Italien-Sommer, Sonne und zwei Jungs

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Dragon900
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Re: Italien-Sommer, Sonne und zwei Jungs

Beitragvon Dragon900 » 11 Jul 2013, 00:52

Endlich wieder eine Fortsetzung.

Habe hierbei überhaupt nichts zu kritisieren. Ist genauso gut gelungen, wie die früheren Teile. :)
Es gibt nur zwei Tage in deinem Leben an denen du nichts ändern kannst. Der eine ist gestern und der andere ist morgen.

Dalai Lama

Re: Italien-Sommer, Sonne und zwei Jungs

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Re: Italien-Sommer, Sonne und zwei Jungs

Beitragvon akronym » 12 Jul 2013, 23:12

freut mich, dass du wieder lust gefunden hast weiter zu schreiben :)

ich will nicht drängeln nur .... wann..geht..es..endlich..weiter.... :D
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Re: Italien-Sommer, Sonne und zwei Jungs

Beitragvon McNett » 17 Jul 2013, 19:34

Ohha... 19 Seiten... Ich müsste mal anfang zu lesen was ^^ Bin sehr gespannt wie diese Geschichte ist - anscheinend ja sehr gut ;) -
Leb die Sekunde als wär es deine letzte!

Werden Hummeln eigentlich von anderen Insekten gemobbt, nur weil sie Dick sind?

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Re: Italien-Sommer, Sonne und zwei Jungs

Beitragvon Lematras » 19 Jul 2013, 23:49

Eine großartige Geschichte!! Ich wäre schon total happy wenn mein Geschichte nur halb so gut, quatsch ein zehntel so gut wird :D
Du bist ein bemerkenswerter Autor und wie du die Gedanken, Gefühle ect. transportierst ist Weltklasse, freue mich darauf mehr von dir zu lesen :)
Lieber ein bisschen anders sein, als in der Menge untergehen.

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Re: Italien-Sommer, Sonne und zwei Jungs

Beitragvon anybody » 22 Jul 2013, 09:56

Den ursprünglichen Termin konnte ich leider nicht einhalten.... im MOment ist einfach wahnsinnig viel los bei mir.
Ich hoffe, dass ich es in den nächsten Tagen schaffe
" Wenn wir Freiheit aufgeben, um Sicherheit zu gewinnen, verlieren wir am Ende beides!"

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Re: Italien-Sommer, Sonne und zwei Jungs

Beitragvon OohLaLa » 22 Jul 2013, 18:21

Freu mich dadrauf wenn es weiter geht. Die Geschichte ist sehr gut erzählt und geschrieben ;)

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Re: Italien-Sommer, Sonne und zwei Jungs

Beitragvon anybody » 23 Jul 2013, 09:45

Weiter gehts und ja, ich weiß das ich gemein bin ;P
Der nächste Teil sollte nicht so lange auf sich warten lassen

