Finding me

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Zuri
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Re: Finding me

Beitragvon Zuri » 29 Jul 2018, 22:38

Und weiter geht's. Nun werdet ihr erfahren, was es mit der Frau auf sich hat.

@ArokhsSohn Wirklich gute Überlegungen (Y) :D

+o+o+o+

Finding me
PART 9

"Hilf mir", hauchte sie.
Die Frau schniefte und schnappte nach Luft. "Ich… wir…"
Erneut musste sie Luft holen, da sie völlig aus der Puste war und zusätzlich in Panik.
"Ganz ruhig", redete ihr Luca zu, der nicht so recht wusste, wie man sich in einer solchen Situation verhielt.
"Nein… schnell… wir müssen…", keuchte sie und musste husten. Sie war in etwa in Lucas Alter, vielleicht etwas jünger — er schätzte sie auf etwa 25.
"Wenn du versuchst, so schnell zu sprechen, kommt aber nichts dabei raus; dann stehen wir hier morgen noch. Also entspann dich, atme tief ein", erklärte er, während er ihr gleichzeitig vormachte, was sie tun sollte, "und dann erzähl mir bitte langsam und von vorne, was los ist."
Sie nahm sich nun den Moment, um sich ein wenig zu entspannen. Dann begann sie zu sprechen:
"Mein Freund und ich sind mit dem Hund raus. Wir sind gerade neu zugezogen und haben uns gefreut, dass hier für Niklas so ein toller Wald ist."
"Niklas?"
"Der Hund."
Komischer Name für einen Hund.
"Wir waren also im Wald spazieren", fuhr sie fort, "und dann auf einmal…" Ihre Stimme begann zu zittern. "und der Boden war etwas matschig. Wir haben uns nichts dabei gedacht. Niklas ist schon vorgelaufen. Er ist nicht der hellste, muss man dazusagen. Irgendwann hörten wir ihn jaulen. Wir sind natürlich sofort hin. Mein Freund war schneller als ich und rief mir kurz darauf zu, dass ich nicht näher kommen soll. Als ich stehen blieb, merkte ich, dass meine Füße in den Boden einsanken. Wir waren in einem Moor gelandet."
Luca wusste nicht, was er dazu sagen sollte.
"Mein Freund ist bei Niklas geblieben, aber er kann ihn nicht erreichen, ohne sich in Gefahr zu begeben. Er versucht, ihn zu beruhigen."
"Okay", begann Luca. Er wusste immer noch nicht so recht, wie er reagieren sollte, legte sich dann aber schließlich fest: "Ich gehe kurz nach Hause und hole ein Seil. Vielleicht brauchen wir das. Du bleibst hier und wartest auf mich."
An Jasper gerichtet fuhr er fort: "Du passt auf, okay?"
Der Hund ließ ein leises Bellen hören, wedelte mit dem Schwanz, lief auf die Frau zu und beschnüffelte das neue Wesen, welches er nun bewachen sollte, neugierig.
"Du kannst ihn gerne streicheln", erklärte Luca der jungen Frau — diesmal zuversichtlicher.
"Er kann davon nie genug bekommen und vielleicht lenkt das einen Moment ab."
Er ließ ihr keine Zeit zur Widerrede und lief los. Sein Glück, ob er einer Diskussion mit einer panischen Frau darüber, wie in einer solcher Situation vorzugehen sei, gewachsen war, wollte er lieber nicht auf die Probe stellen.
Unterwegs rief er Marc an, der offenbar bereits für heute nicht mehr vorgehabt hatte, das Haus zu verlassen.
"Ich weiß, dass es schon spät ist, aber wir könnten evtl. deine Hilfe gebrauchen. Ich erklär dir alles vor Ort. Fahr in Richtung meines Hauses. Ich schick dir dann meinen Standort, wenn ich da bin."
Einen kurzen Augenblick später war er mit dem Seil auch schon wieder auf dem Rückweg. Und wirklich: Die Frau hatte sich zu Jasper hingekniet, streichelte ihn und redete auf ihn ein. Jasper sah an ihr vorbei.
"Er lässt sich gerne streicheln und auch wenn er viel von dem versteht, was man ihm sagt, hat er seinen eigenen Kopf", kommentierte Luca.
Sofort war sie wieder auf den Beinen, wie aus einer Trance erwacht, und im selben Moment war auch die Panik wieder da. Die ruckartige Bewegung ließ den Hund zurückschrecken.
Lucas "Wir können los" kam ihm überflüssig vor, sobald er es ausgesprochen hatte. Sie lief los und er versuchte, mit ihr Schritt zu halten; für seinen vierbeinigen Begleiter war das allerdings ein Kinderspiel. Nach etwa zehn Minuten erreichten sie das Moor. Ihr Freund war mittlerweile auch schon bis zu den Knien eingesunken und der Hund kläffte wie am Spieß, was sich mit einem Winseln abwechselte, welches man durch den ganzen Wald hören konnte.
Luca warf dem anderen Hundebesitzer das Seil zu. Dieser ergriff es, ließ sich nach vorne auf den Bauch sacken und versuchte mit aller Kraft, sein Bein freizubekommen, ohne dabei mit dem Oberkörper einzusinken. Er sah aus wie ein zappelnder Fisch auf dem Trockenen. Seine Freundin konnte dies nicht mit ansehen und wollte ihm zur Hilfe eilen, doch Luca hielt sie mühsam zurück.
"Du kannst ihm jetzt nicht helfen! Sonst sackst du auch noch ein. Was meinst du, warum ich das Seil mitgenommen habe? Sonst muss ich euch noch alle drei retten. Du hilfst deinem Freund damit nicht!", schrie er sie an.
Jasper legte die Ohren an und war ganz still geworden. Er saß einfach nur stocksteif da. Mittlerweile hatte es der Freund geschafft, seine Beine aus dem Schlamm zu befreien und das Seil um den Bauch zu binden. Vorsichtig robbte er auf seinen Hund zu, wartete manchmal, um zu prüfen, ob der Boden unter ihm nach gab. Schließlich hatte er ihn erreicht. Den zappelnden Hund zu beruhigen und aus dem Schlick zu ziehen, gestaltete sich alles andere als einfach, aber schließlich hatte er auch damit Erfolg.
Als er sich jedoch drehen wollte, führte seine Paddelbewegung mit Armen und Beinen sowie die Verlagerung seines Gewichts komplett auf seinen Unterbauch dazu, dass er sich spiralförmig in den weichen Untergrund eingrub.
Luca zog an dem Seil; die Frau stand nur vor Panik schreiend daneben. Aber alles, was er erreichte, war, dass der Mann nicht weiter einsank. Da wurde die Fläche auf einmal hell beleuchtet. Es waren Scheinwerfer eines Jeeps — der Jeep von Marc. Er sprang heraus und zog sofort mit am Seil. Das Geschehen hatte wohl nun auch die Frau dazu veranlasst, ihr Schreien einzustellen und am Seil mit anzupacken.
Allerdings geriet Marc schnell ins Schwitzen und sie hatten den Mann am anderen Ende kaum bewegt. Da ließ Marc vorsichtig das Seil los und lief zum Wagen zurück.
"Ich habe eine bessere Idee", setzte er die beiden in Kenntnis.
Er fuhr vorsichtig den Wagen an sie heran, bis Luca ihm mit einem Zeichen zu verstehen gab, dass er stoppen sollte, da der Boden an dieser Stelle bereits matschig wurde. Sie befestigten das Seil an der Anhängekupplung und Marc fuhr langsam in die Gegenrichtung. So schafften sie es schließlich, den Mann mit dem Hund in den Armen, der währenddessen kurzerhand auf seinen Rücken stieg, aus der Gefahrenzone zu ziehen.
"Sei du selbst. Alles andere wirst du eh verkacken" — Marie Meimberg

Re: Finding me

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Re: Finding me

Beitragvon Zuri » 09 Aug 2018, 15:22

Wir haben auch gleich noch ein Doppeljubiläum! Die Geschichte hat das zehnte Kapitel und ich 2000 Beiträge.

