Finding me

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Zuri
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Re: Finding me

Beitragvon Zuri » 21 Jun 2018, 10:25

"Genau zur rechten Zeit" — hört das Phrasenwesen die Gedanken des anderen Phrasenwesens durch den Vorführraum reflektiert. "Das ist doch mein Startzeichen!", dachte es sich und trat rasch ein. Doch da war... niemand. Wie konnte das sein? Es hatte doch eben noch die Aussage des anderen Phrasenwesen gehört? Oder hatte der Vorführraum plötzlich eine so lange Leitung? Sei's drum. Es war da gewesen und jetzt würde es seinen wohlverdienten Kommentar bekommen.

@Arokh Oh, das hätte ich wirklich gleich zu Anfang erwähnen wollen. Ich hoffe, das wird im nächsten Kapitel wird das noch deutlicher. Die Geschichte spielt 2019, also ein Jahr in der Zukunft. Warum? Tja, für vieles, aber nicht alles in der Geschichte hat einen logischen Grund und wird qm Ende geklärt.

Also wenn bei mir Leute an der Tür klingeln, dann wollen die mir entweder was verkaufen, seltener auch nur Süßigkeiten, noch seltener wirklicher Besuch oder eben Zeugen Jehovas, aber das kann man ja auch im weitesten Sinne zu 'verkaufen' zählen, wenn auch figurativ, aber es ist dieselbe Art von Marketing nur mit Nerds oder wie Dealer, die die Qualität ihres Stoffs aus eigener Erfahrung bestätigen können. Aber okay, alle (okay, den Besuch unter Umständen vielleicht, aber auch nur ganz vielleicht schon) würde ich nicht hinein bitten, auch nicht, um über Gott zu reden, weil das einfach ein schlechter, wenn auch ungewöhnlicher Gesprächseinstieg ist...

Ja, das Buch ist wirklich sehr empfehlenswert — aber bei allen Göttern, ich liefere dir auch gefundenes Fressen frei Haus. Mache ich damit schon deliveroo Konkurrenz? Ein Hoch auf die Autokorrektur... *facepalm*

'Geduld' — kommentiert es den Zettel am Pult.

+o+o+o+

@Jones Vielen Dank für deinen Kommentar. Die Antwort auf die Jahreszahlfrage findest du oben in meiner Antwort an Arokh.

Wenn es ihre Söhne wären, würde sie sie nicht siezen. Ich kann nur sagen, dass es später aufgeklärt wird, wer die alte Dame ist, aber das dauert noch.

Na ja, wenn du Kuchen bekommst, nimmst du den doch her an, oder? Hätte Luca gleich damit herausgerückt, hätte er sich dann sicher sein können, noch hineingebeten zu werden und Kuchen zu bekommen. Außerdem waren die beiden auch etwas verwirrt.

Im nächsten Teil wird es wieder eine kleine Auflösung bzw. ein paar Antworten auf eure Fragen geben.

Bis dann,
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Re: Finding me

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Re: Finding me

Beitragvon Zuri » 22 Jun 2018, 10:23

Und es geht weiter. Ich hoffe, wie angekündigt, ein paar Fragen klären zu können, aber noch genug zum Rätseln übrig zu lassen ;-)

Mein Dank geht diesmal an Arokh, der mir tatkräftig beim Editieren geholfen hat, bis mir die Augen zufielen :D

+o+o+o+

Finding me
PART 5

Die alte Dame war sichtlich verwirrt und atmete erschrocken ein. Eine ganze Zeit lang stand sie einfach nur da. Verstand sie? War sie überfordert? Was dachte sie gerade?

"Sind Sie gar nicht…?", platzte es schließlich aus ihr heraus und ihre Stimme zitterte dabei.

Für was hielt sie die beiden jetzt? Einbrecher? Das Gefühl kannte Luca inzwischen sehr gut selbst. Die beiden hatten ihr doch aber bisher nichts getan — sie selbst hatte sie hinein gebeten. Jedoch half dieses Argument in dem Moment wahrscheinlich wenig.

"Wilhelm wird gleich hier sein", sie schluckte, "und der ruft dann sofort die Polizei!" Sie zeigte mit einem Finger auf die Eindringlinge. Um ihnen zu drohen, nahm sie offenbar ihren ganzen Mut zusammen. So in die Ecke gedrängt und angsterfüllt, tat sie beiden schrecklich leid — Luca bereute, überhaupt hergekommen zu sein. Marc hatte recht gehabt: Sie hatten nichts gefunden und eine alte Frau zu Tode geängstigt. Aber was konnten sie tun, um ihr zu helfen? Wie sollten Luca und Marc erklären, warum sie hier waren? Das Ganze war doch völlig absurd! Wenn jetzt jemand die Polizei riefe, würde ihnen das wahrscheinlich keiner glauben.

Aber was sonst konnten sie anbieten? Nichts war absurder als Wahrheit und Realität. Solche völlig verrückten Sachen passierten in Büchern nie. Sowas konnte sich doch keiner ausdenken.

Luca räusperte sich. "Also wir… Also gestern… Das ist absurd, ich weiß… Gestern gab mir jemand Ihre Adresse. Ich weiß nicht wieso und warum gerade Sie… Wir wollen Ihnen nichts tun."

Keine Regung. Die Frau stand immer noch in der Ecke, die beiden Eindringlinge mit den Augen fixiert; auf Hilfe hoffend.

Luca hoffte inständig, nun die richten Worte zu finden, um ihr die Angst zu nehmen und diese für beide Seiten unangenehme Situation aufzulösen. "Der, der mir Ihre Adresse gab", versuchte er es, "hatte diesen Hoody… Kapuzenpullover an." Dabei zeigte er auf seinen Hoody. "Wissen Sie irgendwas? Wir wollen Ihnen wirklich nichts tun. Wir suchen nur nach Antworten."

Einen Moment lang passierte nichts. Dann aber hellte sich das Gesicht der alten Dame schlagartig auf und ein Lächeln erschien auf ihren Lippen; ihre Muskeln entspannten sich und das Zittern hörte auf.

"Ich erinnere mich", rief sie aus. "Luca. Wir haben uns doch gestern erst gesehen. Warte, da gab es diesen Zettel, den ich aufbewahren sollte. Warte, ich hole ihn."

Noch ein Zettel? Woher kannte die Frau seinen Namen? Er war sich sicher, ihn ihr nicht genannt zu haben. Sie hatte ja angenommen, sie bereits zu kennen. Doch er war das erste Mal in seinem Leben hier. Woher kam dann auf einmal ihre Erkenntnis, bereits seine Bekanntschaft gemacht zu haben?

"Hier ist er." Sie kam mit einem postkartengroßen Zettel zurück und reichte ihn Luca.

"Die Frau heißt Magdalene und ihr Mann Wilhelm ist vor kurzem verstorben. Sie hat Demenz und die Erinnerung an gestern brauchte einen Trigger von dir persönlich. Aber wie es aussieht, hast du es ja geschafft.
Dein nächstes Ziel ist die Fontanebibliothek."
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Re: Finding me

Beitragvon Jones13 » 24 Jun 2018, 16:09

Yeah, wieder ein neuer Teil :)

Yes, so langsam wird mir es jetzt klar :) Also, die ältere Dame scheint echt verwirrt zu sein, wie du ja im letzten Satz auflöst, das sie an Demenz erkrankt ist. Erste Frage geklärt. Die zweite Frage, wer Wilhelm ist und wen sie zu Hause erwarten würde, ist auch geklärt. Jedoch versteh ich immer noch nicht so ganz, für wen sie Luca und Marc gehalten hat. So richtig aufgelöst hast du es noch nicht oder ich habs überlesen :0

Jetzt wird es erst richtig spannend :) Ein dritter Zettel kommt in die Runde mit einem nächsten Hinweis. Doch was erwartet die beiden in der Bibliothek? Und warum der Zwischenbesuch mit der alten Dame? Der Einbrecher hätte direkt eine Nachricht schreiben können, wo der Name der Bibliothek drauf steht und diesen dann hinterlassen, anstatt den ersten Zettel. Aber ich denke, die Dame spielt noch eine andere Rolle.. Sie muss irgendwas wissen, was die beiden für den nächsten Hinweis brauchen. Vielleicht hat es ja auch was mit Wilhelm zu tun?