Eddy schien sich noch einen Moment zu sammeln, bevor er anfangen konnte. Ich war ein wenig aufgeregt endlich zu erfahren, was es mit Robin auf sich hatte. Ich wusste ja inzwischen, dass er sein Bruder ist, aber warum er so schlecht auf das Thema zu sprechen war und was da vorgefallen war, davon hatte ich immer noch keinen blassen Schimmer. Dass Eddy jetzt soweit war mir davon zu erzählen, bedeutete mir sehr viel.
Stockend schilderte er, was passiert war:
„Robin war mein Bruder, er war knapp fünf Jahre jünger als ich. Wir haben uns immer sehr gut verstanden und nur selten gestritten. Die meisten konnten nicht nachvollziehen, warum wir uns so gut verstanden haben, aber wir kannten es gar nicht anders. Du musst wissen, ich habe den Kleinen über alles geliebt…“ Einen Moment rang er mit den Tränen, fand seine Stimmer aber wieder: „Letzten Winter waren meine Eltern über das Wochenende verreist. Ich hatte die Aufgabe auf Robin aufzupassen. Eigentlich nichts besonderes, da ich das immer schon von alleine tat. Jedenfalls gab es bei uns hinter dem Haus so einen Berg, an dem man im Winter sehr gut Rodeln konnte. Das Wochenende, an dem meine Eltern weg waren, lag auch noch sehr viel Schnee. Ich erinnere mich noch ziemlich genau daran…“
Er erzählte mir, dass er seinem Bruder versprochen hatte, mit ihm Rodeln zu gehen, jedoch durch seine Hausaufgaben dieses Versprechen nicht einhalten konnte. Da er seinem Bruder aber nicht den kompletten Spaß verderben wollte, erlaubte er ihm schließlich für ein paar Stunden mit dessen bestem Freund alleine rauszugehen. Als später seine beste Freundin anrief, um ihm zu sagen, dass er die Hausaufgaben doch erst einmal noch nicht brauchte, folgte er seinem Bruder. Ab da begann seine Erzählung zu stocken. Je weiter er kam, desto öfter benötigte er Pausen, in denen er versuchte, sich unter Kontrolle zu bekommen.
„Ist schon ok.“, versuchte ich ihn zu trösten, als er abbrach, nachdem er berichtet hatte, wie er oben auf dem Viperberg angekommen war. „Nimm dir Zeit.“, sagte ich ihm, als er nicht in der Lage war weiter zu machen.
Ich nahm ihn einen Moment in den Arm und küsste ihn, während ich beruhigend auf ihn einredete. Ich befürchtete, dass diese Geschichte kein gutes Ende nehmen würde und verstand jetzt, warum ihm das Thema nur so schwer über die Lippen ging. Es tat mir ziemlich weh ihn so zu sehen, noch trauriger als gestern in der Bar. Am liebsten würde ich ihm die Tortur des Weitererzählens ersparen, aber ich war auch überzeugt davon, dass es ihm half darüber zu reden und es nicht die ganze Zeit in sich hinein zu fressen. Endlich fing er sich wieder.