+o+o+o+

Finding me
PART 10

"Du siehst aus, als seist du beim Tough Mudder gewesen, Phil", lachte die Frau, als die beiden Geretteten sich aus der gegenseitigen Umarmung gelöst hatten.
"Ach, ich seh mich eher als Tyler-Joseph-Imitator", erwiderte Phil ebenfalls lachend. Dann drehten sich die beiden zu ihrem Retter um, der die Szene mit seinem besten Freund, der nun hinzugetreten war, beobachtete.
Die beiden Hunde beschnupperten und beäugten sich neugierig. Es war zu erkennen, dass sie sich sympathisch fanden. Der andere Hund war ein Drahthaar-Foxterrier und ein bisschen jünger als Jasper. Die zwei fiepten freudig und schienen sogar fast zu grinsen. Sie liefen dann, gemeinsam die nahe Umgebung erkundend, umher.
"Tschuldigung, wir haben euch total vergessen", entschuldigte sich die Frau. "Ich bin Marie und das ist Phil", erklärte sie freudestrahlend. "Vielen, vielen Dank! Wenn ihr nicht gewesen wärt…"
"Keine Ursache. Ist doch selbstverständlich, Leuten in Not zu helfen", entgegnete Luca.
Marc wandte sich an Phil. "Und du bist Fan von Twenty-One-Pilots?"
"Oh ja, die sind mega."
"Wenn du unser Wohnzimmer sehen würdest, würdest du das nicht mehr fragen", grinste Marie.
Sie standen noch eine Weile dort und hielten Smalltalk. Inzwischen war es dunkel geworden. Dann meinte Marie: "So, ich glaub, wir müssen dann mal. Mein Freund und unser Hund können zu Hause erst einmal eine Dusche vertragen." Sie wandte sich an ihren Freund: "Es sei denn, du willst dich nicht mehr waschen, damit du weiterhin wie Tyler Joseph aussiehst… Das hätte ich allerdings nicht so gerne." An Luca gerichtet, fuhr sie fort: "Danke nochmal, ihr beiden! War auch schön, mit euch zu reden. Lasst uns noch mal treffen, wenn wir alle gewaschen sind und es hell ist. Schreib uns mal deine Nummer auf. Nimm aber besser meinen Arm. Phils… Tylers eignet sich gerade, glaube ich, nicht so dafür."
Luca schrieb ihr seine Handynummer auf den Arm, den sie ihm reichte. Dann verabschiedeten sie sich, Phil und Marie küssten sich und gingen dann eng umschlungen auf die Zivilisation zu.

+o+o+o+

Sie hatten sich auf einen Termin in der darauffolgenden Woche geeinigt und wollten sich in einem Café treffen, von dem Marie sehr schwärmte.
Zwei Tage vor dem Treffen rief Marc Luca an. Er hatte am Tag, an dem das Treffen stattfinden sollte, keine Zeit, da sich für ihn spontan ein Date ergeben hatte. Luca überlegte, wann er seine letzte Freundin gehabt hatte — das war schon ein paar Jahre her.
Luca war zuerst im Café. Es sah nach einer guten Wahl von Marie aus: Die Lokalität war klein und wirkte sehr freundlich. Ein Blick auf die Speisekarte verriet Luca, dass sie hauptsächlich Desserts servierten. Ganz oben auf der Karte, noch über Kaffee und Tee, fanden sich Heiße Schokolade und Chai Latte. Auch die Bedienung, die ihn an den von Phil reservierten Platz brachte, war sehr nett und duzte alle Gäste.
Dann trafen die anderen Gäste ein. Sowohl Marie als auch Phil waren besser gekleidet als vor ein paar Tagen im Wald. Marie trug ein weiß gepunktetes ansonsten rotes Kleid und, auch wenn dieses Muster generell etwas aus der Mode gekommen war, stand es ihr. Phil hatte heute ein lachsfarbenes Jaspéshirt angezogen — ein Ausdruck, den Luca auch erst vor ein paar Wochen gelernt hatte.

An jenem Tag hatte Marc sich ein neues T-Shirt gekauft und Luca gezeigt. Als Luca beiläufig meinte "Schönes T-Shirt. Steht dir", beschwerte sich Marc gespielt: "Das ist nicht irgendein T-Shirt; das ist ein Jaspéshirt!"
"Ein was?", wunderte Luca sich, bis sein Freund ihn aufklärte.

Sie begrüßten sich und nahmen wieder Platz.
Wenig später kam die Bedienung, um ihre Bestellung aufzunehmen.
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Re: Finding me

Beitragvon Zuri » 03 Nov 2018, 06:40

Ganz herzlichen Dank für diesen Part an Arokh, der einen Großteil davon geschrieben hat, weil er sich mit den Hobbies von Marie und Phil weitaus besser auskennt als ich. Also alles Lob an ihn und die Kritik wie gewohnt an mich ;-)

+o+o+o+

Finding me
PART 11

Da ihm nun einfach nichts Gescheites einfallen wollte und er eine peinliche Stille gleich zu Anfang ihres Treffens befürchtete, ließ Luca seinen Blick durch das Café schweifen. Er bemerkte eine Gruppe Jugendlicher, bei denen sein Blick haften blieb. Einer der Jungs trug ein Shirt, das mit einer von Lucas Lieblingsszenen aus dem Remake des ersten Teils der Buchverfilmung von Eragon, welcher vor einigen Wochen in die Kinos kam, bedruckt war. Das Motiv zeigte die junge Drachendame Saphira bei ihrem beeindruckend in Szene gesetzten ersten Flug. Ein verträumtes Lächeln stahl sich auf Lucas Gesicht, was nicht unbemerkt blieb.
Marie folgte seinem Blick, zog die richtigen Schlüsse und fragte Luca frei heraus: „Hast du die Neuverfilmung von Eragon gesehen?“
Luca, der sich einen Moment ertappt fühlte, richtete seine Aufmerksamkeit wieder auf seine beiden Begleiter. „Oh ja, allerdings — schon zwei Mal“, sagte er grinsend. „Ich muss zugeben, ich bin ein Fan der Buchreihe. Als sie vor zwei Jahren ankündigten, anlässlich des Erscheinens eines fünften Bandes eine Neuauflage des Films von 2006 zu bringen, war ich ja eher skeptisch, aber…“
„…aber dieser hier stellt den weit in den Schatten, was?“, kam Marie ihm lachend zuvor.
Phil beugte sich etwas vor, als er gestand: „Wir haben den Film vor zwei Wochen erst gesehen und ich muss sagen, der hat mir echt gut gefallen.“
Marie fügt hinzu: "Dann kennen wir ja wohl auch beide den miesen Mist, den die uns damals verkaufen wollten. Diesmal haben sie wirklich alles richtig gemacht.“
„Steht Ihr auf solche Filme?“, wollte Luca wissen.
„Oh ja, ich liebe Fantasy!“, erwiderte Marie begeistert, "Meistens kann ich Phil da nicht so für begeistern, aber diesmal war er auch hin und weg."
Luca spürte beinahe sofort, dass die drei hier auf einer Wellenlänge waren. Es lag das gewisse Etwas in der Luft und so beschloss er auszuloten, wie weit sie dabei kommen würden. „Den ersten Eragon habe ich damals noch als Junge gesehen. Da kannte ich die Bücher schon und war ziemlich enttäuscht. Umso schöner, dass die Macher 15 Jahre später was dazugelernt haben“, griff er das Thema wieder auf.
„Wusstest Du, dass sie für den Hauptdarsteller sogar 'nen Deutschen genommen haben?“, warf Phil ein.
„Ja, Tilman Döbler. Ich hatte zwar vorher noch nie von dem gehört, aber er macht seine Sache sehr gut, bringt den Charakter glaubwürdig rüber und hält sich sehr nahe an der Vorlage.“
"Der ist sogar in dem Jahr geboren, als der alte Film rauskam", ergänzte Phils Freundin.

Am Fenster des Cafés kam gerade ein Fahrradfahrer vorbei, welcher von einem größeren Hund — dem Anschein nach eine Art Husky — begleitet wurde. Phils Gesicht hellte sich deutlich auf, als er mit einer nicht zu überhörenden Spur Begeisterung Luca fragte: „Hey, kennst Du Bikejöring?“
„Bike…was?“
„Bikejöring. Hast Du also noch nicht gehört.“
„Nein. Was soll das sein?“
Phil war offenbar augenblicklich in seinem Element, als er Luca, der interessiert zuhörte, erklärte, was es mit dieser Hundesportart auf sich hatte. Er beschrieb ihm, dass der Hund mittels eines speziellen Geschirrs über eine elastisch gedämpfte Leine mit dem Fahrrad verbunden wird und vor dem Rad läuft. Nun bedürfe es anfangs zwar ein bisschen Übung mit den entsprechenden Kommandos und der Koordination — und je nach Hund auch eine gute Portion Geduld — doch das würde sich auszahlen, erklärte Phil ihm. „Niklas hat das recht schnell begriffen. Und da er auch noch so ein lauffreudiger Kerl ist, habe ich da genau das Richtige für ihn gefunden.“
Luca fragte sich, ob das nicht auch was für Jasper wäre. „Und ein einfaches Haltegeschirr kann man dafür nicht nehmen?“, wollte er wissen.
„Nein, bloß nicht“, wehrte Phil ab. „Um die Nacken- und Rückenmuskulatur zu schonen, muss es schon ein extra für diesen Zweck angefertigtes Geschirr sein. Leider machen das einige Möchtegerns immer wieder falsch.“ Er schmunzelte, als ihm eine Idee kam. „Kannst du dir das mit Jasper auch vorstellen? Wenn ihr Lust habt… Ich habe noch ein Ersatzgeschirr daheim, das sollte Jasper eigentlich passen.“
„Ja klar, warum nicht?“ Luca fand das eine tolle Idee und freute sich über die Gelegenheit, seinem vierbeinigen Freund mal eine ordentliche Abwechslung bieten zu können.

+o+o+o+

Wenige Minuten nachdem Luca wieder zuhause war, klingelte sein Handy. Phil war dran.

