Die Maschine

Platz für eure Beziehungsstories - fact and fiction
Gay Stories - keine Sexstories!
bluesky
member
member
Beiträge: 439
Registriert: 01 Nov 2012, 16:00

Re: Die Maschine

Beitragvon bluesky » 28 Feb 2013, 23:41

Ein wirklich schönes und lustiges neues Kapitel, Amon. Nach dem düsteren vorherigen Teil, wirkt die Komik in diesem Abschnitt richtig befreiend. Sehr gelungen.
Wir wussten ja schon, dass Sven einen gewissen Ruf bei seinen Altersgenossen hat – und der ist jetzt um eine Legende reicher. Werden wir noch genauer erfahren, was zwischen Sven und Korbinian damals vorgefallen ist? Es gab ja schon von anderen Lesern den scharfsinnigen Hinweis, dass Korbinians homophobe Beleidigungen immer auf Sven (und Florians Freundschaft zu ihm) Bezug nehmen.
Jedenfalls dürfte Svens Aktion mit der Wasserflasche wohl allen Lesern richtig Spaß gemacht haben. Wir werden nicht nur Zeugen, sondern regelrecht Komplizen, wenn Korbinian bekommt, was er verdient. Ich jedenfalls habe immer noch ein Grinsen im Gesicht. Vielleicht ist Sven ja einer dieser Jungs, von denen es heißt, dass entweder Held oder Schurke sein müssen. Heute ist er mein Held. Danke, dass du das ermöglicht hast.
Was die Szene am Baggersee angeht, will ich zwar nicht zu viel in deine Wortwahl hineininterpretieren, aber es wird erneut deutlich, dass Sven Florian dazu bekommt, für ihn/mit ihm einen Sprung ins kalte Wasser zu wagen. Diesmal buchstäblich. Dabei hat Florian dank Sven schon viele neue Erfahrungen gemacht.
Was nun die Ankündigung für das kommende Kapitel angeht (wenn ich mal wieder den Erbsenzähler geben darf): An sich hatte Florian Sven ja schon in Kapitel 23 nackt gesehen – und hätte das auch in Kapitel 34 tun können. Aber nun sieht er ihn wohl ausgerechnet dann „richtig“ nackt, wenn er gerade aus dem eiskalten(!) Wasser kommt. (Spielt man nicht gerne Streiche in der Freinacht...?)

Re: Die Maschine

Werbung
 

Amon
Greenhorn
Greenhorn
Beiträge: 57
Registriert: 15 Jul 2012, 11:49

Re: Die Maschine

Beitragvon Amon » 04 Mär 2013, 18:34

[39] Dankbarkeit

Wir schwammen zum Holzfloß. Das war eine weite Strecke und ich gewöhnte mich allmählich an die Kälte, die zuerst noch in der Brust gestochen hatte. Trotzdem war ich ziemlich ausgekühlt, als wir dort ankamen und uns auf die Bretter hinaufzogen. Ich nahm es zum Anlass, um Sven anzufassen.
„Du bist genauso kalt.“, stellte ich fest. „Ich dachte du könntest mich ein bisschen wärmen.“
„Ich kann dir einen Bluterguss machen. Dann hast du eine warme Stelle.“
Er legte sich auf den Rücken auf die kalten Holzbretter des Floßes. Die Badehose klebte ihm an den Beinen. Vielleicht war ich durch das kalte Wasser nicht ganz ich selbst, aber in einem kurzen Augenblick, der sich ein bisschen so anfühlte, wie ein Hechtsprung ins kalte Wasser, legte ich mich auf ihn.
„Was willst du?“, fragte er und es klang ein wenig gelangweilt.
„Ein bisschen was von deiner Körperwärme.“
Ich schaute ihm in die Augen. Sie waren heute blauer als sonst und in seinen Wimpern hingen kleine Wassertropfen. Er grinste und strich mir die Haare aus der Stirn.
„Du bist ganz schön zutraulich.“, stellte er fest.
„Was meinst du damit?“
„Du fasst mich gerne an.“
Er fuhr mit seiner Hand zwischen meine Schulterblätter und langsam die Wirbelsäule hinunter.
„Dich scheint das nicht zu stören.“, sagte ich.
„Du weißt schon, dass uns hier jeder sehen kann?“
Ich antwortete nicht und fuhr mit meiner Hand über seinen kalten Hals und über seine kalte Brust. Seine Lippen waren wie seine Augen blau geworden.

„Das reicht jetzt.“, stellte er fest. „Wenn wir jetzt nicht zurück schwimmen, sind wir irgendwann unterkühlt.“
Er schob mich von sich herunter und stieß mich über den Rand des Floßes. Das Wasser war noch kälter, als ich es in Erinnerung behalten hatte. Ich schluckte eine ganze Menge und fing furchtbar zu husten an. Sven folgte mir mit einem halb gelungenen Rückwärtssalto und wir machten ein Wettschwimmen zum Ufer, das ich mit knappem Vorsprung gewann. Trotzdem fühlte ich mich als Versager. Ich hatte mich nicht getraut, ihn zu küssen. Zurück an Land zitterte ich heftig und es war ein schönes Gefühl das Handtuch auf dem Gesicht zu spüren und auf den Armen. Ich band es mir um und zog meine Badehose aus; hatte einige Mühe, meine Unterhose anzuziehen, weil ich noch immer zitterte. Sven ging da praktischer vor. Er zog sich gleich nackt aus und rieb sich mit dem Handtuch trocken. Das Wasser war so kalt gewesen, dass zwischen seinen Beinen nicht viel mehr als ein kleiner roter Überrest zu sehen war. Ihn schien das aber nicht zu stören. Er trocknete seinen Kopf sehr gründlich ab und dann erst zog er sich an. Bald wurde es sehr warm in meiner Haut. Ich begann beinahe zu glühen. Wir saßen noch eine Weile auf unseren Rucksäcken und sahen auf das Wasser hinaus. Sven hatte sich eine Zigarette angezündet. Es war ganz eigenartig: ein deutliches Gefühl davon, in der Wirklichkeit zu sein. Selten hatte sich ein Augenblick realer angefühlt, auch wenn ich nicht ganz sicher war, was das bedeuten sollte. Wir sagten nichts mehr, bis wir mit den Rädern wieder abfuhren. Es war sehr leicht, mit Sven befreundet zu sein.

Mit dem Mai begannen die bis dahin glücklichsten drei Monate in meinem Leben. – Vielleicht waren es auch nur zweieinhalb. Und ich musste dafür bezahlen. Aber glücklich war ich doch und ich möchte sie nicht missen. Es war eine gute Zeit: Auf dem Fahrrad flog die warme Luft an einem vorbei und die Gedanken richteten sich auf den Sommer aus, auf eine Zukunft, die zum Greifen nahe war. Meine Kameraden hatten gute Laune und ich fühlte mich so lebendig und stark wie selten zuvor. Korbinian hatte seit dem Zusammentreffen mit Sven erfreulicherweise die Fähigkeit entwickelt, öfter mal das Maul zu halten, und ich selbst schien plötzlich unangreifbar geworden zu sein. Sogar Philipp ließ mich in Ruhe und Christian hatte kein schlechtes Wort mehr über Severin zu sagen. Zum Fußballspielen, den Fahrten zur Papierfabrik und den Treffen in der Bäckerei, bei Milchkaffee und Butterkuchen, kam jetzt noch das Schwimmen. Ich konnte Sven anfassen, wenn ich mich traute. Manchmal ließ er es sich gefallen und manchmal nicht, manchmal war seine Haut kalt und glatt und manchmal warm und weich. Man konnte sich bei ihm nicht sicher sein, aber ich hatte gelernt, mit diesen Unsicherheiten umzugehen. Es war mein Stolz, dass ich es konnte. Und was die Geheimnisse anging, die es zu lüften galt – das hatte noch lange Jahre Zeit. Ich fragte Sven nicht nach seinen Gefühlen und nicht nach seinen Gründen für dies und das. Ich wusste nicht, warum er mich damals gequält hatte, und warum er aufgehört hatte. Ich wusste nicht, was es mit Korbinian auf sich hatte, und warum sie verfeindet waren. Ich wusste nicht, was Sven mir verschwieg, und es machte auch nichts, solange ich mit ihm zusammen sein konnte und wir zusammen gehörten. Und wir gehörten zusammen. Ich fühlte es deutlich in diesen zweieinhalb Monaten.

