Queer durchs Leben

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ArokhsSohn
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Re: Queer durchs Leben

Beitragvon ArokhsSohn » 22 Nov 2017, 18:22

Hi Sky,

dann sollte ich wohl froh sein, dass Du doch nicht unter die Telepathen gegangen bist :-D

der Storydealer hat geschrieben:Du musst gegen deine Sucht ankämpfen, meine Geschichte zu verschlingen, denn sie wird bald enden!!!

…sagt er und legt gleich wieder neuen Stoff bereit… Wie könnte ich das, wenn Du so regelmäßig einen neuen Teil raus haust? Wie soll man sich denn da bitteschön entwöhnen? :-P Ach komm, sag mal ehrlich, Du hast doch eh schon wieder das nächste Projekt im Hinterkopf, oder?

Eric… das Interesse an seiner Geschichte nährt sich ja hauptsächlich aus dem Umstand, dass man nicht weiß, was genau der Grund ist, warum er beim Therapeuten sitzt. Darüber hinaus ist die zeitliche Ebene, in der seine Sitzungen stattfinden, nicht ganz klar (ich vermute, die Story ist die Einzige, die in der Zukunft spielt und am Ende alle anderen zusammenführt).
Nun gibt es also erste Details, was passiert ist sowie die Information, dass Eric wohl irgendwie (wenn auch nur eingebildet) daran schuld sein soll. Das kann ja fast nur etwas mit einer persönlichen Sache zu tun haben. Hängt es mit dem Jungen zusammen, in den er sich verliebt hatte? Wie hieß der noch gleich? Adam? Hau mich nicht, wenn ich jetzt was durcheinander bringe, es sind einfach so viele Informationen und ich bin gerade zu faul, um nachzusehen :3

Dr. Böhmer hat geschrieben:Also kommen wir zum entscheidenden Erlebnis

Ja, bitte, das interessiert mich auch brennend!!! So richtig vorstellen, was Eric denn dazu beigetragen haben soll, was den Tod von Menschen verursachte, kann ich mir jedenfalls noch nicht vorstellen. Vielleicht bringt der nächste Teil endlich Klarheit…

Damian… Sag ich doch, Pro-Kontra-Listen bringen effektiv nicht wirklich was, wenn es um Gefühle geht. Ist zwar eine nette Idee, aber Herz und Verstand haben eben manchmal unterschiedliche Auffassungen von „Logik“ ^^
Was war eigentlich noch gleich Damians Verbindung zu Nils? Das wollte ich schon letztes Mal fragen.

Moritz… eine Halbschwester – na siehst Du, soooo weit daneben lag ich ja gar nicht ^^
Was bedeutet das nun eigentlich für ihn, auf die Situation im Kinderheim gesehen? Die Familie seiner Halbschwester ist doch nicht verpflichtet, ihn aufzunehmen, denke ich mal. Oder war das einfach nur für ihn zur Information, weil es sein Erbe betrifft? Davon mal abgesehen, muss er jetzt eh erstmal damit klar kommen, dass es eine Seite seines Vaters gibt/gab, die er nicht für möglich gehalten hätte – sseelisches Drama vorprogrammiert, denn er könnte sich ja jetzt fragen, was es noch alles gibt, dass er nicht weiß, aber vermutlich auch niemals erfahren wird…

Leonas… Na bitte, Leonas hat sich ja ganz schön ins Zeug gelegt, nicht schlecht. Da hat er die Frau ja ganz schön in die Bredouille gebracht. Eine Befreiungsaktion der etwas anderen Art – gefällt mir :-)

Madam, mein Name ist Edward Großfürst und ich bin von der Jugendschutzbehörde

Einer der Väter von Eric?

So, das war’s bereits wieder. Sky, der Stoff ist alle… meeeeeeeehhhhhrrrr :lol:

LG, Arokh

Re: Queer durchs Leben

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Re: Queer durchs Leben

Beitragvon Skystar » 22 Nov 2017, 20:19

Was ist los? Sonst schreibst du doch immer mitten in der Nacht ArokhsSohn :D

der kluge ArokhsSohn hat geschrieben:Ach komm, sag mal ehrlich, Du hast doch eh schon wieder das nächste Projekt im Hinterkopf, oder?

Hatte ich tatsächlich. Betonung liegt auf "hatte", denn die Idee ist zwar gut, aber zu ähnlich dieser Geschichte hier. Also es wäre schon wieder eine einzelne Geschichte - keine zehn - aber von der Dramatik her zu ähnlich von "Queer durchs Leben". Also werde ich diese Idee aufschieben. Aufgeschoben ist schließlich nicht aufgehoben. Ich glaube, ich wage mich eher wieder ein wenig in den Fantasy-Bereich mit bisschen Humor a la Cosmo (O:Evo-1570). Vielleicht starte ich auch einfach eine Umfrage in meinem Geschichten-Forum, welche Geschichte ich als nächstes schreiben soll...
PS: Vor 2018 wird das sowieso nichts!

der nachdenkende ArokhsSohn hat geschrieben:Eric… Darüber hinaus ist die zeitliche Ebene, in der seine Sitzungen stattfinden, nicht ganz klar (ich vermute, die Story ist die Einzige, die in der Zukunft spielt und am Ende alle anderen zusammenführt).
... Hängt es mit dem Jungen zusammen, in den er sich verliebt hatte? Wie hieß der noch gleich? Adam? Hau mich nicht, wenn ich jetzt was durcheinander bringe, es sind einfach so viele Informationen und ich bin gerade zu faul, um nachzusehen :3

Im nächsten Kapitel folgt ja auch noch ein neuer Teil mit Eric. Der gibt schon ein wenig mehr Ausschluss darüber, was passiert ist. Die große Erkenntnis folgt aber erst ein paar Kapitel später. Und ja, sein erster Freund hieß Adam. Der Name wurde nicht zufällig gewählt. Adam war der erste Mensch und hier ist er Eric´s erster Freund gewesen. Wobei sich dies dann ja als ein Fehler herausgestellt hat...
Welche Geschichte nun in welcher Zeitlinie spielt... da musst du dich bis zum Ende der Geschichte gedulden!

der vergessliche ArokhsSohn hat geschrieben:Was war eigentlich noch gleich Damians Verbindung zu Nils? Das wollte ich schon letztes Mal fragen.

Eigentlich nur, dass Damian im Radio von dem gestörten Autoraser hörte und kurz darauf Nils von eben jenem angefahren wurde. Eine andere Verbindung zwischen den Beiden gibt es nicht und wird es auch nicht geben.

der stolze ArokhsSohn hat geschrieben:Moritz… eine Halbschwester – na siehst Du, soooo weit daneben lag ich ja gar nicht ^^

Du hast auf einen verschollenen Vater, Onkel oder Halbbruder getippt, aber ich hab bewusst eine Halbschwester gewählt, denn ich glaube in der Geschichte gibt es bereits genug (gutaussehende) Jungs, die zu 90% alle homosexuell sind :lol: .

der smarte ArokhsSohn hat geschrieben:Einer der Väter von Eric?

:P






So und noch ein kurzer Hinweis an alle Leser:
Kapitel 58 wird morgen erscheinen und wenn meine Rechnung aufgeht, dann endet die Geschichte aller Voraussicht nach mit Kapitel 67 oder 68, also bereits in zehn Kapiteln. Also bis Silvester 2017 wird die Geschichte abgeschlossen sein! Die ersten Charaktere werden aber natürlich schon eher ihren Abschied einreichen, denn nicht alle Protagonisten können in den letzten beiden Kapiteln ein Teil spendiert bekommen. Wer wird also der Erste sein, von dem ihr euch verabschieden müsst? Wird es ein Happy End geben? Bleibt dabei und ihr werdet es herausfinden!

Liebe Grüße
Himmelsstern :flag:
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Re: Queer durchs Leben

Beitragvon ArokhsSohn » 22 Nov 2017, 23:00

Skystar hat geschrieben:Was ist los? Sonst schreibst du doch immer mitten in der Nacht

Ich hatte Angst, Du würdest heute Abend evtl. noch einen neuen Teil rausbringen und wollte mich da eben beeilen. Davon abgesehen, dachte ich, ich könnte ja zur Abwechslung nachts einfach mal schlafen :-P

Sky, der Star, hat geschrieben:ich wage mich eher wieder ein wenig in den Fantasy-Bereich mit bisschen Humor a la Cosmo

Au ja, mach das mal. Das klingt nach einer tollen Idee!
Gegen eine Umfrage hätte ich allerdings auch nichts einzuwenden ^^

der Homosexualitätsgenerator hat geschrieben:ich glaube in der Geschichte gibt es bereits genug (gutaussehende) Jungs, die zu 90% alle homosexuell sind

Das ist allerdings wirklich wahr. Ich muss zugeben, ich war auch angenehm überrascht, dass es eine Schwester, anstatt eines Bruders war.

ein Umfrager hat geschrieben:Wer wird also der Erste sein, von dem ihr euch verabschieden müsst? Wird es ein Happy End geben?

Ich habe noch keine Ahnung, wer der erste sein wird, hoffe aber mal, dass es Manuela und Flo betrfft (rankingbedingt) :-D
Der Letzte wird sicher Eric sein. Und Happy-End? Sky, Du bist bekannt für Drama...

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Re: Queer durchs Leben

Beitragvon Skystar » 23 Nov 2017, 17:39

Normalerweise poste ich nur dann ein neues Kapitel am Mittwoch, wenn ich am Montag oder am Dienstag keins hochgeladen habe, Arokh. Jedoch hattest du nicht ganz unrecht, denn in der Tat hab ich kurz überlegt, dieses Kapitel bereits gestern hochzuladen. Das ich mich dann dagegen entschieden habe, liegt einfach daran, dass ich die Geschichte noch nicht ganz komplett zu Ende geschrieben habe und ich nicht die Chance verpassen möchte, bisschen die Teile hin und her zu schieben, um sie richtig zu platzieren. So etwas geht bekanntlich nur, wenn sie hier noch nicht veröffentlicht wurden.
Schlafen in der Nacht wird überbewertet. Frag mich. Ich schlaf so gut wie nie nachts über! :lol:

58 ----------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------

    "Was ist das Interessante an Eric und seiner Handlung? Nun zum einen, dass in seiner Geschichte zu 99% fast nur Eric mit Dr. Böhmer agiert und mit keinem anderen. Lediglich Nils war kurz mal zu sehen. An diesem Beispiel erkennt man, dass man über einen längeren Zeitraum hinweg, auch mit nur zwei Charakteren interessante Gesprächsthemen haben kann. Eric hat bei Dr. Böhmer Hilfe gesucht und gefunden. Dabei hat Dr. Böhmer bei Eric besonders viel Feingefühl bewiesen, indem er ihm vor allem zuhörte. Ihm einfach nur zuhörte. Manchmal reicht das allein schon aus, um einer Person zu helfen. Und ich glaube sogar, dass Dr. Böhmer für Eric inzwischen mehr als nur sein Therapeut ist. Ich glaube, er ist zu einem guten Freund geworden. Dies fiel mir vor allem im letzten Kapitel auf, als Dr. Böhmer Eric getröstet und ihm gut zugeredet hat, als dieser zu Weinen anfing. Meiner Meinung nach eine Szene, die einen nicht unberührt lässt, auch wenn es nur immer kleine Abschnitte sein mögen. Nun hab ich aber genug über Eric gesagt. Jetzt liegt es an ihm, UNS zu sagen, was sich wirklich zugetragen hat. Und während man bei Manuela und Leonas heute guter Dinge sein kann, dass alles gut werden wird (...), so ziehen bei Jannik heute dunkle Wolken am Horizont auf...

    Einen schönen Tag noch
    -Der-dessen-Name-ihn-nicht-nennen-möchte!"