"Hey Luca."
"Hey Phil, na? Vermisst ihr mich beide schon?"
"Nein, das nicht. Aber das war schon ein sehr schönes Treffen mit dir. Hat uns beiden gefallen. Ich hab dir übrigens mal ein Video vom Bikejöring geschickt. Da hab ich Marie mit Niklas und Lotta gefilmt."
"Cool, danke."
"Da gibt es noch was anderes, über das ich mit dir reden wollte."
"Ich hoffe, nichts Schlimmes."
"Nein, ganz im Gegenteil!", lachte Phil. "Ich werde Marie nächste Woche einen Heiratsantrag machen."
"Wow, okay, das ist toll. Freut mich für euch."
"Also du findest das passend? Okay, das ist gut."
"Du, ich kenn euch erst seit ein paar Tagen. Ich bin da echt der Falsche, um das zu beurteilen. Aber ihr seht glücklich aus — und wenn der Schein nicht trügt — warum nicht?"
"Okay, danke."
Einen Moment lang lächelte Luca vor sich hin.
"Um nochmal auf das Bikejöring zurückzukommen", erklärte Phil, "Ich hab wie gesagt noch ein Ersatzgeschirr. Das kann Jasper gerne haben, wenn ihr das mal ausprobieren wollt. Schau dir einfach das Video an und wenn du nächsten Samstag Zeit und Lust hast, sag einfach Bescheid."

+o+o+o+

"Hey! Cool, dass du es dir überlegt hast", freute sich Phil und umarmte ihn kurz. "Marie ist da vorne und legt Niklas schon das Geschirr an." Er kramte in seinem Trekkingrucksack, der auf einer Holzbank gestanden hatte, auf der er vor kurzem, bis Luca eingetroffen war, gesessen hatte, herum und überreichte seinem neugewonnenen Freund, wie versprochen, das Ersatzgeschirr für Jasper. Luca ging hinüber zu Marie und Niklas. Bei ihr stand noch eine andere Frau mit Hund. Auch Marie zog ihn in eine kurze Umarmung.
"Hey, ihr beiden. Lotta ist schon startbereit. Sie ist die Hündin von Caro." Marie deutete auf die Luca bisher unbekannte Frau neben ihr, welche freundlich lächelte und ihm die Hand entgegenstreckte.
"Hi", meinte Caro.
"Lotta hast du schon im Video gesehen, das ich dir geschickt habe", erklärte Phil, der hinzugetreten war. "Ich zeig euch beiden jetzt mal an Niklas, wie ihr das macht."
Er fing an, Niklas das Geschirr umzubinden.
Entgegen Phils Erwartung machte Jasper bereits Anstalten, es Niklas gleich zu tun und wollte in das Geschirr, welches sein Herrchen in der Hand hielt. Damit sich sein vierbeiniger Freund in seiner nur schwierig bremsbaren Euphorie nicht verhedderte, hielt Luca ihm das Geschirr so hin, dass er es ihm anlegen konnte.
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Re: Finding me

Beitragvon Zuri » 24 Dez 2018, 05:55

Frohe Weihnachten, ihr lieben! Warten musstet ihr lange genug; jetzt geht es weiter. Wahrscheinlich werde ich in diesem Jahr nichts mehr posten, deshalb auch gleich einen guten Rutsch.

+o+o+o+

"Wird das jetzt zur Gewohnheit?", fragte Luca, während er ein Handy aus der Tasche kramte und nebenbei versuchte, Schuhe und Jacke loszuwerden. Das Handydisplay informierte ihn, dass Phil der Anrufer war. Er hatte Phil bei der Verabschiedung vor einer knappen Stunde noch "Viel Glück" ins Ohr geflüstert und ihm auf die Schulter geklopft.

Das Bikejöring hatte Niklas viel Spaß bereitet. Luca fand es interessant, diese neue Art der Teamarbeit mit Jasper kennenzulernen. Wirklich erschöpfen konnte man Jasper aber nicht damit. Er war immer noch ein bisschen aufgedreht davon. Wahrscheinlich würden sie das jetzt häufiger machen. Phil hatte angeboten, dass, wenn sie das die nächsten Male weiterhin zusammen machen würden, er erst einmal weiter das Ersatzgeschirr benutzen könne, bis er sich sicher war und sich selbst eines kaufen wolle.

Er nahm ab.

"Hi Phil"
"Hey… Luca"
"Wie ist es gelaufen? Gut? Deine Stimme klingt seltsam. Hat sie 'Nein' gesagt?"
"Ja... Nein... Wir heiraten nicht. Aber nicht ihretwegen."
"Deinetwegen? Hast du sie nicht gefragt? Aber habt ihr nicht geredet?"
"Schon…", druckste Phil herum. "Hör zu: Ich hab mich getrennt. Wir haben uns getrennt."
"Was? Jetzt verstehe ich gar nichts mehr. Du wolltest doch… Warum?"
"Ja, das klingt seltsam", gestand der Anrufer.
"Vor einer Woche hätte ich mir das selbst auch noch nicht geglaubt. Ich versteh's ja jetzt nicht mal ganz. Es fühlt sich einfach richtiger an. Heiraten wäre falsch gewesen — da bin ich mir sicher."
"Aber ihr wart doch glücklich. Warum der plötzliche Umschwung?"
"Ich denke, Marie und ich haben uns lange was vorgemacht. Wir haben die Beziehung wie eine routinierte Pflichtveranstaltung geführt. Da alles lief, haben wir das auch nie infrage gestellt. Aber das Feuer ist aus. Wir lieben uns nicht mehr. Wir haben uns auseinandergelebt. Den einzigen, den unsere Beziehung noch Freude bereitet hat, waren andere."
Er verstummte einen Moment, als müsse er durchatmen und seine Gedanken ordnen. Dann sprach er weiter.
"Als ich dann den Antrag geplant hab, hab ich mich damit total unter Druck gesetzt. Da hab ich dann angefangen, das zu hinterfragen. Warum haben wir das so lange nicht gemerkt? Ich meine, es muss doch auch Anzeichen gegeben haben…"
"Wie geht es dir jetzt damit?", fragte Luca.
Das fragte man doch so, oder?

"Ja, ich bin ein bisschen durch den Wind. Aber die Gewissheit, das Richtige getan zu haben, hilft."
"Und Marie?"
"Sie sieht das genauso. Sie hatte vorher aber auch kaum darüber nachgedacht. Wir haben uns zusammen für die Trennung entschieden. Nicht schön, aber besser so. Freundschaft ist besser für uns beide."
Jetzt wusste Luca nicht, was er sagen sollte.
"Ach ähm, wenn du mit Marie schreiben willst und so — wir gehen uns in nächster Zeit wahrscheinlich ein bisschen aus dem Weg — ich kann dir ihre Nummer geben. Sie ist damit einverstanden."
Es klingelte und Luca ging zur Tür. Davor stand ein Briefträger, der ihm einen Brief ohne Absender in die Hand drückte. Er öffnete den Brief, während Phil weitersprach.
"Bikejöring können wir natürlich zusammen weitermachen, wenn das für dich okay ist."
"Klar", erwiderte Luca abgelenkt.

  Hol das Buch und öffne es.

Diese sechs Worte waren das winzige, was auf dem Zettel stand, der sich im Briefumschlag befand. Also ging Luca mit seinem Handy in den Keller, wo er das Buch vermutete, welches er vor Jahren auf mysteriöse Weise erhalten hatte. Es war nichts besonderes an dem Buch, außer dass es nahezu leer war. Was sollte sonst mit "das Buch" gemeint sein? Aber warum jetzt? Er hatte die ganze Zeit keinen einzigen Gedanken daran verschwendet. Was sollte nach all den Jahren mit einem nahezu leeren Buch schon sein?
Er schlug es auf und es war… beschrieben.
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Re: Finding me

Beitragvon Zuri » 18 Mär 2019, 00:28

Nach sehr langer Zeit melde ich mich jetzt im neuen Jahr zurück. Ich hab zwar eine Reihe von Kapiteln vorgeschrieben, kam aber noch nicht dazu, noch einmal drüberzuschauen und die durchzugehen. Keine Ahnung, ob noch jemand mitliest, aber ich hab vor, die Kapitel, so lange noch welche in der Pipeline sind, wieder häufiger zu veröffentlichen. Da ich gerade beruflich in Alaska bin, weiß ich noch nicht, wie schnell es mit dem Schreiben weitergeht, wenn ich alles veröffentlich habe, was ich bisher schon handschriftlich habe. Jedenfalls will ich euch nicht wieder bis ins nächste Jahr hinein warten lassen. Ist zwar ein kurzes Kapitel, aber zumindest ein Anfang.

+o+o+o+

Sie waren das absolute Traumpaar - sie selbst waren in dem Glauben, den perfekten Partner gefunden zu haben. Einer Hochzeit stand somit nichts im Wege und so wurde von Phil alles für den Antrag vorbereitet. 

Ging es da etwa...? Konnte das sein? Das war bestimmt nur Zufall. Wie viele Menschen hießen schon Phil? Und sicherlich war dieser nicht der Einzige, der auf die Idee kam, seine Freundin zu heiraten. Vor allem: Wer wusste überhaupt davon? Da müsste dieser Jemand ziemlich schnell reagiert haben, das Ganze aufzuschreiben.

Aber es sollte anders kommen: Die Beziehung stellte sich jedoch als nicht so glücklich heraus wie allerseits gedacht. Die Sache nahm eine ebenso unerwartet Wendung und der Antrag endete im Gegenteil: Der Trennung. 

