Monster Teen Club

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Cyberfox
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Re: Monster Teen Club

Beitragvon Cyberfox » 19 Aug 2018, 19:10

Die Prüfungen und nun der Irrgarten. Das erinnert mich ein wenig an Harry Potter. Da gab es auch so einen Irrgarten in einer Prüfung. Hast du dich von den Filmen inspirieren lassen? :-) Das Tagebuch war ein toller Rückblick, um nochmal auf den neuesten Stand zu kommen. Gerade, wenn man länger nicht mehr lesen konnte, sehr hilfreich für mich gewesen. Etwas spät die Rückmeldung aber ich habe derzeit viel um die Ohren und bin froh, dass ich zumindest eine Geschichte derzeit mehr oder weniger aktiv verfolgen kann. Aber besser spät als gar nicht. :-)

Re: Monster Teen Club

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Skystar
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Re: Monster Teen Club

Beitragvon Skystar » 26 Aug 2018, 19:38

Guten Abend.
Cyberfox hat mich durch Zufall gefunden und vielleicht tun es andere auch noch, aber wer nicht auf einen Zufall warten will, der kann auch einfach diesem Link hier folgen: http://skystar-stories.xobor.de/t35f2-Monster-Teen-Club.html#msg212. Das ist mein Forum, wo ich all meine Geschichten hochlade. Dort kann ich sie jederzeit bearbeiten wie ich will, was mir hier leider nicht möglich ist.

Ich hab versucht mich NICHT von "Harry Potter" inspirieren zu lassen :D . Ehrlich, ich hab mir alle Mühe gegeben, dass es sich nicht wie "Harry Potter" liest und das tut es letztendlich auch nicht. Koda und Billie erleben ihre ganz eigenen Abenteuer - die mordsgefährlich sind! :wink:

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Koda und ich rannten durch die unzähligen Wege des Labyrinths. Um uns herum nichts als Nebel, der uns die Sicht auf das was vor und hinter uns lag versperrte. Während wir rannten, ließ Koda meine Hand nicht einmal los. Erst als wir in einer Sackgasse landeten, löste er seinen Griff von mir.
„Haben wir uns verlaufen?“, fragte ich.
„Sieht ganz so aus. War aber zu erwarten.“, antwortete Koda mir, ohne die Miene zu verziehen.
„Kannst du eigentlich nicht einfach durch diese Hecken hindurch schweben?“, fragte ich neugierig.
„Vermutlich, aber dann müsste ich dich hier lassen.“, antwortete Koda mir. „Das hat der Magistrat sich auch gedacht und mich deshalb mit dir in ein Team gesteckt.“ Von dem überhasteten Start und der Rennerei im Irrgarten, war ich leicht außer Atem. „Sollen wir eine Pause machen? Ich hab vergessen, wie es ist, außer Atem zu kommen.“
„Schon okay, geht gleich wieder.“, winkte ich locker ab. „Die viel interessantere Frage ist doch, was hatte das mit Professorin Crybaby zu bedeuten?“
Koda sah mich überlegt an. „Tja … ich fürchte unsere gute alte Professorin Crybaby hatte eine dunkle Vorahnung.“
„Eine Vorahnung?“, fragte ich.
„Professorin Crybaby ist eine Banshee und die sind die Vorboten des Todes.“ Ich blickte Koda ängstlich an. Denn nun war klar, was er mir damit sagen wollte. „Sie hat den Tod einer oder mehrerer Personen vorhergesehen. Nur sind wir schon alle tot … naja fast alle.“
Ich schluckte und wurde ganz bleich im Gesicht. „Sie hat meinen Tod vorhergesehen?“

