Queer durchs Leben

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Skystar
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Re: Queer durchs Leben

Beitragvon Skystar » 19 Dez 2017, 18:21

@GoldenStar18: Tu ich das?^^ Verweigere ich euch wirklich das Ende? Ich meine, Moritz hat sich dafür entschieden, erst einmal nicht adoptiert zu werden und Felix ist ins Kinderheim zurückgekehrt. Ende! Muss ich deren Geschichte wirklich mit einer Szene enden lassen, wo sich Jacob zwischen einen von beiden entscheiden soll? Wobei... eigentlich hat er sich doch entschieden, oder sieht das jemand anders? Klar ist die Frage, wie nun alle Beteiligten darauf reagieren werden, aber das bleibt eurer Fantasie überlassen. Ich hab nie behauptet, dass alle zehn Geschichten ein "Ende" erhalten.
Aber ich gebe zu, auf deinen bissigen Kommentar hab ich gewartet :lol: :P

@ArokhsSohn: Da warst du gestern ein Tick schneller als ich beim posten. Nun gut. Das dir Flos Part gefällt, obwohl du mit ihr nichts anzufangen wusstest, erstaunt mich ein wenig, aber gut für mich. Der schöne Twist von dem du redest, ist aber eher aus Not entstanden xD. Irina als die Raserin hinzustellen war NICHT geplant. Irina war ursprünglich nämlich als die Freundin von Ralf gedacht (Leonas Bruder) und die Leonas nicht ausstehen konnte. Jetzt war Irina aber wesentlich älter, weil ich geplant hatte, Leonas Geschichte wie die von Eric in der Zukunft spielen zu lassen, bis ich seine Geschichte doch in die Gegenwart verlegte und Ralf somit wesentlich jünger als Irina war. Das passte nicht mehr. Zudem sollte Irina für Stunk ins Manuelas Liebesleben sorgen, aber auch das verwarf ich, weshalb die Rolle quasi überflüssig war. Und bei der Geschichte mit dem Raser... nun da sollte eigentlich Lucas Brecheisen als Täter herhalten. Ein kleiner Wink mit dem Zaunpfahl waren die Rennspiele, die er mit Felix spielte, aber auch diese Idee verwarf ich irgendwann. Zum Schluss hab ich überlegt: Soll ich überhaupt noch irgendeinen Deppen (xD) finden, der als Raser enthüllt wird und da mir nichts besseres einfiel, musste Irina herhalten, aber schön das dir das gefallen hat :lol:
Und zu deiner absoluten Nr. 1: Nils hat ein Happy End erhalten ja..., wobei ich überlegt habe, seine Geschichte mit der Bruderszene enden zu lassen. Erst im nachhinein hab ich die Szene mit dem Weihnachtselfen hinzugefügt. Mir persönlich hätte ein Abschluss mit seinem Bruder gereicht, der ja irgendwie ein wichtiger Bestandteil in seinem Leben ist, aber nachdem ich ja bereits in einem Teil von Eric bekannt gab, dass Nils einen Jungen kennen gelernt hat, da wurde ich quasi gezwungen, wenigstens noch eine kleine Szene einzubauen. Wer der Junge ist bleibt offen. Er ist aber keiner der bekannten Charaktere.
Ein frohes neues Jahr wünsche ich!

Re: Queer durchs Leben

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MusaMelody
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Re: Queer durchs Leben

Beitragvon MusaMelody » 20 Dez 2017, 12:29

Die Geschichten von Nils, Flo, Moritz und Felix sind jetzt also durch.
Nils hat ja mal Glück gehabt und einen realen Typen abbekommen, verdient hat er es, auch wenn ich die ganze Zeit echt hart mit ihm war. xD
Ich muss mich, was das Ende mit Moritz und Felix betrifft, GoldenStar anschließen... hätte schon gerne gewusst, wie das am Ende aus- und weiterging. (Wie Jacob auf Felix reagiert, ob Felix im Kinderheim bleibt, wenn nicht, wohin er dann geht, wenn doch, wie das Leben da wird) Wäre cool, wenn es für die einen Anhang geben würde wie bei "Die Zugfahrt meines Lebens" x3
Flos Ende war teils überraschend (wegen Sebastian und den Gästen), aber irgendwie habe ich damit gerechnet, dass Alexander das Handwerk gelegt wird.

Freue mich schon auf die letzten 2 Teile (aber irgendwie auch nicht, weil dann deine Geschichte vorbei ist :/)!
Stay cool :flag:

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Re: Queer durchs Leben

Beitragvon Skystar » 21 Dez 2017, 11:13

Hey MusaMelody. Danke dir für dein Feedback. Einen Anhang wie bei "Die Zugfahrt meines Lebens" wird es hier nicht geben. Tut mir Leid, aber ich wüsste gar nicht, was ich da schreiben sollte. Ich persönlich finde das Ende von Moritz und Felix mehr als passend (klar, sonst hätte ich es nicht so geschrieben :D ), aber ich kann verstehen, dass ihr nicht so zufrieden damit seid.

In einem der heutigen Kapitel findet ihr aber einen Song, den ich in letzter Zeit rauf und runter gehört habe. Nicht weil ich depri gestimmt bin, sondern um mich emotional besser in die Geschichten einzufühlen. Im letzten Kapitel werde ich dann noch die anderen Songs posten, die ich mir stellenweise angehört habe, als z.B. Leonas starb, oder Nils seinen Zusammenbruch erlitt.

