Die Herrschaft des Feuers

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Re: Die Herrschaft des Feuers

Beitragvon Zuri » 06 Feb 2017, 07:58

Übrigens: Neben den zwei kürzeren Abschnitten der tertiären Story, noch ein Hinweis auf das Lied, welches die Band auf der Wiese bei der Teeparty spielt: Das Lied "(We found) Wonderland" stammt von Taylor Swift, die Band spielt allerdings ein Cover von At Sunset: https://www.youtube.com/watch?v=sFvjukjywEM

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Doch anstatt der Teegesellschaft Ruhe zu gönnen, erschien kurz darauf bereits der nächste Gast: Ein Mann, ganz in Purpur gekleidet, mit einem stolzen, aber gleichsam einschüchternden Auftreten. Seine Kleidung hätte die aus Michael Jacksons "Ghosts" sein können. Der Hutmacher versteckte sich schnell unter dem Tisch, wohingegen der Faselhase lediglich die Ohren über die Augen zog. Der Mann schien die Tafel als Bühne zu betrachten, wobei man bei seinem Gang auch von einem Laufsteg hätte sprechen können. Er schien keine Notiz von dem darauf stehenden Teeservice zu nehmen. Von irgendwoher ertönte nun "Walking on broken glass" und der Mann fing an, zu tanzen, wobei es keine ausladenden Bewegungen waren, sondern eher noch das, was man gleichzeitig als elegant und maskulin bezeichnen konnte. "Er verhöhnt mich!", wimmerte der Hutmacher von unter dem Tisch leise. Als der Mann mit seinem Tanz geendet hatte, drehte er sich in Richtung der Teegesellschaft und verkündete: "Ich bin der Herzbube und trage nun die Krone der Herzkönigin. Hutmacher, ich weiß, dass du dich unter dem Tisch versteckt. Komm heraus, das ist doch lächerlich." "Es gab einen Putsch", flüsterte der Faselhase apathisch, mehr zu sich selbst als zu den beiden Phrasenwesen. "Hier klappt sowas wenigstens noch!", bemerkte eines von ihnen und wollte dabei lustig klingen, merkte aber, dass das in Anbetracht der Lage nicht angebracht zu sein schien. Wieder erhob der Herzbube die Stimme: "Wenn ihr bis Vollmond keinen Jüngling opfert, werdet ihr alle sterben!" und rauschte mit einem wallenden Mantel davon.

"Iehhh, noch so ein Verrückter", meinte das vierbuchstabige Phrasenwesen und wandte schnell ein: "Also nichts gegen euch..." "Und was macht er mit den Jünglingen?", wollte das fünfbuchstabige Phrasenwesen wissen. "Er hat ein eigenes Kloster. Der Hutmacher war sein erstes Opfer." Beide Phrasenwesen nickten bedächtig. Sie hatten verstanden.

Sie sahen einander an und wussten, dass sie dasselbe dachten: Bei diesen Leuten würde ich nicht garantieren, dass es nach dem Auftritt dieses Typen nicht zu einer Kurzschlussreaktion kommt und einer von uns der Leidtragende ist. Also beschlossen beide, weiter zu reisen und verabschiedeten sich beide. "Denkt daran, an meinem Nichtgeburtstag vorbeizukommen!", rief ihnen der Faselhase noch hinterher.

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Kaum waren die beiden Phrasenwesen ein Stück des Weges nebeneinander her gegangen, da erklang ein schallendes Gelächter. Es schien allgegenwärtig zu sein. Obwohl sie sich unter freien Himmel befanden, so hallte es doch wie unter der Kuppel eines Doms. Dem vierbuchstabigen Phrasenwesen kam die Stimme seltsam bekannt vor. Sein Gefährte schienen ähnliche Gedanken durch den Kopf zu gehen.
Direkt vor ihnen kamen auf einmal, mitten in der Luft, Augen zum Vorschein. Sie waren viel größer als normale Augen, aber hatten dabei so etwas flüchtiges an sich. Stellte man sich das dazugehörige Gesicht vor, musste es, wenn es so vor ihnen aufragen würde, sie sicherlich verhöhnen. Die Iris hatte die Farbe eines Smaragds und schien den gesamten Augapfel einzunehmen, abgesehen von der Pupille, einer ebenso tiefschwarzen Umrahmung der Iris und zahlreichen unförmigen schwarzen Flecken, die die Iris übersehten.

"Vielleicht darf ich die Herren, denen es wohl an der Fähigkeit mangelt, selbst zu einer solchen Erkenntnis zu gelangen, darauf aufmerksam machen, dass sie Wonderland nie wieder verlassen können?", säuselte eine hohe Stimme, die, wenn sie normal sprach, weder hoch war, noch säuselte. Dennoch war sie unverkennbar schneidend und kalt. "Wenn man so will gibt es nur zahlreiche Fährmänner und ich erfreue mich dieses ganz besonderen Käfigs für euch, der unendlich weit reicht, aber so weit ihr auch flüchten würdet, ihr könntet ihn nicht verlassen." Bellatrix Lestrange wäre neben ihr erblasst. "Die Herzkönigin", fuhr sie fort "war schwach, sie war langweilig, war viel zu eintönig und vorhersehbar und sie hat sich ihrer eigenen Exzentrik erfreut. Sie musste gestürzt werden."
"Warum erzählst du uns das alles", fragte sie das fünfbuchstabige Phrasenwesen unwirsch, dem es offenbar unangenehm war, dass man sich über sie beide lustig machte und sie verhöhnte, und hoffte damit, sie möge auf den Punkt kommen und ihre Gründe dafür offenbaren.

Im nicht vorhandenen — oder besser: nicht sichtbaren — Gesicht der Grinsekatze, die sie war, bildete sich ein rotlippiger Mund, der sich zu einem lächeln verzog.

"Muss alles einen Grund haben?", war die lauernde Frage des Wesens das nicht dem mit demselben Namen glich, welchem sie kurz nach ihrer Ankunft begegnet waren, und welches doch auf seine verrückte Art durchaus freundlich zu ihnen gewesen war. Allerdings erwartete sie keinerlei Antwort und sprach einfach weiter: "Es ist belanglos. Gerede, nichts weiter. Ihr seid auch nur ein paar Wesen, die ein paar Jahrzehnte leben und dann treten andere an ihre Stelle. Was schafft ihr Menschen schon, was euch Macht über mehr als nur ein gewöhnliches Leben gibt? Seht mich an, Kathy Lange."
"Ich dachte, sie wäre gut", flüsterte das eine Phrasenwesen dem anderen zu.
Sie schien es gehört zu haben und zu einer Erklärung geneigt zu sein. "Das kommt auf den Blickwinkel des Betrachters an. Alles, was ich tue, nutzt letztendlich zumindest einer Person. Aber was versteht ihr schon. Erfreut auch am die Welt, die ihr nun nicht mehr verlassen könnt."
Mit einem Lachen, das wie ein Applaus für sie selbst klang, verschwand ihr Gesicht in der Luft.
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Re: Die Herrschaft des Feuers

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Re: Die Herrschaft des Feuers

Beitragvon Zuri » 12 Feb 2017, 18:20

Der folgende neue Teil ist zwar mal wieder vergleichsweise kurz, wie auch meine heutige Ansprache zu selbigen, aber ihr lernt dafür einen neuen Charakter kennen:

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"Welchen Weg schlagen wir ein?", fragte der eine den anderen.
"Keine Ahnung. Ich kenne mich nicht aus. Bisher wissen wir nur vom Schloss des Herzbuben und dem Haus des Märzhase, der aber wahrscheinlich auf der Teeparty ist, sofern er sie jemals verlässt."
"Also das Schloss?", fragte der eine zögerlich.
Der andere nickte nachdenklich.

Wie seltsam Menschen doch waren. Würde er sie je gänzlich verstehen? Manchmal waren sie sehr leicht zu durchschauen, was ihm gelegentlich einen Vorteil brachte. Wo kamen sie her? Er hatte sie hier nie zuvor gesehen. Eigentlich war das nicht wichtig. Jetzt zumindest noch nicht. Aber sie waren interessant. Er beschloss, ihnen zu folgen. Vielleicht offenbarten sie noch andere interessante Dinge. Und schließlich konnte er immer von ihnen lernen. Nicht, was sie sagten, sondern wie sie es sagten; nicht was sie taten, sondern wie — das war viel entscheidender. Dazu musste man genau hinsehen. Auf seine Fähigkeit als Beobachter war er besonders stolz. Er hätte sogar vor Stolz die Brust gereckt, wenn er denn eine besessen hätte. Fast ebenso interessierte es ihn, das "Warum" zu ergründen, doch das nahm viel mehr Erfahrung in Anspruch und auch wenn er diese Beschäftigung ebenso bereits einige Zeit betrieb, so war er sich oftmals nicht sicher, ob er mit seiner Beurteilung überhaupt richtig lag. Aber das war bisher noch alles andere als entscheidend. Also kümmerte die Präzision noch nicht derart.

"Warum verlangt der Herzbube Jünglinge?", fragte einer den anderem, während sie nebeneinander herschritten.
Der Angesprochene entgegnete: "Wahrscheinlich will er sie opfern."
"Aber müssten er dann nicht Jungfrauen dafür nehmen?", überlegte der Fragesteller laut.
Auch darauf wusste der andere eine Theorie: "Vielleicht weil er Mädchen nichts zuleide tun kann."
"Hmmm...", meinte ersterer darauf nur. Offenbar war diese These für ihn schlüssig und ihm gingen die kritischen Fragen aus.

Dass sie beobachtet wurden, fiel ihnen nicht auf. Sie schienen nicht einmal auf eine derartige Idee zu kommen.

Er breitete seine Flügel aus und flog ins Schloss.

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Im Schloss herrschte ein munteres Treiben. Es glich einer geschäftigen Stadt. Überall eilten Diener hin und her; jeder wusste, was er zu tun hatte und fand sich blind in dem Labyrinth aus Gängen zurecht. Im Thronsaal saß ein in Prunk gekleideter Mann auf einem erhöht stehendem Thron. Seine Füße hatte er auf die Rücken von auf allen Vieren knienden Jungen gelegt, die kaum älter als dreizehn oder vierzehn sein konnten. Mit den Flamingos der Herzkönigin hatte er offenbar nichts anderes anzufangen gewusst, als sie zu dekorativen Zwecken aufzustellen oder sie sogar auf obskure Weise gänzlich in bestehende Dekoelemente zu integrieren. Der Pomp war im Raum unübersehbar, aber er bestand zum größten Teil nicht aus Gold, Samt und Edelsteinen, sondern aus absonderlichen Zusammenstellungen aller Art, die man nur als Kunst bezeichnen konnte, da er es war, der die Mode der Zeit angab. Hätte man es gewagt, auch nur irgendetwas am derzeitigen Herrscher anzuzweifeln, wäre es sicherlich sein Geisteszustand gewesen. Aber in Anbetracht des Reiches, das er regierte, sprach das wohl eher für als gegen ihn.
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Re: Die Herrschaft des Feuers

Beitragvon Zuri » 18 Feb 2017, 18:04

Ich muss zugeben, diesmal habe ich wirklich nur wenig Worte zustande gebracht, was sich nicht einmal auf die Einleitung bezieht. Gerade einmal 220 Zeichen war der Teil nun lang. Oder sagen wir einfach: "1377 Zeichen inklusive Leerzeichen". Klingt ein bisschen besser, aber immer noch viel zu kurz für euch. Den zweiten Absatz habe ich dann hier live im Editor geschrieben :D

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Man hatte die Neuankömmlinge hereingebeten und führte sie über endlose Treppen immer weitere in den höher gelegenen Kern des Schlosses. Anstatt dass Fenstern die Wände säumten, waren sie über und über bedeckt mit Kuckucksuhren. Der Herzbube wolle sie sehen, hatten die Wachen gesagt, die sie in das Innere des Schlosses geführt hatten und weiter die Treppen hinauf eskortieren. Beiden war ungefähr gleich mulmig zumute, auch wenn keiner sich traute, in Anwesenheit der Wachen mit dem anderen zu sprechen. Trotz der gastfreundlichen Höflichkeit wussten die beiden, nicht zuletzt aufgrund der Drohung des Gastgebers, dass dies nur eine trügerische Ruhe war und man die Geduld desselben lieber nicht auf die Probe stellte. Worauf hatten sie sich da nur eingelassen? War das einzige, was ihnen einfiel, wirklich die Höhle des Löwen gewesen? Hatten sie sich damit völlig unnötig und auf ebenso törichte Weise in Gefahr begeben? Was, wenn er sie einsperrte oder schlimmer noch: Sie an Ort und Stelle tötete? Was sollten sie denn überhaupt sagen, ja was erwarteten sie sich von diesem Treffen? Im Stillen mussten sich beide eingestehen, dass sie es beim besten Willen nicht wussten. Sie gehörten noch nicht einmal in diese Welt. Warum halfen sie ihr dann? Sie konnten hier nicht weg, also mussten sie akzeptieren, dass sie sehr wohl zu dieser Welt gehörten, ob sie wollten oder nicht.

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"Ihr seid also gekommen, weil Ihr eine Audienz wünscht", sprach der Mann, der sich vom Fenster her zu ihnen in dem sonst kahlen Raum mit den Steinwänden und Steinfußboden umdrehte. Er hatte einen langen weißen Bart, bequeme, in blau gehaltene Gewänder und etwas, was man wahrscheinlich namentlich zwischen einem Hut oder einer Mütze angesiedelt hätte, was kaum seinen ganzen Kopf einnahm, aber auch keine Kippa sein konte. Er drehte sich so geschmeidig um, dass man denken konnte, seine Aufmerksamkeit gelte nicht seinen Gästen, sondern eher, sich weder zu schnell zu drehen, noch ungeschickt, sondern eher elegant anzustellen. Das allerdings wirkte nicht eitel, sondern einfach ein bisschen speziell, wie ältere Leute manchmal sein können. Das war zumindest nicht der Herzbube, soviel war klar. Die beiden Phrasenwesen hofften, dass er nicht vorhatte, ihnen weismachen zu wollen, er wäre es. Oder konnte der Herzbube seine Gestalt verändern? Plötzlich wurden sie unsicher: Sie wussten es nicht.

"J-ja...", stotterte das vierbuchstabige Phrasenwesen unsicher und beäugte den alten Mann ihnen gegenüber kritisch.
"Nun, er ist zur Zeit schwer beschätigt. Ich soll euch bitten, vorerst eines unserer Gästequartiere aufzusuchen. Dort werdet ihr mit aller gebührenden Gastfreundschaft umsorgt werden. Der Herzbube wird euch empfangen, sofern seine anderen Pflichten dies erlauben."
Er gab den Wachen einen Wink und diese machten Anstalten, sie hinauszuführen. Als sie den Blick wieder von den Wachen lösten, um noch eine Frage an den seltsamen Greis zu richten, war dieser verschwunden.
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Re: Die Herrschaft des Feuers

Beitragvon Zuri » 26 Feb 2017, 03:21

Und weiter geht's:

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Und schon wieder wurden sie durch Gänge und über Treppen geführt, nur dass es nun wieder hinunter ging. Ganz oben schien der Herzbube zu residieren und sie waren zumindest in einem Turm gewesen. Die ihnen zugewiesenen Gästequartiere mussten ganz unten liegen. Oder sollte das eine Falle sein? War es tatsächlich der Herzbube gewesen, der sie damit eiskalt abgewiesen hatte? Brachten die Wachen sie vielleicht geradewegs in den Kerker, um sie später Opfern zu können?
Selbst wenn das hier eine Falle war, würden sie sich kaum daraus befreien können. Die Wachen hinter ihnen trugen Rüstungen und selbst die Schakalmasken, die ihre Köpfe komplett bedeckten, schienen aus Metall zu sein. Vielleicht würden sie schneller laufen können als diese beiden Blechbüchsen, aber da unten würde es sicherlich mehr von der Sorte geben, sodass ihre Flucht viel zu schnell zu ändere wäre, als dass sie Gelegenheit genug bekommen hätte, ihren Sinn zu erfüllen.
Das fünfbuchstabige Phrasenwesen hatte aufgehört, die Schritte zu zählen; es ging ja doch nur abwärts. Und wenn es sich nicht verschätzte, waren sie bereits unter der Erde. Ergeben setzte es wie sein Begleiter einen Fuß vor den anderen, ebenso unfähig, etwas anderes zu tun. Es war die lähmende Gewissheit, an der Situation nichts ändern zu können.
Auf einmal fiel etwas schwarzes von oben vor ihnen zu Boden. Sie gingen gerade eine sich eng um einen Turm windende Treppe hinunter und erschraken; einschließlich der Wachen. Vor ihnen kniete eine Gestalt auf den Stufen in einer zusammengesunkenen Pose, die den Stoß abgefedert hatte. Der Mantel wallte nur Sekunden später hinter seinem Rücken zu Boden. Dann hob der mysteriöse Neuankömmling den Kopf und richtete seinen Blick anklagend auf die Wachen. Seine Augen selbst waren durch die schwarze Maske nur schwierig auszumachen.
"Zorro!", rief das fünfbuchstabige Phrasenwesen.
"Warum kommst du erst jetzt?", verlangte das andere zu wissen.
"Ein Zorro kommt niemand zu spät, geschweige denn zu früh", klärte ihn der Schwarzgewandete auf "er trifft immer genau dann ein, wenn er es beabsichtigt."
Er richtete sich auf. "Und überhaupt: Schon wieder muss ich euch retten! Wie seid ihr eigentlich schon wieder in diese Lage gekommen?"
Die beiden Phrasenwesen starrten ihn nur stumm an und hofften, dass er wirklich gekommen war, um sie zu retten. So zurechtgewiesen traute sich aber keiner der beiden, die Frage zu stellen, die unausweichlich im Raum stand: "Was nun?"
Zu ihrer Erleichterung schien sich der Superheld der Fragestellung ebenso bewusst zu sein, wie sie oder er konnte schlichtweg Gedanken lesen, was auf dasselbe hinauskaum. Und ebenso zu ihrem Glück übernahm er nun die Gesprächsführung. "Lauft, ich versuche diese beiden Konserven aufzuhalten oder auszuschalten, je nach dem, was nötig ist und komme dann nach."
Das war mal ein Wort! Die beiden Phrasenwesen waren sehr froh, dass sie das hatten nicht koordinieren müssen und nahmen die Beine in die Hand. Der Retter, auf den sie nicht zu hoffen gewagt hatten, war erneut erschienen und hatte sie aus diesem Schlamassel befreit.
Doch zu allem Unglück nahm das vor der Ankunft Zorros entworfene Szenario nun wirklich Gestalt an: Am Fuße der Treppe angekommen, fanden sie sich wirklich in den Verliesen wieder und auch Wachen standen dort einige, die sofort bemerkten, dass etwas nicht stimmte. Niemand, den sie nicht kannten, würde um diese Uhrzeit durch das Schloss rennen — es sei denn, er war auf der Flucht. Sie sahen die mit Eisenplatten gepanzerten Mannen auf sie zueilen, auch noch wie sie eine Hand hoben und wussten, dass sie dem nicht würden entkommen können und dann wurde es schwarz vor ihren Augen.
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Re: Die Herrschaft des Feuers

Beitragvon Zuri » 02 Mär 2017, 22:24

Ich muss zugeben: Der letzte Teil war live geschrieben und wirkte deshalb übel an den Haaren herbeigezogen und sehr schleppend. Hoffentlich wird dieser Teil wieder besser.

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Als das vierbuchstabige Phrasenwesen zu sich kam, war es immer noch schwarz um es herum. Es stellte daraufhin aber fest, dass das nicht an der Beleuchtung lag, sondern daran, dass es die Augenlider geschlossen hatte. Ganz in der Nähe hörte er zwei andere Zelleninsassen streiten.

"Ohne dich säßen wir nun nicht hier fest!"
"Ach, jetzt bin ich schuld, oder was!?"
"Wer denn sonst bitte?"

Es verspürte nicht die Muße, die Augen zu öffnen und sich am Gespräch zu beteiligen. Die Ruhe, die eben noch in seinem Bewusstsein geherrscht hatte, war wesentlich angenehmer. Also beschloss es, sich einfach nur auf die Seite zu drehen und zu versuchen, sich weiter auszuruhen. Als es allerdings den Kopf drehen wurde, ließ es dies sofort bleiben, als dieser überraschend unangenehm zu poche anfing. Langsam erinnerte es sich an die Sekunden vor ihrer Inhaftierung. Der Schlag musste kräftig gewesen sein. Aber es hatte keine Lust, über undurchführbare Fluchtpläne nachzudenken oder sich davor zu Ängsten, was vielleicht passieren könnte. Es wollte nun einfach seine Ruhe haben und driftete trotz des Zeter und Mordio innerhalb seiner Zelle bald wieder in einen schlafähnlichen Zustand ab.

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Das Phrasenwesen, welches auf den aus vier Buchstaben bestehenden Namen hörte, horchte auf: Eine dritte Stimme drang an sein Ohr. Diesmal war es nicht so dumm, den Kopf zu heben, sondern öffnete stattdessen nur die Augen. Etwas unförmiges schwebte dort mitten in ihrer Zelle.

"Wie konntet ihr nur so dumm sein? Damit habt ihr euch in noch größere Schwierigkeiten gebracht!"
"Wir und dumm!", schnaubte das fünfbuchstabige Phrasenwesen beleidigt und ohne jegliches Verständnis.
"Ja", blaffte das Wesen zurück, das kaum mehr als ein Nebel war und fuhr dann in etwas versönlicheren Ton fort. "Der Herzbube wollte euch schon zu den anderen stecken. Das heißt: Das hätte er getan, wenn er von eurer Ankunft wirklich Notiz genommen hätte. Das konnte ich gerade noch abwenden."
"Zu den anderen?"
Das Wesen antwortete nicht, sondern setzte eine bedeutungsschwere Mine auf, wenngleich es es zu wundern schien, dass die Phrasenwesen nicht wussten, was es meinte.
"Zu denen für den nächsten Vollmond", fragte das fünfbuchstabige Phrasenwesen diesmal fast zaghaft, als fürchte es sich in Wahrheit vor der Antwort.
"Richtig", meinte das Wesen darauf nur. "Wie dem auch sei: Ich hätte euch fast retten können — mann-o-mann!"
"Und wie kommen wir jetzt hier hinaus?"
"Ich weiß es nicht. Mal sehen."
"Mal sehen!? Wir sitzen in einem Verließ!"
"In das ihr durch eure eigene Dummheit geraten seid, wenn ich daran erinnern darf. Ich lass mir was einfallen und sehe, was ich machen kann."

Mit diesen Worten war es verschwunden.
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Re: Die Herrschaft des Feuers

Beitragvon Zuri » 07 Mär 2017, 08:20

Jetzt mal außer der Reihe ein Spezialteil:

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Immer noch ungläubig lief der Wortmaler im Bühnenraum auf und ab. Was war passiert? Wohin waren die beiden Phrasenwesen auf einmal verschwunden? Irgendetwas war vorgefallen. Nur leider hatte er bisher nicht herausfinden können, was. Kaum etwas gab einen Hinweis darauf, dass sie überhaupt dagewesen waren. Nach Alex waren jetzt auch diese beiden Freunde verschwunden. Hatten sie ihm diese Freundschaft nur vorgespielt, um ihn zu besänftigen? Hatten sie wie zuvor Alex das Weite gesucht, weil sie ihn nicht mehr ertragen konnten? Allein der Gedanke, dass es so sein könnte, betrübte ihn zutiefst. Der einzige Lichtblick war, dass ihm das wahrscheinlich wieder Inspiration zum Fortsetzen seiner Geschichte geben würde. Aber ohne Alex klang sie irgendwie anders, betrübter…

Während er so auf und ab ging, fiel sein Blick auf einmal auf einen am Boden liegenden Zettel, den er zuvor nicht bemerkt hatte. Er hob ihn auf und entfaltete ihn. Oben in der rechten Ecke stand das heutige Datum: 07. März 2017. Unterschrieben hatten das vier- und das fünfbuchstabige Phrasenwesen. Er begann zu lesen.

Lieber Finn,

alles Gute zu deinem Geburtstag! Wir hoffen, du verbringst und wenn ja, genießt, den Tag mit Alex. Ich hoffe, du hast ihm noch nichts von der Überraschung verraten ;) Apropos Überraschung: Da wartet noch eine auf euch beide, aber diesmal verrate ich dir ebenso wenig, wie Alex. Seid also gespannt und wisset, dass euch zwei Freunde um euren kleinen Ausflug beneiden :P




Er lies den Brief sinken. Finn hatte Geburtstag? Wie wenig er doch über Alex und dessen Freund wusste, wenn selbst zwei Leser mehr wussten. Er seufzte und ließ sich auf der Bühne in den Schneidersitz sinken. Er war allein. Nur das pinke Hippo würde bald wieder durchs Gebäude streifen, auf der Suche nach ihm. Er wünschte sich, dass seine Freunde wiederkommen mögen.
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Re: Die Herrschaft des Feuers

Beitragvon Zuri » 12 Mär 2017, 00:00

Da fragte das bisher unbeteiligte Phrasenwesen seinen Zellengenossen: "Wer war das?"
Der Gefragte schien sich gerade erst von der für ihn unsäglichen Behandlung zu erholen.
"Keine Ahnung. Es war einfach da und hat mich angeblafft."
Zorro währenddessen hatte sich ruhig verhalten und es war fast so als schmolle er über seine Gefangennahme.

Am Abend — was es nach Einschätzung der Phrasenwesen sein musste — kam das Wesen wieder. Das fünfbuchstabige Phrasenwesen schlief bereits.
"Kannst du uns hier hinaus bringen?", fragte das vierbuchstabige Phrasenwesen höflich.
"Oh ja, ich kann". Aber es dachte offenbar nicht daran, ungefragt weitere Ausführungen folgen zu lassen.
Also tastete sich das Phrasenwesen weiter vor: "Und wie?"
"Der Herzbube veranstaltet gerade ein Festgelage und wird das Entrinnen von Gefangenen nicht bemerken, zudem er nicht einmal von eurer Gefangennahme weiß. Dies vor ihm zu verbergen, war... sagen wir: komplex zu bewerkstelligen. Zudem bin ich in Besitz des Schlüssels gekommen."
"Wie?", entschlüpfte es seinem Gesprächspartner, obwohl dieser sich eigentlich viel mehr wunderte, wo sich der Schlüssel befand, wenn nur ein Dunst vor ihm schwebte.
"Mit dieser Gestalt", entgegnete es und hielt sich nicht groß mit Erklärungen auf.
Was eben noch Rauch oder Nebel gewesen war, verlor an Transparenz und erschien immer mehr wie Materie, bis es schließlich die Form von Stoffen annahm. Es folgten Haare, doch beim Gesicht dauerte es länger bis sich aus dem hautfarbenen Kloß, der wie Knete aussah, Nase und Ohren sowie Augen, Mund und sonstige Gesichtskonturen bildeten. Doch es war unverkennbar der Greis, der sie im Turm empfangen hatte.
Das Phrasenwesen kam aus dem Staunen nicht mehr heraus über das, was da vor seinen Augen passierte. Als es sich einigermaßen wieder gefangen hatte, kam ihm eine Frage in dem Kopf, die ihn immer noch wie ein Widerspruch erschien. "Warum hilfst du uns, wenn du doch für den Herzbuben arbeitest?"
"Was verleitet dich zu der Annahme, dass ich dies tue?" Diesmal stellte es allerdings fest, dass es ganz offensichtlich wirklich nicht eindeutig war, dass es das nicht tat und entschloss sich, eine Erklärung zu liefern. "Okay, also gut: Ich konnte denen, die vorher hier waren, nicht helfen, da ich selbst noch nicht lange hier bin. Sie werden wohl vorher in seinem Harem bleiben müssen."
"Seinem Harem?"
"Ja, wusstest du das noch nicht? Ich habe euch beobachtet, als ihr ins Schloss kamt. Ihr wart interessant und ich studiere gerne Menschen. Man kann so viel von euch lernen. Ich war davor bereits einige Zeit im Schloss und wusste, dass euch dasselbe wiederfahren würde, also beschloss ich, euch abzufangen und, wenn die Luft rein ist, wieder hinaus zu bringen, ohne dass er etwas bemerkt. Deshalb empfing ich euch im Turm. Ich stöberte in euren 
Köpfen nach einer Gestalt, die ihr vertrauensselig finden würdet, damit ihr keinen Widerstand leistet oder nicht auf mich hört, wenn ich versuche, euch zu helfen."
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Re: Die Herrschaft des Feuers

Beitragvon Zuri » 19 Mär 2017, 00:51

Die Freiheit naht! Apropos Freiheit: Künstlerische Freiheit ist hier durchaus gewünscht und Kreativität gefragt. Ich dachte mir, dieses Wesen hat keinen Namen und für die Handlung muss ich mir nicht zwangsläufig einen ausdenken, aber wer Lust hat, könnte es so handhaben wie mit dem Lichtbrecher/Phasenwesen und sich einen Namen für diese Art Wesen ausdenken. Wenn du auf diesen Part antwortest, ist es sicherlich noch nicht zu spät dafür, auch einen Namen vorzuschlagen, auch wenn der Post schon etwas zurückliegt, denn wie du weißt, lesen nur eine Handvoll Leute die tertiäre Story, also eilt nichts und die Konkurrenz hält sich in Grenzen ;)

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"Du kannst unsere Gedanken lesen?", stieß das Phrasenwen erstaunt und erschreckt gleichzeitig zugleich hervor.
"Nein, nein." Der Greis musste lächeln und schien etwas verlegen. Mit der Hand fuhr er sich wie beiläufig durch seinen dichten weißen Bart. "Nur Wissen. Nichts flüchtiges und meistens keine Gefühle."
"Meistens?"
"Es sei denn, sie sind sehr stark und überfluten das ganze Gehirn. Dann sieht man nichts anderes mehr da."
"Und inwiefern willst du uns in der Gestalt helfen?"
"Nun, ich habe den Schlüssel und kann damit Schlösser öffnen. Und aufgrund meiner Kleidung halten mich die Wachen für einen Adeligen oder Gelehrten und stellen keine Fragen. Der Rest ist überzeugendes Auftreten."
"Okay, dann los! Worauf warten wir?"
"Ich bin so weit. Was ist mit den beiden anderen?"
Das Phrasenwesen eilte hinüber und weckte Zorro und seinen fünfbuchstabigen Begleiter. Währenddessen wühlte der Greis in seinen weiten Gewändern herum — offenbar auf der Suche nach dem Schlüssel — und entfernte nebenbei — fiktive oder real existierende — Fusseln auf diesen.

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Schließlich machten sie sich auf. Die Zelle ließ sich tatsächlich ohne Probleme öffnen. Zorro wollte schon davoneilen, doch der Greis hielt ihn zurück: "Sachte. Wir brechen nicht aus, sondern haben alles Recht dazu, hier herumzulaufen. Oder willst du, dass man dich in die Zelle zurücksteckt?"
An der ersten Wache kamen sie sehr einfach vorbei. Sie warf nur einen kurzen Blick auf die Gewänder des Greises und wendete dann wieder den Blick ab. Ein paar Schritte später kamen sie an einer Zelle vorbei. Ohne genau hinzusehen hätte man sie für leer halten können, aber das war sie nicht. Den beiden Phrasenwesen blieb vor Staunen der Mund offen stehen.
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Re: Die Herrschaft des Feuers

Beitragvon Zuri » 26 Mär 2017, 23:08

Oh, ich seh gerade, der Teil ist wieder kurz geworden :O Dafür wird aber der übernächste länger. Versprochen ;)

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Drinnen in der Zelle, aschfahl und zerfallen, sodass das bedauernswerte Etwas im Dämmerlicht fast mit dem Steinboden verschmolz und sich nur dessen Kleidung und wirres Haar von diesem abhob, lag ein Insasse offenbar im Sterben. Nur die Augen bewegten sich ängstlich und scheu wie von jemandem, der weiß, dass er allem schutzlos ausgeliefert ist. Dann bewegten sich die aufgeplatzten, mit Staub und Schmutz bedeckten und verkrusteten Lippen. Erst kam kein Ton heraus und sie glaubten fast, dass die Bewegung nicht ihnen golt, sondern bereits zur Gewohnheit geworden sei und der Insasse für ein Selbstgespräch den Klang seiner Stimme nicht zwangsläufig benötigte, doch dann kamem mühsame Worte heraus. Die Stimme klang schwach und stockend, und zitterte. Die ersten Worte waren ihnen unverständlich.

"Vielleicht spricht sie eine andere Sprache...", mutmaßte das fünfbuchstabige Phrasenwesen. "Wer bist du?"
"Mmmm - man n - nnn - nann - te mich... Herz - könig - in."
"Die haben sie beim Putsch übel zugerichtet.", kommentierte der Greis das Offensichtliche.
"Wir könnten sie retten", überlegte das fünfbuchstabige Phrasenwesen laut.
"Spinnst du!?", fuhr Zorro ihn an. "Sie ist die Herzkönigin! Weißt du, was sie alles ge-"
"Ja, aber sie ist es nicht mehr! Schau sie dir an: Wem würde sie jetzt noch etwas zuleide tun? Und überhaupt: Selbst sie hat das nicht verdient."
"Lass - t g - guuut s - sein. Ich s - sterb - e ohne - hin."

Sie betrachteten die ehemalige Königin, die nichts mehr mit der Person gemein hatte, die andere gerne einen Köpf kürzer gemacht hatte. Diese Frau sah mehr wie eine Leiche als wie ein Mensch oder vielmehr noch wie ein Skelett aus Asche aus. Ihnen war klar, dass sie nirgendwo hingehen würde. Und doch schien ihnen der Gedanke, jemanden zum Sterben zurückzulassen und nichts für ihn tun zu können, egal, was er oder sie im Leben früher getan hatte, nicht zu behagen. Ihr Körper oder das, was davon noch übrig war, würde zu Staub zerfallen, so sah er aus. Selbst eine Berührung hätte ihr schaden können. Sie vermuteten sogar, er wurde nur noch von einem dunklen Zauber zusammengehalten, da auch nur schwarze Magie ihn überhaupt in diesen Zustand versetzt haben konnte.  Also wandten sie sich ab und gingen weiter.

Besaß der Herzbube wirklich so viel Macht? Dann war er vielleicht gefährlicher als bisher angenommen.

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Re: Die Herrschaft des Feuers

Beitragvon Zuri » 05 Apr 2017, 19:44

Ich weiß, ich bin spät dran, aber hier kommt schon der neue Teil:

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"Das war ja mal wieder spannend!", kommentierte Zorro ausgelassen vor ihnen herlaufend. Im Moment hätte man ihn mehr für einen lustigen Kobold als für einen Superhelden halten können.
"Und vergesst nicht, dass ich es war, der euch gerettet hat!"
"Retten wollte!", verbesserte ihn das fünfbuchstabige Phrasenwesen.
Das Wesen, das sie befreit hatte, hatte sich am Tor verabschiedet. Sie waren ohne weitere Verzögerung dorthin gelang. Dort angekommen hatte das Wesen einen Siegelring orgezeigt und gesagt: "Ich bringe meine Gäste zum Tor."
Etwasabseits hatten sie ein paar letzte Abschiedsworte gewechselt. Es wollte dort bleiben und die Menschen weiter studieren. Des weiteren riet es ihnen, die weise Raupe aufzusuchen. Vielleicht wisse die eine Möglichkeit, wie sie in ihre Heimat zurückkehren können.
Jetzt machte sich auch Zorro wieder auf seinen eigenen Weg.

-o-0-O-0-o-

"Tja, jetzt sind wir wieder allein", sprach das vierbuchstabige Phrasenwesen vor sich hin.
"Hast du eigentlich früher mal Alice im Wunderland gelesen oder vorgelesen bekommen?", fragte sein Begleiter nach einiger Zeit in die Stille hinein.
"Beides nicht. Ich habe das als Kind mal als Serie gesehen, die Handlung damals aber leider nicht mehr als in den Grundzügen verstanden. Wäre vielleicht gut, wenn ich's mal gelesen hätte..."
"Ich hab's zu Hause im Regal stehen", eröffnete das fünfbuchstabige Phrasenwesen. "Allerdings hab ich's auch seit Jahren nicht mehr angerührt — Hast recht: Wär hilfreich gewesen."

"Glaubst du, der beobachtet uns wieder?", wandte sich das vierbuchstabige Phrasenwesen nach einer Weile erneut an seinen Reisekumpanen.
"Wie so'n Stalker? Ne, glaub nicht."
Ihnen schien der Gesprächsstoff auszugehen oder eher dem Autor, der sich immer neue Dialoge ausdenken musste, um die Reisezeit für seine Leser unterhaltsam zu gestalten. Er hatte vor der Herausforderung gestanden und hatte es — mehr schlecht als recht — geschafft (Aber er hatte es geschafft!). Und er gedachte auch nicht, diesmal schlechter zu sein.
Die Phrasenwesen indes liefen schweigsam nebeneinander her und dabei fast inn einen gigantischen Pilz hinein. Sie blickten zu ihm auf. Offenbar hatten sie Obsolem gefunden.
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Re: Die Herrschaft des Feuers

Beitragvon Zuri » 09 Apr 2017, 03:17

"Macht das nicht kaputt, Kinder."
"Ihr seid Obsolem, richtig?"
"Sind wir mehrere? Wie kann ich euch helfen?"

Die Raupe trug eine fast halbmondförmige Brille und sah überhaupt mehr wie ein Gelehrter als wie ein gewöhnliches Kriechtier aus. Davon abgesehen überstiegen seine Maße, die derer seiner Art, die sie aus ihrer Heimat kannten. Würde aus dieser Raupe jemals ein Schmetterling werden? Oder war dieses Exemplar bereits um Jahre zu alt für diese Transformation?
Obsolem schien diese Gedanken gelesen zu haben, denn er sprach: "Schönheit und Weisheit sind äußerst selten in einem Körper vereint. Wählst du das eine, vergibst du das andere. Sei nicht töricht, zu glauben, beides zu besitzen, denn es ist möglich, aber unwahrscheinlich. Wer das eine besitzt, bedarf auch des anderes zumeist nicht mehr. Aber deshalb seid ihr nicht hierher gekommen, habe ich recht?"

"Das hast du. Wir kommen von weit her und würden gerne in unsere Heimat zurück."
"Wie seid ihr denn hergekommen?"
"Äh... das klingt vielleicht etwas verrückt..."
"Verrückheit ist hier Normalität."
"Kennst du Alice?"
"Alice?", fragte eine Blume und reckte den Kopf.
"Ja, Alice."
"Du kennst Alice?"
"Nicht persönlich, aber ihre Geschichte."
"Ist Alice wieder da?", erkundigte sich eine andere Blume nun aufgeregt, die offenbar erst jetzt auf das Gespräch aufmerksam geworden war.
"Das weiß ich nicht."
"Schade..."

Plötzlich, da der Name erneut gefallen war, fingen auf einmal alle Blumen an, in das Gespräch einzusteigen. Alle plapperten wild durcheinander. Die ersten beiden Blumen gaben nun die Inhalte des Gesprächs an ihre Schwestern weiter.
Obsolem hatte sich zurückgelehnt und in Ruhe gewartet.

"Ja, ich kenne Alice. Wer kennt sie hier auch nicht? Selbst die Blumen kennen sie. Wäre Alice männlich, könnte ich ihre Begeisterung für das Mädchen etwas mehr verstehen. Vielleicht sind sie auch lesbisch, aber ehrlich gesagt bezweifle ich, dass Blumen eine Sexualität besitzen. Kurzum, bei manchen Leuten hat Alice so etwas wie einen Promistatus. Andere Leute, die kurz auftauchen, Spaß haben, eben Zigaretten holen gehen und ab dann nie mehr gesehen werden, müssen dafür achtzehn Jahre zahlen."

"Hast du die Blumen denn mal gefragt?"
"Die reden nicht mit mir. Die halten mich für zu abgehoben. Bevor ihr ihren Namen erwähnt habt, war alles ruhig."
"Das tut uns leid."
"Muss es nicht. Ist schon gut. Ihr wart dabei, zu erklären, woher ihr kommt."
"Nun, wir sind auf dieser Wiese aufgewacht und wir glauben, dass wir auf demselben Weg herkamen wie Alice einst."
"Alice?", fragte eine kleine Blume, die offenbar gerade aufgewacht war. Doch die anderen zischten, dass sie still sein solle und klärten sie leise auf.
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Re: Die Herrschaft des Feuers

Beitragvon Zuri » 20 Apr 2017, 00:21

So, diesmal bin ich verdammt spät dran, es war Ostern und so. Aber ich denke, ihr könnt das verschmerzen, da wahrscheinlich eh keiner Sonntags darauf wartet bzw. das sofort liest :D Dennoch plane ich, Sonntag den nächsten Teil zu veröffentlichen. Wäre cool, wenn jemand von euch alle Zitate und Intertextbezüge erkennt ;) Der bekommt 'nen Keks oder was auch immer :D

Der Titel ist nicht nur aufgrund der Eile, in der er entstanden ist, etwas kurz, sondern auch, weil er der letzte normale Teil vor dem ersten "Staffelfinale" ist. Ja, ihr habt richtig gehört: Das erste von zweien. Ich habe mir überlegt, zwei aufeinanderfolgende Enden zu schreiben. Quasi ein vorläufiges und danach quasi noch eine Steigerung des Klimax zu einem weiteren Finale. Einzig und allein das Präfix "Staffel-" könnte in dem Zusammenhang etwas deplatziert sein :D Also freut euch beim nächsten Mal auf das (hoffentlich längere) erste Staffelfinale. Aus wie viel Teilen das bestehen wird, weiß ich noch nicht, da noch keine Zeile dazu niedergeschrieben wurde und das Ganze noch recht vage in meinem Kopf ist. Eines kann ich aber schon sicher sagen: Die Intertextualität wird wieder mal nicht zu kurz kommen ;)


-o-0-O-0-o-

"Wenn du erkennst, dass das Kerzenlicht Feuer ist, wurde das Mahl schon vor langer Zeit bereitet."
"Was soll das bedeuten?"
"Worte können die Wahrheit nicht beschreiben, da Worte keine Seele haben.
Wie schwer sind doch deine Gedanken und wie ist ihre Summe so groß! Wollte ich sie zählen, so wären sie mehr als der Sand."
"Ich verstehe nicht..."
"Ihr sucht die Wahrheit? Eine Lösung? Einen Weg zurück?
Man findet Diamanten nur im Dunkel der Erde und Wahrheiten nur in den Tiefen des Denkens. Die Wahrheit, die das Licht blendet. Die Lüge dagegen ist ein schöner Sonnenuntergang, der alle Dinge verschönert."
"Was hat das Ziel unserer Suche mit Lügen zu tun?"
"Der Fluss erzählt keine Lügen, doch die Unehrlichen an seinem Ufer hören sie trotzdem. Ich habe von einem Mann gehört, angeblich ein Magier, der euch zurückbringen könnte. Aber die Reise dorthin soll weit und beschwerlich sein. Letztens habe ich Alice mit dieser Vogelscheuche und deren Freunden dorthin geschickt. Vielleicht habt ihr dort Glück oder begegnet ihnen sogar."
Und wieder waren die beiden unterwegs. Sie waren betrübt, weil Obsolem nur wirres Zeug geredet und ihnen kaum weitergeholfen hatte, und hatten fast die Hoffnnug aufgegeben, jemals ihre Heimat wiederzusehen.
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Re: Die Herrschaft des Feuers

Beitragvon Zuri » 23 Apr 2017, 18:55

Die Freude war verflogen und Nachdenklichkeit war geblieben. Er hatte sich über die Glückwünsche gefreut, doch dann waren die Überlegungen zurückgekehrt. Wie ging es Alex? Seit sein Praktikant gegangen war, vermisste er ihn immer mehr. Immer deutlicher wurde ihm bewusst, dass er allein war. Den Geburtagsbrief hatte das Phrasenwesen sicher geschrieben, bevor er und sein anderer Freund verschwunden waren. Der Brief hatte keine Erklärung und keine Abschiedsworte enthalten. Wer sagte denn, dass sie zurückkehren würden, ja zurückkehren wollte?
Diese Gedanken plagten ihm seit einiger Zeit, besonders nachts, wenn er schlafen wollte und führte dazu, dass er tagsüber Stunden damit zubrachte, und sich später dabei ertappte, in Gedanken versunken in die Ferne zu blicken. Er hatte früher nie Freunde gehabt und das Schreiben war ihm wichtiger als alles andere gewesen; Menschen dagegen gleichgültig. Aber jetzt, wo er sie gehabt hatte, hatte er gemerkt, wie schön es sein konnte und wie schmerzhaft, wenn es nicht mehr war. Der Schmerz erschien ihm lästig und er behinderte, dass er sich fast wünschte, er hätte dieses Gefühl nie kennen gelernt und vielleicht auch nicht die Freunde, die den Schmerz erst möglich gemacht hatten.
Das mochte dazu geführt habe, dass er a seiner Geschichte seit Woche kein Wort weiter geschrieben hatte. Immerzu saß er vor dem Rechner, starrte auf de blinkenden Cursor, aber die Inspiration wollte nicht kommen; die Worte wollten nicht fließen. Wer war er denn noch, wenn er als Wortmaler nicht mehr die Worte dazu bringen konnte, sich zu entfalten? Ach, es war zum Verrücktwerden! Verrückt wie ein Hutmacher...

-o-0-O-0-o-

Er wurde jäh aus seinen trüben Gedanken gerissen, als es an seine Apartment klopfte. Also stand er auf und öffnete. Vor ihm stand ein Mann mit kurzen, dunklen Haaren im Militärschnitt, rahmenloser Sonnenbrille, schwarzen Anzug mit weißem Hemd auf dem es keinen einzigen Fussel zu geben schien. Wäre seine Haut dunkler gewesen, hätte er ihn an Will Smith aus Men in Black erinnert. Der Fremde nahm die Sonnenbrille genauso cool ab wie in den Filmen und sagte: "Ich bin de Beefträger. Ich bringe den Beef." Diesen Humor und Fernsehgeschmack hatte der Wortmaler diesem Anzugträger gar nicht zugetraut. nach einer Weile wurde der vor der Tür stehende wieder ernst und sprach weiter: "Jetzt mal Spaß beiseite. Sie müssen uns begleiten und sich etwas ansehen." Als der Angesprochene ihn skeptisch ansah, fügte er hinzu: "Es ist in Ihrem Interesse. Wenn Sie nicht mitkommen, könnten Sie es später bereuen."

-o-0-O-0-o-

Okay, zugegeben: So lang wie gehofft, war das jetzt nicht, aber ich hoffe, spannend. Im nächsten Teil erfahrt ihr, was es mit diesem mysteriösen Typen auf sich hat und was den Wortmaler erwartet ;)
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Re: Die Herrschaft des Feuers - Tertiäre Story

Beitragvon ArokhsSohn » 29 Apr 2017, 03:16

WtF… vier Monate und kein neuer HdF-Teil? … Hach ja, und schon fühl ich mich wieder wie zuhause :-D

der Crossover-Liebhaber hat geschrieben:Dann frage ich einfach Kivan [Anm.: nach dem Buch]. Wenn ich ihn so anschaue wie er Kathy, kann er mir den Wunsch sicherlich nicht abschlagen

Da muss ich Dich enttäuschen. Ich habe das auch schon versucht, da ich als sein Schöpfer ja wohl am ehesten die Herausgabe des Buches von ihm fordern dürfte. Leider hat er sich vehement geweigert und mir zur Strafe eine Schreibblockade aufgebrummt.


@Iroc: Was ist los? Was ist mit dem guten Vorsatz für 2017 passiert? Hat die App versagt, sodass Du nicht mehr weißt, was die oberste Priorität war? Oder wolltest Du Dir einfach an meiner „vorbildlichen“ Nichtarbeit ein Beispiel nehmen? Vielleicht ist bei Dir ja auch noch gar nicht 2017 – ein Umstand, den ich mir in letzter Zeit tatsächlich häufiger selbst gewünscht habe.

Komm schon, hau mal wieder ein Kapitel raus, vielleicht schreib ich dann auch mal wieder eins (damn Schreibblockade)!



Nagut, dann widme ich diesen Kommentar eben Zuri, der weiterhin unermüdlich versucht, die Geschichte wenigstens nicht verstauben zu lassen und sie immer schön „oben“ hält (auch wenn sie dadurch irgendwie mal einen Wegweiser gebrauchen könnte, wo die eigentliche Story sich da noch befindet). Nichtsdestotrotz, Zuri, Du hast Dir eine riesige Mühe gemacht, die will ich doch mal versuchen, zu würdigen.

Zuallererst einmal eine tiefe Verbeugung vor dem Zuri-Gedächtnisserver ™. Wie Du die einzelnen Zusammenhänge (Jul 2015 – Nov 2016) rausgekramt hast… unglaubliche Leistung. Sogesehen wirkt das ja wirklich, als folgt das alles einem einzigen, gewaltigen Drehbuch. Ich glaube, man nennt es gemeinhin auch Schicksal ^^
Kein Wunder, dass der Zuri-Gedächtnisserver ™ nach solch einer Leistung nicht mehr genügend Buchstaben übrig hatte, um den Namen des guten, alten Herrn Carroll richtig zu schreiben (der Fairness halber sollte ich Klugscheißer darauf hinweisen, dass ich das auch nur dank eines Blickes auf google weiß). Übrigens kann ich mit dem Wunderland an sich ja eher nichts anfangen – ist nicht so mein Ding – also mal sehen, was Du da so rausholst…

PhrasenwesenA wirft nun einen tiefen Blick auf die rasante und herrlich konfuse, aber durchaus zu unterhalten wissende Konstruktion, welche PhrasenwesenZ hier mal eben zustande gebracht hat. Dabei fragt es sich unweigerlich, ob nicht ein eigener Thread besser gewesen wäre und hat schon ein wenig Angst, dass das eigentliche Meisterwerk des PhrasenwesenI dabei untergehen zu droht.

"Lachgas ist es auch nicht."

Ich hatte ja noch besagten Furz von Koans extrem vulominösen Gefängniswärter im Verdacht…

Das Dessert allerdings(…)

Meine Güte, was für ein Wahnsinnsschachtelsatz. Und das Unglaublichste ist: er funktioniert auch noch O.O
Im Absatz davor hast Du allerdings den Kardinalsfehler gemacht, mehrere Personen in einem Absatz zu Wort kommen zu lassen (wie in den ersten WdH-Kapiteln). War das Absicht? Apropos grausige Formulierung; was ist denn das hier:
Also beschlossen beide, weiter zu reisen und verabschiedeten sich beide

Neee, das ist nicht schön.

Hui, ein Gastauftritt von der „lieben“ Kathrina? Wie nett. Schön und passend formuliert, dass die Ansicht, sie wäre gut, vom Blickwinkel des Betrachters abhängt…
Wo wir schon bei Gastauftritten sind: Der Hutmacher hieß also in Wirklichkeit mal Basti Frier? Interessanterweise hat dieser eine erstaunliche Ähnlichkeit mit einem gewissen Bastian Fierer, auch einfach nur Basti genannt… War hier der Herr Rainer Zufall am Werk oder steckt mehr dahiner? :-D

Gerade einmal 220 Zeichen war der Teil nun lang.

Da muss ich gleich mal Krümel kacken. Ich hab das fix überprüft, weil mir die Aussage äußerst unglaubwürdig erschien und siehe da, es sind 220 Wörter, nicht Zeichen!

Aus der Rubrik „geguttenbergte Zitate“ haben wir diesmal:
Zorro hat geschrieben:"Ein Zorro kommt niemand zu spät, geschweige denn zu früh", klärte ihn der Schwarzgewandete auf "er trifft immer genau dann ein, wenn er es beabsichtigt."

Nicht nur dreist geklaut – nein, auch noch (wohl zur Verschleierung) gewürzt mit einem Rechtsschreibfehler :-P

Nett, btw., war der Einbau der Szene mit dem hervorragend durch Abwesenheit glänzenden Wortmaler. Aber echt, der könnte seinem Namen mal wirklich langsam wieder gerecht werden und ein neues Kapitel „malen“ (Wink mit dem Zaun – ein Pfahl ist nicht genug!). Aber davon abgesehen, ist es cool, dass der aktuelle Teil Deiner Tertiären Story auch wieder mit ihm endet (vor allem, nachdem es um die Phrasenwesen mit einem ziemlichen Klippenhänger geendet hatte).
Übrigens, die folgenden Zeilen hast Du mir wie aus der Seele geschrieben:
der Wortmaler hat geschrieben:Immerzu saß er vor dem Rechner, starrte auf de blinkenden Cursor, aber die Inspiration wollte nicht kommen; die Worte wollten nicht fließen.

Bei allen Göttern… so wahr!



Oh, oh, it’s Challengetime… *grübel, überleg, Fingerschnipp, ich hab’s* Was hältst Du denn von Wunderwandler als Bezeichnung für jenes seltsame Greis-Wesen? Passt sowohl zur Location der Geschichte, als auch zum Erscheinungsbild.



Was machen denn eigentlich die Fehlerteufel so? Eigentlich liegt es mir ja fern, bei einer Kommentarantwort auf solche zu achten, aber da Du ja den Anspruch einer (Tertiären) Story erhebst, gehört das wohl dazu ^^ Nun gut, ich pick mal ein paar heraus:
Die Raute Nimmersatt ist bedauerlicherweise im Amt verstorben

So? Die Raute? Was ist passiert, wurde sie nicht oft genug gedrückt? Benutzt niemand mehr die gute, alte Tastensperre von Handys mit Tastatur? (Hm, wobei, bei meinem ist es die + Taste, also wird meine Raute wohl auch dem Tode nah sein)

Flecken, die die Iris übersehten

Falsch geschrieben; es sei denn, Du hattest einen Wortwitz beabsichtigt, welcher Dir dadurch natürlich gelungen wäre ^^

er (Anm.: der Herzbube) ist zur Zeit schwer beschätigt

Oha, beschäTigt? Solltest Du beschäftigt gemeint haben, passt das wieder. Solltest Du allerdings beschädigt gemeint haben, passt es (auf seinen Geisteszustand bezogen) erstaunlicherweise genauso.

"Du kannst unsere Gedanken lesen?", stieß das Phrasenwen erstaunt und erschreckt gleichzeitig zugleich hervor.

Kann man das wirklich wahrhaftig so schreiben? Oder kommt erreichend die Information da nicht doppelt zweifach an? Vielleicht womöglich steigert sich erhöhend dadurch deswegen der furchteinflößende Schrecken der erkenntnisreichen Einsicht, dass die eigenen gedachten Gedanken nicht sicher unsicher sind. xD


Es waren noch ein paar andere drin, aber ich wollte es nicht (noch mehr) übertreiben ^^


So, mein lieber Zuri, ich bin auf dem aktuellen Stand. Zwar bin ich nicht sicher, ob ich alle Zitate und intertextuellen Zusammenhänge verstanden habe – und überhaupt ist das Wunderland schon ziemlich schwer verdaulich für mich – aber Du hast mich wie gewohnt gut unterhalten.

LG, Arokh

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Re: Die Herrschaft des Feuers

Beitragvon Zuri » 29 Apr 2017, 06:02

Die Band auf dem Rasen vor dem Haus des Hutmachers spielte eine ausgelassene Melodei, als PhrasenwesenA nach langer Zeit wiederkehrte. PhrasenwesenZ fiel ihm mit den Worten "Ich muss dir so viel erzählen, was wir alles zusammen erlebt haben!" um den Hals.

Einen "Reiner Zufall" in der Hauptrolle zu arrangieren, kommt gar nicht in die Tüte! Das ist doch viel zu teuer :O

Wobei ich zugeben muss, dass spätere Fehler tatsächliche Fehler sind und trotz Wortwitzen auch mir unterlaufen sind. Allerdings bildet die "Raute" eine Ausnahme, da sie eine Anspielung auf unserer Frau Kanzlerins Photofingerdehnübungspose ist.

Ein Wunderwandler? Das klingt wahrlich wundersam. Dieses Wort muss man sich erst einmal mehrmals (wieder so eine Doppelung :D) auf der Zunge zergehen lassen. Irgendwie kantig. Aber auch eckige Bonbons werden irgendwann rund, wenn man sie lange genug lutscht, auch wenn die Metapher gerade nicht in den Kontext passt :D Vielleicht ist diese neue Betitelung auch einfach wegen ihres absonderlichen Klanges perfekt für ein Wesen aus dem Wunderland (oder wo auch sonst es herkommen mag :D).

Um einmal auf deine Anmerkung zu den sich bei mir eingechlichen habenden Redundanzen: Dein Satzkonstrukt ist dir ebenso köstlich gelungen und hat mich sehr amüsiert. Ganz allgemein freue ich mich über deine Rückkehr und merke, was ich die ganze Zeit vermisst habe :3

Schön, dass du wieder da bist und willkommen zurück!

LG Zuri
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Re: Die Herrschaft des Feuers

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