Italien-Sommer, Sonne und zwei Jungs

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anybody
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Re: Italien-Sommer, Sonne und zwei Jungs

Beitragvon anybody » 09 Nov 2013, 02:20

Eigentlich wollte ich noch ein paar Tage warten, bis ich den letzten Part poste, aber ich tue es jetzt.
Ich hatte es schon mal irgendwo erwähnt, dass die Geschichte schon eine ganze Zeit fertig ist. Es war meinen Terminen aber auch meiner Aufschieberei geschuldet, dass ich sie nicht schon eher fertig gepostet habe.
Als ich sie fertig geschrieben hatte, war das zwar irgendwie ein großer Schritt für mich, aber erst jetzt, realisiere ich das.
Einige von euch denken sicher, "Wat labert der da für nen Zeug, ist doch nur ne Geschichte", aber für mich ist das schon deutlich mehr. Es ist die erste Geschichte von diesem Ausmaß die ich bisher geschrieben habe, die in sich geschlossen und fertig ist....
Klar ist der Roman an dem ich arbeite schon deutlich länger, aber er ist eben nicht fertig.
An dieser Stelle möchte ich mich bei allen bedanken, die diese Geschichte möglich gemacht haben.
Alle, die von Anfang an dabei waren (oder auch später erst dazugekommen sind), die mich mit ihrer Begeisterung motiviert haben weiter zu schreiben.
Ich danke euch für die Kritik, die ihr mir gegeben habt, die mir geholfen hat, besser zu werden.
Ich hatte sehr viel Spaß mit der Geschichte, aber natürlich auch Zeiten, in denen ich mich schwer getan habe.
Ich danke euch für die Geduld, die ihr mit mir hattet und dass es immer welche gab, die auf eine Fortsetzung gewartet haben, obwohl es zwischendurch einmal monatelang nicht weiter ging....
Das ist er, der letzte Part. Kein Feuerwerk vielleicht, aber in meinen Augen ein würdiger Abschluss.
Viel Spaß beim Lesen :)


