Queer durchs Leben

Platz für eure Beziehungsstories - fact and fiction
Gay Stories - keine Sexstories!
Benutzeravatar
Skystar
boypoint-Marketing
Beiträge: 1697
Registriert: 30 Jan 2013, 20:36
Wohnort: Bayern

Re: Queer durchs Leben

Beitragvon Skystar » 08 Dez 2017, 17:47

Es ist Freitag und in meiner Geschichte ebenfalls. Auf dieses Kapitel hab ich lange hingearbeitet, denn die Hochzeit und der Amoklauf an der Schule kann man durchaus als die zwei Ereignisse festhalten, in denen die zehn Protagonisten irgendwie miteinander zu tun haben. Halt Moment! Ein Charakter hat ja noch immer keine Verbindung zu den anderen: Ricardo! Seine Rolle in dem ganzen Durcheinander wird aber auch noch enthüllt werden - zum Schluss!

63 ----------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------

    "Oha, über Ricardo ist ja regelrecht ein Sturm hereingebrochen. Er hat dem Pornodreh abgesagt und darf nun eine Konventionalstrafe zahlen. Seine Eltern wissen bescheid und bestrafen ihn... mehr oder weniger (?), und in der Schule wird er auch ausgelacht. Irgendwie fruchtet das nicht so ganz, da man von Ricardos Privatleben abseits von seinen Sexfilmchen GAR NICHTS mitbekam. Aber nun gut... so ist das halt jetzt nun. Bei Felix hingegen sieht es schon ein wenig rosiger aus. Dank Flo und dem Butler weiß er nun, dass Amadeus ein falsches Spiel mit ihm treibt. Wie wird er reagieren? Wird er Amadeus trotzdem heiraten? Doch das stellt nur einen Höhepunkt des heutigen Tages dar, denn heute erzählt Eric von dem Amoklauf an seiner Schule und wie könnte es anders sein, finden sich plötzlich mehrere unserer Protagonisten darin wieder. An Spannung nicht zu überbieten, denn eines wissen wir alle mit Sicherheit: Zwei Menschen werden sterben. Doch wer? Eric selber schon einmal nicht? Sein Freund Levin?

    Wer es nicht mehr länger aushält, sollte den Part von Felix zum Schluss lesen und bei Eric beginnen!
    -Der-dessen-Name-ihn-nicht-nennen-möchte!"

ROLLENLISTE:

Eric Großfürst (16): geht regelmäßig zu Sitzungen bei einem Therapeuten; Grund: muss mit dem Tod von Menschen zu tun haben
Dr. Böhmer: Therapeut von Eric
Adam: Schulfreund von Eric, in den er glaubte, sich verliebt zu haben
Levin: Schulfreund von Eric; in den er sich sofort verliebte
-
Manuela Klingenbach: ehemalige Stewardess; outete sich bei ihrem Mann als lesbisch
Marie Klingenbach (13): Tochter von Manuela und Roland
Florian Klingenbach (10): Sohn von Manuela und Roland
Gertrud Klingenbach: Mutter von Roland; Großmutter von Marie und Florian
Andrea Kirchberger: Rektorin an Maries Schule
-
Felix Brecheisen (17): lebte in einem Kinderheim, bis Frau Brecheisen ihn adoptierte
Lucas Brecheisen(15): wohlhabend aufgewachsen; ziemlich vorlaut und frech
Amadeus Wohlfahrt: Ein Junge aus einer wohlhabenden Familie; soll Felix heiraten
Charlotte Brecheisen: Französin; adoptierte Felix ohne ihn näher kennenzulernen
Arnulf Brecheisen: Anwalt; Vater von Lucas
Clément: Butler der Familie Brecheisen
-
Leonas Kaczor: Leicht übergewichtig; heimlicher Freund von Kai
Kai Schumann: Anführer einer Schulclique; heimlicher Freund von Leonas
Sarah Wichtel: Beste Freundin von Leonas


Felix – Teil 27
Normalerweise verlangte es der Brauch, dass der Brautvater seine Tochter zum Altar führte, wo er sie dann schließlich ihrem zukünftigen Ehemann übergab. Felix` Hochzeit verlief natürlich etwas anders ab. Er und Amadeus schritten Hand in Hand zum Altar, der unter einem Rosenbogen errichtet wurde. Links und rechts von ihnen saßen an die hundert Leute, die Felix teils nur vom Sehen her kannte und im Hintergrund saß ein Streichorchester, die den Hochzeitsmarsch spielten. Eine Hochzeit sollte der glücklichste Tag eines Menschen darstellen, für Felix jedoch, war der heutige Tag die reinste Farce. Er wäre schon längst abgehauen, doch er spielte dieses Theater nur aus einem Grund mit. Weil er geglaubt und gehofft hatte, dass Amadeus im Gegensatz zu den Brecheisens ein ehrlicher und freundlicher Mensch war, der ihn gewiss nicht enttäuschen würde.
„Sehr geehrte Damen und Herren, liebes Brautpaar. Wir haben uns heute an diesem wundersamen Ort hier versammelt…“ Der Pfarrer sprach seine üblichen Worte, die er bestimmt schon in Schlaf konnte. Felix horchte nur mit halbem Ohr zu, wenngleich er auch stets lächelte. Die Zeit verstrich unaufhaltsam. Amadeus und Felix trugen ihr Ehegelübde vor und als es in die alles entscheidende heiße Phase überging, wurde es erst richtig spannend: „Amadeus, willst du Felix zu deinem dir angetrauten Ehemann nehmen, ihn lieben, ehren und beschützen, bis das der Tod euch scheidet?“
Amadeus stutzte. Er hatte nämlich nicht damit gerechnet, dass der Pfarrer ihm die Frage als Erstes stellte. Wenn er jetzt nämlich „ja“ sagte, dann flog sein falsches Spiel bereits vorher auf und Felix bekam die Gelegenheit „nein“ zu sagen. Felix lächelte insgeheim in sich hinein, denn Clément hat dies arrangiert, indem er zuvor noch ein paar Takte mit dem Pfarrer gewechselt hatte. „I-Ich…“, fing Amadeus langsam an, während alle Augen nur auf ihn gerichtet waren. „Iiiich will. Ja, ich will!“
Der Pfarrer fuhr fort: „Und du Felix, möchtest du Amadeus zu deinem dir…“
„Bin ich irre? Auf keinen Fall!“, stieß Felix laut aus und alle Gäste waren natürlich erschrocken. „Ja, glaubt ihr denn allen Ernstes, ich will ein verlogenes Arschloch wie den hier heiraten? Danke, nein.“, sagte Felix vergnügt, legte dem überraschten Amadeus seine Hände auf die Brust und gab ihn einen kleinen Schubs, so dass dieser im Teich landete und baden ging.
„FELIX!“, schrie Frau Brecheisen, die sich wutentbrannt von ihrem Stuhl erhob, während Lucas neben ihr, sich sein Lachen nur schwerlich verkneifen konnte und halb auf dem Stuhl zusammenbrach.
„Ich verneige mich vor euch ehrwürdigen, Kaviar schlurfenden Steifärschen, aber ich hab genug Zeit hier verplempert.“ Felix verneigte sich zum Abschied und fing zu rennen an.

Eric – Teil 20
Eric saß noch immer bei Dr. Böhmer und erzählte ihm nun davon, was an jenem Tag geschehen war, welches das Leben aller veränderte: „Die Schulglocke läutete das Wochenende ein und natürlich stürmten alle Schüler sofort aus ihren Klassenzimmern. Es war ein herrlicher, sonniger Tag und so ziemlich jeder versprühte gute Laune. Nachdem ich mich von Adam getrennt hatte, fiel mir erst einmal ein großer Stein vom Herzen. Die Wahrheit war endlich raus und ich konnte mich meiner Liebe zu Levin endlich hingeben. Wir standen Hand in Hand in der Aula und blickten uns tief in die Augen, während alle Schüler an uns vorbei rannten. Ein paar unserer Mitschüler klopften uns anerkennend auf den Rücken oder die Schultern und wünschten uns ein schönes Wochenende. Ich ging fest davon aus, es würde das schönste Wochenende seit Monaten werden, doch…“
„Doch dann kehrte Adam mit einer Waffe zurück, richtig?“, beendete Dr. Böhmer den Satz für ihn. „Woher hatte er eigentlich die Waffe?“
Eric zuckte mit den Schultern. „Sein Vater geht öfters im Wald auf die Jagd nach Wildschweinen. Ich denke also, dass er sie von ihm gestohlen hatte. Doch das war in dem Moment auch überhaupt nicht wichtig, denn als ich Adam in die Schule zurückkehren sah und er plötzlich eine Waffe aus seinem Ärmel zog, da wusste ich sofort, dass sich hier und jetzt alles verändern würde. Ich blickte Adam erschrocken an. Er war noch mehrere Meter von mir und Levin entfernt und zwischen uns liefen noch unzählige Schüler und Lehrer hin und her, die noch gar nichts von der bevorstehenden Gefahr ahnten. Doch spätestens als Adam seinen ersten Schuss abfeuerte, war sich jeder über die Gefahr im Klaren. Schreie. Im ganzen Schulhaus waren Schreie zu hören. Wie in Trance brachte ich Levin aus dem Schussfeld, indem ich ihn auf die Seite zu Boden schubste.“ Eric hielt für einen kurzen Moment inne. Er bekam diese Bilder einfach nicht mehr aus dem Kopf. „Der erste Schuss traf weder Levin noch mich…, sondern…“