# 9

Koda und ich kehrten zurück zu der Kreuzung, nachdem der erste Weg uns in eine Sackgasse geführt hatte. Koda blickte sich um. Es standen noch zwei Wege zur Auswahl, denn einer der vier Wege war die Richtung aus der wir gekommen waren. „Sehen beide nicht besonders einladend aus.“, meinte Koda, als er die Wege ergiebig musterte. In beiden Richtungen lag dichter Nebel, sodass man kaum die Hand vor Augen sehen konnte.
„Was soll´s. Ich gehe hier ja eh drauf.“, gab ich schwarzseherisch von mir.
„Jetzt reiß dich mal zusammen. Jeder muss irgendwann einmal sterben.“, sagte Koda, der mir nicht gerade enorm viel Mitgefühl entgegenbrachte, dafür dass Professorin Crybaby gerade meinen Tod vorausgesagt hat.
„Danke für deine Anteilnahme. Weiß ich sehr zu schätzen.“, erwiderte ich deshalb im sarkastischen Unterton. Danach jedoch konnte ich meine Sorge und meine Angst nicht länger hinter einer Schutzmauer verbergen.
Koda schien das auch zu begreifen und sagte: „Hey …, du wirst hier nicht sterben. Das lasse ich nicht zu!“
„Das sagst du doch jetzt nur um mich aufzumuntern.“, grummelte ich niedergeschlagen vor mich hin.
„Ja …, aber auch, weil die Todesvorhersagen unserer geschätzten Professorin Crybaby nicht immer zutreffen müssen.“, meinte Koda. „Oder um es in Mason-Manier zu sagen: Die Chance, dass Professorin Crybabys Vorhersage eintrifft, liegt gerade einmal bei 50 Prozent.“
„Das ist immerhin die Hälfte.“, gab ich wenig hoffnungslos von mir.
„Das ist NUR die Hälfte.“, korrigierte Koda mich und lächelte mich an, was zur Folge hatte, dass auch mir ein Lächeln übers Gesicht huschte und ich meine Angst kurzzeitig vergessen konnte. „Also. Willst du hier weiterhin Trübsal blasen, oder der Gefahr ins Auge sehen und mit mir kommen? Ihr entfliehen kannst du ohnehin nicht mehr.“
Ich musste nicht lange überlegen, denn Koda leistete volle Überzeugungsarbeit. „Ich komme mit dir …, schließlich bestehst du die Prüfung nur, wenn wir beide aus diesem elenden und düsteren Labyrinth rauskommen.“
„Ooooh, dass sagst du doch jetzt nur, weil du Schiss hast und du dich bei mir sicherer fühlst.“, entgegnete Koda, der mich nun über beide Ohren angrinste.
„Hör auf so blöd zu grinsen und such dir endlich einen Weg aus!“, schrie ich ihn an, nachdem ich selber merkte, dass ich rot im Gesicht wurde. Koda gehorchte und suchte sich unseren nächsten Weg aus, der dieses Mal hoffentlich in keiner Sackgasse endete. „Wie viel Nahrung tragen wir eigentlich bei uns, um zu überleben?“, fragte ich nach einer Weile – jede Minute fühlte sich wie eine Stunde an und jede Hecke sah in meinen Augen gleich aus. „Also wie lange reicht unser Vorrat, bis wir, oder besser gesagt ich, hier elendiglich krepiere?“
„Ein Tag? Vielleicht auch etwas länger?!“, antwortete Koda mir wenig überzeugend. „Das ist ja unser Dilemma fürchte ich. Im Grunde sollten an diesen Prüfungen nur die Untoten teilnehmen. Sprich Gespenster, Zombies, Mumien und was du sonst noch so in den letzten Tagen kennenlernen durftest. Ein Mensch ist für sowas eigentlich nicht geeignet, aber sieh es mal von der positiven Seite. Sollten wir den Ausgang nicht finden, wirst du hier an Hungertod sterben und deine Seele wird in den Himmel wandern. Ich hingegen werde hier für immer gefangen sein und das ist so ziemlich das Traurigste und Einsamste, was einem widerfahren kann.“
„Mit anderen Worten: Wir sind beide am Arsch, wenn wir den Ausgang nicht finden.“, sagte ich und mein Kummer übertrug sich nun auch auf Koda, der mir jetzt schon Leid tat, sollten wir den Ausgang tatsächlich nicht finden.
„Würdest du bitte aufhören, so negativ eingestellt zu sein, ja?!“ Koda sah mich nun ernst an. „Zuko ist der Pessimist in unserem Club. Zur Abwechslung wäre mal ein Optimist ganz nett …“
„Ich dachte diesen Part übernimmst bereits du.“, schmunzelte ich, als wir an einer Gabelung nach rechts abbogen. Koda streckte seinen linken Arm aus, um mich am Weitergehen zu hindern. „Was ist los?“ Ich wartete, doch Koda antwortete mir nicht. „Hast du was gesehen oder was gehört?“
„Ich bin mir nicht sicher.“, sagte Koda schließlich leise, als plötzlich das Wiehern eines Pferdes zu hören war.
„Bestimmt nur ein liebes, nettes Einhorn ... oder?“, fragte ich hoffnungsvoll, egal wie unrealistisch der Gedanke auch gewesen sein mag.
„Warte hier.“, sagte Koda, der nun alleine weiter ging und bereits nach wenigen Metern im dichten Nebel verschwand.
Es dauerte nur wenige Sekunden, da kehrte meine Angst wieder zu mir zurück. „Ko-Koda?!“, rief ich leise in den Nebel hinein, doch Koda reagierte nicht. Ich wartete. Meine Knie zitterten, mein Körper fühlte sich kalt an und schlimmer als die Angst zu sterben, war die Angst hier zurückgelassen zu werden. Dann vernahm ich ein Geräusch. Doch kam jenes nicht aus der Richtung, in die Koda gegangen war. Es kam aus der Richtung, aus der wir gekommen waren! „Koda, bist du das?“ Vielleicht war jetzt nicht der richtige Zeitpunkt, optimistisch zu denken, denn es war so gut wie ausgeschlossen, dass Koda auf einmal hinter mir war. Möglich wäre es aber, dass wir einer anderen Gruppe aus der Academy begegneten. Erneut hörte ich das Geräusch. Es hörte sich wie Rascheln im Gebüsch an. „Hallo, wer ist da?!“, rief ich zaghaft. „Wer auch immer da ist, ich bin bewaffnet.“ Das war natürlich eine Lüge, aber sie machte mir wenigstens ein bisschen Mut. Ich sah mich nach einer möglichen Waffe wie einem Stock um, aber der Boden war so trist wie alles im Labyrinth. „I-Ich hab ein Gespenst als Waffe und werde von ihm Gebrauch machen, wenn es sein muss!“, rief ich nun mutiger. Immerhin konnte ich hier noch auf meinen Einfallsreichtum zählen, dachte ich mir.
Dann auf einmal hörte ich schnelle Schritte. Dieses Mal aus der Richtung, in die Koda gegangen war. Ich drehte mich erneut um. Die Schritte wurden lauter. Irgendwer beschleunigte seinen Gang rapide und ehe ich mich versah, kam Koda aus dem Nebel heraus auf mich zugestürmt. „Runter! In Deckung!“ Koda sprang regelrecht auf mich und warf mich zu Boden. Gerade noch rechtzeitig, bevor mich die Klinge eines im grünen Feuer gehüllten Schwertes mir den Kopf abschlug. Mit großen Augen starrte ich auf das, was wie der Wind an uns vorbeizog. Es war ein schwarzes Pferd, dessen Augen ebenfalls wie grünes Feuer loderten. Die Muskulatur des Pferdes war monströs und furchteinflößend. Nicht weniger sah auch der Reiter des Pferdes aus, der einen schwarzen Schatten nach sich zog und eine schwarze, eiserne Rüstung trug. Nur eines besaß der Reiter nicht: Einen Kopf! „Verdamm mich! Das ist der Kopflose Reiter! Er existiert also doch.“, sagte Koda laut, während er mich an der Hand packte und etwas grob wieder auf die Beine zerrte. Wir begannen loszurennen, in die Richtung, aus der der Kopflose Reiter gekommen war. Hinter uns waren die schnellen Tritte des Pferdes zu hören, welches uns unaufhaltsam näher kam. Doch dieses Mal kam uns der Irrsinn des Irrgartens zu Gute. Unser Weg gabelte sich mit nicht weniger als sieben weiteren Wegen. Koda bog in die zweite von links ein und zerrte mich mit sich. Während wir versuchten vor dem Kopflosen Reiter davonzurennen, ließ er meine Hand nicht ein einziges Mal los. Schlussendlich schien es uns tatsächlich gelungen zu sein, dem Kopflosen Reiter zu entfliehen. Das Traben des Pferdes war nur noch ein Geräusch in der Ferne. Sein Wiehern jedoch war noch immer laut und ging durch Mark und Bein. Koda und ich verkrochen uns zwischen zweier Hecken, die enger beieinander lagen als die anderen und ich bekam die Gelegenheit, kurz zu verschnaufen. „Seth hatte also Recht und Mason Unrecht.“, sagte Koda. „Von wegen, die Aussicht dass der Kopflose Reiter existiere läge nur bei 6,3 Prozent. Warte nur, dem werde ich was verzählen, wenn wir hier wieder draußen sind.“