„Soso, ihr seid also schwul?“, fragte sich der eine, abwertend.
„Ja, haste ein Problem damit?“, fragte ich entnervt. Es war klar, dass unsere Anwesenheit hier nicht länger erwünscht war.
„Und ob, ich kann Schwuchteln wie euch nicht ausstehen.“, er spuckte aus.
„Tja, das ist dein Problem, nicht unseres.“, antwortete ich und versuchte mich an ihm vorbei zu drängen. Unsanft wurde ich zurück gestoßen. Die nächste Attacke folgte jedoch auf den Fuß.
Nur gerade so schaffte ich es unter seiner Faust drunter weg zu tauchen. Die sind wirklich auf Ärger aus. Nichts wie weg hier.
Ich warf mich gegen den Schläger und versuchte ihn von den Beinen zu holen. Leider hatte er Verstärkung. Ich bekam einen Schlag in die Seite, der mir Luft aus den Lungen trieb. Ich hörte Eddy hinter mir ebenfalls schmerzerfüllt aufstöhnen. Sofort drehte ich mich um. Er hatte einen Schlag in die Magengrube bekommen und revanchierte sich dafür mit einem Kinnhaken. Mir blieb keine Zeit mich weiter um ihn zu kümmern. Ich wurde von hinten gepackt, meine Armee auf dem Rücken festgehalten. Sofort kassierte ich den nächsten Faustschlag. Ich stieß ein wütendes Schnauben aus. Idioten. Spackos, fluchte ich innerlich.
Ich trat nach vorne aus und verschaffte mir so etwas Platz. Dabei prallte ich mit dem Hinterkopf gegen den Kerl, der mich festgehalten hatte. So entkam ich seiner Umklammerung mit mehr Glück als Verstand. Eddy hatte es jedoch nicht so gut getroffen. Ich bekam gerade mit, wie er einen Schlag auf die Nase bekam. Wir müssen hier weg! Ich kam nicht dazu zu schauen, wie viele eigentlich mittlerweile auf uns eindrangen, aber vom Gefühl beteiligte sich ein Großteil der Gäste an der Schlägerei. Ich taumelte einen Schritt nach vorne und schaffte es einen der Angreifer von Eddy abzubringen. Er trat einem anderen mit voller Wucht zwischen die Beine, dass dieser mit einem lauten Stöhnen zu Boden sank. Sofort ergriffen wir die Flucht. Einer der Schläger versuchte sich uns in den Weg zu stellen, aber ich stieß ihn einfach um.
„Bloß weg!“, rief ich und so schnell wir konnten verließen wir den Zeltplatz. Ohne uns umzudrehen liefen wir die Gänge entlang und versuchten unter Leute zu kommen. Dort würden diese Verrückten uns hoffentlich nichts mehr tun.
„Da vorne sind sie!“, hörte ich jemanden hinter uns rufen. Ängstlich blickten Eddy und ich uns an, dann nahmen wir die Beine noch mehr in die Hand. Was ist denn deren Problem? Und so etwas im 21sten Jahrhundert.
Endlich erreichten wir die Promenade, auf der sich glücklicherweise noch ein paar wenige Spaziergänger herumtrieben. Wir bremsten ab und gingen schnellen Schrittes direkt hinter einem Mann mit seiner Frau her. Sollten diese Idioten uns noch einmal belästigen, würde er hoffentlich eingreifen. Der Mann drehte sich einmal kurz zu uns um und sah uns kritisch an. Er sagte jedoch nichts. Erst jetzt kam ich dazu mir Eddy in Ruhe anzusehen. Ihn hatte es deutlich schlimmer erwischt als mich. Seine Nase blutete und sein linkes Auge war bereits ein wenig geschwollen.
„Alles ok?“, fragte ich besorgt.
Er nickte.
„Die Kerle waren absolut irre.“, sagte er und ging leicht vornerüber gebeugt, damit er sein Shirt nicht voll blutete.
„Hier.“ Ich hielt ihm ein Taschentuch hin. Dankbar nahm er es entgegen.
„Ja.“, antwortete ich und schaute mich um. Ich konnte niemanden von ihnen ausmachen, trotzdem fühlte ich mich noch nicht sicher. Ich traute den Kerlen zu, dass sie nur darauf warteten, das niemand mehr in der Nähe war.