Manuela – Teil 25
„Mum, warum kannst du mich nicht von der Schule abholen?“, fragte Florian ihre Mutter am Handy, denn er war nicht gerade darüber begeistert, dass seine Oma ihn heute abholte. „Warum darf ich nicht mit zu der Hochzeit?“
„Weil das nicht geht Florian. Das hab ich dir doch gestern bereits hundertmal erklärt.“, antwortete Manuela ihrem Sohn leicht genervt, während sie aus ihrem Auto ausstieg und sich im Eilschritt dem Schuleingang näherte. Nur gut, dass Florian auf eine andere Schule ging als seine große Schwester und Marie hatte heute mit ihrer Klasse einen Wanderausflug, so dass Manuela sich keinerlei Sorgen machen musste, an der Schule von ihren Kindern entdeckt zu werden. Sie traute sich noch nicht, ihren Kindern ihre Freundin vorzustellen. Marie war sicherlich nicht sonderlich begeistert, wenn sie erfuhr, dass ihre Schulrektorin die Freundin ihrer Mutter war. Es lief gerade erst wieder so gut zwischen ihnen, da wollte Manuela nicht einen neuen Keil zwischen sie treiben. „Ich muss jetzt auflegen Florian.“, sagte Manuela, als eine Schar von Schülern an ihr vorbeistürmten, um freudig ins Wochenende zu starten. Ein Junge jedoch, rumpelte sie von hinten an, um an ihr vorbei zu kommen. „HEY!“, rief Manuela dem Jungen wütend nach.
„Was ist denn Mum?“, fragte ihr Sohn verwirrt. „Was sind das für Geräusche im Hintergrund?“
„Nicht du Schatz. Ich leg jetzt auf, okay? Hab dich lieb Schatz. Küsschen.“ Manuela wimmelte ihren Sohn erfolgreich ab und setzte ihren Weg zum Büro von Andrea fort. Doch ihr Weg endete abrupt, als sie einen lauten Schuss hörte, der in der gesamten Schule zu hören war. Manuela blieb erschrocken stehen, während um sie herum Panik ausbrach. Schüler und Schülerinnen rannten schreiend an ihr vorbei nach draußen. Manuela jedoch wagte noch ein paar Schritte vor. Unsicher und verängstigt trat sie um die Ecke. Der Junge, der sie gerade eben noch von hinten angerempelt hat, stand inmitten der Aula, in seiner Hand eine Waffe.
„Manuela, renn sofort weg!“, rief Andrea, die aus ihrem Büro trat, um nachzusehen was los war und kurz darauf ihre Freundin erblickte. Doch da war es schon zu spät. Der Junge schoss wie ein Berserker um sich und einer der Schüsse traf Manuela. Sie stieß einen schmerzerfüllten Schrei aus und brach auf dem kalten Boden zusammen.

Leonas – Teil 24
„Wir könnten zusammen eine WG gründen.“, meinte Kai frohen Mutes. Seit seinem Outing ging es ihm so viel besser. Er fühlte sich frei und glücklich und keiner vermochte es, ihm dieses Glück jemals wieder zu nehmen.
„Wer ist wir? Du und ich?“, fragte Leonas skeptisch, als sie ihr Klassenzimmer verließen und wie alle anderen die Treppe runtergingen und die Aula durchquerten, um die Schule zu verlassen. „Ich glaube, da macht mein Sparschwein nicht mit…“
„Eigentlich meinte ich uns beide und Sarah.“, antwortete Kai.
„Haha, sehr witzig. Das würde keine zehn Minuten gut gehen mit euch beiden, oder soll ich dich daran erinnern, wem du den Nasenbruch zu verdanken hast?“, entgegnete Leonas, der sich nicht sicher war, ob er Kais Idee lustig oder bescheuert finden sollte.
„Ich glaube, sie kann mich immer mehr leiden.“, sagte Kai unbeirrt. „Jetzt wo sie weiß, wie sehr ich dich liebe und alles. Ganz Unrecht hast du allerdings auch nicht. Sollte dir jemals etwas zustoßen, bin ich sicher, dass ein Nasenbruch die geringste Sorge ist, die ich haben werde…“
Leonas schmiegte sich an seinen Freund und lächelte ihn verliebt an. „Mir wird nichts zustoßen, denn ich hab ja dich. Du bist mein strahlender Held ohne Ritterrüstung.“ Leonas schenkte seinem Freund einen Kuss. Es war noch immer etwas ungewohnt in der Schule, aber inzwischen schien sich kaum noch einer daran zu stören, denn Eric und sein neuer Freund Levin taten es ihnen gleich. „Ah, sieh mal. Da ist Eric. Wir müssen uns noch bei ihm bedanken, dass sein Vater mir geholfen hat, dich aus deinem Zimmer zu befreien.“ Leonas löste sich von Kai und schritt alleine auf Eric zu, als plötzlich ein lauter Knall ertönte und er gezwungen war, stehen zu bleiben. Kälte. Leonas fühlte nur noch eins und das hatte nichts mit Glück und Wärme zu tun. Er fühlte sich kalt, eiskalt. Eric wandte seinen Kopf zu ihm und blickte ihn erschrocken an. Dann verlor Leonas sein Gleichgewicht und er kippte seitlich zu Boden. Kai kam sofort angerannt, schreiend und voller Angst. Er legte seine Hände auf Leonas` Brust, nur um sie kurz darauf wieder anzuheben und sie zu betrachten. Blut. An seinen Händen klebte Blut. Leonas` Blut. Leonas verlor mehr und mehr das Gefühl in seinem Körper. Er konnte spüren, wie sein Herz unaufhaltsam langsamer schlug. Kai beugte sich über ihn. Tränen flossen aus seinen Augen, während er sagte: „Bitte bleib bei mir, hörst du. Du musst wach bleiben, Leonas. Bitte. Ich liebe dich!“ Kais Worte drangen noch bis zu Leonas durch, doch der Kampf mit dem Tod war Leonas nicht gewachsen. Ein letztes Lächeln, dann schloss Leonas seine Augen – für immer.

64 --- Jannik (Teil 24), Moritz (Teil 26) & Eric (Teil 21) !
(Fällt euch an dieser Konstellation etwas auf?)
Mein Geschichten-Forum: http://www.skystar-stories.de/ :flag:

Re: Queer durchs Leben

Werbung
 

MusaMelody
new-boy
new-boy
Beiträge: 33
Registriert: 17 Mär 2017, 22:27
Kontaktdaten:

Re: Queer durchs Leben

Beitragvon MusaMelody » 08 Dez 2017, 23:57

Ach du scheiße, dann geht's jetzt richtig los.

Auch wenn ich jetzt nicht der größte Fan von Leonas war, tut es mir leid für ihn :( Und vor allem für Kai und Sarah..
Bei Manuela hab ich irgendwie das Gefühl, dass sie nicht tot ist.. hoffe mal, dass ich richtig liege.
Und Felix hat ja mal echt ne geile Aktion gebracht xD Vor allem das "Kaviar schlürfende Steifärsche" XD

Bin jetzt aber mega gespannt, wie es weitergeht! Und bitte lieber Herr im Himmel (auch wenn ich Atheist bin), mach dass Jannik und Kronthaler nix passiert und die Ereignisse sie nur näher bringen. Amen!
Stay cool :flag:

Benutzeravatar
ArokhsSohn
member
member
Beiträge: 402
Registriert: 05 Sep 2012, 00:21

Re: Queer durchs Leben

Beitragvon ArokhsSohn » 10 Dez 2017, 15:09

Boah Sky...

das war so klar, dass Du gleich den Hammer raushängen lässt :-(

Dass es direkt Leonas, anstatt Kai, trifft, hat mich kalt erwischt. Du kennst ja meine Tips zu den Todeskandidaten. Menno, wie fies war das denn. Und die Botschaft des Tages lautet: "Mühe hast Du Dir gegeben, Dein Leben auf die Reihe zu bringen und Deine Probleme selbst in die Hand zu nehmen. Sehr schön, hat funktioniert, jetzt bist Du glücklich - jetzt kannst Du sterben!"
Nein, ich weiß, das ist natürlich nicht die Botschaft, aber den Drama-Effekt hast Du (zumindest bei mir) perfekt erzielt. Erzählerisch wirklich TOP, empfindungstechnisch :x (aber so soll eine Geschichte ja auch sein, sie soll Emotionen wecken, oder?)

Für Manuela schätze ich mal, dass sie mit dem Leben davon kommt. Sie zählt sicherlich zu den "nur" Verletzten. Das fand ich wieder sehr spannend und packend erzählt, wie Du die Erzählung von Eric aus der rückwärtigen Sicht in der Zukunft sowie die Geschehnisse in der Gegenwart um Manuela und Leonas zusammengeführt hast :good:

Dass Felix aus der Sache nur herauskommt, indem er selbst NEIN sagt, war klar. Wie er es macht, war tatsächlich sehr amüsant :lol: Er hat da aber auch echt verdammt viel Glück gehabt, dass Flo das Gespräch mit angehört hatte und die Gelegenheit bekam, Clement einzuweihen. Obwohl das schon ziemlich inszeniert war - hätte sie nicht gleich die Sache beenden können, bevor die Jungs zum Altar schreiten? Ich meine, was wäre gewesen, wenn Clement nicht die Gelegenheit bekommen hätte, Felix zu warnen oder Flo nicht geglaubt hätte? Ein wenig riskant, aber auf der anderen Seite, war Flo selbst ja auch ziemlich überfordert in der Situation - vor allem, da heraus kam, wer der "nette" Mann, dem sie damals begegnete, war (eine schöne Verbindung wieder, btw.).
Jetzt bin ich aber gespannt, wie es mit Felix weiter geht. Wo rennt er denn nun hin? Wohin KANN er denn jetzt noch? Weiß er, wo Jacob wohnt (denn zu dem will er bestimmt)?

Damians neues Kapitel aus Sicht von Timo zu erzählen, war ein wenig gewagt, weil es nicht wirklich in den bisherigen Ablauf passt. Aber es fügt sich an dieser Stelle sehr gut ein und wirkt wie ein kleines Zwischenspiel. Ja, wie sich Damian nun wohl entschieden hat? Dass er offenbar ausgezogen ist, muss nichts Endgültiges heißen. Vielleicht brauch er auch einfach erstmal Abstand. Oder er entscheidet sich für keinen von beiden, eben weil er sich nicht entscheiden kann. Okay, das läuft auf den vorherigen Satz zurück. Tja, wir werden wohl noch ein wenig auf die Auflösung warten müssen, was? ;-)

Ups, das mit Ricardo ist ja nun mal so richtig fies in die Hose gegangen. Ich wüsste nicht, wie Martin ihm da jetzt noch helfen soll. Im schlimmsten Fall, bekommt er von ihm auch noch einen weiteren Dämpfer, indem der ihm sagt, dass das eben Business ist und Ricardo sich dem nun stellen und das akzeptieren muss. So richtig überraschen würde mich das nicht, wenn ich an die offen gelegte Verbindung zwischen Martin, Sanchez und "Mr." Gold :-P denke.

Letztendlich finde ich es übrigens total schade, dass hier so gut, wie gar nicht weiter kommentiert wird. Bei zehn! Charakteren, die man hier verfolgen kann, wäre es wirklich interessant gewesen, zu erfahren, was die anderen Leser an ihren jeweiligen Favoriten so schätzen bzw. was sie am anderen Ende des Rankings stört...