Ich bin mega gespannt und erwarte freudig den nächsten Teil :)

Lg Jones :)

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Re: Finding remembrance

Beitragvon ArokhsSohn » 24 Jun 2018, 16:46

Hey Zuri,

toller Teil. Nix zu beanstanden. Super spannend. Weiter so :-D





Was? Zu kurz? Aaaachh, stimmt ja, da war ja was. Außerdem ist der Witz alt, denn ich glaub, den hab ich bei Skystar schonmal gebracht ^^

Nachdem PhrasenwesenA sich einen kleinen Scherz mit PhrasenwesenZ erlaubt hat, zückt es blitzschnell den digitalen Kuli, um in das weit einladend geöffnete Gästebuch eine Notiz einzutragen.

Jones ist mir ja nun doch wieder zuvorgekommen, also muss ich wohl mit dem arbeiten, was übrig geblieben ist :lol: Ich schließe mich dem gleich mal an: für wen Luca und Marc von der Lady gehalten werden, wird nicht klar. Ob es auch überhaupt von Bedeutung ist, wird sich letztendlich spätestens dann zeigen, wenn klar wird, in welcher Verbindung die gute Frau tatsächlich zu Luca steht. Dass es den Umweg zur Bibliothek über die demenzkranke Frau braucht, ist tatsächlich interessant und lässt einige Fragezeichen zurück. Soll Luca tatsächlich auf eine Schnitzeljagd gehen, um eine bestimmte Erkenntnis oder so etwas zu erlangen? Ohne Zweck ließ ihn der Fremde ja wohl nicht zu Magdalene gehen. Ist das ein Test? Und immer dringender wird auch die Frage, wer der Hoody-Träger eigentlich ist. Ein Einbrecher ganz sicher nicht. Ich denke, es ist ziemlich klar, dass der Mann einzig und allein deswegen bei Luca in der Wohnung war, um ihn auf diese Spurensuche zu führen. Und dann das merkwürdige Verschwinden desselben. Hier liegt eine gehörige Portion Merkwürdigkeit in der Luft.

Auf jeden Fall wurden einige Fragezeichen aus den letzten Kapiteln geklärt, nur um durch neue ersetzt zu werden. Das hält die Story in Schwung und gefällt mir sehr gut. In Luca kann man sich hier sehr schön reinversetzen :good:. Er weiß nicht so recht, wie er an die Sache herangehen soll, was man auch an seiner nervös anmutenden Fragestellung merkt. Dennoch versucht er – auch wenn die Situation so völlig absurd ist – das Beste aus dem Unbekannten Gebiet herauszuholen und konzentriert sich auch nur auf die wesentliche Frage nach der Identität des Fremden. Ein bisschen schade finde ich lediglich, dass Marc gefühlt gar nicht vorhanden ist, da er nicht zu Wort kommt, aber ich sehe ein, dass das, um den Erzählfluss nicht zu stören oder unnötig in die Länge zu ziehen, diesmal nicht sooo relevant war.

Mit Demenz kenne ich mich nicht so aus. Funktioniert das mit dem Trigger so? Und spielt Magdalene später noch einmal eine Rolle? Irgendeine bestimmt, denn der Umweg über sie müsste ja noch Sinn ergeben. Nur welchen?

Spekulieren in dem Stadium fällt mir immer noch sehr schwer, da alles so undurchsichtig und mysteriös ist.
Ist der Fremde vielleicht Lucas verschollener Vater (seine Eltern wurden noch nicht erwähnt, oder?), der aus welchen Gründen auch immer, untertauchen musste und nun heimlich Luca auf seine Spur bringt?
Ist der Fremde vielleicht ein verrückter Stalker, der Luca in eine Falle noch unbekannten Ausmaßes locken will?
Warum der identische Hoody? Zufall? Hinweis? In-die-Irre-Führung?
Hmmmm… alles sehr spannend und mysteriös… und zum Nachdenken anregend – also genau richtig :-D

der Fährtenleger hat geschrieben:Die Geschichte spielt 2019, also ein Jahr in der Zukunft.

Haha, da hast Du mich ja schön auf eine falsche Fährte geführt. Mal eben so eine beiläufige Bemerkung zum (von meinem Standpunkt aus in der Zukunft liegenden) Sterbedatum eines älteren Herrn eingestreut und schon geht die Spekulation los. Aber als Leser soll man ja auch hin und wieder ein bisschen rätseln – ist auch eine schöne Parallele zum derzeit dominierenden Thema der Geschichte an sich.

Zuri hat geschrieben:Ja, das Buch ist wirklich sehr empfehlenswert — aber bei allen Göttern, ich liefere dir auch gefundenes Fressen frei Haus. Mache ich damit schon deliveroo Konkurrenz?

Macht Dich das dann zum Dealer? Hmm, wenn dann höchstens zum Geschichten- und Gedankenspieldealer. Ist ja auch ein sehr süchtig machender Stoff…

Jemand, der keine Einladung auf einen Kuchen abschlagen würde hat geschrieben:Na ja, wenn du Kuchen bekommst, nimmst du den doch her an, oder? Hätte Luca gleich damit herausgerückt, hätte er sich dann sicher sein können, noch hineingebeten zu werden und Kuchen zu bekommen.

Wie opportunistisch ^^

Zuri, das war ein weiterer toller Teil! Und ich bin sehr gespannt, was Luca in der Bibliothek finden wird und ob er überhaupt weiterhin gewillt ist, den Hinweisen des offenbar einen Plan habenden Fremden einfach so zu folgen…


Liebe Grüße,
Arokh

PhrasenwesenA beschließt, den Kommentar nicht noch einmal durchzulesen, dem Fehlerteufel auch seine Freude zu lassen und sich auf den Heimweg zu machen, in freudiger Erwartung, bald wieder hierher zurückkehren zu können. "Hmm... Geduld hat PhrasenwesenZ als Notiz hinterlassen... Das ist so schwierig..."


P.S.: Gern geschehen ;-)

P.P.S.: Hmm, vielleicht sollte ich mich doch mal kürzer fassen… :roll:

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Re: Finding me

Beitragvon Zuri » 25 Jun 2018, 10:49

Hey ihr beiden und danke für die Kommentare! :)

@Jones Das sind zunächst erst einmal alle Fragen, die bezüglich der alten Dame beantwortet werden. Erst ein paar viele Parts später wird da noch einmal drauf eingegangen. Dann hoffe ich, alle verbliebenen Fragen klären zu können. Aber nun verabschieden wir uns erst einmal von der alten Dame und machen uns auf in die Bibliothek.