„Und jetzt?“, fragte er.
Ich zuckte mit den Schultern. Alleine durch die Gänge zurück zum Wohnwagen gehen kam nicht in Frage.
„Ich rufe meinen Vater an. Hoffentlich kann uns jemand an der Hauptstraße abholen.“
Ich musste es einige Male versuchen, bis endlich jemand an das Telefon unseres Wohnwagens ging. Es dauerte einen Moment, bis ich meinen verschlafenen Vater deutlich gemacht hatte, dass er uns sofort abholen musste.
Wir gingen derweil im Schutz von einigen Passanten die Promenade entlang bis zur Hauptstraße. Von den Typen sahen wir nichts mehr, wahrscheinlich hatten sie die Verfolgung aufgegeben.
Mein Vater legte an diesem Abend ein perfektes Timing vor: In dem Moment, als wir die Hauptstraße erreichten, fuhr er vor. Sofort stiegen wir zu ihm ins Auto.
„Was ist denn mit euch passiert?“, fragte er entsetzt, als er Eddy sah.
„Die Party war voll mit Idioten.“ Ich schilderte ihm schnell die Geschehnisse des Abends.
„Die haben doch den Schuss nicht gehört. Hast du irgendwelche Namen? Dann könnten wir Anzeige erstatten.“, antwortete er wütend.
Ich winkte ab. „Lass gut sein, das hat keinen Zweck. Die waren auch alle betrunken. Ich bin mir nicht sicher, ob die nüchternen Kopfes auch so einen Mist veranstaltet hätten.“ Ich hatte schlicht keine Lust mich noch mehr mit diesen Idioten auseinander setzen zu müssen.
Zuhause angekommen holte mein Vater sofort ein Kühlpack hervor und drückte es Eddy aufs Auge. Sein Nasenbluten hatte inzwischen aufgehört.
„Brauchst du auch eins?“, fragte er und schaute mich an.
„Nein, geht schon.“, ich hatte zwar noch leichte Kopfschmerzen von meinem unfreiwilligen Kopfstoß, aber die waren nicht so schlimm.
Meine Mutter hörte uns und kam im Bademantel in die Wohnküche.
„Meine Güte, was habt ihr denn gemacht?“, fragte sie und es war wieder an mir, die Geschichte zu erzählen.
„Soll ich deinen Eltern Bescheid sagen?“, fragte sie Eddy.
Er überlegte einen Moment. „Nein. Wir müssen sie nicht extra wecken, so schlimm ist es nicht. Es reicht, wenn ich ihnen morgen davon erzähle.“, antwortete er.
„Bist du sicher?“, hakte sie nach, „Ich bin mir sicher, dass sie von so etwas direkt wissen möchten.“
„Ja. Morgen reicht. Es ist ja nichts schlimmes passiert. War im Endeffekt nur eine kleine Schlägerei.“
„Ok, wie du das möchtest. Aber morgen werde ich es ihnen auf jeden Fall sagen.“
„In Ordnung.“, stimmte Eddy zu. Er hatte keine Lust weiter mit meiner Mutter zu diskutieren. Außerdem war klar, dass er nicht umhinkam es seinen Eltern zu erzählen, schließlich würde er das blaue Auge nicht verbergen können, das er ab morgen mit Sicherheit haben würde.
„Danke fürs Abholen Papa, ihr könnt euch jetzt wieder hinlegen. Wir werden auch gleich schlafen gehen, wenn Eddy sein Auge noch ein wenig gekühlt hat.“, erklärte ich. Mit sorgenvollen Blicken sagten meine Eltern gute Nacht und verzogen sich ins Schlafzimmer.
„Zeig mal her.“, forderte ich Eddy auf und nahm sachte das Kühlpack von seinem Auge. Die Schwellung war dank der Kühlung nicht vorangeschritten, aber die erste Verfärbung setzte bereits ein.
„Wie sieht es aus?“, fragte Eddy.
Ich überlegte einen Moment, dann grinste ich:
„Männlich. Wie bei einem Kerl nach einer Kneipenschlägerei.“ Jetzt, wo wie wieder im Wohnwagen waren und uns von den Idioten keine Gefahr mehr drohte, sah ich den ganzen Verlauf nicht mehr so eng. Wichtig war nur, dass wir heile davon gekommen waren und nicht schlimmes passiert war.
„Lass uns schlafen gehen.“, sagte ich. Eddy nickte zustimmend.