Das kam ihm doch bekannt vor! Aber wer hatte das geschrieben? Das Buch war leer gewesen und wer hatte ihm den Brief geschrieben? War es dieselbe Person gewesen? Vielleicht sogar dieselbe Person, die ihn vor Jahren auf Schnitzeljagd geschickt hatte?

Er blätterte ein paar Seiten weiter und las die Zeilen, die dort standen.

Das Gefühl, welches ihr neues Leben erfüllte, war vor allem diese eine: richtig.
Es fühlte sich einfach richtig an, obwohl sie sich gerade getrennt hatten, fühlte es sich wie eine neue Liebe an: Die Liebe zur Selbstehrlichkeit, die Liebe, genau so zu leben, wie es einem gut tat und nicht, was nur danach aussah. 

"Krass", meinte Marc, als ihm Luca am nächsten Tag davon erzählte. Mehr fiel ihm offenbar nicht dazu ein. Nach einem Moment hatte er sich dann so weit gesammelt, die Geschichte zu hinterfragen.
"Und du bist sicher, dass das Buch nur mega spannend ist und du dich da hinein steigerst? Oder bist du darüber eingeschlafen und hast es nur geträumt. Jetzt sag nicht, du bist'n Psycho und fantasierst dir das alles nur zusammen, aber hältst es für wahr!"
Luca reichte ihm das Buch.
"Das ist das Buch, was wir vor ein paar Jahren bei der Schnitzeljagd gefunden haben, oder?"
"Ja, das ist es", bestätigte sein Kumpel.
"Und die Seiten waren leer, richtig?"
"Bis auf das Inhaltsverzeichnis, ja"
"Also glaubst du mir jetzt?"
"Okay, Alter. Ist ja gut, ich glaube dir. Auch wenn's ziemlich psycho ist."
"Das Buch sagt auch, dass sie wieder Freunde werden und es auch bleiben", erklärte Luca, während Marc weiter im Buch herumblätterte. Das ist noch gar nicht passiert. Also wird das noch passieren? Aber warum ist dann...?
"So wie das hier?", fragte sein Kumpel und deutete auf eine aufgeschlagene Seite im Buch. 

"Das war gestern noch nicht da", wunderte sich Luca.

Der Rum floss durch seine Venen und ein Gefühl der Glückseligkeit breitete sich in ihm aus. Er schloss die Augen, ließ sich nach hinten sinken und schlief augenblicklich ein.
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Re: Finding me

Beitragvon Zuri » 27 Mär 2019, 23:14

Teil 14
2033

Er verabschiedete sich von Marie. Sie waren im selben Café wie vor elf Jahren. Letztens war er mit den beiden beim Bikejöring gewesen. Phil hatte Niklas behalten. Auch wenn es Marie nicht leichter gefallen war, sich von ihrem gemeinsamen Hund zu trennen, funktionierte es besser als wenn sie ihn genommen hätte. Manchmal führte sie den Vierbeiner aus oder kam zum Bikejöring, wenn Phil oder Luca sie dazu einlud. Für die beiden Männer war es nun ein monatlicher Sport geworden. Alles in allem hatte der unbekannte Autor recht behalten mit dem, wie es mit Marie und Phil weiterging.

Es war spät geworden. Normalerweise war er nur nachmittags hier. Andere Cafés schlossen um diese Uhrzeit. Nicht so dieses. Das einzige, was sich änderte war der Wechsel der Tresenkraft, und nach und nach gingen die Bedienungen nach Hause. Aus dem Café wurde im fliegenden Wechsel eine Bar. Er stand nicht besonders darauf, in Bars zu gehen, aber nun war er schon einmal hier. Und als er sah, dass eine Jazzband ihre Instrumente im hinteren Teil der Bar aufbaute, beschloss er, noch etwas zu bleiben.

Die Band spielte entspannt im Hintergrund, sodass sich die Leute um Luca herum noch gut unterhalten konnten. Er bestellte einen Cuba Libre und der Barkeeper machte sich an die Arbeit.

"Ganz alleine hier? Keine Angst, ich gehöre nicht zu denen... weißt schon." sprach ihn ein Mann an, der bereits eindeutig mehr Promille hatte als Luca — sogar mehr als er an diesem Abend überhaupt zu trinken gedachte.

"Bis eben nicht." Er wusste nicht, wie er darauf reagieren sollte.

Trotz seiner Angetrunkenheit wirkte der Mann als könne er recht klare Gedanken fassen. "Ich hatte gerade einen interessanten Gedanken. Vielleicht willst du ihn hören."

Anstatt diese Annahme zu überprüfen, erzählte er einfach weiter. "Weißt du, was eklig ist? Tigerhaibabys kämpfen im Bauch von der Mutter gegen'nander bis alle bis auf eines tot sind. Wusstest du das schon? Ist doch eklig, oder Mann?"
"Ja", musste Luca zugeben "keine schöne Vorstellung."

Was wollte der Typ von ihm?
"Ich hatte heute voll die geniale Geschäftsidee. Komm lass uns mal da rüber setzten." Er legte Luca die Hand auf den Rücken und schob ihn zu einem Tisch in einer Nische.
"So hört nicht jeder meine Idee mit.", erklärte Lucas betrunkener Gesprächspartner.
"Warum vertraust du mir? Denkst du, ich wäre jemand, den du kennst?", fragte Luca.
"Nein, ich vertraue dir einfach. Du siehst vertrauenswürdig aus. Ich weiß einfach, dass du's nicht weitererzählst."
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Re: Finding me

Beitragvon Zuri » 03 Apr 2019, 07:22

Er lehnte sich zurück und begann zu erzählen.

"Die Idee kam mir, als ich auf Facebook war und mir mal Profile von Freunden angesehen habe. Eigentlich ist sie eine logische Konsequenz: Bots, die automatisch deine Timeline füllen." 

"Das gibt es doch schon. Wenn du zum Beispiel auf YouTube ein Video in eine Playlist packst, wird das doch schon seit Jahrzehnten getwittert." 
"Ach, das ist doch ein alter Hut! Der Bot gibt sich als du aus und kann auch mit deinen Freunden chatten!"
"Also ein Fakeaccount."
"Nein, er imitiert dich."
"Identitätsdiebstahl."
"Nicht, wenn du es erlaubst."
"Warum sollte ich das tun?"
"Die Kids von heute ticken nun mal so. Das hat für die nur Vorteile. Die verbringen eh schon viel zu viel Zeit im Netz und so haben sie wieder mehr für andere Sachen. Und warum soll man ständig alles nacherzählen? Die App wäre quasi dein Schatten, übernimmt aber das Weitergeben für dich."
"Das öffnet doch Datenklau und Datenhandel Tür und Tor. Werden wir nicht schon genug überwacht?" 
"Ach was! Das interessiert die doch gar nicht. Und warum soll ich denen mit dieser App nicht das geben, was sie brauchen?"

Er stand auf.
"Ich hol mir noch einen. Für dich nochmal 'n Cuba Libre?"
"Okay, einen noch", stimmte Luca zu.

Ihm war immer noch nicht ganz klar, warum der Typ gerade an ihm einen Narren gefressen hatte. Er bezweifelte, dass er dem Typen von Nutzen sein konnte und interessieren tat ihn die App auch nicht so sehr. 

"Ich glaube,", leitete sein Gesprächspartner das Gespräch wieder ein," dass die lästige DSGVO eh bald unter EU-Ratspräsident Müller-Böhm gekippt wird." 
Luca sagte nichts dazu. Wahrscheinlich hörte der Typ sich auch selbst gerne reden, solange ihm jemand zuhörte, damit es nicht wie Selbstgespräche aussah.
"Diese App ist viel mehr als bloßes Posten von Statusupdates. Du übersiehst das revolutionäre daran. Das alles wäre ja sonst vor Jahren schon möglich geworden.
Diese App ist Tagebuch und Freundschaftspflegeset in einem: Sie kennt deine Gefühle, weiß, was für dich wichtig ist und was nicht, was welche Freunde interessiert und was du mit ihnen teilen willst. Sie lernt, wie du zu sein. Du musst dich um nichts mehr kümmern." 
"Aber warum ich?", wollte Luca wissen. "Ich bin kein Informatiker oder so. Ich kann dir nicht bei der Umsetzung helfen."
"Ich bin auch keiner. Aber darum hab ich dich auch gar nicht angesprochen. Wenn du einer wärst, würdest du mir vielleicht noch die Idee klauen", war die Antwort seines Gesprächspartners.
Ob das was werden würde? Nahezu alle fünf Minuten erfand irgendjemand irgendeine App. Erfolgreich wurden die wenigsten damit. Und ganz ehrlich: Das was der Typ sich da vorstellte, war schon ein bisschen creepy. Dann konnte man sich selbst ja gleich ganz abschaffen.
Aber das sprach Luca natürlich nicht laut aus. Stattdessen sagte er nur: "Okay."
"Vielleicht bist du ein bisschen skeptisch", meinte der andere dann, der bemerkte, dass mehr hinter dem Wort steckte. "Das wäre ich auch, wenn mich ein Fremder anquatscht, der betrunken ist. Vielleicht sollten wir uns nochmal treffen, wenn ich nüchtern bin."
Er schob ihm ein Bierdeckel rüber. Schreib mir einfach deine Nummer auf und ich ruf dich dann an."
Eigentlich gab er Fremden nicht einfach seine Nummer. Schon gar nicht solchen, die er nicht sympatisch fand. Aber irgendetwas war speziell an dem Typen. Er hatte eine gute Stunde investiert, um an seine Nummer zu gelangen und ihm an seinen Gedanken teilhaben zu lassen. 
Luca erhob und verabschiedete sich. Dann wollte er zahlen gehen, doch sein Gesprächspartner rief: "Das geht auf meine Rechnung!"
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Re: Finding me