@Arokh Na ja, technisch gesehen ist Marc Charakter auch eher als Comic Relief eingeplant, was ja in der Szene völlig fehl am Platze gewesen wäre. Allerdings könnt man jetzt natürlich argumentieren, dass Marc auch gleichzeitig supporting act ist und daher Luca eigentlich nach besten Wissen und Gewissen zur Seite stehen müsste. Nun, dagegen habe ich ich jun wirklich nichts zu sagen :D

Ich habe zugegebenermaßen auch nicht so super Ahnung von Demenz, aber wenn ich wieder auf die alte Dame eingehen, wird noch etwas enthüllt — mein Ass im Ärmel :P

@Arokh Le narcotrafiquant c'est moi! Deine Spekulationen haben mir diesmal sehr fgut gefallen (Y) und schreiben kannst su so viel du willst, ich les das alles ;)

Das Phrasenwesen setzt sich an die Schreibmaschine und macht sich eifrig an DSS Schreiben des neuen Parts. Hie und da blickt es auf und in die Höhe, wenn es sich unsicher ist, ob diese oder jene Formulierung vielleicht besser passt. Schließlich, nach einer guten Stunde verstummt das Schreibmaschinentastengeklapper und Wagenrücklauf-/Zeilenvorlaufgeklingel, zufrieden zieht das Phrasenwesen die in monospace bedruckte Seite hervor und reicht sie an die Editierabteilung weiter.
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Re: Finding me

Beitragvon Zuri » 28 Jun 2018, 21:43

Kleine Anmerkung zu "Floor-Flex": Genau genommen ist das Asbest. Schaut mal auf Google Bilder, wie Floor-Flex aussieht. Vielleicht gibt es das auch bei euch irgendwo noch.

+o+o+o+

Finding me
PART 6

"Ich hab's dir gesagt!", rief Luca aus, als sie das Haus verließen.
"Was? Dass wir jetzt eine Schnitzeljagd machen dürfen? Oder heißt das Schnipseljagd?"
"Ich glaube, Schnitzel-"
"Aber Schnipsel wäre doch viel naheliegender. Also sammeln wir jetzt Glückskekszettel und Postkarten?"
"So sieht's wohl aus", stimmte ihm Luca zu.
"Ich seh den Sinn nicht. Das ist doch ein bisschen albern."
"Ich bin sicher, wir finden am Ende was tolles", erklärte Luca zuversichtlich.
"Also eine antike außerirdische Rasse schreibt wahrscheinlich nicht auf Papier."
"Vor allem nicht, wenn sie intelligent genug ist, um Raumschiffe zu bauen und herzukommen."
"Und wie wäre es mit Gestaltwandlern, die nach Laborversuchen ausgebrochen sind?"
"Monsanto würde ich alles zutrauen."
"Da stimme ich dir zu", bestätigte Marc.
"Also doch der Zeitreisende? Dann müsste ich mir keine Sorgen machen, dass jemand noch einen Zweitschlüssel hat."
"Oder du führst mich damit an der Nase herum. Vielleicht versteckte Kamera."

Sie fuhren auf den Parkplatz der Fontanebibliothek. Das Gebäude zwischen Einkaufszentrum und Wohn- und Bürokomplex hatte eine ansehnliche Glasfassade, aber die Inneneinrichtung stammte wahrscheinlich aus den 1950er Jahren.
Durch eine Drehtür mit diagonalen, verchromten Griffstangen und leicht milchigen Glasscheiben betraten sie das Gebäude. Zunächst mussten sie eine Treppe emporsteigen. Die Stufen, wie auch der Fußboden im Eingangsbereich, bestanden aus bräunlichen Floor-Flex-Platten, die vielleicht mal vor fünzig Jahren in, jetzt aber nur noch hässlich waren. Oben angekommen, eröffnete sich ihnen eine riesige Bibliothek. Sie sahen sich um, um sich einen Überblick zu verschaffen. Hier gab es gefühlt alles, was man sich vorstellen konnte, auch wenn das natürlich nur ein Bruchteil der auf der Welt existierenden Bücher sein konnte.
Marc interessierte das alles nicht; Luca allerdings interessierte sich sehr für historische Romane. Sein absoluter Lieblingsautor war Ken Follett, aber genauso gefiel ihm bardenartiger Erzählstil. Fantasy gegenüber war er ebenso nicht abgeneigt, da es ihn sehr faszinierte, wie altertümliche Mystik und Sagen Einzug in das Romanuniversum gefunden hatten. Sein Lieblingscharakter war Draco — der Drache aus Dragonheart. Der Film war einer seiner absoluten Lieblingsfilme und auch noch echt klasse animiert. Drachen waren einfach so edle, erhabene und weise Tiere. Und es gab sie in so vielen verschiedenen Arten, denn sie tauchten vielfach in der Mythologie auf.

Sie kamen auf eine Art Infostand und Kasse zu. Gerade als sie die dahinterstehende Angestellte ansprechen wollten, wandte diese den Kopf zu einer Kollegin, welche auf sie zukam.
"Ich übernehme hier. Danke, Nathalie."
"Hey!", rief sie euphorisch an die Neuankömmlinge gewandt und breitete die Arme aus.
Noch so eine, die sich einbildete, sie zu kennen? Das konnte ja heiter werden! Heute trafen sie aber wirklich nur auf Verrückte. Was hatte das alles zu bedeuten? Hoffentlich konnte diese Person ihnen das diesmal beantworten. Die Mitarbeiterin ließ nur Sekunden nachdem sie die Arme gehoben hatte, diese wieder sinken. Ihr Strahlen aber blieb zurück, auch wenn es um ein paar Nuancen verblasste.
"Schön, euch Jungs… zu sehen."
Luca und Marc mussten sehr verwirrt aussehen, also fügte sie hinzu: "Ich bin Florentina", aber es schien ihr zu widerstreben, sich vorzustellen.
Eine seltsame Person. Luca musterte sie. Sie war deutlich korpulenter, aber sie zählte zu den Personen, denen das stand — bei denen sich sogar teilweise die Persönlichkeit darin widerspiegelte. Auch ihr Vorbau bildete eine Wulst in ihrem etwas altmodischen Kleid. Ihre Brille hatte große, ovale Gläser, bis auf die jeweils spitz zulaufende obere, äußere Ecke. Die Bügel wurden hinter ihrem Nacken durch eine goldene Kette verbunden.
"Ich hab schon gewartet. Ich habe, was ihr sucht", erklärte sie und signalisierte ihnen, zu warten, während sie sich umwandte und fortlief, um etwas zu holen.

"Es ist eindeutig eine Schnitzeljagd", seufzte Marc.
"Besser als bei '13 Reasons Why'", lachte Luca.
"Diese Netflixserie mit Hannah Abett?"
"Genau."
"Hab ich nie gesehen."
"Vielleicht ist das auch eine Schatzsuche und am Ende sind wir reich oder so."
"Dann", entgegnete Marc, "hätte ich aber gerne Jack Sparrows Kompass."
"Oder…", Luca musste ein Lachen mühsam unterdrücken, damit er seinen Gedanken erst aussprechen konnte und sein bester Freund auch etwas davon hatte, "…der alten Dame von vorhin ist einfach langweilig und sie will mal schauen, ob sie Jüngere wie Vollhonks an der Nase herumführen und sich im Alter noch etwas amüsieren kann."
"Dann könnte sie insgeheim auch von der Mafia sein und es erwartet uns am Ende kein Schatz, sondern der Tod. Alles sehr unwahrscheinlich."
"Unwahrscheinlich, aber nicht unmöglich. Das, was wir gerade erleben, ist schon seltsam."