Am nächsten Morgen stach Eddys Auge durch einen dunklen Lilaton hervor. Nicht einmal Make-up wäre in der Lage gewesen das Veilchen zu verbergen. Die Schwellung hielt sich glücklicherweise in Grenzen, dafür hatte Eddy noch immer leichte Schmerzen.
„Sonnenbrille auf und niemand bekommt etwas davon mit.“, schlug ich ihm vor, während er die Marmeladen auf dem Tisch verteilte. Es war noch recht früh, als wir beide wach geworden waren und da wir keine Lust hatten die Hälfte unseres letzten Tages im Bett zu verbringen, standen wir gleich auf. So kam es, dass wir schon den Tisch deckten, während meine Eltern losgezogen waren und für alle Frühstück holten.
Eddy und ich wurden gerade fertig, als ich meine Eltern draußen hörte. Ich öffnete ihnen die Haustür, allerdings wartete dort nur mein Vater. Meine Mutter entdeckte ich drüben an Eddys Wohnwagen. Sie sprach mit Eddys Mutter. Allerdings nicht lange, denn noch bevor ich die Tür wieder schließen konnte, sah ich, wie die zwei auf unseren Wohnwagen zukamen.
Ich schaute zu Eddy schaffte es noch ihn zu warnen:
„Deine Mutter kommt.“, ich sah sein Schlucken.
Mein Vater war eingetreten und machte sich daran die Brötchen zu schneiden, als Eddys Mutter eintrat.
„Hi Mum.“, sagte er unsicher. Seine Mutter blieb kurz stehen, dann machte sie einen Schritt nach vorne und schloss ihren Sohn in die Arme.
„Was machst du denn für Sachen?“, fragte sie ihn. Ich konnte sehen, dass Eddy ebenso überrascht war wie ich. Hatte sie sich entschlossen so zu tun, als sein nichts gewesen? Nach einem Moment der Unsicherheit erwiderte Eddy die Umarmung dankbar. Während sie so umschlossen da standen, kam Eddys Vater herein.
Eddy und seine Mutter lösten sich voneinander, auch sein Vater schloss ihn in die Arme.
„Was ist passiert?“, fragte seine Mutter. Diesmal erzählte Eddy:
„Wir waren auf einer Party, Ben hatte vor kurzem ein Mädchen getroffen und die hatte uns eingeladen. War eigentlich ein ganz netter Abend, aber irgendwann war die Gastgeberin so betrunken….“, er holte einmal tief Luft. „Sie haben gemerkt, dass wir ein Paar sind und da sind so ein paar Typen auf uns losgegangen. Keine Ahnung warum, vielleicht waren sie zu betrunken. Jedenfalls hatten Ben und ich so unsere Mühe da weg zu kommen.“
Seine Mutter war es die antwortete:
„Wir haben in den letzten Tagen viel über deine Offenbarung nachgedacht und gesprochen. Vor allem nach dem Gespräch mit euch allen.“, sie zeigte auf meine Eltern und mich.
„Eure Worte haben uns zum Glück die Augen geöffnet. Ich weiß, dass wir uns falsch verhalten haben, aber ich möchte auch erklären warum. Nachdem was mit Robin passiert ist, sind wir einfach in ständiger Sorge um dich. Es wäre unerträglich für uns, dich auch noch zu verlieren. Als du uns dann gesagt hast, dass du schwul, oder bisexuell bist, da hatten wir Angst, dass sich wieder alles ändert. Wir hatten Angst dich deswegen zu verlieren und wollten es nicht wahrhaben. Dein Konflikt von gestern Abend bestätigt zwar die Ängste und Sorgen, die wir haben, aber wir haben eingesehen, dass es der falsche Weg wäre dich zu verstoßen. Es tut uns leid Eddy. Ich hoffe du kannst unsere Reaktion jetzt halbwegs nachvollziehen. Gib uns nur etwas Zeit, damit wir lernen können damit umzugehen.“
Ich sah, wie die Erleichterung Eddy beflügelte und seine Sorgen schwanden. Er antwortete nicht, sondern schloss seine Eltern einfach nur in die Arme. Ich freute mich für ihn mit. Endlich hatte sich alles zum Guten gewendet.
„Dann ist ja jetzt alles wieder gut.“, sagte mein Vater. „Habt ihr schon gefrühstückt? Oder wollt ihr mit uns frühstücken?“, fragte er.
Eddys Eltern nahmen das Angebot dankbar an. Schnell wurden alle Utensilien nach draußen geschafft und gemeinsam im Sonnenschein gefrühstückt.
Da es für beide Familien am nächsten Tag früh morgens zurück nach Deutschland ging, entschieden wir heute noch einen gemeinsamen Ausflug zu machen. Etwas Außerhalb gab es eine alte Küstenfestung, die wir besichtigen wollten. Eddy und ich waren ebenfalls zufrieden mit dem Ziel, eine alte Festung war doch deutlich interessanter als lahmes Pflastertreten in irgendeiner Stadt.
Nach dem Frühstück wurden schnell die Sachen weggeräumt und Lunchpakete gepackt.
Dann ging es los.
Die Autofahrt verbrachten Eddy und ich großenteils schweigend. Uns beide beschäftigte die Frage nach der Zukunft, doch keiner von uns wagte bisher sie zu stellen. Wie sollte es mit uns weitergehen? Würde es überhaupt weitergehen? War das Ganze nur eine Urlaubsromanze gewesen? Letzteres kam für mich definitiv nicht in Frage. Ich wollte weiter in Kontakt zu Eddy bleiben und ich wollte auch eigentlich weiter mit ihm zusammen bleiben. Aber war das möglich? Wir hatten noch nicht besprochen, wie weit wir genau auseinander wohnten. Selbst wenn er so nah war, wie ich es vermutete, bekamen wir auch oft genug die Möglichkeit einander zu besuchen?
Ich erinnerte mich nur ungern an ein Feriencamp zurück, in dem ich mal gewesen war. Ich hatte so viele neue Freunde gefunden und wir hatten uns gegenseitig hoch und heilig geschworen, dass wir in Kontakt bleiben. Ich habe nie wieder etwas von einem von ihnen gehört.
Zum Glück war die Situation von damals nicht vergleichbar mit der von heute. Wir besaßen beide ein Handy, Facebook und einen Computer. Vollkommen aus den Augen verlieren sollten wir uns also nicht. Dennoch blieb in mir die Angst, dass wir es nicht schaffen würden. Eddy bedeutete mir einfach zu viel, als das ich jetzt wieder auf ihn verzichten konnte.
Während der Fahrt sah ich öfters zu ihm herüber, die meiste Zeit starrte er nur gedankenverloren aus dem Fenster, hin und wieder warf er mir ein aufmunterndes Lächeln zu. Ich wusste, dass er sich die gleichen Gedanken machte wie ich.
An der alten Festung angekommen, machten wir zuerst eine Führung mit. Wir wurden über die alte Wehrmauer, durch die Soldatenquartiere und auch durch die Geheimgänge der Festung geführt. Zu allem erzählte der Touristenführer etwas, alte Geschichten und Legenden, aber auch viele Fakten und belegte Daten über Kämpfe oder Seeschlachten, die vor den Mauern der Festung geschehen sind. Die ganze Zeit über blieb die angespannte Stille zwischen Eddy und mir bestehen.

