Ein unbeliebter Junge

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Re: Ein unbeliebter Junge

Beitragvon lukasimo » 12 Jun 2012, 22:16

NEEEEEEEEEIIIIIIIIIN ich rieche das ENDE :'(
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Re: Ein unbeliebter Junge

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Re: Ein unbeliebter Junge

Beitragvon etcetera » 12 Jun 2012, 22:27

lukasimo hat geschrieben:NEEEEEEEEEIIIIIIIIIN ich rieche das ENDE :'(

Verdammt ich befürchte du hast recht =O
Ich war so betört von der tollen Geschichte...
Geht die geschichte noch weiter?
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Re: Ein unbeliebter Junge

Beitragvon lukasimo » 12 Jun 2012, 22:38

das ist doch ganz klar eine Abgeschlossene Story !
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Re: Ein unbeliebter Junge

Beitragvon etcetera » 12 Jun 2012, 22:40

lukasimo hat geschrieben:das ist doch ganz klar eine Abgeschlossene Story !

Jas aber ich hoffe So das sie weiter geht...
xDDD
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Re: Ein unbeliebter Junge

Beitragvon GameBoY » 12 Jun 2012, 22:44

Bis jetzt hat er immer gesagt, wann das ganze ein Ende hat. Ich hoffe, es hat diesmal wieder so.

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Re: Ein unbeliebter Junge

Beitragvon etcetera » 12 Jun 2012, 22:47

GameBoY hat geschrieben:Bis jetzt hat er immer gesagt, wann das ganze ein Ende hat. Ich hoffe, es hat diesmal wieder so.

Gsd ein gesunder Optimist =D
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Re: Ein unbeliebter Junge

Beitragvon tensei » 12 Jun 2012, 23:27

1. Mal wow... Die ersten beiden teile haben einen extremen hass in mir ausgelöst...das schafft nicht jeder :D
2. Um ehrlich zu sein muss ich leider auch nen negativen kritikpunkt ansprechen: die handlung geht mir persönlich viel zu schnell... Und dadurch kommen mir gewisse emotionale äußerungen etwas sehr unrealistisch vor... Die reden seit 10 minuten miteinander und gestehen sich schon ihre liebe?

Trotzdem: hut ab... Ich glaub ich hätt mich nicht an das thema herangetraut! Thumbs up :D

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Re: Ein unbeliebter Junge

Beitragvon General1791 » 12 Jun 2012, 23:32

Es soll doch, wenn auch nur noch sehr selten, die Liebe auf den ersten Blick geben. :D Ist ne tolle Story, wir werden ja sehen^^

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Re: Ein unbeliebter Junge

Beitragvon ollivio » 13 Jun 2012, 00:59

@ tensei: die ersten beiden Teile, die das gehäufte Unglück des Josie beschreiben, sind sehr ähnlich von einem guten Freund erlebt worden - leider besaß der nicht so viel Dusel, wie der Josie in der Story.
Öhm, das nennst du Kritik? Damit kann ich aber gut leben du :) Und die Geschwindigkeit der gegenseitigen Liebeserklärungen gibt das RL natürlich nur seltenst her - dafür isses halt ne Geschichte. Allerdings bin ich selbst ein sehr die Spontanität liebender Zeitgenosse, verschenke viel zu schnell mein Herz und fall dann auf die F..utterluke. Ach ja, und da ich selbst dieses seltene Glück schon haben durfte im RL nach nur zwei Tagen eine Liebeserklärung zu hören, ist das für mich gar nicht mal so von Aberwitz geprägt wenn es in der Geschichte 10 Minunten waren. Aber du hast nicht Unrecht, diese Passage hätte ich noch wesentlich spannender gestalten, aufbauschen und in die Länge ziehen können. Möglich, dass eine solche Story auch noch kommt von mir...
Dank dir erstmal für diese "Kritik"