67 ----------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------

    "Felix liebt Jacob, Moritz lieb Jacob, Jacob liebt... Moritz und Felix? Zwar hat sich Jacob am Ende für Moritz "entschieden", aber ausgerechnet jetzt taucht Felix wieder auf. Wie es nun weiter geht, werden wir wohl nie erfahren, außer es wird irgendwann eine Fortsetzung geben. Aber ist deren Ende nun zufriedenstellend oder eher unbefriedigend, wie ein paar Leser bemängelt haben? Andere Meinungen sind herzlich Willkommen! Heute werden die Geschichten der verbliebenen Charaktere fortgesetzt: Ricardo sucht Martin auf, Damian hinterließ Timo einen Abschiedsbrief und Manuela kämpft um ihr Leben. Manuelas Geschichte endet heute und wie fast nicht anders zu erwarten, ist auch ihre Familie heute noch einmal mit von der Partie. Manuela wurde schließlich in der Schule angeschossen, aber es ist anzunehmen, dass sie nicht stirbt, schließlich gab es mit Leonas und Marcus bereits die zwei Opfer, von denen Eric einst sprach. Aber wird Manuela ein "Happy End" erhalten? Lest selbst...

    Viel Spaß beim vorletzten Kapitel!
    -Der-dessen-Name-ihn-nicht-nennen-möchte!"

ROLLENLISTE:

Manuela Klingenbach: lesbisch; hat zwei Kinder; Freundin von Andrea
Roland Klingenbach: Pilot; reagiert geschockt über das Outing seiner Frau
Marie Klingenbach (13): Tochter von Manuela und Roland
Florian Klingenbach (10): Sohn von Manuela und Roland
Andrea Kirchberger: Rektorin an Maries Schule; Manuelas Freundin
-
Damian (20): ist in seinen Freund Timo und dessen Bruder Marcus verliebt
Timo: Damians Freund; schlug seinem Freund eine offene Beziehung vor
Marcus: Timos großer Bruder und One-Night-Stand von Damian
-
Ricardo Vasquez (17): hat einen Vertrag bei einem Pornostudio unterschrieben
Martin (34): GayRomeo-Bekanntschaft von Ricardo; Fotograf
Sanchez: Gebürtiger Spanier und Model von Martin
Dennis Garson: Geschäftsführer eines Pornostudios
Rambo: Hund von Martin


Ricardo – Teil 26
Ricardo klingelte am Hauseingang und zugleich war ein Bellen aus dem Inneren des Hauses zu vernehmen. Kurz darauf hörte er auch Martin sagen. „Ruhig Rambo. Platz, na los!“ Martin öffnete die Tür und als Rambo sah, dass es Ricardo war, wurde er ganz artig. „Hallo Ricardo.“
„H-Hey…“, begrüßte Ricardo Martin leicht nervös. „Du ähm… kann ich mit dir reden?“
„Ich hab mir schon gedacht, dass du irgendwann hier aufschlägst.“, sagte Martin und wirkte zu Ricardos Überraschung nicht sehr begeistert über dessen Aufkreuzen. „Was willst du?“
„Naja… reden eben.“, antwortete Ricardo verstört. „Dieser Garson hat mich voll übern Tisch gezogen. Ich sollte eine Konventionalstrafe zahlen und…“
„Jaja, hat Sanchez mir bereits alles erzählt.“, sagte Martin und wirkte dabei recht gelangweilt. „Was hast du denn bitteschön erwartet? Das er dir um den Hals fällt, wenn du ihn ein zweites Mal im Stich lässt? Er hat dir einmal angeboten aus dem Vertrag auszusteigen. Irgendwann muss auch mal Schluss sein mit all den Nettigkeiten. Dennis Garson wird vermutlich wegen sexuellen Missbrauchs an Minderjährigen eingebuchtet, also bist du doch ohnehin fein aus dem Schneider.“
„Und du…? Es scheint so, als wärst du mir auch nicht mehr freundlich gesinnt.“, sagte Ricardo schließlich geradeheraus.
„Hör mal.“ Martin trat heraus und machte die Tür leicht zu, damit Rambo im Haus blieb. „Du bist ein wirklich netter Junge und wir hatten auch viel Spaß miteinander. Naja… im Grunde genommen wir weniger, aber du dafür mit Sanchez.“
„Der sich als richtiges Arschloch erwiesen hat.“, fügte Ricardo nebenbei hinzu.
„Wie auch immer. Ich bin zwar kein großer Fan von Dennis Garson, aber mit einem hatte er schon Recht. Irgendwann muss auch mal Schluss sein. Was glaubst du eigentlich, was ich nun für einen Ärger deinetwegen habe? Sanchez war bei Dennis Garson unter Vertrag und die Polizei hat seinen kompletten Laden auf den Kopf gestellt. Jetzt stecke ich ebenso in der Scheiße, aufgrund meiner Fotos von Minderjährigen.“
„Oh…, das haben sie also auch herausgefunden?“, fragte Ricardo verblüfft, der davon noch keinerlei Kenntnis hatte.
„Hal-lo-ho? Meine Website wurde gelöscht? Man ey, du lebst wohl nur in deiner eigenen Welt.“, sagte Martin, der nun sichtlich sauer zu sein schien. „Wie es anderen geht und was du ihnen antust, interessiert dich anscheinend gar nicht!“
„Das stimmt doch überhaupt nicht. Ich…“
Ricardo wollte sich verteidigen, doch Martin ließ ihm keine Gelegenheit dazu. „Hör auf meine Ohren mit deinem Gesülze vollzulabern und verschwinde! Ich will dich nicht mehr sehen. Verstanden? Los, hau ab, oder ich hetz Rambo doch noch auf dich.“
Ricardo wich rücklings zurück, denn nun bekam er es mit der Angst zu tun. Auch Martin hatte keinen Bock mehr auf ihn. Damit stand eines fest: Ricardo war jetzt ganz auf sich allein gestellt.