ROLLENLISTE:

Jannik Schuster (15): Schüler, der von dem neuen Referendar schwärmt
Herr Kronthaler: der neue Referendar an Janniks Schule
Herr Meier: Klassenlehrer von Jannik
-
Eric Großfürst (16): geht regelmäßig zu Sitzungen bei einem Therapeuten; Grund: muss mit dem Tod von Menschen zu tun haben
Dr. Böhmer: Therapeut von Eric
Adam: Schulfreund von Eric, in den er glaubte, sich verliebt zu haben
Levin: Schulfreund von Eric; in den er sich sofort verliebte
-
Manuela Klingenbach: ehemalige Stewardess; outete sich bei ihrem Mann als lesbisch
Marie Klingenbach (13): Tochter von Manuela und Roland
Andrea Kirchberger: Rektorin an Maries Schule
-
Leonas: Leicht übergewichtig; heimlicher Freund von Kai
Kai Schumann: Anführer einer Schulclique; heimlicher Freund von Leonas
Sarah Wichtel: Beste Freundin von Leonas


Leonas –Teil 22
Leonas war überglücklich, dass er Kai aus den Fängen seiner Eltern befreien konnte. Dabei war es vor allem Sarahs Verdienst, als er sie über die Verhältnisse bei Kai Zuhause aufklärte und sie kurz darauf auf die glorreiche Idee kam, den Vater eines Mitschülers um Hilfe zu bitten. Glücklicherweise hatten sich Leonas Eltern dazu bereit erklärt, Kai fürs Erste bei sich wohnen zu lassen, bis die Jugendschutzbehörde den genauen Sachverhalt mit Kais Eltern geklärt hatte. Für Leonas ging damit quasi ein Traum in Erfüllung. „Juhu! Wir schlafen das erste Mal zusammen in einem Zimmer!“, rief er voller Begeisterung und hüpfte auf seinem Bett rum, während Kai ihn nur grinsend ansah. Etwas ungewohnt, aber seitdem Kai das Haus der Familie Kaczor betrat, legte er ein bislang ungeahntes schüchternes Verhalten an den Tag, was ihn zunehmend wortkarg erschienen ließ. Außer einem „Danke“ und „Sehr nett von Ihnen“ brachte er kaum ein Wort heraus.
„Junger Mann, was haben wir übers Hüpfen auf dem Bett gesagt?“, fragte Leonas` Mutter ihren Sohn mahnend. Frau Kaczor war zwar eine ordentliche Hausfrau, sehr streng, aber mit dem Herz am rechten Fleck, die ihren Sohn über alles liebte. Sich bei ihr zu outen, fiel Leonas deshalb besonders leicht. Doch auch bei seinem Vater fiel es angenehm aus. Er war zwar ein wenig traurig, dass er nie Enkelkinder haben würde, aber er verdeutlichte Leonas, wie stolz er dennoch auf ihn sei. „Und nur damit das klar ist.“, sagte Frau Kaczor, die für Kai das Bettzeug vorbereitete. „Ihr schlaft nicht in einem Bett und um zehn Uhr ist Schicht im Schacht. Wenn ich auch nur ein Flüstern von euch im Gang höre, dann fliegt hier einer schneller raus, als er bis Drei zählen kann!“
„Aber Mum…, dass kannst du Kai doch nicht antun.“, meinte Leonas erschrocken.
„Ich rede ja auch nicht von Kai, mein kleiner, rebellischer Löwe!“, entgegnete Frau Kaczor augenzwinkernd, woraufhin Leonas erst recht die Kinnlade runterfiel. Unterdessen konnte sich Kai ein Lächeln nicht verkneifen. Als die Beiden dann schließlich alleine waren, rächte sich Leonas bei ihm, indem er ihn mit einem Kissen bewarf. Daraufhin stürzte sich Kai auf seinen Freund, sie fielen in dessen Bett und Kai dankte Leonas für alles, indem er ihm einen zärtlichen Kuss schenkte.

Jannik – Teil 22
Jannik stand hinter einem Baum und kam sich dabei eigentlich richtig bescheuert vor. Er war gerade auf dem Weg zur Schule, als er Herrn Kronthaler mit dem Auto vorfahren sah und er sich reflexartig hinter einem nahegelegenen Baum versteckte. Er kam sich dabei so bescheuert vor, aber inzwischen war es ihm peinlich, was sich bei ihm Zuhause zugetragen hat. Den Kuss bereute er zwar keineswegs, aber die Art und Weise wie es dazu gekommen ist – Wasser übers Hemd ausschütten – und wie es geendet hat – Herr Kronthaler verließ augenblicklich das Haus – waren ihm einfach unangenehm. Dabei glaubte Jannik tatsächlich, dass Herr Kronthaler seinen Kuss erwidert hatte, aber ganz sicher war er sich diesbezüglich auch nicht und er wollte sich auch nicht zu sehr dahin hineinsteigern. Doch sein Herz sagte ihm etwas anderes.
Während Jannik also hinter dem Baum stand und Herrn Kronthaler beim Aussteigen beobachtete, klopfte sein Herz ganz stark. Ein Glücksgefühl breitete sich aus, wenn er an den Kuss zurückdachte. Zeitgleich bereitete es ihm aber auch ein Stich, dass Herr Kronthaler wohl nicht dasselbe fühlte wie er und die Frage, was nun als nächstes geschah, stand unausweichlich im Raum.
Herr Kronthaler ging in die Schule und Jannik konnte endlich aus seinem „Versteck“ hervorkriechen. Wie bescheuert, dachte sich Jannik, während auch er das Schulgebäude betrat. Jannik näherte sich ganz vorsichtig seinem Klassenzimmer. Ein kurzer Blick genügte, um festzustellen, dass Herr Kronthaler noch nicht da war. Vermutlich hielt er sich noch im Lehrerzimmer auf. Jannik setzte sich also an seinen Platz und war so in seinen eigenen Gedanken versunken, dass er die Gespräche seiner Mitschüler überhaupt nicht mitbekam.
„Hey, habt ihr schon gehört. Nils wurde von einem Auto angefahren und soll nun im Koma liegen.“, verbreitete ein Schüler das Gerücht. „Bei dem Fahrer muss es sich um denselben handeln, der auch Jannik beinahe angefahren hat. Hey Jannik, hörst du mir überhaupt zu?“
Jannik hörte nicht zu, denn Herr Meier betrat zusammen mit Herrn Kronthaler das Klassenzimmer. Janniks Blick war starr auf den Referendar gerichtet, wohingegen dieser den Blickkontakt tunlichst zu vermeiden schien. „Guten Morgen alle miteinander!“, rief Herr Meier, der heute alles andere als erfreut aussah. „Bevor wir beginnen, möchte ich noch kurz eine wichtige Mitteilung machen, die ich selber sehr bedauerlich finde. „Herr Kronthaler hat mir soeben mitgeteilt, dass er Rektorin Kirchberger darum gebeten hat, sich an eine andere Schule versetzen zu lassen.“ Mit einem Mal brach ein wildes Durcheinandergerede aus. Jannik hingegen war geschockt und konnte nur Herrn Kronthaler anstarren, der nun erstmals seinen Blick erwiderte. Janniks Herz brach entzwei.

Eric – Teil 19
„Ich erinnere mich, als wäre es gestern gewesen, dabei ist es jetzt schon zwei Monate her. Es war ein Freitag, der 3.November. All meine Mitschüler freuten sich bereits auf das bevorstehende Wochenende. Es war traumhaftes Herbstwetter, ideal um abzufeiern, oder zu heiraten. Nur mir war nicht nach Feiern zumute, denn ich hatte Levin ein Versprechen gegeben. Das Versprechen, Adam reinen Wein einzuschenken. Ich hatte es viel zu lange hinausgezögert. Adam war noch immer im Liebesrausch und ahnte nichts von meinen Gefühlen für Levin, den er nebenbei bemerkt, vom ersten Tag nicht sonderlich mochte. Irgendwie schaut der mich immer so komisch an, hat er gesagt und dass er ihm suspekt sei. Er hat mich auch darum gebeten, mich lieber von Levin fernzuhalten. Er hatte mich und Levin mal auf der Jungentoilette erwischt, wie wir miteinander getuschelt haben. Ich konnte gerade noch Schlimmeres verhindern, indem ich ihm erklärte, dass Levin mich lediglich gefragt hätte, was denn die Antwort bei einer Frage in der Geschichtsklausur gewesen sei. Adams Misstrauen gegenüber Levin war jedoch nicht vom Tisch. Er mochte es gar nicht, wenn ich mich allein mit anderen Jungs unterhielt. Was das anging, war er sehr eifersüchtig, um nicht zu sagen besitzergreifend. Nun jedenfalls… kam dann der Moment, wo ich Adam die Wahrheit über mich und Levin sagte. Auch diesen Augenblick werde ich wohl nie wieder vergessen, denn eigentlich dachte ich, Adam hätte es sehr gut aufgenommen. Er reagierte zunächst natürlich geschockt und wirkte verletzt, aber als ich ihm zu erklären versuchte, wie es dazu kam und wie leid es mir täte, da schien er sich damit abgefunden zu haben. Hätte ich nur gewusst…, hätte ich damals nur gewusst, wie es in seinem Inneren aussah. Er hat sich kurzum beim Lehrer krankmelden lassen und ist nach Hause gegangen.“ Eric hielt einen Moment inne, um sich zu vergewissern, kein wichtiges Detail vergessen zu haben. „Adam musste voller Hass auf mich und Levin gewesen sein. Anders kann ich es mir nicht erklären, warum er zwei Stunden später mit einer Waffe in der Hand wieder in der Schule aufkreuzte und wie ein Irrer umherballerte. Der schöne Tag, wurde zu einem blutigen Albtraum!“

Manuela – Teil 22
Es klingelte an der Haustür. Manuela begab sich zur Tür, blieb jedoch noch einmal kurz vor einem Spiegel stehen, um sich in ihrem lilafarbenen Kleid zu mustern, ob auch alles richtig saß. Das Kleid war top, die Haare schön gestylt und ihr Make-up saß auch perfekt. Es klingelte erneut. „Ich komme schon!“, rief sie derjenigen Person zu, die noch vor der Haustür stand. Manuela flitzte zur Tür und öffnete sie. Eine Frau mit schönem, lockigem Haar, in einem weinroten Kleid und einer Perlenkette um den Hals, stand davor und lächelte sie nun breit an. „Hallooo Manu.“, sagte die Frau.
„Hallo Andrea.“, begrüßte Manuela die Frau ebenfalls und die beiden Damen fielen übereinander her und schenkten sich einen leidenschaftlichen Kuss, als wäre es der letzte seit Wochen gewesen.
Andrea war Manuelas Freundin. Nicht irgendeine Freundin – DIE Freundin! Sie kamen zusammen, nachdem sich Manuela von ihrem Mann getrennt hatte, die Gefühle füreinander waren aber schon vorher da und kennengelernt hatten sie sich sogar schon noch früher. Andrea war nämlich keine geringere als…
„Und? Hat Marie neulich irgendwas gemerkt?“, fragte Andrea ihre Freundin.
„Das ich mit ihrer Schulrektorin liiert bin? Nein, zum Glück nicht. Sie hätte mir sonst im selben Moment den Kopf abgerissen. Dabei läuft es endlich wieder gut zwischen uns.“, erzählte Manuela ihrer Freundin. „Früher oder später, werde ich ihr aber die Wahrheit sagen müssen.“
„Du kennst meinen Standpunkt.“, sagte Andrea. „Von meiner Seite aus eher früher als später. Ich mag diese Geheimnistuerei nicht und will endlich richtig mit dir zusammen sein.“
„Und das von einer Frau, die eine ganze Schule leitet?“, gab sich Manuela überrascht.
„Ach. Wir leben im 21.Jahrhundert.“, sagte Andrea, die für Klatsch und Tratsch nicht sonderlich viel übrig hatte. „Ich bin da sehr viel aufgeschlossener. Die Leute geht es eigentlich nichts an, mit wem ich meine Freizeit verbringe und wenn jemand ein Problem damit hat, dann ist das deren Angelegenheit. Wieso müssen unseresgleichen sich immer verstecken müssen?!“
Manuela lächelte. „Weißt du eigentlich, dass ich dich für diese Einstellung so liebe?“ Andrea lächelte nun ebenfalls und küsste ihre Freundin aufs Neue. Doch ihr Liebesglück wurde gestört…

59 --- Manuela (Teil 23), Leonas (Teil 23) & Jannik (Teil 23) !
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Re: Queer durchs Leben

Beitragvon ArokhsSohn » 26 Nov 2017, 13:46

Hallo Sky,

Leonas: Oh, was für ein schönes Kapitel! Man gönnt ihnen ja das Glück wirklich von Herzen. Wie ich Dich kenne, sollte man sich da aber vermutlich nicht zu sehr dran gewöhnen ;-)
Deutet die zunehmend wortkarge Verhaltensweise Kais auf größeren seelischen Stress, als es zunächst scheint?

Die Konsequenz in Janniks Storyline war abzusehen und ist vom Referendar auch die sicherste Entscheidung- selbst wenn es erstmal weh tut.
Netter Fakt nebenbei: Jannik geht auf dieselbe Schule, wie Marie :-)

Endlich erfahren wir erste Details zu dem Amoklauf. Dass es Adam sein würde, hatte ich bereits vermutet. Es war naheliegend, erklärt es doch am besten, warum Eric sich schuldig fühlt.
Jetzt ist das natürlich ein recht sensibles Thema und mich würde sehr stark interessieren, wie es zu dieser krassen Einstellung Adams kam - also, wie sein Innerstes zu dem Zeitpunkt tatsächlich aussah. Erfahren wir da noch mehr?