„Wenn wir hier überhaupt rauskommen.“, meinte ich und schnaufte wie wild. „Der hätte mir beinahe den Kopf abgeschlagen, hättest du mich nicht rechtzeitig zu Boden geworfen. Danke!“
Koda sah mich an. Ein überraschender Ausdruck lag in seinem Gesicht. Etwa weil ich mich bei ihm bedankt habe? Er erwiderte darauf jedoch nichts und ließ mich in Ruhe wieder zu Atem kommen. „Okay, wir können wieder.“, sagte ich nach etwa einer halben Minute und stand auf. „Je eher wir weitergehen, desto weiter sind wir von diesem Ding entfernt – hoffe ich jedenfalls.“
„Hier wird es uns nicht finden. Dieser Weg ist deutlich enger als die, in der wir bisher waren. Das Pferd kommt hier nicht durch.“, meinte Koda zuversichtlich.
„Da hast du Recht, aber wir dürfen nicht ausschließen, dass unser Weg und der Weg, den der Kopflose Reiter genommen hat, sich später wieder kreuzen.“, sagte ich und beschloss dahingehend, besser auf der Hut zu sein. „Welcher Irre hat dieses Wesen hierher verschleppt? Der Magistrat?“
„Ich hab keine Ahnung. Über den Magistrat ist fast noch weniger bekannt, als über den Kopflosen Reiter. Der ist ein genauso großes Mysterium.“, antwortete Koda mir, während wir vorsichtig unseren Weg fortsetzten. Wir mussten hintereinander gehen, weil der Weg zunehmend schmaler wurde. Koda bildete die Vorhut und ich die Nachhut.
„Ihr wisst nichts über den Magistrat? Wer er ist? Was für Zauberkräfte er besitzt?“, fragte ich überrascht. „Ich meine, er ist angeblich das mächtigste Zauberwesen in eurer Welt, leitete eure Academy und ihr wisst rein gar nichts über ihn?!“
„Er ist unser aller Mentor. Mehr hat uns nicht zu interessieren.“, meinte Koda daraufhin.
„Das ist nicht zufriedenstellend, wenn du mich fragst …“ Ich blicke mich um und sah, wie der Weg hinter uns langsam verschwand. „Koda …“
„Was?“
„Lauf. Lauf so schnell du kannst! LOS!“ Ich musste Koda regelrecht anbrüllen, damit er seine Beine endlich in Bewegung brachte. Zu spät hatte ich bemerkt, wie der Weg hinter uns allmählich verschwand. Die Hecken, durch die wir uns durchbewegten, kamen von Sekunde zu Sekunde näher, als würden sie sich gegenseitig anziehen und uns irgendwann hier einsperren. Koda war das Rennen leid und schwebte nun regelrecht hindurch. Ich hingegen musste mich auf die Kraft und die Ausdauer meines Körpers verlassen und rannte so schnell wie meine Beine mich tragen konnten. Die Hecken kamen unaufhaltsam näher. Ich spürte die ersten Zweige und Blätter an meinen Armen und schrie auf. Erst ein Stich, dann tausend Stiche. Das Gefühl, in ein Meer aus Disteln gefallen zu sein, überkam mich und ich schrie so laut, dass ich glaubte, meine Kehle würde gleich platzen. Ich versuchte so gut es mir möglich war, meine Arme eng an meinen Oberkörper zu pressen, aber die Hecken rückten unaufhaltsam näher und die Schmerzen wurden größer und schlimmer. Wann war der Weg endlich zu Ende? Nur noch wenige Millimeter und ich war nicht mehr. Dann endlich war das Ende des Weges in Sichtweite. Koda schwebte regelrecht hindurch. Ihm konnten die brennenden Hecken schließlich nichts ausmachen. Ich hingegen wurde regelrecht „gebissen“ und „verbrannt“ und als mein Körper zu explodieren drohte, nahm ich einen großen Satz und sprang aus der tödlichen Falle heraus.
Der Weg, den wir genommen hatten, verschwand. Wir waren gerade noch einmal mit dem Leben davon gekommen, aber ich musste mit einem teuren Preis bezahlen. Meine Arme waren übersät mit roten Bläschen, die wie Höllenfeuer brannten. Ich schrie und krümmte mich vor Schmerzen, als Koda mich packte und mich aufsetzte. „Beweg dich nicht. Ich werde versuchen, dir zu helfen.“, sagte er. Ich hätte ihn am liebsten ausgelacht und gleichzeitig eine gescheuert, denn die Schmerzen waren so extrem, dass es mir schwer fiel, mich nicht zu bewegen, Am liebsten wäre ich jetzt in den See gesprungen, den ich bei unserer Ankunft hier entdecken konnte. Tränen flossen mir aus den Augen, während die Brandblasen ihre Wirkung entfalteten und mir die größten Qualen meines Lebens bereiteten.
Koda durchwühlte inzwischen fieberhaft unsere Beuteltasche und schien fündig zu werden. Er zog eins der beiden Fläschchen heraus, welches Viola uns mitgegeben hat. Ich erinnerte mich an ihre Worte: „Benutzt es mit Bedacht, denn es kann erheblichen Schaden anrichten. Es kann aber auch Wunder vollbringen!“
„Hier, trink das Billie.“, sagte Koda, nachdem er den Deckel des Fläschchens abgeschraubt hatte und mir die Öffnung an den Mund hielt. Doch mein Mund blieb verschlossen. Sollte dieses Gebräu mir etwa helfen? Ich glaubte irgendwie nicht daran. Am Ende machte es alles nur noch schlimmer. „Verdammt seist du, du Mensch!“, fluchte Koda und starrte mich wütend an. „Jetzt trink schon.“ Ich gehorchte nicht. „BILLIE!“ Ich öffnete meinen Mund und Koda flößte mir ohne lange zu überlegen die Mixtur ein. Ich war überrascht, denn es schmeckte überraschend erfrischend und lecker. Ich schluckte alles herunter und bereits nach kurzer Zeit kam es zu Veränderungen an meinem Körper. Die Bläschen auf meiner Haut verschwanden nach und nach. Meine Arme waren zwar noch immer rot, als hätte ich den schlimmsten Sonnenbrand meines Lebens und ich fühlte mich noch immer innerlich warm, als hätte ich würde ich auf der Sonnenbank sitzen, aber die Schmerzen waren deutlich milder, als hätte man mich leicht betäubt. „Besser?“, fragte Koda mich mit besorgtem Gesichtsausdruck. War das tatsächlich Sorge um mich?
Ich nickte leicht. „Besser. Mein Körper … er fühlt sich so warm an.“ Ich versuchte ohne viele Worte meinen Zustand zu erläutern. Ich war erschöpft und fühlte mich müde. Da spürte ich plötzlich etwas Kaltes auf meiner Haut. Ich hatte nur für einen kurzen Moment meine Augen geschlossen und als ich sie wieder öffnete, lag Koda mit abgestützten Armen auf mir drauf. Ich war starr vor Schreck. Woher nahm dieses Gespenst die Frechheit, sich einfach auf mich draufzulegen. Das … das ist doch … das ist eine Wohltat! Kodas kalter Körper, nahm mir die überdrüssige Wärme, wodurch mir das Atmen auch wieder leichter fiel. Ich konnte Kodas Gesicht nicht erkennen, aber dafür bemerkte ich, dass die brennenden Hecken auch bei Koda Spuren hinterlassen haben. Es war nicht so schlimm wie bei mir, aber auch Kodas Arme waren rot. Wie war das möglich? War er als Gespenst nicht unverwundbar. „Koda … du …“
„Sag jetzt nichts. Schon dich ein wenig.“ Koda beugte sich nach hinten und kroch langsam wieder von mir herunter. „Ich denke, dass sollte genügen. Dein Körper soll sich meinetwegen ja auch nicht verkühlen. Ich möchte nicht für eine nachfolgende Infektion verantwortlich sein.“ Koda stand auf und sah sich um. Ich hatte keine Ahnung in welchem Teil des Labyrinths wir uns befanden und Koda vermutlich auch nicht. Es war auch unerheblich, solange wir gerade keiner Gefahr ausgesetzt waren. „Hör zu. Ich werde mich hier mal ein wenig umsehen. Ich gehe nicht weit weg, versprochen, aber wir müssen sicherstellen, dass hier nicht noch irgendeine heimtückische Falle lauert, die uns gefährlich werden könnte. Bleib hier liegen und ruh dich aus, hörst du. Geh nicht weg!“
„Sehe ich etwa so aus, als könnte ich mich gerade bewegen?“, entgegnete ich lediglich. Ich wollte nicht, dass Koda geht, aber leider hatte er Recht. Es war wirklich das Beste, wenn er sich hier ein wenig umsah. Der Nebel war zwar nicht mehr ganz so dicht, aber Gefahren konnten hinter jeder Hecke lauern.
„Bis gleich.“, sagte Koda schließlich und ehe ich mich versah, verschwand er hinter der nächsten Abbiegung. Ich wollte die mir gegebene Zeit nutzen und mich noch ein wenig ausruhen. Mein Körper fühlte sich noch immer sehr warm an, aber dank Koda ging es mir jetzt schon sehr viel besser. Ich schloss meine Augen. Was für ein irrer Tag. Dann schlief ich ein.