@ lukasimo: Du hast ja so was von Recht -- es WAR eine abgeschlossene Geschichte. Aber dann kamen mir noch ein paar Ideen. Eigentlich war das Ende ursprünglich nach der Versteigerung vorgesehen. Dann noch ein Nachsatz und gut is. Aus dem Nachsatz entwickelte sich dann wiederum das zuletzt gepostete Kapitel, und wieder fiel mir noch was ein... und das kommt jetzt, zumindest ein Teil davon :)

Dank euch allen, auch den hier jetzt nicht gesondert erwähnten Lesern, ihr bringt mir Sonne ins Herz :bp:


-12-
Zu Beginn der Sommerferien bestanden wir unsere Führerscheine und machten sogleich unser Vorhaben wahr. Nicht das wir beide noch unbedingt Ferien brauchten um uns frei zu bewegen, bis auf meine Abendschule wo ich erstmal den Realschulabschluß nachholen wollte, hatten wir keine ernstlichen Pflichten die uns an Hannover banden. Finn besaß seinen Abschluß ja schon länger. Wir nahmen das Haus in Augenschein. Es war in bedauernswertem Zustand und schrie förmlich nach einer Renovierung. Die Kellertreppe wie erwartet nicht gereinigt. Aber das war noch eins der kleinsten Probleme. An meinem ehemaligen Zimmer hatte der Mann seine Wut auf mich ausgelassen, hier ein regelrechtes Kettensägenmassaker veranstaltet. Die anderen Räume waren einfach nur entsetzlich schmutzig. Zwei Tage lang räumten wir alles aus und füllten einige Container mit Unrat, bis das Haus endlich soweit war, dass die Maler kommen konnten.

Am Tag unserer Ankunft versuchten wir zuerst Micky zu besuchen mit dem ich die ganze Zeit keinen Kontakt mehr hatte. Ein paar SMS an ihn waren unbeantwortet geblieben. Er war nicht zuhause. Schade. Seine Ma versprach aber ihm Bescheid zu geben, er sei mit seinem Freund in den Ferien zelten gefahren. "Nanu er fährt mit einem Freund zelten, was ist denn mit Nadine?", fragte ich. "Die beiden haben sich getrennt." "Oh warum das denn?" "Das wird Mick dir selber sagen." Als wir gerade mit dem Ausräumen des Hauses durch waren fuhr ein Auto vor. Ein riesiger und sehr muskulöser Mann schälte sich daraus hervor. Wie der in den kleinen Twingo passte war mir unerklärlich. Den kannte ich nicht, aber den anderen Mann, der jetzt auf der Beifahrerseite ausstieg, den kannte ich natürlich. Ich rannte auf ihn zu und umarmte ihn. Es war mir in dem Moment egal was die anderen dachten. "Micky, oh Micky!" "Josie! Gut siehst du aus!" Wir küssten uns auf die Wangen. Jetzt bemerkte ich, dass der Muskelberg das Szenario etwas seltsam guckend beobachtete. Micky wandte sich ihm zu. "Das ist Josie meine Jugendliebe, das musst du verstehen Jason.", lächelte Micky den Riesen an.
Mit genau dem süßen Lächeln in das ich mich einst verliebte. Jugendliebe. So wie Micky das sagte hörte es sich so an, als habe auch er mich damals geliebt, nicht nur ich ihn. Ich war erstmal höflich und reichte mit leicht ungutem Gefühl dem riesigen Jason meine Hand. Erwarte einen Hammerhändedruck. Aber nein, diese große Hand war weich und angenehm. Zwischenzeitlich begrüßten sich Finn und Micky.
"Josie du hast mir damals etwas gebeichtet und meine Antwort darauf tut mir heute noch leid, aber ich konnte nicht anders." Mein Herz hüpfte jetzt, obwohl ich ja Finn liebte und Diesen um keinen Preis der Welt eintauschen wollte - auch nicht gegen Micky. Aber mein Herz war stark berührt.
Der Hammer sollte aber erst noch kommen. "Josie als du und Finn euch bei uns in der Küche geküsst habt, tat mir das wahnsinnig weh - aber ich musste es aushalten, es war zu spät, und ich war ja mit Nadine zusammen. Dafür hab ich jetzt den besten Mann, den ich mir vorstellen kann - ich bin seit vier Wochen mit Jason zusammen, und das war die schönste Zeit meines Lebens." "Boa Micky! Dann haste das damals aber gut kaschiert und weggesteckt!" "Es tut mir soo leid Josie." "Braucht es nicht, er hat ja mich.", mischte Finn nun mit. Ich wandte mich Finn zu und wir umschlangen uns, küssten uns innigst. "Wie Finn schon sagte Mick, ich habe ihn, und du hast Jason, also müssen alte Geschichten keinem mehr wehtun.", sagte ich dann. "Das würden I auch so gesehen.", hörten wir nun etwas falsches Deutsch. Die Worte kamen von Jason. Und Micky beeilte sich zu erklären, dass Jason Austauschschüler aus Massachusetts/USA sei. "Wenn er heimkehrt geh ich mit, Männer können dort richtig heiraten.", fügte er hinzu.