Einen Kandidaten als Todesopfer habe ich auch schon. Möchtest Du meine Theorie lesen?

(...)als wäre es der letzte [Kuss] seit Wochen

"der erste seit Wochen" würde besser passen ;-)

Hey, tolle Enthüllung, wer Manuelas neue Liebe ist. Das ist überraschend und hat gutes Konfliktpotenzial.

LG, Arokh

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Re: Queer durchs Leben

Beitragvon Skystar » 26 Nov 2017, 18:41

Jetzt schlägt´s aber 13!
Nicht nur, dass Arokh zur Mittagszeit einen Kommentar hinterlässt, jetzt poste ich auch noch am Sonntag ein Kapitel. Pff... die Welt geht unter! :D
Aber bevor ihr euch zu früh freut. Das nächste Kapitel kommt dann natürlich nicht morgen oder am Dienstag, sondern frühestens am Mittwoch!

@Arokh:
- Leonas: Ja, für Leonas läuft es gerade richtig gut (...), aber du liegst richtig, man sollte sich nicht daran gewöhnen.
- Eric: Wie es genau in Adams Inneren aussieht, werdet ihr wohl nicht erfahren. Dazu hätte ich die Geschichte in seiner Perspektive schreiben müssen, aber es kommt auf jeden Fall noch zu einem emotionalen Moment zwischen Adam und Eric...
- Theorie: Ja, möchte ich (natürlich) lesen!
- Manuela: Ist auch ihre Abschlussstory :wink:
- Fehlerhinweis: Danke!

59 ----------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------

    "Es ist Sonntag und es gibt ein neues Kapitel. Ja, am Sonntag! Wie außergewöhnlich, ebenso wie das heutige Kapitel, welches wieder einmal nur aus drei Handlungen besteht: Manuela, Leonas und Jannik! Manuela hat also eine Freundin und diese ist keine geringere als: Maries Rektorin! Überraschung # 1! Was wissen wir noch? Andrea Kichberger ist nicht nur die Rektorin von Marie, sondern auch die von Jannik (demzufolge auch die von Nils, der mit Jannik in eine Klasse geht). Überraschung # 2! Langsam verbinden sich alle Geschichten zu einem Gesamtbild - vor allem wird dies heute noch einmal sichtlich. Jannik erfährt eine bittere Neuigkeit: Herr Kronthaler hat einen Schulwechsel bei Frau Kirchberger beantragt. Oje, aber war´s das wirklich schon? Bei Leonas hingegen läuft es gerade rund. Er und Kai sind glücklich zusammen. Also steht den Zweien doch eigentlich nichts mehr im Wege, oder? Doch: Das Outing in der Schule!

    Es geht in die heiße Phase...
    -Der-dessen-Name-ihn-nicht-nennen-möchte!"

ROLLENLISTE:

Jannik Schuster (15): Schüler, der von dem neuen Referendar schwärmt
Herr Kronthaler: der neue Referendar an Janniks Schule
Herr Meier: Klassenlehrer von Jannik
-
Manuela Klingenbach: ehemalige Stewardess; outete sich bei ihrem Mann als lesbisch
Marie Klingenbach (13): Tochter von Manuela und Roland
Florian Klingenbach (10): Sohn von Manuela und Roland
Gertrud Klingenbach: Mutter von Roland; Großmutter von Marie und Florian
Andrea Kirchberger: Rektorin an Maries Schule
Petra: Gute Freundin von Manuela
Charlotte Brecheisen: Gute Freundin der Familie
-
Leonas Kaczor: Leicht übergewichtig; heimlicher Freund von Kai
Kai Schumann: Anführer einer Schulclique; heimlicher Freund von Leonas
Sarah Wichtel: Beste Freundin von Leonas
Frau Kaczor: Leonas Mutter


Manuela – Teil 23
Manuela ignorierte zunächst das Läuten an ihrer Haustüre, aber als es noch weitere zweimal klingelte, konnte sie es nicht mehr länger ignorieren. „Wer so hartnäckig ist, der muss ein dringendes Anliegen haben.“, meinte Andrea, die sich widerwillig von Manuela löste.
„Tut mir Leid.“, entschuldigte sich Manuela bei ihrer Freundin und stand auf. „Ich bin gleich wieder da.“ Manuela eilte zur Tür, in dem Vorhaben, den ungebetenen Gast schnell abzuwimmeln. Doch…
„Manuela!“ Charlotte Brecheisen stürmte wie ein Orkan in Manuelas Haus und bot ihr keine Gelegenheit, sie zu begrüßen, sie herein zu bitten, oder sonst irgendetwas zu tun. „Ma-nu-e-la!“, wiederholte Charlotte erneut sehr langsam. Offenbar schien sie sehr aufgeregt zu sein. „Du musst mir helfen! Du musst einfach, je te demande!“
„Äh… okay.“, gab Manuela verwirrt von sich. „Ich würde dich ja zunächst einmal hereinbitten, aber du bist ja schon drin, wie ich sehe, auch wenn ich glaube, dir und Petra mitgeteilt zu haben, dass ich heute Abend nicht gestört werden möchte.“ Manuela wollte keinesfalls unhöflich wirken, aber sie und Andrea verbrachten ohnehin schon recht wenig Zeit miteinander. Heute Abend war ihr Sohn Florian aber bei Marie und ihrer Schwiegermutter über Nacht, weshalb sie endlich die Chance nutzen wollte, ein wenig Zeit mit Andrea zu verbringen. Dies hatte sie ihren Freundinnen zuvor mitgeteilt.
„Sacrebleu, dein Honeybärchen ist hier, nicht wahr?“, fragte Charlotte erschrocken, was sie aber nicht davon abhielt, zu bleiben. „Tut mir wirklich extraordinairement Leid, aber es geht ganz rapidement. Promis! Du musst mir nur einen Gefallen tun und deinen Chef dazu überreden, dass sein Personal auf der Hochzeit übermorgen für uns kocht. Clair?“
„Woho, Charlotte langsam. Erstens, wenn du so schnell sprichst, dann vermischt sich dein Deutsch mit deinem Französisch und ich versteh nur Bahnhof und zweitens, ist nichts „clair“!“, entgegnet Manuela entrüstet. „Wieso sollen wir auf einmal auf der Hochzeit deines Adoptivsohnes kochen? Ihr habt doch einen französischen Koch engagiert, dachte ich.“
„Ja, aber der liegt krank im Bett. Die Muscheln, die er gekostet hat, waren pas plus frais.“, erklärte Charlotte, woraufhin Manuela sie böse anstarrte. „Nicht mehr frisch!“, klärte Charlotte auf. „Er kann nicht kommen und jetzt stehen wir ohne Koch da. Das ist ein Desaster!“
„Okay, ich verstehe wo das Problem liegt, aber die Hochzeit findet in zwei Tagen statt. Also selbst wenn es mir gelingen sollte, meinen Chef dazu zu überreden einzuspringen, weiß ich nicht, wie wir das innerhalb zwei Tage jetzt noch bewerkstelligen sollten. Es müssen Lebensmittel besorgt werden, eine Speisekarte muss erstellt werden, das Restaurant müsste für den Tag schließen und…“ Manuela konnte ihren Satz nicht beenden, denn Charlotte legte ihre Hand auf Manuelas Mund.
„Das weiß ich doch alles und stellt überhaupt kein Problem dar!“, meinte Charlotte zuversichtlich. „Sag deinem Chef, Geld spielt keine Rolle. Wir zahlen, was er verlangt, okidoki?“ Charlotte grinste breit, als wäre die Sache bereits geritzt. „Oh und selbstverständlich sind du und dein Honeybärchen auch zu der Hochzeit eingeladen.“ Manuela fühlte sich völlig überrumpelt und war sprachlos. Doch noch bevor sie etwas sagen konnte, war Charlotte bereits wieder zur Tür hinaus.

Leonas – Teil 23
„Bist du bereit?“, fragte Leonas Kai, während sie im Auto von Leonas Mutter saßen.
„Nein.“, antwortete Kai sofort. „Aber ich werde es tun. Versprochen!“
Leonas schaute noch ein wenig skeptisch. „Du weißt, dass du das nicht tun musst…“
„Doch muss ich. Für mich selbst, aber vor allem auch für uns beide!“, entgegnete Kai, der inzwischen fest entschlossen war, sein Vorhaben in die Tat umzusetzen.
„Los ihr Beiden, jetzt steigt schon aus.“, meinte Leonas Mutter im leichten Befehlston. „Ich hol euch dann nach der Schule wieder ab. Versucht auch ein wenig Spaß zu haben.“
„Oh glaub mir Mum. Bei dem was uns gleich bevorsteht, wird es sehr spaßig zugehen.“, gab Leonas sarkastisch zurück und er stieg aus dem Auto aus. Kai folgte ihm zugleich und war sichtlich nervös. Leonas stellte sich neben Kai und blickte ihn besorgt an. Kai atmete einmal kräftig durch und griff dann nach der Hand seines Freundes, wodurch er Leonas ein Lächeln abgewinnen konnte. Dann marschierten sie los – Hand in Hand – über den gesamten Schulvorhof. Zunächst schien keiner ihrer Mitschüler etwas zu bemerken, bis das erste Mädchen mit einem Finger auf sie zeigte und die ersten Köpfe sich zu ihnen umdrehten. Ein Tuscheln ging durch die Schülerschar und es verbreitete sich wie ein Lauffeuer, dass der beliebteste Junge der ganzen Schule zusammen mit dem Jungen hier auftauchte, den er monatelang gemobbt hatte. Schon bald bekamen es auch Kais Freunde mit, denen regelrecht die Augen ausfielen. Mit offenen Mündern starrten sie Kai an.
Kai wurde zunehmend bang ums Herz, doch hielt er den Blicken tapfer stand, denn ihm war klar, dass er den besten Freund an seiner Seite hatte. Ein Kreis aus Schülern umgab die Zwei. Kai griff fester nach der Hand von Leonas und rief dann ganz laut: „Was starrt ihr denn alle so? Seid ihr etwa neidisch auf mich, weil ich den liebsten und besten Freund auf der ganzen Welt habe?!“ Plötzlich fiel jegliche Anspannung von Kai ab. Er drehte sich zu Leonas und küsste ihn vor versammelter Mannschaft. Viele ihrer Mitschüler waren überrascht, andere schockiert und wieder andere wiederum, fingen zu Kichern an.
„Tja…, jetzt weiß jeder Bescheid.“, sagte Leonas im Nachhinein.
„Ja… und das ist auch gut so.“, pflichtete Kai bei, der nun glücklich lächelte.
Von hinten stürmte Sarah auf die Beiden zu und legte ihre Arme um sie. „Ach wie süß ihr doch seid. Wer hätte das gedacht? Ach richtig: Niemand!“ Sarah strahlte vor Freude, warf Kai aber dennoch einen letzten drohenden Blick zu. „Denk immer daran, brichst du ihm noch einmal das Herz, dann breche ich dir jeden einzelnen Knochen deines Körpers!“ Kai wirkte verängstigt, doch Leonas lachte.