Einmal im Mai, an einem Mittwoch, gingen wir zusammen durch die Schule und besprachen Pläne fürs Wochenende, während Sven auf seinen Sportunterricht am Nachmittag wartete. Wie wir so die Gänge abschritten, trat uns plötzlich mein Geschichtslehrer Kleiber in den Weg. Er starrte uns an, schaute entsetzt von einem zum anderen.
„Was macht ihr denn hier?“, fragte er.
„Meinen Sie das irgendwie philosophisch, Herr Kleiber?“, fragte Sven. „Ich verstehe nämlich Ihre Frage nicht.“
„Was hab ihr miteinander zu tun?“, fragte Kleiber noch einmal scharf nach. Er sah mich dabei an.
„Fragen Sie das in Ihrer Eigenschaft als Pädagoge?“
Kleiber schnaubte entrüstet.
„Ich bin sein böser Zwilling.“, sagte Sven, zog mich zu sich heran und leckte mir mit der Zunge über die Wange.
„Wollen Sie mal probieren, Herr Kleiber? Schmeckt ein bisschen nach Streber, genau wie Sie es gern haben.“
Kleiber schimpfte vor sich hin, während er den Kopf schüttelte und davon ging.

„Was sollte das jetzt?“, fragte ich Sven, als Kleiber verschwunden war.
„Das schadet gar nicht. Der Kleiber hat mich damals bei deiner Mutter hingehängt. Er hat im Lehrerzimmer einen Aufruf gestartet, welche Schüler in eine Schlägerei verwickelt waren.“
„Und woher weißt du das?“
„Frau Schneider hat es mir erzählt.“
„Die Schneider?“, rief ich überrascht.
„Ja.“
„Wieso das denn?“
„Weil sie mit mir geredet hat. – Ich bespreche manchmal ein paar Probleme mit ihr.“
Ich schaute ihn mit großen Augen an.
„Mathematische Probleme, du Schwachkopf.“
Ich nickte.
„Du musst nett zu ihr sein, Florin. Sie hat sich viel für mich eingesetzt.“
Ich hatte nicht gewusst, dass Sven Dankbarkeit kannte. Wie er mich jetzt ansah, war etwas unendlich Trauriges in seinem Blick. Er schaute mir gerade in die Augen und ich konnte einen unbekannten Schmerz darin sehen. Ich griff langsam nach seiner Hand und er zog sie nicht weg.
„Irgendwann.“, sagte ich unvorsichtigerweise, „musst du mir einmal viel erzählen. Es gibt viel, über das ich mit dir reden will.“
Wie ein Vogelschwarm die Richtung wechselt, so verlor sich der Schmerz aus seinem Gesicht.
„Ist das eine Drohung?“, fragte er und grinste.
Wir waren inzwischen beinahe gleich groß und meine Mutter beklagte sich darüber, dass sie mir neue Anziehsachen kaufen musste.

„Nehmt euch doch ein Zimmer zusammen.“, sagte eine Stimme hinter uns. Es war Max, der von draußen kam. Er roch nach Zigaretten. Sven ließ meine Hand nicht los.
„Ich hab gar nicht gewusst“, sagte er langsam, „dass dich das was angeht.“
„Wir müssen los.“, sagte Max und deutete auf seine Armbanduhr. Er ging neben Sven und legte ihm die linke Hand auf die rechte Schulter. Nachdem Sven mich noch immer nicht los gelassen hatte, kam ich mit.
„Im Ernst, Ahnfeld“, fuhr Max fort, „es wird über dich geredet; über dich und deinen kleinen Freund. – Sein mir nicht böse, Florian.“
„Ich habe nicht gewusst.“, sagte Sven noch einmal, „dass mich das interessiert.“
„Dich vielleicht nicht mehr. Aber ihn. Er muss damit zurechtkommen.“
Sven ließ meine Hand los.
„Was wird über mich geredet? Und von wem?“, fragte ich, ohne zu verstehen, dass das im Grunde die beiden nebensächlichen Fragen waren.
Max blieb stehen und zögerte einen Augenblick.
„Es heißt, dass Severin sich ein neues Spielzeug gesucht hat.“
„Warum ein Spielzeug? Und warum ein neues?“
„Da musst du mich nicht fragen.“, sagte Max.
„Wen sonst?“
„Keine Ahnung. Ihn hier zum Beispiel...“
Ich sah Severin an. Er wirkte so kühl und gelassen, dass es Unheil verhieß.
„Jetzt komm, wir müssen los.“, sagte Max noch einmal und zog Sven mit sich fort. Ich blieb alleine zurück und wollte mich auf den Boden setzen.
Severin hat sich ein neues Spielzeug gesucht? Severin hat sich ein neues Spielzeug gesucht? – Was auch immer das bedeuten mochte, sagte ich mir schließlich, es war ein gutes Spiel.

Zuhause hörte ich Musik, es war Svens CD, und durch das offene Fenster flossen Licht und Wärme. Es war Abend geworden, aber meine Eltern waren nicht da, weil sie gleich nach der Arbeit zur Grillfeier irgendeines Bekannten eingeladen waren. Das zweite Stück hatte eben eingesetzt, mit seinen langsamen, süßen Melodien, als es an der Türe läutete. Mit einigem Widerwillen marschierte ich hinunter und öffnete – und es war Sven, der mit dem Fahrrad gekommen war. Er war barfuß, trug nur eine kurze Hose und ein T-Shirt und seine Haare klebten nass am Kopf. Ich bat ihn herein und ich konnte riechen, dass er frisch geduscht hatte. Er folgte mir die Treppe hinauf in mein Zimmer.
„Was ist?“, fragte ich. Er schien ungewöhnlich ernst. Ich drückte die Repeat-Taste und setzte mich aufs Bett.
„Ich wollte nach dir sehen.“ Er setzte sich neben mich. „Ob du mich irgendetwas fragen willst. Nach dem, was Max heut gesagt hat.“ Ich sah ihn lange an. Wieder war ein unbekannter Schmerz in seinen Augen, aber er war ganz ruhig.
„Nein…“, sagte ich dann.
Eine Bewegung ging durch sein Gesicht, als wäre es im heißen Wasser noch einmal wärmer geworden.
„…ich vertraue dir auch so.“
Er drehte seinen Kopf zur Seite, sodass ich seine Augen nicht mehr sehen konnte.
„Willst du noch schwimmen fahren?“, fragte ich.
„Nein.“, sagte Sven und legte sich auf dem Bett zurück. „Lass uns hier bleiben. Da sind wir unter uns.“


---

(Vielen Dank, nademaro und bluesky; freut mich, dass es euch gefallen hat! Am Donnerstag folgt das vierzigste Kapitel: „Spiel für Könige“, in dem Sven nun doch einmal Gefühle zeigt.)

