen stellte: „Willst du, dass wir uns trennen?“
Zuerst glaubte Damian, dass Timo ihn weiterhin ignorierte, weil dieser keinerlei Reaktion zeigte, aber dann sah Timo doch noch von seinem Buch auf und blickte Damian mit einem Blick an, den er nicht zuordnen konnte. Seine Augen waren nicht vor Hass, Wut, Schmerz oder Enttäuschung erfüllt. Sie wirkten eher sorgenvoll. „Willst du denn, dass wir uns trennen?“, gab Timo die Frage zurück.
„Eigentlich hab ich dich das als erstes gefragt, aber gut, wenn du den Spieß umdrehen willst, dann lass ich das über mich ergehen.“, sagte Damian betrübt. „Ich gehöre eigentlich nicht zu denjenigen, die bei der erstbesten Beziehungskrise mit dem anderen Schluss machen. Nur in unserem Fall dauert diese Krise nun schon längere Zeit an, auch wenn ich mir das lange nicht eingestehen wollte.“
„Du sprichst von unserer offenen Beziehung?“, harkte Timo nach und legte sein Buch nun ganz zur Seite. „Ich hab befürchtet, dass das für einen Riss zwischen uns gesorgt hat. Das war mein Fehler!“
„Naja, ganz unschuldig bin ich ja auch nicht. Ich war schließlich damit einverstanden.“, meinte Damian, um die ganze Schuld nicht bei Timo abzuwälzen.
Timo beugte sich nach vorne und Damian konnte nun einen bitteren Schmerz in seinen Augen erkennen. „Es spielt keine Rolle, wer Schuld an was trägt. Das einzige was eine Rolle spielt, ist was du empfindest.“ Damian blickte seinen Freund verwirrt an. Also wurde dieser etwas präziser. „Liebst du mich noch genauso wie früher, oder liebst du nunmehr jemand anderen – nämlich meinen Bruder?!“

50 --- Eric (Teil 17), Felix (Teil 21), Damian (Teil 21), Jannik (Teil 20) & Nils (Teil 19) !
(Das große Jubiläumskapitel an Halloween :flag: !)
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Re: Queer durchs Leben

Beitragvon ArokhsSohn » 28 Okt 2017, 03:09

An den derzeit hellsten Stern am Autorenhimmel!

Es ist Freitag Nacht und die ideale Gelegenheit, dieses epische Drama am Stück zu verschlingen. Feuereifer? Absolut, das merkt man Dir wirklich an. Diese Geschichte ist ja der helle Wahnsinn, so G E N I A L !!! Durch meine lange Abwesenheit hier, hatte ich das unverschämte Glück, über paarundzwanzig Kapitel a 4 Einzelteile am Stück zu lesen und ich bin bald nicht mehr geworden. Da hatte ich regelrecht Feuereifer beim Lesen :D Ein bisschen fühl ich mich ja schon wie Nils – völlig von dieser fremden Welt in den Bann gezogen.

Ich weiß inzwischen gar nicht mehr, welchen Part ich auf den Platz Nr. 1 setzen soll, da sind so unglaublich tolle und mega spannende Teile dabei. Eine neue Folge „Game of Thrones“ oder „The Walking Dead“ könnte mich nicht mehr in Aufregung versetzen, als den Abenteuern von Nils, Jannik, Felix, Moritz und Co. zu folgen.

Gerade eben habe ich herzlichst lachen müssen, als ich durch das Moritz-Kapitel geflogen bin, wo Jacob nach dem Brief sucht:
Moritz – Teil 17 hat geschrieben:Auch das Bett wurde durchwühlt. Jacob hinterließ eine Schneise der Verwüstung. „Man, hier sieht es aber unordentlich aus.“, meinte er dann ganz frech, nachdem er Moritz Zimmer durcheinander gebracht hatte.
„Nur damit eins klar ist: Das räumst du alles wieder auf!“, entgegnete Moritz

:lol:
Ey, Du hast einen Humor bzw. ein Talent, diesen im richtigen Moment genau richtig zu bringen – das haut mich sowas von weg.

Die Geschichte erzeugt eine immense Achterbahn der Gefühle. Vom „Mitfiebern“ mit Nils, als Valentin, sein „Traumjunge“ verschwunden ist, über das neugierige Antasten zwischen Amadeus, der unerwartet sympathisch rüberkommt, und Felix, über die herrlich freizügige Entwicklung von Ricos Fotoshooting bis hin zu Janniks verträumten Schwärmereien.
Btw., die Chemie zwischen den einzelnen Hauptakteuren – wenn sie mal aufeinandertreffen – ist auch goldrichtig und lässt Funken sprühen. Wie sehr hat mir das Aufeinandertreffen von Eric und Nils oder Nils und Jannik gefallen! Aber auch andernorts stimmt die Dynamik hervorragend: Jacob und Moritz zum Beispiel, die beiden funktionieren auch wunderbar (nicht auf Beziehungsebene), wenn sie zusammen agieren; es macht unheimlich Spaß, von ihnen zu lesen (aber auch Lara hat das gewisse Etwas, die Szene im Büro des Heimleiters war göttlich ^^).

Selbst Manuelas Part, der mich zunächst nicht so recht zu überzeugen wusste, hat ganz schön Fahrt aufgenommen und macht Lust auf mehr. Lediglich mit Flos Story werde ich einfach nicht warm. Aber irgendwer muss ja das Ranking abschließen :D

Fast eine Sonderstellung nimmt weiterhin Eric ein, den noch immer ein mysteriöser Nebel von Geheimnissen umgibt. Irgendwie ist seine Geschichte so völlig anders, als die der anderen, was seine Erzählung in irgendeiner Art besonders macht. Ich kann es noch immer nicht richtig fassen, was es ist. Wo willst Du mit ihm nur hin, worauf willst Du hinaus? Ich bin sehr gespannt, was denn nun wirklich das große Problem von ihm ist!