Gegen Mittag war die Führung vorbei und die restliche Zeit konnte man sich frei auf dem Gelände bewegen. Es gab noch einiges zu sehen, die Führung hatte längst nicht alle Teile der alten Burg beleuchten können. Wir vereinbarten mit unseren Eltern uns in wenigen Stunden wieder zu treffen.
Eddy und ich suchten uns ein ruhiges Plätzchen zwischen zwei Zinnen der Festungsmauer. Wir aßen eine Weile schweigend und blickten auf das Meer, welches unter uns seicht gegen den Stein wog.
Irgendwann fasste ich den Mut ihn zu fragen:
„Was wird aus uns?“, eindringlich und besorgt sah ich ihn an. Ich hatte Angst vor der Antwort.
Er zuckte mit den Schultern.
„Ich weiß es nicht. Wuppertal und Düsseldorf liegen gar nicht so weit auseinander. Wir sollten zumindest in der Lage sein, uns an den Wochenenden zu sehen.“, schlug er vor.
„Ja, das müsste alle Mal drin sein.“, stimmte ich ihm zu. Befriedigen tat mich das nicht.
„Weißt du schon, was du nach deinem Abi vor hast?“, fragte ich ihn weiter.
„Ich will auf jeden Fall etwas mit Musik machen. Ich hatte mir mal überlegt Musik in Hamburg zu studieren. Mein Traum wäre es natürlich Musiker zu werden. Meine eigenen Songs schreiben und aufnehmen zu können und vielleicht irgendwann mal ein Album rauszubringen. Das wäre schon was. Und du?“, wandte er sich an mich.
„Hmm gute Frage. Ich weiß es noch nicht genau. Ich überlege häufiger, was ich später mal machen will. Vielleicht Jura studieren. Anwalt zu werden fände ich nicht schlecht.“, erklärte ich.
„Naja, ich bin mir nicht sicher, aber man kann in Hamburg bestimmt auch Jura studieren.“, sagte er mit einem Augenzwinkern. Wir beide schwiegen erst einmal. Ich wusste es war eine kindische Idee, trotzdem fragte ich ihn:
„Glaubst du wir könnten zusammen nach Hamburg gehen? Also, in einem Jahr meine ich, wenn wir mit dem Abi fertig sind?“
„Warum sollten wir nicht?“, antwortete er und wirkte deutlich zuversichtlicher als ich.
„Wenn wir es schaffen uns in diesem Jahr nicht aus den Augen zu verlieren und wir in einem Jahr immer noch wollen, wäre das doch eine super Möglichkeit. Wir könnten uns zusammen eine Wohnung suchen.“
Ich sagte erst einmal nichts. Das klang alles sehr schön, fast zu schön. Ich hatte Angst davor, mir jetzt zu große Hoffnungen zu machen und am Ende verloren wir uns einfach vollkommen aus den Augen.
„Hey.“, sagte Eddy aufmunternd. „Mach dir keine Sorgen. Wir bekommen das schon hin. Glaubst du wirklich, dass ich zulassen würde, dass wir uns nicht mehr sehen?“ Für einen Moment glaubte ich, dass er Gedanken lesen konnte.
„Ich weiß nicht. Ich mache mir einfach Gedanken. Wir kennen uns jetzt gerade zwei Wochen, ich habe Angst, dass wir einander vergessen, wenn wir uns erst einmal nicht mehr sehen.“, teilte ich meine Sorgen mit ihm.
„Ich weiß, ich mache mir die gleichen Gedanken. Pass auf: Wir versprechen uns einfach, dass wir uns mindestens 2mal im Monat sehen und mehrfach die Woche im Kontakt bleiben.“
Er streckte mir seine Hand entgegen.
Ich zögerte nicht lange und schlug ein. Im selben Moment durchströmte mich Zuversicht. Ja, wir bekamen das schon hin. Nach allem, was in diesem Urlaub passiert war, mussten wir das einfach schaffen.
„Das war ein ziemlich verrückter Urlaub.“, sagte ich.
„Das war er.“, Eddy lachte.
„Ich kann mich nicht erinnern, jemals in meinem Leben so eine Gefühlsachterbahn mitgemacht zu haben. Du hast mich ganz schön auf Trab gehalten.“
„Ach komm, du kannst froh sein, dass ich dafür gesorgt habe, dass der Urlaub nicht so langweilig geworden ist.“
„Ohja, das bin ich.“, sagte ich. Sämtliche Sorgen bezüglich der Zukunft verschwanden, als mir eins klar wurde: Ich liebte ihn.
Darum würde uns auch die räumliche Trennung nichts ausmachen.
Und in einem Jahr, würden wir gemeinsam eine Wohnung beziehen. Irgendwo. Vielleicht in Hamburg, vielleicht auch woanders.
Es war mir egal, hauptsache mit ihm.
Wir sahen uns einen Moment tief in die Augen, dann küssten wir uns.
Wir würden das schaffen. Ganz sicher.