Finn und ich ließen uns "breitschlagen" uns ebenfalls ein Zelt zu kaufen und mit den beiden für einige Tage in den in jedem Kreuzworträtsel vorkommen den Höhenzug namens Ith zelten zu gehen. Uns beiden wäre ein schöner See lieber gewesen, aber das konnte ja noch kommen, und jetzt war es eh nicht recht warm genug zum baden. Hätten wir gewusst was kommt, wären wir nicht mitgefahren.
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Re: Ein unbeliebter Junge

Beitragvon ollivio » 13 Jun 2012, 21:09

-13-
Wir fuhren am nächsten Tag mit zwei Autos Richtung Zeltplatz. Wir hätten kaum noch mit in den Twingo gepasst. Micky und Jason zwar mit in den Benz aber es war uns lieber, nicht auf die beiden Rücksicht nehmen zu müssen. Finn schwieg längere Zeit, dann sagte er plötzlich: "Dann müssen wir wohl auch mal nach diesem Massachusetts." "Warum das denn, wegen Micky? Ich mag ihn zwar noch, aber ich muss ihm nich nachlaufen." "Öhm nee... äh weil Männer da richtig heiraten können."
Sofort hielt ich an. "Du würdest mich heiraten Finn?" "Natürlich, du mich nicht?" "Doch Finnie Engelchen." "Aber eigentlich brauchen wir ja auch kein Stück Papier für unsere Liebe." "Eigentlich nich Engelchen, aber irgendwie wär das doch toll." Jetzt waren erstmal wieder ausgiebige Zärtlichkeiten angesagt, die uns für längere Zeit an der Weiterfahrt hinderten.
Wir merkten es erst, als Micky und Jason zurück kamen, um zu sehen warum wir zurück blieben. "Warum gehste eigentlich nie an dein Handy Johann? Wozu haste das überhaupt, wennde da nie zu erreichen bist?", fragte Micky vorwurfsvoll. "Mein Handy hat nich geklingelt und ich hab dir in den letzten Monaten immerzu gesimst, aber du hast ja nich geantwortet, also biste nich besser." Jetzt erst stellten wir fest, dass wir beide andere Nummern hatten, die wir gegenseitig nicht kannten. Meine alte Prepaidkarte steckte ja irgendwo in einem Mauseloch, weil ich derzeit nicht wollte, dass man mich darüber zurück verfolgen konnte. Auch das uralte Nokia 6100 war inzwischen verschrottet, obwohl dies das letzte Geburtstagsgeschenk meiner Mutter gewesen war.

Wir erreichten den Ith. Nahe der Zeltwiese gab es ein altes Verkehrsflugzeug, welches irgendwie hier herauf geschafft und zum Restaurant umfunktioniert worden war. Dort luden Finn und ich das andere Pärchen erstmal ein. Wir unterhielten uns lange und verzehrten auch etliche Alkoholika. Als das Lokal schloss waren wir alle vier richtig blau. Ich merkte dass ich deutliche Schwierigkeiten hatte meinen Bewegungsapparat zu kontrollieren. Schließlich war ich keinen Alc gewohnt, und dann gleich so viel davon. Ich wusste nicht mehr wie viel, nur dass es viel gewesen war, und alles durcheinander. Ich bekam noch mit, dass es regnete und das ich auf die Wiese kotzte, dann holte mich der Blackout.