Benutzeravatar
nademaro
member
member
Beiträge: 598
Registriert: 28 Aug 2012, 02:56
Wohnort: Nürnberg

Re: Die Maschine

Beitragvon nademaro » 04 Mär 2013, 18:47

Es wird immer spannender..
Hihi..
ich fress papier und kotz konfetti

Connery
new-boy
new-boy
Beiträge: 43
Registriert: 18 Dez 2011, 17:19

Re: Die Maschine

Beitragvon Connery » 04 Mär 2013, 19:02

Lieber Amon,

Was fällt dir eigentlich ein mich so zu quälen? Unglaublich, dies ist die schönste und süßeste Geschichte die ich bis jetzt im Internet gefunden hab. Und das grad mal vor 3 Tagen! Ski schreibst so unglaublich spannend und gefühlvoll, so das ich einfach kaum aufhören konnte zu lesen.

Nichtmal beim essen oder wenn ich bei Freunden zu Besuch war, in den letzten Tagen klebte ich nur vorm Handy und laß.
Als ich gestern Abend dann am Schluss angekommen wahr und der Wahrheit ins Auge sah das ich nun bis zum nächsten Tag warten musste war ich total verzweifelt... Und jetzt muss ich ganze 4 Tage warten :(

Naja genug davon ich wage es nun ein wenig zu spekulieren.

Ich habe das Gefühl das Sven einmal Gefühle für Korbinian hatte und ihm diese gestand, dieser wendete sich dann von ihm ab und Sven hörte auf mit dem Fußball Training. Nun hat er Angst Florian auf die gleiche weise zu verlieren... Ich halte ihn für einen nachdenklichen, liebevollen jeoch missverstandenen und verurteilten jungen. Ich denke das er Florian liebt

bluesky
member
member
Beiträge: 439
Registriert: 01 Nov 2012, 16:00

Re: Die Maschine

Beitragvon bluesky » 04 Mär 2013, 23:40

OK. Florian steht also schlimmes bevor. Und auch uns Lesern wird das wehtun. Aber etwas stimmt nicht. Irgendwas läuft hier zu geradlinig.
Sven macht sich weniger Sorgen, dass man ihn mit Florian sieht (und das für schwul hält), sondern, dass Florian etwas über ihn erfährt. Nein, Sven schämt sich für etwas. Wofür würde Sven/der große Severin Ahnfeld sich schämen? Für Undankbarkeit? Für Verrat?
Wieso weiß Fußball-Kumpel Max über alles Bescheid? Wo doch Florian ursprünglich selbst Erkundigungen über Severin eingeholt hatte und nichts über ein „altes Spielzeug“ erfahren hatte.
Und Ex-Fußball-Kumpel Korbinian? Der hatte Sven im letzten Kapitel so angegriffen, wie Severin damals Florian angegriffen hatte. Hinterrücks in die Beine treten, um den anderen stolpern zu lassen (wie beim Foul-Spiel), dann lautstark beleidigen und weitergehen, wenn sich das Opfer nicht wehrt. Alles ohne sichtbaren Anlass, ohne bekannten Grund; aber geplant. Geht es dabei wirklich nur um die beiden?
Das passt einfach zu gut, als dass es stimmen könnte.
PS: Die Szene am See, als beide auf den Rucksäcken sitzen, nichts sagen und Florian das Gefühl hat, in der Wirklichkeit zu sein, fand ich sehr gelungen.

DerSchmied
member-boy
member-boy
Beiträge: 128
Registriert: 10 Feb 2013, 18:41
Wohnort: Obersulm, Baden-Württemberg
Kontaktdaten:

Re: Die Maschine

Beitragvon DerSchmied » 05 Mär 2013, 19:45

Amon,

ich verneige mich vor dir.

Diese Geschichte ... Sie gibt mit so vielen, wunderbaren, schönen Worten und Bildern so viel Stoff zum Nachdenken. Die Beiden haben einen so wunderbar ANDEREN, besonderen Blick auf die Welt ...

Ich glaub jede Interpretation meinerseits wäre hier fehl am Platz, diese Geschichte wirkt allein am besten ... zumal bluesky ja schon eine sehr gute Interpretation gepostet hat :)

Einfach genial deine Geschichte. Ich bin ein Fan von dir.

Hast du vor, Autor zu werden? Alles andere wäre verschwendetes Talent.

Ich freu mich auf die Fortsetzung!
lg
Euer Schmied :)
__________________________________________

Liep âne leit mac niht gesîn.

bluesky
member
member
Beiträge: 439
Registriert: 01 Nov 2012, 16:00

Re: Die Maschine

Beitragvon bluesky » 05 Mär 2013, 23:10

DerSchmied hat geschrieben:Ich glaub jede Interpretation meinerseits wäre hier fehl am Platz, diese Geschichte wirkt allein am besten ... zumal bluesky ja schon eine sehr gute Interpretation gepostet hat :)


NEIIIIIN! Um Himmels Willen. Schreib doch bitte was zu deiner Sicht auf die Geschichte. Amon hat ja schon mehrmals darum gebeten, dass auch Kritik geäußert wird. Da kann ich doch nicht schon wieder der Böse sein, der die anderen Leser vergrault.
Es gibt doch noch so viel dazu zu sagen! Nur als Beispiel im neuen Kapitel:
- Weswegen musste sich die Mathelehrerin so für Sven einsetzten? Nur wegen des Zusammenstoßes mit Florian? Dann hätte der doch sicher auch was davon mitbekommen. Und Sven schaut ja auch so traurig, als er davon erzählt. Der hat doch mehr auf dem Kerbholz.
- Ist es nicht seltsam, dass die Freundschaft wischen Sven und Florin sich quasi in umgekehrter Richtung zu anderen Freundschaften entwickelt? Erst streiten sie erbittert miteinander, dann freunden sie sich an und erst danach beginnen sie miteinander Zeit bei gemeinsamen Aktivitäten (Schach, Rad-Touren, Fußball, Schwimmen) zu verbringen. Ist doch normalerweise umgekehrt. Oder?
- Was ist nur vorgefallen, dass sich Sven Ich-geh-nackt-über-die-Straße-zum-Sportunterricht Ahnfeld so derart ziert, darüber mit Florian zu reden? Zumal ja andere Leute offenbar schon Bescheid wissen (z.B. Max). Ihm ist doch sonst nichts peinlich.

Also bitte: Kommentiert!

Cyprus
new-boy
new-boy
Beiträge: 41
Registriert: 26 Sep 2012, 14:35

Re: Die Maschine

Beitragvon Cyprus » 06 Mär 2013, 16:42

Hallo.
Ich muss De[m]Schmied hier zustimmen bluesky ;)
Genau wie ihm fällt es mir auch schwer alles was für mich in amons Worten steckt zu "erinterpretieren" also selber in Worte zu fassen.