„Ich nahm also meinen Reifen und rutschte den Berg hinunter. Ich versuchte Robin irgendwo zu sehen, aber zuerst gelang es mir nicht. Ich war schon fast unten angelangt, da sah ich seine hellblaue Jacke. Er war gerade drauf und dran den Fluss zu betreten, der nah am Berg entlanglief. Auch wenn der Winter ziemlich kalt war, so war es dennoch viel zu gefährlich die Eisfläche zu betreten. Jahr für Jahr gab die Polizei Warnungen aus, dass das Eis nicht dick genug werde.“, er schluckte, sprach aber weiter. „Jedenfalls sah ich ihn dort und wollte rufen, aber in dem Moment habe ich mich mit meinen Reifen überschlagen. Ich erinnere mich noch gut daran, wie ich durch den Schnee geschleudert wurde, aber dennoch alle meine Gedanken nur bei Robin waren. Als ich endlich still lag, rappelte ich mich sofort hoch und rief nach Robin. Vergeblich....“
Wieder rang er mit den Tränen. In seinen Augen las ich endlosen Qualen, er schien das Gesagte erneut zu durchleben.
„Er hörte mich nicht, also rannte ich los. Ich hatte eine Heidenangst, dass er einbrechen würde. Die Strömung des Flusses war stark und wer dort einbrach, der hatte keine Chance. Es kam mir vor wie eine Ewigkeit, bis ich das Ufer endlich erreicht hatte. Einige Eltern die ebenfalls dort gewesen waren, waren mir gefolgt. Auch sie wussten um die Gefahr. Als wir dort ankamen, hatte Robin allerdings schon einige Meter auf der Oberfläche zurückgelegt. Er wollte zu seinem Reifen, der aus welchen Gründen auch immer auf der Hälfte des Flusses liegen geblieben war. Ich weiß noch, wie ich rief: „Robin! Komm da sofort runter!“
Er drehte sich zu mir um und in dem Moment begann das Eis ohrenbetäubend zu knacken. Ich werde dieses Geräusch nie vergessen. Überall konnte man hören, wie die Eisfläche begann nachzugeben. Ich sehe immer noch Robins entsetzten Ausdruck, als er sich zu mir umwandte. Wir wussten alle, was geschehen würde. Von irgendwo rief jemand: „Hinlegen! Vorsichtig hinlegen, Gewicht verteilen.“
Doch es war zu spät. Das Eis gab nach und plötzlich verschwand Robin in den Fluten…“, weiter kam er nicht. Mit einem Schmerzensschrei, als wäre er dort, brach Eddy in meinen Armen zusammen. Ich hatte gar nicht gemerkt, dass ich sogar selbst weinte, dennoch gab ich mir alle Mühe ihn irgendwie trösten. So fest ich konnte, umklammerte ich ihn, so als ob ich ihn in dem Moment aufgefangen hätte. Schweigend saßen wir dort, ich hielt ihn weiter umklammert, während wir beide weinten. Ich konnte nicht anders. Zu erfahren, was mit seinem kleinen Bruder geschehen war, brach mir das Herz. Ich konnte und wollte mir nicht einmal vorstellen, wie es mir ergangen wäre, wäre ich in der Situation gewesen. Aber ich wusste, dass ich in diesem Moment nicht mehr tun konnte, als für Eddy da zu sein. Ich wusste nicht, was ich sagen sollte, also schwieg ich.
Es machte keinen Sinn. Nichts was ich hätte sagen können, hätte es besser gemacht. Nichts konnte ihm in diesem Moment mehr helfen, als einfach seinen Gefühlen freien Lauf zu lassen.
„Ich wollte hin und ihm helfen“, schluchzte er, „Ich wollte ihm hinterherspringen und ihn rausholen, aber jemand hat mich festgehalten. Ich habe um mich geschlagen und getreten, ich wollte zu ihm, aber sie haben mich nicht gelassen.“, brachte er gepresst hervor, dann weinte er wieder.
„Es war meine Schuld! Ich hätte ihn niemals alleine gehen lassen dürfen. Es war meine Schuld, meine Schuld.“, wiederholte er.
„Nein, war es nicht.“, sprach ich beruhigend auf ihn ein. „Du konntest nichts dafür. Es ist nicht deine Schuld, dass er auf das Eis gelaufen ist und erst recht nicht, dass er eingebrochen ist. Es war ein Unfall. Niemand konnte etwas dafür!“, erklärte ich und versuchte ihn zu beruhigen. Er lag nur in meinen Armen und weinte.
Ihm war anzusehen, welche Schmerzen er die letzten Wochen und Monate gelitten haben musste. Er wirkte vollkommen am Boden zerstört und kraftlos. Sein Gesicht wirkte auf einmal vollkommen eingefallen. Es musste unendliche Qualen für ihn bedeutet haben damit zu leben. Ich war mir sicher, dass er diesen Schmerz tief in sich hineingefressen hatte und er jetzt das erste Mal wieder hervorkam.
Ich wischte mir die Tränen aus den Augen und versuchte mich wieder zu sammeln.
„Du musst dir selbst verzeihen, was damals passiert ist.“, sagte ich ihm. „Niemanden trifft die Schuld daran, auch nicht dich. Du hast immer für deinen Bruder getan was du konntest. Wenn du ihm hinterhergesprungen wärst, wärest du jetzt wohl nicht hier. Denkst du er hätte das gewollt?“, fragte ich ihn.
„Verzeih dir selbst, ich bin mir sicher, Robin hat dir schon längst verziehen. Niemand kann ändern, was damals passiert ist. Lass nicht zu, dass der Schmerz dich auch noch zerstört.“
Eddy beruhigte sich langsam. Mit leiser Stimme sagte er:
„Ich kann nicht. Ich kann mir das nicht verzeihen und ich werde mir das nicht verzeihen.“
„Du musst.“, hielt ich dagegen. „Robin würde es so wollen. Er würde nicht wollen, dass du dein Leben damit verbringst um ihn zu trauern. Er würde wollen, dass du lebst, und dass du trotzdem glücklich wirst. Sei nicht so hart zu dir, du bist auch nur ein Mensch.“
Eddy antwortete nicht. Er lag einfach nur still da und starrte ins Leere. Trotzdem hatte ich das Gefühl, dass es ihm besser ging. Ich glaubte, dass er das erste Mal objektiver über die Geschehnisse nachdachte, ohne sich die Schuld zu geben.
„Danke.“, flüsterte er.
„Es kommt alles in Ordnung. Zusammen kriegen wir das hin.“, versprach ich ihm.
Er zog plötzlich sein Handy hervor. Ich konnte nicht sehen was er tat, bis er es mir irgendwann unter die Nase hielt. Nicht sicher was er von mir wollte, begann ich zu lesen:
" Wenn wir Freiheit aufgeben, um Sicherheit zu gewinnen, verlieren wir am Ende beides!"

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Re: Italien-Sommer, Sonne und zwei Jungs

Beitragvon Baldur » 23 Jul 2013, 23:38

ich muss mich dem allgemeinen Lob anschliesen, tolle Geschichte.