Am Morgen spürte ich jede Faser in meiner Rübe, die bestimmt so groß war, dass ich damit durch keine Tür mehr kommen würde. Und speiübel war mir. Finn schlief noch, als ich nach draußen wankte um mich zu übergeben. Etliche Brechstellen rund herum taten ihr Übriges. Danach ging es mir keinesfalls besser.
Plötzlich bemerkte ich Jason, der nur mit Badehose Übungen machte. Obwohl es mir richtig dreckig ging, staunte ich über dieses Schauspiel. Was für ein Mann! Mindestens zwei Meter groß mit gewaltigen Muskelpaketen. Ich ertappte mich dabei, dass ich ihm auch auf den Hintern guckte. Ein für diesen Riesenkörper viel zu kleiner Arsch, aber schön knackig. Jason bemerkte mich. "Ah Josie, are you allready?" "Nein mir is übel und ich hab schrecklich Kopfweh.", sagte ich weinerlicher als ich wollte. "A little Moment." Der Riese ging zum Auto des Paares und holte Tabletten und eine Flasche Wasser, dann ließ er mich stehen, weil in diesem Moment Micky krächzend aus dem Zelt nach ihm rief. Der nächste Patient erwartete den Doc.
Ich nahm nur zwei von den 4 Tabletten, weil ich mir dachte, dass Finn vielleicht auch... Aber der war fit wie ein Turnschuh. Das merkte ich, als er mich plötzlich von hinten umarmte. Zärtlich flüsterte er mir ins Ohr: "Ich seh dir geht´s nich gut mein Herzblatt." "Nee aber der Jason hat mir Pillen gegeben, mal sehn ob die helfen. "Aspirin, ja die helfen, aber die hättste in Wasser auflösen müssen, haste die etwa so runter gewürgt?" "Hm ja ging ganz schlecht und ich dacht ich muss ersticken dran. "Komm wir lösen die beiden anderen in Wasser auf und das trinkste dann." Er umsorgte und betüdelte mich richtig. Allein das machte es schon sehr viel leichter.
Viel später gings mir endlich besser und ich erfuhr, dass Finn bei weitem nicht soviel getrunken hatte, dass er mich und Micky mit Jason zusammen in unsere Lager brachte. Die zahlreichen Kotzbratzen auf der Wiese waren also nur von mir und Micky. "Aber der Jason, der hat doch immer alles ausgetrunken, und der hat heute morgen schon wieder auf der noch nassen Wiese geturnt bevor er mir die Pillen gab." "Bei dem Riesenkadaver verteilt sich das besser und wer weiß wie viel Training der auch im Saufen hat.", grinste Finn. "Heute Nacht haste mich zweimal geheiratet.", lächelte er dann. Wieder einmal bemerkte ich nichts von meinem nächtlichen Gerede. "Finn?" "Ja Engelchen?" "Wenn wir wieder zuhause sind, lassen wir uns zusammen schreiben okay?" "Ja Josie gerne aber ich fühle mich auch jetzt schon verheiratet mit dir." "Und wir saufen nie wieder okay?" "Okay Engelchen."