Skystar hat geschrieben:64 --- Jannik (Teil 24), Moritz (Teil 26) & Eric (Teil 21) !
(Fällt euch an dieser Konstellation etwas auf?)

Ja klar, so hat die Geschichte angefangen ^^

Liebe Grüße,
Arokh

Benutzeravatar
Skystar
boypoint-Marketing
Beiträge: 1697
Registriert: 30 Jan 2013, 20:36
Wohnort: Bayern
Kontaktdaten:

Re: Queer durchs Leben

Beitragvon Skystar » 11 Dez 2017, 14:40

Mord und Totschlag... und das zu Weihnachten. Irgendwie ungünstig, aber ich kann ja schlecht einen Monat warten, bis ich die letzten Kapitel veröffentliche...

Leider bin ich jetzt krank geworden und weiß nicht, ob ich heute schon das nächste Kapitel hochladen kann. Es liegen noch 5 Kapitel vor uns bzw. euch und die möchte ich bis Weihnachten alle hochgeladen haben. Da ich gestern den ganzen Tag flach gelegen bin, schaffe ich es erst Recht nicht, mich zu der Entstehung einiger Charaktere/Geschichten zu äußern. Das wird aber nach Weihnachten nachgeholt. Versprochen!

Nun zum letzten Kapitel und den Kommentaren von MusaMelody und ArokhsSohn:

- Überraschung?! Leonas ist der erste Charakter, von dem ihr euch verabschieden müsst. Ich hab mir die Entscheidung nicht einfach gemacht, denn auf der "Todesliste" standen sechs Charaktere (1. Leonas / 2. Kai / 3. Manuela / 4. ? / 5. ? / 6. ?) -> Auflösung im nächsten Kapitel. Eric schied ja von Anfang an aus, da er ja die Geschichte beim Therapeuten erzählt, wobei er natürlich auch ein Geist sein könnte... haha.
- Und klar, dass es Leonas erwischt, ist hart, aber manchmal ist das leider so. Vielleicht jetzt nicht gerade durch einen Amoklauf, aber eben war noch alles gut und kurz darauf... schwupps... grausam, aber realitätsnah. Immerhin war Leonas glücklich, als er gestorben ist. Er konnte seinem Freund helfen, endlich zu sich selbst und zu seinem Freund zu stehen. Leonas war nie glücklicher, als in eben diesem einen Moment. Nun darf man aber nicht vergessen, dass ich "Queer durchs Leben" das Genre Drama als Schwerpunkt hat. Da darf nicht mit einem Happy End gerechnet werden.
- Zu Manuela: Von ihr gibt es noch ein Teil, wobei ich noch nicht weiß, in welchem der letzten fünf Kapitel. Bin gerade ein wenig am hin- und herschieben.
-
MusaMelody hat geschrieben:Und bitte lieber Herr im Himmel (auch wenn ich Atheist bin), mach dass Jannik und Kronthaler nix passiert und die Ereignisse sie nur näher bringen. Amen!

Mit Herr im Himmel meinst du mich oder? Skystar -> Himmelsstern! :D
- Zu Felix: Ich hab mir ehrlich gesagt nie wirklich dazu Gedanken gemacht, wie Felix heil aus der Hochzeitsgeschichte rauskommen soll. Nie! Ich hatte nur immer bis zu dem Punkt vor Augen, wo er mit Amadeus vor dem Altar steht. Fertig. Also hab ich jetzt zum Schluss etwas improvisiert. Mit Flo hatte er eine unerwartete Hilfe und mit Clément eine doch zu erwartene Hilfe, hat der Butler doch bisher keinen Hehl daraus gemacht, was er von den Brecheisens und der Hochzeit hält (Zumindest hab ich Anzeichen dafür gegeben...). Das Felix Amadeus in den Teich schubst, um sich wenigstens ein bisschen für dessen falsches Spiel zu rächen, fand ich selber ganz amüsant. Übrigens war das der letzte Teil mit der Familie Brecheisen. Ist halt jetzt die Frage: Benötigt ihr noch einen Teil von Felix? Meiner Meinung nach, ist das an der Stelle ein gutes Ende... :wink:
- Zu Damian: Zwischenspiel? Es ist das Entscheidungsspiel. Ich hab noch einen sehr interessanten Plottwist eingebaut, der euch umhauen wird... :P Von Damian wird es jedenfalls noch zwei Teile geben.

Danke an euch beiden, für eure lobenden Kommentare. Ja, es ist schade, dass es nicht so viele Kommentare gibt (...), von damaligen Zeiten weit entfernt, aber wenn ich treue Leser wie euch habe, dann macht mich das auch glücklich :)

- Und ArokhsSohn hat den Jackpot gewonnen! In der Tat bietet das nächste Kapitel die gleiche Konstellation wie im 1.Kapitel. Danach gab es das nie wieder, höchstens in Kombination mit einer vierten Person, aber auch dann in einer anderen Reihenfolge. Das nächste Kapitel ist also was besonderes und auch wenn es wieder einmal nur drei Charaktere in einem Kapitel sind, gibt es reichlich Lesestoff (zu verdauen).

So hab ich alles?
Heute oder morgen dann das nächste Kapitel!
Mein Geschichten-Forum: http://www.skystar-stories.de/ :flag:

Benutzeravatar
GoldenStar18
member
member
Beiträge: 584
Registriert: 24 Sep 2013, 14:36

Re: Queer durchs Leben

Beitragvon GoldenStar18 » 12 Dez 2017, 08:49

Noch dazu sind die drei alle Jungs die über die Schule miteinander verbunden sind. Und bei Jannik kann man davon ausgehen, dass er zumindest in der Nähe sein dürfte.

Hab ich was überlesen Sky? Hast du den Tod für insgesamt 6 Personen vorgesehen oder 6 angeschossene Personen?
Manchmal sollte man nicht zu viel nachdenken - wenn sich was richtig anfühlt ist wahrscheinlich auch so

Benutzeravatar
GoldenStar18
member
member
Beiträge: 584
Registriert: 24 Sep 2013, 14:36

Re: Queer durchs Leben

Beitragvon GoldenStar18 » 12 Dez 2017, 08:51

Und warum hast du Kai als 2. gelistet? Hast du dich selbst gespoilert? XD
Manchmal sollte man nicht zu viel nachdenken - wenn sich was richtig anfühlt ist wahrscheinlich auch so

Benutzeravatar
Skystar
boypoint-Marketing
Beiträge: 1697
Registriert: 30 Jan 2013, 20:36
Wohnort: Bayern

Re: Queer durchs Leben

Beitragvon Skystar » 12 Dez 2017, 10:48

Naja, wenn ich eh nur knapp 5 Stunden penne, weil mein Magen-Darm-Virus mich auf Trab hält, dann kann ich auch genauso gut schon am Vormittag das neuste Kapitel hochladen. Gestern hab ich es leider nicht mehr geschafft.

Und was sehen meine kleinen Äuglein da? GoldenStar18 meldet sich zu Wort! :)
Ich hab mal irgendwo in einem Teil von Eric glaub ich geschrieben, dass zwei Menschen ums Leben kamen und acht oder zehn Menschen verletzt wurden. Mit der "Todesliste" meinte ich eher, dass da Charaktere draufstehen, die als Todesopfer für mich in Frage kämen. Das waren wie gesagt Leonas, Kai, Manuela und eben noch drei weitere Charaktere, die aber leicht zu erraten sein dürften (Eric kam wie schon einmal gesagt nie in Frage, lebt er in der Zukunft ja noch). Kai hab ich als 2. gelistet, weil das eine Aufzählung war, nicht weil er der Nächste ist, ergo kein Spoiler :wink: Und In Punkto Jannik-Moritz-Eric irrst du dich. Moritz geht nicht auf dieselbe Schule, bzw. nicht mehr (war ja nie ein Thema bei ihm). Leonas geht noch auf dieselbe Schule, aber nicht Moritz.


64 ----------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------

    "R.I.P. Leonas! Was anderes kann ich auch gar nicht sagen. Ich verweigere jede weitere Aussage... *zehn Sekunden später*... okay, das sollte genügen. Willkommen zu einem neuen mörderischen Kapitel. Wie gut, dass Skystar schon von Beginn an bekannt gegeben hat, dass "nur" zwei Charaktere ums Leben kommen, sonst hätte ich jetzt große Sorge um Manuela und alle anderen, die sich gerade in der Schule aufhalten. Und das sind ja nicht gerade wenig: Eric, Adam, Levin, Leonas, Kai, Sarah (?), Manuela, die Rektorin, Jannik (?) und Herr Kronthaler (?). Das es Leonas am Ende erwischt... nicht vorhersehbar, allerdings zu erwarten... Mir stellen sich jetzt eigentlich nur zwei (bzw drei) Fragen: Wie wird Kai den Tod von Leonas verkraften (Werden wir das nun überhaupt noch erfahren?) und wer wird noch sterben? Mir graut´s vor der Antwort, aber es hilft ja nichts. Los weiterlesen!

    *Taschentücher bereithält*
    -Der-dessen-Name-ihn-nicht-nennen-möchte!"