Jannik – Teil 23
Die Schule war Jannik heute völlig egal. Sein Gehirn konnte nur noch an eines denken: An Herrn Kronthalers Schulwechsel. War dies seinetwegen? Weil er ihn geküsst hat? Ein Schulwechsel mitten im Schuljahr…, dass musste der Grund sein!
Jannik zappelte ungeduldig mit den Füßen hin und her. Er wollte unbedingt mit Herrn Kronthaler sprechen, doch schien dieser ihm kontinuierlich aus dem Weg zu gehen. Sowohl im Klassenzimmer, als auch in der Pause. „Was ist heute eigentlich los?“, fragte sein bester Kumpel ihn, doch hörte Jannik so gut wie gar nicht hin. „Erst die Nachricht, dass Nils angefahren wurde, dann das Outing von Kai Schumann und jetzt verlässt uns auf einmal Herr Kronthaler. Voll krass das Ganze!“ Jannik blickte Herrn Kronthaler nach, wie dieser im Lehrerzimmer verschwand, während sein Kumpel unentwegt weiterredete. „Oh sieh mal… Adam geht nach Hause. Ob es ihm nicht gut geht? Mir fällt gerade auf, dass unsere Schule auffällig viele Schwule hat. Hm… ob Herr Kronthaler nun schwul ist, wissen wir immer noch nicht. Was meinst du Jannik? Hey Jannik, hörst du mir überhaupt zu?“
Der Schultag verlief in Janniks Augen wie in Zeitlupe, doch als der Schulgong ertönte, konnte er gar nicht schnell genug zum Lehrerpult sprinten, wo Herr Kronthaler seine letzten Unterlagen einsammelte. „Kann ich bitte mit Ihnen reden?“
„Tut mir Leid Jannik, aber ich hab es eilig.“, meinte der Referendar zu ihm.
„Bitte gehen Sie nicht.“, sagte Jannik ganz schnell. „Sie dürfen nicht gehen. Ich liebe Sie!“ Jannik sprach diesen Satz aus, ohne darauf zu achten, ob Herr Meier oder seine Mitschüler noch in der Nähe waren. In diesem Moment war ihm das schlichtweg egal. Zum Glück war Herr Meier bereits gegangen und die anderen Schüler wollten nur noch raus und den schönen Tag genießen. Jannik war klar, dass er es hinterher sehr bereut hätte, wenn jemand sein Liebesgeständnis mitangehört hätte.
„Jannik…“, sagte Herr Kronthaler überrascht. „Sowas darfst du nicht sagen und erst recht nicht empfinden.“
„Ich weiß, dass das verboten ist, aber, aber… ich will meine Gefühle für Sie nicht mehr länger verbergen müssen. Sie bedeuten mir so unglaublich viel und ich will, dass Sie bleiben – bitte!“ Jannik flehte Herrn Kronthaler an und versuchte dabei nicht in Tränen auszubrechen. Es fiel ihm schwer, aber er blieb tapfer. „Ich weiß, dass Sie dasselbe wie ich empfinden. Sie haben meinen Kuss erwidert. Das hab ich gespürt und schließlich muss es ja keiner erfahren.“
„Jannik… nein…!“, entgegnete Herr Kronthaler entschieden. „Was glaubst du, wäre jetzt passiert, wenn das jemand mitangehört hätte? Das hätte meinen Ruf, meine Karriere, mein Leben zerstört. Mal ganz davon abgesehen, dass du dich irrst. Ja, vielleicht habe ich den Kuss erwidert, aber dann nur, weil ich selber unter großen Liebeskummer leide.“ Jannik glaubte nicht, was er da zu hören bekam. „Ich liebe einen anderen und es tut mir Leid, dass ich dich in die Sache mithineingezogen habe und dir offenbar falsche Signale gesendet habe.“ Jannik war wie gelähmt. Sein Herz brach in tausend Einzelteile. „Ich muss jetzt wirklich gehen. Es tut mir Leid, Jannik. Pass gut auf dich auf!“

60 --- Ricardo (Teil 23), Nils (Teil 23), Manuela (Teil 24) & Felix (Teil 24) !
(+Übersicht der einzelnen Verbindungen!)
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Re: Queer durchs Leben

Beitragvon ArokhsSohn » 28 Nov 2017, 21:35

Hallo Sky, alter Geschichtendealer ^^

WAS? Nur drei Parts heute? Du willst wohl die Dosis ein bisschen strecken, um die Qual zu erhöhen, was?

ein Kontinuität liebender Autor hat geschrieben:Nicht nur, dass Arokh zur Mittagszeit einen Kommentar hinterlässt

Hahaha, ja, was ich nicht alles unternehme, damit ich unberechenbar bleibe - mach ich nur, um Dich zu verwirren :lol:

Okay, jetzt aber zu den Teilen:

Manuela
Kannst Du sagen, was Du willst, diese Charlotte ist völlig verrückt! Schön, mal eine Variante zu Denglish zu haben. Was ist das jetzt? Freutsch, Deuce, Drance oder was?
Ich vermute mal, dass die Finalstory von Manuela mit der von Felix zusammengekoppelt wird?


Leonas
Sky, tust Du mir den Gefallen und lässt Leonas‘ Story genau an diesem Punkt enden? BITTE! Das ist doch ein Happy-End, wie man es sich nicht besser wünschen könnte. Boah, wenn jetzt noch was Schlimmes mit den beiden passiert, verweigere ich das Lesen!

Nagut, Du bist der Autor, Du entscheidest und ich werde natürlich weiter lesen (vielleicht), aber BIIIITTTTEEEEE! Das hier gerade, ist einfach perfekt!!! (Ich weiß schon, genau deswegen wirst Du hier die Daumenschrauben ansetzen :-P )

Btw.: Sarah is the best! :lol:

Kleiner Vorschlag zur (IMO) Verbesserung:
(…) und wieder andere wiederum, fingen zu Kichern an

Das klingt irgendwie nicht schön. Das „wiederum“ kannst Du doch weglassen.


Jannik
Es ist richtig, was Herr Kronthaler sagt und tut. Die andere Seite der Medaille ist, dass man sich seine Gefühle nicht aussuchen kann – ob man darf oder nicht, die Empfindung fragt nicht danach.

So richtig, aber verdammt richtig, mulmig wurde mir bei dieser Zeile:
Foreshadowing hat geschrieben:Oh sieh mal… Adam geht nach Hause. Ob es ihm nicht gut geht?

Fuuuckkk, ist das der 3. November? :-O
Das würde ja heißen… in zwei Stunden… Neeee, ich irre mich bestimmt!

Oh, ach ja, ganz wichtig ^^ :
Mir fällt gerade auf, dass unsere Schule auffällig viele Schwule hat.

Ja natürlich, ganz klar, es ist ja auch eine Geschichte von Skystar :-D

Sky, meine Theorie zu den Todeskandidaten schicke ich Dir per PN – einmal aus Rücksicht auf etwaige Leser, und einmal, weil ich bei meiner letzten Theorie so peinlichst verkackt habe und ich froh bin, diese Dir auch schon nur per PN mitgeteilt zu haben.

LG, Arokh

P.S.: mein aktuelles Ranking

1. Nils / 2. Leonas / 3. Jannik / 4. Eric / 5. Felix / 6. Moritz / 7. Ricardo / 8. Damian / 9. Manuela / 10. Flo

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Re: Queer durchs Leben

Beitragvon MusaMelody » 28 Nov 2017, 23:16

Ich gebe auch mal wieder meinen Senf dazu.

Also spielen Erics Therapiebesuche tatsächlich in der Zukunft, dieser irre Adam wird wohl relativ bald durchdrehen. Ich frage mich, wer unter den Toten sein wird....
Mann, blöder Kronthaler x( Er enttäuscht mich. Nicht in der Hinsicht, dass er auf Abstand zu Jannik geht, das ist schon verständlich, aber dass er den Kuss tatsächlich erwidert und dann so kommt.. -.-
Eine schöne Wendung für Leonas und Kai, die Gesichter der Jungs konnte ich mir richtig vorstellen. xD

Es ist auch lustig zu sehen, wie (fast) alle an der selben Schule sind bzw was mit dieser zu tun haben.
Bin gespannt, wie es weitergeht,
Stay cool :flag:

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Re: Queer durchs Leben

Beitragvon MusaMelody » 28 Nov 2017, 23:22

P.S.: mein aktuelles Ranking


Gebe jetzt auch meins ab:
1. Jannik 2. Felix 3. Moritz 4. Damian 5. Manuela 6. Eric (wobei ich glaube, dass das noch richtig interessant mit ihm wird) 7. Damian 8. Flo 9. Nils 10. Ricardo

Finde aber alle gut ;)
Stay cool :flag:

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Re: Queer durchs Leben

Beitragvon GoldenStar18 » 29 Nov 2017, 13:02

Weils grad so in Mode ist; mein Ranking

1. Eric
2. Felix
3. Damian
4. Ricardo
5. Flo
6. Jannik
7. Manuela
8. Leonas
9. Moritz
10. Nils

Erklärung weshalb genau dieses Ranking kommt nach dem Ende


@MusaMelody du hast Damian 2 mal platziert und Leonas gar nicht XD
Manchmal sollte man nicht zu viel nachdenken - wenn sich was richtig anfühlt ist wahrscheinlich auch so

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Re: Queer durchs Leben

Beitragvon Skystar » 29 Nov 2017, 20:27

Uuuuh drei Kommentierer... das hat inzwischen einen Seltenheitswert^^
Beantworten der Kommentare:

@GoldenStar18: Ist nur eine Modeerscheinung. Geht bald vorüber :lol: , aber siehst du, dein Ranking finde ich sehr interessant, weil es sehr im Kontrast zu dem von ArokhsSohn steht. Nils, Moritz und Leonas soweit hinten. Auf die Erklärung bin ich gespannt, wobei ich es bei Nils nachvollziehen kann.

@MusaMelody: Okay, ich brauche es auch nicht länger verschweigen. Ja, Erics Anteil in der Geschichte spielt in der Zukunft, sagen wir etwas über zwei Monate weiter.

@ArokhsSohn: Freutsch klingt doch ganz nice :P . Ein Happy End bei Leonas? Kann ich dir nicht versprechen, aber bereits in Kapitel 1 hab ich darauf hingewiesen, dass alle zehn Geschichten auf Drama ausgelegt sind, also rechne mal eher nicht damit... sorry!

@All:
ArokhsSohn, der mich zitiert hat geschrieben:Mir fällt gerade auf, dass unsere Schule auffällig viele Schwule hat.

Das war ein kleiner Seitenhieb auf mich selber. Ich hab damit kein Problem, mich selbst auch mal aufs Korn zu nehmen. Wobei man ja trotzdem dazu sagen muss, dass sieben schwule Jungs (Nils, Jannik, Leonas, Kai, Eric, Adam & Levin) und ein schwuler Lehrer (Herr Kronthaler) im Gesamten gerechnet durchaus im Bereich des Möglichen ist. Nur mal angenommen, an der Schule gibt es 400 bis 500 Schüler und es sind eben auch wirklich nur die sieben Jungs schwul, dann wäre das durchaus realistisch.

PS: Das Bild, was die Verbindungen darstellt... ist creepy xD


60 ----------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------

    "Kapitel 60... und die Hochzeit naht! Felix soll Amadeus heiraten, aber was die Brecheisens nicht wissen, Amadeus will "nein" sagen, so dass Felix später fein aus dem Schneider ist. Ob dieser Plan beibehalten wird bzw. am Ende gut geht? Und welche Rolle wird Manuela auf der Hochzeit spielen? Ihre Freundin Charlotte Brecheisen hat sie schließlich um Hilfe gebeten. Jetzt richtet das Restaurant, in dem Manuela eingestellt ist, das Catering aus. Das hat übrigens zur Folge, dass wohl auch Flo auf der Hochzeit dabei sein wird... und die unwiderstehliche Irina Moustaki, von der wir noch nicht allzu viel wissen, außer das sie unausstehlich ist. Welche Rolle wird sie noch einnehmen? Inzwischen wagt sich Ricardo an einen neuen Porno heran und Nils... tja, der muss sich langsam damit auseinandersetzen, dass Valentin nur in seinen Träumen existiert. Hoffentlich kommt auch er endlich zu dieser Erkenntnis!

    Mit besten Wünschen an die Protagonisten
    -Der-dessen-Name-ihn-nicht-nennen-möchte!"