Damian (Timo) – Teil 26
Damian saß in seinem Auto. Sein Ziel: Unbekannt. Er wollte raus, raus aus der Stadt. Für wie lange, konnte er nicht sagen, aber er brauchte Zeit. Im Radio wurde gerade ein Lied gespielt, was seinen aktuellen Gemütszustand sehr gut beschrieb. Zur gleichen Zeit saß Timo auf dem Bett ihres Schlafzimmers und las den Brief durch, den Damian ihm hinterließ:
„Lieber Timo. Ich weiß, dies ist nicht der richtige Weg. Dir einen Brief zu schreiben und einfach abzuhauen, ist nicht nur feige, sondern einfach nur falsch. Momentan sehe ich mich aber nicht in der Lage, richtige Entscheidungen zu treffen. Ich hab es auch nicht geschafft, mich zwischen dir und deinem Bruder zu entscheiden. Mein Verhalten ist erbärmlich, aber vielleicht auch irgendwo nachvollziehbar. In den letzten Wochen stand unsere Welt Kopf. Unsere Beziehung… funktionierte, hatte aber auch einen entscheidenden Fehler: Wir waren noch nicht bereit dazu! Ich bin zu dem Entschluss gekommen, dass ich nicht verstanden habe, was Liebe wirklich ausmacht. Jetzt weiß ich es. Liebe bedeutet, füreinander da zu sein und die Bedürfnisse des Partners über die eigenen zu stellen. Ich glaube, dazu war ich noch nicht bereit und wenn du tief in dich hinein horchst, dann kommst du vielleicht zu demselben Entschluss bei dir. Das einzige was ich mit Gewissheit sagen kann ist, dass ich dich liebe. Doch leider liebe ich Marcus auch. Und auch auf die Gefahr hin, ein wenig selbstgefällig zu klingen, wollte ich einem von euch das Leid ersparen, seinen Bruder mit mir zu sehen. Es geht hier nicht um mich. Es geht um euch! Ihr seid Brüder und ihr liebt euch, aber eben diese Liebe sah ich in Gefahr, wenn ich mich für einen von euch beiden entschieden hätte. Ich wollte nicht derjenige sein, der euch womöglich entzweit, also hab ich mich für den schweren und doch einfacheren Weg entschieden, die Stadt zu verlassen. Hasse mich dafür, wenn du der Meinung bist, ich hätte es verdient. Ich glaube, ich hasse mich selber für mein Verhalten, aber ich hab einfach keinen anderen Ausweg gesehen, weshalb ich erst einmal ein paar Verwandte besuche. Ich kann dir nicht sagen, wann und ob ich zurückkehren werde. Es tut mir wirklich von Leid und mir vorzustellen, wie du dich dabei fühlst, wenn du diese Zeilen liest, bricht mir das Herz. Du hast das alles nicht verdient Timo. Du hast was Besseres verdient. Bitte pass gut auf dich auf… in Liebe Damian.“

Manuela – Teil 26
„Bereiten Sie schnell einen OP vor. Die Patienten hat die Blutgruppe AB negativ. Schnell, wir dürfen keine Zeit verlieren!“ Manuela befand sich in einem Wachkoma, als sie auf einer Trage ins Krankenhaus eingeliefert wurde. Sie nahm die Menschen in ihrem Umfeld wahr und dennoch war es so, als würde alles um sie herum nicht wirklich geschehen. Zwei Sanitäter, eine Krankenschwester und ein Oberarzt rollten sie auf der Trage quer durchs Krankenhaus, bis in den OP-Saal. Marie und Florian. Manuela musste an ihre Kinder denken. Wussten sie bereits, was mit ihr geschehen war? Und wie würde Roland reagieren? Was ist mit Andrea, ging es ihr gut? „Halten Sie durch. Es wird alles gut werden. Wir kümmern uns um Sie.“, meinte der Oberarzt und kurz darauf wurde Manuela unter Narkose gesetzt. Ihre Augen wurden träge. Manuela schloss sie und schlief ein.
Manuela öffnete ihre Augen nur sehr langsam wieder. Das grelle Tageslicht blendete sie. Doch als sich ihre Augen daran gewöhnt hatten, da blickte sie in die erleichterten Gesichter ihrer Kinder. „Mama!“, Florian legte behutsam seine Arme um seine Mutter. Marie hielt die Hand ihrer Mutter ganz fest und weinte. Freudentränen?
„Endlich. Endlich bist du aufgewacht.“, sagte Roland, der ebenfalls unendlich froh zu sein schien.
„I…“ Manuela versuchte zu sprechen, aber ihr Mund fühlte sich trocken an und sie brachte kein Wort aus sich heraus. „W…“
„Ganz ruhig, Schatz.“, sagte Andrea und Manuela war mehr als überrascht, sie hier gemeinsam mit ihrer Familie anzutreffen. „Es ist alles gut. Der Arzt hat gemeint, es würde einige Zeit dauern, bis du wieder alle Funktionen deines Körpers wieder einwandfrei gebrauchen kannst.“
Manuela ließ sich in ihr Kissen zurückfallen. Sie hatte so viele Fragen. „Was war geschehen? Was war mit dem Schüler, der in der Schule um sich geschossen hat? Und was wusste ihre Familie über ihre Beziehung zu Andrea. Roland schien seine Ex-Frau noch immer gut zu kennen, denn er las ihre Gedanken. „Es ist alles in Ordnung Manu. Wir wissen von dir und Andrea. Es ist alles gut!“
Roland lächelte seine Ex-Frau sanft an, doch erst als Manuela unsicher zu ihren Kindern blickte und diese ihr ebenfalls ein sanftes Lächeln schenkten, konnte sie beruhigt sein. „Wir haben dich lieb Mum.“ Diese Worte kamen aus Maries Mund. Manuela war positiv überrascht.
„Ich weiß, du hast viele Fragen.“, sagte Andrea, die sich nun über Manuela beugte und ihr zärtlich durchs Gesicht streichelte. „Wie schon gesagt. Es ist alles gut. Dennoch können wir dir einen kleinen Schock nicht ersparen.“ Andrea hielt kurz inne und blickte zu Roland, der zustimmend nickte. „Manu…, du hast ganze sieben Monate im Koma gelegen!“

68 --- Damian (Teil 27), Jannik (Teil 25), Ricardo (Teil 27) & Eric (Teil 22) !
(Das Finale von "Queer durchs Leben" !)
Ein frohes neues Jahr wünsche ich!