Schließlich kehrte Florentina wieder zurück und überreichte ihnen… ein Buch.
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Re: Finding librarian

Beitragvon ArokhsSohn » 29 Jun 2018, 09:35

Noch ganz vergnügt vom aktuellen Lesegenuss und der damit verbundenen Raterei rund um die Schnipseljagd, schlendert PhrasenwesenA zum Pult, um wieder einmal seine Meinung kund zu tun.

Hallo Zuri,

vielen Dank für einen weiteren, spannenden Teil Deiner doch sehr mysteriösen Geschichte.

Zuri hat geschrieben:technisch gesehen ist Marc Charakter auch eher als Comic Relief eingeplant

Und als solcher passt er auch wirklich gut. Vor allem in den nerdigen Dialogen mit Luca harmonieren die beiden prächtig. Das hat mir beim aktuellen Kapitel auch wieder sehr gut gefallen. Ich behaupte nicht, jede Anspielung zu verstehen, aber diejenigen, die ich verstehe, zaubern mir immer wieder ein Lächeln ins Gesicht ^^.

Master of the plan hat geschrieben:Ich habe zugegebenermaßen auch nicht so super Ahnung von Demenz, aber wenn ich wieder auf die alte Dame eingehen, wird noch etwas enthüllt — mein Ass im Ärmel

Huiii… Noch mehr Rätsel. Auf dieses Ass im Ärmel bin ich sehr gespannt. In irgendeiner Verbindung muss die Frau ja mit Luca stehen. Selbst wenn sie ihn erst meinte, am Vortag getroffen zu haben, impliziert ihr vertrauter Umgang mit ihm eine längere Bekanntschaft. Wie aber kann das sein, wenn Luca ihr nie zuvor begegnet ist… Das eröffnet diverse Möglichkeiten (die ich am liebsten natürlich im Fantastischen suche ^^)

Es könnte sich bei Magdalenas Luca
1. um einen Klon handeln
2. um einen Besucher aus einem Paralleluniversum handeln, evtl. ist sogar Magdalene selbst nicht von hier (glaube ich aber nicht)
3. tatsächlich um einen Zeitreisenden handeln, wie Luca scherzhaft vermutet (dieser müsste dann aber aus relativ naher Zukunft stammen, um die Ähnlichkeit nicht zu weit auseinander zu ziehen – aber darauf deutet im Moment nichts hin)
4. um eine Person handeln, die Luca verblüffend ähnlich sieht und sich als dieser ausgibt (der fremde Einbrecher kommt als Einziger in Frage). Aber was wäre das Motiv hierbei? Luca soll die Stationen doch nicht ohne Grund abklappern… Hmm… Finding me? Finding wen? Den Fremden? Will er also gefunden werden und das über Umwege? Warum nur? Eine echt harte Nuss.

Und wider Erwarten sind wir mit diesem 6. Kapitel nicht wirklich einer Antwort näher gekommen. Eher haben sich wieder weitere Fragen aufgetan. Diese Florentina… sie hat Luca UND Marc erkannt? Was ist hier los? Paralleluniversum, Gestaltwandler, Zeitreisen? Sind die nerdigen Überlegungen der beiden am Ende so banal, dass schon wieder etwas dran ist?

Gaaaaanz heißer Hinweis ist folgende Stelle:
Florentina hat geschrieben:"Schön, euch Jungs… zu sehen."

Moooooment. Sie wollte doch etwas anderes sagen… Man könnte wirklich meinen, was sie EIGENTLICH sagen wollte, war: „Schön, euch Jungs wiederzusehen.“ Aber dann hat sie es sich kurzfristig anders überlegt. Das stinkt doch zum Himmel. Sie kennt die beiden, aber woher…
Auffällig ist auch, dass Luca die Karte bzw. den Hinweis aus dem letzten Teil gar nicht gebraucht hat. Hat sich Florentina dadurch unbewusst verraten? Zumindest ist weder Luca, noch Marc mehr aufgefallen, als nur die Tatsache, dass schon wieder jemand meint, sie kennen zu müssen. Wenn die beiden einen ruhigen Moment haben, könnten sie sich DARÜBER mal genauer Gedanken machen. Um es mit Luca’s Worten zu sagen:
Luca hat geschrieben:Das, was wir gerade erleben, ist schon seltsam

Gekauft. Definitiv. Mit 5 !!!!!

Tja, das Ratespiel geht weiter. Ein neuer Hinweis (das Buch!) ist im Spiel und ich kann es kaum erwarten, was Luca und Marc darin finden werden. Wieder einen neuen Hinweis? Oder gar des Rätsels Lösung? Warum kann ich gerade DAS nicht glauben?

Fazit: Tolles Kapitel. Wunderbar nerdige Wortgefechte. Ein zunehmend größer werdendes Mysterium. Ich liebe es ^^


Liebe Grüße,
Arokh

PhrasenwesenA neigt den Kopf aus Respekt vor dem Autor, sieht sich kurz um, stellt aber fest, dass es im Moment allein hier zu sein scheint. „Wo bleiben nur die anderen Kommentareschreiber? Ich könnte ein bisschen Unterstützung im theoretisieren gebrauchen.“ Achselzuckend verlässt es das Pult.

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Re: Finding me

Beitragvon Jones13 » 05 Jul 2018, 16:53

Hallöle :)

Diesmal kam mir wohl Arokh zuvor und deinEunsch auf einen weiteren Kommentar sei mir Befehl :D

Alsooo... Sehr schöner Teil erstmal.
Man merkt, dass die Geschichte so langsam Fahrt aufnimmt. Ein neuer Ort und eine weitere Person kommen ins Spiel. Oder vielmehr doch Schnitzeljagd? :D

Frage Nr.1: Zuerst erblickt die Dame an der Kasse/ Info die beiden Jungs. Dann tuschelt sie etwas der zweiten Dame ins Ohr und Florentina empfängt die beiden. Also scheint es offensichtlich zu sein, das wohl beide Empfangsdamen Marc und Lucas kennen.

Doch woher? Da muss ich mich Arokhs Theorie anschließen, das eine der beiden evt die Einbrecherin war? Dies würde zumindest erklären, wie schon Arokh festgestellt hat, das sie eigentlich etwas anderes sagen wollte..

Frage Nr.2: Ist evt das Buch, welches den beiden übergeben wird, dasselbe wie jenes Buch bei der alten Dame? Wenn ich mich nicht Irre hieß es:“ Der Besuch der alten Dame“?

Frage Nr.3: Was wird in dem Buch drinn sein? Evt eine Karte, welche den geheimen Ort des „Einbrechers“ zeigt? Dies wäre zumindest der Hinweis von Lucas gewesen, den er wahrscheinlich eher als Witz gemeint hat :D

Nun gut, wie dem auch sei. Toller Teil, die Fragenliste ist länger geworden und ich hoffe das geschieht auch bald mit der Antwortenliste.

LG Jones

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Re: Finding me

Beitragvon ArokhsSohn » 06 Jul 2018, 01:04

Jones13 hat geschrieben:Da muss ich mich Arokhs Theorie anschließen, das eine der beiden evt die Einbrecherin war?


Hi Jones,

da muss ich was richtig stellen ^^ Ich meinte nicht, dass ich denke, dass die Florentina die Einbrecherin sein könnte, sondern dass sie diesen sehr wahrscheinlich kennt, da sie Luca sofort erkennt. Das impliziert, dass sie zumindest ein Bild von ihm (evtl. auch von Marc) bereits gesehen hat. Ich vermute, dass sie von dem Einbrecher (von welchem ich überzeugt bin, dass er männlich ist - war das nicht sogar explizit erwähnt? Anfrage an den ZuriBrainserver(TM)) Instruktionen erhalten hat. Sie scheint allerdings nicht allzu tief drinnen zu stecken, denn sie ist so nervös, dass sie sich eben beinahe verraten hätte (so zumindest meine Vermutung, da es wirkt, als wollte sie etwas anderes sagen).