Die letzten paar Kapitel war ich (selbstverständlich) als stiller Leser weiter dabei, habe allerdings keinerlei Anlass gesehen mich zu melden. Ich muss wohl auch zugeben, dass die letzten Kapitel nicht soviel "Inhalt" hatten wie eben anderen Kapitel und, dass ich wohl auch ein bisschen faul geworden bin und mich nicht immer melden will :/

Aber nach diesem Kapitel können meine Gedanken nicht ungehört bleiben. Der Teil, indem die beiden vor dem See auf ihren Rucksätzen sitzen und einfach in der Wirklichkeit sind ist soo deermaaßeen (guck an! jeweils Doppel-Vokale. Das soll was heißen!) gut und schön und tiefgründig und spiegelt so unglaublich gut meine Charakterzüge wieder, dass ich wieder nur danke sage :)

Lg Cyprus
You've gotta dance like there's nobody watching,
sing like there's nobody listening
and love like you'll never be hurt.

William W. Purkey

bluesky
member
member
Beiträge: 439
Registriert: 01 Nov 2012, 16:00

Re: Die Maschine

Beitragvon bluesky » 06 Mär 2013, 19:28

Cyprus hat geschrieben:Ich muss wohl auch zugeben, dass die letzten Kapitel nicht soviel "Inhalt" hatten wie eben anderen Kapitel

Hmm. Ich fand eigentlich, dass in den letzten Kapiteln ziemlich viel interessantes passiert ist. Angefangen mit der Schlaegerei auf dem Fussballplatz, ueber die Konfrontation mit Korbinian in der Schule, bis hin zu den duesteren(?) Geheimnissen, die im letzten Kapitel ihre Schatten voraus geworfen haben. Hmm. Der Ton wird deutlich ernster. Die Flitterwochen gehen wohl vorbei.
Schlimm - wirklich schlimm - finde ich aber, dass die Geschichte sich dem Ende zuneigt. Ich hoffe ganz tief drinnen immer noch, dass Amon irgendwann einen zweiten Teil schreiben wird. Aber da er selbst schon sagt, dass das womoeglich nicht funktioniert und Teil 1 besser fuer sich alleine steht, mache ich mir nur noch wenig Hoffnung. :cry:
PS: Ja, Cyprus. Die Szene am See ist wirklich sehr stimmungsvoll. Und das mit nur ganz wenigen und einfachen Worten... :)

Amon
Greenhorn
Greenhorn
Beiträge: 57
Registriert: 15 Jul 2012, 11:49

Re: Die Maschine

Beitragvon Amon » 07 Mär 2013, 07:38

[40] Spiel für Könige

Dann lagen wir also auf dem Bett, umgeben von Wärme, Abendlicht und Musik. Unsere Hände lagen an einander und ich konnte seinen Atem hören. Als ich den Kopf drehte, um zu Sven hinüber zu schauen, sah er mich schon lange an. Ich drehte mich zur Seite und legte ihm die linke Hand in den Nacken, fuhr mit den Fingern in seine weichen, feuchten Haare. Sven schloss die Augen und zog mich zu sich heran. Er drückte seinen Kopf an meine Schläfe, wie er es schon manchmal getan hatte, und wie es sonst auch Katzen tun. Seine Bewegungen und sein Atem waren ganz ruhig. Mal wurde der Druck seines Kopfes fester, mal nahm er ab, mal zog er seinen Arm fest um mich, mal ließ der Druck nach und seine Hand zog weiter, den Rücken hinauf, unter die Schulter, an meinem Brustkorb entlang hinunter. Es dauerte nicht lange, bis ich erregt war, und bei ihm war es dasselbe. Seine Nähe schien mir so vertraut, dass es keine Rolle spielte. Beide Arme schloss er um mich, ganz fest. Wie er sein Gesicht gegen meines drückte, küsste ich ihn auf die Wange und noch ein zweites Mal direkt neben seinen Mund. Dann legte ich meine Lippen auf seine. Er drehte den Kopf zur Seite und wich mir aus.

„Was ist?“, fragte ich.
„Nichts.“
Ich versuchte noch einmal, ihn zu küssen und wieder drehte er den Kopf zur Seite.
„Hör auf damit.“
„Warum?“, fragte ich.
„Ich will dich nicht küssen.“, sagte er und zog mich wieder an sich, drückte seinen Kopf gegen meine Schläfe, wie zuvor. Ganz langsam begann er seinen Körper zu drehen und sein Gewicht zu verlagern, bis ich schließlich auf dem Rücken lag und er über mir. Er drückte noch einmal seinen Kopf an meinen Hals und es schien mir, als würde er versuchen, meinen Geruch einzuatmen. Dann drehte er sich zur Seite, sodass wieder etwas Raum zwischen uns war und sah mir in die Augen, während er mir mit der Hand durch die Haare strich.
„Du bist ein guter Freund, Florin.“, sagte er langsam. „Und ein guter Mensch, vielleicht.“
Ich wusste nicht, was das bedeuten sollte. Seine Stimme klang zärtlich und trotzdem ein bisschen kalt. Mit einem Mal lächelte er ganz eigenartig. Eigenartig, weil seine Augen dabei enger wurden, als hätte er Schmerzen.
„Du wirst mal ein sehr hübscher Junge sein.“, sagte er.
Ich wusste nicht, was er meinte.
„Ich bin in dich verliebt.“, sagte ich.
Es war wieder das Gefühl zu fallen, bei jeder Silbe. Er lächelte wieder wie zuvor.
„Das weiß ich schon.“ Er war ganz ruhig. Er ließ seine Hand in meinem Nacken und zog meine Wange gegen seine Stirn. Noch einmal roch er an meinem Hals.

„Du musst mir sagen, wenn es weh tut.“, sagte er leise.
Wir sahen uns lange in die Augen und es fing an, weh zu tun. Er drehte mich zur Seite, weg von sich und schloss seine Arme von hinten um mich, drehte sich zurück auf den Rücken und zog mich auf sich, sodass ich über ihm lag, wie damals in der Badewanne. Mit den Händen fuhr er über meine Brust hinunter über das Zwerchfell, wo meine Liebe für ihn saß. Für einen Augenblick hatte ich gedacht, er wollte mit mir schlafen, aber wie wir nun friedlich zusammen lagen, umgeben von Musik, Abendlicht und Wärme, verstand ich sehr genau, was er gemeint hatte: Er wusste, dass seine Nähe schmerzhaft für mich war, und wollte trotzdem bei mir sein.
„Ich bin in dich verliebt, seit du mir mit dem Hund auf der Straße entgegengekommen bist.“, stellte ich leise fest und hatte es selbst gerade erst verstanden.
„Florin. Ich will, dass du glücklich bist, irgendwann.“, sagte Sven. „Aber ich werde dich nicht glücklich machen.“
„Ein bisschen glücklich machst du mich schon.“
„Ich hoffe, dass das reicht.“

Noch sechs Atemzüge lang dauerte mein halbes Glück.
„Florin.“, sagte er dann. „Kannst du die Musik weiter machen. Ich will das Stück nicht noch ein viertes Mal hören.“
Ich stand auf und nahm die CD aus dem Abspielgerät. Es war das letzte Mal, dass ich einen Ton von ihr hörte. Sven war inzwischen aufgestanden, gähnte und verabschiedete sich kurz. Er müsse nach Hause, sagte er nur. Dann war er auch schon fort. Das ganze Haus war leer. Es war leerer als sonst, wenn ich allein zu Hause war. Sven war nicht in mich verliebt, so einfach war das. Kälter war es jetzt im Zimmer, besonders auch in meinem Magen war es so kalt, dass es brannte. Ich weiß nicht, wie ich es schaffte, einzuschlafen.