ROLLENLISTE:

Moritz Hanssen (16): Seine Eltern starben, noch vor seinem Outing; kam in ein Kinderheim
Jacob: Freund von Felix, der von Frau Brecheisen adoptiert wurde
Herr Hendricks: Betreuer des Kinderheims
-
Jannik Schuster (15): Schüler, der von dem neuen Referendar schwärmt
Herr Kronthaler: der neue Referendar an Janniks Schule
-
Eric Großfürst (16): besucht einen Therapeuten aufgrund eines Amoklaufs an seiner Schule
Dr. Böhmer: Therapeut von Eric
Adam: Schulfreund von Eric, in den er glaubte, sich verliebt zu haben
Levin: Schulfreund von Eric; in den er sich sofort verliebte


Jannik – Teil 24
„Warten Sie!“, rief Jannik dem Referendar hinterher, als dieser das Klassenzimmer verließ und Jannik ihm kurz darauf hinterherrannte. „Bitte warten Sie.“, wiederholte Jannik. Es fiel ihm schwer, nicht in Tränen auszubrechen, aber vor Herrn Kronthaler wollte er nicht wie ein weinerlicher kleiner Junge aussehen. Denn tatsächlich blieb dieser stehen und drehte sich zu Jannik um. Es schien ihm sichtlich schwer zu fallen, einfach so zu gehen. „Ich kann nicht ändern, was ich getan habe. Das weiß ich.“, sagte Jannik zutiefst traurig. „Im Grunde genommen hab ich immer gewusst, was geschehen würde, wenn ich…, wenn ich Sie…“ Jannik konnte das Wort nicht sagen, aber Herr Kronthaler verstand ihn auch ohne viele Worte. „Jedenfalls, es tut mir leid!“
Nun war es Herr Kronthaler, der den Tränen nahe zu sein schien. „Oh mein Gott Jannik. Es gibt nichts, aber auch rein gar nichts, wofür du dich entschuldigen müsstest! Es war nicht dein Fehler. Ich bin hier der Erwachsenere von uns beiden und ich hätte die Anzeichen schon viel früher richtig deuten müssen. Es war mein Fehler und mir tut es leid, dass ich dich nun mit einem gebrochenen Herzen zurücklassen muss.“
„Sie doch auch.“, sagte Jannik. „Sie haben gesagt, sie hätten Liebeskummer. Demzufolge haben Sie auch ein gebrochenes Herz, oder?“ Herr Kronthaler nickte lediglich. „Liebe ist scheiße. In meinem ganzen Leben will ich mich nie mehr verlieben!“
Nun war es um Jannik geschehen. Er war das erste Mal verliebt und wusste es nicht besser, aber für ihn war Herr Kronthaler die große Liebe gewesen, egal wie unrealistisch es auch gewesen sein mag. Jannik fing zu weinen an. Dann hörte er einen Knall. Jannik ging an das Treppengeländer und blickte hinunter in die Aula. Ein Schüler zielte mit einer Waffe auf andere Leute. Ehe Jannik klar wurde, was da geschah, entdeckte dieser Schüler ihn und zielte mit der Waffe auf ihn. Ein weiterer Schuss. Doch die Kugel traf nicht Jannik, sondern Herrn Kronthaler, der sich in letzter Sekunde dazwischen warf und Jannik somit das Leben rettete.
Jannik stürzte zu Boden und Herr Kronthaler fiel auf ihn drauf. Aus seiner Brust trat Blut heraus. Janniks Augen weiteten sich vor Entsetzen, doch Herr Kronthaler, kämpfte unter Schmerzen darum, seine Augen offen zu halten. „Ha-hab kei-ne Angst.“, sagte er sehr langsam, während das Blut aus seiner Brust Jannik bedeckte. „Eines Tages…, wirst du dich neu verlieben. Gl-laub mir! Und jetzt ver-steck dich und wa-arte, bis Hilfe kommt.“ Jedes Wort, schien für Herrn Kronthaler die reinste Qual zu sein, doch er wollte Jannik in Sicherheit wissen. Er wollte sicherstellen, dass sein Opfer nicht vergebens war.
„Nein.“, heulte Jannik. „Nein. Bitte bleiben Sie bei mir. Sie müssen wach bleiben!“
„Marcus.“, sagte Herr Kronthaler, während seine Augen begannen, sich langsam zu schließen. „Nenn mich Marcus.“ Die Augen schlossen sich und Jannik konnte spüren, wie das Herz von Herrn Kronthaler langsam aufhörte zu schlagen. Jannik stieß einen schmerzerfüllten Schrei aus.

Moritz – Teil 26
Moritz erklärte sich dazu bereit, seine Halbschwester Emilia kennenzulernen. Er erhoffte sich nicht allzu viel davon, aber irgendwie interessierte es ihn dann doch, wer die Frau war, mit dem sein Vater einst eine Affäre hatte und wie seine Halbschwester wohl sein würde.
Eigentlich hatte Moritz keine Lust, zu sehr frustrierte ihn alles. Er konnte nicht einmal mehr richtig wütend auf seinen Vater sein, denn der war ja tot. Hinzu kam, dass die anderen Waisenkinder ihn immer noch wie einen Aussätzigen behandelten und dann war da noch Jacob, an den Moritz gerade immerzu denken musste. Wieso gerade jetzt? Irgendwie sehnte sich Moritz nach einer Schulter zum Anlehnen. Moritz wollte es nicht zugeben, aber insgeheim hatte er sich in Jacob verliebt.
„Sie werden gleich eintreffen.“, verkündete Herr Hendricks, während er mit Moritz am Eingang auf Emilia und ihre Eltern wartete. „Aufgeregt?“
„Ehrlich gesagt…, weiß ich nicht, was ich fühlen soll.“, antwortete Moritz, während seine Augen starr nach draußen gerichtet waren.
Doch seine Trance wurde jäh unterbrochen, als ein paar Jungs an ihnen vorbeistürmten und lauthals umherblärrten. „Wie oft hab ich euch schon gesagt, dass ihr in dem Bereich nicht rennen sollt?!“, schimpfte Herr Hendricks mit den Jungs. „Und seid bitte etwas leiser!“
„Aber Herr Hendricks. Sie bringen es in allen Nachrichten.“, sagte ein Junge im Vorbeigehen. „Irgendein Irrer hat in einer Schule um sich geballert und zwei Menschen sind dabei umgekommen!“
„Du meine Güte, das ist ja schrecklich.“, sagte Herr Hendricks, der den Jungs daraufhin in den Aufenthaltsraum folgte, wo alle gebannt und schockiert vor dem Fernseher saßen.
Moritz hingegen blieb stehen wo er war. Dabei hallten ihm die Worte des Jungen im Ohr nach: „…zwei Menschen sind dabei umgekommen!“ Die Erinnerung an den Todestag seiner Eltern wurde wieder in ihn hervorgerufen und Moritz konnte nicht anders, als zu weinen anfangen. Gerade in dem Moment tauchte eine dreiköpfige Familie auf. Ein kleines Mädchen schaute Moritz verblüfft an und fragte: „Bist du mein großer Bruder? Warum weinst du?“

Eric – Teil 21
„Als ich Adam mit einer Waffe in der Hand auf mich zukommen sah, schubste ich Levin instinktiv zur Seite, um ihn außer Gefahr zu bringen. Doch dafür traf die Kugel einen Jungen aus meinem Jahrgang, der mit dem Leben dafür bezahlen musste.“ Eric blickte starr auf den Glastisch vor sich, während seine Augen selbst gläsern waren. Bei den Erinnerungen an damals, schossen ihm selbst wieder Tränen ins Gesicht. Er gab sich die Schuld für den Tod von Leonas. „Als Adam begriff, dass er einen Unschuldigen umgebracht hatte, resignierte er vollends. Er war nicht mehr zurechnungsfähig und ballerte in der Aula rum, als wäre er verrückt geworden. Zuerst schoss er einer Schülerin ins Bein, dann tauchte eine Frau um die Ecke auf, auf die er die Waffe richtete. Danach traf er zwei Lehrer, von denen einer ebenfalls ums Leben kam. Und so ging es weiter bis ich schrie, dass er damit aufhören sollte. Ich weiß nicht, was in dem Moment über mich gekommen war. Hatte ich Todessehnsucht, einen bewaffneten Jungen anzuschreien, dem ich kurz zuvor das Herz brach? Mir war klar, dass es nur noch eine Frage der Zeit war, bis er seine Waffe auf mich richtete und genauso kam es dann auch.“ Eric hielt einen Moment inne. Ein Bild tauchte vor seinem geistigen Auge auf, wie Adam direkt vor ihm stand und seine Waffe auf sein Gesicht richtete. „Angst? Natürlich hatte ich Angst. Todesangst. Ich war wie gelähmt und konnte mich nicht bewegen. Lediglich meine Lippen konnte ich bewegen. Na los, schieß doch, hab ich zu ihm gesagt. Schieß endlich und bring es hinter dich, aber lass bitte alle anderen Menschen hier in Frieden. Sie haben dir kein Leid zugefügt. Ich, ich war es, der dir Leid zugefügt hat. Ich kann nicht genau sagen, was in eben diesem Moment in Adams Kopf vor sich ging, aber ich glaubte, dass ihm erst in diesem Moment klar wurde, was er getan hatte. Er fing zu weinen an.“
Dr. Böhmer saß angespannt Eric gegenüber und lauschte jedem einzelnen Wort. Erstmals bekam er die ganze Geschichte zu hören, obwohl er bereits einiges darüber wusste, da sein Enkel Jannik damals ebenfalls in der Schule zugegen war und nur knapp mit dem Leben davongekommen war. „Dann auf einmal… Adam senkte die Waffe und ich glaubte schon es sei vorbei. Doch stattdessen drückte er mir die Waffe in meine Hände. Drück ab, schrie er mich an, erschieß mich! Ich will so nicht weiterleben. Meine Hände zitterten wie Espenlaub, als ich die Waffe in den Händen hielt, mit der er so viele Menschen verletzt hatte. Natürlich war ich nicht in der Lage, Vergeltung für diese Menschen zu üben. Ich gab Adam keinerlei Schuld…, sondern einzig und allein mir. Und dann…“
„Dann hast du die Waffe auf dich selbst gerichtet.“, sagte Dr. Böhmer, dem dieses Detail der Geschichte von Anfang an bekannt war.
Eric nickte. „Ich richtete die Waffe auf mich. Adam starrte mich mit großen Augen an. Er konnte nicht begreifen, was ich da tat, warum ich die Waffe nun auf mich und nicht auf ihn richtete. Inzwischen tauchte Levin wieder auf. Er schrie mich an, was das werden sollte. Er packte mich am Arm und wollte mir die Waffe entreißen. Es kam zu einem wilden Handgemenge, bei dem sich auch Adam wieder einschaltete. Dann – ein letzter Schuss. Eine Kugel traf Levin in die Hüfte und er brach auf der Stelle zusammen. Erschrocken beugte ich mich über ihn. Adam stand da, fassungslos, die Waffe lag auf dem Boden vor seinen Füßen. Kurz darauf wurde die Schule von der Polizei gestürmt. Adam wehrte sich nicht. Zwei Beamte rissen ihn zu Boden und legten ihm Handschellen an. Levin und alle anderen Verletzten wurden mit Krankenwagen abtransportiert. Ich durfte bei Levin im Krankenwagen mitfahren. Kurz bevor sich die Türen schlossen, konnte ich sehen, wie Adam in einem Polizeiauto abgeführt wurde. Das war das letzte Mal, dass ich ihn gesehen habe…“

65 --- Flo (Teil 23, Moritz (Teil 27), ?, ? !
(Steht noch offen, weil ich mich nicht entscheiden kann... :D )
Mein Geschichten-Forum: http://www.skystar-stories.de/ :flag:

Benutzeravatar
GoldenStar18
member
member
Beiträge: 584
Registriert: 24 Sep 2013, 14:36

Re: Queer durchs Leben

Beitragvon GoldenStar18 » 12 Dez 2017, 12:48

Also ich hätte als mordopfer noch die Tochter von Manuela im Sinn gehabt. Das wäre dadurch wieder eine Person an die man nicht denken würde weil sie nicht so präsent gewesen wäre aber noch eine tolle handlung erzeugt hätte zb. wie ihre Familie damit umgegangen wäre bzw ob das sie wieder enger aneinander geschweißt oder entzweit hätte

Dass der Kronthaler (übrigens ein name den ich ewig falsch gelesen habe (kronhalter und kronaltar)) jemand bekanntes ist hab ich mir schon gedacht. Immer nur Herr Kronthaler zu benutzen is ja einerseits sehr umständlich gemacht und anderersrits etwas abstrakt bzw merkwürdig dass ein schwer verliebter Junge den Vornamen seiner Liebe nicht kennt/wissen will/absichtlich nicht benutzt XD
Manchmal sollte man nicht zu viel nachdenken - wenn sich was richtig anfühlt ist wahrscheinlich auch so

MusaMelody
new-boy
new-boy
Beiträge: 33
Registriert: 17 Mär 2017, 22:27

Re: Queer durchs Leben

Beitragvon MusaMelody » 12 Dez 2017, 16:28

Marcus war also der Herr Kronthaler.. warum musste er sterben? :(( Der arme Jannik.. das hat mich echt ein wenig traurig gestimmt, da ich irgendwie auf ein Happy End wenigstens für die beiden gehofft habe. Aber naja, wenigstens hat Manuela überlebt (auch wenn es mir schon irgendwie klar war).
Ich muss mich ehrlich fragen, was bei diesem Adam falsch gelaufen ist. Ja klar was Eric getan hat war nicht die feine englische Art, aber deswegen so austicken.. sowas ist einfach durchgeknallt. (Da ist das mit Nils ja noch gar nichts gewesen)
Ich bin darauf gespannt, wie Damian und Timo sowie Kai und Sarah damit jetzt umgehen.. und vor allem Jannik.
Wie das Dreieck um Felix, Jacob und Moritz endet, interessiert mich auch noch brennend! (Auch wenn ich mal darauf tippe, dass Jacob und Moritz zusammenfinden)

Wie immer richtig gut, und vor allem dramatisch geschrieben!! Du solltest echt von Beruf Autor werden ;)
Stay cool :flag:

Benutzeravatar
ArokhsSohn
member
member
Beiträge: 402
Registriert: 05 Sep 2012, 00:21

Re: Queer durchs Leben

Beitragvon ArokhsSohn » 12 Dez 2017, 21:51

Hey Sky,

Skystar hat geschrieben:ArokhsSohn hat den Jackpot gewonnen!

Und zwar gleich zwei mal, denn zumindest mein zweiter Todeskandidat hat ja gestimmt ;-)

Die Enthüllung, wer Herr Kronthaler aber tatsächlich ist, hat mich echt umgehauen. DAS war ja ein cooler Plottwist. Cool in Hinsicht auf die Enthüllung der Identität, nicht in Bezug auf das damit einhergehende Drama. Das könnte Damian auf grausame Weise die Entscheidung abnehmen...
Aber wirklich toll, wie das alles einen Sinn und ein Gesamtbild ergibt (das in früheren Teilen bereits angesprochene gebrochene Herz von Herrn Kronthaler).

Ich fand es auch gar nicht sooo seltsam, dass man seinen Vornamen bisher nicht erfahren hat. Ich hatte einfach angenommen, das sei so geschrieben, um auch noch einmal die deutliche Distanz vom Alter zwischen den beiden hervorzuheben. Echt super gemacht, diese Enthüllung :good:

Überhaupt waren Janniks und Erics Parts heute sehr fesselnd geschrieben. Die hatte ich dann auch schneller durch, als mir lieb sein konnte. Das ist meistens so, wenn etwas total spannend ist - es rast dann förmlich auf mich zu und wird in Flash-Geschwindigkeit verschlungen (geht mir auch regelmäßig bei Büchern so, wenn sich da das Finale abzeichnet).

MusaMelody hat geschrieben:Du solltest echt von Beruf Autor werden

:-D Wie oft hast Du das wohl schon zu hören/lesen bekommen, was?

Bei Moritz' Part fand ich toll, dass das Drama um seine Eltern mal wieder ein bisschen mehr in den Vordergrund gerückt ist bzw., er sich überhaupt mal wieder damit befasst - auch und vor allem emotional.

Ach ja, btw.:
Moritz, Teil 26 hat geschrieben:Die Erinnerung an den Todestag seiner Eltern wurde wieder in ihn hervorgerufen

"ihm" (Dativ)

Apropos Drama: Jaaa, stimmt, Du hast am Anfang darauf hingewiesen, also bekommt man ja auch das, was draufsteht. Ich bin ja schon ruhig :-D (ich hatte das wohl verdrängt, weil es an einigen Stellen recht gut lief und man sich da schnell dran gewöhnen könnte ^^)

Anmerkung zu den Charakteren, die von vornherein safe waren: Nils auch, denn der ist in einem Kapitel von Eric mal erschienen, als er diesem bei Dr. Böhmer begegnet ist (insofern auch ein Lichtblick für Nils' Zukunft übrigens, da dort geschildert wurde, dass er jemanden kennen gelernt hatte - diesmal hoffentlich jemand realen ^^).

Liebe Grüße,
Arokh

Benutzeravatar
Skystar
boypoint-Marketing
Beiträge: 1697
Registriert: 30 Jan 2013, 20:36
Wohnort: Bayern

Re: Queer durchs Leben

Beitragvon Skystar » 13 Dez 2017, 18:52

Na bitte... kaum fallen die Charaktere in Scharen Tod um, kommen alles aus ihrem Loch gekrochen und kommentieren. Muss ich mir merken: Das nächste Mal noch mehr Charaktere "beseitigen"... :D

@GoldenStar18:
Marie hatte ich z.B. so gar nicht auf den Schirm, sie umzubringen. Das lag wohl einfach daran, weil sie eben so unbedeutend war. Ich glaube, dass hätte keine so großen Emotionen ausgelöst wie bei Leonas oder bei Marcus. Hinzu kam, dass Manuela noch ein anderes Schicksal widerfährt...
Ich hab den Namen "Herr Kronthaler" übrigens nicht immer gezwungen benutzt. Die Idee, dass er Marcus ist, hatte ich zwar gleich zu Beginn meiner Geschichte, aber dass ein Schüler seinen Lehrer mit dem Nachnamen anredet, hat für mich was mit Respekt zu tun. Jannik kannte ja auch den Vornamen von ihm, bloß hab ich ihm den nur nie in den Mund gelegt oder in seinen Gedanken erwähnt. Ein Lehrer stellt sich zwar immer mit "Herr" und "Frau" XYZ vor, aber in bestimmten Unterlagen (z.B. Zeugnisse) steht ja der komplette Name.

@MusaMelody:
Warum er sterben musste? Weil ich ein Arsch bin! Ne im Ernst, ich hab mir die Entscheidung echt nicht leicht gemacht. Als ich begonnen habe die Geschichte zu schreiben, da hatte ich geplant, dass Adam Levin erschießt und dann sich selber. Dann wollte ich aber mehr Verbindungen zu den anderen Geschichten aufbauen und hab mir überlegt, wer den als "Todesopfer" in Frage käme. Die Entscheidung lag dann zwischen Leonas und Manuela (einen Hauptcharakter) und Marcus und Kai (einem Nebencharakter) und da ich schon Leonas gewählt hatte, wollte ich nicht auch noch Kai töten..., ergo Marcus. Das dient auch der Dramaturgie hinsichtlich von Damian und Timo, wo die Geschichte ja noch weiter geht.
PS: Danke für das Lob, dass ich Autor werden sollte, aber ich hab noch einen weiten Weg vor mir :) . Hab erst beim Schreiben der letzten Teile bemerkt, dass ich ein paar gravierende Fehler eingebaut habe, die ich nicht mehr ausbügeln kann...

@ArokhsSohn:
Ja, mit einem Todeskandidaten hattest du Recht. Ich musste auch echt schmunzeln, als du mir die PN damals geschickt hast. Schön, dass der Plottwist so gut funktioniert hat. Hab ihn mir auch bis zum Schluss aufgehoben^^.
Moritz und seine Eltern: Tja, nachdem ihr alle angemerkt habt, dass so gar nichts mehr von Moritz und seinen Eltern kam, da musste ich einfach diese kleine Szene einbauen, in der Moritz an den Tod seiner Eltern schmerzhaft erinnert wird. Wobei, nur weil man ihn nicht (mehr) trauern sieht, heißt das ja nicht, dass er happy durch die Gegend tanzt. Seine Geschichte war einfach nur sehr eng mit der von Felix verflochten, bzw durch Jacob, der natürlich noch einmal einen Auftritt haben wird!
Und was Nils angeht. Ja, durch seinen kleinen damaligen Gastauftritt in einem Teil von Eric, wisst ihr, dass es ihm in der Zukunft wieder besser geht. Damals war jedoch nicht ganz klar, in welcher Zeitlinie Eric und Nils sich befinden. Als Nils von einem Jungen sprach, den er kennengelernt hat, da hätte es damals genauso gut Valentin sein können.



Übrigens hab ich mich dazu entschieden, Nils im nächsten Kapitel mit reinzupacken und es wird auch das letzte Kapitel mit Nils sein! Zuerst hatte ich die Abschlussteile von Jannik und Manuela für dieses Kapitel geplant, aber zeitlich passt das von Nils besser vor dem von Jannik und da Nils Teil etwas länger ausfällt, musste auch Manuela weichen.
Und weil ich die Geschichte inzwischen zu Ende geschrieben habe. Hier die komplette Übersicht der letzten Kapitel:

65 --- Flo (Teil 23, Moritz (Teil 27) & Nils (Teil 25) !
66 --- Flo (Teil 24), Felix (Teil 28) & Moritz (Teil 28) !
67 --- Ricardo (Teil 26), Damian (Teil 26) & Manuela (Teil 26) !
68 --- Damian (Teil 27), Jannik (Teil 25), Ricardo (Teil 27) & Eric (Teil 22) !
Mein Geschichten-Forum: http://www.skystar-stories.de/ :flag:

Benutzeravatar
Skystar
boypoint-Marketing
Beiträge: 1697
Registriert: 30 Jan 2013, 20:36
Wohnort: Bayern

Re: Queer durchs Leben

Beitragvon Skystar » 14 Dez 2017, 17:43

Da bin ich... schon wieder. Keine Angst, nicht mehr lange und ihr habt eure Ruhe vor mir! Doch wenn ihr schon so fleißig kommentiert, dann will ich euch das nächste Kapitel auch nicht mehr länger vorenthalten. Es soll ja keiner sagen, ich wäre nur kommigeil und würde euch dafür nicht einmal belohnen.