LG, Arokh

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Re: Finding me

Beitragvon Zuri » 07 Jul 2018, 14:50

Da sind ja meine lieben Pappenheimer :D

Ich glaube, dass ich nicht gesagt habe, dass es ein Mann sei. Warum auch? Die Person hatte eine Kapuze auf. Das kann jeder gewesen sein. Ich glaube, der einzige Anhaltspunkt war der Hoody. Oder auch was zur Statur.
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ArokhsSohn hat geschrieben:Ich behaupte nicht, jede Anspielung zu verstehen

Ich glaube, ich bin auch der einzige, der alle meine Anspielungen versteht :D

ArokhsSohn hat geschrieben:[...]impliziert ihr vertrauter Umgang mit ihm eine längere Bekanntschaft

Was genau meinst du? Dass sie sie hereinbittet? Ich bin erstaunt, dass das nicht nur in der Geschichte selbst zu Missverständnissen führt^^
Noch einmal, um das aufzuklären: Sie glaubt, dass sie die beiden kennt, aber bis Luca sie aufklärt, erkennt sie ihn nicht. Sie hält sie bis dahin für jemand anderen. Nur, dass Luca am Vortag da gewesen sei, ist mehr oder weniger richtig...

Bei Arokh liebe ich die kreativen Spekulationslisten; bei Jones die scharfsinnigen Fragen. Danke ihr beide!

Arokh, meinst du bei der vierten Vermutung Identitätssdiebstahl? Eine deiner Vermutungen kommt schon nah an die Wahrheit heran ;-)

ArokhsSohn hat geschrieben:Zumindest ist weder Luca, noch Marc mehr aufgefallen

Nicht? Sie denken sich doch, dass das schon wieder eine merkwürdige Person ist, der sie da begegnen.

ArokhsSohn hat geschrieben:Gaaaaanz heißer Hinweis ist folgende Stelle:
Florentina hat geschrieben:"Schön, euch Jungs… zu sehen."


Moooooment. Sie wollte doch etwas anderes sagen… Man könnte wirklich meinen, was sie EIGENTLICH sagen wollte, war: „Schön, euch Jungs wiederzusehen.“ Aber dann hat sie es sich kurzfristig anders überlegt. Das stinkt doch zum Himmel.

Wow, da bin ich echt baff. "Brilliant deduction, Watson!“

Man muss dazusagen, dass Arokh für mich editiert (danke dafür an dieser Stelle) und daher das Kapitel im Voraus kennt und ein paar wenige Details des Plots. Das meiste davon ist aber auch für ihn im Unklaren. Und das habe ich ihm definitiv nicht erzählt.

Und ja, wie auch Magarethe kennt auch Florentina beide. Nur dass sie bei klarem Verstand ist.

Jones13 hat geschrieben:Zuerst erblickt die Dame an der Kasse/ Info die beiden Jungs. Dann tuschelt sie etwas der zweiten Dame ins Ohr und Florentina empfängt die beiden. Also scheint es offensichtlich zu sein, das wohl beide Empfangsdamen Marc und Lucas kennen.

zu 1) Ihrer Kollegin sagt sie doch nur, dass sie übernimmt. Das sollte ein Zeichen sein, dass sie die andere da heraushalten will

Jones13 hat geschrieben:Frage Nr.2: Ist evt das Buch, welches den beiden übergeben wird, dasselbe wie jenes Buch bei der alten Dame? Wenn ich mich nicht Irre hieß es:“ Der Besuch der alten Dame“?

zu 2) Das Buch — das wirst du im nächsten Teil auch lesen — heißt übrigens genauso wie die Geschichte: "Finding me"

Deine dritte Frage wird auch im nächsten Kapitel beantwortet.

LG, Zuri

PhrasenwesenZ will einen neuen Part veröffentlichen, sieht aber gerade PhrasenwesenA, wie es den Kopf neigt und zieht sich in den Schatten zurück. Wenig später hört es die verhallenden Schritte seines Phrasenwesenkollegen. Dann begibt es sich in den Vorführraum und hinterlässt den neuen Part direkt unter der frischen Tinte.
"Sei du selbst. Alles andere wirst du eh verkacken" — Marie Meimberg

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Re: Finding me

Beitragvon Zuri » 07 Jul 2018, 20:10

PhrasenwesenZ hebt die Feder und legt sie beiseite. Es entfernt sich, sich freuend, bald wieder tolle Kommentare zu lesen.

+o+o+o+

Finding me
PART 7

Als sie zu Hause ankamen, wurden sie von Jasper, einem gelben Labrador, begrüßt. Marc kannte den Hund, der seit Jahren seines besten Freundes treuer Begleiter war, und spielte erst einmal mit dem Tier, während Luca den Napf mit dem Abendessen füllte. Lucas Haustier war sehr selbständig und lief gerne den ganzen Tag im Freien herum. Dennoch hatte ihm sein Herrchen beigebracht, sich nicht zu weit vom Grundstück zu entfernen und größere Geschäfte stattdessen im Gebüsch zu erledigen. Zur Belohnung für seine Geduld nahm er Jasper erst einmal mit, auf eine Runde in den Wald.
Nach seiner Rückkehr war Marc bereits nach Hause gefahren und so nahm er sich das Buch alleine vor. Höchstwahrscheinlich hatte Marc auch schon einen Blick hinein geworfen. Auf dem Buchcover des braunen und schlicht verzierten Hardcover thronte der Titel 'Finding me'. Was hatte das zu bedeuten? War das der Hilferuf einer entführten Person? Die Fragen wurden nicht weniger — nein, sie wurden eher noch mehr.
Also schlug er das Buch auf und zunächst stand dort:

"Eines ist sicher:
Wir haben nie genug Zeit"

V.


Hieß das etwa, ihm wurde verraten, wo sich das Opfer einer Entführung befand, aber es war schon zu spät, es zu retten? Wie hatte es dann aber seine Geschichte aus seinem Gefängnis heraus bekommen und warum dann diese Schnitzeljagd?
Er blätterte weiter. Im Inhaltsverzeichnis standen nur Namen, doch sie sagten ihm alle nichts. Im Buch waren aber nach dem Inhaltsverzeichnis alle Seiten leer. Warum waren sie leer gelassen worden? Welchen Sinn hatte ein nahezu leeres Buch? Was für ein Spiel spielte man da mit ihm? Er blätterte wieder und wieder durch das Buch, betrachtete es von allen Seiten, doch es war bis auf das Inhaltsverzeichnis und das Zitat gänzlich unbeschrieben. Führte das vielleicht auch nicht zur Antwort, sondern wieder nur zu einem weiteren Teil der Schnitzeljagd? Was kam als nächstes? Tote Vögel in seinem Briefkasten? Das erschien ihm alles absurd. Er hatte nie zugestimmt, dieses Spiel zu spielen. Und wenn er sich einfach weigerte, weiteren Hinweisen nachzujagen? Konnte er das? Änderte das etwas? Wenn es am Ende nun doch von Bedeutung war? Aber was konnte schon so wichtig sein? Ihm fiel beim besten Willen nichts dazu ein.

Auch Marc, der ihn am nächsten Tag wieder besuchte, wollte zwar aufgeregt über das Buch reden, hatte aber auch keine neuen Ideen mehr. Er war seltsam schweigsam bei dem Thema geworden. Keine ihrer Theorien hatte sich bisher wirklich bestätigen oder entkräften können. Sie tappten absolut im Dunklen.