Am nächsten Tag war die Welt noch dieselbe. Es war immer noch kalt, kälter als der Mai, aber andererseits war ich doch auch aufgeregt. Es überraschte mich, dass mein Herz schneller schlug. Ja, ich WAR aufgeregt. Ich hatte Sven gesagt, dass ich in ihn verliebt war. Es hatte ein bisschen weh getan, vor allem danach, aber jetzt fühlte ich mich ziemlich stark. Es war das Gefühl von Wirklichkeit, das ich vom Schwimmen im kalten Wasser kannte. Als ich Sven in der Schule wiedersah, war alles wie immer. Wir spielten in der zweiten Pause Fußball, in derselben Mannschaft, und ich lieferte ihm die Vorlage zu einem Tor.

Ein paar Wochen später kam es zu einem Vorfall, der meiner langen Liste von Begebenheiten, über die ich einmal gründlich nachdenken musste, einen weiteren Eintrag hinzufügte. Und das war so: Am Donnerstag entfielen für die Mittelstufe die ersten beiden Stunden Unterricht. Stattdessen sollten wir zu irgendeiner idiotischen Veranstaltung in die Aula kommen, in der es um politische Verantwortung, Chancengleichheit oder Europa ging, ich hatte Kleiber nicht richtig zugehört, als er uns das Projekt erläutert hatte. Gerade WEIL das Angebot so sehr an unsere Verantwortung APPELLIERTE, konnten wir uns aussuchen, ob wir an den Workshops teilnehmen, schnuppern und zupacken wollten, wie Kleiber sagte, oder aber wir konnten ausschlafen. Ich wollte weder an Kleibers Vision von Nach-Nachkriegsdeutschland und Europa-Utopia mitwirken, noch zu Hause sein, wenn meine Mutter ihren freien Tag hatte, und fuhr deshalb zwar pünktlich um halb acht mit dem Fahrrad zur Schule los, kehrte aber auf dem Weg dorthin in der Bäckerei ein und dann um halb neun in einem Buchladen. Als ich zur Schule kam, war es aber immer noch nicht dreiviertel zehn und ich beschloss, mir die restliche Zeit in der Schülerbibliothek zu vertreiben.

Es handelt sich dabei um einen nicht besonders wohnlichen Kellerraum mit langen Regalen in denen eine Menge Lehrbücher, beschädigte Sachbücher und Lexika aus den siebziger Jahren stehen. Auch Landkarten sind dort verräumt und in einem Schrank lagern uralte Super-8-Filme. Zwischen dem Gerümpel und den Regalen stehen einzelne Tische, an denen man lesen und Hausaufgaben machen kann, und außerdem verleiht die Bibliothekarin Schachbretter und Figuren, wenn sie einen guten Tag hat, und man freundlich genug fragt, und es gibt zwei Computer, an denen man darauf warten kann, dass das Internet lädt. Dort unten im Neonlicht war es zumindest schön kühl. Ich schritt die Regale ab, auf der Suche nach einem Handbuch über Logik, als sich mir durch einige Lücken in den Regalen vor mir ein seltsames Bild bot: Sven saß dort an einem der Tische über ein Schachspiel gebeugt. Das Brett war so gedreht, dass er das Feld von der Seite übersah und also weder die schwarze noch die weiße Seite einnahm. Es schien mir so, als wäre es die Partie, die wir seit mehreren Monaten als Fernschach spielten. Sven saß dort, ohne sich zu bewegen und – noch merkwürdiger – genau hinter ihm, am Bücherregal, lehnte Korbinian mit verschränkten Armen und sah ihm dabei zu. Ich gab nun den dritten hochkonzentrierten Beobachter der Szene ab, spähte durch eine Lücke in den Bücherreihen und so vergingen ein paar Minuten, ohne dass etwas geschah. Was in aller Welt tat Korbinian dort?

Schließlich bewegte sich Sven. Er tat einen Zug und ließ ein plötzliches Schlachten folgen, bis er die Figuren mit dem Unterarm vom Brett schob. Er warf einen Blick auf die Uhr, machte eine Notiz auf einen kleinen Zettel, faltete das Schachbrett, das eigentlich nur eine bedruckte Stoffserviette war, und begann, die Figuren in die Holzkiste zu räumen, die zusammen mit dem Schachbrett verliehen wurde. Gedankenverloren und eine nach der andren. Da löste sich Korbinian vom Regal, seine verschränkten Arme öffneten sich und mit zwei Schritten war er neben Severin und klappte die Kiste zu, drückte zu, mit Svens Fingern zwischen Kiste und Deckel. Sven unterdrückte einen Aufschrei, versuchte sich zu befreien, aber Korbinian drückte mit beiden Händen, und hatte sich auf die andere Seite des Tisches vor Svens freiem Arm oder vor seinen Beinen in Sicherheit gebracht.
„Na, was ist?“, fragte er leise. Er drückte noch einmal fester zu, wie es schien, und Sven brach auf dem Tisch zusammen, verbrauchte all seine Kräfte dafür, nicht zu schreien. Korbinian ging in die Hocke, sodass er Sven auf gleicher Höhe in die Augen sehen konnte. Er flüsterte ihm ein paar Sachen zu, die ich nicht verstehen konnte. Sven starrte ihm fest und unter Schmerzen in die Augen ohne zu nicken oder sonst eine Reaktion zu zeigen. Das passte Korbinian nicht und er drückte noch einmal fester.

„He!“, sagte ich und trat hinter dem Regal hervor.
Sie schreckten beide hoch. Ich maß Korbinian mit den Augen.
„Lass ihn los.“
Zwei Sekunden zögerte Korbinian, dann ließ er die Kiste auf den Tisch fallen und Sven atmete hörbar auf. Korbinian kam schnell auf mich zu und zischte:
„Pass auf, in was du dich einmischst, Hawking.“
Er kam mir etwas näher, als mir angenehm war.
„Das hier ist ein Spiel für Könige.“, sagte er, schob mich dann zur Seite und ging davon.
Svens Finger sahen ziemlich übel aus. Es würden blaue und rote Flecken bleiben.
„Was verflucht noch mal ist das mit dir und Korbinian!“, sagte ich ziemlich laut.
Sven warf mir nur einen kurzen Blick zu und richtete seine Aufmerksamkeit wieder auf seine Finger, die sich noch ganz gut bewegen ließen. Er schien nicht daran interessiert, mir eine Antwort zu geben.
„Was hat er gemeint?“, fragte ich.
Noch ein paar Sekunden lang schaute Sven an mir vorbei, so als würde er überlegen, ob er mich nicht einfach zum Teufel jagen konnte, aber er entschied sich dagegen. Immerhin hatte ich ihm seine Finger gerettet.
„Also gut.“, sagte er, „Setz dich hin.“
Ich setzte mich ihm auf der anderen Seite des Tisches gegenüber und sah ihm dabei zu, wie er die restlichen Figuren einräumte, eine nach der anderen.


---

(Bis Montag folgt das einundvierzigste Kapitel „Im Sturm“, in dem Korbinian Florian einen guten Rat gibt.