To be continued


ROLLENLISTE:
1- / Balthasar „Billie“ Kenneth Books: Billie findet Halloween einfach nur öde und unsinnig. Eines Tages taucht ein seltsamer Junge auf und entführt ihn in das Land der Monster

Monster Teen Club:
1- / Koda: Ein Spukgespenst; welcher aber nicht sonderlich furchteinflößend ist
2- / Seth: Eine Mumie
4- / Mason: Eine Vogelscheuche mit einem Kürbiskopf; hält sich für den Klügsten, was er aber nicht ist
3- / Zuko: Ein Zombie, welcher Innereien verabscheut und vegan lebt
4- / Viola: Eine junge Hexe und die Leiterin des Monster Teen Clubs.

Monster Academy:
3-7 / Magistrat: Der Leiter der „Monster Academy“ und ein großer Zauberer
3-7 / Professorin Crybaby: Eine Banshee; unterrichtet die Monster-Studenten

Nebellabyrinth:
9- / Der Kopflose Reiter: Ein Reiter ohne Kopf, dessen Schwert wie grünes Feuer lodert.
Mein Geschichten-Forum: http://www.skystar-stories.de/ :flag:

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Re: Monster Teen Club

Beitragvon Skystar » 02 Sep 2018, 19:29

Als ich wieder erwachte war ich allein. Von Koda fehlte jede Spur. Ich rieb mir den Sand aus meinen Augen und sah mich um, ohne vom Boden aufzustehen. Der Nebel war wieder dichter geworden und es war still. Kein Geräusch war zu hören, außer meinem eigenen Atem. „Koda?!“ Keine Reaktion. Wie spät war es eigentlich? Wie lange waren wir jetzt schon im Labyrinth und wie lange hatte ich geschlafen? Ich blickte zum Himmel empor. Grau in Grau, aber das war es schon den ganzen Tag über. Nur hatte es den Anschein, als wäre es noch dunkler geworden. Mein Herz klopfte auf einmal viel schneller. Hatte ich etwa mehrere Stunden gepennt? Nein, unmöglich. Wo war Koda?
Ich versuchte mich vom Boden zu erheben, der sich inzwischen recht kalt anfühlte. Meine Arme waren nicht mehr ganz so rot. Offenbar erholte sich mein Körper recht schnell von den Verbrennungen, was ich sicherlich auch Violas Tinktur zu verdanken hatte, die wahrlich Wunder vollbracht hat. Dennoch schmerzte jeder Muskel, als ich versuchte, mich vom Boden zu erheben und als ich aufrecht stand, taumelte ich leicht. Mir war nicht wohl bei dem Gedanken allein zu sein, aber noch mehr beschäftigte mich die Frage, wo Koda abgeblieben war.
Wie aufs Stichwort hörte ich Schritte im Nebel. „Ko-Koda?“ Ich hatte ein Déjà-vu. Das war doch hoffentlich nicht schon wieder dieser Reiter ohne Kopf. Wenn er es war, dann sahen meine Chancen dieses Mal schlecht aus, da ich äußerst wackelig auf den Beinen war. Und tatsächlich hörte ich das Geklapper von Pferdehufen. Ich fluchte innerlich. Ich hatte nicht die Kraft wegzurennen, allein schon aufgrund der Angst, die mich von neuem erstarren ließ. Schließlich konnte ich im Nebel den Unterkörper eines Pferdes erkenne. Der Kopflose Reiter – mir blieb auch gar nichts erspart. Doch als das Wesen aus dem Nebel heraustrat und sich vor mich aufbäumte, da fiel mir ein Stein vom Herzen. Denn es war nicht der Kopflose Reiter. Es war ein Zentaur!