Das wars. Der Urlaub ist vorbei und diese Geschichte der zwei erzählt.
Wow, das fühlt sich echt gut an.
2 Jahre, 9 Monate und 5 Tage nach dem ersten Teil.
66000 Zugriffe und 315 Antworten...
Hätte mir damals einer erzählt, dass die Geschichte so groß und lang wird, hätte ich ihn ausgelacht.
Mir bleibt nur noch eins zu sagen:
DANKE!
" Wenn wir Freiheit aufgeben, um Sicherheit zu gewinnen, verlieren wir am Ende beides!"

Re: Italien-Sommer, Sonne und zwei Jungs

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steveXbird
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Re: Italien-Sommer, Sonne und zwei Jungs

Beitragvon steveXbird » 09 Nov 2013, 11:04

Danke an dich für die Geschichte
http://the-world-revolve-around-me.tumblr.com/
-The Most Tender Thing You Ever Said To Me, Is That I Suffer From Paranoia-

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Azazel
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Re: Italien-Sommer, Sonne und zwei Jungs

Beitragvon Azazel » 09 Nov 2013, 11:16

Ich möchte mich auch bedanken.Das war die erste Geschichte, die ich hier im forum gelesen habe, habe immer sehnsüchtig auf den nächsten Teil gewartet und als du nach der riesen Pause weiter geschrieben hast habe ich mich total gefreut.Die Geschichte hatte viele Momente, wo ich einfach dämlich grinsen musste und alle mich verwirrt angeguckt haben, wenn jemand dabei war und hatte auch viele "ohhh" momente.Also:

DANKE für diese Geschichte :)
"Sie mögen 'Gott ist groß' rufen, aber tatsächlich wird er jedesmal ein bisschen kleiner, wenn sich jemand in seinem Namen in die Luft sprengt."