Bei de mletzten Teil finde ich nur, dass Robin etwas zu literatisch erzählt. Evtl. solltest du da deine wunderschöne bildliche Erzählweiße ändern.

ansonsten bin ich schon gspannt auf den nächsten Teil.

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Re: Italien-Sommer, Sonne und zwei Jungs

Beitragvon Lematras » 24 Jul 2013, 09:03

ganz gemeiner Cliffhanger :D
mir lief es eiskalt den Rücken runter bei der Stelle
Lieber ein bisschen anders sein, als in der Menge untergehen.

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Re: Italien-Sommer, Sonne und zwei Jungs

Beitragvon Dragon900 » 25 Jul 2013, 18:22

Schon heftig. Bin ja mal gespannt, wie es da weitergeht.
Es gibt nur zwei Tage in deinem Leben an denen du nichts ändern kannst. Der eine ist gestern und der andere ist morgen.

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Re: Italien-Sommer, Sonne und zwei Jungs

Beitragvon steveXbird » 26 Jul 2013, 14:24

Irgendwo her kenn ich die story mit dem Rodeln. . . . . . .

Freu mich auf den nächsten Teil ;)
http://the-world-revolve-around-me.tumblr.com/
-The Most Tender Thing You Ever Said To Me, Is That I Suffer From Paranoia-

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Re: Italien-Sommer, Sonne und zwei Jungs

Beitragvon AdoShaVerse » 04 Aug 2013, 12:39

lass uns bitte nicht wieder so hängen! xD
freu mich schon auf die Fortsetzung :)

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Re: Italien-Sommer, Sonne und zwei Jungs

Beitragvon Lordpet » 04 Aug 2013, 14:27

AdoShaVerse hat geschrieben:lass uns bitte nicht wieder so hängen! xD
freu mich schon auf die Fortsetzung :)


der Meinung bin ich auch ;)
Fürs denken kann man ein nicht henken, aber fürs sagen ein oft aufs Maul schlagen... !

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Re: Italien-Sommer, Sonne und zwei Jungs

Beitragvon tiba » 04 Aug 2013, 23:37

Lordpet hat geschrieben:
AdoShaVerse hat geschrieben:lass uns bitte nicht wieder so hängen! xD
freu mich schon auf die Fortsetzung :)


der Meinung bin ich auch ;)



Ich schlis mich an weiter bitte
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Re: Italien-Sommer, Sonne und zwei Jungs

Beitragvon anybody » 05 Aug 2013, 09:46

Ay Ay, zu Befehl:

„Die Nacht mit dir am Montag war sehr schön, ich wünschte, du wärst nicht so plötzlich abgehauen, wie dein Kumpel. Ich hätte gerne noch mehr Zeit mit dir verbracht. Melde dich doch mal, Maike“

Es dauerte einen Moment bis ich die Worte und ihre Bedeutung begriff. Ich Idiot… Ich verfluchter Idiot…
Ich kam mir plötzlich so dumm vor. Ich wollte vor Schande am liebsten im Boden versinken.
Wie konnte man denn nur so doof sein?
„Warum?“, fragte ich ihn einfach nur. Ich war vollkommen fassungslos. Erst jetzt begriff ich, was für ein idiotisches Arschloch ich in den letzten Tagen gewesen sein musste. Meine Anschuldigungen, meine Wut, mein Verhalten ihm gegenüber war vollkommen ungerechtfertigt gewesen. Er hatte die ganze Zeit die Wahrheit gesagt…
„Ich wollte, dass du mir vertraust, unabhängig vom Rest der Sms.“, erklärte er. „Ich habe gemerkt, dass du nur den Anfang der Sms gelesen hast und habe nicht lange gebraucht um deinen Schluss nachzuvollziehen. Ich hätte wohl das gleiche gedacht.“
Ich schüttelte nur den Kopf, „Es tut mir so leid. Warum hast du nichts gesagt? Du hättest mir doch einfach nur die Sms zeigen müssen. Warum das alles?“, fragte ich ihn. Ich konnte immer noch nicht fassen, wie bescheuert ich mich aufgeführt hatte, ohne die ganze Sms zu kennen.
„Wie ich es dir gesagt habe, du hast keine Ahnung, was du mir bedeutest. Bei dir habe ich mich das erste Mal seit Robins Tod wieder wohlgefühlt. In deinen Armen habe ich es das erste Mal geschafft, seinen Tod zu vergessen und mir nicht die ganze Zeit Vorwürfe zu machen. Ich wusste, dass ich dich nur dazu bringen könnte mir wieder richtig zu vertrauen, wenn ich dir zeige, wie wichtig du mir bist. Darum habe ich das alles gemacht.“
Ich war absolut sprachlos. Wie sollte ich das je wieder gut machen?
„Ich war so ein Idiot.“, brachte ich hervor.
„Nein, du warst menschlich. Ich hätte genauso reagiert, wirklich.“, beruhigte er mich. Ich umarmte ihn und gemeinsam sanken wir zurück aufs Bett. Wir blieben einige Zeit so liegen, froh, dass zwischen uns wieder alles in Ordnung war.