Beitragvon Zuri » 08 Apr 2019, 04:00

Finding Me
Teil 16

"Okay, der ist komisch", stellte sein bester Freund fest.
"Ja, das hab ich mir auch gedacht. Aber ich hab ihm trotzdem zugehört."
"Und der wollte dich wirklich nur volllabern?"
Marc war skeptisch.
"Wenn er damit besonders junge Leute dazu bringt, weniger Zeit in sozialen Netzwerken zu verbringen, ist das doch gar nicht so schlecht. Es meckern doch eh immer alle, dass die Smombies das den ganzen Tag lang machen"
"Schon, aber überleg doch mal", widersprach Luca, "denk an den Datenschutz: Was da alles für Daten gesammelt werden müssen, um authentisch zu wirken. Und wie will man dann noch unterscheiden, ob man wirklich mit der Person schreibt oder dem Bot?"
"Hmmm... Hast schon recht. Andererseits funktioniert machine learning eben mit großen Datenmengen und immer auch einem persönlichen Touch. Und solltest du mal einen tödlichen Unfall haben, hast du immerhin ein medizinisches Notfallhologramm. Das macht dich in gewisser Weise unsterblich."

"Cool, aber Robert Picaros Version finde ich dann allerdings auf Dauer etwas nervig. Mir sind dann doch die Gemälde wie von den Schulleitern aus Harry Potter lieber."
"Wobei da ja eher Horkruxe Unsterblichkeit versprechen. Oder der Stein der Weisen."
"Beides wurde in den Neunzigern zerstört. Also keine allzu sichere Methode."
"So gesehen hat dann ja Davey Jones mit Kalypso auch einen Horkrux hergestellt."
"Aber selbst wenn man unsterblich ist, ist man erstens nicht unverwundbar - dafür müsste man schon ein kugelsicherer Mönch sein - und zweitens geht man im dritten Zeitalter dann eh in die Unsterblichen Lande."
"Aber abgesehen von J. K. Rowlings Worten 'We've all magic inside us' befinden wir uns immer noch in einer — zugegeben manchmal langweiligen — Realität ohne Magie — nur mit Technik."
"Fast ohne sowas wie Magie.", korrigierte ihn Luca.

Marc schaute ihn verwundert an; wusste nicht, worauf Luca hinaus wollte.
"Das Buch. Ich versteh zwar nicht, warum es immer nur in so großen Abständen aktiv wird, aber normal ist das Buch sicherlich nicht. "
Auf einmal wurde Marc hellhörig.
"Das Buch? Nicht normal? Luca, kannst du mal das Buch herholen?
Luca tat, wie ihm geheißen, auch wenn nun er derjenige war, der nicht hinter die Intentionen seines Freundes kam.

"Was erwartest du dort zu finden?", fragte er deshalb.
"Das komische Typ aus der Bar. Vielleicht ist der Teil der Buchsache. So wie Phil und Marie. Das würde ins Muster passen."
"Es passt so wenig zusammen, da würde ich nicht von einem Muster sprechen. Aber du könntest recht haben."

Er schlug das Buch auf. Etwas enttäuscht teilte er seinem Freund mit: "Es steht nicht mehr drin, als beim letzten Mal."
"Hmmm", machte Marc. "Es kann ja auch nicht alles, was merkwürdig ist, mit diesem Buch zusammenhängen. Es gibt auch ohne Grund komische Typen da draußen."
"Stimmt. Oh, Connor hat geschrieben. Er will sich morgen nochmal mit mir treffen."
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Re: Finding me

Beitragvon Zuri » 13 Apr 2019, 04:51

Finding me
Teil 17

"Nun, ich hoffe, du wirst feststellen, dass ich noch mehr bin, als ein betrunkener Unternehmer, der nachts unbekannte Barbesucher anquatscht und sie ungefragt an seinen Geistesblitzen teilhaben lässt — oder Hirngespinsten, wie man's nimmt."

Doug schien wirklich Angst zu haben, dass es zu einer Gesprächspause kam. Das war vielleicht auch der Grund, warum er ohne Luft zu holen sprach. Fürchtete er die Stille?

"Vielleicht ein bisschen von beidem", erwiderte Luca lachend, als er endlich zu Wort kam. "Manchmal wird das eine für das andere gehalten und umgekehrt. Das muss also nichts heißen. Ich habe eh keine Ahnung davon."
"Das beweist vielleicht mehr Weisheit als die Meinung derer, die meinen, sich eine erlauben zu können." Doug nickte anerkennend.

Die Bedienung nahm ihre Bestellung auf und brachte wenig später den Kuchen, den beide bestellt hatten.

"Und", fragte er zwischen zwei Bissen "Was hast du hier beim letzten Mal gemacht?"
Offenbar war das wieder mehr, um das Gespräch am Laufen zu halten, als erwartete er, etwas wirklich interessantes zu erfahren.

"Ich habe mich mit 'ner Freundin getroffen."
"Eine Freundin oder deine?"
"Nur eine."
"Aber du bist schon..."
"Ja"
"Aber zur Zeit nicht...?"
"Ah, okay"
Als der Moment länger wurde, in dem sie schwiegen, stellte Doug fest, dass er in genau die konventionelle Sackgasse geraten war.
Luca bemerkte, dass Doug einen Augenblick wie geistesabwesend mit der Lippe auf dem Tassenrand verharrte, ohne zu trinken, als würde er sich mit Zähnen und Lippe an die Tasse klammern, auf dass sie ihm Halt bei seinem angestrengten Nachdenken gäbe. Also beschloss Luca, seinen Gesprächspartner zu erlösen.
"Was machst du eigentlich beruflich? Hat das was mit deiner Idee zu tun?"
"Ja und nein... entfernt. Ich arbeite als Sales Manager. Und du wohnst also alleine?"
"Mit meinem Hund genau genommen. Jasper."
"Cool. Welche Rasse?"
"Jasper ist ein Yellow Lab. Ich hab ihn seit er erst ein paar Monate alt war. Er ist ein ganz lieber."
"Lab steht für Labrador?"
"Genau"

"Ah, die empfinde ich auch als sehr angenehme Zeitgenossen."
"Ich hatte mal einen Kurzkopffrosch. Der Vorteil war, dass er immer ziemlich ruhig und pflegeleicht war, sodass ich auch erst spät nach Hause kommen oder ein paar Tage wegbleiben konnte."
"Die gibt es doch so gar nicht bei uns, oder täusche ich mich da? Hab die noch nie in 'ner Zoohandlung gesehen. Kann aber auch was verwechseln."
"Nein, das stimmt schon so. Der kleine Kerl ist bei einer Touristin in den Koffer gekrabbelt und als blinder Passagier im Flugzeug nach Deutschland emigriert. Beim Kofferauspacken war der Schreck für die Frau natürlich groß. Aber ich bin mir sicher, er hat sich damals um einiges mehr erschreckt. Der Flug saß ihm damals noch in den Knochen. Über zehn Stunden eingeschlossen zu sein, ist für ihn nicht schlimm, aber das ständige Durchgeschütteltwerden, der Lärm und die fremdartige Umgebung innerhalb und außerhalb des Koffers haben ihn sehr mitgenommen."
"Und du hast ihm dann Asyl gewährt?"
"Keiner wusste, was man mit ihm machen sollte. Er war total verängstigt. Ich weiß gar nicht mehr genau, wie ich in dieses Gespräch involviert wurde — ich glaube, ich hab es durch Zufall mitbekommen. Na ja, lange Rede, kurzer Sinn: Wir haben uns beide spontan ganz gut mit der Situation arrangiert. Er hat erst kaum etwas gegessen und ist manchmal wie eingefroren im Terrarium sitzen geblieben. Wahrscheinlich wollte er sich damit totstellen oder so tun, als sei er etwas unbewegliches wie ein Ast. An wieder anderen Tagen sah es aus, als würde er zittern und seine Augen weit aufreißen. Das Beben des Körpers kam wohl von seiner gesteigerten Atmungsaktivität — war so etwas ähnliches wie eine Panikattacke."
Luca hörte ihm aufmerksam zu und gab ihm durch entsprechende Laute zu verstehen, dass er dem Gespräch folgte.
"Wusstest du, dass die sehr berührungsempfindlich sind? An den ersten Tagen wären Berührungen womöglich undenkbar gewesen, aber ein paar Tage darauf war das maßgeblich, um die Verbindung aufzubauen, die wir hatten. So hat er überlebt."
"Wow, interessanter Zufall. Und du hast ihn nicht mehr? Also hast du ihn weggegeben oder ..."
"Er ist Anfang des Jahres verstorben. So alt werden die nicht."
"Oh", machte Luca.