An den folgenden Tagen erschienen ebenso keine neuen Hinweise. War es das gewesen? War das Buch das Ziel ihrer Suche oder hatten sie darin einen Hinweis übersehen, der sie zum nächsten führte? Die Schnitzeljagd verlor allmählich ihren Reiz und das Buch geriet immer mehr in Vergessenheit. Es gab keine Spur, der er mehr folgen konnte; keine aufregenden, geheimnisvollen Zettelbotschaften mehr. Monate waren vergangen und nichts passierte.
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Re: Finding nothing

Beitragvon ArokhsSohn » 16 Jul 2018, 16:50

Eilig klingendes Trappeln auf dem Flur zum Lesesaal. Die Türklinke wird hektisch hinunter geschlagen und das gehetzte Phrasenwesen stolpert beinahe über seine eigenen Beine. "Oh Mann, hoffentlich komme ich noch rechtzeitig vor dem nächsten Part zum Podium", keucht es vor sich hin, bevor es völlig verschwitzt zum stehen kommt und ungläubig auf das Gästebuch schaut. "Was? Noch niemand vor mir hiergewesen?" Schulterzuckend greift es sich die Feder und beginnt den längst überfälligen Kommentar...


Hallo Zuri,

oha, eine Wendung in der Schnipseljagd, die ich so nicht unbedingt erwartet hätte :o Anstatt neuer Hinweise oder gar des Rätsels Lösung, finden Luca und Marc... quasi nichts.

Zuri hat geschrieben:Nach seiner Rückkehr war Marc bereits nach Hause gefahren und so nahm er sich das Buch alleine vor. Höchstwahrscheinlich hatte Marc auch schon einen Blick hinein geworfen

Schade (und ein wenig seltsam), dass Marc nicht gleich mit Luca zusammen in das Buch geschaut hat. Er ist offenbar wirklich nicht besonders interessiert zu erfahren, wo die Schnipseljagd hinführen würde. Genauso zum stirnrunzeln fand ich dann, dass Marc am nächsten Tag keine weitere Idee hatte, was es mit dem "leeren" Buch auf sich hat. Ist da offscreen irgendwas passiert? Weiß er mehr, als er zugibt und kann/will es mit Luca nicht teilen, warum auch immer? Aber warum sollte das so sein? Irgendein größerer Plan, der dahinter steckt? Oder einfach nur zu viel von mir hineininterpretiert :roll:
Ach Menno, ich hatte mich schon auf eine neue Spekulationsrunde zwischen den beiden gefreut ^^
Da fällt mir aber auch gleich ein, dass Florentina BEIDE Jungs/junge Männer wiedererkannt zu haben schien:
Florentina, FindingMe6, hat geschrieben:"Schön, euch Jungs… zu sehen." (...) "Ich hab schon gewartet. Ich habe, was ihr sucht",

Denn, dass sie die zwei kennt, dessen bin ich mir irgendwie sicher. Also hängt Marc doch tiefer drin oder was?
Egal, wir werden es früher oder später schon erfahren ;-)

V. hat geschrieben:"Eines ist sicher:
Wir haben nie genug Zeit"

Das allwissende Google findet dieses Zitat nicht. Klärst Du das auf oder ist es nicht so wichtig, von wem das ist?

Lucas Vermutungen, was es mit dem Buch und evtl. weiteren Hinweisen auf sich haben könnte, sind sehr interessant und spannend. Umso merkwürdiger finde ich seinen offenkundigen Entschluss, nicht ernsthaft weiter nach Hinweisen zu forschen, als er im Buch nur leere Seiten findet. Ich meine, ja klar, er hat sich das Spiel nicht ausgesucht, aber ich an seiner Stelle würde schon noch den ein oder anderen Versuch starten:

- das Inhaltsverzeichnis ist voller Namen; kann man da nicht gezielt danach suchen?
- von wem ist das Zitat? Ein weiterer Anhaltspunkt?
- sind die Seiten wirklich leer? Es gibt Möglichkeiten, es nur danach aussehen zu lassen (Geheimtinte, durchgedrückte Schrift etc.)
- Florentina aufsuchen und ansprechen, woher sie die Informationen hatte, mit wem sie gesprochen hatte - allgemein die gute Frau bissel ausquetschen
- evtl. sogar noch einmal bei Magdalene vorbeischauen
- (bisschen schwieriger, weil dann müsste man sich an offizielle Seiten wenden) etwaige Fingerabdrücke auf dem Buch prüfen lassen

Also Möglichkeiten sehe ich da schon noch einige, aber andererseits verstehe ich auch Luca, für den das halt alles noch zusätzlicher Zeitaufwand ist für etwas, das vermutlich auf pure Zeitverschwendung hinausläuft. Wobei aber die ganzen "Begleiterscheinungen" (die verwirrte Dame, die Hoody-Sache, Florentina usw.) für mich zu auffällig sind, um sie ignorieren zu können.

Nun ja, die Geschichte ist ja noch nicht annähernd zu Ende und irgendwas neues wird sich wohl noch ergeben. Wie es aussieht, bekommen wir ja jetzt einen kleinen Zeitsprung von ein paar Monaten serviert. Mal sehen, was dann passiert. Ob Luca es noch bedauern wird, dass er keine weiteren Hinweise gefunden hat? Ich bin sehr gespannt.

Jedenfalls machst Du es einem absolut nicht einfach, auch nur irgendwie dahinterzusteigen, was das Ganze soll :-D

eine alte Version des ZuriBrainserver™ hat geschrieben:Ich glaube, dass ich nicht gesagt habe, dass es ein Mann sei.

Doch, hast Du ^^
Hier der Beweis:
Finding me 1, Zeile 2 hat geschrieben:Luca lief dem Mann hinterher, der eben noch in seiem Schlafzimmer gestanden hatte und nun durch das Haus flüchtete.


Zuri hat geschrieben:
ArokhsSohn hat geschrieben:[...]impliziert ihr vertrauter Umgang mit ihm eine längere Bekanntschaft

Was genau meinst du? Dass sie sie hereinbittet? Ich bin erstaunt, dass das nicht nur in der Geschichte selbst zu Missverständnissen führt

Ja, stimmt, das hattest Du ja bereits mehr oder weniger erklärt. Da sehe ich wohl zu viel Verschwörungen und Möglichkeiten ^^

Identitätsdiebstahl? Ja, an so etwas in der Art hatte ich gedacht.

Sherlock Zuri hat geschrieben:Wow, da bin ich echt baff. "Brilliant deduction, Watson!“

Man muss dazusagen, dass Arokh für mich editiert (danke dafür an dieser Stelle) und daher das Kapitel im Voraus kennt und ein paar wenige Details des Plots. Das meiste davon ist aber auch für ihn im Unklaren. Und das habe ich ihm definitiv nicht erzählt.

Und ja, wie auch Magarethe kennt auch Florentina beide. Nur dass sie bei klarem Verstand ist.

Na ja, es lag für mich auf der Hand. Nicht, weil es so offensichtlich war, sondern weil die Schauspielerin in meinem Kopfkino die Worte entsprechend betont hat :D Ich würde sagen, das liegt zu einem großen Teil daran, dass Du den Moment bzw. die Art und Weise, wie sie die beiden empfängt und die Worte spricht sehr gut gesetzt hast :good:

Sag mal, wenn das Buch "Finding me" heißt, ist es für die Geschichte an sich recht essenziell, oder? Bleibt nur noch die Frage, was es nun genau zu bedeuten hat?