Beim Frühstück wirkte Eddy schon um einiges erholter. Ich gab mir Mühe mir keine Vorwürfe wegen meines Verhaltens zu machen, schließlich hatte ich ihm dasselbe geraten. Ich war zuversichtlich, dass Eddy den Tod seines Bruders jetzt verarbeiten konnte. Er hatte mir noch erzählt, dass er vorher mit niemandem so darüber gesprochen hatte. Es würde seine Zeit brauchen, bis er sich selbst verzieh, aber ich war fest entschlossen ihn auf seinem Weg zu begleiten.
Zuvor gab es aber noch ein dringenderes Problem.
„Also, wie sollen wir das angehen?“, fragte ich ihn.
Er biss in sein Croissant und zuckte mit den Schultern.
„Ich habe keine Ahnung. Ich denke es war einfach zu früh dafür. Ich weiß, dass sie noch genauso mit seinem Tod zu kämpfen haben wie ich. Vielleicht hat dieses Geständnis ihr Bild von mir verändert. Wahrscheinlich kommen sie damit einfach noch nicht klar.“, sagte er.
„Das ist ja schon mal ein Ansatz. Dann müssen wir ihnen nur klar machen, dass du immer noch derselbe bist.“, antworte ich, neue Hoffnung schöpfend.
„Wie sollen wir das anstellen? Ich bezweifle, dass es reicht hinzugehen, zu sagen ‚hey ich bin immer noch ich‘ und alles ist wieder gut.“
„Wohl kaum. Erst einmal sollten wir gar nichts sagen. Wenn sie heute nicht von alleine hier hinkommen und mit dir sprechen wollen, dann lassen wir sie. Geben wir ihnen ein bisschen Zeit die Information zu verarbeiten und uns die Zeit einen Weg zu finden das wieder hin zu biegen.“
„Ok.“, stimmte er mir zu.

Nach dem Frühstück beschlossen wir wieder zur Bucht zu fahren und dort den Tag zu verbringen. Meine Eltern waren noch weg und das Auto da, also hinterließ ich ihnen einfach einen Zettel. Glücklicherweise waren Eddys Eltern nirgendwo zu sehen und das Auto da, sodass wir uns die Surfbretter unbehelligt nehmen konnten.
Für den Rest des Tages ließen wir die Sorgen und Probleme hinter uns. Wir waren einfach nur erleichtert, dass zwischen uns wieder alles in Ordnung war und wir wieder zusammen durchs Wasser toben konnten.
Das Surfen klappte auch immer besser und so schafften wir es wirklich den ganzen Tag nicht an die zurückliegenden Tage zu denken sondern einfach mal zu entspannen. Vor allem Eddy tat das gut.
Als wir am Abend zusammen im Sand saßen und uns in der Sonne bräunten, wirkte er deutlich erholter.
Erst als wir wieder im Auto auf dem Weg zurück saßen, sprachen wir wieder über das Problem mit seinen Eltern:
„Ist dir etwas eingefallen?“, fragte er.
„Vielleicht. Wir sollten gleich mal mit meinen Eltern sprechen. Vielleicht weiß mein Vater einen Rat, ihm scheint diese ‚schwuler Sohn‘ Geschichte bisher am wenigsten von allen auszumachen.“, antwortete ich. Ich hoffte darauf, dass mein Vater uns helfen könnte. Ich wusste nämlich nicht, wie wir es sonst angehen konnten. Klar könnten wir einfach selber mit seinen Eltern reden, aber ob sie in der jetzigen Situation wirklich zuhören würden?
" Wenn wir Freiheit aufgeben, um Sicherheit zu gewinnen, verlieren wir am Ende beides!"

Re: Italien-Sommer, Sonne und zwei Jungs

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