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Re: Queer durchs Leben

Beitragvon GoldenStar18 » 22 Dez 2017, 10:01

Zeit für eine Fan Theorie:

So wie Erics Geschichte in der Zukunft spielt, spielt die von Ricardo in der Vergangenheit. Nachdem sein echter Name jetzt für immer im Internet mit der Porno Industrie in Verbindung sreht und sein Leben um ihn her zu zerbrechen drohte, zog er um und nahm einen neuen Namen an: Adam
Manchmal sollte man nicht zu viel nachdenken - wenn sich was richtig anfühlt ist wahrscheinlich auch so

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Re: Queer durchs Leben

Beitragvon ArokhsSohn » 23 Dez 2017, 01:57

Hi Sky,

Skystar hat geschrieben:Da warst du gestern ein Tick schneller als ich beim posten.

Hatte mir extra Mühe gegeben, noch vor Deinem neuen Teil zu posten - was mir diesmal ja nicht gelungen ist.

Oh, Flos Part hatte mir nicht wegen Flo an sich gefallen, sondern tatsächlich wegen der selbstironischen Art, wie Du ihn geschrieben hattest ;-)
Auch dieses Mal - zum Finale von Flos Geschichte - muss ich leider feststellen, dass sie definitiv auf dem letzten Platz bleibt. Dass der Alexander am Ende wirklich so ein Psycho ist, wie es erst aussehen sollte, hätte ich nicht wirklich gedacht. Ich dachte, das stellt sich noch als Missverständnis heraus. Aber wie der da ausgetickt ist... hmmm, fand ich jetzt nicht soo den tollen Abschluss. Aber gut, wenigstens ist keiner gestorben :-P

Felix' letzter Teil geht ja quasi in Moritz' Finale ein. Die Geste von Lucas fand ich cool. Schade, ich hätte gern mehr von der Wechselwirkung zwischen den beiden Jungs gelesen.

Moritz' Finalteil war stimmig und mit der gemeinsamen Szene mit Lara auch sehr passend, fand ich. Aber das Ende? Neee, nicht so toll. Dabei stört mich nicht einmal, dass es ein offenes Ende mit dieser interessanten Situation ist - nein, das fand ich sogar nicht mal übel. Mich hat irgendwie gestört, dass das alles so plötzlich kam. Plötzlich hat Jacob an Moritz größeres Interesse? Hm? Gab es da vorher schonmal Anzeichen dafür? Ich dachte immer, dass Jacob nur Augen für Felix hätte. Keine Ahnung, das kam mir einfach zu willkürlich vor. Wie gesagt, die Szene an der Tür mit den Dreien enden zu lassen, hat was, aber wie es dazu kam... hmm
(aber es stimmt schon: das schreit ja regelrecht nach einem Spin-Off ^^)

Ricardo kann einem echt leid tun. Da hat er ja voll ins Klo gegriffen. Wie das mit ihm ausgeht, da bin ich wirklich gespannt. Ganz ehrlich, ich finde, dieser Martin spielt sich ein bisschen zu sehr auf. Regt sich auf, dass er Ärger hat, weil rausgekommen ist, dass er gewisse Fotos von Minderjährigen macht. Bläst sich gegenüber Ricardo auf, dass dieser nur an sich denken würde. Der Typ hat aber nunmal mit dem Feuer gespielt und da kann man sich eben auch verbrennen (ich meine schon den Martin). Ein Unsympath!

Damian... Seine Geschichte hätte irgendwie auch ganz prima mit diesem Teil enden können. Er fährt in die ungewisse Zukunft davon; Blende zu Timo, der den Brief liest und in seinen Gedanken die Worte mit Damians Stimme hört; dazu im Hintergrund die Musik von Snow Patrol... Klingt eigentlich ganz passend. Was da wohl jetzt noch kommt? Vielleicht erfährt er über das Radio von der Katastrophe in der Schule. Die Reaktionen jeweils von Damian, als auch von Timo, wären sehr interessant.

Kleine Anmerkung:
Es tut mir wirklich von Leid

entweder ist das "von" zuviel oder Du wolltest "voll" schreiben?

Und zu guter Letzt: Manuela. Sie hat letztendlich auch ein kleines Happy-End bekommen. Das ist schön (auch wenn das hier alles wieder so übelst schnell ging, aber den Grund dafür hast Du ja quasi geliefert ;-) ). Die Offenbarung am Ende war der Hammer. Sieben Monate im Koma? Eine tolle Wendung, welche die ganzen "Hä?" Momente in den paar Zeilen davor, angefangen beim "Augen zu - Augen auf" Moment, zu einem stimmigen Part machen. Klar, macht jetzt die ganze Unwissenheit, wie alle nun zusammen gefunden haben, verdammt neugierig. Aber ich schätze mal, auch das bleibt unserer Fantasie überlassen, oder? ^^
Ein sehr schöner Abschluss einer Geschichte, welche mich nicht immer so zu begeistern wusste.

Kleiner Fehler:
Die Patienten hat

Die Patientin

Okay, und nun bin ich wirklich bereit für das Ende. Dann hau mal raus.

LG, Arokh

@GoldenStar18: Das ist eine coole Theorie und wäre ein echter WTF-Moment :good:

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Re: Queer durchs Leben

Beitragvon Skystar » 23 Dez 2017, 11:54

Ein Tag vor Weihnachten und wieder einmal bringe ich eine meiner Geschichten zu Ende. Und jetzt am Ende kann ich es zugeben: Diese Geschichte hat von mir einiges abverlangt. Zugeben, die "Mystic Love"-Tetralogie und "O.Evo-1570" waren auch nicht ohne, aber was bei "Queer durchs Leben" eben so schwierig war, dass es gleich zehn Geschichten waren, die ich mir aufgehalst habe. Dabei sind nicht alle zehn Protagonisten gleich gut weggekommen. Flo war die größte Schwachstelle (meine persönliche Meinung). Ich hab sie eigentlich damals nur eingeführt, weil ich neben Manuela noch eine zweite weibliche Hauptrolle haben wollte und auch wenn die erste Hälfte ihrer Geschichte noch regt durchdacht war, wurde es gegen Ende immer konfuser bei ihr. Zum Abschluss meine persönliche Einschätzung der Charaktere mit Schulnoten:

Sehr gut: Eric, Nils
Gut: Jannik, Damian, Felix, Leonas
Befriedigend: Moritz, Manuela
Ausreichend: Ricardo
Mangelhaft: Flo

Und nein, ich hab mich nicht von Arokh manipulieren lassen. Es hat nur den Anschein, als wären wir auf einer Wellenlänge :D .
Jede Geschichte hatte etwas Besonderes an sich, doch jetzt bin ich echt froh, dass die Geschichte zu Ende ist und ich mich anderen Dingen zuwenden kann. Vor noch gar nicht allzu langer Zeit, da hatte ich geplant, mit dieser Geschichte (und der aktuell laufenden Weihnachtsgeschichte) meinen Abschied bei Boypoint einzureichen und keine weiteren Geschichten mehr hier zu veröffentlichen. Ich will nicht sagen, dass ich meine Meinung inzwischen geändert habe, aber ich denke, dass die nächste neue Geschichte auf sich warten lassen wird (vielleicht ändert sich meine Meinung aber auch ganz schnell, kann man nie wissen). Das Problem was ich bei "Queer durchs Leben" (und auch bei allen anderen Geschichten) nämlich immer hatte, dass wenn erst einmal ein Kapitel hochgeladen ist, ich nichts mehr ändern kann. Wenn man als Autor seiner eigenen Geschichte nichts mehr ändern kann, dann frustriert das einen schon sehr und gerne hätte ich hier ein paar Dinge geändert, vor allem in Hinblick auf die Charaktere, die jetzt eben etwas schlechter wegkamen, wie Flo und Ricardo. Bei Letzterem hat sich auch ein Problem ergeben, welches euch vielleicht heute auffallen wird..., vielleicht aber auch nicht, wenn ich Glück hab! Die These von GoldenStar fand ich übrigens sehr toll, nur leider nicht umsetzbar, da Ricardo schon älter als Eric und Adam ist und folglich nicht Adam sein kann. Wäre dem aber nicht so gewesen, hätte ich mir in den Arsch gebissen und mich gefragt, warum ich nie auf diese coole Idee gekommen bin. :D

Sorry, wenn ich schon wieder zu viel quatsche, aber zum Ende muss man einfach noch einige Dinge loswerden, solange man die Gelegenheit dazu hat und sie überhaupt noch einen interessieren. Ich will euch auch noch die Lieder präsentieren, die mich emotional bei dieser Geschichte begleitet haben. Den Song "Chasing Cars" kennt ihr ja inzwischen schon, aber da waren auch noch ein paar andere:

- Snow Patrol "Chasing Cars"
- Britney Spears: "Everytime"
- Unheilig: "An deiner Seite"
- Mary Beth Maziarz: "Hold On"
- A Great Big World & Christina Aguilera: "Say Something"
- Emeli Sande: "Read All About It"

Letzteres hab ich mir zum Beispiel angehört, als ich Leonas Todesszene schrieb.
So gleich hab ich´s dann könnt ihr das Finale lesen. Nur noch ein kurzer Hinweis: Heute Abend, ab 20 Uhr, findet eine kleine persönliche Weihnachtsfeier im "Alligatorennest" statt. Dort quatschen wir etwas über Weihnachten, aber ich werde euch auch einen exklusiven Vorgeschmack auf das Finale der Weihnachtsgeschichte werfen lassen UND euch erzählen, was ich so für die Zukunft an Geschichten geplant habe... (wenn´s jemanden interessiert haha). Also bis dann und DANKE fürs Lesen!


68 ----------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------

    "Liebe Lesergemeinschaft, heute lest ihr das letzte Kapitel von "Queer durchs Leben". Jede Geschichte geht irgendwann einmal zu Ende... oder nicht? Bei genauerer Überlegung geht doch jede Geschichte weiter, nur wie, erfahren wir nicht immer. Ob wir jemals erfahren werden, wie es mit dem Liebesdreieck Moritz-Jacob-Felix weitergeht? Erfahren wir eines Tages, wie Manuela sich wieder im Leben zurechtfindet, nachdem sie über ein halbes Jahr im Koma lag? Und werden Eric, Jannik und Co. die schockierenden Erlebnisse des Amoklaufs jemals verkraften? Es gibt so viele Fragen, aber die Antworten darauf, werden wir selber herausfinden müssen (oder wir zwingen Skystar einfach, eine Fortsetzung zu schreiben, indem wir ihn an ein Bett fesseln und ihn mit einer Feder an den Füßeln kitzeln, bis er vor lauter Lachen einfach nachgibt). Heute also Kapitel 68 - das große Finale! Und mit Damian, Jannik und Eric erwarten uns heute noch einmal drei sehr emotionale Geschichten, die ihren Abschluss erhalten. Auch Ricardos Geschichte wird zu einem Ende gebracht, oder ist es vielmehr der Anfang von einer ganz neuen Geschichte? Bislang hatte Ricardo keine einzige Verbindung zu den anderen Protagonisten. Dies ändert sich heute, denn eine Verbindung gibt es doch...

    An dieser Stelle verabschiede ich mich von ganzen Herzen. Danke fürs Lesen (oder auch nicht) und auf Wiedersehen!
    -Der-dessen-Name-ihn-nicht-nennen-möchte!"