Danke, nademaro; aber nach dem neuen Kapitel ist jetzt wohl schon mal die halbe Spannung weg…
Vielen Dank, Connery! Ich freue mich sehr über jeden neuen Leser, und das freundliche Lob. Besonders freut mich, wenn du die Geschichte süß und gefühlvoll findest, weil ich darin nicht unbedingt meine Stärke gesehen habe.
Bluesky, wie immer herzlichen Dank! Ich habe eine ganze Weile überlegt, ob ich dir eine Rückfrage stellen kann, ohne zu viel zu verraten. Leider nicht. Aber vielleicht könnte es sich lohnen, noch ein bisschen über Max nachzudenken… *blink* Ich glaube, bluesky, DerSchmied ist mit deiner Interpretation zufrieden, sodass du also mindestens auch das geschrieben hast, was er auch hätte schreiben wollen. Das heißt, weniger Feedback bekomme ich deinetwegen in keinem Fall...
DerSchmied, vielen Dank für deinen Kommentar. Wie gesagt: Ich freue mich sehr, von einem neuen Leser zu hören, und schreibe desto lieber weiter. Schön, wenn die Geschichte nachdenklich macht. – Wie genau wird man denn Autor? Und: Ich bin nicht ganz sicher, aber ich fürchte, man kann mit der Zeit nicht nur sein Talent verschwenden, sondern auch mit Talenten seine Zeit…
Vielen Dank, Cyprus, für deinen Kommentar, für Lob wie Kritik. Ich gebe sofort zu, dass ich Kapitel 34-36 besser etwas gestrafft hätte. Und es ist (auch wenn es ungesagt selbstverständlich ist) natürlich voll in Ordnung, nicht zu kommentieren, wenn man wenig Lust dazu hat. Keiner schuldet mir was…
LG, Amon)

Connery
new-boy
new-boy
Beiträge: 43
Registriert: 18 Dez 2011, 17:19

Re: Die Maschine

Beitragvon Connery » 07 Mär 2013, 10:06

Oha oha... Das hat mich jetzt ein wenig vom Hocket gerissen. Ch hätte mir für Florian so sehr gewünscht das es mit Sven klappt. Aber es ist ja noch nicht das Ende der Geschichte. Warten wir ab wie sich die seltsame Angelegenheit mit Korbinian aufklärt, denn das ganze ist ja wohl mehr als Seltsam. Amon warum kannst du nicht früher Posten? :( ich weiß nicht ob ich das bis Montag aushalte...

Benutzeravatar
nademaro
member
member
Beiträge: 598
Registriert: 28 Aug 2012, 02:56
Wohnort: Nürnberg

Re: Die Maschine

Beitragvon nademaro » 07 Mär 2013, 11:18

Wow..tolles Kapitel..

Naja nicht wirklich..eher ein viertel :D
Bin weiter hin gespannt was das für eine Sache zwischen Severin und korbinian
Ist..
Wie immer freu mich auf mehr.
ich fress papier und kotz konfetti

Cyprus
new-boy
new-boy
Beiträge: 41
Registriert: 26 Sep 2012, 14:35

Re: Die Maschine

Beitragvon Cyprus » 10 Mär 2013, 13:55

Als Sven Florian gebeten hat aufzustehen und das Lied zu wechseln hab ich fast schon daran geglaubt, dass Amon die ganze Story umwirft und Sven jetzt in Wirklichkeit ein Dämon oder soetwas ist und sich jetzt rücklings auf Florian schmeißt, ihn auffrisst oder zu einem teuflischen Pakt zwingt.
Wieso kann ich mir nicht erklären. Irgendwie ist da so eine Spannung drin das es gepasst hätte. (Vergleichbar mit einer Szene aus 'Percy Jackson: Diebe im Olymp' im Museum, in der sich die Klassenlehrerin in eine Harpie verwandelt. Für alle die das Buch kennen und die es interessiert.)

LG Cyprus
You've gotta dance like there's nobody watching,
sing like there's nobody listening
and love like you'll never be hurt.

William W. Purkey

bluesky
member
member
Beiträge: 439
Registriert: 01 Nov 2012, 16:00

Re: Die Maschine

Beitragvon bluesky » 10 Mär 2013, 18:42

Amon, Amon, Amon. Was gibst du uns für Rätsel auf? Ich habe jetzt schon eine ganze Weile versucht, diesen Krimi zu lösen. Aber wie wir ja schon festgestellt haben: „Es ist besser, clever zu sein, als Rätsel zu lösen.“

Nun also: Florin und Sven. Severin und Korbinian. Korbinian und Florian.

Obwohl Sven Florians Liebeserklärung so gut aufgenommen hat, liegt in der ganzen Szene etwas von Traurigkeit und Trennung. Sven kennt offenbar das Gefühl, verliebt zu sein und er will Florian auch nicht unnötig verletzen. Aber er will ihm nahe sein. Er macht sich Sorgen und will diese nicht mit Florian teilen. Man fragt sich, wen Sven damit schützen will: sich selbst oder Florin? (Und die Zukunft wirft ihre Schatten voraus.)

Dass Severin und Korbinian eine komplexe Beziehung zueinander haben, ist ja schon etwas länger klar. Aber ich bin doch verwundert, dass Herr Gewalt-ist-keine-Lösung jetzt schon zum zweiten Mal handgreiflich gegenüber Severin werden kann. Was könnte Korbinian über Severin wissen, dass er sich sicher genug fühlt, ihn zuerst vor versammelter Klasse und dann alleine in der Bibliothek derart hart anzugreifen? Immerhin scheint Severin ja schon einen gewissen Ruf zu haben und auch andere (z.B. Max) wissen ja einiges von ihm. Ein spezielles Verhältnis zur Gewalt haben jedenfalls beide. Korbinian scheint sprachliche Gewalt und solche Aktionen zu bevorzugen, die ihn nicht direkt in die Schusslinie bringen. Während Severin nicht nur ganz offen Leute in die Knie tritt, sondern auch Ausraster zeigt, die ihn in echte Schwierigkeiten bringen könnten. Ich bin mir nicht einmal sicher, ob es wirklich nur um die beiden geht.

Die Art wie Korbinian Florian abkanzelt, zeigt deutlich seine Geringschätzung für Svens Freund. Während Korbinian Severin ernst zu nehmen scheint, ist Florian für ihn nicht weiter interessant. („Das ist ein Spiel für Könige.“) Ursprünglich quälte Korbinian Florian scheinbar einfach so („weil ich es kann“) und ließ ihn in Ruhe, weil er ihn zu langweilen begann. Und Sven demütigte Florians Bruder Thomas, „weil es so einfach war“. Was für ein Spiel spielen diese beiden Könige? Und wieso ist Florian das „neue Spielzeug“?

„Im Sturm“ heißt also das kommende Kapitel. Dort hat Severin bekanntlich nur selten gespielt, weil ihn die taktischen Möglichkeiten im Mittelfeld mehr gereizt haben. Und wie wir im aktuellen Kapitel gesehen haben, nimmt er auch sein Schachspiel ernst genug, um die Züge in seiner Freizeit sorgfältig zu planen. Ein Taktiker also (beim Ball- wie beim Denksport), der aber völlig die Kontrolle verlor, als er von Max gekitzelt wurde, weil es „menschenverachtend und demütigend“ ist. Vielleicht ist das nicht das einzige Mal, dass Svens Aktionen aus dem Ruder laufen.

Bei all seiner Härte (ich würde lieber "Sisu" sagen, aber es wirkt zu gesucht), ist Sven ja auch ein nachdenklicher Junge, den wir schon seit vielen Kapiteln immer mal wieder beim Nachdenken über gewisse „Probleme“ sehen (oder beim Nachdenken über Gott und verlorene Bilder). Seltsam für jemanden, dessen Motto „Da darf man sich nichts scheißen“ lautet. Nach eigener Aussage wird er Florian nicht glücklich machen. Doch ist ihm wichtig, was mit Florian geschieht. Das sieht man an seiner Reaktion auf das Gespräch mit Max. Sven sorgt sich, ob Florian mit etwas zurechtkommen wird, was ihn selbst nicht mehr interessiert.