Doug warf einen Blick auf die Uhr und sprang auf. "Ich muss jetzt leider los. Ich hab gar nicht darauf geachtet, dass ich jetzt einen Termin habe. Aber keine Angst: Ich zahle das natürlich. Man sieht sich."
Damit war Luca nicht einverstanden. "Ich zahle. Du hast das letzte Mal gezahlt."
"Echt? Hab ich?" Er schien sich ehrlich nicht zu erinnern. "Okay, wenn du willst. Aber du musst nicht. Das ist wirklich kein Problem für mich."
"Nein, das ist schon okay."
"Na dann, danke und man hört sicherlich voneinander. Nummern haben wir ja ausgetauscht."
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Re: Finding me

Beitragvon Zuri » 18 Apr 2019, 00:56

Hallo ihr lieben Leser,

ich weiß, dass es ein paar stille Mitleser gibt. Traut euch, meldet euch an und schreibt mir, was ihr über die Geschichte denkt. Wir beißen nicht. Versprochen! Ich und auch andere Autoren freuen sich sehr über Feedback. Das motiviert uns, auch weiterhin zu posten. Wenn Leute nur still mitlesen, wissen wir immer nicht, ob es sich lohnt, weiter zu posten. Das ist immer schwierig einzuschätzen.

-o-o-o-o-

Finding me
Teil 18

"Ich würde gerne zahlen"
Sein Handy vibrierte. Er hatte eine SMS. Die Nummer war unterdrückt. Heutzutage schicken doch eigentlich nur noch SMS-Werbeorganisationen noch SMS.

"Lieber Luca.
Ich habe mich sehr über deinen Vorschlag gefreut. Komm doch am besten morgen in die Mariannenstraße 8A."

"Wow, jetzt bin ich aber gespannt. Wieder eine demente, alte Witwe mit Kuchen?", überlegte Marc laut.

Sie standen nun vor der Tür der unbekannten Person. Die alte Frau vom letzten Mal war es schon mal nicht. Aber was erwartete sie stattdessen? Würden sie diesmal Antworten erhalten? Würden sie den Sinn des Buches erfahren und wofür sie die ganze Schnitzeljagd gemacht hatten?
Aber was, wenn das eine Falle war?
Aber warum dann der ganze Aufwand? Dann hätte man bereits vorher zuschlagen können.

Die Tür öffnete sich und vor ihnen stand... die Frau aus der Bibliothek. Florentina.

"Schön, euch wieder zusehen!", begrüßte sie sie mit einem warmherzigen Strahlen. "Kommt rein!"
Hatte Luca sich getäuscht oder hatte Florentina gerade zu einer Umarmung angesetzt und sich dann doch anders entschieden?
Sie folgten ihr durch den Flur ins Wohnzimmer. Für ihr Alter, auch wenn sie sicher schon sechzig war und dafür einen sehr fitten Eindruck machte, wirkte die Einrichtung überaus altmodisch, was sich auch in ihrer Kleidung widerspiegelte. Irgendwas war an dieser Frau mit ihrer schier unerschöpflichen Freundlichkeit merkwürdig.
"Wollt ihr was trinken?", erkundigte sich ihre Gastgeberin. "Ich hab mir gerade eine heiße Schokolade gekocht. Wenn ihr wollt, der Topf steht noch auf dem Herd..."
"Jo, ich würd eine nehmen."
"Ich auch."
"Okay, ihr zwei. Ich hole euch welche."

Gleich war es so weit. Sie musste etwas wissen. Warum war sie sonst so geheimnisvoll?

"So", sie stellte die dampfenden Tassen vor ihren Gästen auf dem Couchtisch ab und nahm selbst auf einem der Ohrensessel Platz.

"Ich weiß, warum ihr hier seid", begann sie. "Ihr sollt eure Antworten bekommen. Zumindest auf die Fragen, zu denen ich welche kenne."
"Das Buch...", begann Luca.
"Darüber weiß ich leider nichts. Ich bin da genauso unwissend wie ihr. Aber ich glaube, ich kenne den Besucher."
"Besucher?"
"Du hast ihn doch gesehen, oder?"

"Ich denke schon. Wenn wir von der selben Person sprechen."
"Zeitreise", war sie daraufhin ein.
"Zeitreise?" Luca kam sich wie ein Papagei vor, nur dass er das vorher gesagte etwas anders betonte, um aus dem Punkt ein Fragezeichen zu machen.
Im Radio sang Natasha Bedingfield "Today is where your book begins. The rest is still unwritten." Es erinnerte Luca an ein Lied von Daisy Chain, Refpolk und Kronstadt.
"Ja, Zeitreisen. Ich hab mich mit ihm oft darüber unterhalten. Bis das anfing, hab ich nicht gewusst, dass er es geschafft hat."
"Zeitreisen ist möglich?", fragte Marc verwundert.
"Das widerspricht doch der Relativitätstheorie", pflichtete ihm Luca bei "also so richtig."
"Nach der Stringtheorie sind sie möglich. Nur dass wir uns uneinig waren, ob man die Zeitlinie verändern kann. Ich glaube an den freien Willen und die dem Menschen innewohnende Schöpfungskraft. Daher war ich der Meinung, dass unweigerlich Multiversen erschaffen würden. Möglicherweise hätte das irgendwann eine Instabilität zur Folge. Er glaubte an Schicksal und Vorherbestimmung und war somit überzeugt, dass was auch immer er tat oder unterließ, ohnehin nur die Umstände herbeiführen würde, die für diesen Zeitpunkt vorgesehen waren, also letztendlich die Umstände der Zeitreise selbst. Das waren aber alles nur Theorien. Wir hatten nie Gelegenheit, das gemeinsam zu testen. Und ich habe ihm davon abgeraten. Wir wussten zu wenig. Das war zu gefährlich."

-o-o-o-o-

Frage an euch: Wie ist eure Theorie zu Zeitreisen? Glaubt ihr, dass sie möglich sind oder es in Zukunft sein werden? Wie glaubt ihr, funktioniert Zeitreisen und was glaubt ihr, hat das für Folgen? Glaubt ihr, es ist einfach, Schaden auf Zeitreisen anzurichten oder hat die Natur dagegen schon vorgesorgt? Glaubt ihr, dass es Paralleluniversen/alternierende Realitäten gibt?

Jetzt hab ich mal eine Menge Fragen gestellt, aber fühlt euch ebenso frei auch selbst Theorien aufzustellen und zu spekulieren.
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Re: Finding me

Beitragvon Zuri » 04 Mai 2019, 03:32

Nach nun etwas mehr Leerlauf zwischen den Parts kommt nun der nächste. Ich poste erst einmal in größeren Abständen, da eh nicht so viele lesen.

- o - o - o -

Im Radio sangen Macklemore und Kesha gerade: "Someday soon, your whole life's gonna change. You'll muss the magic of the good old days."
"Wer ist er? Sie...", setzte Luca an.
"Bitte sagt 'du' zu mir", unterbrach ihn Florentina.
"Du hast ihn nie beim Namen genannt."
"Ja, ich weiß. Das hatte ich auch nicht vor. Ich denke, das würde er gerne selbst tun."
"Ich kenne aber niemanden, der Zeitreisen kann."
"Noch nicht."
Luca war verwirrt. Das alles waren nur Andeutungen, aber keine Antworten. "Also du willst uns keine Antworten geben?"
"Manche kenne ich nicht und für manche ist es noch zu früh. Aber wenn ihr nächste Woche um dieselbe Zeit wiederkommt, kann ich dir vielleicht zumindest ein paar Insiderinformationen geben, die euch bei der Schnitzeljagd helfen.

- o - o - o -

Als Florentina Luca diesmal herein bat, spielte im Radio ein Lied, von dem er weder den Titel noch den Interpreten kannte, aber es kam ihm bekannt vor. Er hörte die Worte "Every argument, every word, we can't take back. 'Cause with all that has happened. I think, we both know the way, the story ends."
An diesem Wochenende war Luca ohne Marc dort. Wieder saßen sie beide gemeinsam im Wohnzimmer der antik wirkenden Wohnung der merkwürdigen, aber warmherzigen Frau.
"Zeitreisen ist sehr kompliziert. Zumindest erst einmal, einen Menschen oder einen Gegenstand dazu in die Lage zu versetzten."
"Also eine Zeitmaschine?"
"Mehr oder minder. Aber jetzt nicht unbedingt einen DeLorean, ein Zeitumkehrer oder das Ding von H. G. Wells. Wenn man Zeitreisen so betrachtet, wie unser Besucher, dann ist das auch der schwierigste, da der Rest dann wie auf Schienen oder ein gut geprobtes Theaterstück läuft."