ROLLENLISTE:

Jannik Schuster (15): Schüler, der von dem neuen Referendar schwärmt
Herr Kronthaler: der neue Referendar an Janniks Schule
Dr. Böhmer: Janniks Großvater; Therapeut
-
Eric Großfürst (16): besucht einen Therapeuten aufgrund eines Amoklaufs an seiner Schule
Dr. Böhmer: Therapeut von Eric
Adam: Schulfreund von Eric, in den er glaubte, sich verliebt zu haben
Levin: Schulfreund von Eric; in den er sich sofort verliebte
Ted: Adoptivvater von Eric; Lebenspartner von Renjo
Renjo: Adoptivvater von Eric; Lebenspartner von Ted
-
Damian (20): ist in seinen Freund Timo und dessen Bruder Marcus verliebt
Timo: Damians Freund; schlug seinem Freund eine offene Beziehung vor
Marcus: Timos großer Bruder und One-Night-Stand von Damian
-
Ricardo Vasquez (17): hat einen Vertrag bei einem Pornostudio unterschrieben
Martin (34): GayRomeo-Bekanntschaft von Ricardo; Fotograf


Damian (Timo) – Teil 27
Timo stand im Türrahmen. Bewegungslos. Vor wenigen Stunden dachte er noch, dass alles wieder in Ordnung käme. Er hatte eingesehen, wieviel Damian ihm bedeutete und das er keinen Tag mehr ohne ihn sein möchte. Doch seine Einsicht kam zu spät. Damian war fort und das vielleicht für immer. Doch glaubte er noch, dass der Tag nicht mehr schlimmer werden könnte, so irrte er sich. Vor zehn Minuten klingelte es an seiner Haustür. Timo zerknüllte den Brief von Damian und warf ihn wütend und enttäuscht zu Boden und ebenso öffnete er die Tür. Zwei Polizisten standen davor und hatten die schwere Aufgabe, ihm eine traurige Nachricht zu überbringen.
Timo hörte nur einen Satz: „Wir müssen Ihnen leider mitteilen, dass ihr Bruder heute Mittag bei einem Amoklauf in der Schule ums Leben kam.“ Danach war es so, als würden sich seine Ohren vor allen Geräuschen dieser Welt verschließen. Die Polizisten redeten zwar mit ihm und Timo nickte auch hin und wieder, aber in Wirklichkeit hörte er ihnen gar nicht mehr zu. Die zwei Polizisten bekundeten ihr Beileid, ehe sie sich wieder verabschiedeten und Timo war allein. Kein Marcus. Kein Damian. Allein. Als ob ihn alle in Stich gelassen hätten.
Timo ging zurück ins Bett und ließ sich rücklings wie ein Holzbrett aufs Bett fallen. Er legte die Hände vors Gesicht und schüttelte seinen Kopf, da er von so vielen Emotionen zeitgleich übermannt wurde. Am liebsten hätte er sich die Augen ausgestochen, denn er hasste es zu weinen. Zum Glück kam es dazu nicht, denn als er seine Hände vom Gesicht wegnahm und die Augen wieder aufschlug, sah er plötzlich Damian im Raum stehen. Da stand er. Am Fuße des Bettes und blickte seinen Freund nicht minder traurig an. „Ich dachte du wärst längst über alle Berge?!“, stieß Timo gerade noch so überrascht aus.
Damian nickte und konnte kaum Augenkontakt zu Timo halten. Er schämte sich und auch er kämpfte damit, nicht in Tränen auszubrechen. „Ich war schon an der Stadtgrenze, als ich im Radio von diesem furchtbaren Amoklauf hörte. Ist…, also ist er… Ma-Marcus ist er…?“ Timo nickte. Ein Kloß, so groß wie ganz Texas steckte ihm im Halse fest. Damian zitterte am ganzen Körper und konnte seine Tränen nicht mehr länger zurückhalten. „We-Wenn du willst, dass ich gehe, dann ge-he ich…“
Timo stand vom Bett auf und schritt mit geballter Faust auf Damian zu. Zuerst glaubte Damian, Timo würde ihm gleich eine reinhauen, aber dann löste Timo seine Faust, legte die Arme um Damian und zog ihn ganz nah an sich heran. So nah, dass beide den starken Herzschlag des anderen spüren konnten. Timo sagte kein Wort und auch Damian schwieg. Stille, bis auf das Klopfen ihrer Herzen.

Jannik – Teil 25
Es war Weihnachten. Das Fest der Liebe. Jannik saß allein unterm Christbaum und dachte über die Vergangenheit nach, als sich sein Großvater zu ihm gesellte und auf einem Stuhl Platz nahm. „Was ist denn mein Junge? Heute ist Heiligabend, aber du siehst nicht gerade glücklich aus.“
Jannik schüttelte verständnislos den Kopf. „Wie könnte ich heute glücklich sein, wenn ich doch weiß, dass es irgendwo da draußen Menschen gibt, die einen geliebten Menschen verloren haben…“
„Es ist also wegen deinem Lehrer. Dem Herrn Kronthaler?“, harkte Janniks Großvater nach. „Er hat dir das Leben gerettet und hätte gewiss nicht gewollt, dass du jetzt in Selbstmitleid schwelgst.“
Die Worte seines Großvaters brachten Jannik dazu, abrupt aufzustehen. Dabei berührte er den Christbaum, dessen Zweige zu wackeln begannen. „Ich krieg einfach seine Worte nicht mehr aus meinem Kopf, dass ich mich irgendwann neu verlieben würde…“
Jannik stand mit dem Rücken zu seinem Großvater, der in den letzten Wochen auch sein persönlicher Kummerkasten aller Art war. Jannik hatte ihm alles erzählt. Von seinen Gefühlen zu seinem Lehrer, bis hin zum Kuss und was an jenem Tag in der Schule vorgefallen war. Ein paar Informationen hatte sein Großvater aber von ein paar seiner Mitschüler erhalten, die an jenem schrecklichen Tag ebenfalls in der Schule zugegen waren. „Jannik, mein Junge. Hör auf seine Worte, denn er hat Recht. Ich weiß, zurzeit empfindest du nur noch Kummer und glaubst, nie mehr einen Menschen so lieben zu können wie ihn. Doch der Tag wird kommen, da wirst du dich neu verlieben.“
„Und was wird aus Marcus?!“, schrie Jannik seinen Großvater nun mit Tränen in den Augen an, nachdem er sich wieder zu ihm umdrehte. „Soll ich ihn einfach vergessen? Vergessen was er für mich getan hat, mir das Leben gerettet hat?!“
Sein Großvater kam auf ihn zu und legte seine großen Hände auf dessen Schultern. „Keiner verlangt von dir, dass du ihn vergisst. Ganz im Gegenteil. Er hat dir eine Zukunft geschenkt und du solltest immer daran denken, wenn du dich so fühlst wie geradeeben. Lass seinen Tod nicht vergebens sein. Blick in die Zukunft und leb dein Leben!“ Jannik sah seinen Großvater zweifelnd an, aber dann schienen seine Worte doch noch bei ihm angekommen zu sein und er umarmte seinen Großvater. Nein, er würde Marcus nicht vergessen. Er würde den Mann nicht vergessen, der ihm zweimal das Leben gerettet hat und versuchen, sein Leben weiterzuleben und wieder glücklich zu werden.