Gegen Mittag drängte Jason zu einer Kammwanderung, weil er unbedingt den Ausblick über Germany genießen wollte. Micky hing natürlich wie eine Klette an ihm. Nur weil auch Finn nicht abgeneigt schien mitzuwandern, ließ ich mich darauf ein, obwohl ich dazu gerade heute nun wirklich zero Bock hatte. Der Riese legte ein gehöriges Thempo vor, sodass ich stramm gehen musste um nicht zurück zu fallen. Teils war der Kammweg so schmal, dass wir hintereinander gehen mussten. Immerhin trug der Jason den dicken Rucksack mit Fressalien und Wasserflaschen. Ich sehnte mich schon lange nach einer Pause, als Jason endlich meinte hier sei der Ausblick schön genug und begann den Rucksack auszupacken. Ich fand den Ausblick gerade hier nicht so toll, aber war scherte mich der Ausblick auf mir bekannte Gegenden, das war mir völlig Latte, ich wollte jetzt etwas zu Trinken, und dann am besten pennen. Der Ausblick ins weite Land war hier deshalb so gut möglich, weil unter uns ein großer Steinbruch war, keine Bäume die Sicht hinderten.
Nach der Stärkung gämmelten wir am Oberrand des Steinbruches herum. Auch mir ging es nun wieder deutlich besser und wir kebbelten uns zu viert. Plötzlich schmierte ich ab. Kein Boden mehr unter den Füßen, kein Halt zu finden. Ich rutschte eine Geröllhalde hinunter. Versuchte mich verzweifelt irgendwo zu halten. Kein Bremsen möglich, nur kleine lose Steine. Unhaltbar rutschte ich dem Abgrund entgegen. Ich kannte den Steinbruch und wusste was mich erwartete. Unter der Geröllhalde ging es mindestens hundert Meter senkrecht runter. Todesangst durchwallte mich. Grenzenlose Angst. Das wars also nun mit mir. Irrsinniger Weise dachte ich selbst in diesen letzten Sekunden noch an Finn. "Ein junger Witwer wird er sein..."
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Re: Ein unbeliebter Junge

Beitragvon holiday93 » 13 Jun 2012, 23:38

Wie soll ich jetzt einschlafen können, wenn man nicht weiß was mit Josie passiert?!?! :P
Echt gut und sehr spannend geschrieben :)
Die größte Sehenswürdigkeit, die es gibt, ist die Welt - sieh sie dir an!

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Re: Ein unbeliebter Junge

Beitragvon ollivio » 14 Jun 2012, 00:36

-14-
Direkt vor der Kante fanden meine Füße Halt. Ich realisierte es aber da noch nicht sofort, sondern scharrte mir weiter sinnlos die Hände blutig auf der Suche nach etwas Festem. Irgendwann merkte ich es doch. Ich lag unmittelbar an der Kante auf dem Rücken. An meinen Füßen ein etwas größerer Stein. Der hielt mich, aber wie lange? Und wie sollte ich hier weg kommen? "Sie werden Hilfe rufen.", dachte ich bei mir und drehte mich vorsichtig, schaute nach oben. Das waren mindestens 70-80 Meter und über mir drohte eine lose Gesteinsmatte jeden Moment herunter zu brechen. Kleinere Steine rollten und klickerten bereits an mir vorbei, manche trafen mich wohl auch, aber das merkte ich kaum. Ich hatte andere Sorgen und es tat mir eh schon alles weh.
Oben sah ich Micky und Jason gestikulierend stehen. Finn nicht zu sehen. Wo war er, würde er Hilfe holen? Natürlich, er würde. Aber das würden die anderen sicher auch, bestimmt hatte man schon telefoniert, versuchte ich mich zu beruhigen. Aber warum war Finn nicht zu sehen? Mochte er nicht hinsehen, wie sein Freund in den Tod stürzte? War er vielleicht den Weg nach unten gelaufen, um Hilfe zu suchen bei den Leuten, die im Steinbruch arbeiteten? Egal, er würde alles mögliche tun, da war ich mir sicher. So wie ich auch alles für ihn getan hätte.