# 10

Ich hatte bereits die Gelegenheit, einen waschechten Zentaur aus nächster Nähe zu sehen. Als ich mit Zuko und Koda nach Ramón suchte, war ich einem dieser Halbpferd-Halbmensch-Wesen in der Stadt begegnet, die von allerlei mystischen Wesen bevölkert war. Der Zentaur von damals war sehr stattlich und von kräftiger Statur, aber jener hier wirkte auf mich eher schmächtig und jung. Das änderte aber nichts an meiner misslichen Lage, dass ich dem Zentaur schutzlos ausgeliefert war.
Der Zentaur bewegte seine Vorderbeine und trabte langsam auf mich zu. Unter seinem langen dunklen Haar konnte ich ein schmales Gesicht erkennen, deren Augen mich ängstlich anstarrten. Moment. Ängstlich?
„D-Du bist ein Mensch.“, sprach der Zentaur mit zittriger Stimme schließlich zu mir.
„J-Ja?!“, gab ich mit ebenfalls zittriger Stimme zurück.
„Aber wie kommt denn ein Mensch in das Nebellabyrinth?“, fragte der Zentaur mich.
„Nun ja …, das ist eine etwas längere Geschichte …“, antwortete ich ihm lediglich.
Der Zentaur sah sich um. Wollte er sicherstellen, ob ich alleine war? „Wie ist dein Name, Mensch?“
„Billie.“, stellte ich mich ihm ohne zu Zögern vor. Ich wollte ihm dieselbe Frage stellen, aber wusste nicht so recht, ob das überhaupt wichtig war. Wollte mich der Zentaur nun umbringen oder nicht?
„Sei gegrüßt Billie. Mein Name ist Mantao und ich bin, wie du unschwer erkennen kannst, ein Zentaur.“ Was sollte das denn jetzt? Kam der Zentaur etwas auf einen kleinen Plausch bei mir vorbei? Erwartete er jetzt von mir, dass ich ihm Tee und Gebäck servierte? „Bist du allein?“
Ich überlegte jetzt haargenau, was ich dem Zentaur antworten wollte. Wenn ich ihm antwortete, dass ich allein wäre, dann würde er mich vielleicht auf der Stelle umbringen, weil er dann weiß, dass von mir keine Gefahr ausging, aber wenn ich ihm verklickerte, dass ich mit einem mächtigen Monster unterwegs war, dann würde er vielleicht Kehrt machen und mich in Ruhe lassen. „Ich bin mit einem Leviathan unterwegs.“, log ich und bereute es zugleich. Die dümmste Lüge ever.
„Einem Leviathan? Unmöglich! Es gibt keine Leviathans!“, entgegnete der Zentaur Mantao, wenngleich er auch etwas bleicher im Gesicht wurde. Es hatte fast den Anschein, als hätte er mehr Angst vor mir, als umgekehrt.
„Hör mal, ich will wirklich keinen Stress. Ich will einfach nur aus diesem Irrgarten heraus, das ist alles.“, versuchte ich behutsam ihm zu erklären.
„Das möchte ich auch.“, sagte Mantao, der sich zu meiner großen Überraschung nun hinlegte, indem er zuerst seine Vorder- und dann seine Hinterbeine nach unten drückte. „Seit drei Jahren irre ich nun schon in diesem elenden Labyrinth umher.“
„Wie bitte? Seit drei Jahren?!“ Ich war entsetzt, dass es ein Wesen gab, welches es solange in diesem Labyrinth aushalten konnte, ohne den Verstand zu verlieren. „Moment mal …, bist du etwa auch ein Student der Monster Academy. Gehörst du zu denen, die den Ausgang nie gefunden haben?“
„Für einen Menschen weißt du ausgesprochen viel über uns und über unsere Welt.“, meinte Mantao daraufhin. „Ja, ich gehöre zu denen, die schon sehr lange hier umherirren, weil es eine Prüfung von uns abverlangte. Ich nehme an, dass du nun an derselben Prüfung teilnimmst?“
„Ja …, ich und mein Freund Koda.“, antwortete ich und da Mantao auf mich einen netten und harmlosen Eindruck vermittelte, beschloss ich, ihn nicht mehr länger anzulügen.
„Koda? Seltsamer Name für einen Leviathan.“, sagte Mantao und schmunzelte.
„Er ist ein Gespenst.“, stellte ich nun klar.
„Oje, einer dieser armen verlorenen Seelen, die nur noch auf dieser Erde weilen, weil irgendetwas oder irgendjemand sie hier festhält?“, fragte Mantao, erwartete darauf aber keine Antwort.
Ich blickte Mantao an und dachte über Koda nach. Im Grunde genommen wusste ich gar nichts über ihn. Weder wie er gestorben war, noch wie er vor seinem Tod gelebt hat. Auch nicht, was er für ein Mensch damals war. Gehörte er zu den Guten, oder hat er gar etwas Schlimmes getan, dass er so früh sterben musste? Auf einmal beschäftigten mich unzählige Fragen über Koda, die zunächst einmal aber warten mussten. Es gab Dringlicheres. „Wir müssen fort von hier.“
„Da gebe ich dir vollkommen Recht.“, pflichtete Mantao mir bei.
„Ich will hier nicht weg, denn hier fühl ich mich sicher, aber wir müssen aus diesem Labyrinth raus. Doch zuvor muss ich Koda finden. Da er nicht zurückgekehrt ist, muss ihm etwas zugestoßen sein.“, schlussfolgerte ich.
„Du willst dein Leben riskieren, um einen Toten zu retten? Das ist ziemlich bescheuert – selbst für einen Menschen.“, erwiderte Mantao daraufhin, woraufhin ich ihn böse anblickte. Dann sagte Mantao jedoch etwas gänzlich Unerwartetes: „Los steig auf!“ Ich starrte den Zentaur unsicher, vor allem aber überrascht an. „Ich werde dir das Angebot nicht noch einmal unterbreiten. Für gewöhnlich lasse ich niemanden auf mir reiten. Das wird als Schande für einen Zentauren angesehen, aber ich sehe doch, dass du dich kaum auf den Beinen halten kannst, also los jetzt!“
Keine Ahnung, ob ich Mantao vertrauen konnte oder nicht, aber im Moment war er meine einzige Chance, hier überhaupt weiterzukommen. Also stieg ich behutsam auf seinen Rücken. „Ich nehme mal an, hier gibt es keine Gurte oder ähnliches?“
Mantao drehte seinen Kopf und lächelte mich an. „Halt dich an meinen Haaren fest, aber zerr nicht daran, sonst werfe ich dich schneller runter, als du den Namen deines Lieblings ‚Koda‘ sagen kannst.“
„Er ist nicht mein Liebling!“, entgegnete ich sofort.
„Schon gut. Halt dich fest. Es geht los!“ Trotz Vorwarnung, war ich überrascht, als Mantao wie ein Pferd losgaloppierte. Bequem war anders, aber dafür war er geschwind, wodurch wir uns schnell durchs Labyrinth fortbewegen konnten. „Ach und eins noch!“, rief er nach ein paar Minuten zu mir nach hinten. „Im Nebellabyrinth gibt es keinen sicheren Ort. Früher oder später hätte dich etwas dort gefunden, wo du dich verkrochen hast. Ich hab dich schließlich auch gefunden.“
„Mich wundert es sowieso, dass wir bislang kaum jemanden begegnet sind.“, sagte ich.
„Das ist ganz und gar nicht verwunderlich. Hast du eine Ahnung wie groß das Nebellabyrinth ist? Ich bin mir nicht sicher, ob jemals alle Winkel dieses höllischen Ortes erkundet worden sind. Das liegt auch daran, dass das Nebellabyrinth eine eigene Seele hat und sich selbst fortbewegt. Es kann seine Hecken beliebig fortbewegen. Deshalb ist es auch so schwer, den Ausgang zu finden.“
„Ist das der Grund, warum du seit drei Jahren hier umherirrst?“, fragte ich neugierig.
„Auch …, aber vor allem weil ich ein großer Feigling bin und mich wie du lange Zeit immer nur versteckt habe.“, antwortete Mantao mir, der nun etwas langsamer galoppierte und leicht melancholisch wurde. „Nur gut, dass ich mich pflanzlich ernähre. Die Blätter des Nebellabyrinths schmecken zwar etwas bitter, aber die Verdauung ist prima!“ Aus den Augenwinkeln heraus konnte ich erkennen, wie Mantao lächelte. Ich war mir nicht sicher, ob das der richtige Ort und der richtige Zeitpunkt für Späße waren, aber dafür war ich mir inzwischen sicherer, dass Mantao kein übler Kerl war. Unerwartet blieb er jedoch stehen. Als hätte die Ampel von Grün auf Rot umgeschaltet, die ihn zum Stehen zwang. Ich fragte mich was los sei. Als ich einen Blick nach vorne riskierte, erhielt ich meine Antwort. Der Kopflose Reiter! Er stand etwa zwanzig Meter von uns entfernt und versperrte uns den Weg. „Ich denke, wir sollten besser umkehren.“, meinte Mantao. Doch als er sich umdrehte, verschwand der Weg, von dem wir gekommen waren. Das Nebellabyrinth hatte offensichtlich etwas anderes mit uns vor. „Tja …, dann müssen wir uns wohl oder übel der Gefahr stellen.“
Ich schluckte. „Bist du sicher? Ich will nicht so aussehen, wie er am Ende …“
„Es bleibt uns leider nichts anderes übrig. Ich bin dem Bastard auch lange Zeit davongelaufen, aber er findet dich immer wieder. Als hätte er ein Gespür dafür, wo du dich versteckst.“, erklärte Mantao mir, der sein rechtes Vorderbein in die Erde schlug. „Wir können ihn nicht besiegen, aber vielleicht können wir ihn überlisten und dann entkommen.“ Ich schluckte noch einmal. Ich konnte spüren, wie mein Körper zitterte. Ich versuchte meine Angst unter Kontrolle zu halten, denn ich wollte Mantao keinesfalls zur Last fallen. Ich wollte schon absteigen, als er zu mir sagte: „Halt dich gut fest!“
Als hätte er seinen Mut gefunden, rannte Mantao auf den Kopflosen Reiter zu, dessen Pferd wild zu wiehern anfing, ehe es ebenfalls losstürmte. „Auge um Auge. Zahn um Zahn.“, sagte Mantao, während er selber seine Zähne eng zusammenbiss. „Heute wird sich zeigen, was das Schicksal für mich geplant hat. Ich werde nicht mehr weglaufen. Ich werde kämpfen und diesen Jungen hier mit meinem Leben beschützen!“ Mantaos Worte überraschten mich positiv und erstmals konnte ich selber daran glauben, dass wir gegen den Kopflosen Reiter eine Chance hatten. Mantao stürmte auf ihn zu und als der Kopflose Reiter seine feurige Klinge zog, schrie Mantao: „Duck dich!“ Ich gehorchte sofort und duckte mich, ebenso wie Mantao, der der Klinge des Kopflosen Reiters damit gerade noch einmal entronnen war. Dabei verlor ich jedoch kurz mein Gleichgewicht und drohte von ihm runterzufallen. Ich hielt mich noch fester an seinen Haaren fest und hoffte, dass Mantao mir das nicht übel nahm. Mit aller Kraft gelang es mir nämlich, auf ihm sitzen zu bleiben. Der Kopflose Reiter ritt an uns vorbei, doch Mantao ritt unaufhaltsam weiter, als hätte ihn die Angst doch wieder gepackt. Doch auf einmal blieb er stehen. „Steig von mir herab!“
„Was hast du vor?“, fragte ich, wenngleich ich seinem Befehl auch Gehorsam schenkte.
„Ich werde mich dem Kopflosen Reiter alleine stellen.“, erklärte Mantao mir.
„Mantao nicht. Lass uns einfach ganz schnell von hier verschwinden, bitte!“, flehte ich ihn nun an.
„Nein.“ In den Augen des Zentauren konnte ich Entschlossenheit sehen. Ich hoffte das Beste und das ihn diese Entschlossenheit nicht zu Fall brachte. „Ich habe mit ansehen müssen, wie der Kopflose Reiter einen nach den anderen meiner Freunde wie Vieh abschlachtete, während ich mich feige versteckte und auf ein Wunder gewartet habe. Drei Jahre …, drei Jahre hab ich mich immerzu nur verkrochen, bis ich dich getroffen habe. Ein gewöhnlicher Mensch, von Angst erfüllt, aber dennoch so mutig wie ein Löwe. Du hast dich in das Nebellabyrinth gewagt, um deinen Freund zu unterstützen. Dafür habe ich großen Respekt und noch mehr Ehrfurcht. Ich werde nicht zulassen, dass dir etwas passiert und wenn ich dafür mit meinem Leben bezahle, dann sei es so. Ich danke dir Billie. Du hast mir die Augen geöffnet. Leb wohl und pass gut auf dich auf!“
„Nein warte!“, schrie ich, doch Mantao ritt dem Kopflosen Reiter bereits entgegen. Er hatte keine Chance. Mantao war unbewaffnet. Was sollte ich tun? Ich konnte doch nicht tatenlos mitansehen, wie der Zentaur sein Leben für mich opferte. Doch Mantao war nicht so dumm, dem Kopflosen Reiter direkt ins Messer zu laufen. Bevor er ihm zu nahe kam, stoppte Mantao seitwärts, so dass die Erde unter seinen Beinen aufgewühlt wurde. Staubkörner flogen dem Pferd des Kopflosen Reiters in die Augen, was ihn zum Stehenbleiben zwang. Diese Gelegenheit nutzte Mantao aus. Er schlug mit seinen Vorderbeinen auf das schwarze Pferd des Kopflosen Reiters ein, woraufhin dieses sein Gleichgewicht verlor und umkippte. Bevor das schwarze Pferd seinen Reiter unter sich begrub, sprang dieser jedoch ab und landete wohlbehalten auf beiden Füßen. Der Kopflose Reiter hatte zwar keinen Kopf, dennoch konnte ich ein Schnaufen seinerseits hören. Mantao hatte ihn wütend gemacht. Der Kopflose Reiter zögerte nicht eine Sekunde und schlug mit seinem Schwert aus. Zuerst traf er Mantao an der Brust und danach am Sprunggelenk, damit er ihm nicht mehr entkommen konnte. Mantao schrie vor Schmerz auf und stürzte ebenfalls zu Boden. Er war dem Kopflosen Reiter hilflos ausgeliefert. Ich musste etwas tun. Ich musste … nur was? Es traf mich wie ein Geistesblitz. Ich zog meine Beuteltasche heran und kramte nach dem zweiten Fläschchen, welches Viola uns mitgegeben hatte. Es war vielleicht zu früh, bereits die zweite Mixtur aufzubrauchen, aber wenn uns jetzt noch etwas helfen konnte, dann war es ein Wunder. Ich fand das Fläschchen und zog den Stöpsel. „Hey du Hirnloser Reiter!“, schrie ich provokant. Der Körper des Kopflosen Reiters drehte sich zu mir um. Auch ohne Augen, die einen böse anstarrten, wirkte er bedrohlich. „Willst du dir tatsächlich die Hauptspeise vor der Vorspeise schnappen? Ich bin nur ein kleiner Imbiss für dich. Also töte mich zuerst, oder traust du dich nicht? Ich bin ein Mensch und die können sehr gemein sein!“
„Billie … was tust du denn da? Lauf weg!“, rief Mantao mir zu, während er blutend am Boden lag.
Ich hatte ehrlich gesagt keine Ahnung was ich tat, denn inwiefern sollte uns Violas Mixtur hier weiterhelfen? Aber ich wollte an ein Wunder glauben. Der Kopflose Reiter fiel auf meine Provokation rein, ließ Mantao links liegen und näherte sich mir mit langsamen Schritten. Er schwang seine scharfe Klinge hin und her, die sich bereits freute, meinen Kopf von meinem Rumpf zu trennen. Der Kopflose Reiter war nur noch fünf Meter von mir entfernt. Jetzt oder nie. Ich holte aus und warf das Fläschchen auf den Kopflosen Reiter. Es prallte jedoch an dessen Klinge ab. Ich fluchte und glaubte verloren zu sein, als eine kleine Explosion das Nebellabyrinth kurz zum Erleuchten brachte. Die Druckwelle der Explosion traf auch mich überraschend und so wurde ich rücklings nach hinten geschleudert, wo ich unsanft auf dem Boden wieder aufprallte und regungslos liegen blieb.