Meine Intuition (also meine Fähigkeit eine Situation in Sekundenschnelle völlig falsch zu beurteilen) liegt sicher daneben, wenn sie mir sagt, dass Sven und Florian etwas bevorsteht, das so alltäglich ist wie ein Sonnenaufgang und so unerwartet wie Schnee im August.

Also wie üblich vielen herzlichen Dank, Amon. Diesmal für ein rätselhaftes Kapitel und einige vertraute Bilder, die ich manchmal zu vergessen neige: „Ich hatte Sven gesagt, dass ich in ihn verliebt war. Es hatte ein bisschen weh getan, vor allem danach, aber jetzt fühlte ich mich ziemlich stark. Es war das Gefühl von Wirklichkeit, das ich vom Schwimmen im kalten Wasser kannte.“ (Manchmal kommt es mir so vor, als ob die Geschichte nicht heute spielt, sondern zur Zeit meiner Kindheit.)
Eine Frage habe ich noch: Auf wie viele Kapitel dürfen wir uns denn noch freuen?
LG, bluesky

PS @Cyprus: Mir kommt Sven zwar nicht wie ein Dämon vor, aber manchmal wie ein Luchs im Winter.

Amon
Greenhorn
Greenhorn
Beiträge: 57
Registriert: 15 Jul 2012, 11:49

Re: Die Maschine

Beitragvon Amon » 11 Mär 2013, 17:34

[41] Im Sturm

„Wir waren mal befreundet.“, sagte Sven ruhig. „In derselben Klasse und im Fußball. Nach der Vierten bin ich aufs Gymnasium und er nicht. Im Jahr danach ist er doch aufs Gymnasium aber dann musste er wieder mit der Fünften anfangen und ist in deiner Klasse gelandet. Du kennst in ja, also kannst du dir wahrscheinlich so ungefähr ausrechnen, warum ich ihn heute nicht mehr leiden kann.“
Sven zögerte kurz. Ich entschied mich dagegen, die offensichtliche Frage zu stellen.
„Als ich auf dem Gymnasium war und er nicht, haben wir uns zerstritten.“
„Warum?“, fragte ich schließlich. Sven antwortete nicht gleich, sondern drehte einen schwarzen Springer in den Fingern.
„Verschiedene Gründe, was weiß ich… Ist im Einzelnen vielleicht gar nicht so wichtig. Es ist eskaliert und seitdem bekriegt er mich.“
Sven klappte die Schachtel zu, faltete das Schachbrett und ging mit mir zur Bibliothekarin vor. Er bedankte sich artig, fast wie ein kleiner Junge und die sonst eher mürrische Frau schien ihn zu mögen.
„Warum sagt er SCHWUCHTEL zu dir?“, fragte ich ihn oben im Gang, auf dem Weg zu unseren Klassenzimmern.
„Weil er einen begrenzten Wortschatz hat? Nein, was weiß ich… Warum nennt er dich HAWKING?“, fragte Sven zurück und lachte dabei. „Das ist für dich.“, sagte er dann und drückte mir den Zettel mit seinem nächsten Schachzug in die Hand.

Vor dem Klassenzimmer wartete ich auf den Unterricht. Die Pause hatte längst begonnen und nach einander kamen meine Kameraden, entweder von zuhause oder von Kleibers Groß-Erziehungsprojekt. Ein wenig überrascht war ich doch, dass Christian daran teilgenommen hatte.
„Wegen Nicole“, flüsterte er mir kurz zu.
Er wollte sich neben mich auf die Heizung setzen, nur lagen dort auf einem zusammengeknüllten Pullover eine Wurstsemmel und ein Müsliriegel.
„Ist das dein Zeug?“, fragte Christian.
Ich schüttelte den Kopf und Christian brachte nicht den Mut auf, das Essen eines Unbekannten auf den Boden zu stellen. Emma hatte jetzt ihren großen Auftritt: sie kam in Flipflops und kurzen Hosen, die so kurz waren, dass es mich nicht gewundert hätte, wenn sie dazu nur ein Bikinioberteil getragen hätte. Sie hatte eine Sonnenbrille auf, durch die ihre Augen nicht zu sehen waren und in ihren Haaren war eine Blume befestigt.
„Lange Ausschlafen ist doch was Schönes.“, sagte sie in die Runde.
Sie steckte ihre Sonnenbrille ins Haar und sah sich zufrieden um. Mir fiel auf, wie Christian auf ihre Beine starrte. Darüber musste ich lachen.
„Was ist denn? Florian?“, fragte sie, und: „Kann ich mich da hinsetzen?“
Christian stand sofort bereit und wollte den Pullover und die Semmel wegräumen, als jemand hinter uns laut „Halt!“ rief.
„Finger weg, das sind meine Sachen.“, sagte Korbinian, der sich schnell an Emma vorbeischob. Christian zuckte sofort zusammen.
„Ja, Christian.“, sagte ich, „Pass auf, was du anfasst. Das ist eine Semmel für Könige.“
Ich lachte laut über meinen eigenen Witz und die anderen sahen mich verständnislos an. Christian schüttelte den Kopf und Korbinian war drauf und dran, etwas zu sagen. Zögerlich sah er einmal mich an und einmal auf Emmas kurzen Rock, als müsste er abwägen, wozu sein Kommentar dringender erforderlich war.

Er entschied sich für den Rock und Emma sagte ihm wieder einmal, dass er ein Schwein war.
„Schau nur, was du den jungen Männern antust.“, sagte Korbinian und zeigte auf Christian. „Er hier kommt gleich in seine hässliche Unterhose. Wie soll er das seiner Mutter erklären?“
„Wie hast du das deiner Mutter erklärt, als du dich angepisst hast?“, fragte ich möglichst beiläufig. Und Christian lachte laut heraus. Sogar Emma lachte.
„Soll ich raten, warum dich der Rock nicht interessiert, Hawking, oder ist das zu leicht…? Aber mal im Ernst, Hawking, wir müssen uns mal unterhalten.“
Er machte ein paar Schritte zurück und winkte mir, ihm zu folgen.
„Was willst du von mir?“, fragte ich, ohne aufzustehen.
„Wir müssen uns mal unterhalten, über du weißt schon wen.“, sagte er und hielt sich seine Hand an den Bauch, als würde er sich eine Spritze geben.
„Ich habe gar nicht gewusst, dass mich deine Meinung interessiert.“, sagte ich.
Korbinian verzog sich und bald darauf begann der Unterricht.