Verdammt warum musste ich da oben herum gämmeln? Ich hatte doch noch so viel vor, jetzt wo ich glücklich sein konnte, und es auch gewesen war. Nun hatte ich mir alles verkackt. Ich glaubte nicht wirklich daran dass rechtzeitig Hilfe kommen würde. Ich versuchte meine Panik in den Griff zu bekommen. "Sie werden einen Hubschrauber schicken.", dachte ich. Heulen musste ich, vor Verzweiflung, Wut auf mich selber, Angst, Selbstmitleid. "Scheiße du Idiot, nun haste verschissen.", dachte ich. Vorsichtig, um mich ja nicht zuviel zu bewegen, langte ich jetzt in meine Hosentasche nach dem Smartphone. Ich wollte noch einmal Finns Stimme hören, noch ein letztes Mal. Ich fand das Telefon nicht.
Gerade wollte ich in die andere Tasche meiner Jeans greifen, als ich Finn hörte. "Beweg dich nicht, ich komme dich holen!" Ich drehte meinen Kopf nach rechts und sah Finn! Er balancierte direkt auf der Kante in meine Richtung. Mir gefror schier das Blut in den Adern - er riskierte sein Leben für mich! "Hau ab Finn kannst mir nicht mehr helfen, gleich kommen die Steine runter!" Er antwortete nicht sondern balancierte unbeirrt weiter. Dann war er da. "Komm steh auf ich helf dir.", sagte er völlig cool. "Ich kann nicht, dann fall ich runter." "Bist du verletzt? Hast du dir was gebrochen?" "Nee wohl nich, aber wenn ich jetz aufsteh, dann fall ich runter, ich kann nich." "Sicher kannst du, hier ist die Kante fest, komm schon und sieh nicht nach unten, sondern auf mich. Nur auf mich, hörst du?"
Er half mir auf. Schwankend und zitternd stand ich hinter Finn. "Wir gehen jetzt, immer einen Fuß vor den anderen, komm Engelchen.", bestimmte Finn. Ganz langsam gingen wir auf der sehr schmalen, oft kaum 10cm breiten Kante entlang. Schließlich erreichten wir Büsche. "Wir haben es geschafft Finnie -- du hast mir das Leben gerettet!" "Noch nicht, wir sind noch nicht oben, es kommt noch eine schlimme Stelle." "Warum hast du das getan Finn? Du hättest abstürzen können!" "Warum wohl hm? Was denkst du warum ich das tat - wie sagtest du doch so schön? Du würdest für mich in Säure baden und dir die Haut abziehen lassen? Das, Engelchen, würde ich auch für dich tun." "Ich danke dir für den größten Liebesbeweis, den einem ein anderer Mensch geben kann.", sagte ich. "Halt den Babbel jetzt kommt die beschissene Stelle."