ROLLENLISTE:

Manuela Klingenbach: ehemalige Stewardess; outete sich bei ihrem Mann als lesbisch
Marie Klingenbach (13): Tochter von Manuela und Roland
Andrea Kirchberger: Rektorin an Maries Schule
Irina Moustaki: Köchin aus Griechenland; Kollegin von Manuela
-
Nils Tannenlöh: verliebt in Valentin, der allerdings nur eine Traumfigur ist
Valentin: Schwarm von Nils, den er in seinen Träumen kennengelernt hat
Ralf Tannenlöh: Nils großer Bruder
Herr und Frau Tannenlöh: Die Eltern von Ralf und Nils
-
Felix Brecheisen (17): lebte in einem Kinderheim, bis Frau Brecheisen ihn adoptierte
Lucas Brecheisen(15): wohlhabend aufgewachsen; ziemlich vorlaut und frech
Amadeus Wohlfahrt: Ein Junge aus einer wohlhabenden Familie; soll Felix heiraten
Charlotte Brecheisen: Französin; adoptierte Felix ohne ihn näher kennenzulernen
Clément: Butler der Familie Brecheisen
-
Ricardo Vasquez (17): hat einen Vertrag bei einem Pornostudio unterschrieben
Martin (34): GayRomeo-Bekanntschaft von Ricardo; Fotograf
Sanchez: Gebürtiger Spanier und Model von Martin
Dennis Garson: Geschäftsführer eines Pornostudios
Barry Gold: Angesagtester Pornodarsteller Deutschlands
-
Florentine „Flo“ Neumann (22): Transgender; ritzt sich


Ricardo – Teil 23
Eigentlich wollte Ricardo ja gar keinen Porno mehr drehen, aber die Aussicht, einen mit Sanchez drehen zu können, reizte ihn über alle Maßen. So kam es auch, dass er ihn endlich wieder traf. Ricardo freute sich, als er den Spanier im Studio erblickte und noch mehr, als dieser ohne zu Zögern auf ihn zukam und ihn in die Arme nahm. „Es ist schön, dich wiederzusehen!“
„Es ist auch schön, dich wiederzusehen!“, entgegnete Ricardo ebenfalls erfreut.
„Ja, auch wenn ich nicht damit gerechnet habe, dich HIER anzutreffen.“, gab sich Sanchez positiv überrascht. „Martin hat mir zwar erzählt, dass du bei einem Pornodreh zugegen warst, aber auch, dass dieses Geschäft nichts für dich sei. Woher der Sinneswandel?“
Ricardo zuckte mit den Schultern. Er wollte Sanchez nicht auf die Nase binden, dass er sich nur seinetwegen umentschieden hatte. Denn dann käme er wie ein verliebter Gockel daher. Also versuchte er möglichst lässig rüberzukommen. „Ach ich dachte mir, warum eigentlich nicht. Bringt schließlich reichlich Kohle. Ich kann mir inzwischen Dinge leisten, auf die ich viele Jahre hätte sparen müssen. Das ist schon cool…“
„So Jungs, jetzt kommt mal beide her, damit ich euch den genauen Vorgang der heutigen Szene erklären kann.“, sagte Herr Garson, der beim heutigen Dreh selbst die Regie übernahm. „Sanchez, dir hab ich ja bereits ein wenig erklärt, was dich erwartet, aber Ricardo ist noch neu in dem Geschäft. Er hat also keine Ahnung was heute auf ihn zukommt.“ Ricardo schluckte kurz. Was heute auf ihn zukommt? „Also.“, setzte Herr Garson an. „Ihr beide kommt in das Schlafzimmer, bereits eng umschlungen und küssend. Sanchez reist dir Ricardo die Kleider vom Leib und stößt dich mit einem Gefühl der Sexhungrigkeit rücklings auf das Bett. Ihr beginnt, den Körper des jeweils anderen zu ergründen, von Hals abwärts, bis zum Bauchnabel und dann ganz nach unten. Sanchez ist demnach der aktive Part und du der passive Ricardo. Dann folgt das Übliche: Blasen, Fingern, Ficken. Und wenn ihr dann fertig seid, kommt Sanchez Freund ins Zimmer, der natürlich überrascht und schockiert gleichermaßen ist.“ Sanchez` Freund? Ricardo stutzte, doch horchte weiter zu, denn Herr Garson sah es nicht gerne, wenn man ihn unterbrach. „Dein Freund wird außer sich vor Wut sein und sich an euch beiden rächen wollen, indem er euch quasi zu seinen Sexsklaven macht. Er wird also folglich etwas härter zur Sache gehen und vor allem dich Ricardo, drangsalieren.“
„Ähm… okay…“, gab sich Ricardo nun leicht nervös. „Und wer wird diesen besagten Freund spielen?“
„Barry Gold.“, antwortete Herr Garson knapp, bevor er von einem Kameramann zu sich gerufen wurde, um eine Einstellung zu überprüfen.
Sanchez beugte sich schmunzelnd zu Ricardo rüber. „Genaugenommen ist er nicht nur ein besagter Freund – er IST mein Freund.“

Nils – Teil 23
Nils öffnete seine Augen nicht. Er musste nicht sehen, was um ihn herum geschah. Seine Ohren übermittelten ihm genug Informationen. „Ihr Sohn leidet womöglich an einem Realitätsverlust.“, sagte der behandelnde Art zu seinen Eltern und aller Wahrscheinlichkeit nach war auch sein großer Bruder Ralf im Raum zugegen. „Er kann Realität und Fiktion nicht mehr auseinanderhalten. Nach allem, was ich bisher von ihnen gehört habe, glaubt Nils, dass Valentin wahrhaftig existiert. Er weiß nicht, dass Valentin nur ein Produkt seiner Fantasie, entstanden durch seine Träume, ist. Er glaubt, er sei Valentin wirklich begegnet, dass er wirklich mit ihm zusammen ist. Die Hoffnung mag bestehen, dass Nils weiß, dass Valentin nicht wirklich real ist, aber um das einzusehen, wird es noch einige Zeit in Anspruch nehmen.“
„Was können wir tun? Wie können wir ihm helfen?“, fragte Nils` Vater den behandelnden Arzt.
„So schwer das für Sie klingen mag, aber mehr als abwarten können Sie nicht. Vertrauen Sie uns. Wir haben die entsprechenden Experten, die ihrem Sohn helfen können. Nils ist bei uns gut aufgehoben.“, antwortete der Arzt meinen Eltern.
„Muss das sein? Das er gefesselt ist meine ich.“, mischte sich Ralf nun in die Unterhaltung mit ein.
„Das dient lediglich seinem eigenen Schutz. Sie haben ja mit eigenen Augen gesehen, dass Nils sich selbst in Gefahr gebracht hat, nur um bei Valentin sein zu können.“, erklärte der Arzt meinem Bruder. „Wir halten Nils nicht gefangen, aber wir müssen ihn vor sich selbst schützen. Wir wollen alle nicht, dass ihm noch mehr Leid widerfährt. Sobald es ihm besser geht, werden wir ihn davon befreien.“
„Mir gefällt das auch nicht Ralf.“, sagte Nils` Mutter. „Aber die Ärzte wissen, was sie tun…“
„Bitte folgen Sie mir in mein Büro. Dort werden wir alles Weitere besprechen. Ihr Sohn schläft gerade. Hoffen wir, dass er nicht von Valentin träumt…“, sagte der Arzt und Nils` Familie folgte ihm aus dem Behandlungszimmer. Nils fühlte sich allein und in Stich gelassen. Seine Familie lässt ihn hier gefesselt zurück und Valentin… er ließ sich auch nicht blicken. Valentin soll nicht real sein? Nein, das war Schwachsinn! Er hat ihn schließlich geküsst. Nils öffnete seine Augen und fing zu weinen an.

Manuela – Teil 24
Kannst du die letzte Getränkekiste nehmen? Die ist zu schwer für mich.“, fragte Manuela einen ihrer Kollegen, als sie einen der Restaurant-Lieferwägen entluden. Manuela hatte es tatsächlich geschafft, ihren Chef davon zu überzeugen, das Catering für die Hochzeit zu übernehmen. Nun ja… letztendlich hat ihn die vereinbarte Summe an Geld überzeugt, die wirklich beachtlich zu sein schien.
„Beeilen Sie sich, dass Essen darf nicht kalt werden!“, rief Irina einem Kollegen bei einem anderen Lieferwagen zu, als ob sie das Kommando übernommen hätte.
„Diese Villa ist der Hammer!“, rief Flo Manuela zu, die aus der Villa gestürmt kam, nachdem sie die Salate reintragen geholfen hat. „Deine Freundin scheint ein Leben in Saus und Braus zu leben. Wirklich beneidenswert. Hey was machst du denn? Du bist doch hier als Gast eingeladen.“
„Ja, aber mir ist das irgendwie unangenehm, zusehen zu müssen, wie ihr euch jetzt abrackern dürft, während ich ausgelassen feiere.“, meinte Manuela, die sich ihren Kollegen verpflichtet fühlte.
„Manuela, lass gut sein. Wir kommen schon klar.“, entgegnete Flo lächelnd.
„Oh ich danke dir…“ Manuela biss sich dezent auf die Unterlippe. „Ich muss ohnehin gleich los. Ich hab meiner Freundin versprochen, sie heute zu der Hochzeit mitzunehmen. Sie ist die Rektorin an der Schule meiner Tochter. Ein Lehrer wurde krank und sie musste kurzfristig einspringen. Jetzt wollte ich sie abholen, da sie den Weg hierher nicht kennt.“
„Ich wusste gar nicht, dass du auf Frauen stehst.“, sagte Flo überrascht.
„Wir haben alle unsere kleinen Geheimnisse, nicht wahr?“, erwiderte Manuela augenzwinkernd.
„Wem sagst du das…“, erwiderte Flo nachdenklich. „Ich hoffe nur, wir überleben alle den heutigen Tag – insbesondere hoffe ich, wir überleben alle Irina.“
Manuela konnte sich ein Lächeln nicht verkneifen. „Mach dir wegen ihr mal nicht allzu viele Gedanken. Mein Bauchgefühl sagt mir, dass der Chef ihr Verhalten nicht mehr länger dulden wird. So und jetzt fahr ich mal schnell los. Ich will ja nicht die Trauung verpassen. Das wird sicherlich ein Spektakel!“

Felix – Teil 24
„Kennst du eigentlich auch nur einen Menschen da unten?“, fragte Lucas seinen Adoptivbruder Felix, als er von ihrem Zimmerfenster aus, nach unten in den Garten blickte, wo nach und nach die ersten Gäste eintrudelten. „Das sind im Grunde genommen fast ausschließlich Geschäftspartner von meinen und Amadeus Eltern. Das ist doch krank, ey!“ Dass selbst Lucas das alles hier missbilligte, beruhigte Felix zwar keineswegs, aber dennoch stimmte es ihn ein klein wenig heiter.
„Tja, wer sollte auch schon kommen, um mich heiraten zu sehen?“, entgegnete Felix, während er seine Krawatte zurechtrückte. „Ich hab keine Verwandten mehr und nur einen Freund, aber der weiß vermutlich gar nicht, wo ich bin. Ich hoffe ihm geht es gut.“
„Du hast einen Freund?“, gab sich Lucas überrascht. „Und dennoch heiratest du Amadeus?“
„Tja…, was tut man nicht alles für die Familie…“, log Felix, denn etwas anderes fiel ihm gerade nicht ein. Er hoffte sehr, den heutigen Tag schnell über die Bühne bringen zu können, damit er endlich aus diesem Schuppen herauskam und zu Jacob zurückkehren konnte. Er hoffte nur, dass nichts schief ging und Amadeus hinterher kein Ärger drohte, wenn dieser „Nein“ sagte.
Butler Clément betrat den Raum. „Entschuldigen Sie vielmals, aber ihre Mutter lässt anfragen, ob die jungen Gentlemen dann soweit wären.“
„Wir sind soweit, oder?!“, antwortete Lucas und gab die Frage an Felix weiter.
Felix atmete noch ein letztes Mal ein und aus. „Ich bin soweit. Lasst uns heiraten!“

61 --- Nils (Teil 24), Felix (Teil 25), Ricardo (Teil 24) & Flo (Teil 22) !
(Jetzt wird geheiratet!)
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Re: Queer durchs Leben

Beitragvon Skystar » 02 Dez 2017, 05:57

Heute mal etwas früher... :)
Im heutigen Kapitel rückt die Hochzeit von Felix in den Mittelpunkt. Nebenbei wird Nils`Geschichte langsam zu Ende geführt.

Und noch ein kleiner Hinweis: Am 1.Advent (3.12) gibt es das erste Kapitel meiner neuen Weihnachtsgeschichte zu lesen. Wo? Natürlich hier im Forum, ABER vorher wird das erste Kapitel bereits in meinem Geschichten-Forum zu lesen sein: Skystar-Stories. Dort lade ich das Kapitel nämlich bereits um Punkt Mitternacht hoch. Also von Samstag auf Sonntag. Dieser Vorgang wird auch bei allen anderen Kapitel vonstatten gehen. Freu mich auf viele Leser!

61 ----------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------

    "Wie sagte Felix im letzten Kapitel so schön? "Lasst uns heiraten!" Nun denn... ich hab zwar noch nicht vor zu heiraten, aber wenn schon, warum dann nicht Felix. Süß ist er ja irgendwie schon, oder? Aber mal ernsthaft: Mir läuft das bisher alles viel zu glatt und man darf gespannt sein, was heute und in den nächsten Kapitel bei Felix passieren wird. Nicht weniger spannend geht es auch bei Ricardo weiter, der herausgefunden hat, dass Sanchez und Barry ein Paar sind. Tja, Pech Ricardo. Wird er den Porno trotzdem drehen? Und während alles wacht, schläft Nils wieder einmal und träumt... natürlich von Valentin.

    Guten Morgen zusammen
    -Der-dessen-Name-ihn-nicht-nennen-möchte!"