To be continued


ROLLENLISTE:
1- / Balthasar „Billie“ Kenneth Books: Billie findet Halloween einfach nur öde und unsinnig. Eines Tages taucht ein seltsamer Junge auf und entführt ihn in das Land der Monster

Monster Teen Club:
1- / Koda: Ein Spukgespenst; welcher aber nicht sonderlich furchteinflößend ist
4- / Viola: Eine junge Hexe und die Leiterin des Monster Teen Clubs.

Nebellabyrinth:
9- / Der Kopflose Reiter: Ein Reiter ohne Kopf, dessen Schwert wie grünes Feuer lodert.
10- / Mantao: Ein ängstlicher Zentaur, welcher im Nebellabyrinth lebt
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Re: Monster Teen Club

Beitragvon Skystar » 09 Sep 2018, 20:46

An Ohnmächtig werden war gar nicht zu denken, denn ein Piepsgeräusch wie bei einem Tinnitus hielt mich bei Bewusstsein. Dennoch tat mir alles weh. Jeder Knöchel meines Körpers schmerzte und ich glaubte, mich nie wieder bewegen zu können. Ich öffnete nur sehr langsam meine Augen und stellte mit Erschrecken fest, dass das Nebellabyrinth in Flammen stand. Die Detonation der Explosion hatte gewaltige Auswirkungen auf das Labyrinth und ich konnte nur beten, dass Mantao ausreichend Abstand davon hatte und ihm nichts Schlimmes widerfahren ist. Das Feuer verdeckte mir die Sicht zu ihm. Nicht aber zum Kopflosen Reiter …, der zu meinem Bedauern die Explosion überlebt hatte. Unglaublich, aber er war schließlich schon tot …
Trotzdem ergab sich eine letzte Chance, ihn ein für alle Mal zu besiegen. Der Kopflose Reiter hatte durch die Druckwelle sein Schwert verloren, welches nun unweit vor mir auf der Erde lag. Nur wenige Meter und ich war dem Kopflosen Reiter zumindest nicht mehr schutzlos ausgeliefert. Ich fühlte mich nicht in der Lage aufzustehen, also kroch ich auf allen vieren zum Schwert. Doch ich musste mich beeilen, denn der Kopflose Reiter wollte sein Schwert ebenfalls wieder haben.
Ich sammelte all meine Kraftreserven und bündelte sie zu einem letzten Gegenzug. Schlussendlich gelang mir das schier Unmögliche: Ich gelangte vor meinem Gegner zum Schwert. Ich packte die Klinge am Griff und versuchte sie anzuheben. Das Schwert war schwerer als gedacht, aber mein Wille zum Sieg war stärker und so konnte ich den Kopflose Reiter mit seiner eigenen Waffe schlagen. Die Klinge durchbohrte seinen Körper. Der Kopflose Reiter stieß einen Schrei aus, ähnlich der einer Banshee, ehe er sich langsam in schwarzen Rauch auflöste und nur noch ein Stäubchen Asche zurückließ.