Das heutige Kapitel... sagen wir es mal so, ihr könnt Flos Geschichte zu Ende lesen, oder aber auch nicht. Ich gebe zu, bei Flo hab ich mich echt verloren, denn ihre Geschichte war nicht wirklich von Anfang bis Ende gut durchdacht. Zudem hab ich mir die Frage gestellt ob ich denn jetzt wirklich alle offenen Handlungsstränge beenden muss, oder nicht. Irgendwie hab ich mich dann dazu durchgerungen, die Handlungsstränge alle zu schließen, allerdings auf eine etwas andere Art. So darf Flos Teil heute als eine Art "Gag" herhalten, der meine Fehler selbst aufs Korn nimmt. Ich will jetzt nicht groß spoilern, aber es hat was mit Irina Moustaki und Alexander zu tun, zwei Nebencharaktere, die mir etwas entglitten sind und zu Flos Untergang geführt haben. Hinzu kommt noch ein anderer Nebenplot, der bereits in mehreren Geschichten eingebracht wurde und der bislang noch offen stand. Kurzum: Es ist ein Kuddelmuddel, also bitte nicht zu kritisch sehen (dabei vor allem GoldenStar18 anguck :P )

PS: Und wenn diese Geschichte und meine aktuell laufende Weihnachtsgeschichte zu Ende sind, werde ich mir die Zeit nehmen und euch erklären, wie es zu den Fehlern kam, die sich nun eingeschlichen haben.


65 ----------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------

    "R.I.P. Marcus! Was was das nur für ein Schocker im letzten Kapitel? Ich meine, es ist ja schon schlimm genug, dass Herrn Kronthaler ums Leben kommt, als er Jannik (wieder einmal) das Leben rettet, aber dann entpuppt er sich auch noch als Marcus, Bruder von Timo und zweite große Liebe von Damian? Wtf?! Mir graut´s jetzt ein wenig vor dem nächsten Kapitel mit Damian, denn der schien ja inzwischen die gemeinsame Wohnung mit Timo verlassen zu haben. Doch davor lässt Skystar uns die Zeit, mal kurz Luft zu schnappen und durchzuatmen, denn das heutige Kapitel fällt im Vergleich zu den vorherigen Kapiteln nun ein wenig ab. Wir haben Flo..., wir haben Moritz... und wir haben Nils! Letzteren werden wir heute das letzte Mal sehen und eigentlich ist bei ihm mit einem "Happy End" zu rechnen. Moritz lernt inzwischen seine Halbschwester kennen. Also los, rein ins Vergnügen und viel Spaß!

    Mit hochachtungsvollen Grüßen
    -Der-dessen-Name-ihn-nicht-nennen-möchte!"

ROLLENLISTE:

Moritz Hanssen (16): Seine Eltern starben, noch vor seinem Outing; kam in ein Kinderheim
Jacob: Freund von Felix, der von Frau Brecheisen adoptiert wurde
Herr Hendricks: Betreuer des Kinderheims
Emilia: Halbschwester von Moritz
-
Eric Großfürst (16): besucht einen Therapeuten aufgrund eines Amoklaufs an seiner Schule
Dr. Böhmer: Therapeut von Eric
-
Nils Tannenlöh: verliebt in Valentin, der allerdings nur eine Traumfigur ist
Ralf Tannenlöh: Nils großer Bruder
Sarah: Freundin von Ralf (siehe auch Sarah Wichtel bei „Leonas“)
-
Felix Brecheisen (17): Waisenkind; wurde adoptiert und sollte Amadeus heiraten
-
Leonas Kaczor: Leicht übergewichtig; heimlicher Freund von Kai
Kai Schumann: Anführer einer Schulclique; heimlicher Freund von Leonas
Sarah Wichtel: Beste Freundin von Leonas
-
Florentine „Flo“ Neumann (22): Transgender; ritzt sich
Alexander: Ehemaliger Date-Partner, der Flo nun hinterher zu spionieren scheint
Patrick Traunstein: ursprünglich mal ein Mädchen mit dem Namen Patricia
Irina Moustaki: Köchin aus Griechenland; Kollegin von Flo


Flo – Teil 23
„Hochzeit abgesagt. Bräutigam auf der Flucht!“, las Flo, als sie die Lokalnachrichten in der Zeitung las. „Sieht ganz danach aus, als hätte Felix gerade noch die Kurve gekriegt.“
„Und das hat der Junge einzig und allein dir zu verdanken.“, sagte Patrick, der zusammen mit Flo in dem Restaurant saß, in dem Flo sonst ihre Arbeit verrichtete.
„Deine Worte in allen Ehren, aber ich war nur zur richtigen Zeit, am richtigen Ort.“, sagte Flo bescheiden. „Schade ist nur, dass ich nicht das Gesicht von dem alten Sackgesicht sehen konnte, als sein Adoptivsohn nein sagte und fluchtartig über die Hecke sprang.“
„Die haben sicherlich einen Fotografen engagiert, der das festgehalten hat.“, meinte Patrick amüsiert. „Und wo wir schon von unausstehlichen Leuten sprechen. Wo ist denn eure Gourmet-Köchin aus Griechenland? Ich hab sie heute noch gar nicht aus der Küche schimpfen gehört.“
Flo grinste innerlich in sich hinein. „Gefeuert. Sogar der Chef fand sie irgendwann unausstehlich, aber das i-Tüpfelchen kommt erst noch, denn jetzt wurde sie auch noch eingebuchtet.“
„Warum das denn?“, fragte Patrick überrascht.
Flo zuckte mit den Schultern. „Nachdem sie gekündigt wurde, ist sie offenbar von einer Polizeikontrolle aufgehalten worden und wie sich herausgestellt hat, ist Irina Moustaki keine geringere als der ewig gesuchte Raser, der Passanten anfährt.“
„Ist nicht wahr?“, stieß Patrick überrascht aus. „In was für einer irren Welt leben wir eigentlich. Aber schon komisch, wie sich alles gerade entwickelt. Als würde sich alles zum Guten wenden…“
„Ja, als wären wir alle nur Karikaturen eines Autors, dem in der allerletzten Sekunde eingefallen ist, er sollte vielleicht noch schnell ein paar Happy Ends mit einbauen.“ Flo fing zu lachen an. Sie hatte lange genug Trübsal geblasen und genoss ihren freien Tag in vollen Zügen. Und was gäbe es schöneres, als sich von ihren Kollegen bedienen zu lassen, die sonst so fies zu ihr waren.
„Hallo Flo…“
Flo sah auf. „Hallo Alexander.“ Sie war keineswegs überrascht, ihn hier – schon wieder – anzutreffen. Genaugenommen haben Patrick und sie schon die ganze Zeit auf ihn gewartet. Denn Alexander war der einzige, der Flos gute Laune noch trüben konnte, aber auch das sollte sich heute ändern.

Moritz – Teil 27
„Ich freue mich sehr deine Bekanntschaft zu machen Moritz. Ich bin die Sabine, das ist mein Mann Jürgen und das ist meine Tochter Emilia, deine Halbschwester...“, sagte die Frau, mit der Moritz` Vater einst eine Affäre hatte. Sie alle hatten es sich auf zwei Sofas bequem gemacht und Herr Hendricks verfolgte das erste Aufeinandertreffen in einem Sessel. „Als ich das von deinem Vater gehört habe, war ich sehr erschrocken. Sein Ableben geht auch mir sehr nahe.“ Moritz blickte die Frau argwöhnisch an. „Das mit deiner Mutter tut mir natürlich auch leid. Ich kann mir gar nicht vorstellen, was du durchgemacht hast, beziehungsweise immer noch tust.“
„Sabine ging es wirklich sehr schlecht, als sie von dem tragischen Unfall gehört hat.“, bezeugte ihr Mann. „Sie… hatte einen Zusammenbruch und lag für ein paar Tage im Krankenhaus.“, erzählte er, sowohl an Moritz, als auch an Herr Hendricks gewandt, während er stets die Hand seiner Frau hielt. „Aber es geht ihr inzwischen wieder besser…“
„Moritz…, du sollst wissen, dass ich damals keine bösen Absichten hatte, als dein Vater und ich eine Affäre miteinander hatten. Ich war damals noch nicht mit Jürgen zusammen und wusste zunächst gar nicht, dass dein Vater bereits verheiratet war und ein Kind hatte. Ich lernte ihn in einer Bar kennen und wir kamen ins Gespräch. Er war so charmant und galant. Ich hatte mich sofort in ihn verliebt.“, erzählte Sabine und Moritz entging nicht, wie sie von seinem Vater schwärmte, während sie in Erinnerungen schwelgte. „Aber als er mir gestand, dass er verheiratet war, da beendete ich unsere Affäre auf der Stelle. Mir war das nicht Recht. Lieber zerstörte ich mein Liebesglück, als das Glück einer Frau und ihres Sohnes. Ich wusste nicht, dass ich bereits schwanger von deinem Vater war, aber ich habe für mich beschlossen, es ihm nicht zu sagen.“
„Und woher wusste er dann von Emilia?“, fragte Moritz mit leicht bösem Blick. Er schaute zu Sabine, aber auch zu Emilia, die sich eher bedeckt hielt. „Er hat sie in seinem Testament bedacht.“
„Nun das wusste ich bis vor zwei Tagen selber nicht, bis Emilia mir gestand, dass einmal ein Mann an unserem Zaun stand, während sie im Garten spielte. Wir hatten Emilia natürlich verboten, sich mit fremden Leuten zu unterhalten und sie wollte gehen, als dieser Mann wohl zu ihr sagte, dass sie seine Augen hätte. Das war alles. Danach ging der Mann wieder.“
Moritz sah Emilia etwas genauer an. „Es stimmt.“, sagte er und lächelte kurz darauf auch ein wenig. „Du hast tatsächlich die Augen unseres Vaters.“
„I-Ich… ich hätte ihn gerne besser kennengelernt.“, sagte Emilia nun ein klein wenig schüchtern. „Meine Mum hat mir inzwischen ein paar Sachen über ihn erzählt, was sie noch von damals wusste, aber ich wünschte, er hätte auch mich ein wenig besser kennenlernen können.“
„Tja… ich hab sechzehn Jahre lang mit ihm unter einem Dach gewohnt…, aber auch er wusste nicht alles über mich.“ Moritz wurde still und starrte ins Leere. „Ich hab es ihm nie gesagt.“
„Ihm was nie gesagt?“, fragte Emilia neugierig.
Moritz lächelte traurig. „Das ich schwul bin.“