ROLLENLISTE:

Nils Tannenlöh: verliebt in Valentin, der allerdings nur eine Traumfigur ist
Valentin: Schwarm von Nils, den er in seinen Träumen kennengelernt hat
-
Felix Brecheisen (17): lebte in einem Kinderheim, bis Frau Brecheisen ihn adoptierte
Lucas Brecheisen(15): wohlhabend aufgewachsen; ziemlich vorlaut und frech
Amadeus Wohlfahrt: Ein Junge aus einer wohlhabenden Familie; soll Felix heiraten
Arnulf Brecheisen: Anwalt; Vater von Lucas
-
Ricardo Vasquez (17): hat einen Vertrag bei einem Pornostudio unterschrieben
Sanchez: Gebürtiger Spanier und Model von Martin
Dennis Garson: Geschäftsführer eines Pornostudios
Barry Gold: Angesagtester Pornodarsteller Deutschlands
-
Florentine „Flo“ Neumann (22): Transgender; ritzt sich
Patrick Traunstein: ursprünglich mal ein Mädchen mit dem Namen Patricia
Irina Moustaki: Köchin aus Griechenland; Kollegin von Flo


Nils – Teil 24
Es war Nacht und alles schlief. Auch Nils schlief irgendwann wieder ein und fand sich an dem Ort wieder, wo er Valentin das erste Mal begegnete. „Sei froh, dass du nicht in der Schule warst.“, sagte eine Stimme aus dem Dunkeln heraus und Valentin trat in das Licht einer Straßenlaterne.
„Wo warst du? Ich hab mir Sorgen gemacht. Weißt du, was mir widerfahren ist?!“, fragte Nils seinen Freund aufgebracht.
Valentin nickte betrübt. „Ich kann mich nur wiederholen. Sei froh, dass du nicht in der Schule warst. Dort fand heute der reinste Albtraum statt!“
„Der reinste Albtraum? Verdammt Valentin, ich wurde von einem Auto angefahren, mein ganzer Körper schmerzt wie Sau, ich bin festgebunden und meine Familie sieht mich an, als hätte ich nicht mehr alle Tassen im Schrank!“, schrie Nils Valentin nun an. Er war wütend. Dabei war er eigentlich gar nicht wütend auf seinen Freund, sondern vielmehr auf sich selbst. „Bitte sag mir, dass sie sich alle irren. Bitte sag mir, dass du wirklich existierst.“
Valentin blickte Nils weiterhin betrübt an. „Sag du es mir. Sieh dich um. Sieht hier irgendetwas für dich real aus?“
Nils sah sich um und bemerkte erst jetzt, dass nur eine einzige Straßenlaterne leuchtete und zwar genau die, unter der er und Valentin standen. Des Weiteren waren sie ganz allein. Kein Auto, keine Menschenseele. Nicht ein Geräusch war zu hören, nicht einmal der Klang eines Tieres. Der Himmel war pechschwarz und da wusste es Nils endlich. „I-Ich träume…, oder?“
Valentin nickte und sagte: „Es tut mir Leid, dass du meinetwegen so viel Leid ertragen musstest. Dabei wollte ich dich eigentlich von eben jenem Leid befreien. Nur habe ich alles noch viel schlimmer gemacht. Ich dachte, wenn ich dich küsse und du dadurch glücklich wirst, dann habe ich mein Ziel erreicht und ich könnte gehen, aber du hast mich so sehr vermisst, dass du beinahe durchgedreht bist, weshalb ich dir immer wieder erschienen bin. Ich konnte dich einfach nicht im Stich lassen. Ich hab mich für dich verantwortlich gefühlt. Schließlich bin ich ein Teil von dir…!“
Endlich wurde Nils alles klar. Alles wovon er glaubte, wirklich erlebt und gefühlt zu haben, war eine einzige Täuschung. Tränen kullerten Nils´ Wangen hinunter. „Verschwinde…“
„Nils…“
„Hau ab! Verschwinde!“, schrie Nils unter Tränen. Valentin war nicht im Stande zu weinen, aber man sah ihm an, wie leid es ihm tat. Er gehorchte Nils, denn es war sein Traum. So plötzlich wie Valentin in Nils´ Leben trat, so plötzlich verschwand er auch wieder… und kehrte nie mehr zurück.

Felix – Teil 25
Felix und Lucas betraten gemeinsam den Rosengarten und wurden zugleich von mehreren Leuten nett begrüßt. Männer und Frauen, die Felix gar nicht kannte, schüttelten ihm lächelnd die Hand und machten ihnen Komplimente, wie gut sie doch in ihren Smokings aussehen. „Für was so ein Anzug für schlappe 800 Euro alles gut sein kann. Die Frauen himmeln uns an!“, meinte Lucas sehr erfreut.
„In der Tat…, ein Schnäppchen.“, gab Felix weniger erfreut zurück und legte noch einen obendrauf. „Aber gib´s zu. Die Frauen, die dich anhimmeln, interessieren dich weitaus weniger, als die Männer, die das tun.“
„Halt die Klappe, oder ich stopf dir dein Maul mit einer Serviette.“, entgegnete Lucas, der wütend über diese Bemerkung war. Felix sagte kein Wort mehr, wenngleich er trotzdem lächelte, weil er wusste, wie Recht er mit seiner Vermutung behielt.
„Aaaaah, mein zukünftiger Bräutigam!“, rief Amadeus stolz, der sich durch die Menschen zu Felix und Lucas durchkämpfte und Felix zugleich umarmte. Er nutzte die Gelegenheit und flüsterte ihm ins Ohr: „Mach dir keine Sorgen. Unsere Abmachung gilt auch weiterhin.“ Danach begrüßte Amadeus auch Lucas und Felix entging nicht, wie es nun Lucas war, der Amadeus anhimmelte. Plötzlich wurde Felix alles klar. Nur gut, dass er nicht wirklich vorhatte, Amadeus heute zu heiraten. „In einer Stunde beginnt die Trauung. Wenn ihr mich aber kurz entschuldigen würdet. Ich würde gerne noch ein paar Worte mit meinem zukünftigen Schwiegervater wechseln.“
Amadeus schritt davon, zu Herrn Brecheisen, der ihn bereits am Eingang zum Tanzsaal erwartete. Die beiden Männer zogen sich in die Villa zurück und Felix fragte sich, was die Zwei zu besprechen hatten, was nicht länger auf sich warten konnte.
„Ähm… entschuldigt ihr beiden, aber könnt ihr mir zufällig sagen, wo ich die Mädchentoilette finde?“, fragte eine junge Frau die Jungs. „Diese Villa ist wie ein überdimensionaler großer Irrgarten.“
Felix fing zu lachen an. „Das kommt mir bekannt vor. Ich lebe seit über drei Monaten in dieser Villa und kenne noch immer nicht alle Räume darin.“

Ricardo – Teil 24
Ricardo sah dabei zu, wie die Filmcrew alles für den nötigen Dreh vorbereitete. Sanchez unterhielt sich zwischenzeitlich mit Barry – seinem Freund. Barry war also Sanchez` Freund. Plötzlich fühlte sich Ricardo so unsagbar dämlich, wenngleich dies nicht vorherzusehen war. Eigentlich war er nur noch hier, um Sanchez wiederzusehen, ja ihm gar nahe zu sein. Doch nun…
„Sind alle bereit? In ein paar Minuten fangen wir an!“, rief Herr Garson durch den Raum.
Ricardo blickte zu Herr Garson und dann zu Sanchez. Die letzten Monate spielten sich vor seinen Augen noch einmal wie im Zeitraffer ab und dann sagte er: „Ich kann das nicht.“ Es war nur ein Flüstern und kaum wahrnehmbar, also sagte er es noch einmal, nur kräftiger. „Ich kann das nicht!“ Nun sahen sowohl Herr Garson, als auch Sanchez und Barry zu ihm auf. „Ich kann das nicht.“, wiederholte Ricardo abermals. „Ich steige aus. Ich will kein Pornostar werden.“
Herr Garson wirkte auf Ricardo bislang wie ein Mann mit dem man vernünftig reden konnte, doch nun zeigte er eine Seite von sich, die Ricardo bisher noch nicht an ihm gesehen hatte. „Du hast einen Vertrag unterschrieben Ricardo. Ich hab dir einmal die Chance gegeben auszusteigen. Ein zweites Mal gebe ich sie dir nicht.“, sagte er und sein Gesicht verfinsterte sich. „Ja was glaubst du denn, was wir hier tun? Glaubst du, dass alles dient nur dem Spaß? Das ist unsere Arbeit. Damit verdienen wir unsere Brötchen. Einen Jungen, der alle zehn Minuten seine Meinung ändert, können wir hier nicht gebrauchen. Das ist einfach nur unprofessionell.“
„Dann entlassen Sie mich bitte aus meinem Vertrag.“, erwiderte Ricardo noch möglichst höflich.
„Nein.“, antwortete Herr Garson knapp. „Du willst raus? Bitte, geh wohin du möchtest, aber dann zahlst du die Konventionalstrafe. Ich lasse mich von dir doch nicht für dumm verkaufen. Ich hab dich im ersten Video bereits als großen neuen Pornostar Ricardo Vasquez angekündigt und…“
„Was? Sie haben meinen richtigen Namen benutzt?!“, schrie Ricardo nun erschrocken, denn so konnte ihn nun natürlich jeder finden.
Herr Garson lachte irritiert. „Du hast nie nach einem Berufsnamen verlangt, so wie Barry es einst tat. Ich bin nicht dazu verpflichtet, dir deinen gesamten Arbeitsvertrag vorzulesen. Wenn du so dumm bist und einfach unterschreibst, ohne vorher an die möglichen Konsequenzen bei einem Vertragsbruch zu denken, dann ist dir nicht mehr zu helfen.“ Herr Garson zeigte keine Gnade. Ricardo war entsetzt und sah Hilfesuchend zu Sanchez, der sich zu seiner großen Überraschung aber im Hintergrund hielt und sich nicht einmischte. „Also was wirst du tun, Ricardo?“, fragte Herr Garson. „Bist du nun bei dem Dreh dabei, oder ziehst du deinen jämmerlichen Schwanz ein?“

Flo – Teil 22
Obwohl es Flo in der letzten Zeit nicht sonderlich gut ging, war sie heute bester Laune. Vielleicht lag das an ihrer Unterhaltung mit Patrick neulich. Sie hatte das Gefühl, mit ihm über alles reden zu können, weil er sie verstand. Diesen Halt hatte Flo gerade bitter nötig, denn Personen wie Alexander oder Irina Moustaki konnten ihr Leben manchmal zur Hölle machen. Auch heute war Irina wieder einmal unausstehlich. „Ich sagte Salz und nicht Pfeffer, Anóitos!“, schimpfte sie wieder einmal mit einem ihrer Kollegen. Allerdings empfand Flo kein Mitgefühl für ihren Kollegen, denn es war derselbe, der Flo schon des Öfteren niedergemacht hat. Die Gerechtigkeit siegte!
Plötzlich verspürte Flo das dringliche Bedürfnis, mal kurz auf die Toilette zu müssen. Jedoch hatte sie nicht den blassesten Schimmer, wo sich diese in der Villa befanden. Also fragte sie zwei Jungs, die sich ganz in ihrer Nähe miteinander unterhielten. „Ähm… entschuldigt ihr beiden, aber könnt ihr mir zufällig sagen, wo ich die Mädchentoilette finde? Diese Villa ist wie ein überdimensionaler großer Irrgarten.“
Einer der beiden Jungs fing zu lachen an. „Das kommt mir bekannt vor. Ich lebe seit über drei Monaten in dieser Villa und kenne noch immer nicht alle Räume darin.“
„Oje, du bist der Bräutigam, richtig?“, fragte Flo überrascht. „Tut mir leid, ich hab dich gar nicht erkannt.“ Felix verzieh Flo natürlich und erklärte ihr, wo sie die Toiletten finden konnte.
Flo bedankte sich recht herzlich und folgte seiner Beschreibung. Nachdem sie die Toilette gefunden hatte, kam sie an einem Raum vorbei, dessen Tür nur leicht angelehnt war. Flo konnte dadurch das Gespräch eines Jungen und eines Mannes mitanhören, die sich gerade in einem Büro verschanzt hatten. „Und denk an unser Abkommen.“, sagte der Mann ernst.
„Selbstverständlich.“, antwortete der andere Junge knapp. „Dieser Dummkopf von Felix ist auf meine liebliche Tour reingefallen und glaubt doch tatsächlich, dass ich bei der alles entscheidenden Frage „nein“ sage. Er wird große Augen machen, wenn wir auf einmal vermählt sind und er aus der ganzen Sache nicht mehr rauskommt. Ich will ihn zwar nicht heiraten, aber er ist nun einmal der Bauer, der für unsere gemeinsame Zukunft geopfert werden muss.“
„Sehr gut.“, sagte der Mann süffisant lächelnd und Flo klappte erschrocken der Mund auf. Nicht nur aufgrund dessen, was sie gehört hatte, sondern auch, weil sie den Mann kannte.