# 11

Erschöpft, aber stolz auf mich, sackte ich mit dem Schwert zu Boden. Das Feuer hatte mich inzwischen eingeschlossen. Eine Flucht war zwecklos. Wie dumm ich doch die ganze Zeit über gewesen bin. Ich war schließlich nur ein Mensch und hatte hier im Grunde genommen nichts zu suchen. Was hatte ich mir nur dabei gedacht, in dieser Welt zu bleiben und dann auch noch bei diesen mordsgefährlichen Prüfungen mitzumachen. Ich musste von allen Sinnen sein …
Ich hatte mich bereits mit meinem Tod abgefunden und schloss zufrieden meine Augen, da sah ich ihn. Koda. „Billie, was tust du denn da? Du darfst jetzt nicht einschlafen und aufgeben. Reiß dich zusammen und steh auf. Wenn du stirbst, was wird dann aus deiner Familie? Steh wieder auf Billie! Na los, STEH AUF!“
Ich riss meine Augen auf und sah mich um. Koda war nicht hier, aber das Feuer kam immer näher. Jede meiner Bewegungen schmerzte, dennoch versuchte ich aufzustehen. Vergebens. Ich sackte erneut zu Boden. Der Kampf mit dem Kopflosen Reiter hatte meinem Körper schwer zugesetzt. Ich war schließlich nur ein Mensch und nicht unverwundbar. Als ich aber sah, dass das Schwert des Kopflosen Reiters noch immer vor mir lag, packte ich es fest am Griff, stieß die Klinge in den Boden und hielt mich daran fest, um wieder auf die Beine zu kommen. Das Feuer breitete sich immer weiter aus. Ich konnte die Flammen bereits auf meiner Haut spüren. Leider waren Violas Mixturen allesamt aufgebraucht. Ein weiteres Wunder würde es nicht geben …
Irren war menschlich! Plötzlich sprang eine massive Gestalt durch eine Wand aus Flammen und landete neben mir. „Los, steig schnell auf!“, rief Mantao mir zu, reichte mir die Hand, die ich ohne Zögern packte und stieg auf seinen Rücken. Es verging keine Sekunde, da galoppierte Mantao los und sprang erneut über das Feuer, dem wir nur so entkommen konnten. Der Sprung gelang, doch Mantao rannte weiter, bis wir wirklich außer Gefahr waren. Erst nach etwa zehn Minuten blieb er wieder stehen und sah zu mir nach hinten. „Das war wirklich sehr töricht von dir …, aber auch mutig!“
„Danke.“, erwiderte ich leise und erschöpft. „Kann ich nur zurückgeben.“ Ich betrachtete Mantaos Wunden am Körper. Es hatte aufgehört zu bluten, aber ich konnte mir vorstellen, dass der Zentaur dennoch Schmerzen hatte. Jetzt durfte er mich auch noch herumschleppen.
„Bleib sitzen.“, sagte Mantao, als hätte er meine Gedanken gelesen. „Ich werde weitergehen und nicht stehen bleiben, ehe wir diesen beschissenen Ausgang aus diesem Nebellabyrinth gefunden haben.“
„Okay …, aber ich kann nicht ohne Koda gehen.“, sagte ich.
„Schon klar. Wir suchen deinen Freund – und den Ausgang!“, entgegnete Mantao lächelnd und setzte seinen Weg fortan etwas gemächlicher fort.
„Mantao …, warum hast du dein Leben für mich riskiert?“, fragte ich ihn nach einer Weile, in der wir beide zwar die Stille genossen, es aber immer noch Fragen zu klären gab.
„Alle in meiner Familie sind Zentauren gewesen.“, sagte Mantao, der begann mir seine Geschichte zu erzählen. „Mein Vater war der stärkste Zentaur den ich kannte und meine Mutter war so anmutig und schön wie eine Mischung aus einem Engel und einem Pegasus. Sie waren meine großen Vorbilder und haben mich alles gelehrt, was sie glaubten, wissen zu müssen. Sie erzählten mir auch von euch Menschen, dass ihr eine ziemlich naive Rasse seid, die aus Angst viele Dummheiten begehen. Doch wie bei so vielen Rassen gäbe es auch bei den Menschen sowohl Böse als auch Gute. Sie erzählten mir, dass die Guten freundlich sind und fähig zu lieben. Als ich dich getroffen habe, erinnerte ich mich an ihre Worte und ich muss sagen, sie hatten vollkommen Recht.“
Ich lächelte und schmiegte mich an Mantaos Körper. „Deine Eltern scheinen mir sehr weise zu sein. Ich würde sie gerne einmal kennenlernen.“
„Sie sind tot.“, sagte Mantao und auf einmal verschwand jegliche Wärme in seiner Stimme und aus seinem Körper. „Ein mächtiger schwarzer Magier hat sie vor vielen Jahrhunderten bei lebendigem Leibe verbrannt. Ich war noch ein Kind und konnte nur tatenlos mitansehen, als es geschah.“
„Das ist schrecklich. Wer tut so etwas Grausames?“ fragte ich schockiert.
„Unsere Welt ist eurer ähnlicher als du vielleicht glauben magst.“, sagte Mantao, in dessen Augen sich die Bilder seiner Vergangenheit widerspiegelten. „Wie ich schon sagte, gibt es in allen Rassen sowohl Gute, als auch Böse. Unsere Welt wurde damals von einem grausamen Herrscher reagiert. Er war der schwarzen Magie verfallen und hielt sich für das mächtigste Wesen im ganzen Universum. Doch selbst das mächtigste Wesen weiß, was Angst zu haben bedeutet. Seine größte Angst war es, dass eines Tages jemand auftauchen könnte, der noch mächtiger war als er. Deshalb hat er jeden verhaften lassen, von dem er glaubte, er könne eine Gefahr für ihn darstellen. Irgendwann lehnte sich das Volk gegen ihn auf, was nur noch schlimmere Folgen hatte. Es kam zu Hinrichtungen, bei denen alle zusehen mussten, damit sie wussten, was ihnen blühte, wenn sie sich gegen den schwarzen Magier auflehnten. Damals war jeder Tag so schwarz wie die Nacht und unsere Welt war dem Untergang nahe. Bis zu jenem Tag, als der Magistrat erschien. Er tauchte wie durch ein Wunder auf und besiegte den schwarzen Magier, dessen Leiche jedoch nie gefunden wurde. Viele von uns glaubten, dass der schwarze Magier noch immer lebt und seine Rache plant, aber das ist nun schon so lange her, dass niemand mehr daran glaubt. Wir haben den Magistrat gefeiert und konnten ihm gar nicht genug für unsere Rettung danken. Also haben wir ihn zu unserem Herrscher gemacht. Er beschützt uns, machte uns aber auch klar, dass nur der Stärkste überleben kann. Die Prüfung hier mag dir hart erscheinen, aber der Magistrat will nur, dass wir stark genug werden, um uns und unsere Familien und Rassen zu beschützen. Damit, sollte es jemals wieder einen schwarzen Magier geben, wir uns besser verteidigen können.“
„Dann … wurden deine Eltern also von diesem schwarzen Magier umgebracht?“, fragte ich. Mantaos Geschichte stimmte mich traurig, aber wenigstens konnte ich jetzt den Sinn hinter dieser Prüfung verstehen, wenngleich ich auch noch immer nicht verstand, warum es gleich so rabiat sein muss.
„Ja, sie lehnten sich damals gegen ihn auf und wurden daraufhin mit Pfeilen durchbohrt und verbrannt.“, antwortete Mantao mir betrübt.
„Moment mal … vor Jahrhunderten fand das alles statt, sagst du? Wie alt bist du denn?“
„422.“, antwortete Mantao mir ungeniert. Zentauren können bis zu 2000 Jahre alt werden, musst du wissen.“
„Wow … also das hätte ich nicht gedacht, aber ich sollte lernen umzudenken, denn hier tickt die Zeit ein wenig anders.“, sagte ich, als wir gerade wieder einmal in einer Sackgasse landeten und zum Umkehren gezwungen waren. „Also dieser Irrgarten regt mich auf.“
„Geduld mein Freund.“, meinte Mantao zuversichtlich.
„Hey, ich lebe nicht so lange wie du, dass ich hier drei Jahre meines Lebens verplempern kann!“, rief ich laut, bereute es aber zugleich wieder, Mantao so anzuschreien. „Nichts für ungut.“
„Schon okay. Ich gebe zu, ich hatte mich aufgegeben, aber du hast mir neuen Mut und neue Kraft gegeben. Dafür danke ich dir von Herzen.“ Mantaos Worte schmeichelten mir und ich konnte es nicht verhindern, rot im Gesicht zu werden. „Ich hoffe du hast es bequem da oben?“
„Okay, Schluss jetzt ja?!“, schrie ich ungewollt laut, aber inzwischen war ich knallrot. Ich musst schon die ganze Zeit an eines denken: „Billie … du reitest einen jungen Hengst …!“ Mantao sah verwirrt zu mir hinter, sagte aber zum Glück kein Wort und ging einfach weiter.
Es vergingen mehrere Minuten, in der keiner von uns ein Wort sagte. Die Stille war angsteinflößend, denn nun glaubte ich etwas zu hören, was gar nicht existierte. Das Nebellabyrinth spielte meinen Ohren einen Streich. Ich glaubte einen Schrei zu hören, konnte aber niemanden sehen. „Hast du das auch gehört?“, fragte ich Mantao besorgt und zugegebenermaßen leicht verängstigt.
„Ja hab ich. Dein Magen knurrt.“, antwortete Mantao, woraufhin ich ihn verwirrt ansah. Hatte er den Schrei nicht gehört? Was das tatsächlich nur eine Einbildung von mir? Wie auch immer. Mein Magen knurrte tatsächlich. „Sollen wir eine kleine Pause einlegen?“
„Wegen mir nicht. Mein Hunger hält sich in Grenzen, ich …“ Mit einem Mal hielt ich inne. Mir kam in den Sinn, dass Mantao selber vielleicht ziemlich erschöpft war. Schließlich musste er mich schon die ganze Zeit herumtragen und das, wo er vermutlich selber noch ziemlich angeschlagen war, nach dem Kampf mit dem Kopflosen Reiter. „Ja gut, lass uns eine Pause einlegen.“
Mantao stoppte an einer passenden Stelle und ich stieg sachte von ihm herunter. Anschließend setzte ich mich auf den Boden, lehnte mich an die Hecke und wühlte in der Tasche nach ein paar Snacks. „Ähm … möchtest du auch was haben?“, fragte ich Mantao unsicher. Nicht weil ich ihm nichts abgeben hätte wollen, sondern weil ich nicht wusste, was Zentauren eigentlich so zu sich nahmen. Aßen sie nur rohes Gemüse. Vegane Zentauren sozusagen.
„Schon in Ordnung Billie.“, sagte Mantao, der seine Beine anzog und es sich ebenfalls auf dem Boden bequem machte. „Ich brauch nichts danke. Wenn ich mich ein wenig ausruhen kann, genügt das schon.“ Ich blickte Mantao bedenklich an, akzeptierte seine Antwort jedoch. „Woher kommst du Billie? Ich meine aus welcher Stadt stammst du?“, fragte Mantao mich, nachdem ich mehrere Schlucke Wasser aus einer Feldflasche trank und mir danach den Mund mit dem Handrücken abwischte.
„Ich komme aus New Orleans. Ich lebe dort zusammen mit meinen Eltern und meiner jüngeren Schwester.“, antwortete ich ihm.
„Vermisst du deine Familie?“, fragte Mantao weiter.
„Naja … ich will nicht lügen. Ich genieße die elternfreie Zeit, aber meine kleine Schwester vermisse ich schon sehr. Sie ist ein Engel!“
„Ein Engel? Ich wusste gar nicht, dass sie unter Menschen leben. Dann ist deine Mutter oder dein Vater auch einer?“, fragte Mantao verblüfft.
Ich sah den Zentaur komisch an. „Einer was?“
„Ein Engel.“, wiederholte Mantao nicht minder erstaunt.
„Ähm … ich weiß nicht wie ich die Frage verstehen soll, aber wenn schon, dann ist meine Mum eine Hexe und kein Engel und … warte mal …, willst du mir gerade weißmachen, dass auch Engel in eurer Welt existieren?!“
Mantao schluckte, ehe er sich zu einer Antwort durchrang. „Ich glaube, ich hab schon viel zu viel gesagt. Wie sieht es aus, können wir weiter gehen?“
Ich wurde mit einer halbgaren Antwort abgefertigt, aber in diesem Moment war mir klar, dass ich aus Mantao nicht mehr herausbringen würde, also nickte ich. „Wir können, aber um es dir ein wenig leichter zu machen, werde ich zu Fuß neben dir hergehen.“
„Wenn du meinst. Dann los!“, entgegnete Mantao und wir setzten unseren Weg fort.
Während wir die verschlungenen Pfade des Nebellabyrinths entlang marschierten, ereilte mich auf die Dauer ein beklemmendes Gefühl. Die Hecken des Labyrinths waren immens und die Angst, für immer hier gefangen zu sein, wurde immer größer. Außerdem konnte ich nicht damit aufhören, mir Sorgen um Koda zu machen. Was ihm wohl zugestoßen sein mag?
Völlig unerwartet streckte Mantao seinen linken Arm weit aus, um mich zum Stillstand zu zwingen. „Was ist lo …?“ Mantao sah mich an und hielt sich einen Finger vor den Mund. Er schüttelte den Kopf und bedeutete mir still zu sein. Er musste etwas gesehen oder gehört haben. Meine neugierigen Augen sahen sich reihum, doch der Nebel war zu dicht, als das ich was hätte erkennen können. Doch dafür beschlich mich ein eigenartiges Gefühl. Die Erde unter meinen Füßen schien zu vibrieren. Auch Mantao war dies nicht entgangen. Ich spitzte meine Lauscher noch kräftiger und glaubte zu hören, wie etwas zerbröckelte. „Steig auf!“, befahl Mantao und beugte sich zugleich hinunter, um mir das Aufsteigen zu erleichtern. „Schnell, sonst ist es zu spät!“
„Was geht hier vor sich Mantao?“, fragte ich und klammerte mich an seiner langen Haarmähne, um nicht herunterzufallen. „Ist das ein Erdbeben?“
„So etwas in der Art. Halt dich gut fest!“, rief Mantao mir laut zu, denn das Geräusch wurde immer lauter und die Vibration unter seinen Füßen immer spürbarer. Mantao galoppierte los. Genau zur rechten Zeit, denn als ich mich noch einmal umdrehte, brach die Erde ein, an der wir bis gerade eben noch verweilt haben. Der Boden verschwand in ein tiefes schwarzes Loch, doch die Hecken um uns herum blieben stehen. „Noch so eine teuflische Todesfalle!“, fluchte Mantao, während er unermüdlich weiterrannte und die Erde hinter uns nach und nach absackte.
„Übertreiben die nicht ein bisschen mit der Prüfung?!“, fragte ich besorgt und hoffte, dass Mantao schnell genug war, dieser teuflischen Falle zu entgehen. Mantao schwieg, während er sich im rasanten Eiltempo fortbewegte. „Das schaffen wir nicht!“, schrie ich, als ich den Boden unter Mantaos Hinterfüßen bereits absacken sah.
„Doch wir schaffen das!“, rief Mantao mir hoffnungsvoll zu. „Glaub daran und du wirst es schaffen! Wenn ich sage spring, dann springst du von meinem Rücken runter. Hast du mich verstanden?“ Ich starrte Mantao verängstigt an. Ich konnte spüren, wie er den Boden unter seinen Füßen verlor. Mantao setzte zum Sprung an. Es war der gewaltigste Sprung, den ich je in meinem Leben gesehen habe. Unter uns befand sich nur noch ein schwarzes Loch, denn die Erde war gänzlich verschwunden. Jedoch gab es einen Hoffnungsschimmer: Der vor uns liegende Platz war noch immer stabil, als wäre nur dieser Pfad von dieser tödlichen Gefahr betroffen. Mantao flog regelrecht über das unter uns liegende schwarze Loch. Doch würden wir es schaffen? „Okay spring Billie, SPRING!“, rief der junge Zentaur mir ganz laut zu und ich sprang von seinem Rücken herunter, so gut ich konnte. Ich flog im hohen Bogen über ihn und das schwarze Loch hinweg und landete exakt auf der Kante des befestigten Platzes. Die Erde war zu fein und ich rutschte ab, doch mit letzter Kraft hielt ich mich mit beiden Händen an der Kante fest, um nicht in das schwarze Loch abzustürzen. Ich blickte besorgniserregend nach unten und konnte gerade noch sehen, wie Mantao ins schwarze Loch stürzte und verschwand. Ein Schrei durchzuckte meine Kehle, Tränen schossen mir ins Gesicht, doch musste ich meine ganze Kraft aufsparen, um mich an der Kante hochzuziehen. Ich probierte es mindestens dreimal, aber rutschte immer wieder ab. Meine Kraft ließ mich allmählich im Stich und ich glaubte schon, dass Mantaos Opfer vergebens war. Da packten mich zwei Hände und zogen mich nach oben.