Im Radio setzte der Sänger gerade zum Refrain an. "Then only for a minute, I want to change my mind. 'Cause this just don't feel right to me." Der Refrain ist poppiger als die Strophen, die eher wie eine bedauernde Ballade klingen. "Know that means, I have to leave" und "I want you to be happier" drangen an Lucas Ohr. Bruchstückhafte Bildfetzen des Musikvideos erscheinen vor seinem geistigen Auge. Das Lied war schon über zehn Jahre alt.
"Weißt du, warum er diese Zeitreise gemacht hat?"
"Das ist die Frage, die ich mir selbst ebenfalls stelle", antwortete sie.
"Darf ich dich mal was fragen, Florentina?"
"Aber sicher."
"Ihr habt beide an Zeitreisen geforscht. Aber gemacht hat nur er eine. Warum du nicht?"
Einen Moment schien es, als habe er sie aus der Fassung gebracht und sie ging im Kopf mögliche Antworten durch.
"Nun, wir hatten unterschiedliche Ansätze und haben damit ganz unterschiedliche Thesen untersucht. Er hatte es einfacher... und ... "
Sie suchte einen Moment lang nach den richtigen Worten. "und er war wagemutiger als ich. Ich muss immer hundertprozentig sicher sein und mich dessen zweimal versichern, bevor ich so etwas tue. "
War ihr diese Antwort schwergefallen? Gab sie diese Charaktereigenschaft ungern zu? War sie in diesem Punkt unzufrieden mit sich selbst?

Das war nicht das einzige Treffen mit Florentina. Sie wollte Luca nach besten Wissen unterstützen und sie wurden Freunde. Aber wie sollte er die Arbeit oder besser das Hobby dieses mysteriösen Typen, der bei ihm eingebrochen war, jemals auch nur ansatzweise verstehen? Der Typ musste ein wahres Genie sein. Warum machte er das nicht beruflich? Je mehr er über dessen Arbeit erfuhr, desto mehr fiel ihm auf, wie unterschiedlich sie beide sein mussten. Er würde nie so sein können. Dafür musste man sich wahrscheinlich bereits als Kind interessieren, jeden Tag damit beschäftigen und nie damit aufhören, wenn man am Ende so etwas vollbringen wollte - etwas das Einstein, Kurt Godel und Hugh Everett nicht oder nur theoretisch geschafft hatten.
Und wozu wollte man das überhaupt? Die Vergangenheit war vergangen - sie war Teil der eigenen Geschichte und hatte aus einem den Menschen gemacht, der man heute war. Vielleicht war das auch der Grund, warum bei ihm nie der Funke übergesprungen war. Und wie brachte ihn das näher zu dem Verständnis, wer der Einbrecher war und warum er bei ihm eingebrochen war?

Als er nach Hause kam, fand er keine neu beschriebene Seite vor, sondern etwas, das ihn zutiefst erschütterte.
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Re: Finding me

Beitragvon Zuri » 01 Jun 2019, 19:51

Wir haben wieder eine runde Kapitelzahl erreiche:

- o - o - o - o -

Finding me
Part 20

Alles schien so wie immer. Er rief nach Jasper, bekam aber keine Antwort. "Wahrscheinlich schläft er", dachte er sich. Mit seinen fast neunzehn Jahren war sein treuer Gefährte in die Jahre gekommen. Aber abgesehen von seinen Hüftgelenkproblemen und seiner nachlassenden Ausdauer bei langen Spaziergängen war er quicklebendig und ein Schlingel, wie eh und je.

Doch heute war etwas anders. Er kniete sich neben das Körbchen des schlafenden Hundes und streichelte ihn. Normalerweise wurde sein Haustier dadurch sanft geweckt, doch diesmal regte sich der Labrador nicht. Eigentlich hätte seine Brust sich in langsamen Atemzügen auf und ab bewegen müssen.
Es verging einen Moment, in dem Luca sich nicht erlaubte, seine Schlussfolgerung als möglich zu betrachten — zu groß war die Angst, dass sie zutraf. Dann bewegte er langsam seinen Arm auf Jasper zu und legte seine Hand auf dessen linke Brusthälfte. Kein Herzschlag.

Als er wieder aus seiner Starre mit der Hand auf der Brust des gegangenen Freundes erwachte, hatten Tränen auf ihrem Weg nach unten lange, nasse Streifen hinterlassen und seine Wangen immer aufs Neue benetzt. Draußen war es dunkel geworden, doch das kümmerte ihn nicht. Er erinnerte sich auch nicht, Marc eine Nachricht geschrieben zu haben, doch dieser gesellte sich irgendwann schweigend und dem lebenslustigen Schlingel seinen Respekt zollend an dessen Totenlager an die Seite seines Freundes.

- o - o - o- o -

Das war 2033. Der Schmerz wurde weniger, aber er verblasste nie ganz. Er war ein Stück von ihm geworden. Die Beerdigung und auch die Zeit danach waren für ihn unglaublich schwierig gewesen. Viele Freunde und Bekannte versuchten ihn durch den Umstand aufzumuntern, dass Jasper für einen Labrador sehr alt geworden war. Ebenso, merkten sie an, habe er kaum ernsthafte Beschwerden gehabt. Das wichtigste sei aber doch, dass er friedlich gestorben sei. Doch Luca wollte sie alle nicht hören. Selbst wenn sie recht hatten: es machte den Verlust nicht weniger schmerzvoll. Eine Zeit lang gab er sich sogar die Schuld daran, bei Jaspers letzten Atemzügen diesem nicht beigestanden zu haben. Er wusste nicht, wie er das geschafft hätte, wäre Marc nicht an seiner Seite gewesen.
Luca hatte sich danach keinen neuen Hund gekauft — nichts und niemand konnte Japser ersetzten. Das war die erste Situation, bei der Luca Sinn in einer Zeitreise in die Vergangenheit sah. Nicht dass er es für möglich hielt, aber das Studium dieser Wissenschaft lenkte ihn ab und half ihm durch diese Zeit.
Mittlerweile wohnte er in einer anderen Stadt — ein neues Jobangebot war für ihn wie gelegen gekommen — einige hundert Kilometer entfernt von seiner alten Heimat. Darum hatte er das Thema 'Zeitreise' fortan zumeist allein verfolgt. Marc hielt ihn zwar für verrückt, jedoch verlor er nichtsdestotrotz nie ein böses Wort über seinen nun an Zeitreise interessierten Kumpel.

- o - o - o- o -

Gänzlich unerwartet allerdings kam der Anruf eines alten Bekannten. Es war Doug. Was wollte Doug? Und wie kam Doug darauf, ihn anzurufen? Sie hatten nur sporadisch Kontakt gehabt und in letzter Zeit wegen viel Arbeit auf Dougs Seite war er kurzzeitig eingeschlafen. Trotz gegenseitiger Sympathie hatte Luca das Gefühl, die beide lebten in unterschiedlichen Welten. Was Doug wollte, verriet er nicht; nur dass er sich mit ihm treffen wolle.

Vielleicht verriet das mysteriöse Buch mehr, in welches er seit der Trennung von Marie und Phil nicht mehr geschaut hatte. Doch es tat nur Jaspers Schicksal kund und ihm stiegen wieder die Tränen auf.
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Re: Finding me

Beitragvon Zuri » 06 Jun 2019, 11:47

Und, nun wieder regelmäßiger, das neue Kapitel.

Da "Finding me" bereits fertig geschrieben ist und nur noch getippt und veröffentlicht werden muss, hab ich bereits parallel mit dem Schreiben einer neuen, diesmal autobiografischen Geschichte begonnen — Ehemann. Wenn es den einen oder anderen interessiert, würde es mich freuen, wenn ihr auch dort vorbeischaut und vielleicht sogar einen Kommentar dort lasst.

- o - o - o -

Finding me
Part 21

Die Adresse, die Doug ihm gegeben hatte, sagte Luca nichts. Meistens hatten sie sich in dem Café getroffen, in dem sie sich kennengelernt hatten. Es handelte sich bei der von Doug genannten Adresse um ein riesiges Bürogebäude. Arbeitete Doug hier als Sales Manager? Und warum hatte er ihn hierher bestellt? Konnte er vor lauter Arbeit das Büro nicht mehr verlassen?

Zumindest hatte Doug nichts mit dem Einbrecher zu tun. Somit sollte sich die Beantwortung der Fragen, die sich Luca auftaten, wahrscheinlich als nicht allzu kompliziert erweisen und nicht viel Zeit in Anspruch nehmen.

Er fuhr in den dritten Stock und trat in den Vorraum eines der im Gebäude ansässigen Unternehmen ein. Sogleich eilte eine Sekretärin, die bis eben hinter dem Empfang gesessen hatte, herbei, um sich nach seinem Anliegen zu erkundigen.
"Ich bin mit Doug verabredet", entgegnete Luca.
"Oh, ich werde Herrn Johannsen von Ihrer Ankunft sofort in Kenntnis setzten."
Johannsen? Ein englischer Vorname und ein skandinavischer Nachname … Eine interessante Mischung …
Die Sekretärin kam wieder aus dem Flur zurück, blieb in dessen Mündung stehen und informierte ihn:

"Herr Johannsen erwartet Sie."
Als er sie passiert hatte, wies sie mit der Hand an ihm vorbei in den Gang hinein und ergänzte: "Zweite Tür rechts."

Luca klopfte kurz am Türrahmen der offenstehenden Glastür, an welcher in schwarzen Buchstaben Dougs voller Name prangte und trat dann langsam ein. Doug, hinter einem wuchtigen Schreibtisch in einem ungeheuer bequem aussehenden Stuhl sitzend, erhob sich sogleich, als er Luca eintreten sah, umrundete die Tischplatte, die ihn sonst von Besuchern trennte, und begrüßte Luca herzlich.