Nils – Teil 25
Seitdem Nils von einem Auto erfasst wurde und er von Valentin Abschied nahm, waren inzwischen mehrere Wochen vergangen. Inzwischen war der Winter hereingebrochen. Es war kalt und die ganze Stadt war von Schnee bedeckt. Nils fasste langsam wieder Fuß im Leben und erledigte gerade mit seinem Bruder Ralf und dessen Freundin Sarah ein paar Weihnachtseinkäufe in einem Kaufhaus, als die Vergangenheit sie auf verschiedenste Art und Weise wieder einholte.
„Was ist los?“, fragte Ralf seine Freundin, als diese urplötzlich stehen blieb. Ihr Gesicht war kreidebleich, als hätte sie ein Gespenst gesehen.
„Entschuldigt ihr mich bitte für einen Moment.“, sagte Sarah lediglich und marschierte zu einem Jungen, der sich hinter einem Christbaum versteckte, um einem anderen Jungen nachzuspionieren.
Ralf blickte seiner Freundin verwirrt hinterher, aber Nils konnte sich Sarahs Verhalten sofort erklären: „Das ist Kai, der Freund von Leonas. Und der Junge den er beschattet… das ist Eric.“ Nun verstand auch Ralf. „Kai gibt Eric die Schuld an dem Tod seines Freundes. Sarah versucht mit Kai zu reden, wobei ich glaube, dass sie dabei keinen Erfolg haben wird. Den Verlust seiner großen Liebe kann man nicht mit ein paar Worten aufwiegen. Kai wird noch sehr lange daran zu knabbern haben.“
„Hm ja, Sarah spricht nicht sehr gerne darüber und wenn, dann fängt sie immer gleich zu weinen an.“ erzählte Ralf. „Wir hatten schon gemeinsam die Schule verlassen, als wir den ersten Schuss hörten. Sie wollte wieder reinrennen, doch ich konnte sie zurückhalten und wir warteten, bis die Polizei eintraf. Ich werde ihren Blick nie vergessen, als sie den Leichnam ihres toten Freundes erblickte. Grauenhafter Tag. Es vergeht kein Tag, an dem wir nicht daran denken müssen und… hey, alles okay bei dir?“ Nils war mit seinen Gedanken kurz woanders. Genauer gesagt bei Valentin. „Sicher, dass ich dich nicht gleich zu deinem Therapeuten begleiten soll?“, fragte Ralf besorgt nach.
„Mir geht es gut Ralf. Ehrlich!“, antwortete Nils, was sogar der Wahrheit entsprach. Er war zwar traurig, aber wieder bei gesundem Menschenverstand. „Ich habe nicht so viel verloren, wie manch andere…“
„Komm her kleiner Bruder.“, sagte Ralf und nahm Nils liebevoll in den Arm.
Bevor Nils sich zu seiner Therapiesitzung aufmachte, schenkte er seinem großen Bruder noch ein Lächeln der Dankbarkeit. Nils hatte zwar noch nicht seine große Liebe gefunden, aber dafür hatte sein großer Bruder einen Ehrenplatz in seinem Herzen. Doch auf dem Weg zu seiner nächsten Therapiesitzung lernte Nils einen Weihnachtselfen kennen. Nein, das träumte er nicht! Ein Junge, als Weihnachtself verkleidet, überreichte Nils am Ausgang des Kaufhauses noch einen Flyer und meinte, dass er sich noch was wünschen dürfte. Doch an einen Wunsch war gar nicht zu denken, denn Nils war so hin und weg von dem weihnachtlichen Zauber, den der Junge ausstrahlte, dass er nur Augen für ihn hatte. „Wenn du dir nichts wünscht, darf ich mir dann was wünschen?“, fragte der Weihnachtself ihn und lächelte dabei frech. „Ich würde mir wünschen, dass du mich zurückrufst. Meine Handynummer hab ich dir auf deinen Flyer notiert.“ Der Junge zwinkerte Nils zu. Flirtete er etwa gerade mit ihm? Nils konnte es kaum glauben. Er erwiderte das Lächeln und nickte. Danach machte er sich auf zu Dr. Böhmer, um ihm zu erzählen, dass Träume wahr werden können.

66 --- Flo (Teil 24), Felix (Teil 28) & Moritz (Teil 28) !
(Noch drei Kapitel !)
Mein Geschichten-Forum: http://www.skystar-stories.de/ :flag:

Benutzeravatar
ArokhsSohn
member
member
Beiträge: 402
Registriert: 05 Sep 2012, 00:21

Re: Queer durchs Leben

Beitragvon ArokhsSohn » 18 Dez 2017, 17:35

Hey Sky,

Flo's Part hat mir heute sehr gut gefallen. Die Selbstironie war einfach herrlich :-D
Dass Irina die gesuchte Raserin ist, hätte ich niemals erwarte - also wieder einmal ein schöner Twist :good:
Allerdings ist Dir der Aufbau als Antagonistin nicht so gut gelungen (wie Du selbst auch schon festgestellt hast). Irinas Auftritte waren zu geringfügig, um größere Bedeutung zu erhalten. Insofern wurde da nicht so richtig Spannung erzeugt. Lediglich, wie es jetzt mit Alexander ausgeht, könnte nochmal interessant sein. Flo und Patrick haben ihn erwartet? Was haben Sie denn vor?

Moritz' Parthat mir auch gut gefallen. Es fühlt sich auch hier nach Zielgerade an und die Aufarbeitung des Themas um seine Eltern ist Dir letztendlich doch noch sehr gut gelungen, finde ich. Wenn es gut läuft für ihn, bekommt er ja vielleicht wieder Anschluss an eine Familie...

Nils' Geschichte ist immer noch die Nr. 1 :-D
Ein schönes Crossover gab es mit Leonas' Teil, indem man erfährt, was Sarah und Kai inzwischen so machen und wie sie mit seinem Tod umgehen.
Wie erwartet, gibt es für Nils also ein Happy End, das ist sehr schön. Ich nehme mal an, wer der mysteriöse Junge ist, den er da kennengelernt hat, lässt Du offen?

Bin gespannt auf das Finale des restlichen Ensembles.

LG, Arokh

Benutzeravatar
Skystar
boypoint-Marketing
Beiträge: 1697
Registriert: 30 Jan 2013, 20:36
Wohnort: Bayern

Re: Queer durchs Leben

Beitragvon Skystar » 18 Dez 2017, 17:39

66 ----------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------

    "Noch eine Woche bis Weihnachten, aber eines steht fest: Diese Gesichte hier vorher zu Ende sein! Ladys und... nein eigentlich nur Gentleman: Die letzte Woche von 'Queer durchs Leben' bricht heute an! Und wie könnten wir das Ende dieser Finalwoche besser beginnen, als mit Felix und Moritz (Flo ignorieren wir?!?)? Die beiden Jungs waren schon fast von Anfang an miteinander verbunden. Moritz, der seine Eltern verlor und ins Kinderheim kam und Felix, der bislang im Kinderheim lebte und adoptiert wurde. Werden sich die beiden Jungs heute wieder über den Weg laufen und der Kreis schließt sich? Und was ist mit Jacob? Er ist zwar Felix` Freund, war zuletzt aber sehr enttäuscht, als er sah, wie Felix Lucas küsste. Hat Moritz inzwischen Gefühle für Jacob? Wird Moritz heute adoptiert? Das letzte Kapitel mit den beiden Waisenkindern - Let´s go!

    Feedback ist wie immer erwünscht
    -Der-dessen-Name-ihn-nicht-nennen-möchte!"

ROLLENLISTE:

Moritz Hanssen (16): Seine Eltern starben, noch vor seinem Outing; kam in ein Kinderheim
Jacob: Freund von Felix, der von Frau Brecheisen adoptiert wurde
Lara: Waisenkind; bezeichnet sich selbst als vorlaut und direkt
Emilia: Halbschwester von Moritz
-
Felix Brecheisen (17): Waisenkind; wurde adoptiert und sollte Amadeus heiraten
Lucas Brecheisen(15): wohlhabend aufgewachsen; ziemlich vorlaut und frech
Charlotte Brecheisen: Französin; adoptierte Felix ohne ihn näher kennenzulernen
Arnulf Brecheisen: Anwalt; Vater von Lucas
Mathéo: Page & Chauffeur der Familie Brecheisen
-
[b]Florentine „Flo“ Neumann (22):[/b] Transgender; ritzt sich
Sebastian: Bester Freund von Flo und schwul
Alexander: Ehemaliger Date-Partner, der Flo nun hinterher zu spionieren scheint
Patrick Traunstein: ursprünglich mal ein Mädchen mit dem Namen Patricia