Ricardo – Teil 27
Ricardo zog langsam das Tor hinter sich zu. Wehmütig blickte er zurück zu dem Haus, in dem einst alles begann. Das Abenteuer war hier zu Ende. Doch was sollte Ricardo nun tun? Nach Hause gehen und sich von seinen Eltern eine weitere Standpauke anhören, wie er nur so unüberlegt, ja gar mit dem Schwanz statt mit dem Kopf handeln konnte? Ricardo wusste, dass er einen Fehler begangen hat und nun stand er knietief in der Scheiße.
Er schritt die Straße entlang, doch blieb er nach nur wenigen Metern wieder stehen und setzte sich betrübt auf den Bordstein. Er zog einen etwas zerknitterten Umschlag aus seiner Hosentasche. Darin befand sich das Ergebnis seiner ärztlichen Untersuchung. Der Brief kam bereits letzte Woche mit der Post, doch in all dem Trubel, hatte Ricardo einfach keine Zeit und keine Lust gehabt, ihn zu öffnen. Denn wenn das Ergebnis in Bezug auf HIV positiv ausfiel, dann wüsste er nicht, wie er damit alleine zu Recht kommen sollte. Er hatte auf Martins Unterstützung gehofft, doch dies hatte sich inzwischen wohl erledigt. Ricardo betrachtete den Brief. Er konnte es nicht. Er traute sich nicht, ihn zu öffnen.
„Hey, dich kenne ich doch.“, sagte eine Stimme hinter Ricardo.
Ricardo war es inzwischen gewohnt, von jedem erkannt und blöd angemacht zu werden. Bislang verkraftete er die Häme ganz gut, doch inzwischen war auch bei ihm der Punkt erreicht, wo er einfach nur noch in Ruhe gelassen werden wollte. „Verpiss dich!“, entgegnete er pampig.
„Mieser Tag?“, fragte der Junge, dem es offenbar nichts ausmachte, angeschnauzt zu werden.
„Mieser Tag, miese Woche, mieses Leben!“, entgegnete Ricardo erneut und drehte sich dieses Mal zu dem Jungen herum. „Hm… kenne ich dich nicht von irgendwoher?“
„Joa, ich wohne gleich hier ums Eck. Erinnerst du dich an mich? Du standst mal vor unserem Haus und ich hab dich gefragt, ob du zu uns willst. Da hast du geantwortet, dass du dich am Haus geirrt hättest.“, erklärte der Junge, der Ricardo trotz seiner rauen Art noch immer anlächelte. „Sorry, wenn ich dich nerve, aber du sahst so traurig aus…“
„Weißt du denn nicht wer ich bin?“, fragte Ricardo überrascht.
„Nein, sollte ich etwa?!“, gab der Junge als Antwort. „Warte kurz und lass mich überlegen. Du bist nicht Zac Efron, denn der ist extrem hot und du… bist auch okay…“
„Na schönen Dank auch.“, sagte Ricardo und guckte den Jungen dabei grimmig an. „Naja, ist ja auch egal. Ich weiß glaube ich selber nicht, wer ich wirklich bin.“
„Das verstehe ich nicht.“, sagte der Junge verwirrt und setzte sich zu Ricardo an den Bordstein.
„Ich auch nicht.“, erwiderte Ricardo traurig. „Ich war mal ein stinknormaler Junge, mit Fehlern wie jeder andere auch, aber inzwischen hab ich mich irgendwie selbst verloren. Wenn ich meinen Namen höre, dann fühle ich mich unwohl in meiner eigenen Haut.“
„Na dann benutz doch ab sofort einfach deinen Zweitnamen!“, schlug der fremde Junge vor und Ricardo wunderte sich, über dessen unerwartete Freundlichkeit. „Hast du denn einen?“
„Ja, hab ich. Renjo.“, antwortete Ricardo.
„Freut mich Renjo. Ich heiße Theodore, aber alle nennen mich Ted.“, stellte sich der fremde Junge nun ebenfalls vor und lächelte Ricardo dabei ganz verliebt an.