In den letzten Kapiteln fand ich gerade das Dilemma von Leonas und Kai sehr interessant und glaubwürdig dargestellt. Natürlich fühlt Leonas sich schlecht, weil es so aussieht, als würde Kai sich für ihn schämen. Und natürlich fühlt Kai sich bedrängt, weil er Angst vor dem Outing und den damit verbundenen Reaktionen seiner Umwelt hat. Hier hilft wirklich nur Geduld (Leonas) und Mut (Kai). Wenn Kai Leonas wirklich liebt, wird er seine Unsicherheit letztendlich überwinden. Ich kann es kaum erwarten, zu sehen, ob das geschieht. Immerhin ist ein erster Anfang ja durch das ungeplante Zusammentreffen mit Sarah gemacht…

Oh Jannik, Du süßer, kleiner, verknallter Junge. Ich glaube nicht, dass das gutgehen kann, was immer er auch vorhaben mag. Aber was es auch ist, ich denke mal, im nächsten Teil kommt es auf den Tisch.

Woho, und Felix redet endlich mal Tacheles mit Lucas. Das wurde auch Zeit und beantwortet hoffentlich endlich die schon ewig im Raum stehende, unausgesprochene Frage nach Lucas‘ „Vorlieben“.

Zum Schluss noch ein Kommentar zu Nils, meinem absolut unangefochtenen Top-Favouriten in der Geschichte: Ich bin unglaublich gespannt, wie das quasi unmögliche Date ausgehen mag. Da Valentin nicht wirklich existiert, KANN es nur eine Enttäuschung geben. Sag mal, vor kurzem war Nils doch bei Erics Therapeuten zur Sitzung… Da bisher nie davon die Rede in seinen Kapiteln war, kann man davon ausgehen, dass diese Szene in der Zukunft, also nach dem zum Scheitern verurteilten Abendessen spielt? Dann bestünde für Nils ja noch Hoffnung, dass er seine Träumereien und damit sein Leben in den Griff bekommt… Auf die Gefahr hin, mich zu wiederholen: Ich bin unglaublich gespannt, wie DAS weiter bzw. ausgeht!!! Oh, und ist Ralfs Sarah die Selbe wie die Sarah bei Leonas?

Der-dessen-Name-ihn-nicht-nennen-möchte hat geschrieben:Bei mir kribbelt´s im Bauch, wenn ich an die Entwicklungen der einzelnen Geschichte denke

Das unterschreibe ich sofort!!!

Liebe Grüße und bis bald,
Arokh

PS.: Mein derzeitiges „Ranking“ (was verdammt schwer zu entscheiden ist, bei so vielen fantastischen Einzelstories):

1. Nils (unangefochten)
2. Jannik
3. Felix und Moritz (kann mich einfach nicht entscheiden)
4. Eric
5. Leonas
6. Damian
7. Ricardo
8. Manuela
9. Flo

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Re: Queer durchs Leben

Beitragvon Skystar » 30 Okt 2017, 18:40

MORGEN Abend das 50.Kapitel von "Queer durchs Leben"!
Ihr wollt nicht länger warten? Dann gibt es hier einen kleinen Vorgeschmack, der euch das Jubiläumskapitel schmackhaft machen wird - und eure Geduld eigentlich nur noch mehr auf die Probe stellen wird :D

    - „Glauben Sie an Karma, Dr. Böhmer?“, fragte Eric seinen Therapeuten. „Jegliche Handlung von uns – sei es physisch oder geistig – hat Folgen. Ich glaube das Karma ereilt jeden Menschen irgendwann.“
    - „Wenn du weiterhin vor mir davon läufst, muss ich annehmen, dass ich mit meiner Vermutung Recht behalte.“, sagte Felix und versuchte dabei möglichst gleichgültig zu wirken. In Wirklichkeit war er aber daran interessiert zu wissen, ob Lucas tatsächlich ein Faible für Jungs hatte. Doch warum wollte er das eigentlich wissen?
    - Das alles war eine Reihe von unvorhergesehenen Verkettungen, die nun dazu führten, dass Damian nicht mehr wusste, was er denken und fühlen sollte. Fühlen… Damian fuhr langsamer, denn er begriff, dass seine Entscheidung nicht auf eine Kopfsache beruhte, sondern eine Angelegenheit des Herzens war.
    - Jannik füllte das leere Glas mit Leitungswasser und begab sich zurück an den Küchentisch. Er tat so, als würde er ins Stolpern geraten und verschüttete das Glas Wasser auf Herrn Kronthalers weißem Hemd.
    - Ralf versuchte seinen Bruder zu ignorieren, was nur bedingt funktionierte. „Weißt du was ich glaube? Deinen Valentin gibt es gar nicht. Du hältst uns hier alle nur zum Narren. Du sagst du hast ein Date mit deinem Freund und gehst anschließend zu Bett? Das macht doch überhaupt gar keinen Sinn!“
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Re: Queer durchs Leben

Beitragvon ArokhsSohn » 30 Okt 2017, 20:23

Arrgghh, Sky, Du kleiner Fiesling,

da dachte ich gerade: "Oh, wow, was für eine tolle Überraschung, das Jubiläum wurde wohl vorgezogen, Gott sei Dank, die Warterei ist ja kaum auszuhalten". Und was bekomm ich von Dir? "Nur" Trailer...
:lol:

Aber ja, Wirkung erzielt - kann es jetzt noch weniger erwarten, als vorher. Vor allem auf Nils' Part bin ich seeeehr gespannt!

LG, Arokh

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Re: Queer durchs Leben

Beitragvon Skystar » 31 Okt 2017, 20:20

Herzlich Willkommen zu meinem Jubiläumskapitel! Ich hab keine Kosten und Mühen gescheut... ach stopp... Geld hab ich dafür keins ausgegeben, aber Mühe hab ich mir sehr wohl gegeben! Das 50.Kapitel läutet nämlich auch das Finale dieser Geschichte ein, welche ich noch dieses Jahr fertigstellen möchte. Ich hoffe das klappt, denn die Weihnachtsgeschichte steht auch schon langsam bevor.