Eule
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Re: Italien-Sommer, Sonne und zwei Jungs

Beitragvon Eule » 09 Nov 2013, 11:21

Sehr sehr schade dass es das unausweichliche Ende ist. Ich hätte mir jedoch noch eine gewisse Zeit nach dem Urlaub gewünschst, und zu sehen, ob sie Zusammen bleiben, und von deren Eltern Unterstützt werden.
Schade, man kann nicht immer alles haben :cry: :cry: :cry: :cry: :cry:

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GoldenStar18
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Re: Italien-Sommer, Sonne und zwei Jungs

Beitragvon GoldenStar18 » 09 Nov 2013, 11:52

Auch von mir ein dickes fettes Danke :D deine Geschichte war für nich, genauso wie bei Azenal die erste Geschichte hier im Forum die ich gelesen habe :) durch sie habe ich das forum überhaupt entdeckt weil ich einfach mal "schwule Geschichten" gegooglet habe. Eine Woche später habe ich mich dann auch angemeldet, hab mich aber (ka warum) nicht getraut sie zu kommentieren. Ich wollte nur sagen:

Deine Geschichte ist so gut, dass man sie sehr wohl verfilmen könnte. Es ist die schönste Liebesgeschichte die ich kenne und das schließt sehr sehr viele Geschichten ein.

Danke dass du uns diese Story geschrieben hast

Lg ein riesenfan :)
Manchmal sollte man nicht zu viel nachdenken - wenn sich was richtig anfühlt ist wahrscheinlich auch so

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Wavesittich
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Re: Italien-Sommer, Sonne und zwei Jungs

Beitragvon Wavesittich » 10 Nov 2013, 09:15

Azazel hat geschrieben:Ich möchte mich auch bedanken.Das war die erste Geschichte, die ich hier im forum gelesen habe, habe immer sehnsüchtig auf den nächsten Teil gewartet und als du nach der riesen Pause weiter geschrieben hast habe ich mich total gefreut.Die Geschichte hatte viele Momente, wo ich einfach dämlich grinsen musste und alle mich verwirrt angeguckt haben, wenn jemand dabei war und hatte auch viele "ohhh" momente.Also:

DANKE für diese Geschichte :)


Da kann ich mich voll und ganz anschließen. Diese hier war die erste Geschichte, die ich hier angeklickt hatte, und bis heute kann sie lange keine Geschichte überbieten. (Und ich lese viel!)

Wenn ich mir eines hier im Forum wünschen könnte, wäre es, dass du eine weitere schreibst. (Vielleicht eine Gortsetzung, in der sie dann studieren? Das Campusleben ist schon awesome.)

Ganz liebe Grüße
Wave~~

Neymar
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Re: Italien-Sommer, Sonne und zwei Jungs

Beitragvon Neymar » 17 Jul 2014, 16:33

Eine Geschichte, die mal komplett fertig geschrieben wurde!
Herzlichen Glückwunsch :)
Vielen Dank für die schönen Momente, ich habe die Geschichte gerne gelesen!

Choppi
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Re: Italien-Sommer, Sonne und zwei Jungs

Beitragvon Choppi » 01 Feb 2016, 00:58

Hallo erstmal,

Meine Güte was war das für eine assoziale Geschichte :o ,

sie ist so verdammt gut das sie mich gerade gezwungen hat über 4 Stunden zu lesen! Ich wollte eigentlich nur Google um 20 Uhr nach ein paar Geschichten durchstöbern um danach Hausaufgaben zu mache, aber dann hat mich dieses 3 jährige Meisterwerk einfach soo gefesselt. Man konnte sich einfach so gut in beide reinversetzen und es war nicht nur eine happy Liebesschnulze es gab Höhen und Tiefen die diese Geschichten einzigartig machen. Danke vielmals für diese 4 Stunden du hast mein Wochenende perfekt gemacht ud ich hoffe ja insgeheim das es eine Fortsetzung in irgendeiner Weise geben wird, aber eigt ist die Story so perfekt! Naja mach weiter bleib kreativ du hast mich gerade dazu gebracht diesem Forum beizutreten!