Eric – Teil 22
„Manchmal wünschte ich mir, ich könnte die Zeit zurückdrehen, um es besser zu machen.“, sagte Eric betrübt, als er in einer weiteren Sitzung vor Dr. Böhmer saß. „Ich hab so vieles im Leben nicht verdient. Meine Adoptivväter Ted und Renjo nicht, die mir ein neues Zuhause schenkten und auch Levin nicht, der fest an mich glaubte und mir seine Liebe schenkte. Mir ist klar, dass bestimmte Dinge sich nicht ändern lassen, aber ich glaube, dass was geschehen ist, wäre nicht geschehen, wenn ich von vornherein ehrlich zu Adam gewesen wäre.“
„Menschen machen Fehler. Das liegt in unserer Natur.“, erwiderte Dr. Böhmer. „Wenn wir bereits alles von vornherein wüssten und könnten, dann wäre die Welt im Ungleichgewicht. Wir machen Fehler, um zu lernen. Das spornt uns an, um besser zu werden und die richtigen Entscheidungen zu treffen. Nichts ist perfekt. Das muss es auch gar nicht, aber es liegt in unserer Hand, was wir aus unserem Leben machen.“
„Ich kann nie mehr wieder in meine alte Schule zurück.“, sagte Eric nachdenklich. „Viele wissen was ich getan habe und hassen mich dafür.“
„Wut ist ein Zeichen von Trauer. Sicherlich ist es nicht einfach, diesem Gefühl zu widerstehen, aber Wunden heilen.“, meinte Dr. Böhmer.
Eric lachte verächtlich. „Aber Narben bleiben…“
„Narben verblassen auch mit der Zeit.“, entgegnete Dr. Böhmer augenblicklich. „Ich bin wirklich froh, dass du dich mir endlich offenbart hast. Dabei geht es gar nicht um mich, sondern viel mehr um dich, um den Schmerz der tief in deiner Seele sich verbirgt. Wir befinden uns auf einen guten Weg.“
„Sie irren sich und das in allen Belangen.“, sagte Eric und sah Dr. Böhmer eindringlich an. „Wunden heilen nicht immer. Levin sitzt meinetwegen im Rollstuhl und wird nie wieder laufen können. Da bin ich mit meinen Schuldgefühlen und Panikattacken hingegen viel zu gut weggekommen. Deshalb ist dieser Weg für mich auch hier zu Ende.“ Eric stand auf und ging langsam zur Tür.
„Eric.“ Dr. Böhmer stand ebenfalls auf und wirkte überrascht, aber vor allem besorgt. „Du solltest jetzt noch nicht gehen…“
„Doch sollte ich.“, widersprach Eric. „Für mich ist diese Geschichte hier zu Ende. Ich gehe nicht, weil ich glaube, dass es mir besser geht. Ganz im Gegenteil. Ich gehe, weil ich das Ganze endlich zu einem Abschluss bringen möchte und nach vorne schauen möchte. Vielleicht können Sie das als mein behandelnder Therapeut nicht gut heißen, aber vielleicht können Sie es wenigstens verstehen.“
Dr. Böhmer wirkte unsicher, nickte aber schließlich. „Ich glaube, ich verstehe dich sehr gut.“
„Danke.“, sagte Eric leise und lächelte dabei. Dann öffnete er die Tür und trat in den Gang hinaus. „Leben Sie wohl, Dr. Böhmer.“ Eric verließ die Praxis und die Tür schloss sich.

ENDE!
Ein frohes neues Jahr wünsche ich!

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Re: Queer durchs Leben

Beitragvon GoldenStar18 » 27 Dez 2017, 02:03

Grindr gabs zu dem Zeitpunkt an dem Ricardo gelebt haben muss nicht. Und bestimmt war damals auch die online porno und website sachen noch nicht wirklich so präsent. (Die Zeit in der Ricardos Story spielt müsst ungefähr um 1990 herum gewesen sein - jetzt mal abgesehen von der Adoptionsgeschichte)

Was anderes wär mir jetzt nicht aufgefallen.
Manchmal sollte man nicht zu viel nachdenken - wenn sich was richtig anfühlt ist wahrscheinlich auch so

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Re: Queer durchs Leben

Beitragvon Skystar » 28 Dez 2017, 19:21

Du hast schon Recht "Goldi". Das Problem mit der Zeit war für mich ein Problem, einfach weil ich nicht von Anfang an geplant hatte, dass Ricardo Erics Pflegevater ist. Ricardos Geschichte sollte 1997 spielen (also 20 Jahre vor den anderen), aber da befand sich das Internet natürlich noch in den Kinderschuhen (gab´s das damals überhaupt schon?). Dann hab ich Ricardos Geschichte einfach auf 2007 verlagert (deswegen der Seitenhieb auf Zac Efron, der damals gerade durchstartete). Die anderen Geschichte würden demnach alle 2027 spielen, wobei dann ein Dialog bei Felix nicht mehr passen würde, dass Homosexuelle in Deutschland jetzt erst heiraten dürften.

Ich hab einfach nicht alles durchdacht und das ärgert mich selbst am meisten. Kommt aber auch dem zu Schulden, dass ich hier ja keine Geschichte erst zu Ende schreibe, bevor ich sie veröffentliche, sondern quasi nach kurzer hochlade, nachdem ich ein Kapitel geschrieben habe.
Das wird auch ein Grund sein, warum meine nächste Geschichte länger als sonst auf sich warten lässt. Ich weiß nicht, ob ich sie fertig schreiben werde (wahrscheinlich nicht), aber ich will sie sehr viel weiter vorausschreiben, als immer nur drei bis fünf Kapitel.

Hoffe aber trotzdem, dass du und auch andere dann wieder mitlesen. :)
Ein frohes neues Jahr wünsche ich!

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Re: Queer durchs Leben

Beitragvon Skystar » 31 Dez 2017, 22:09

Zum Jahreswechsel wünsche ich all meinen Lesern natürlich einen guten Rutsch und ein glückliches Jahr 2018. Ich finde ein jeder hat das Glück verdient, der auch mit dem Herzen fühlt. Leider werde ich nie begreifen, warum andere Menschen einem so wehtun, dass diese Wunde nie verheilen wird. Es bleibt einem nicht anderes über, als nach vorne zu schauen und niemals die Hoffnung aufzugeben. Diese Menschen hab ich zwar aus meinem Leben verbannt (oder sie mich), aber sind immer noch ein Teil von mir, weil sie mich zu dem gemacht haben, was ich heute bin. Ich will sie vergessen, aber werde es nie können. Um Mitternacht blicke ich aber nach oben und bestaune all die schönen Lichter, die den Nachthimmel erhellen. Möge dieses Licht uns allen Glück, Hoffnung, Trost und Liebe spenden.

Frohes neues Jahr euch allen!
Ein frohes neues Jahr wünsche ich!

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Re: Queer durchs Leben

Beitragvon Skystar » 01 Jan 2018, 19:47

Wer jetzt wissen möchte, wie ich auf die Idee dieser Geschichte und deren Protagonisten kam und welche Fehler ich mir eingestehe, der kann sich das hier ja mal durchlesen: http://skystar-stories.xobor.de/t33f6-Hintergrundinfos-zu-quot-Queer-durchs-Leben-quot.html#msg71
Ein frohes neues Jahr wünsche ich!

Re: Queer durchs Leben

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