To be continued


ROLLENLISTE:
1- / Balthasar „Billie“ Kenneth Books: Billie findet Halloween einfach nur öde und unsinnig. Eines Tages taucht ein seltsamer Junge auf und entführt ihn in das Land der Monster

Monster Teen Club:
1- / Koda: Ein Spukgespenst; welcher aber nicht sonderlich furchteinflößend ist
4- / Viola: Eine junge Hexe und die Leiterin des Monster Teen Clubs.

Monster Academy:
3-7 / Magistrat: Der Leiter der „Monster Academy“ und ein großer Zauberer

Nebellabyrinth:
9-11 / Der Kopflose Reiter: Ein Reiter ohne Kopf, dessen Schwert wie grünes Feuer lodert.
10+11 / Mantao: Ein ängstlicher Zentaur, welcher im Nebellabyrinth lebt
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Re: Monster Teen Club

Beitragvon Skystar » 19 Sep 2018, 20:54

Ich zieh den Stecker ...

Es tut mir wirklich Leid an diejenigen, die diese Geschichte bis hierhin verfolgt haben, aber ich habe mich dazu entschlossen, hier und jetzt aufzuhören. Es gäbe zwar noch weitere Kapitel in meinen Unterlagen, aber ich melde mich aus dem Forum ab. Noch einmal vielen Dank an alle, die in den letzten 5 Jahren meine Geschichten gelesen haben, aber leider ist nun Schluss!

Auf Wiedersehen
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Re: Monster Teen Club

Beitragvon DrWho1860 » 19 Sep 2018, 22:52

:cry: :cry: :cry:
Das macht mich grad echt traurig, aber du wirst deine Gründe haben.
Wünsch dir weiterhin viel Glück und möchte mich für deine ganzen Geschichten bedanken.

Mach's gut :'-(

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Simson
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Re: Monster Teen Club

Beitragvon Simson » 20 Sep 2018, 06:36

:cry:
...aber verständlich ...
Es ist ganz sicher demotivierend so ins NICHTS zu schreiben.
Vielen Dank für deine TOLLEN GESCHICHTEN !!!

LG simson
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Re: Monster Teen Club

Beitragvon Basti3012 » 27 Sep 2018, 17:25

Oh man,...
ich verfolge deine Geschichten schon seit Ewigkeiten und habe heute festgestellt dass es wieder etwas Neues von dir gibt. Natürlich habe ich sie sofort bis hierhin „durchgesuchtet“ und muss einfach sagen dass du dich mal wieder selbst übertroffen hast. Harry Potter ist ein „pups“ dagegen um mal Bezug auf einige Kommentare zu nehmen. Umso trauriger bin ich natürlich dass du diese Geschichte und auch deine Karriere hier im Forum an diesem Punkt beendest, aber wie schon gesagt wurde wirst du dafür deine Gründe haben. :cry:
Ansonsten wünsche ich dir noch viel Erfolg.
Mit freundlichen Grüßen Basti.

Re: Monster Teen Club

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