LG Choppi

P.S Gute Nacht
P.S.S Mist ich muss noch Hausaufgaben machen

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gutgelaunt
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Re: Italien-Sommer, Sonne und zwei Jungs

Beitragvon gutgelaunt » 04 Feb 2016, 17:31

Choppi hat geschrieben:Meine Güte was war das für eine assoziale Geschichte :o ,


Du hast schon auch ein sehr einzigartige Weise, dem Autor zu sagen, dass du seine Geschichte gut findest.^^

Aber es stimmt, die Geschichte ist wirklich gut.
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YB2001
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Re: Italien-Sommer, Sonne und zwei Jungs

Beitragvon YB2001 » 06 Feb 2016, 15:45

Hab mir die Story mal durchgelesen und bin echt begeistert :)

Wunderbare Story, mit vielen Höhen und Tiefen und vielen Gefühlen.
Hat seeeeeeeehr viel Spaß gemacht, sie zu lesen :flag:
Uns halten nur die Grenzen, die wir uns selbst setzen.

Winterwolf
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Re: Italien-Sommer, Sonne und zwei Jungs

Beitragvon Winterwolf » 07 Feb 2016, 19:46

Wow ich habe die ganze Geschichte am Stück gelesen sie ist unglaublich schön ich habe fast vergessen wie schön so eine liebes Geschichte sein kann genau genommen habe ich vergessen wie schön die Liebe an sich ist danke das du mich daran erinnert hast :-)

leo97
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Re: Italien-Sommer, Sonne und zwei Jungs

Beitragvon leo97 » 12 Feb 2016, 15:43

Die Geschichte war unglaublich schön!! :) vielen Dank dafür. Einiges hat mich sehr an den Beginn meiner ersten längeren Beziehung erinnert, das war total schön, mich in dieses Gefühl der ersten richtig aufregenden Liebe wieder hineinzuversetzen! Ich hab sogar davon geträumt :D Also echt, super geschrieben. Ich wünsche mir nen Film!!!

Pasi94
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Re: Italien-Sommer, Sonne und zwei Jungs

Beitragvon Pasi94 » 18 Feb 2016, 11:32

Die Geschichte war echt der Hammer also ich hätte gerne ein Buch davon :)

aut1997
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Re: Italien-Sommer, Sonne und zwei Jungs

Beitragvon aut1997 » 29 Aug 2016, 04:40

So, halb 5 Uhr morgens und ich bin (leider) am Ende angekommen.
Während dem Lesen hab ich gemerkt dass Hollywood eigentlich ein Dreck gegen dein Werk hier ist. Sowas ist ganz großes Kino!
Diese Geschichte bietet nicht nur für die Protagonisten, sondern auch für den Leser eine wahre Gefühlsachterbahn.
Es gab traurige Szenen bei denen mir wirklich die Tränen über die Wangen liefen (Robins Tod), lustige Szenen und Gedankengänge ("nach diesen 2 Wochen brauch ich Urlaub vom Urlaub" xD) und natürlich die wunderschönen Szenen als es zum ersten Kuss kam, oder Ben Eddy verziehen hat.
Dem nicht genug konnte ich mich in manchen Szenen 1:1 mit Ben identifizieren.

So ein Meisterwerk sieht oder liest man nicht oft, DANKE für die schöne Geschichte!

R6SBen
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Re: Italien-Sommer, Sonne und zwei Jungs

Beitragvon R6SBen » 10 Okt 2018, 02:57

Auch 2018 noch eine Klasse die mich jetzt 2 Tage auf trapp gehalten hat.


DANKE dafür!

Re: Italien-Sommer, Sonne und zwei Jungs

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