Ein sehr dicker Felsen lag uns im Wege. Zum Hang hin stecke dieser in losem Geröll. Da war Finn runter gekommen. Hinauf würde kaum gehen, denn sowie man die steile Schutthalde betrat, gaben die Steine nach und machten ein nach oben klettern unmöglich. Der Felsen war sicher 4 Meter hoch sodass auch ein drüber klettern erstmal unmöglich schien. Zur Abgrundseite ging gar nichts, dort ragte der Felsen einen Meter über die Kante. Wir suchten nach etwas größeren Brocken um uns eine Art Treppe zu bauen. Nicht wirklich etwas zu finden. In diesem Moment löste sich die Gesteinsmatte und einige tausend Kubikmeter Geröll sausten an uns vorbei in den Abgrund. Jetzt wären wir sicher unten, wenn wir noch auf der schmalen Kante gewesen wären!
Aber die Gefahr war noch nicht gebannt. Nun drohte auch direkt über uns eine lose Geröllkante die jeden Moment herunter brechen konnte um uns zu erschlagen und mit in den Abgrund zu reißen. Wo sollten wir hin? Zurück auf die schmale Kante? Vielleicht ganz rüber auf die gegenüberliegende Seite um es dort zu versuchen? Unmöglich, die Kante auf der wir eben balancierten war nicht mehr da. Sie war nun gänzlich mit losem Gestein bedeckt, da konnte man nicht zurück.
"Engelchen ich glaub wir sollen heute Strafe bekommen für all das was wir taten, was wir mit deinem Stiefvater gemacht haben und so, ich glaub wir kommen hier nich mehr heil raus.", sagte Finn mit zitternder Stimme. Jetzt war es auch um seine Coolness geschehen. Wir umarmten uns fest, drückten uns. "Finn klettere an mir hoch, versuch die Oberkante des Felsens zu erreichen." Es sah zwar viel zu hoch aus, aber das mussten wir noch versuchen. Schließlich stand Finn auf meinen Schultern - aber es fehlte noch ein Meter.
"Ich muss es schaffen.", dachte ich und packte Finns Turnschuhe. "Versuche dich jetzt hoch zu stemmen Liebster, pass auf jetzt..." Mit aller Kraft drückte ich unter Finns Sohlen. Ich war nicht sonderlich stark, aber weil Finn sich oben selbst an kleinsten Fugen im Felsen mit hoch zog schafften wir es. Finns Finger erreichten die Oberkante. Schließlich gelang es ihm den Felsen ganz zu erklimmen. "Hier gehts, dahinter ist festes Gelände, Wald!", rief er von oben. Ein Seil, wir brauchten ein Seil. Wir hatten den gleichen Gedanken, zogen uns beide in Windeseile aus und verknoteten unsere Klamotten. Ich warf ihm meine nach oben. Finn verknotete alles miteinander und warf mir das Ende runter. Ich konnte es so gerade erreichen. Finn begann zu ziehen. Zum Glück war der Felsen nicht zu breit. So hielt uns unser Gewicht gegenseitig. Finn ließ sich auf der anderen Seite ab, und zog mich damit hoch. Schließlich war ich oben. Gerade jetzt brachen die Steine von oben herunter. Ich sprang auf die rutschenden Kiesel auf der sicheren Seite des Felsens und war sehr schnell bei Finn. Wir schlugen uns in die Büsche. Dass dies Dornenbüsche waren störte uns nicht mehr obwohl wir nackt waren. Nur noch fort von hier!
Erst als wir in Sicherheit waren, merkten wir wie zerschunden unsere Körper waren. Aber wir hatten es geschafft, wir hatten überlebt. "Unsere Sachen, die in den Taschen waren, wir müssen sie holen, vielleicht sind sie nicht mit in den Abgrund...", meinte Finn. Auch mir fiel nun wieder mein teures Smartphone ein, meine Papiere usw. "Egal, lass uns erstmal nach oben, das können die anderen machen, die können mit Klamotten durch die Dornen." "Hast Recht." Oben angekommen fielen wir uns in die Arme.
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Re: Ein unbeliebter Junge

Beitragvon etcetera » 14 Jun 2012, 17:52

Ich befürchte hier ist die Geschichte zu Ende.....Sie ist so wunderschön =D ich könnte sie immer wieder und wieder und wieder lesen.... =)
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Re: Ein unbeliebter Junge

Beitragvon ollivio » 14 Jun 2012, 20:54

etcetera hat geschrieben:
GameBoY hat geschrieben:Bis jetzt hat er immer gesagt, wann das ganze ein Ende hat. Ich hoffe, es hat diesmal wieder so.

Gsd ein gesunder Optimist =D


genau, ich schreib wenn Ende is -- ein bisschen kommt noch, allerdings nich mehr heute :)
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Re: Ein unbeliebter Junge

Beitragvon etcetera » 14 Jun 2012, 20:56

ollivio hat geschrieben:
etcetera hat geschrieben:
GameBoY hat geschrieben:Bis jetzt hat er immer gesagt, wann das ganze ein Ende hat. Ich hoffe, es hat diesmal wieder so.

Gsd ein gesunder Optimist =D


genau, ich schreib wenn Ende is -- ein bisschen kommt noch, allerdings nich mehr heute :)

Juhuuuuu ich freu mich schon drauf =3 so eine tolle geschichte muss man sowies in maßen genießen^^
und woah was für eine ehre .. ich wurde von DEM einzigwaren ollivio zitiert =D
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Re: Ein unbeliebter Junge

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