Flo – Teil 24
„Du befindest dich in nicht allzu guter Gesellschaft, wie ich sehe.“, sagte Alexander zu Flo, sah dabei aber vor allem Patrick an.
„In der Tat Alexander, denn du störst hier.“, entgegnete Flo mutig. Endlich stellte sie sich Alexander entgegen, denn sie und Patrick hatten einen Plan. Einen Plan, um ihren leicht psychisch gestörten Verehrer ein für alle Mal loszuwerden.
„Ich bitte dich. Flo…, was hat dieser Kerl dir zu bieten, was ich dir nicht bieten kann.“, sagte Alexander und schaute Patrick dabei abfällig an. „Schau ihn dir doch mal an. Er ist ja noch nicht einmal ein ganzer Kerl…“
„Und ich keine ganze Frau…, wie du mir mehr als deutlich zu verstehen gegeben hast. Deshalb hab ich auch nie verstanden, warum du mir trotzdem hinterherläufst.“, entgegnete Flo weiterhin stark. „Inzwischen glaube ich aber zu wissen, warum du das tust. Du tust das, weil du ein kranker perverser Sadist bist, der sich am Leid anderer Leute vergnügt und mit mir hattest du bislang einfaches Spiel, aber das ist jetzt vorbei. Es ist vorbei, Alexander!“
Flo wollte an Alexander vorbei marschieren, doch hielt dieser sie nun wütend am Handgelenk fest. Als Alexander jedoch die Narben an Flos Handgelenk und ihren wütenden Blick sah, ließ er sie auf der Stelle wieder los. „Du gehörst mir Flo. Nur mir. Mir ganz allein!“
„Gott, was für ein erbärmlicher Wicht du bist.“, meinte Patrick, der von Alexanders Art sichtlich angewidert zu sein schien. „Du bist eine Schande für alle Männer auf dieser Welt.“
„Wage es nicht mich zu beleidigen, du… du… Monster!“, drohte Alexander nun Patrick. „Du und deinesgleichen seid ekelhaft. Ihr seid weniger wert als Abschaum!“ Patrick stand Nase an Nase gegenüber Alexander. Flo glaubte schon, dass Patrick Alexander nun eine reinschlagen würde, doch konnte sie beruhigt ausatmen, als Patrick zu lachen anfing. Patrick lachte und alle Menschen im Restaurant bekamen sein Gelächter mit. „Hör auf zu lachen.“, sagte Alexander, doch Patrick ignorierte ihn einfach und lachte ungeniert weiter. Sein Lachen übertrug sich auch auf Flo, die nun ebenfalls in schallendes Gelächter ausbrach. „Hört auf zu lachen. Ihr sollt aufhören, hab ich gesagt, oder ich bring euch um!“
Alexander schrie das ganze Restaurant zusammen und Patrick und Flo hörten schließlich zu Lachen auf. Dann kroch Sebastian unter einem Tisch hervor und rief ganz laut: „Und haben das jetzt alle gehört?“ Ein paar der Restaurant-Gäste nickten, doch waren das gar keine Restaurant-Gäste, sondern Beamte im verdeckten Einsatz. „Ach Lexus.“, sagte Sebastian schadenfroh. „Wusstest du eigentlich, dass ich gerade eine Polizei-Ausbildung mache und dies hier alles meine Freunde sind?“ Alexander wurde kreidebleich im Gesicht. „Tja, du hast sowas von verschissen!“ Flo lächelte in sich hinein, denn Alexander würde ihr so schnell keine Probleme mehr bereiten.

Felix – Teil 28
Felix rannte so schnell ihn seine Beine nur tragen konnten. Nach nur wenigen Kilometern fühlten sich diese schwer wie Blei an und er musste anhalten, um Luft zu schnappen. Doch als er eine schwarze Stretchlimousine von dort heranfahren sah, von wo er gekommen war, bekam er es mit der Angst zu tun und er rannte weiter. Doch natürlich holte die Limousine ihn ein.
Das Fenster zum Beifahrersitz wurde hinuntergelassen und Mathéo, der Page und Chauffeur der Familie Brecheisen saß am Steuer. „Bitte warten Sie, Sir.“, sagte Mathéo.
„Nie im Leben! Wer sitzt da hinten drin? Der kranke Alte, die durchgeknallte Hexe oder alle Beide?“, fragte Felix und meinte natürlich keine Geringeren als seine Adoptiveltern.
„Niemand Sir. Ich komme alleine.“, antwortete Mathéo. „Bitte steigen Sie ein.“
„Ich bin doch nicht verrückt! Sie wollen mich zu denen zurückbringen!“, schrie Felix ihn an, während er neben dem Auto her lief.
„Nein Sir, nein. Der junge Herr Lucas schickt mich zu Ihnen. Er hat mir aufgetragen Sie dorthin zu fahren, wo auch immer sie hin möchten. Außerdem soll ich Ihnen das hier übergeben.“ Mathéo hob ein paar Unterlagen empor und blieb mit der Limousine stehen. Und endlich blieb auch Felix stehen. Er war zwar noch ein wenig misstrauisch, nahm die Unterlagen aber dennoch durchs Beifahrerfenster entgegen.
„Das sind…“ Felix konnte es nicht glauben. „Das sind meine Adoptionspapiere, aber woher…?!“
„Manchmal fällt der Apfel eben doch sehr weit vom Stamm.“, erklärte Mathéo lediglich und spielte dabei auf Lucas an, der im Gegensatz zu seinen Eltern doch noch sowas wie Ehre und Anstand besaß. „Und? Werden Sie nun einsteigen?“
Felix überprüfte die Unterlagen. Es waren tatsächlich die Originale. Felix lächelte und zerriss sie an Ort und Stelle. Danach setzte er sich auf den Beifahrersitz der Limousine. „Los gib Gummi und wenn du mich noch einmal siezt oder „Sir“ nennst, dann kracht`s im Karton, verstanden?!“ Mathéo nickte beunruhigt und fuhr los. Felix wusste ganz genau, was das Ziel seiner Reise war.

Moritz – Teil 28
Moritz machte in der Nacht kein Auge zu. Unzählige Dinge beschäftigten ihn momentan. Also machte er einen kleinen, unerlaubten und nächtlichen Spaziergang durchs Gebäude, wo er in der Küche auf Lara stieß, die sich gerade ein Pudding stibitzte, aber den Löffel zu Boden fallen ließ, als Moritz plötzlich hinter ihr stand. „Oh Gott, hast du mich erschreckt!“, stieß sie erschrocken aus.
„Das war die Rache für damals.“, erwiderte Moritz amüsiert, nahm sich ebenfalls einen Pudding aus dem Kühlschrank und gesellte sich zu Lara auf den Tresen. Zugegeben, er hatte gehofft, Lara hier anzutreffen. Irgendwie war ihm nach Reden zumute und er wusste, dass Lara eine sehr gute Gesprächspartnerin sein würde.
„Du bist also schwul, hm?“, stieß Lara geradewegs heraus. „Hab gehört, wie du es heute zu der Familie gesagt hast. Naja…, eigentlich haben es alle gehört.“
„Oh toll…, dann bin ich jetzt das Gesprächsthema Nummer Eins.“, meinte Moritz wenig erfreut.
„Nur solange, bis du nicht mehr interessant genug bist.“, sagte Lara sichtlich vergnügt, während sie ihren Schokopudding aß. „Apropos interessant. Dein Freund in jener Nacht damals, der war interessant. Dein Freund?“
„Nein…“, antwortete Moritz nur, doch als Lara ihn stier ansah und wartete, fügte er hinzu: „Aber ich hätte nichts dagegen. Ich mag ihn…“ Lara sah ihn noch eindringlicher an. „Okay, ich bin in ihn verknallt. Bist du nun zufrieden?“
„Ja!“, rief Lara in der Tat erfreut. „Kannst du seinetwegen nicht schlafen?“
„Seinetwegen und weil mir die Familie die heute da war, angeboten hat, mich zu adoptieren, wenn ich möchte und wir uns ein wenig besser kennengelernt haben. Das kleine Mädchen, Emilia, ist meine Halbschwester. Frag nicht. Ist kompliziert!“
„Klingt für mich aber stark nach einem Sechser im Lotto.“, sagte Lara, nachdem Moritz ihr von der Adoption erzählte. „Ich würde alles dafür tun, um endlich aus dem Laden rauszukommen. Doch den meisten Leuten wirke ich zu frech und vorlaut…“ Wie Recht sie doch hatten. „Aber so bin ich nun mal und ich lass mich auch nicht verbiegen. Ich hab lange genug den Mund gehalten, als mein Vater mich geschlagen hat.“ Moritz blickte Lara erschrocken an. „Oh stimmt, weißt du ja noch gar nicht. Meine Mum starb bei meiner Geburt und mein Vater war ein Säufer und Schläger. Naja…, irgendwie hoffe ich, dass es ihm inzwischen besser geht. Andererseits darf er auch gerne sonst wo versauern…“
„Das wusste ich nicht.“, sagte Moritz mitfühlend.
„Scheiß drauf. So spielt das Leben. Jeder von uns hier hat seine Geschichte.“, sagte Lara frohen Mutes. „Und du hast es in der Hand, wie deine Geschichte weiter geht.“
Moritz nickte und traf eine Entscheidung. Momentan fühlte er sich noch nicht dazu bereit, adoptiert zu werden. Zu sehr trauerte er seinen Eltern noch nach und zu sehr kämpfte er mit sich selbst und dem was er war. Außerdem… gab Moritz die Hoffnung nicht auf, dass Jacob eines Tages doch wieder hier aufschlagen würde und in der Tat. Es klopfte an Moritz` Zimmertür und als er sie öffnete, stand zu seiner Verwunderung Jacob davor. „Hi.“, sagte er wie ein strahlender Sonnenschein. „Also…, nur damit du siehst, dass ich weiß, wie man eigentlich richtig ein Zimmer betritt. Nicht durchs Fenster und auch nicht mithilfe von den Kreditkarten meines Vaters. Und wenn du dich fragst, warum ich nach so langer Zeit plötzlich wieder hier aufkreuze… naja… wie soll ich sagen…, ich hab dich vermisst. Scheiße verdammt, wie blöd kann man sein, um das erst so spät zu schnallen und…“
„Jacob. Jacob!“ Moritz gebot ihm Einhalt. Er hätte sich über Jacobs Rückkehr gefreut, noch mehr noch über dessen Eingebung, aber da machte ihm jemand einen Strich durch die Rechnung: „Bevor du weiterredest…“ Moritz hatte die Tür bislang nur halb geöffnet, doch jetzt zog er sie ganz auf und hinter der Tür kam ein anderer Junge zum Vorschein. Es war Felix!

67 --- Ricardo (Teil 26), Damian (Teil 26) & Manuela (Teil 26) !
Mein Geschichten-Forum: http://www.skystar-stories.de/ :flag:

Benutzeravatar
GoldenStar18
member
member
Beiträge: 584
Registriert: 24 Sep 2013, 14:36

Re: Queer durchs Leben

Beitragvon GoldenStar18 » 19 Dez 2017, 16:37

Also wenn das wirklich das Ende von Felix, Jacob und Moritz ist, dann ist es höchst unbefriedigend XD

Du hast beide stories so miteinander verknüpft, dass sie einen gemeinsamen Höhepunkt haben würden. Und jetzt verweigerst du uns sozusagen das Ende.
Manchmal sollte man nicht zu viel nachdenken - wenn sich was richtig anfühlt ist wahrscheinlich auch so

Re: Queer durchs Leben

Werbung
 

Zurück zu „Schwule Geschichten“



Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast