Die Herrschaft des Feuers

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ArokhsSohn
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Re: Die Herrschaft des Feuers

Beitragvon ArokhsSohn » 29 Jul 2017, 02:36

ein verdächtig darauf hinweisendes, dass es wirklich ist, was es zu sein scheint, Phrasenwesen hat geschrieben:Wie kamst du eigentlich auf J. K. Rowling?

Da antworte ich doch glatt mit einem weiteren Zitat:
Zuri hat geschrieben:„Phantastische Phrasenwesen und wo sie zu finden sind?“

Sowas Offensichtliches entgeht mir doch nicht :-D

ein besorgtes PhrasenwesenZ hat geschrieben:Das ist aber gar nicht gut. Dann musstest du ja bis zum nächsten Tag das Lesen unterbrechen, wenn es dich so geschafft hat

Aber nicht doch, ich meinte das ganz positiv. Ich war so mit Lachen beschäftigt, dass mich das geschafft hat. Oh, nicht dass Du jetzt aber denkst, ich lache Dich aus, denn so soll es auch wieder nicht rüber kommen. Sagen wir mal, Du hast einen tristen, verregneten Tag ein ganzes Stück erfreulicher gemacht ^^

WAS? Bis zum nächsten Staffelfinale? Na was soll's, Du bist der Erzähler. Ich beuge mein Knie und harre der Dinge, die den gefangenen Phrasenwesen so widerfahren werden... Btw., wann geht's tertiär weiter? Du weißt doch, mein grobmaschiges Sieb... ... :lol:

LG, Arokh

Re: Die Herrschaft des Feuers

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Re: Die Herrschaft des Feuers

Beitragvon Zuri » 29 Jul 2017, 03:20

Ahso, das, ja :D

nein, ich dachte eher, dass das Lachen so anstregend war, dass du für den Rest des Tages so erschöpft warst^^

aber Arokh, du weißt doch, dass Autoren Sadisten sind. Und na ja, der Wortmaler kommt halt eigentlich nur im Staffelfinale, im Prolog und im Epilog vor. Was soll ich machen? :P

Ja, mit der teritären Story soll es möglichst bald weitergehen, wenn ich denn mal wieder zum Schreiben komme...

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Re: Die Herrschaft des Feuers

Beitragvon Zuri » 29 Jul 2017, 19:39

Wie versprochen geht es heute weiter. Viel Spaß beim Raten, wer das wohl sein mag ;)

-o-0-O-0-o-

Da wart es wie Donnergrollen; mit Trompeten, Geigen und Chören. Die Luft knisterte und erzitterte in Erwartung einer großen Persönlichkeit. Es war fast so, als sei es ihre Art, den roten Teppich für sich selbst auszurollen. Die Welt stand auf einmal still und ob es eine Ewigkeit war oder bloß Sekunden, war unbedeutend geworden. Dann erschien sie.
Sie schien zu schweben und wirkte größer als jeder lebende Mensch. Die Wolken schienen sich für sie zu teilen, sodass die Sterne dahinter wie eine Krone sichtbar wurden. Ihr Gewand war ein Kleid, welches sich an ihren Körper schmiegte, wie Wolken und Wellen und an ihr herunterzufließen schien, wo es zu einem unendlichen Meer wurde. Als sie einen Schritt auf sie zumachte und dann in gebührendem Abstand stehen blieb — öffnete sie ihren Mund und hob ihre Stimme. Sie sang mit Sopranstimme in B-Dur.

O zittret nicht, ihr lieben Sohn'
ihr seid unschuldig, weise und fromm
Zwei Jünglinge so wie ihr, vermögt am besten,
das tiefbetrübte Mutterherz zu trösten.-

Zum Leiden bin ich auserkohren,
denn mein eigen Sohne fehlet mir.
Durch ihn ging all mein Glück verloren
ein Ungetüm, ein Ungetüm, nahm ihn von mir.
noch seh' ich sein Zittern,
das ließ mich erschüttern
sein verzweifeltes Streben
ein ersterbendes Beben.
Ich musste ihn mir rauben sehen
"Ach helft! Ach helft" - ist alles, worum ich bitte
sonst war vergebens all mein Flehen
und ich auf ewig litte

Ein schon schon ging mir so verloren
soll auch den letzten ich verlieren
lasset das Flehen ein in eure Ohren
und versteht der Mutter nach Wiedersehen Gier
Wenn er noch lebet, so bringet ihn zurück
und befreut von allem bäsen Zauber soll er sein
damit wieder Einzug erhält unser einstieges Glück
dann ist er ganz wieder mein

Ein letzter Paukenschlag und sie war verschwunden als wäre sie nie dort gewesen. nur das Bild ihres Sohnes, welches neben ihnen auf der Wiese lag, was es vorher definitiv noch nicht getan hatte, erinnerte daran.
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Re: Die Herrschaft des Feuers

Beitragvon ArokhsSohn » 05 Aug 2017, 01:58

Zuri, der Allmächtige hat geschrieben:Arokh, du weißt doch, dass Autoren Sadisten sind. Und na ja, der Wortmaler kommt halt eigentlich nur im Staffelfinale, im Prolog und im Epilog vor. Was soll ich machen?

Na was wohl, schreiben. Und zwar die Story so, dass er auch dazwischen mal auftaucht :P

Zuri hat geschrieben:Ein schon schon ging mir so verloren

Sohn

Zuri 0 : 1 Fehlerteufel ^^

Und das war nur der ins Auge stechende :-D Die gute Frau - wer immer sie auch gewesen sein mochte, ich habe nicht die geringste Ahnung, sorry - hat einen ganzen Wortschwall voller Fehler ergossen. Was muss sie aber auch in gereimten Rätseln sprechen? Okay, so rätselhaft waren ihre Worte ja nun auch wieder nicht.

Ja was riecht denn da so? eine Queste vielleicht? Es wäre schon ziemlich merkwürdig, wenn die beiden gestrandeten Phrasenwesen das Bild schulterzuckend links liegen lassen würden...

Komm schon Zuri, erleuchte mich. Wer war denn nun die gute Frau? Vielleicht liegt es an der späten/frühen Uhrzeit, aber ich komme nicht drauf. Und nächstes Mal gibt es einen längeren Teil, ja? *hoff*

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Re: Die Herrschaft des Feuers

Beitragvon Zuri » 26 Sep 2017, 21:58

"Dies Bildnis ist bezaubernd schön", fing PhrasenwesenA an, zu singen.
"...wie noch kein Auge je gesehn", stimmte PhrasenwesenZ mit ein.
"Sorry, Zuri", unterbrach sein Weggefährte ihn, "aber du kannst nicht singen."
Darauf ging das angesprochene Phrasenwesen nicht weiter ein, sondern sprach stattdessen: "Na sehr viel war das ja nicht, was diese wunderliche Frau an Informationen über ihren Sohn gegeben hat. Mit sehr viel Glück hilft uns das Bild minimal weiter."
Auf einmal sprang PhrasenwesenA unvermittelt auf.
"Ich mach das nicht mehr mit!", rief es aus.
"Was?", fragte PhrasenwesenZ.
Sein Begleiter klärte ihn auf.
"Das hier, das kann doch niemals real sein. Wir sind doch nicht so!"
"Wie denn dann? Ich fühle mich wie ich. Ich fühle, also bin ich."
"Lass den Quatsch, Zuri. Ich meine es ernst! Irgendwas ist komisch. Mir kommt das Ganze so vor als ob... Hast du dich schon mal gefragt, ob das alles hier überhaupt real ist?"
"Sicher."
"Und?"
"Aber ich habe bisher noch keine Beweise für das Gegenteil gefunden.", erklärte PhrasenwesenZ leichthin und ein wenig amüsiert. "Ganz im Ernst Arokh: Du machst mir gerade ein bisschen Angst. Du bist gerade ein bisschen komisch."
Der andere wirkte daraufhin gekränkt.
"Aber ich habe die Beweise, die du nicht gefunden hast. Zumindest glaube ich das."
PhrasenwesenZ zog eine Augenbraue hoch, spitzte aber die Ohren, da es ihn interessierte, wenn es denn überhaupt möglich war.
"Was wäre...", fing PhrasenwesenA an und schob dann noch etwas ein: "Also das alles hier ist alles so surreal."
"Wir sind im Winderland, was erwartest du?"
"Na ja, trotzdem. Also was wäre, wenn wir nur bloße Erfindungen sind?"
"Wie meinst du das?"
"Also dass ein Autor sich uns ausgedacht hat."
"Dann muss es ein verdammt schlechter Autor sein!", erwiderte PhrasenwesenZ schnaubend. "Allein schon seine Genauigkeit. Beispielsweise hab ich eigentlich am Handgelenk eine Narbe. Die ist da... Ich könnte schwören... Nein, ich bin mir sicher, dass da keine war."
"Vielleicht muss der Autor solche Details überhaupt erst einmal erwähnen und vielleicht auch den Fokus des Lesers überhaupt darauf lenken, damit es in die Figur mit einfließt."
"Kann sein, aber die Narbe sieht trotzdem anders aus als sonst."
"Wie dem auch sei: Wir sind uns einig, dass wir Figuren einer Geschichte sind. Welchen Grund sollte man haben, über uns zu schreiben? Unser Leben hier ist weder ermunternd, noch spannend..."
"Sadismus?"
"Dann wäre das Ganze ja doch sehr perfektioniert. Der Autor müsste dazu bereits einiges an Erfahrung besitzen, um seinen Sadismus so detailliert ausleben zu können."
"Okay, dann ist das doch eher unwahrscheinlich. Jedenfalls würde ich diesen durchgeknallten Typen gerne mal wegen Körperverletzung verklagen!"
"Ein bisschen verrückt ist der schon. Das muss ich zugeben..."
"Wie kamen wir jetzt eigentlich noch einmal darauf?"

-o-0-O-0-o-

Jetzt denken wieder alle, das Kapitel sei genau so geplant gewesen und gut durchdacht worden. In Wahrheit hat der Inhalt einen wahren Kern: Es dient hauptsächlich dazu, meine Unfähigkeiten zu überdecken, solche sonst inhaltsleeren Kapitel zu umgehen. Wäre dies hier eine richtige Geschichte, hätte ich mir meine Lösung nicht erlauben können.
Wie der eine oder andere schon gemerkt haben wird, ist diese Szene eine Hommage an eine Szene aus Sophies Welt, in welcher Sophie und Alberto ebenfalls über ihren "Erschaffer" (Der Major) philosophieren.

-o-0-O-0-o-

Zuri hat geschrieben:und befreut von allem bäsen Zauber soll er sein

Zuri 0:3 Fehlerteufel

Kleiner Tipp, Arokh: Google mal ein paar ihrer Zeilen ;-)
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Re: Die Herrschaft des Feuers

Beitragvon Zuri » 22 Okt 2017, 20:07

Dank der neuen Inspiration am Donnerstag und den durchaus nötigen Tritt in den Allerwertesten seitens Arokh kommt nun nach einiger Zeit mal wieder ein Kapitel (ich kann doch nicht Arokh ungestraft ein WdH-Kapitel posten lassen. Wo kommen wir denn da hin?).

-o-0-O-0-o-

Sie hatten beschlossen, weiterzugehen.

-o-0-O-0-o-

Ernsthaft!? Mache ich das gerade schon wieder? Ich fasse es nicht... Endlose Kapitel, in denen die Charaktere durch die Ödnis laufen und gar nichts, aber auch wirklich gar nichts passiert.
Na ja, vielleicht habe ich ja daraus gelernt. Sonst wird es langsam wirklich etwas langweilig. Lassen wir uns mal überraschen.

-o-0-O-0-o-

Nach einem nicht allzu langen Fußmarsch erreichten sie ein Dorf. Es war schon einige Zeit her, seit sie das letzte Mal Zivilisation gesehen hatten.
"Siehst du, was ich sehe?", fragte PhrasenwesenA seinen Begleiter.
"Oh ja, allerdings. Vielleicht endlich mal wieder was anständiges, warmes zu Essen und ein weiches Bett."
"Oder egoistische oder ganz einfach feindseelige Dorfbewohner..."
"Finden wir es raus!"
Sie wurden in der Tat überaus gastfreundlich empfange, als sie auf dem Marktplatz erschienen, der bisher nur wenig belebt war. Eine Marktfrau, die entfernt an Molly Weasley erinnerte, kam auf sie zu, nachdem sie ihre Tochter gebeten hatte, auf den Stand der Familie und — wie das Augenrollen der Tochter andeutete — auf irgendetwas besonders acht zu geben, was sie auch ohne den ausdrücklichen Hinweis der Mutter getan hätte.
"Seid gegrüßt, Fremde! Bringt ihr Durst und Hunger mit, welche wir stillen können? Sucht ihr einen Unterschlupf oder seid ihr nur auf der Durchreise?"
"Ersteres. Aber nur, wenn das okay ist."
"Aber sicher ist es das! Es wäre geradezu eine Schande, wenn wir diese Geste nicht zu zeigen in der Lage und eine Katastrophe, wenn wir es nicht gewillt wären. Kommt, ich bringe euch zum Bürgermeister."
Unterwegs siegte offenbar dann doch die Neugier und sie erkundigte sich: "Darf man fragen, woher ihr beide kommt und warum euch die Reise in unser beschauliches Dorf führt. Oh, pardon, wenn das nun zu direkt und unhöflich war, und Sie mir jetzt nicht darauf antworten mögen."
"Ehrlich gesagt...", begann PhrasenwesenA, schien aber nicht sicher, was es sagen wollte.
PhrasenwesenZ übernahm: "... ist es schwierig zu sagen. Zumindest nicht einfach zusammenzufassen. Ist eine längere Geschichte und hat nicht nicht einen Grund. Darum ist es wohl gewissermaßen auch für uns selbst schwierig zu definieren."
Die Häuser, an denen sie vorbeikamen, waren wohl einem frühromantischen Baustil zuzuordnen: Einfaches Fachwerk, kaum Stein. Und doch wirkte das Dorf gepflegt
und freundlich. Die Wege waren nicht aus Stein, aber auch nicht undefinierbare Fahrrinnen aus durchfurchter Erde. Das Dorf machte das beste aus seinen Ressourcen.
Sie hatten das Haus des Bürgermeisters erreicht. Hier war die Straße wieder etwas breiter und über der Eingangstür thronte ein imposanter Holzbalkon, der an den Seiten fast schon wie eine Veranda wirkte. Eine Magd ließ sie ein. Der Bürgermeister war überraschend jung. Vielleicht sogar ein klein wenig jünger als die beiden Phrasenwesen.
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Re: Die Herrschaft des Feuers

Beitragvon Zuri » 29 Okt 2017, 04:00

Ich melde mich zurück und versuche damit, im Flow zu bleiben. Übrigens ist mir bei der Suche nach dem Namen für das Dorf etwas witziges passiert: Ich habe einfach Namen vor mir hin gesagt und dann gegoogled, ob es diesen Begriff wirklich in irgendeiner Form gibt. Erst sollte es "Poronia" heißen. Poronia ist eine Pilzsorte, wie mir Wikipedia dann verriet. Kurz darauf fiel mir noch ein besser klingender Name ein: Porundia. Und wie es der Zufall will, gibt es offenbar ein Lied, welches so heißt. Por on día ist Spanisch und bedeutet "Für einen Tag". Na, wenn das kein Zufall ist ;-)

-o-0-O-0-o-

"Gäste in Porundía. Ein schönes Ereignis", sprach der junge Mann, während er in dem für sein Alter recht rustikal eingerichtenten Büro auf sie zuschritt. Schließlich schüttelte er den beiden Neuankömmlingen die Hand.
"Verzeiht, ich habe nicht viel Zeit, wenngleich mich eure Ankunft freut. Aber wir richten heute Abend ein Fest aus, zu welchem ihr natürlich eingeladen seid, und es gibt noch eine Handvoll Vorbereitungen zu treffen."
Die beiden Phrasenwesen staunten nicht schlecht. Das war mehr als sie zu hoffen gewagt hatten. Selten war ihnen auf ihrer Reise so viel Selbstlosigkeit und Großzügigkeit entgegengebracht worden. Sie beschlossen, jeder für sich, dass die ihnen von dieser seltsamen singenden Frau aufgebürdete Mission würde warten müssen. Es erschien ihnen beiden ohnehin gerade nebensächlich.
"Ich würde mich gerne heute Abend ausführlicher mit euch beiden unterhalten. Da wird mehr Zeit sein. Doch für den Moment — entschuldigt mich."
Er nickte ihnen zu und verließ dann den den Raum, die Hände auf dem Rücken gefaltet. Einen Moment standen die beiden Gäste noch geflasht und etwas planlos im nun leeren Raum, dann zog die Marktfrau die Aufmerksamkeit wieder auf sich.
"Es würde mich freuen — ihr sehr ja beide recht hungrig aus — wenn ihr mir und meiner Familie beim Mittag Gesellschaft leisten würdet."
Die beiden eben schon wieder eingeladenen waren sprachlos, ergaben sich aber nur zu gerne widerstands- und widerspruchslos ihrem Schicksal, das es offenbar gerade gut meinte und momentan für alles sorgte, als liefe alles wie auf Schienen mit Direktverbindung.
"Wir haben nicht viel, aber man wäre ja erst recht arm, wenn man nicht teilt, oder?", meinte sie und zwinkere ihnen wohlwollend zu.

-o-0-O-0-o-

"Boah, ich weiß nicht, wie so wenig so satt machen kann."
"Dieses komische Kraut hatte nicht viel Geschmack, aber irgendwie schmeckte es toll..."
"Und nachher soll es ja auch allerhand zu essen geben..."
Das war das erste Mal, dass die beiden seit ihrer Ankunft wieder allein waren. Sie hatten Molly — so hatten sie die Marktfrau unter sich genannt, da sie vergessen hatten, sie nach ihrem richtigen Namen zu fragen — bei ihrer zweiten Schicht des Tages zur Hand gehen wollen, doch sie hatte rundheraus und bestimmt abgelehnt. Das käme ja gar nicht infrage! Sie sollten ihr ihre Kleidung neben den Waschzuber legen und sich übergangsweise etwas bei ihrem Mann zu borgen. Wenn sie sich für das Fest herrichten wollten, sollten sie sich wie zu Hause fühlen. Sie würden sich dann auf dem Fest treffen. Das war wahrhaftig ein Sechser im Lotto!
Nun vertraten sie sich die Füße und versuchten, die Zeit bis zum Fest in der Umgebung des Dorfes herumzubekommen. Es waren frühsommerliche Temperaturen und das Wetter war fantastisch.
"Aber mal ganz ehrlich", begann PhrasenwesenA nach einer Weile. "Diese ganze Freundlichkeit und Großzügigkeit. Ist das nicht... zu gut... zu viel das Guten? Kommt dir das nicht komisch vor?"
"Es ist kaum zu glauben", stimmte ihm sein Freund zu. "Aber warum dann den Kopf darüber zerbrechen? Wir haben in letzter Zeit so viel durchgestanden. Wir sollten das einfach genießen. Ich glaube, das haben wir wirklich auch mal verdient."
"Wahrscheinlich hast du recht."
"Komm, lass uns das Fest genießen!"
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Re: Die Herrschaft des Feuers

Beitragvon ArokhsSohn » 30 Okt 2017, 01:11

Vorsichtig schleicht PhrasenwesenA auf die Showbühne, um ja nicht das auf dem Sofa vor Erschöpfung eingeschlafene PhrasenwesenZ zu wecken. Du lieber Himmel, denkt sich PhrasenwesenA, wann hat Zuri nur die Zeit gefunden, all das zu kreieren? Spontan kommt ihm der dritte Harry Potter Teil in den Sinn und er fragt sich, ob Zeitreisen die Lösung sind - war nicht erst kürzlich eine eben solche erfolgt? Tatsächlich hat PhrasenwesenZ im Nachbarreich WdH gerade erst eine vollzogen. Bedächtig setzt PhrasenwesenA sich auf das Sofa, knarzt allerdings dabei so ungewollt ordinär, dass PhrasenwesenZ hochschreckt. Nach anfänglicher Verwirrung stellt sich schnell ein Lächeln ein, als der andere seinen Phrasenwesenkollegen erkennt. Da PhrasenwesenZ nun schon einmal wach ist, beschließen die beiden, sich die Zeit sinnvoll zu vertreiben und sehen sich die neuesten Folgen der Tertiär-Story an...

PhrasenwesenA hat geschrieben:"Sorry, Zuri", unterbrach sein Weggefährte ihn, "aber du kannst nicht singen."

Sagt ausgerechnet das Phrasenwesen, das so musikalisch wie Tinnitus ist und als einziges Musikinstrument wohl wirklich nur eine echte Zauberflöte verwenden sollte :-P
Ein Hoch auf Google übrigens, welches alle meine Unzulänglichkeiten in Sachen Allgemeinbildung zuzudecken vermag :D

Zuri hat geschrieben:Winderland

Selbst die Ortsbezeichnung dort scheint anderen Gesetzen zu unterliegen...
Abgesehen davon sind solche philosophischen Exkurse für mich immer eine Mischung aus Schwindelerregung und Faszination. Stell Dir vor, wie es wäre, wenn Du diese Geschichte - in der Du und ich auftreten und uns fragen, ob wir von jemandem dort hinein geschrieben wurden - geschrieben hättest, weil Du in Wirklichkeit von irgendwem in einer anderen Geschichte so geschrieben wurdest, damit Du die Möglichkeit hast, genau das zu erahnen, es aber nicht tust, weil Du nie auf die Idee kommen würdest, dass so etwas möglich sein könnte. Aber das ist absurd und unmöglich oder? Nur, weil man sich etwas vorstellen kann, wird es nicht automatisch möglich, ODER? Warum kommt man (also jetzt gerade ich) dann eigentlich auf so eine Idee? Ist das ein verborgener Wunsch, die Aussicht zu haben, aus diesem Leben irgendwie ausbrechen zu können? Ich möchte jetzt nicht den Kommentarrahmen sprengen und hab eh schon verdammt wirr geschrieben (nicht das erste Mal), aber weißt Du, was ich meine?
Hmm, gerade habe ich ein Déjà-vu... Habe ich von so einem wirren Zeugs schonmal geschrieben und erinnere mich gerade nicht daran? Muss ich eine Zeitschleife befürchten? Anfrage an den Zuri-Brainserver läuft...

Zuri hat geschrieben:ich kann doch nicht Arokh ungestraft ein WdH-Kapitel posten lassen

Hahaha, hast Du Dich gerade selbst schlechter gemacht, als Du bist? Immerhin hast Du Deinen Post hier als Strafe tituliert...

Hui, und endlich schreitet die Story mal voran - vor allem schreiten die beiden Protagonisten mal voran, nachdem sie ewig lang nicht vom Fleck gekommen zu sein scheinen.
Interessant, wie sich herauskristallisiert, dass PhrasenwesenA der skeptische Teil der beiden Kameraden ist, während PhrasenwesenZ einen erfrischenden Optimismus mit einer Spur Unbekümmertheit rüberbringt. Das entwickelt sich ja wirklich gut.
Oho, ein Fest... Na hoffentlich ist die Notiz, dass so wenig so satt machen kann, nicht ein Hinweis, dass es hier nur um eine kleine Vorspeise ging und das eigentliche Festessen erst noch serviert wird - in Form von lecker aufgetafelten, frisch im Waschzuber gereinigten Phrasenwesen...
O.o Was?! Übertrieben, schwarzmalerisch, skeptisch hoch zehn? Na hör mal, passt doch prima zu PhrasenwesenA. Und heißt der Ort nicht "Für einen Tag"? Für einen Tag ist man dort Gast, danach nicht mehr, weil die Gäste auf wundersame Weise verschwunden und Bewohner so satt wie lange nicht mehr sind... Du kannst mir doch noch folgen, oder? :lol:

Liebe Grüße,
Arokh

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Re: Die Herrschaft des Feuers

Beitragvon Zuri » 30 Okt 2017, 02:44

Von außen betrachtet muss es aussehen, als wäre das Duo eine multiple Persönlichkeit, welche wechselseitig eine HdFcon mit sich selbst ohne HdF durchführt — eine Sache, die man durchaus erst einmal schaffen muss!

Winderland... Äh... na ja, das mit "u" ist bestimmt markenrechtlich von Mr. Gold geschützt.

Das Déjà-vu hast du wahrscheinlich zu recht. Wir hatten an anderer Stelle einmal eine ähnliche Unterhaltung. Und ja, die Quintessenz dessen, was du gesagt hast, habe ich, so glaube ich, verstanden, wenn auch nicht den Absatz als solchen Wort für Wort ;-)

Zeitschleife... Könnte sein... Stellst du seit gestern immer noch jedes Mal, wenn der Stundenzeiger die drei erreicht, diesen auf die zwei zurück? Dann muss ich leider sagen: Ja.

Arokh hat geschrieben:
Zuri hat geschrieben:ich kann doch nicht Arokh ungestraft ein WdH-Kapitel posten lassen

Hahaha, hast Du Dich gerade selbst schlechter gemacht, als Du bist? Immerhin hast Du Deinen Post hier als Strafe tituliert

Da musst du mir erst einmal das Gegenteil beweisen! :P

Ein Leser hat geschrieben:endlich schreitet die Story mal voran

Wem sagst du das...? Der Autor hatte schon fast die Hoffnung aufgegeben, dass sich von ihm ersonnene Geschichte einmal weniger langweiligen Gefilden zuwenden würde...

Ein Charaktereanalytiker hat geschrieben:Interessant, wie sich herauskristallisiert, dass PhrasenwesenA der skeptische Teil der beiden Kameraden ist, während PhrasenwesenZ einen erfrischenden Optimismus mit einer Spur Unbekümmertheit rüberbringt. Das entwickelt sich ja wirklich gut.

Meinst du? Das war nicht einmal beabsichtigt :D Wenngleich ich den beiden Charakteren doch jeweils einige Charaktereigenschaften zurechnen würde. Wobei ich immer versuche, deren positive und negative Aspekte in etwa auszugleichen, soweit es der bisherige Charakter und der Plot hergeben.

Ich kann dir noch folgen, durchaus. Ich folge dir sogar überall hin. Jetzt, wo wir schon etliche Kilometer im Wi(!)nderland zurückgelegt haben, kann in der Realität auf dem Weg doch nichts allzu schlimmes mehr liegen :D

Liebe Grüße,
Zuri
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Re: Die Herrschaft des Feuers

Beitragvon Zuri » 30 Okt 2017, 03:53

Ich muss sagen, ich bin gerade ziemlich im Flow und deshalb gibt mein Schreibblock noch ein paar beschriebene Seiten her. Und brave Phrasenwesen werden belohnt. Also jetzt schon einen Tag später ein neues Kapitel!

-o-0-O-0-o-

Es waren noch nicht allzu viele Leute dort. Ein paar Jugendliche standen in Gruppen zusammen und unterhielten sich oder halfen beim Aufbau von Tischen, Sitzgelegenheiten, dem Zelt sowie der Bühne. Sie traten hinzu, wurden beiläufig begrüßt und fragten, wo sie zur Hand gehen könnten.
"Ja, gerne.", war die Antwort.
Also fassten sie einfach dort mit an, wo sie gerade waren, froh darüber, auch einmal etwas zurückgeben zu können. Als Molly die ihr angebotene Hilfe ausgeschlagen hatte, war ihnen das schon etwas unangenehm gewesen bei all dem Guten, was ihnen zuteilwurde. Außerdem gefiel ihnen die lockere, zwanglose und unkomplizierte Art der Jugendlichen, die sie wie zwei von ihnen behandelten und nicht wie prominente Ehrengäste einer weitgereisten Delegation eines befreundeten Reiches.
Die Arbeit ging mit den vorhandenen Händen schnell und leicht vonstatten und nach und nach trudelten mehr und mehr Dorfbewohner ein. Die untergehende Abendsonne färbte den Horizont orange und das Fest setzte sich langsam in Gang. Eine Band spielte Musik und die Leute begrüßten sich freundlich. Auch Molly kam, nachdem sie "ein paar Mitbringsel" ins Buffet eingereiht hatte.
Schließlich erschien auch der Bürgermeister. Er eilte rasch die drei Stufen zur Bühne, auf welcher die Band spielte, hinauf, um ein paar Worte an die Festbesucher zu richten.

"Liebe Freunde, werte Gäste,
bald beginnt der Sommer —
die Zeit der Aussaat ist beendet;
ihr alle habt wieder hervorragende Arbeit geleistet.
Dank euch allen geht es uns gut und
wir werden eine gesegnete Ernte haben.
Danke auch speziell heute an
Chonelle und Christoff
für den Kuchen und das ganze Fleisch für später
Ebenso an Chavanna"
Er blickte zu Molly, die offenbar gemeint war und somit diesen sonderbar klingenden Namen trug.
"Wir wissen alle, dass deine Suppen ein wahrer Gaumenschmaus sind!
Genießt das Fest, Leute!
Ich wünsche allen viel Spaß!"

Während sie sich mit Chavanna und ihrer Tochter Chloe unterhielten, kam irgendwann der Bürgermeister herüber und gesellte sich zu ihnen.
"Tut mir leid. Ich wurde eben noch von Kollegen aufgehalten. Lokalpolitiker..."
Er schmunzelte.
"Jetzt können wir ja alle freier sprechen als sonst im Alltag, wo man dann doch an
die eine oder andere Höflichkeitsfloskel gebunden ist. Ich hoffe, ich war euch heute morgen nicht zu förmlich. Heute wird viel Bier fließen und ausgelassen gefeiert. So können wir die Förmlichkeit und Hierarchie für heute Abend unter den Tisch fallen lassen.
Nun wöre ich mal interessiert, wo euch euer Weg alles vorbeigeführt hat und wie ihr letztendlich zu uns gefunden habt. Wenn ihr danach Fragen habt, nur zu: Stellt sie. Ich bin dann gerne bereit, sie zu beantworten."
Das Gespräch ging einige Zeit munter hin und her, bis der Bürgermeister — Jason hieß er — sich für einen Moment entschuldigte.
"Chavanna, sag mal, wie hat es Jason geschafft, mit — wie alt ist er?"
"19"
"mit 19 — wow — Bürgermeister zu werden?"
"Oh, genau genommen ist er stellvertretender Bürgermeister. Er vertritt seinen Vater."
"Ahso, durch seinen Vater..."
"Mit Verwandtschaft hat das Ganze allerdings nichts zu tun. Jason wurde zum Stellvertreter gewählt. Die Stimmen des Jugendrates gaben den Ausschlag. Er und sein Vater sind wirklich beide sehr beliebt und Jason hat wirklich das Zeug dazu."
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Re: Die Herrschaft des Feuers

Beitragvon ArokhsSohn » 31 Okt 2017, 00:12

Bevor die Müdigkeit gnadenlos zuschlägt, beschließt PhrasenwesenA nachzusehen und zu kommentieren, was es in Vollendung seiner gespaltenen Persönlichkeit aktuell mit PhrasenwesenZ im Winderwonterland so erlebt hat...

Ich wusste doch, wir hatten das Thema schon mal. Es kam mir gleich so bekannt vor, nur war ich mir nicht sicher, ob wir zwei das waren oder mein Freund (nicht Vreund :D) und ich. Aber ich glaub, mit dem hab ich mich auch schon zu solch abwegigen Überlegungen hinreißen lassen ^^

Zuri hat geschrieben:
ArokhsSohn hat geschrieben:Hahaha, hast Du Dich gerade selbst schlechter gemacht, als Du bist? Immerhin hast Du Deinen Post hier als Strafe tituliert

Da musst du mir erst einmal das Gegenteil beweisen!

Reicht es nicht, wenn ich es nicht als Strafe empfinde? :-)

Zuri hat geschrieben:Wenngleich ich den beiden Charakteren doch jeweils einige Charaktereigenschaften zurechnen würde.

Ja, und ich finde, gerade in den letzten Kapiteln hast Du das schön und kontinuierlich hinbekommen. Interessanterweise wirkt PhrasenwesenA hier ziemlich skeptisch, während sein Pendant in der realen Welt recht leichtgläubig ist..

Voller Freude über den Tatendrang des Autors, aber immer in der Hoffnung, diesem nicht das Gefühl zu geben, er befände sich unter Produktionsdruck, zeigt sich PhrasenwesenA weiterhin fleißig und blättert eine Seite weiter.

Aha, das Fest kommt langsam, Stück für Stück, in Gang. Die Protagonisten werden in Szene gesetzt und die Akteure vorgestellt. Ich stelle fest, dass meine mehr oder weniger subtile Vermutung, es könne sich bei den Dorfbewohnern in Wahrheit um Kannibalen handeln, vorerst nicht zuzutreffen scheint...
Wie schade, dass quasi mitten im Geschehen schon wieder Schluss war. Da kann ich nur hoffen, dass der Flow noch ein bisschen bleibt ^^

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Re: Die Herrschaft des Feuers

Beitragvon Zuri » 31 Okt 2017, 00:23

Ein sadismusresistentes Phrasenwesen hat geschrieben:Reicht es nicht, wenn ich es nicht als Strafe empfinde? :-)

Mist! Das wurmt mich jetzt :cry:

Ein Phrasenwesen, welches seinem Alter Ego nicht wirklich ähnelt hat geschrieben:Interessanterweise wirkt PhrasenwesenA hier ziemlich skeptisch, während sein Pendant in der realen Welt recht leichtgläubig ist..

Siehst du: Da ist mir ganz klar ein grober Fehler unterlaufen.

Kleine Ankündigung: Das Schreiben des übernächsten Parts hat mir tierischen Spaß gemacht. Bin gespannt, wie du die besagte Szene dann finden wirst ;-)

Ein Leser hat geschrieben:Voller Freude über den Tatendrang des Autors, aber immer in der Hoffnung, diesem nicht das Gefühl zu geben, er befände sich unter Produktionsdruck, zeigt sich PhrasenwesenA weiterhin fleißig und blättert eine Seite weiter. [...] Wie schade, dass quasi mitten im Geschehen schon wieder Schluss war. Da kann ich nur hoffen, dass der Flow noch ein bisschen bleibt ^^

Ich hab noch zwei Parts geschrieben, keine Angst ;-)

PhrasenwesenZ öffnet sein Worddokument und kopiert den nächsten Part ins Antwortfenster, deckt PhrasenwesenA zu, welches auf dem Sofa eingeschlafen ist und legt ihm die gedruckte Fassung des aktuellen Parts zwischen die Seiten des HdF-Buchs, welches PhrasenwesenA als Requisit aus dem Schlafzimmer eines seiner Charaktere hat mitgehen lassen, um selbst zu sehen, wie es bei HdF weitergeht.

Lg, Zuri

-o-0-O-0-o-

PhrasenwesenA, welches dem Gespräch nur mit einem Ohr lauschte, entdeckte auf einmal einen Neuankömmling: Ein junger Mann, Anfang 20, mit orange-rotem, fast kupferfarbenem Haar, vollkommen ebenmäßiger Haut und einem ansteckenden Lächeln. Das Phrasenwesen war einen Moment lang hin und weg.
Als sich Chavanna ihrer Tochter zuvandte, zog es seinen Begleiter ein Stück beiseite.
"Siehst du diesen umwerfenden Typen da?"
"Ja. Er scheint es dir ja ziemlich angetan zu haben."
"Ups! Habe ich das etwa gerade laut gesagt?"
"Ja, hast du. Aber ich kann dich beruhigen: Ich kann's bestätigen."
Der Jüngling stoppte kurz und schaute sich um. Dann ging er auf eine Frau mit
nahezu orangenem, leicht gelocktem Haar — offenbar seine Mutter — zu und begrüßte sie mit einer Umarmung.
"Hast du eine Idee, wer das sein könnte?"
"Nein, keine Ahnung. Wahrscheinlich nur einer der Dorfbewohner."

Sie hatten eigentlich Chavanna fragen wollen, aber in diesem Moment kehrte Jason zurück.
"Tja, nicht einmal hier bleibt man von der Arbeit verschont. Ich bin froh, wenn mein Vater bald zurück ist. Nichts gegen die Arbeit und vor allem nichts gegen unser Dorf, aber es ist doch schon ziemlich anstrengend, immer präsent zu sein und sich um so vieles zu kümmern. Wahrscheinlich werde ich das später tagtäglich machen, aber noch nicht jetzt. Ich stehe noch ganz am Anfang und hab noch viel zu lernen."
"Ach Jason, du machst das jetzt schon echt klasse. Dein Vater kann stolz auf dich sein. Das werde ich ihm auch so sagen.", teilte Chavanna ihm mit.
"Danke Chavanna, übertreib mal nicht.", erwiderte Jason, sichtlich errötend.

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"Zuri?", meldete sich da auf einmal Chloe zu Wort.
"Hmmm?"
"Ich würde dich gerne für einen Moment entführen, okay? Ist nichts schlimmes. Ich möchte dir nur kurz etwas zeigen."
"Okay."

Sie verließen das Fest und gingen ein Stück durch den Wald. Dann lichtete sich das Unterholz und gab den Blick auf eine von hohen Büschen umrahmte Stelle an einem See frei. Vor ihnen befand sich eine Bank. Sie setzten sich. Einen Moment lang schwiegen beide.
Dieser Ort war wunderschön. Die Nacht war sternenklar und es war ruhig hier. Sehr ruhig. Das Phrasenwesen fragte sich: Warum hatte Chloe es an diesen Ort geführt? Wollte sie ihn ihm wirklich nur zeigen? Dann hätte sie sicherlich das andere Phrasenwesen auch mitgenommen. Es sei denn... wahrscheinlich wollte sie ihm etwas sagen. Aber was? Es beschloss, dem Mädchen den Vortritt zu lassen.
Schließlich hatte Chloe es hier hergeführt. Sie würde schon mit der Sprache herausrücken.

"Zuri...", begann sie unsicher. "Versteh mich nicht falsch, ihr seid beide toll. Wir drei hatten heute Abend viel Spaß, auch wenn ich nicht viel gesagt habe. Aber ich habe beobachtet."
"Was hast du beobachtet? Ganz ruhig. Alles okay."
"Euch. Dich. Also erst sollte ich Chonelles Sohn zum Manne nehmen, doch er liebt eine andere. Christoffs Sohn ist ein Jahr jünger, aber grob. Er kann nichts dafür, aber meine Mutter würde mich nicht mit ihm verheiraten, auch wenn sie gut mit Christoff befreundet ist. Dann blieb noch Jason, aber der geht jetzt auch nicht mehr."
Sie hatte immer schneller gesprochen und ihre Stimme war dabei immer dünner geworden. PhrasenwesenZ kam ein Verdacht... Sie war gute drei Jahre jünger als es. Konnte sie das meinen?
"Chloe, was willst du mir damit sagen?"
"Sei du selbst. Alles andere wirst du eh verkacken" — Marie Meimberg

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Re: Die Herrschaft des Feuers

Beitragvon ArokhsSohn » 03 Nov 2017, 23:20

ein Möchtegernfolterknecht hat geschrieben:
Ein sadismusresistentes Phrasenwesen hat geschrieben:Reicht es nicht, wenn ich es nicht als Strafe empfinde?

Mist! Das wurmt mich jetzt

Aber nicht doch, ich kann ja ein bisschen jammern, wenn es Dir gefällt :-D

die Persönliche-Eigenschaften-Generierungsmaschine hat geschrieben:
Ein Phrasenwesen, welches seinem Alter Ego nicht wirklich ähnelt hat geschrieben:Interessanterweise wirkt PhrasenwesenA hier ziemlich skeptisch, während sein Pendant in der realen Welt recht leichtgläubig ist..

Siehst du: Da ist mir ganz klar ein grober Fehler unterlaufen.

Ach was, ein bisschen Skepsis schadet nicht. Ich sehe es als Persönlichkeitserweiterung. Außerdem wäre es gruselig, wenn das Pendant in der realen Welt 1:1 in der Geschichte auftaucht O.o
Hey, da bin ich ja mal sehr gespannt, was Deine Ankündigung für den Teil betrifft… Ich habe keine Vorstellung, was mich da erwartet.

PhrasenwesenA wacht geraume Zeit später auf und macht zwei ganz unterschiedliche Feststellungen. Die angenehme: Jemand hat es sehr fürsorglich zugedeckt und vor einer Unterkühlung in der inzwischen dunklen Showhalle bewahrt. Die unangenehme: Es hat beim Schlafen gesabbert und dem Sofa mit diesem Fleck einen überaus zweideutigen Touch verpasst. Schnell will es das Maleur herunterspielen und stattdessen eine weitere Seite im HdF-Buch lesen – jetzt wo es im Kerkerturm gerade unerträglich spannend wurde – da stellt es fest, dass die gedruckte Fassung des neuesten WtF-Parts dort zu finden ist. Mit einem seligen Lächeln bei dem Gedanken an seinen wohlbekannten Gönner beginnt es zu lesen…

eine Partnervermittlungsanzeige hat geschrieben:Ein junger Mann, Anfang 20, mit orange-rotem, fast kupferfarbenem Haar, vollkommen ebenmäßiger Haut und einem ansteckenden Lächeln.

Huiii, das klingt aber wirklich nicht schlecht. Vor allem gegen ein ansteckendes Lächeln hab ich nie etwas. PhrasenwesenA ist hier absolut zuzustimmen ^^ Sehen/lesen wir noch mehr von dem geheimnisvollen Fremden?

PhrasenwesenZ hat geschrieben:"Chloe, was willst du mir damit sagen?"

Ja, was scheint sie damit wohl sagen zu wollen? Ist es das Offensichtliche, wonach es aussieht? Oder kommt jetzt ein Plottwist, mit dem man nicht rechnen könnte…

Am Ende finden unsere beiden Phrasenwesen noch ihre Traumpartner im Winderland und kehren gar nie mehr zurück O.O

PhrasenwesenA will noch mehr lesen, aber das Notizblatt ist am Ende angelangt und irgendwie kann es die Fortsetzung nicht finden. Noch während es sich fragt, ob das schon alles gewesen ist, vernimmt es ein verräterisches Zischen, dem ein beißender Geruch folgt. Aus den Augenwinkeln sieht es, wie sich sein Hund von dem gemütlichen Platz neben ihm in sein Körbchen verzieht. „Alles klar“, denkt sich PhrasenwesenA kopfschüttelnd, „läuft vor seinen eigenen Ausdünstungen davon“. Schließlich kehrt PhrasenwesenA dem Nebel des Grauens ebenfalls den Rücken und verlässt den Platz vorerst, in der Hoffnung, bei besseren Luftverhältnissen zurückzukehren und evtl. einen neuen WtF-Teil vorzufinden…

LG, Arokh

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Re: Die Herrschaft des Feuers

Beitragvon Zuri » 04 Nov 2017, 00:02

Ein Klageweib hat geschrieben:ich kann ja ein bisschen jammern, wenn es Dir gefällt :-D

Bitte, bitte. Nur zu :P

PhrasenwesenAv2.0 hat geschrieben:
die Persönliche-Eigenschaften-Generierungsmaschine hat geschrieben:
Ein Phrasenwesen, welches seinem Alter Ego nicht wirklich ähnelt hat geschrieben:Interessanterweise wirkt PhrasenwesenA hier ziemlich skeptisch, während sein Pendant in der realen Welt recht leichtgläubig ist..

Siehst du: Da ist mir ganz klar ein grober Fehler unterlaufen.

Ach was, ein bisschen Skepsis schadet nicht. Ich sehe es als Persönlichkeitserweiterung. Außerdem wäre es gruselig, wenn das Pendant in der realen Welt 1:1 in der Geschichte auftaucht O.o

Passt denn wenigstens das panische und aufopfernde?

Ein Partnervermittlungsanzeigenaufgeber hat geschrieben:
eine Partnervermittlungsanzeige hat geschrieben:Ein junger Mann, Anfang 20, mit orange-rotem, fast kupferfarbenem Haar, vollkommen ebenmäßiger Haut und einem ansteckenden Lächeln.

Huiii, das klingt aber wirklich nicht schlecht. Vor allem gegen ein ansteckendes Lächeln hab ich nie etwas. PhrasenwesenA ist hier absolut zuzustimmen ^^ Sehen/lesen wir noch mehr von dem geheimnisvollen Fremden?

Hab ich damit echt unser beider Geschmack getroffen? Gute Voraussetzung :)

Ein Mitarbeiter, der die Bühne umdekorieren soll, aber gar nicht weiß, wofür, da die letzte HdFcon schon ewig her ist und auch der Wortmaler nichts hat von sich hören lassen, betritt die Bühne. Er entscheidet sich, das Sofa an die Seite zu schieben, um dann die großen, sperrigen Requisiten auf die Bühne bringen und bereits eine Hälfte dekorieren zu können. Als er an das Sofa tritt, macht er eine interessante Feststellung...

"Sag mal, dieser Arokh und dieser Zuri"
"Ja, was ist mit den beiden?"
"Die waren doch gestern Abend auf der con-Bühne"
"Genau, Zuri hatte den Schlüssel besorgt. Er sagt, Alex sei damit einverstanden. Hab den jetzt nicht extra angerufen."
"Ich glaube nicht, dass die was für die HdFcon gemacht haben."
"Wie...?", der andere bekommt große Augen, als er ahnt, worauf der andere hinaus will.
"Komm, ich muss dir was zeigen"
Das ließ sich sein Kollege nicht zweimal sagen.


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"Ihr beide seid toll, aber dich wollte ich fragen, ob du mich zur Frau nehmen willst."
Schon seltsam: Wir befinden uns in einer mittelalterlichen Fantasywelt und hier hält also die Frau um die Hand des Mannes an... Ein Matriarchat lag aber nicht vor — das bewies der Bürgermeister., dachte sich das völlig überrumpelte Phrasenwesen. Wahrscheinlich war das ein Vorabcheck der Möglichkeiten. Sie würde mit ihrer Mutter reden und der Mann musste ganz klassisch um die Hand der Tochter anhalten.
"Äh...", stotterte das Phrasenwesen. Irgendwie tat sie ihm leid, doch es konnte ja nicht aus seiner Haut.
Chloe begann zu weinen.
"Was ist an mir, dass du dir das so gar nicht vorstellen kannst?", schluchzte sie.
"Chloe, ich bin schwul."
Stille trat ein. Chloe musste das erst einmal verarbeiten. Es lag nicht an ihr, aber vielleicht dachte sie, sie habe sich damit lächerlich gemacht. Abgesehen davon wusste PhrasenwesenZ nicht, wie man hier zu Homosexualität stand. Eine Zeit lang hingen beide ihren Gedanken nach.
"Okay", schniefte Chloe dann, erhob sich und wischte sich die Tränen aus den Augen. "Lass uns zum Fest zurückkehren."

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"Du kannst dir nicht vorstellen, was ich gerade gesehen habe!"
"Kann kaum so überraschend sein, wie das, was mir gerade passiert ist."
"Also wenn ich Chloe so ansehe und nicht wüsste, dass du schwul bist, würde ich sagen, ihr hattet gerade was miteinander und sie ist vergeben."
"Ey! Na ja, so ähnlich."
"Was, echt?"
"Na ja, also sie sucht einen Mann. Ich musste ihr einen Korb geben. Offenbar drängt bei ihr die Zeit."
"Ihr seht beide sehr geflasht aus."
"Lach nicht.  Irgendwie tut sie mir leid."
"Mir tut sie auch leid, sorry."
"Hmmm... Es muss doch irgendwie möglich sein... Was ist mit deinem Rotschopf von vorhin?"
"Das wollte ich dir ja gerade sagen: Den kann ich vergessen."
"Oh, tut mir leid. Also ist er doch nicht schwul."
"Doch. 100%ig."
PhrasenwesenZ zog eine Braue hoch.
"Ich wollte mich vorhin im Gebüsch erleichtern, da habe ich ihn mit Jason gesehen. Knutschend."
"Ups, schade für dich."
"Ja, aber sie sind wirklich ein glückliches Paar die beiden..."

"Dann interessiert mich einmal mehr, wie man hier zu Homosexualität steht..."
"Sei du selbst. Alles andere wirst du eh verkacken" — Marie Meimberg

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Re: Die Herrschaft des Feuers

Beitragvon ArokhsSohn » 04 Nov 2017, 18:24

PhrasenwesenA traut sich nicht wirklich zur con-Halle und blickt sich nervös zu allen Seiten um. Anscheinend ist durch irgendwelche Umstände ein eigenartiges Gerücht in Umlauf gebracht worden. „Vielleicht hätte ich gestern doch nicht so kopflos davon stürmen und noch sauber machen sollen“, vermutet es, „ich glaube, irgendwas wichtiges habe ich auf dem Sofa vergessen…“ In einem günstigen Moment schleicht PhrasenwesenA sich an das Pult auf der umdekorierten Bühne, schnappt sich eine Kopie des neuesten Parts und verzieht sich in eine dunkle Ecke, wo es für den Moment nicht gesehen werden kann und beginnt zu lesen.

ein gedankenverlorenes PhrasenwesenZ hat geschrieben:Schon seltsam: Wir befinden uns in einer mittelalterlichen Fantasywelt und hier hält also die Frau um die Hand des Mannes an... Ein Matriarchat lag aber nicht vor — das bewies der Bürgermeister

:lol: Herrlich, PhrasenwesenZ bekommt einen Heiratsantrag und macht sich über gesellschaftspolitische Gegebenheiten Gedanken.

typisch weiblich hat geschrieben:"Was ist an mir, dass du dir das so gar nicht vorstellen kannst?", schluchzte sie.

Auch wieder so wahr: dem guten Phrasenwesen wurde gerade eine Offerte gemacht, man sammelt noch seine Gedanken, hat noch ÜBERHAUPT nichts dazu gesagt (bis auf "äh") und schon heißt es „Ich bin Dir doch völlig egal“ … na ja, so ähnlich jedenfalls (nehmen wir die Tatsache, dass es ja tatsächlich so ist, einfach mal beiseite).

PhrasenwesenA hat geschrieben:"Ja, aber sie sind wirklich ein glückliches Paar die beiden..."

Oh… das war wohl nix, da bleiben wohl doch wieder nur die Träume…

Ja, das ist ja ein Ding, da sind der junge Bürgermeister und der hübsche Jüngling ein Paar. Tja, sind sie das ganz offen oder im Geheimen? Ich vermute mal, der nächste Teil wird es zeigen.
Tja, also doch keine Traumpartnerschaften auf Knopfdruck... Dann eben auf die Mission zurück und weiter in Richtung Ausgangssuche aus dem Winderland…

LG, Arokh

PS: Respekt, Du hast die Vorlage wirklich auf sehr amüsante Weise genutzt, hatte da echt was zu lachen :lol:

Re: Die Herrschaft des Feuers

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