Ist es
1. ein Scherz des Einbrechers und der rollt sich jetzt lachend über den Boden?
2. in Wirklichkeit voller Informationen, geschrieben in Geheimtinte?
3. Ein leeres Buch und das Inhaltsverzeichnis mit den Namen ist tatsächlich der wahre Inhalt
3.1 Dann könnten die Informationen verschlüsselt sein, die Namen könnten für etwas stehen.
3.2 Vielleicht ist das Zitat der Schlüssel für die versteckte Botschaft

Wenn 3. zutreffen würde, kann ich nur hoffen, Luca ist nicht wie ich, denn dann würde er das Rätsel niemals lösen können :lol:

Also wieder einmal ein schönes Stück Mysterium, was Du uns hier geboten hast und ich freue mich bereits auf den nächsten Teil, welcher uns dann ja wohl offensichtlich etwas Zeitabstand zu Lucas jetzigem Misserfolg bei der Jagd bringen wird.

Zuri, im kryptischen Modus, hat geschrieben:Monate waren vergangen und nichts passierte.

Das trifft aber hoffentlich nicht für den nächsten Teil zu :-P

Liebe Grüße,
Arokh

Ganz außer Atem von den vielen Buchstaben, die ihm aus der Feder gefallen sind, klappt PhrasenwesenA das Gästebuch zu und harrt der neuen Informationen, die da kommen mögen.

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Re: Finding me

Beitragvon Zuri » 17 Jul 2018, 21:05

Eine Frage kann ich in der Tat bereits jetzt beantworten, mein lieber Arokh: Es gibt einen neuen Teil!

Die anderen Fragen werde ich versuchen, im Anschluss zu beantworten; spätestens aber in den kommenden Tagen, also definitiv vor dem nächsten Part.

+o+o+o+

Finding me
PART 8

2022

Die Tür fiel ins Schloss und die Spannung von Luca ab. Das Jobangebot klang vielversprechend, nur war der Arbeitsort in einer anderen Stadt. Aber das Gespräch war gefühlt positiv verlaufen. Er glaubte, das Unternehmen würde ihm eine Zusage schicken.
Nun wartete aber erst einmal Jasper, dem er eine große Runde durch den Wald versprochen hatte. Am meisten freute sich sein Hund auf den kleinen Weiher. Als er zu Hause angekommen war und sein Haustier mit Futter versorgt hatte, machten sich die beiden auf in den naheliegenden Wald. Auf dem Weg zum Weiher warf Luca Stöckchen und Jasper apportierte sie.
Nach ausgiebigem Tollen im Weiher rief Luca seinem Hund zu, dass es dunkel werde und sie nun nach Hause zurück müssten.

"Komm Jasper, wir gehen jetzt", rief er ins Schilf auf der anderen Seite, in dem sein Hund vor einiger Zeit verschwunden war.
"Komm schon, Jasper! Es wird bald dunkel", rief er noch einmal; diesmal eindringlicher. Nichts regte sich am anderen Ufer.
"Jasper?"
Immer noch keine Regung.
"Jasper, das ist nicht witzig und auch kein Spiel. Wir müssen los. Ich will zu Hause sein, bevor es dunkel wird. Komm her!"
Doch auch darauf reagierte Jasper nicht. Ein ungutes Gefühl beschlich Luca. Was war los? Sonst hörte Jasper auch spätestens beim zweiten Rufen. Was, wenn Jasper etwas zugestoßen war?
Da berührte ihn etwas nasses am Bein. Er schreckte herum. Jasper hatte ihn mit der Nase von hinten angestupst. Erleichtert atmete er aus.
Auf was für Ideen kam dieser Hund nur? Jasper starrte ihn erwartungsfroh an. Als sein Herrchen nicht reagierte, starrte er ausdruckslos weiter, was Luca dazu veranlasste, aus seiner Verwunderung aufzuwachen.
"Was hast du dir dabei gedacht?", fragte er. "Du hast mir einen ziemlichen Schrecken eingejagt."
Als Reaktion darauf legte Jasper die Ohren an und setzte seinen Hundeblick auf.
"Jetzt tu doch nicht so, als könntest du mich nicht verstehen. Ich weiß doch ganz genau, dass du das kannst", erwiderte Luca mit gespielter Strenge. Sein Hund ließ ein Fiepen von sich hören — wohl um zu zeigen, dass er sich ungerecht behandelt fühlte.
"Mach das nicht nochmal, ja", bat ihn Luca und streichelte ihm über den Kopf, während er sich in Bewegung setzte. Jasper sprang auf und folgte ihm.
Bis nach Hause war es nicht weit — nur ein paar Minuten Fußweg. Luca dachte daran, was sich mit dem neuen Job ändern würde und welche Vorkehrungen dazu vielleicht getroffen werden müssten, wenn er ihn denn bekam. Wahrscheinlich würde er umziehen müssen. Gab es dort auch einen solchen Wald, wie hier? Würde Jasper sich in der neuen Umgebung wohlfühlen?
Als sie die dicht stehenden Bäume fast hinter sich gelassen hatten, knackte es auf einmal im Unterholz neben ihnen. Luca wandte den Blick in die Richtung, aus der das Geräusch kam. Zunächst konnte er in der Dämmerung abseits des Weges nichts erkennen. Doch als er seinen Blick weiter auf die Stelle konzentrierte, bei der er die Quelle des Lauts vermutete, sah er sie auf einmal: Eine Frau stolperte durch den Wald; schneller als der Untergrund und die Zweige es eigentlich zuließen, sodass sie immer wieder kurz davor war, hinzufallen und sich die ohnehin schon aufgeschrammten Arme auf dem Boden womöglich blutig zu schlagen. Was hatte das zu bedeuten? Schließlich blieb sie direkt vor Luca stehen und hielt sich keuchend an dessen Schulter fest.
"Hilf mir", hauchte sie.
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Re: Finding me

Beitragvon Zuri » 18 Jul 2018, 22:21

'Die Feder liegt anders', bemerkte das Phrasenwesen und machte eine Notiz in seinem Kopf. Es stand vor dem Pult mit einem durchdringenden Blick wie ein Kommissar, der einen Tatort begutachtet. Einen Moment verharrte es in dieser Pose. Dann kam es zu der — nicht wirklich geistig fordernden — Schlussfolgerung, dass ein neuer Kommentar hinterlassen wurde und somit das andere Phrasenwesen dagewesen sein müsse.

Hallo Arokh,

ArokhsSohn hat geschrieben:Schade (und ein wenig seltsam), dass Marc nicht gleich mit Luca zusammen in das Buch geschaut hat. Er ist offenbar wirklich nicht besonders interessiert zu erfahren, wo die Schnipseljagd hinführen würde. Genauso zum stirnrunzeln fand ich dann, dass Marc am nächsten Tag keine weitere Idee hatte, was es mit dem "leeren" Buch auf sich hat. Ist da offscreen irgendwas passiert? Weiß er mehr, als er zugibt und kann/will es mit Luca nicht teilen, warum auch immer? [..] Oder einfach nur zu viel von mir hineininterpretiert :roll:

Nein, Marc war nicht desinteressiert. Nur weil Luca und er keine Ideen mehr haben? Ich kann dir versichern, dass Offscreen auch nichts passiert ist ;-)
Warum hat Luca nicht gleich zu Hause ins Buch geschaut? Auch das ist leicht zu beantworten: Luca hat eine ganz einfache Regel, wenn er nach Hause kommt und die lautet "Erst die Haustiere versorgen, dann sich selbst". Jasper hat den ganzen Tag auf ihn gewartet.