"Wie kommt's …", setzte Luca einen Moment darauf an.
Doch Doug unterbrach ihn: "Gleich". Er wies auf die beiden Sessel in einer Nische, die sich im toten Winkel der Tür befanden und so für ihn als Eintretenden zunächst nicht erkennbar gewesen war, schloss hinter ihnen beiden die Tür und gesellte sich dann zu Luca auf den anderen Sessel. Dougs Worte eben hatten irgendwie förmlich und unpersönlich geklungen. Warum war Luca hier? Worüber wollte Doug sprechen?

Kaum hatte sich der Sales Manager gesetzt, wurden seine Züge entspannter und Luca meinte, freudige Erregung in ihm ausmachen zu können.
"Du hast dich nie mit mir auf der Arbeit getroffen?", vergewisserte sich Doug.
"Nein."
Doug presste die Lippen aufeinander und nickte, als habe er diese Antwort erwartet. Er saß mit gespreizten Beinen da, stütze seine Hände auf seine Knie und beugte sich vor, wie ein Coach, der sein Team auf das Spiel außerhalb der Kabine einschwören will. Er öffnete den Mund und zog dabei die Luft geräuschvoll ein.
"Tut mir leid, dass ich mich in den letzten Wochen kaum gemeldet habe. Ich arbeite nicht mehr als Sales Manager und auch nicht mehr für die Firma. Ich habe mich selbstständig gemacht. Die Idee war so erfolgreich, wie sie klang. Da hatte ich den richtigen Riecher. Und du warst daran nicht ganz unbeteiligt. Du hattest immer ein offenes Ohr."
"Danke …", Luca wusste nicht so recht, was er sagen sollte. "Das hier ist also deine eigene Firmenzentrale?"
"Stimmt. Wir sind gerade erst an die Börse gegangen, aber der Kurs schnellt schon durch die Decke. Wenn das Produkt erst einmal alle Bevölkerungsschichten durchdrungen hat, werden wir fester Bestandteil der Gesellschaft und nicht mehr aus ihr wegzudenken sein."
"Glückwunsch. Das freut mich für dich."
"Du könntest mir ein Gefallen tun", kam Doug auf das offenbar eigentliche Thema. Luca hatte bis eben den Eindruck gehabt, schon die ganze Zeit bei selbigem zu sein. "Also nur, wenn du willst."
"Dazu müsste ich erst einmal wissen, worum es dabei geht", entgegnete sein Gast belustigt, aber ebenso unschlüssig, was er davon halten sollte.
"Ein Magazin will ein Interview mit mir zu meinem Erfolg führen. Und hätte da gern eine Person dabei, die mich aus der Zeit davor kennt und in die Idee eingeweiht war."
"Äh …", Luca war sichtlich überrumpelt …
"Generell ja … Ich muss mal eine Nacht drüber schlafen."
"Völlig okay. Das Interview ist nächste Woche. Es reicht, wenn ich mich da vor dem Wochenende diese Woche zurückmelde."

Doug führte Luca noch durchs Gebäude und zeigte ihm alles. Schließlich verabschiedeten sie sich voneinander.

- o - o - o -

Sich in der neuen Stadt zurechtzufinden, fiel ihm immer noch schwer und so war es wenig verwunderlich, dass er feststellte, dass er sich mal wieder verlaufen hatte und in einer Straße wiederfand, die er nicht kannte. Umso mehr freute es ihn, auf der gegenüberliegenden Straßenseite Florentina erblickte. Er eilte zu ihr hinüber und begrüßte sie.
"Schön, dich wiederzusehen, Florentina."
Er hatte sie jetzt einige Zeit seit seinem Umzug nicht mehr gesehen. Sie hier in dieser Stadt zu treffen, schien ihn im Moment nicht zu verwundern. Wenn dann hätte sie mehr Falten haben müssen, aber er hätte schwören können, sie hatte nun weniger. Vielleicht hatte sie entschieden, mit der Nutzung einer Anti-Falten-Creme zu beginnen.
"Wer sind Sie und woher kennen Sie meinen Namen?", fragte Florentina verwundert.
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Re: Finding me

Beitragvon Zuri » 17 Jun 2019, 18:52

Mich würde jetzt brennend interessieren, was ihr denkt, was mit Florentina geschehen ist.

- o - o - o -

Finding me
Part 22

"Ich bin Luca. Das weißt du doch."
Er war ebenso verwirrt wie sie. "Wir haben uns doch erst letztes Wochenende gesehen. So lange ist das nun nicht her."
Sie schien auf seinen Humor nicht zu reagieren.
"Ich kenne Sie nicht und ich weiß auch nicht, was Sie von mir wollen."
"Ich … Florentina …"
"Könnten Sie bitte aufhören, mich zu duzen und mir erklären, was das alles hier soll. Sonst würde ich gerne unbehelligt weitergehen."
Verhielt sie sich so, wie die alte Frau am Anfang?

War Florentina über Nacht dement geworden? Nein, es musste etwas anderes sein.

"Doch, doch. Ich bin mir 100 % sicher, dass wir uns kennen", bekräftige Luca, "du wohnst in der Mariannenstraße 8A, hast dort auf der Kommode ein Bild von Stehen Hawking stehen und das Buch im Regal auf dem Flur ist "Entdeckung der Unendlichkeit", versuchte er es.
"Stalken Sie mich!?"
Das hatte offenbar das Gegenteil von dem erreicht, was er bezwecken hatte wollen.
"Okay, Florentina, hör mir zu: Hawking hatte ALS, genau wie dein Vater – und bevor du mir sagst, dass das der eine oder andere wusste: Du hast mir von seinem Lieblingszitat von Steven Hawking erzählt und du sagtest, du habest kaum jemandem davon erzählt, da viele diese radikale Einstellung nicht gutheißen würden und du es deshalb lieber für dich behalten hast. Es geht in dem Zitat darum, dass Hawking Gottes Existenz als Schöpfer anzweifelt, da er der Meinung ist, dass erst der Urknall die Zeit erschaffen habe und daher der Urknall sich quasi selbst erschaffen haben muss, weil davor ohne Zeit auch nichts existieren konnte, was irgendwas auslösen hätte können."
"Okay …", Florentina war sichtlich sprachlos. Als sie wieder zu sprechen begann, schien sie sich noch nicht vollends wieder gesammelt zu haben.
"Wenn wir schon bei Hypothesen und Wahrscheinlichkeiten sind, nehmen wir mal an, du hast recht und wir kennen uns …"
"Ja?"
"Nun, nehmen wir das mal an und sehen mal, was passiert. Und du bist dir sicher, dass du nicht den Enkeltrick in Kombination mit echt gutem Sozial Engineering an mir ausprobierst? Dafür bin ich nämlich noch etwas jung. Okay, auch wenn du mich schon kennst – und ich dich offenbar anscheinend irgendwie auch – ich bin Florentina."
"Luca."
"Nett dich … wiederzusehen. Woran arbeiten wir? Oder arbeiten wir überhaupt gemeinsam an was? Woher kennen wir uns?"
"Zeitreisen. Also wir arbeiten daran. Ich habe keine gemacht."
"Spannendes Thema. Aber ich glaube, ich bin da keine große Hilfe. Ich fand es immer Interessant, wenn mein Vater sich damit beschäftigt hat – er war da ein kompletter Außenseiter in der Familie. Ich war die einzige, die er damit begeistern konnte. Damals wollte ich immer wie er werden. Auch als Beruf. Aber daraus wurde nichts. Ich weiß darüber kaum noch was.

"Ich weiß. Kein Problem. Lass uns zu dir gehen und ich zeige dir, wie weit wir waren."
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Re: Finding me

Beitragvon Pferdinant » 25 Jun 2019, 22:29

Äh ja

ich liebe es kommentare zu lesen
mag es nicht welche zu schreiben
finde es jetzt schade dass es keine mehr gibt hier

also schreibe ich mal eins

an alle fragen an lesern kann ich mich nicht mehr erinnern
aber ein zwei kann ich ja beantworten

ich glaube micht dass zeitreise in der vergangenheit möglich sind
äh
soviel dann zu den konsequenzen die dann wegfallen


was ist mit Florentina geschehen

äh das wird wohl mit zeitreisen zu tun haben,
sie wirkt jünger und erinnert sich nicht mehr an ihn

ok das ist wahrscheinlich zu hoch für mich

ich wäre dafür gegangen, dass sie in die zukunft gereist ist und dabei ihr gedächnis gelitten hat
;-) ( zu komplizierte frage ich bin so schnell überfordert)

allgemein hat mir die geschichte gefallen (ob sie zu ende ist weiß ich nicht)
ich brauche etwas länger um sie zu lesen aber wahrscheinlich bin ich einfach
nicht intelektuell genug :-)

äh ich kann mich ja verklickt haben aber
ich dachte wir sind bei schwulen geschichten hier
hab ich da etwas verpasst?

und wenn das nicht das ende sein sollte warte ich einfach auf den nächsten teil,
wo ich vielleicht über florentina aufgeklärt werde

und bitte zieht nich über meine rechtschreibung her
ich bin ein großer anhänger des Prinzips "solange man es versteht" :roll:
rechtschreibfehler sind sicher enthalten, aber darauf müsst ihr mich nicht hinweisen, wenn ihr es versteht

Re: Finding me

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