Zunächst hatte ich meine Ruhe, aber dann am Nachmittag stand der Sportunterricht auf dem Programm. Es waren meistens die beiden mit Abstand schlimmsten Stunden der Woche. Es fing in der Umkleidekabine an und bis man dann nach einer endlosen Folge von Erniedrigungen davon kam, war man der Härte des Sportlehrers und der Niederträchtigkeit der Kameraden voll ausgeliefert. Es gab nur zwei Vorzüge in diesem Jahr: Erstens, dass wir nicht von Feißen unterrichtet wurden, und zweitens, dass wir nach dem Sport nach Hause gehen konnten und also nicht in der Schule duschen mussten. Jetzt im Sommer war das Ganze besonders anstrengend, weil uns unser Sportlehrer mitten in der Hitze der Sonne Runden laufen ließ und zur Belohnung sollten wir danach Fußball spielen. Immerhin war ich darin jetzt schon etwas besser geworden und ließ mich weniger leicht ausspielen, schaffte manchmal einen Pass, ohne den Spielzug zu verderben, und fürchtete mich nicht mehr davor, mit den anderen zusammen zu stoßen. Mitunter konnte ich sogar ein bisschen gefährlich werden. Korbinian war in meiner Mannschaft und merkwürdigerweise bekam ich mehrere Pässe von ihm. Er bestand darauf, mich nach vorne in den Sturm zu holen. Bastian, unserem Klassensprecher, der zuvor mit ihm vorne gespielt hatte, passte das gar nicht.
„Überleg mal.“, sagte Korbinian. „Wenn wir ein starkes Mittelfeld haben und Florian im Sturm ist und da den Ball verliert, dann sind wir immer noch auf der Seite des Gegners und machen da Druck.“
Bastian ließ sich überzeugen und dann bildete ich zusammen mit Korbinian die Zweierspitze unseres Angriffs. Die Rechnung ging mehr oder weniger auf. Wir gewannen mit knappem Vorsprung und ich machte auch zwei Tore, was aber bei den vielen Chancen, die mir Bastian und Korbinian zuschoben, wahrscheinlich jeder gekonnt hätte. Sogar Christian. Der war als Abwehrspieler einer meiner Hauptgegner. Einmal rannte ich ihn um und auf seinem Gesicht stand wieder der Ausdruck unverzeihlicher Kränkung, den ich inzwischen schon öfter an ihm bemerkt hatte, immer dann, wenn mir etwas glückte und ihm selber nicht. Als wir gewonnen hatten, hielt Korbinian die Hand hoch, dass ich einschlagen sollte, und ich wollte kein Spielverderber sein.

„Bist gut geworden.“, sagte unser Sportlehrer zu mir. „Hilf mir mal, das Tor zurück zu stellen.“
Wir hatten das Tor mehrere Meter näher an das gegnerische herangetragen, um das Spielfeld zu verkleinern. Jetzt nahm der Lehrer eine Ecke (Bastian, Motte und ich griffen die anderen) und so trugen wir es zurück. Er fragte uns, ob wir ihm noch eben kurz mit etwas anderem helfen könnten, und dann trugen wir zwei Duzend Kugeln vom Kugelstoßen zurück in den Geräteschuppen. So war das mit ihm. Wahrscheinlich hätten wir auch noch sein Auto waschen sollen… Wir kamen also zu dritt zurück zur Umkleide. Bastian beschloss, noch in die Dusche zu gehen und Motte hielt das für eine gute Idee. Ich verzichtete darauf, mich umzuziehen, und wollte die Umkleide gerade verlassen, als jemand in den Türrahmen trat und mir den Weg versperrte. Korbinian nahm mich am T-Shirt, zog mich aus der Tür und drückte mich an die gegenüberliegende Wand des Ganges.

„Lass uns mal kurz reden.“, sagte er.
„Lass mich in Ruhe.“
„Verdammt, Seiler, halt mal dein Maul und hör mir zwei Minuten zu.“ Er ließ mein T-Shirt los und wischte sich die Hand an der Hose ab. Ich war offensichtlich ziemlich verschwitzt. Trotzdem stand er noch immer näher als es mir angemessen schien.
„Also, pass auf: Ich weiß schon, dass du wahrscheinlich nicht viel auf meine Meinung gibst, Florian, und dass du auch deine Gründe dafür hast.“ Er schwieg für einen Augenblick und sah nachdenklich zur Seite. „Aber lass dich nicht auf den Ahnfeld ein. Halt dich von ihm fern, in deinem eigenen Interesse.“
„Warum?“, sagte ich möglichst neutral.
„Du hältst dich wahrscheinlich für ziemlich schlau und wahrscheinlich bist du auch ganz clever. Aber der Ahnfeld ist eine Nummer zu groß für dich.“
„Eine Nummer zu groß?“
„Ich halt ihn mir auf Abstand. Und das solltest du auch machen.“
„Man muss kein Genie sein, um zu wissen, dass ihr euch nicht leiden könnt.“
„Es geht mir nicht darum, wen ich nicht leiden kann. Dich kann ich auch nicht leiden, wie dir vielleicht schon aufgefallen ist. Aber zu deiner eigenen Sicherheit: Halt dich von ihm fern.“
„Was hat er Schlimmes getan?“
„Es geht nicht darum, was er schon getan hat, sondern darum, wozu er fähig ist.“
„Ich glaube ich kenne Sven besser als du.“
„Sven?“, fragte Korbinian ungläubig. „Sven?“ Dann schüttelte er den Kopf. „Bilde dir nicht ein, Florian, dass du auch nur irgendwas über Severin Ahnfeld verstanden hast.“
„Korbinian, wenn du mir weiter solche melodramatischen Sätze sagen willst, musst du mir ein bisschen mehr bieten, als nur deine feierliche Selbstgerechtigkeit. Zum Beispiel ein paar Gründe.“
„Ich muss einen Scheißdreck, Hawking. Mach was du willst. Lass dich ficken, wenn’s dir Spaß macht. Du wirst schon sehen, was du davon hast.“ Er war laut geworden und hatte mich wieder am T-Shirt gepackt. „Verdammt, Hawking, du stinkst. Geh duschen!“
Dann ging er davon und ich sah ihm nach. Was für eine unsinnige Szene, dachte ich mir. Vielleicht dass ich noch zehn Minuten dort stand, oder eine viertel Stunde. In Gedanken versunken und ungestört, bevor ich schließlich selbst nach Hause fuhr.

Von diesem Tag an, ignorierte mich Korbinian, warf mir höchstens einmal einen grimmigen Blick zu und ging mir ansonsten aus dem Weg. Vielleicht hatte ich ihn tatsächlich gekränkt. Vielleicht – und das schien mir wahrscheinlicher – war es auch nur die Ruhe vor dem Sturm.


---

(Am Donnerstag folgt das zweiundvierzigste Kapitel: „Fieber“, in dem Florian heimgesucht wird.

Danke, Connery. Ja, schade für Florian. (Aber ich hoffe zumindest, lukasimo ist erleichtert…) Zwei Kapitel pro Woche ist ungefähr der Rhythmus, den ich durchhalten kann. Also poste ich auch nicht früher, wenn ich einmal eher mit dem Schreiben fertig bin. Vielleicht, dass ich ganz zuletzt das Tempo ein bisschen anziehe.
Danke, nademaro!
Ein Dämon, Cyprus? Daraus könnte man was machen…
Ganz herzlichen Dank, bluesky, mehr kann ich hier (wie immer) nicht sagen. Es ist mir unangenehm, auf einen so sorgfältigen, durchdachten Kommentar mit nur zwei Sätzen zu antworten, aber ein paar Dinge, die ich ansprechen möchte, stecken ja hoffentlich schon im Kapitel oben und in denen, die noch folgen. Wie viele das sind…? Eigentlich würde ich das hier der Spannung wegen lieber für mich behalten. Bei einem Buch kann man zwar schauen, wie viele Seiten noch bleiben, aber im Leben weiß man nie so genau, wann eine Sache zu Ende ist…)

Re: Die Maschine

Werbung
 

 


  • Ähnliche Themen
    Antworten
    Zugriffe
    Letzter Beitrag

Zurück zu „Schwule Geschichten“



Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 3 Gäste