ArokhsSohn hat geschrieben:
V. hat geschrieben:"Eines ist sicher:
Wir haben nie genug Zeit"

Das allwissende Google findet dieses Zitat nicht. Klärst Du das auf oder ist es nicht so wichtig, von wem das ist? [...] Ein weiterer Anhaltspunkt?

Das Zitat stammt aus der Realität, also ist V kein fiktiver Charakter. Das Zitat wird darüber hinaus nicht Teil der Geschichte mehr sein, allerdings fasst es mMn den Plot sehr gut zusammen. Darum mag ich das Zitat so. Es jetzt weiter zu erklären, würde aber evtl. zu viel verraten ;-)

ArokhsSohn hat geschrieben:das Inhaltsverzeichnis ist voller Namen; kann man da nicht gezielt danach suchen?

Da stehen nur Vornamen drinnen. Das bringt einen nicht wirklich weiter.

Was das Geschlecht des Einbrechers anbelangt: Touché! :D

Aber wieso: "kryptischer Modus"?

Liebe Grüße,
Zuri

Selbstkritisch betrachtet das Phrasenwesen seine Antwort und legt den Kopf schief. Seinem Blick ist zu entnehmen, dass es absolut nicht mit seinem dort vor ihm liegenden Werk zufrieden ist. Da hört es Schritte. Kurzerhand reißt es sich aus seinen Überlegungen los, schlägt das Buch zu und verlässt schnurstracks den Raum.
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Re: Finding future

Beitragvon ArokhsSohn » 19 Jul 2018, 01:55

Kaum, dass PhrasenwesenA dem Pult den Rücken gekehrt und den Saal verlassen hat, macht sich PhrasenwesenZ auch schon ans Werk, eine Forsetzung der mysteriösen Vorfälle um Luca und Co. zu kreieren. Als es die wilden Geräusche von Kritzeleien einer Schreibfeder vernimmt, beschließt PhrasenwesenA, sich heimlich in den Saal zurück zu schleichen und nachzusehen, ob es das andere Phrasenwesen „auf frischer Tat“ ertappt. Jedoch ist dieses bereits schon wieder fort. „Hmmm…“, murmelt PhrasenwesenA, „vielleicht ist es diesmal nur ein ganz kurzer Part…“


Hey Zuri,

da bin ich wieder – und diesmal nicht auf den letzten Drücker ;-)

(…)Phrasenwesen dagewesen(…) – gefällt mir :lol:

ein vorbildlicher und pflichtbewusster Zuri hat geschrieben:"Erst die Haustiere versorgen, dann sich selbst". Jasper hat den ganzen Tag auf ihn gewartet.

Da hat Luca natürlich absolut recht (und der Autor ja irgendwie auch). Ich schiebe das einfach auf meine Mischung aus Neugier und Ungeduld ^^

Der Deckmantel von V. hat geschrieben:Darum mag ich das Zitat so. Es jetzt weiter zu erklären, würde aber evtl. zu viel verraten

In Ordnung; auch damit kann ich leben. Aber Du hast generell recht: Das ist ein sehr schönes, weil so bezeichnendes Zitat…

das linguistisch höher versierte Phrasenwesen hat geschrieben:ber wieso: "kryptischer Modus"?

Ahhh… okay, das muss ich wohl zurücknehmen. Ich wollte darauf hinaus, dass der angedeutete Zeitsprung evtl. weitere Fragezeichen aufwirft, aber kryptisch heißt ja im weitesten Sinne unklar. Und unklar war der Satz nun wirklich nicht formuliert. Mein Fehler.


Nun aber zum neuesten Teil: Ein kurzes, aber überraschendes Kapitelchen hast Du uns da geliefert. Soso, einen Zeitsprung von ca. drei Jahren haben wir also gemacht. Eine überraschende, aber dafür sehr interessante Wendung der Ereignisse. Ob Luca in den drei Jahren noch einmal an die merkwürdigen Schnipselereignisse gedacht hat? Sicherlich hin und wieder; wir werden es schon noch erfahren.

So jedenfalls hast Du es geschafft, dass die Geschichte sich mit diesem Kapitel sehr frisch anfühlt – gerade so, als beschreite man jetzt ein neues Kapitel. Noch habe ich keine Idee, worauf das hinauslaufen soll in Zusammenhang mit der erfolglosen Schnipseljagd. Nun ja, da werde ich mich wohl einfach noch eine Weile gedulden müssen. So lange kann man ja ein bisschen rumrätseln :-D

Die Passage rund um Luca und Jasper, wie er sich Gedanken um die Zukunft in der neuen Gegend macht, wie er mit ihm umgeht usw., hat mir besonders gut gefallen. Da liegt eine gewisse Vertrautheit in der Luft, die mich sehr anspricht ^^. Dieser Lümmel… Sich einfach so an sein Herrchen anschleichen, obwohl dieser ihn ruft – ganz schön frech.

Hmm… Und dann kehren die denkwürdigen Ereignisse in Lucas Leben zurück. Wer mag die durch den Wald irrende, offenbar hilfsbedürftige Frau sein? Jemand, der uns bereits zuvor begegnet ist (die Auswahl ist ja sehr begrenzt) oder jemand neues (was ich für wahrscheinlicher halte)? Und was zum Dämmerlicht macht sie da – noch dazu in der Aufmachung??? Ist es eine junge Frau, eine alte Frau, eine Frau mittleren Alters?

1. es ist eine Frau auf der Flucht vor einem Täter/Vergewaltiger/Räuber/Entführer whatever
2. es ist eine entlaufene Patientin aus einem Heim für Alte/geistig Kranke/Pflegebedürftige

Warum hält sie sich in dem Wald auf? Sucht sie jemanden? Etwa direkt Luca? Nein, das wäre zu viel des Zufalls… es sei denn, es steckt Absicht dahinter. Am Ende ist es noch wirklich eine Frau, die einem Entführer entflohen ist, der sie vor drei Jahren verschleppte und wo Luca Hinweise zum Aufenthaltsort finden sollte oO
Aber so richtig kann ich mir das nicht vorstellen. Der Zufall, dass die beiden gerade jetzt in gerade diesem Teil des Waldes aufeinander treffen wirkt doch sehr… nun ja, zufällig eben. Also WAS IST HIER LOS??? Klär uns doch bitte schnell mal auf, ja? :-P

Tja, was mag wohl – abgesehen von den aktuellen Ereignissen – aus dem Kerl geworden sein, der die ganze Aktion eigentlich erst ins Leben gerufen hat? Nein, ich meine nicht Dich, lieber Autor, sondern jenen Einbrecher :-P
Offensichtlich hat er doch gewollt, dass Luca ihm folgt. Luca hat das nicht bis zum Schluss hinbekommen. Hat der Fremde ihn nie wieder kontaktiert? Oder hat er es versucht, Luca aber hat es nicht gecheckt? Fragen über Fragen, und ich bin gespannt, wie und ob sie beantwortet werden. Nachwievor ist es ja eines der essenziellen Mysterien in dieser Geschichte, wie der Typ aus dem Keller verschwinden konnte und was seine Motivation hinter der eingeleiteten Jagd war…

Liebe Grüße,
Arokh


“Schade, schon wieder zu Ende“, grübelt PhrasenwesenA mit hängenden Schultern. Dann hellt sich seine Miene wieder auf. „Das bedeutet bestimmt, dass wir bald wieder mit einem neuen Teil rechnen können.“ Mit einem strahlenden Lächeln voller Zuversicht zieht sich das Phrasenwesen aus dem Lesesaal zurück.

Re: Finding future

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