62 --- Flo (Teil 23), Damian (Teil 25), Felix (Teil 26) & Ricardo (Teil 25) !
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GoldenStar18
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Re: Queer durchs Leben

Beitragvon GoldenStar18 » 02 Dez 2017, 14:17

Also warum ich genau die drei ans Ende der Liste gesetzt habe, kann ich sofort sagen

1. Leonas Geschichte ist wieder mal nur eine "der arme Aussenseiter kommt mit dem beliebten Schüler zusammen" - Story. Die gabs schon zu oft meiner Meinung. Auch das Thema ungeoutet sein und verbergen wollen ist nix Neues

2. Moritz an sich ist nicht wirklich interessant. Die Hauptfigur dieser Storyline ist in Wahrheit Jakob. Er ist der interessante Charakter und ob und wie er zu Gelix zurückfindet ist der fesselnde Part. Moritz und die toten Eltern rückt in den Hintergrund

3. Nis finde ich persönlich schon fast erbärmlich. Grundsätzlich hat er keine größeren Probleme im Gegensatz zb. zu Ricardo. Er ist an sich nur ein Mauerblümchen der aber entweder zu feige oder zu schwach ist sich seinem Leben zu stellen, das an sich nur so schlecht ist wie er es sich macht. Er bräuchte nur ein bisschen Mut und Courrage um sich bessere Freunde zu suchen und vllt sogar einen Freund der real ist

Aber natürlich heißt das nicht das irgendeine Geschichte von dir nicht gut ist, ich verfolge sie alle mit Begeisterung wie immer Sky :*

Lg Maxi
Manchmal sollte man nicht zu viel nachdenken - wenn sich was richtig anfühlt ist wahrscheinlich auch so

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Re: Queer durchs Leben

Beitragvon ArokhsSohn » 04 Dez 2017, 17:08

Hey Sky,

Du bleibst wohl auch gern unberechenbar, was das zeitmäßige Posten neuer Teile angeht ;-)

So, da will ich doch gleich mal den Krümelkacker raushängen lassen :-P
Skystar hat geschrieben:Nur mal angenommen, an der Schule gibt es 400 bis 500 Schüler und es sind eben auch wirklich nur die sieben Jungs schwul, dann wäre das durchaus realistisch

Joah, durchaus, das sind dann gerade mal 1,4-1,75%
Geht man aber von der Gegebenheit aus, dass besagte sieben Jungs im Alter von 15-16 Jahren sind und berücksichtigt man dabei die entsprechenden Klassenstufen (vermutlich Klasse 8-10), sieht das schon anders aus. Mal angenommen, die Schule hat 10 Klassenstufen je 2 Parallelklassen. Macht eine durchschnittliche Klassenstärke von 20 (bei 400 Schülern) und 25 (bei 500 Schülern). Auf die drei Klassenstufen bezogen, sind das 60 bis 75 Schüler, die in die Statistik fallen. Und davon machen die 7 Schüler schon 9-11% aus ;-)

Gib es zu, jetzt bist Du baff, was? :-D
Jetzt ist natürlich die Frage, sind 10% viel? Ich wollte mal wissen, wie der durchschnittliche Anteil von LGBT an der Bevölkerung ist, aber bin auf widersprüchliche Angaben gestoßen.
Ups, ich merke gerade, dass es hier ziemlich Off-Topic wird, also komme ich mal lieber zum eigentlichen Thema:


Ricardo: Ups, was für ein Zufall: der angesagte Mr. Gold ist auch noch der Freund von Ricardos Schwarm… Wenn Sanchez Ricardos Flirt richtig gedeutet hat – und ich bin mir fast sicher, das hat er – warum hat er dann mitgespielt, obwohl er schon einen Freund hat? Ist das eine Taktik gewesen, um Ricardo bei der „Stange“ zu halten? Wenn dem so ist, verdichtet sich hier die Theorie eines abgekarteten Spiels. Andererseits könnte es auch am Ende Ricardos Rettung sein, denn: natürlich platzt Ricardos Traumblase im ungünstigsten Moment und wie vermutet steckt er nun fest…
Interessant war Sanchez‘ Reaktion auf Ricardos Aussteigversuch – oder vielmehr seine Nicht-Reaktion. Stellt er sich doch noch hinter Ricardo? Wenn er es ehrlich mit ihm gemeint hat, wird er es sicher tun.

Hey, Flo’s Part war diesmal ja richtig spannend. Allerdings wohl auch nur deshalb, weil er zum größten Teil zu Felix‘ Handlungsbogen gehört – was sie irgendwie, wie eine Nebenfigur wirken lässt. Das Zusammenspiel von Flo’s und Felix‘ Parts fand ich aber sehr gelungen. Gerne mehr von sowas! Zu Felix allgemein: es ist nun wohl klar, dass das ganze eben nicht so reibungslos abläuft, wie vermutet. Ist Lucas evtl. eine Möglichkeit zur Rettung? Da waren doch die anhimmelnden Blicke an Amadeus… Nicht, dass es am Ende auf einen wilden 3er zwischen Amadeus, Lucas und Felix hinausläuft :lol:

Nil’s Quasi-Finale bleibt wieder die beste Story von allen. Endlich scheint seine endlos wirkende Nacht vorbei zu sein. Das war gut gemacht. Ich verstehe zwar auch den goldenen Stern, wenn er schreibt, dass Nils bloß den richtigen Freund, Courage und etwas Mut braucht. Aber andererseits geht’s hier um ein psychisches Dilemma, und als solches sieht es von innen meist viel schwieriger aus zu lösen, als von außen. Aus Nils‘ Sicht, braucht es eben nicht nur etwas Mut, denn er hält Valentin ohne Bedenken ab einem gewissen Zeitpunkt für real. Wo soll da die Einsicht herkommen? Weil das für ihn eine echt schwierige Hürde und das eine echt miese Situation ist (er soll auf etwas verzichten, was ihn – wenn auch nur kurzfristig – glücklich macht), bleibt seine Story meine Nr. 1.
Btw.: sein Traum-Alter-Ego wusste, was in der Schule los war? Das ist höchst… interessant und mysteriös…

Interessant ist auch, wie die Favoriten auseinander gehen ^^
Es stimmt schon, die Ausgangslage von Leonas ist nicht neu. Andererseits ist es ohnehin schwierig, etwas Originelles zu schreiben, da das Meiste in irgendeiner Form schon mal da war. Es geht vielleicht mehr um das wie. Und da stimme ich GoldenStar18 zu: Deine Geschichten können begeistern :-D

Zu Moritz noch: Seine Story ist zwar in der letzten Zeit ein wenig schwächer geworden, aber die Ausgangslage fand ich alles andere als unspannend. Tragisch ist sie auch. Allerding muss ich zustimmen, dass seine toten Eltern tatsächlich zu sehr in den Hintergrund gerückt sind. Ja, sie wurden gerade wieder sehr aktuell, aufgrund der aufgetauchten Halbschwester, aber dennoch waren die Auswirkungen des Todes seiner Eltern auf Moritz selbst irgendwie zu schwach.

LG, Arokh

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Re: Queer durchs Leben

Beitragvon Skystar » 05 Dez 2017, 09:04

Oje, jetzt hab ich den Salat. Jetzt hab ich GoldenStar quasi dazu aufgefordert etwas zu schreiben und jetzt müsste ich darauf antworten. Nur das diese Antwort den Rahmen dieses Beitrags sprengen würde, denn was du sagst Maxi - ist sogar richtig (Zumindest Leonas und Moritz betreffend)! Verzeih, meine Antwort wird hier etwas kurz ausfallen, aber ich werde definitiv noch näher auf deinen Beitrag eingehen - nur nicht heute. Vielleicht noch diese Woche, vielleicht aber auch erst am Ende der Geschichte. Also ein wenig Geduld, aber die hast du glaub ich :) . Jedenfalls: Ja, ich muss dir zustimmen. Die Geschichte von Leonas haben wir schon hundertfach erlebt, wenn auch in anderer Form und Moritz Geschichte wurde dank Jacob irgendwie mehr ein Nebenplot zu Felix Geschichte. Lediglich bei Nils kann ich dir nicht zu 100% Recht geben, wobei ich auch deinen Standpunkt verstehen kann. Ich hab den Charakter quasi in diese Traumstory geschickt, ohne vorher näher auf ihn einzugehen, warum es ihn eigentlich so schlecht geht. Man hat als Leser also keine Ahnung, warum es ihm so schlecht erging. Zwar gab es ein paar Andeutungen zu Beginn der Geschichte, aber die waren kaum der Rede wert. Ihn deshalb aber als "erbärmlich" abzustempeln, finde ich schon wieder etwas zu hart. Es gibt Menschen, die fühlen sich so einsam, dass sie sich zuuu sehr nach einem Partner sehnen und dabei völlig die Welt bzw. die Realität um sich herum aus den Augen verlieren. Dies war bei Nils der Fall. In dem Fall war Nils wohl vorher sogar schon leicht instabil, mit einer "schwachen" Persönlichkeit. Nils hat leider nicht den Mut und die Courage eines Felix oder eines Leonas.

Hm... soll ich jetzt auch noch was zu Arokh schreiben? Zu seiner Rechnung wie viele Homosexuelle an Schulen rumrennen? Nein, das würde jetzt ausufern, aber ja... ich war baff! :D
Schreib bei Ricardo bitte nicht Mr. Gold, das hat mich kurz irritiert, weil ich dachte, du meinst Mr. Gold aus "Der Tierflüsterer" :lol: . Das Barry mit Nachnamen so heißt, hab ich für einen kurzen Moment vergessen. Auch wenn es nur sein Künstlername ist. Ricardos Part wird heute jedenfalls sehr interessant, weil vieles auf einmal erläutert wird, was bislang kaum bis gar nicht wichtig war. Zu Flo und Moritz sag ich jetzt mal nichts. Da triffst du mich genauso wie GoldenStar, dass ich "später" noch etwas zu den Beiden (und allen anderen) schreiben werde. Nils-Quasi-Finale hingegen trifft es schon recht gut, weil ich überlegt hatte, seine Story an der Stelle enden zu lassen. Doch hab ich mich dagegen entschieden. Ein Part kommt noch mit ihm, weil es da noch ein bis zwei Dinge gibt, die ich bei ihm erklären muss.

ArokhsSohn hat geschrieben:Es stimmt schon, die Ausgangslage von Leonas ist nicht neu. Andererseits ist es ohnehin schwierig, etwas Originelles zu schreiben, da das Meiste in irgendeiner Form schon mal da war. Es geht vielleicht mehr um das wie.

Das und die Erklärungen von GoldenStar haben mich tatsächlich zum nachdenken gebracht. Meine nächste Geschichte muss was haben, was es bislang noch nicht gab, vor allem aber kein Love-Triangle mehr. Irgendwie schaff ich es jedes Mal wieder, mindestens eins in meine Geschichte mit einzubauen :disappear: . Aktuell schwanke ich auch zwischen zwei bis drei möglichen Ideen für eine neue Geschichte...

62 ----------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------

    "Geht es eigentlich noch jemanden so, dass er bei Amadeus Wohlfahrt die ganze Zeit das Lied "Rock me Amadeus" von Falco im Kopf hat? Nein? Nun mir geht es jedenfalls so. Natürlich hat der Amadeus aus der Geschichte rein gar nichts mit dem Amadeus aus dem Lied zu tun. Doch was musste man da im letzten Kapitel bitteschön lesen? Amadeus macht gemeinsame Sache mit den Brecheisens und hintergeht Felix?! Was für ein WI**ER! Felix sitzt demnach knietief in der Schei*e, ohne es zu ahnen, aber vielleicht ist Flo diejenige, die hier noch ein Wörtchen mitzureden hat. Übrigens, auch Ricardo sitzt knietief in der Schei*e... (hm, wo kommen nur all die Sternchen in den Wörtern her). Wird Ricardo den Porno drehen oder aussteigen? Und wie geht es bei Damian und den Brüdern Timo und Marcus weiter? Fragen über Fragen und die Antworten folgen jetzt!

    Sorry für meine heutige Ausdrucksweise. Eigentlich bin ich ein ganz ein Lieber...
    -Der-dessen-Name-ihn-nicht-nennen-möchte!"