Danke ArokhsSohn für dein ausführliches Feedback zu den einzelnen Geschichten. Sie als "GENIAL" zu bezeichnen, rühmt mich, wenngleich ich es auch leicht übertrieben finde, weil ich gerne ein paar Dinge anders gemacht hätte. Als Autor ist man wohl immer selbstkritischer! Aber schön, dass du inzwischen sogar Manuela´s Geschichte etwas abgewinnen kannst. Eric nimmt wirklich eine Sonderstellung ein, aber wenn die Tage dieser Geschichte gezählt sind, lass ich es in seinen Teilen so richtig krachen! Und das ist sowohl ein Versprechen, als auch eine Drohung!
Zu deiner Frage, ob Ralfs Freundin Sarah dieselbe wie Leonas beste Freundin ist: Sagen wir es mal so, eine Person mit einem ähnlichen oder gar gleichen Namen wie bei Flo und Florian (Manuelas Sohn) wird es in dieser Geschichte nicht ehr geben - also JA! Dazu kommt aber noch bald was...
Dein Ranking der Charaktere würde ich sogar so unterschreiben, aber eigentlich darf ich für keinen Charakter Partei ergreifen... :P

Schöne Halloweengrüße
Himmelsstern

50 ---------------------------------------------------------------------------------------------------JUBILÄUM !

      "Auch von mir ein herzliches Willkommen zu diesem besonderen Kapitel. Ich darf das jeweilige Kapitel ja bereits immer vorab lesen und weiß deshalb auch schon, was heute auf euch zukommt. Ich benötige auch nur zwei Wörter um all das zu beschreiben: Typisch Skystar! Zuerst macht er den Protagonisten Feuer unterm Hintern, damit die einzelnen Geschichten an Fahrt gewinnen und dann... lässt er uns auf heißen Kohlen sitzen! Heute warten teilweise die fiesesten Cliffhanger von all seinen Geschichten! Ein paar Entwicklungen waren vorhersehbar, aber sind deshalb nicht weniger spannend. Doch der Reihe nach: Los geht es heute mit Eric und in seinem kurzen Teil erfahren wir endlich, was eigentlich vorgefallen ist, dass er heute beim Therapeuten sitzt und so zerstreut ist. Danach geht es bei Felix weiter, dessen Interaktion mit Lucas heute eine andere Dimension erreicht. Unerwartet? Nicht wirklich, aber die Art und Weise lädt schon wieder zum Schmunzeln ein. Die goldene Mitte ist Damian, der sich zwischen Timo und Marcus entscheiden muss. Zugegeben, dieser Teil fällt gegenüber den anderen etwas harmlos aus, beinhaltet dennoch ein paar wichtige Informationen. Danach geht es aber richtig zur Sache: Jannik und Herr Kronthaler! Dazu muss nichts gesagt werden, lest einfach selber. Das Highlight hat sich Skystar jedoch bis zum Schluss aufgehoben: Nils! Wird Valentin doch noch zu dem Dinner erscheinen? Eigentlich unmöglich, oder hat Skystar uns am Ende alle an der Nase herumgeführt?

      Schönen schaurigen Grusel-Abend, wünscht euch
      -Der-dessen-Name-ihn-nicht-nennen-möchte!"

ROLLENLISTE:

Jannik Schuster (15): Schüler, der von dem neuen Referendar schwärmt
Herr Kronthaler: der neue Referendar an Janniks Schule
-
Eric Großfürst (16): geht regelmäßig zu Sitzungen bei einem Therapeuten; Grund: muss mit dem Tod von Menschen zu tun haben
Dr. Böhmer: Therapeut von Eric
Adam: Schulfreund von Eric, in den er glaubte, sich verliebt zu haben
-
Damian (20): führt eine offene Beziehung mit seinem Freund
Timo: Damians Freund; schlug seinem Freund eine Offene Beziehung vor
Marcus: Timos großer Bruder und One-Night-Stand von Damian
-
Nils Tannenlöh: verliebt in Valentin, der allerdings nur eine Traumfigur zu sein scheint
Valentin: Schwarm von Nils, den er in seinen Träumen kennengelernt hat
Ralf Tannenlöh: Nils großer Bruder
Sarah: Freundin von Ralf
Herr und Frau Tannenlöh: Die Eltern von Ralf und Nils
-
Felix Brecheisen (17): lebte in einem Kinderheim, bis Frau Brecheisen ihn adoptierte
Lucas Brecheisen(15): wohlhabend aufgewachsen; ziemlich vorlaut und frech


Eric – Teil 17
„Glauben Sie an Karma, Dr. Böhmer?“, fragte Eric seinen Therapeuten.
„Ja doch, ich denke schon.“, antwortete Dr. Böhmer, wenngleich auch etwas unsicher.
„Tja sehen Sie, ich auch.“, sagte Eric mit einem traurigen Lächeln. „Ich habe Adam betrogen und die Quittung dafür erhalten, sonst säße ich heute nicht hier. Jegliche Handlung von uns – sei es physisch oder geistig – hat Folgen. Ich glaube das Karma ereilt jeden Menschen irgendwann. In einem unachtsamen Moment fährt man über eine rote Ampel und am nächsten Tag wird man selber von einem Auto angefahren. Ein Mensch bricht irgendwo ein und bricht sich auf der Flucht das Bein. Zwei Kerle haben Geschlechtsverkehr ohne Kondome und haben hinterher AIDS. Die Liste ist lang und beliebig variierbar, aber aller Wahrscheinlichkeit geschehen gerade irgendwo auf diese Welt all diese Dinge. Vielleicht sogar in unmittelbarer Nähe. Mich hat das Karma ereilt und Menschen sind dabei zu Schaden gekommen. Ich werde den Tag nie vergessen. Den Tag des Amoklaufs, der mein Leben und das aller in meiner Schule für immer verändert hat.

Felix – Teil 21
Lucas stürmte aus der Villa, doch Felix folgte ihm. „Rennst du jetzt weg, weil ich Recht habe?“
„Nein, du hast Unrecht und ich renne nicht, ich gehe!“, widersprach Lucas, der sichtlich aufgewühlt über Felix Verdacht zu sein schien, dass er schwul sein könnte. Er stapfte über den Rasen, als wäre er ein Nashorn.., doch elegant wie eine Gazelle. Dies sah irrsinnig komisch in Felix Augen aus und er musste sich sehr zusammenreißen, nicht loszuprusten.
„Wenn du weiterhin vor mir davon läufst, muss ich annehmen, dass ich mit meiner Vermutung Recht behalte.“, sagte Felix und versuchte dabei möglichst gleichgültig zu wirken. In Wirklichkeit war er aber daran interessiert zu wissen, ob Lucas tatsächlich ein Faible für Jungs hatte. Doch warum wollte er das eigentlich wissen? Felix bezog es einfach auf seine Neugier.
Seine Frage schien bei Lucas einen wunden Punkt getroffen zu haben, der neben der gestutzten Hecke stehen blieb und sich zu Felix umdrehte. „Ich – bin – nicht – schwul!“
Felix fand es irgendwie knuddelig, wie Lucas reagierte und konnte nicht widerstehen, ihn damit aufzuziehen. „Und – wieso – betonst – du – das – dann – so – langsam?“ Endlich konnte Felix Lucas all die Gemeinheiten heimzahlen, die er ihm die letzten Wochen zukommen lassen hat.
„Wenn du nicht augenblicklich damit aufhörst, dich über mich lustig zu machen, dann… dann…“ Lucas drohte Felix und bohrte seinen rechten Zeigefinger in dessen Brust. Kurz darauf zog er seinen Finger jedoch zurück, als ob die körperliche Nähe ihm unangenehm wäre.
„Was dann, hm?“, fragte Felix weiterhin interessiert. „Willst du mir dann wieder Haarfärbemittel ins Shampoo mischen, oder mich auspeitschen lassen? Ich steh weil nicht so auf BDSM!“ Lucas schüttelte irritiert den Kopf und Felix fügte daraufhin hinzu. „Das ist die Bezeichnung für Leute, die eher auf härtere Dinge beim Sex stehen. Unter anderem trägt man dabei ein Halsband und…“
„Halt die Klappe, ich weiß selber was BD…“ Lucas hielt peinlichst berührt inne.
„…SM?“
„Ja genau! Ich weiß, was das ist und ich bin nicht schwul!“, schrie Lucas Felix nun an.
„Okay.“ Felix erhob ergebenst seine Hände in die Höhe. „Schade eigentlich. Du siehst sehr gut aus und bist bestimmt ein guter Küsser. Nur dein Charakter ist der eines Teufels, aber auch das kann auf den ein oder anderen Kerl sehr anziehend wirken…“ Felix wurde mit einmal Mal stumm, denn Lucas ließ das nicht auf sich sitzen und stürzte sich auf ihn.

Damian – Teil 21
Damian konnte Timo keine Antwort darauf geben, ob er sich in dessen Bruder verliebt hatte. Genauso wenig konnte er ihm eine Antwort darauf geben, ob er ihn noch genauso wie früher liebte. Er versuchte die Antwort in seinem Kopf zu finden, aber egal wie sehr er sich auch anstrengte, er kam zu keinem Ergebnis. Timo wandte sich leicht enttäuscht von ihm ab.
Damian wollte wieder einen klaren Kopf bekommen und verließ kurz darauf die Wohnung. Er setzte sich in sein Auto und fuhr los. Die Sonne ging langsam unter und die Lichter der Laternen gingen an. Während Damian ziellos durch die Stadt umherirrte, hörte er Musik aus dem Radio. Die Band „Kansas“ war jetzt gerade genau das richtige. Eine Schnulzenballade á la „Titanic“ hätte er jetzt absolut nicht vertragen. Zehn Minuten später folgten die Nachrichten aus dem Landkreis. „Achtung! Der Geisterfahrer, der unser Landkreis schon seit längerer Zeit unsicher macht, wurde heute Abend wieder gesehen. Sollten Sie Hinweise auf dessen Verbleib haben, lassen Sie es die Polizei bitte wissen. Geben Sie bitte besonders Acht, wenn Sie heute Abend zu Fuß, mit dem Auto, oder einem anderen Verkehrsmittel unterwegs sind. Trotz alledem wünschen wir Ihnen auch weiterhin eine gute Fahrt!“
Damian schaltete das Radio ab. Marcus oder Timo? Damian wusste, dass er sich entscheiden musste, auch wenn es ihm missfiel. Timo war seine erste große Liebe. Er lernte ihn bereits in der ersten Woche auf der Uni kennen und es war Liebe auf den ersten Blick – zumindest von seiner Seite aus. Timo wirkte anfangs distanziert, taute aber zunehmend auf und irgendwann schien es dann auch um ihn geschehen zu sein und die Beiden kamen zusammen. Bei Marcus wiederum was das ganz anders. Es war keine Liebe auf den ersten Blick, sondern lediglich ein One-Night-Stand. Und wäre er nicht Timos Bruder, hätten sie sich womöglich nie mehr wiedergesehen.
Doch irgendwie kam alles ganz anders. Damian hätte mit Marcus auch niemals geschlafen, hätte es die offene Beziehung nicht gegeben, die Timo ihm damals vorschlug. Das alles war eine Reihe von unvorhergesehenen Verkettungen, die nun dazu führten, dass Damian nicht mehr wusste, was er denken und fühlen sollte. Fühlen… Damian fuhr langsamer, denn er begriff, dass seine Entscheidung nicht auf eine Kopfsache beruhte, sondern eine Angelegenheit des Herzens war.
Fünfzehn Minuten später: „D-Damian.“, gab sich Marcus überrascht, als er die Tür öffnete.
„Hey Marcus.“, sagte Damian nervös. „Darf ich bitte reinkommen? Ich muss mit dir reden!“

Jannik – Teil 20
„Ich muss mich für meine Mutter entschuldigen. Sie ist normalerweise nicht so… nervtötend...“, erklärte Jannik dem Referendar, fügte aber dennoch hinzu: „… doch eigentlich schon ein wenig.“
„Du, kein Thema. Deine Mutter scheint ja wirklich eine sehr nette Frau zu sein.“, sagte Herr Kronthaler, während Jannik langsam sein Matheheft aus seiner Schultasche herauskramte. „Also wollen wir beginnen? Ich hab in einer Stunde noch einen Termin, den will ich nicht versäumen.“
„In einer Stunde schon?“, fragte Jannik verblüfft.
Herr Kronthaler lachte leicht. „Ich bin hier um dir Nachhilfe zu geben, nicht um Babysitter zu spielen.“
Diese Bemerkung stieß bei Jannik leicht säuerlich auf. „Ich bin kein Baby mehr! Ich bin schon 15!“
„Oooh, dann bist du ja schon beinahe erwachsen.“, sagte Herr Kronthaler mehr scherzhaft.
„Sie machen sich über mich lustig…“, sagte Jannik gespielt traurig, doch im Innersten fühlte er sich von Herrn Kronthaler tatsächlich nicht ernst genommen. Musste man erst achtzehn, also volljährig sein, um von den Erwachsenen ernst genommen zu werden?
Herr Kronthaler lächelte Jannik an, woraufhin dieser ihm nicht böse über seinen Scherz sein konnte. Ohnehin würde er Herrn Kronthaler vermutlich alles verzeihen, solange er in seiner Nähe bleiben konnte. Nach dem spaßigen Geplänkel gingen die Beiden zu den Matheaufgaben über. Dabei kam Herr Kronthaler Jannik so nah wie noch nie, was diesen über alle Maßen erfreute. Jannik suchte absichtlich den Körperkontakt und streifte seinen Arm gegen den von Herrn Kronthaler. Zwar glaubte er, dass dieser für einen kurzen Moment zurückzuckte, aber Herr Kronthaler rückte nur mit dem Stuhl noch etwas näher. Der kurze Anflug von Unsicherheit bei Jannik verschwand schnell wieder.
„Darf ich Ihnen noch ein Glas Wasser bringen, Herr Kronthaler?“, fragte Jannik nachdem die Stunde beinahe rum war und sie mit den Matheaufgaben auch so gut wie fertig waren.
„Danke nein, ich muss gleich los!“, antwortete Herr Kronthaler.
Doch Jannik ignorierte dessen Antwort. „Aber Sie müssen doch Durst haben. Ich schenk Ihnen noch einmal nach.“ Jannik füllte das leere Glas mit Leitungswasser und begab sich zurück an den Küchentisch. Er tat so, als würde er ins Stolpern geraten und verschüttete das Glas Wasser auf Herrn Kronthalers weißem Hemd. Zugegeben, ein durchtriebener Plan, aber der Zweck heiligte die Mittel. „Oh ich Tollpatsch. Das tut mir wirklich sehr Leid, Herr Kronthaler!“, entschuldigte sich Jannik bei seinem Referendar und holte schnell ein Geschirrtuch, mit dem er das nasse Hemd von Herrn Kronthaler zu trocknen versuchte.
„Lass doch Jannik, ist doch nur Wasser.“, sagte Herr Kronthaler mit erhobenen Händen, dem Janniks Suche nach Körperkontakt nun nicht mehr entging und in eine Abwehrhaltung überging. Er wusste genau, was auf dem Spiel stand. Doch da war es bereits zu spät. Jannik beugte sich ganz schnell vor und gab Herrn Kronthaler einen Kuss auf die Lippen.

Nils – Teil 19
Familie Tannenlöh saß am Esstisch und wartete auf den letzten Gast, der bisher noch nicht erschienen war. Nils wurde allmählich ungeduldig. Er hatte mit Valentin vereinbart, wann er hier sein musste, doch nun betrug seine Verspätung schon schlappe zwanzig Minuten.
Es war sehr still in der Küche, die nur von Ralfs knurrendem Magen unterbrochen wurde. „Boah, ich würde sagen wir fangen jetzt an. Ich hab Hunger! Außerdem wird das gute Essen kalt.“
„Lass uns doch bitte noch fünf Minuten warten.“, sagte Nils niedergeschlagen.
„Das hast du vor fünf Minuten schon gesagt und fünf Minuten vor fünf Minuten ebenso…“, entgegnete Ralf nun leicht genervt. „Kommt dein Freund nun, oder nicht.“
„Ich hab ja versucht ihn zu erreichen, aber er geht nicht ran.“, meinte Nils und hob zum Beweis sein Handy hoch.
Ralf streckte seinen Arm aus und griff nach dem Handy. Nils protestierte lauthals und es herrschte ein kurzes Handgemenge über dem Esstisch, was aber schnell von ihrem Vater unterbunden wurde. Ralf rief Valentin nun selber an, doch als es hieß, dass diese Nummer nicht belegt sei, war Ralf zunehmend verwirrt. „Sicher, dass das die richtige Nummer ist? Die existiert anscheinend gar nicht.“
Nils schnappte erneut nach seinem Handy und entriss es seinem Bruder. „Verdammt. Natürlich bin ich sicher!“, schnauzte er seinen großen Bruder an. „Er kann vermutlich nur nicht rangehen…“
„Nils, bitte mäßige deinen Ton!“, ermahnte ihn seine Mutter.
„Man Kleiner, du wirst immer sonderbarer.“, sagte Ralf kopfschüttelnd und widmete sich folgend seiner Freundin. „Los Schatz, wir fangen jetzt einfach an.“
In Nils kochte es. Er erhob sich von seinem Platz und sah seinen großen Bruder wütend an. „Du bist ein Idiot! Ich bin nicht sonderbar! Das ist Valentins Nummer. Glaub doch was du willst.“
Ralf versuchte seinen Bruder zu ignorieren, was nur bedingt funktionierte. „Weißt du was ich glaube? Deinen Valentin gibt es gar nicht. Du hältst uns hier alle nur zum Narren. Du sagst du hast ein Date mit deinem Freund und gehst anschließend zu Bett? Das macht doch überhaupt gar keinen Sinn!“ Nils hatte genug gehört. Er verließ die Küche, ja gar das Haus. Er wollte einfach nur noch weg. Ralf schüttelte bedenklich den Kopf und rannte ihm hinterher. „Jetzt bleib schon stehen!“
„Valentin existiert!“, schrie Nils, ohne sich zu seinem Bruder umzudrehen. „Es ist mir egal, was du oder alle anderen glauben. Valentin ist mein Freund und wir werden auf ewig zusammen bleiben!“ Und jetzt lass mich in Ruhe. Ich hasse dich!“, schrie Nils und rannte unbedacht auf die Straße.
„Nils, warte bitte. Es tut mir Leid.“, sagte Ralf, als er ein herannahendes Auto sah, dass direkt auf Nils zusteuerte. „Nils halt. Geh von der Straße runter!“, schrie Ralf, doch es war bereits zu spät. Das Auto traf Nils mit voller Wucht. Nils flog über die Motorhaube und landete blutend auf dem Teerbelag.

51 --- Jannik (Teil 21), Manuela (Teil 19), Damian (Teil 22), Felix (Teil 22) & Moritz (Teil 22) !
(Morgen an Allerheiligen!)
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Re: Queer durchs Leben

Beitragvon Skystar » 01 Nov 2017, 20:23

Und schon geht es weiter und wie versprochen, hat auch das 51.Kapitel noch fünf Geschichten aufzuweisen. Doch gewöhnt euch besser nicht dran, denn bereits in Kapitel 52 sind es wieder "nur" vier Geschichten.

51 ----------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------

    "Juhu da bin auch ich wieder und was hab ich mich gefreut, als es zum lang ersehnten Kuss zwischen Jannik und Herrn Kronthaler kam! Verboten? Ja, aber gerade das macht ja auch den Reiz dieser Geschichte aus. Doch irgendwie wurde das völlig nebensächlich, als Nils auf die Straße rannte und von einem Auto angefahren wurde! Bäm! Genau der Raser hat Nils an- oder überfahren, von dem auch schon im Radio die Rede war, als Damian zu Marcus unterwegs war. Genau der Raser, der auch schon einst Jannik beinahe erwischt hätte, wäre Herr Kronthaler nicht zu dessen Rettung herbei geeilt. Und ist es Zufall, dass Eric auch von einem Autounfall spricht? Naja wie auch immer... Nils hat es richtig übel erwischt, doch was noch viel schlimmer ist, wir wissen gar nicht, was jetzt mit ihm ist, denn heute geht es bei Nils nicht weiter! Schande über dich Skystar! Wenigstens gibt es noch ein paar Lichtblicke in Form von Felix und Moritz, die dieses Kapitel gehörig aufmischen und auch Manuela beehrt uns mal wieder. Nachdem sie sich von ihrem Mann getrennt hat und ihre Schwiegermutter ebenfalls losgeworden ist, darf sie sich nun noch mit ihrer Tochter auseinandersetzen... puuuh... keine Zeit zum durchatmen also.

    Bitte Skystar, lass uns über Nils Verbleib nicht zu lange im Unklaren
    -Der-dessen-Name-ihn-nicht-nennen-möchte!"

ROLLENLISTE:

Moritz (16): Seine Eltern starben, noch vor seinem Outing; kam in ein Kinderheim
Jacob: Freund von Felix, der von Frau Brecheisen adoptiert wurde
-
Jannik Schuster (15): Schüler, der von dem neuen Referendar schwärmt
Herr Kronthaler: der neue Referendar an Janniks Schule
-
Manuela Klingenbach: ehemalige Stewardess; outete sich bei ihrem Mann als lesbisch
Roland Klingenbach: Pilot; reagiert geschockt über das Outing seiner Frau
Marie Klingenbach (13): Tochter von Manuela und Roland
Irina Moustaki: Köchin aus Griechenland; Kollegin von Manuela
-
Damian (20): führt eine offene Beziehung mit seinem Freund
Timo: Damians Freund; schlug seinem Freund eine Offene Beziehung vor
Marcus: Timos großer Bruder und One-Night-Stand von Damian
-
Felix Brecheisen (17): lebte in einem Kinderheim, bis Frau Brecheisen ihn adoptierte
Lucas Brecheisen(15): wohlhabend aufgewachsen; ziemlich vorlaut und frech


Jannik – Teil 21
Jannik musste sich leicht auf Zehenspitzen stellen, um Herrn Kronthaler auf den Mund zu küssen, da dieser etwas größer und Jannik noch nicht vollends ausgewachsen war. Doch das kümmerte Jannik herzlich wenig, war er doch endlich am Ziel seiner Träume angelangt. Er küsste Herrn Kronthaler! In diesem einen – wenn auch sehr kurzen – Moment, war Jannik glücklicher denn je. Doch er sollte alsbald begreifen, dass jedes Glück nur von kurzer Dauer war.
Herr Kronthaler war es schließlich, der den Kuss abrupt abbrach. Jannik glaubte aber, nein er wusste ganz genau, dass der Referendar seinen Kuss erwiderte. Herr Kronthaler wirkte leicht blass im Gesicht und seine Augen waren so groß wie Tennisbälle. Zuerst wirkte er sprachlos, bis er doch noch ein paar Worte aus sich herausbrachte: „Das hättest du nicht tun dürfen, Jannik.“
„Warum nicht? Sie wollten es doch genauso. Geben Sie es zu!“, entgegnete Jannik verliebt lächelnd, während er keinerlei Reue empfand.
„Nein. Das wollte ich nicht…“, meinte Herr Kronthaler, der nun dabei war, das Haus zu verlassen.
„Jetzt warten Sie doch bitte!“, rief Jannik ihm in der Küche hinterher, als Herr Kronthaler schon zur Tür eilte. „Ich weiß, ein Schüler und ein Lehrer sollten nicht so eng miteinander vertraut sein. Glauben Sie, dass weiß ich nicht? Ich habe Wochen darüber nachgedacht, ob ich meinen Gefühlen Ihnen gegenüber wirklich nachgeben sollte. Ich hab mich teilweise wirklich schuldig gefühlt, aber das will ich jetzt nicht mehr. Meine Gefühle für Sie sind echt! Das ist nichts Falsches!“
„Und wie falsch das ist, Jannik.“, entgegnete Herr Kronthaler, der wütend zu sein schien, aber ob auf Jannik oder auf sich selber, war nicht so ganz klar. Vor allem aber schien er einen inneren Kampf mit sich auszufechten und Jannik wollte er ebenso wenig verletzen. „Hör bitte zu Jannik. Das was soeben vorgefallen ist, dass darf niemand erfahren! Ich bitte dich darum!“
„Ich werde es niemanden erzählen.“, sagte Jannik, der genau wusste, was für Herrn Kronthaler auf dem Spiel stand. „Aber wir werden uns doch wieder sehen oder? Nicht nur in der Schule…“ Es wirkte wie eine Drohung, die Jannik an Herrn Kronthaler richtete, aber es war gewiss nicht so gemeint.
„Ich sollte jetzt wirklich gehen. Bis dann!“ Mit diesen Worten verschwand Herr Kronthaler, der in sein Auto stieg und davon fuhr. Jannik blickte ihm traurig und enttäuscht nach.

Manuela – Teil 19
„Einmal die Tortellini alla Fragola, bitte.“, bestellte ein Gast, als Manuela dessen Bestellung aufnahm. Drei Wochen arbeitete sie nun schon in dem Restaurant und inzwischen hatte sie sich gut in alles eingearbeitet und verstand sich soweit auch mit ihren Kollegen recht gut. Nur drei Dinge bereiteten ihr Sorgen: Ihre Kollegin Flo, die von den Kollegen mehr schlecht als recht behandelt wurde. Doch heute hatte sie ihren freien Tag, weshalb es ein wenig gemächlicher im Restaurant zuging. Dann die Kooperation mit der neuen Köchin Irina Moustaki, die ständig an irgendwas auszusetzen hatte. „Sind die Nudeln für dich etwa al dente?“ Na das nenne ich mal aufs Stichwort. „Wo zur Hölle hast du Kochen gelernt? Die sind labbrig und schmecken nach nichts. Lern gefälligst kochen, du Amateur!“
Manuela schüttelte genervt den Kopf, denn Irina hörte man aus der Küche bis in den Speisesaal, wo die Gäste dinierten und bereits erschrocken den Kopf schüttelten. Manuela fragte sich ernsthaft, wie lange der Chef das noch erdulden möchte, da die ersten Gäste bereits das Restaurant verließen, kaum hatten sie sich an einem Platz gesetzt und die Speisekarte studiert. Doch das sollte weniger Manuelas Problem sein, zumal es noch eine dritte Sache gab, die ihr viel mehr Sorgen bereitete: Ihre Tochter Marie! Inzwischen waren ein paar Monate seit ihrer Trennung von Roland vergangen. Marie wandte sich enttäuscht und wütend von ihrer Mutter ab und Manuela trug stets die Hoffnung mit sich herum, dass ihre Tochter das irgendwann verstehen und ihr verzeihen würde. Pustekuchen. Seit geraumer Zeit herrschte absolute Funkstille und es schmerzte Manuela wirklich sehr, dass Marie nicht mehr mit ihr redete. Doch das sollte sich womöglich heute ändern…
„Manuela, dein Mann ist am Telefon!“, rief ihr ein Kollege hinterm Tresen zu. Manuela eilte zum Telefon und fragte sich, warum ihr Ex-Mann hier anrief. „Du weißt, dass Privatgespräche während der Arbeitszeit eigentlich verboten sind, also mach bitte schnell.“
Manuela nickte und nahm das Telefon entgegen. „Hallo Manuela. Ich hoffe, ich störe nicht allzu sehr, aber du musst mir einen Gefallen tun.“
„Was gibt es denn Roland?“, fragte Manuela neugierig.
„Die Schule hat angerufen. Offenbar ist Marie in eine Prügelei mit einem anderen Mädchen geraten. Naja was heißt Prügelei… an den Haaren ziehen, mit den Fingernägeln kratzen und so ein Zeug eben.“, sagte Roland, woraufhin Manuela ihre Stirn in Falten legte. „Jedenfalls will die Rektorin, dass einer von uns zu ihr kommt, um sich mit ihr zu unterhalten. Da ich heute allerdings nach Dubai fliege, wollte ich dich bitten, ob du nicht eventuell…“
„Natürlich. Kein Problem.“, antwortete Manuela augenblicklich, die endlich eine Chance sah, ihrer Tochter wieder etwas näher zu kommen. Was wohl der Grund für den Streit mit dem anderen Mädchen gewesen sein mag? Manuela würde der Sache auf den Grund gehen…

Damian – Teil 22
„Ich bin überrascht, dass du hergekommen bist.“, sagte Marcus, als er Damian Zutritt in seine Wohnung gewährte. „Timo hat mir erzählt, dass er von dir und mir Bescheid weiß. Ich bin zwar ein wenig erleichtert, dass die Wahrheit jetzt endlich raus ist, aber ich hätte mir dennoch gewünscht, dass du mich vorher gefragt hättest, bevor du ihm das vor den Latz knallst. Ich wusste gar nicht, wie ich mich ihm gegenüber verhalten sollte, so schuldig hab ich mich gefühlt.“
„Tut mir wirklich sehr Leid.“, entschuldigte sich Damian, als Marcus ihn ins Wohnzimmer führte und sich beide auf die Couch setzten. „Ich hab es einfach nicht mehr länger ausgehalten. Die Last war einfach zu schwer. Ich konnte das Timo einfach nicht mehr länger verheimlichen, dafür liebe ich ihn einfach immer noch viel zu sehr…“
Marcus lächelte dezent. „Obwohl er es war, der das Unheil eigentlich erst herauf beschworen hat?“ Damian blickte Marcus erschrocken an. „Komm schon, das wolltest du doch sagen oder? Mein Bruder wollte die offene Beziehung, nicht du. Manchmal kommt er schon auf selten blöde Ideen.“
„Ihm die Schuld zu geben, würde mir gar nicht in den Sinn kommen.“, meinte Damian.
„Klar, wir sind schließlich alles erwachsene Menschen und treffen unsere eigenen Entscheidungen.“, sagte Marcus. „Nur manchmal verhält sich Timo wie ein Kind, den man den Schnuller entrissen hat.“ Dieser Vergleich brachte Damian für einen kurzen Augenblick zum Lachen. „Aber es ist schön zu hören, dass du meinen Bruder noch immer so sehr liebst. Ihr habt beide Fehler gemacht, Timo ein paar mehr und umso schöner ist es zu hören, dass dein Herz noch immer für ihn schlägt.“
„Ich liebe ihn abgöttisch.“, sagte Damian, der sich bei seiner Rundfahrt durch die Stadt dessen bewusst wurde.
„Dann verstehe ich aber nicht, weshalb du zu mir gekommen bist.“, sagte Marcus bedrückt.
Damian wandte seinen Kopf zu Marcus und blickte ihn ratlos an. „Weil ich dich inzwischen ebenso sehr liebe und ja ich bin mir dessen sicher, denn ich hab wochenlang versucht, meine Gefühle für dich zu unterdrücken. Nur leider hat es nicht geklappt. Deswegen bin ich hier bei dir.
„Oh…, das ist ja eine ziemliche Scheiße jetzt.“, sagte Marcus, was Damian insofern verstand, dass dieser ebenfalls Gefühle für ihn empfand. Marcus legte seine linke Hand auf Damians rechte Schulter und tröstete ihn ein wenig. Damian hatte sich in ein Dilemma manövriert, von dem er nicht wusste, wie er daraus wieder entkommen sollte. Marcus schien es ebenso wenig zu wissen und so saßen beide einfach stillschweigend und nachdenklich nebeneinander bis spät in die Nacht auf der Couch.

Felix – Teil 22
Lucas stürzte sich auf Felix, was bei diesem zunächst einmal eine Schockstarre auslöste. Doch es kam ein wenig anders als erwartet, denn Lucas prügelte nicht auf Felix ein, wie er es dachte, sondern küsste ihn so abrupt und unerwartet, dass beide ins Gras fielen. Lucas lag auf Felix drauf und hörte nicht auf ihn zu küssen. Felix war so überrascht, dass er ihn die ganze Zeit nur mit großen Augen anstarrte. Unbegreiflich, was hier gerade geschah!
Schließlich hörte Lucas auf ihn zu küssen. Er machte aber keine Anstalten, von Felix runter zu klettern und sagte: „Und bist du immer noch der Meinung, dass der Teufel ein guter Küsser ist?!“
Felix nickte zunächst nur und das hatte seinen Grund, wie er Lucas mitteilte, als er seine Stimme wieder fand: „Ein verdammt teuflisch guter Küsser!“ Dieses Kompliment brachte Lucas zum Schmunzeln, hingegen Felix immer nervöser wurde. Eigentlich hatte er das alles nur aus Jux gesagt, um Lucas zu triezen, aber nun fühlte er sich selber wie das „Opfer“. „Ehm… wärst du dann so gut und würdest von mir runtergehen. Euer Rasen ist nicht so bequem, wie es vielleicht den Anschein hat.“
Lucas lächelte und kletterte von Felix runter. Dieser stand ebenfalls auf und klopfte sich das Gras vom Körper ab. „Eins steht fest: Du bist sehr stürmisch!“
„Du hättest mich eben nicht herausfordern dürfen.“, meinte Lucas, der nun zufrieden in die Villa zurückgehen wollte. Doch hielt er noch einmal inne und wandte sich erneut an Felix. Sein Lächeln war verschwunden und auf einmal wirkte seine Mimik eiskalt. „Das was hier gerade vorgefallen ist, bleibt aber unter uns. Wenn du meinen Eltern davon erzählst, dann macht der Teufel dir nämlich die Hölle heiß! Haben wir uns da klar und deutlich verstanden?“
Felix hatte zwar keine Angst vor Lucas, aber ein wenig eingeschüchtert war er dennoch, weshalb er erneut nickte. Lucas ging zurück in die Villa, während Felix verwirrt im Garten zurück blieb und über das soeben Vorgefallene nachdachte. Seiner Meinung nach war die ganze Familie verrückt und je schneller die Hochzeit stattfand, desto eher käme er hier raus. Er hätte nie gedacht, dass er das Kinderheim jemals so vermissen könnte... und auch seinen Freund Jacob. Was weder Felix noch Lucas jedoch wussten: Die Zwei wurden die ganze Zeit beobachtet!

Moritz – Teil 22
Moritz stand zwischen den Bäumen einer Straßenallee und wartete. Nach einiger Zeit des Wartens, lehnte er sich mit dem Rücken an einen Baumstamm und schaute sich ein wenig um. Es war Nacht und leichter Nebel zog über die Felder. Es war keinerlei Geräusch zu hören, nicht einmal das Rauschen der Blätter, oder ein Auto in der Ferne. Als ob es auf der ganzen Welt still geworden wäre.
„Verdammtes Arschloch!“ Moritz drückte sich vom Baum weg und blickte einen Weg entlang, der zu einer Villa ganz in der Nähe führte. Jacob kam diesen Weg entlang marschiert und er wirkte alles andere als glücklich. „Dieser Heuchler. Dieser Abschaum. Ich hasse ihn! Los lass uns gehen.“
Jacob schritt an Moritz vorbei, zu seinem Auto, doch Moritz wollte natürlich wissen, was passiert ist. „Was ist los? Hast du Felix angetroffen?“
Jacob funkelte Moritz böse an, wobei seine Wut selbstverständlich nicht ihm galt, sondern seinem Freund, der nun offenbar in dieser Villa lebte. „Felix war da… und er hat ´nen Neuen am Start.“
Moritz empfand tiefes Mitgefühl für Jacob, wenngleich sein Herz auch einen kleinen Hüpfer machte. „Das tut mir Leid… wirklich.“
„Danke.“, sagte Jacob. „Lass uns fahren. Ich will nur noch fort von hier. Ich fahr dich zurück ins Kinderheim und dann bin ich für immer weg.“
Diese Aussage beunruhigte Moritz. Als er zu Jacob ins Auto stieg, fragte er ihn: „Für immer weg? Was soll das heißen? Kommst du denn nicht mehr zum Kinderheim?“ Moritz stellte die Frage so, dass es nicht so aussah, als würde er es sich wünschen, dass Jacob ihn besuchen kommt. Andererseits hoffte er irgendwie, dass Jacob seine Frage richtig interpretierte.
„Sorry, aber kein Felix, kein Kinderheim mehr. Für mich hat sich die ganze Sache erledigt.“, antwortete Jacob und fuhr los. Die Antwort enttäuschte Moritz, doch er wollte Jacob nicht sagen, wie schade er es fand, dass er ihn nicht mehr besuchen kam. Fortan war er wohl auf sich alleine gestellt.

52 --- Manuela (Teil 20), Moritz (Teil 23), Leonas (Teil 18) & Ricardo (Teil 19) !
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