ROLLENLISTE:

Damian (20): ist in seinen Freund Timo und dessen Bruder Marcus verliebt
Timo: Damians Freund; schlug seinem Freund eine offene Beziehung vor
Marcus: Timos großer Bruder und One-Night-Stand von Damian
-
Felix Brecheisen (17): lebte in einem Kinderheim, bis Frau Brecheisen ihn adoptierte
Lucas Brecheisen(15): wohlhabend aufgewachsen; ziemlich vorlaut und frech
Amadeus Wohlfahrt: Ein Junge aus einer wohlhabenden Familie; soll Felix heiraten
Charlotte Brecheisen: Französin; adoptierte Felix ohne ihn näher kennenzulernen
Arnulf Brecheisen: Anwalt; Vater von Lucas
Clément: Butler der Familie Brecheisen
-
Ricardo Vasquez (17): hat einen Vertrag bei einem Pornostudio unterschrieben
Martin (34): GayRomeo-Bekanntschaft von Ricardo; Fotograf
Sanchez: Gebürtiger Spanier und Model von Martin
Dennis Garson: Geschäftsführer eines Pornostudios
Barry Gold: Angesagtester Pornodarsteller Deutschlands
-
Florentine „Flo“ Neumann (22): Transgender; ritzt sich
Alexander: Ehemaliger Date-Partner, der Flo nun hinterher zu spionieren scheint


Flo – Teil 23
Flo befand sich in einer unangenehmen Lage. Sollte sie Felix über das, was sie soeben mitangehört hatte, Bericht erstatten. Im Grunde genommen ging sie das Ganze schließlich nichts an und sie kannte ihn ja auch gar nicht wirklich. Doch ihr Gewissen meldete sich zu Wort. Flo konnte es nicht zulassen, wenn ein anderer Mensch in sein Unglück rannte.
„Entschuldige, Felix richtig?“ Flo griff behutsam nach der Schulter von Felix, der sich nun an sie wandte. „Verzeih, wir kennen uns noch gar nicht. Ich bin Florentine Neumann und ich muss dir etwas von enormer Wichtigkeit sagen. Ich weiß, das hört sich jetzt vielleicht schräg an, weil du mich gar nicht kennst, aber du darfst heute nicht heiraten!“
Felix lächelte Flo etwas verwirrt an. „Warum nicht? Amadeus und ich… wir lieben uns.“, sagte er, doch sein kurzes Zögern säte Misstrauen in Flo, ob er das wirklich selbst glaubte.
„Ma-mag sein, aber ich hab da geradeeben etwas mitangehört...“, entgegnete Flo unbeirrt.
„Was haben Sie denn gehört, wenn mir die Frage gestattet ist?“, fragte auf einmal eine Stimme hinter den Beiden und als Flo sich umdrehte, erblickte sie den Mann aus dem Büro. Als der Mann Flo ansah, stutzte er. „Kennen wir uns nicht von irgendwoher?“
„Dose. Auto.“, antwortete Flo lediglich.
Nun schien auch bei dem Mann der Groschen gefallen zu sein. „Sie sind diese unverschämte Göre, die mir eine Dose an mein Auto geknallt hat! Als ob ich damals auch nur eine Sekunde daran geglaubt hätte, dass es dieser junge Mann gewesen war, der Ihnen lediglich zu Hilfe geeilt war. Doch heute wird er ihnen nicht zu Hilfe kommen…“ Dass Alexander hier aufkreuzte, wollte Flo auch keinesfalls.
„Jetzt führen Sie sich mal nicht so auf. Wer sind Sie denn eigentlich?!“, fragte Flo wütend.
„Gestatten, Arnulf Brecheisen. Ich bin der Herr dieses Hauses und ich bin bevollmächtigt, Sie nun von diesem Gelände zu verweisen. „Clément!“ Herr Brecheisen rief den Butler zu sich. „Begleiten Sie diese junge Dame bitte unverzüglich hinaus. Ich möchte sie hier nicht mehr länger sehen.“
Der Butler nickte, wenngleich auch wenig begeistert. Flo starrte Herr Brecheisen wütend an und ihre einzige Chance, Felix über die Falle zu informieren, wurde im Keim erstickt.
„Hören Sie.“, sagte Flo zu dem Butler, als dieser sie durch die Villa nach draußen begleitete. Dies entging auch Flos Kollegen und Kolleginnen nicht, die ihr verwirrt hinterher sahen. „Ich gehe gerne freiwillig, aber bitte, ich bitte sie inständig, sie müssen Felix etwas ausrichten!“

Damian (Timo) – Teil 25
Timo war klar, dass seine Beziehung mit Damian dabei war, in die Brüche zu gehen und ihm war auch klar, dass dies vor allem seine Schuld war. Er hätte ihm niemals eine offene Beziehung vorschlagen dürfen. Denn dann wäre es vielleicht nie so weit gekommen. Er wollte das Abenteuer. Er hat es auch bekommen. Doch jedes Abenteuer birgt auch Gefahren und die Gefahr in diesem Abenteuer hatte er leider nicht bedacht. Damian entfernte sich immer weiter von ihm, weil er ihn von sich wegtrieb. Doch damit war jetzt Schluss. Timo wollte es wieder bei seinem Freund gut machen. Woher dieser Sinneswandel kam? Timo könnte sich selbst dafür ohrfeigen, aber erst durch eine Hochzeitsanzeige über zwei Jungs aus reichem Hause wurde ihm klar, dass er nicht mehr ohne Damian sein wollte. Er wollte bei ihm sein – für immer. Er wollte sein Leben mit ihm verbringen – für immer!
Also kam Timo mit einem Strauß weißer und roter Rosen nach Hause, um sich bei Damian für sein Fehlverhalten der letzten Monate zu entschuldigen und ihm ein Liebesgeständnis ohnegleichen zu machen. Er ließ sich auf dem Nachhauseweg besonders viel Zeit, um die passenden Worte auszusuchen. Eigentlich war er überhaupt nicht der Typ für romantische Gesten, aber Damian war es ihm wert. Wie bescheuert man manchmal ist, dass man erst merkt was man hat, wenn es bereits zu spät ist. Doch mit etwas Glück…, war es noch nicht zu spät.
„Damian?“ Timo betrat die Wohnung und suchte jedes Zimmer nach seinem Freund ab. In der Küche, im Wohnzimmer und im Badezimmer war er nicht. Im Badezimmer fiel Timo dann auf, dass Damians Zahnbürste verschwunden war. Plötzlich ereilte ihn ein furchtbarer Verdacht und er rannte ins Schlafzimmer. Er öffnete den Kleiderschrank und stellte zu seinem Bedauern fest, dass alle Klamotten von Damian ebenfalls nicht mehr da waren. Timo war wie gelähmt vor Angst. Dann entdeckte er einen Brief, der auf dem Bett lag. Timo stockte der Atem, denn ihm schwante böses. Er ließ den Strauß Rosen zu Boden fallen, setzte sich auf das Bett und öffnete den Brief.

Felix – Teil 26
„Bist du aufgeregt?“, fragte Amadeus, denn in zehn Minuten begann die Trauung.
„Naja…, man heiratet schließlich nicht jeden Tag, oder?!“, antwortete Felix doch leicht nervös.
„Unter uns gesagt…“, Amadeus beugte sich leicht nach links und sprach möglichst leise, „… ich bin es auch. Schließlich sage ich nicht allzu oft „nein“, bei einem so gutaussehenden Jungen wie dir.“
Amadeus` Kompliment schmeichelte Felix sehr. Vor allem aber nahm es ihm ein wenig die Anspannung von dem, was ihn gleich erwartete. Die Gäste nahmen allmählich auf den weißen Stühlen Platz. Familie Brecheisen und Familie Wohlfahrt saßen natürlich in der vordersten Reihe und während sich Frau Brecheisen schon freudig die Hände rieb, sah Lucas eher mürrisch drein. „Bevor all das hier so richtig losgeht, wollte ich mich noch bei dir bedanken.“, sagte Felix an Amadeus gewandt. „Später komme ich vielleicht nicht mehr dazu, also tu ich es jetzt. Danke, dass du mich unterstützt. Das was du gleich vorhast, werde ich dir ein Leben lang nicht mehr vergessen.“
Amadeus wirkte überrascht, lächelte kurz darauf aber. „Nein, diesen Tag wirst du in der Tat dein Leben lang nicht vergessen…!“
„Sir.“ Butler Clément stand hinter den Jungs und sah zuerst Amadeus und dann Felix an. „Dürfte ich Sie bitte kurz auf ein Wort sprechen, Sir?“
„Was gibt es denn Clément?“, fragte Felix irritiert.
„Wir heiraten gleich. Das sehen Sie doch.“, sagte Amadeus etwas ungehalten.
„Ich benötige auch nur wenige Sekunden ihrer wertvollen Zeit, gnädigster Herr.“, sagte Clément, dem sein Anliegen wirklich wichtig zu sein schien. „Unter vier Augen.“, fügte er eindringlich hinzu.
Felix lächelte verwirrt. „Schon okay, ich hab vor meinem zukünftigen Ehemann keine Geheimnisse.“
„Aber Sir ich…“ Butler Clément schnappte nach Luft. „Schon gut, mein Anliegen kann warten. Oh, ihre Krawatte sitzt schief.“ Clément rückte die Krawatte an Felix zurecht. Amadeus war kurz abgelenkt, denn die Hochzeitsmusik ertönte, die darauf hinwies, dass es losgehen konnte. Clément nutzte die letzte Gelegenheit und flüsterte Felix ins Ohr: „Heiraten Sie ihn nicht. Das ist eine Falle.“ Danach sagte er wieder etwas lauter. „Sehr schön. Jetzt sitzt sie wieder wie angegossen.“
„Können wir dann?“, fragte Amadeus an Felix gewandt.
Felix blickte Amadeus in die Augen und antwortete: „Wir können.“

Ricardo – Teil 25
Ricardo Vasquez. Ricardo Vasquez. Ricardo Vasquez. Ricardo stieß einen wütenden Schrei aus, als er sich durch diverse Seiten klickte und unter dem Sexvideo, welches er einst mit Barry drehte, stets sein Name stand. Ricardo ballte seine Hände zu Fäusten und hämmerte mit ihnen gegen seinen Kopf. Er kochte vor Wut. Doch das hat ihn nicht davon abgehalten, den geplanten Dreh mit Sanchez und Barry abzusagen. Herr Garson ließ ihn ziehen, aber natürlich musste Ricardo jetzt mit einer gehörigen Strafe rechnen. Vermutlich geht sein ganzes Erspartes der letzten Monate für die Konventionalstrafe drauf. Er konnte nur hoffen, dass es nicht noch viel mehr war, was er zurückzahlen musste. In einem Punkt jedoch war sich Ricardo zu hundert Prozent sicher: Sanchez war für ihn gestorben! Der Bastard hat einfach nichts getan, um ihm zu helfen. Er hat einfach nur dagestanden… fertig.
Und obwohl es Ricardo schon dreckig genug ging, traf schon bald das ein, wovor er am meisten Angst hatte. Natürlich fand irgendwann einer seiner Mitschüler auf seinem Gymnasium heraus, dass Ricardo in einem Porno mitgewirkt hat und schon bald verbreitete sich das wie ein Lauffeuer in der ganzen Schule. Irgendwann hörten auch die Lehrer davon und der Schaden war irreparabel. Ricardos Eltern erfuhren von dem „kleinen Nebenverdienst“ ihres Sohnes und rasteten aus und natürlich ließ eine Anzeige auf Dennis Garson nicht lange warten, da er einen Minderjährigen unter Vertrag nahm. Ricardos Eltern nahmen ihn alles weg, was ihm Freude bereitete, darunter seinen Laptop und sein Handy. Doch das war nur das geringere Übel im Vergleich zu dem, wie seine Eltern ihn fortan ansahen. Enttäuscht, erschüttert, aber vor allem so, als ob er nicht mehr ihr Sohn wäre. Ricardo war das Gespött der gesamten Schule. Angehimmelt wurde er nur noch von denen, die einfach notgeil waren und meinten, Ricardo würde es jetzt mit jedem treiben.
Sein Leben entwickelte sich zu einem reinen Fiasko. Sein Name war beschmutzt. Ricardo fühlte sich allein und warum? Weil er in etwas hineingeraten ist, was zunächst harmlos aussah und später das Böse zum Vorschein brachte. Um wenigsten mit irgendjemanden darüber reden zu können, der ihn verstand, beschloss Ricardo Martin aufzusuchen, mit dem einst alles seinen Anfang nahm.

63 --- Felix (Teil 27), Eric (Teil 20), Manuela (Teil 25) & Leonas (Teil 24) !
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Re: Queer durchs Leben

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