Der Schöne und das Biest

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2BD
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Re: Der Schöne und das Biest

Beitragvon 2BD » 13 Jan 2014, 21:00

@lostlove: danke für dein Kommentar :).

Kapitel 08: Kreaturen Teil 3
Ich weiss, dass es eine dumme Idee war, aber ich konnte nicht anders. Schnell hatte ich meine Regenjacke an, meine Laufschuhe und rannte aus dem Haus. Im Moment nieselte es nur etwas und ich zog die Kapuze wieder runter.
Die kleinen Tropfen fielen mir ins Gesicht, sammelten sich um in grossen Tropfen über meine Wangen zu fliessen. Als die Tropfen runterflossen blieb eine feuchte Spur auf meiner Haut - die ausgesetzten, ich war einer von ihnen, wenn es stimmte.
Ich kam am Waldrand an und stoppte kurz an der Stelle, wo ich Felix angefahren hatte. Der Regen hatte alle Spuren verwischt, nichts war noch zu sehen, die Verletzungen würden auch bald wieder weg sein, was bleibt sind die Erinnerungen. Erinnerungen an Felix - warum konnte ich ihn nicht einfach vergessen? Die ganze Zeit spukte er in meinem Kopf herum und wollte nicht wieder verschwinden.
Wütend rannte ich in den Wald und rannte und rannte. Ich war so weit gerannt, dass ich bald im nächsten Dorf ankommen müsste, wenn ich nicht anhielt. Da waren Menschen - ich wollte einfach nur weit weg von allen sein und beschloss da zu bleiben, wo ich war.
Am Wegrand waren ein paar gefällte Baumstämme platziert. Sie lagen da und warteten auf die Weiterverarbeitung, dass war der ganze Sinn ihres Lebens. Ich werde Sportler, aber das kann ich nur machen, solange ich noch fit genug bin, danach warte ich, bis das Leben zu ende ist. Sport ist mein einziges Hobby, wenn ich das nicht mehr machen kann ist mein Leben Sinnlos. Ein schwuler Sportler - wenn das rauskäme wäre meine Kariere beendet. Dann könnte ich mich zu den Baumstämmen legen und vor mich hin vegetieren, bis mein Herz aufhört zu schlagen.
Erschöpf setzte ich mich auf einen der Baumstämme und zog meine Beine eng an mich - wie ein Embryo hockte ich dort einsam und verlassen im grossen Wald. Mein Gesicht war klatschnass, gleichermassen vom Regen und Tränen, die pausenlos aus meinen glasigen Augen kullerten. So sass ich noch lange da, die Dämmerung war über mich hereingebrochen, es nieselte immer noch.
Wenn ich nicht bald aufbreche wird es zu dunkel und ich verlaufe mich. Bis zum nächsten Dorf war es noch ein Stück zu gehen und dann noch der Strasse folgen wäre ein grosser Umweg, aber durch den Wald war es riskant, wenn ich mich verlaufe und es immer dunkler wird. Aber das war mir egal, ich folgte dem Weg zurück und hoffte, dass ich zu Hause ankommen würde.
Ich hatte mich damit abgefunden, dass ich eine gottverdammte Schwuchtel war. Ich komme sowieso in die Hölle für alles, was ich bereits getan hatte, da würde das wohl nicht viel ändern. Bald wird es richtig dunkel, ich rannte noch schneller. Schlagartig brach die Nacht herein, ich konnte mich nur noch Mühevoll orientieren. In einem unachtsamen Moment stolperte ich über eine Wurzel, konnte mich aber noch auffangen und ging langsam weiter.
Irgendwohin muss der Weg doch hinführen. Immer wieder musste ich an meinen Traum denken. Obwohl mein Orientierungssinn recht gut ist und ich hier schon so oft war wusste ich nicht mehr sicher, wohin mich der Weg führt. Wohin nur und wie geht es weiter?
Der Wald, der Weg, die Nacht, das Verlaufen, das alles war nur eine Metapher für meine Gefühlswelt, dort war ich genauso verloren. Mein einziger Wunsch war bei Felix zu sein, den Gedanken bekam ich nicht mehr aus dem kopf.
Ich befühlte einen Baum und fühlte, auf welcher Seite Moos wuchs. Jetzt konnte ich wenigstens mir gewiss sein, dass ich in die Richtige Richtung gehe. Einfach querfeldein wäre vermutlich schneller, aber dafür sah ich zu wenig, es war nass und zu gefährlich.
Die Temperaturen fielen rasant, mir kam es im ganzen Winter noch nie so kalt vor - vielleicht lag das auch einfach nur daran, dass ich bis auf die Unterwäsche nass bin. Meine Zähnen begannen zu klappern und ich zitterte am ganzen Körper. Ich schlang meine Arme um meine Brust um die restliche Wärme noch etwas zu halten - vergebens, wenn ich noch lange rumirren muss.
Überall hörte ich zweige knacken, Laub rascheln, flüsternde Stimmen - ich wusste, dass es nur der Wind und vielleicht irgendwelche Vögel oder andere kleine Tiere sind, dennoch fing ich an Paranoid zu werden. Nachts kann der Wald ziemlich beängstigend sein. Ich suchte am Wegrand und wurde kurze Zeit später fündig - ein etwas dickerer Stock, womit ich mich etwas verteidigen kann, wenn ich von einem Wildschein oder ähnlichen angegriffen werde.
Etwas sicherer setzte ich meinen Heimweg wieder an. Nach einer gefühlten Ewigkeit hörte ich den Lärm der Stadt, bald bin ich wieder zu Hause dachte ich. Nach ein paar Minuten kam ich an einer Strasse an. Kurz sah ich mich um, dann wusste ich wieder, wo ich war und ging zielstrebig durch die Strassen. Kurze Zeit später stand ich schon vor der Haustür.
Unsicher zögerte ich, wenn ich komme wird meine Mutter mich fragen wo ich war - ich brauchte eine Ausrede. Wenn ich ihr erzähle, dass ich bei Tim war glaubt sie mir es wahrscheinlich, ich darf mir nur nicht anmerken lassen, wie schlecht es mir geht. Kurz schloss ich meine Augen um mich wieder zu sammeln, einatmen, ausatmen. Ich setzte wieder meine mürrische, gleichgültige Maske auf - niemand würde auf den Gedanken kommen, dass ich darunter noch irgendwelche Gefühle hatte. Selbstsicher schritt ich durch die Tür, wo ich sofort meiner Mutter in die Arme lief: "Nicki, wo warst du so lange, ich hatte mir sorgen gemacht" sie musterte mich etwas genauer: "nimm erstmal ein heisses Bad, du bist ja vollkommen unterkühlt, warum läufst du auch so dünn bekleidet durch den Regen? Willst du dich erkälten?" Fragte sie mich eindringlich. "Ich lass schonmal das Wasser ein" sagte sie und begab sich die Treppe hinauf. Stumm, ohne auch nur die geringste Reaktion folgte ich ihr, nahm mir ein Handtuch und schritt ins Bad.
Drinnen schloss ich erstmal die Tür ab und setzte mich langsam in das heisse Wasser, was an meiner kalten Haut brannte. Als ich komplett drinnen war tauchte ich kurz mit dem Kopf unter und genoss die Wärme, die nun wieder durch meinen Körper floss. Während ich so da lag begann ich mich an früher zu erinnern, früher als ich noch klein genug war um in der Badewanne etwas schwimmen zu können.
Damals liebte ich es zu Baden, inzwischen bevorzugte ich Duschen, weil es schneller ging und unsere Badewanne inzwischen nur noch gross genug war um sich reinzulegen, mehr Möglichkeiten gab es aber auch nicht. Der Tag hatte mich ziemlich geschafft und ich musste aufpassen, dass ich nicht in der Wanne einschlafe. Schlaftrunken lies ich das Wasser laufen und machte mich fertig fürs Bett.
Auch wenn ich heute noch kaum etwas gegessen hatte verspürte ich überhaupt kein Appetit. Auf direktem Weg ging ich in mein Zimmer und warf mich unsanft in mein Bett und kuschelte mich in die wohlige Wärme, die von ihm ausging. Bald war ich schon weg und landete im Land der Träume - anders gesagt die Schattenwelt.
Gleicher Wald, gleiche Situation, wieder griff ich den selben Stock. Die Silhouette schlich immer näher, an den Formen erkannte ich, dass es ein Junge oder Mann war, der inzwischen schon recht nah war. Drei Meter von mir entfernt Stellte er sich auf, es war ein Mann mit Bogen in der Hand und Köcher auf dem Rücken. Starr stand ich da, vor Panik gelähmt.
Mit der rechten Hand zog er ein Pfeil und legte ihn in die Sehne ein. Präzise zielte er auf mein Herz. Er trug eine Kapuze und war ein Stück kleiner als ich, sein Gesicht war im Schatten verborgen.
Mir stockte der Atem, die Zeit stand still. Mein schäbiger Versuch mich mit einem Stock gegen einen Bogenschützen zu verteidigen wäre lächerlich. Seine Finger liessen die Sehne los und der Pfeil schoss auf mich zu und durchbohrte mein Herz. Geschockt sah ich an mir herunter, am Pfeil lief langsam das Blut herunter, es wurde immer mehr, was aus der Wunde trat. Trotz der schlechten Lichtverhältnisse fiel mir etwas auf: es war kein normaler Pfeil aus Holz oder Kunststoff, auch nich Aluminium - es schien entweder Gold oder Messing, die Federn hinten waren rot und Herzförmig angebracht.
Fassungslos sah ich zu dem Schützen auf, der gerade seine Kapuze abstreifte. Die Dunkelheit wisch, am Horizont begannen rosa Sterne zu leuchten. "Die rosa Sterne werden Fallen" sagte er und nun erkannte ich, wer es war. Felix stand vor mir, ich sah ihn weiterhin fassungslos an, er lächelte leicht.
"Was bedeutet das" fragte ich ihn. "Sie fallen auf die Erde und vertreiben die Dunkelheit" sagte er. Ich hatte noch so viele fragen an ihn, aber genau in diesem Moment wachte ich nass geschwitzt auf. Verwirrt sah ich mich um - ich war in meinem Zimmer, der Wecker zeigte, dass es gerade viertel nach drei war. Ich stand auf, nahm mir aus der Küche ein Glas Wasser und legte mich zurück ins Bett.
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Re: Der Schöne und das Biest

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Re: Der Schöne und das Biest

Beitragvon GoldenStar18 » 13 Jan 2014, 21:26

Ich finde es beeindruckend wie sehr du dich verbessert hast.
Sowohl Quantität als auch Qualität haben sich meiner Meinung sehr verbessert.

Sehr angenehm zu lesen. Die Story gefällt mir gut :)
Mach weiter so

P.s.: wenn die teile in Zukunft so bleiben oder sogar noch besser werden dann kann man auch darüber hinweg sehen, dass nicht jeden Tag ein teil kommt. Ich weiß aus Erfahrung, dass die Teile sehr darunter leiden wenn man sie unter Zeitdruck schreibt.

Lg Maxi^^
Manchmal sollte man nicht zu viel nachdenken - wenn sich was richtig anfühlt ist wahrscheinlich auch so

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Re: Der Schöne und das Biest

Beitragvon RainerZufall » 13 Jan 2014, 22:28

Ich finde es schön, das er jetzt langsam auftaut. Hat ja auch lange genug gedauert :D
Irgendwie erinnert mich die Geschichte gewissermaßen an Hitzlsperger. (Sportler-Ende der Karriere wenn das herauskommen würde etc.) :)

Ich finde die Geschichte sehr gut geschrieben, wie Maxi schon sagte ist die Qualität sehr gut. Ich fände es natürlich nicht schlecht wenn du trotzdem bei gleicher Quantität bleiben würdest. :wink:
Trotzdem finde Ich es seltsam das die sich bei nem Fahrradunfall kennengelernt haben.(Ich meine wem kann man die Geschichte schon erzählen, falls jemand fragen sollte, wie man sich kennengelernt hat?) :D
Egal, wie tief man die Messlatte für den menschlichen Verstand legt, es gibt jeden Tag mindestens Einen, der aufrecht darunter durchgehen kann.

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Re: Der Schöne und das Biest

Beitragvon 2BD » 14 Jan 2014, 20:26

@GoldenStar18: Vielen Dank, freut mich sehr :). Ich versuche natürlich weiterhin bei einem Part pro Tag zu bleiben, aber ich kann nicht versprechen, dass ich es immer hinbekomme, aber dann werde ich das erwähnen.
@RainerZufall: Seine Fassade fällt langsam, so wie er sich immer aufgeführt hatte ist er eigentlich nicht, er war nur so, damit ihm keiner zu nah kommt und ihn verletzen könnte. Ich musste auch etwas daran denken, aber als ich mit dem Teil angefangen hatte wusste ich davon noch nichts, aber so ist es leider im Sport. Auch dir danke, ich versuche natürlich bei der Quantität zu bleiben. Ja, das kennenlernen von den beiden ist etwas sonderbar, aber ich wollte mal ein bisschen was anderes machen, das wäre sonst langweilig, wenn alle sich zufällig kennenlernen - dann könnte man die ersten Kapitel grundsätzlich überspringen :).

Auch wenn es nur ein etwas kürzerer Part ist widme ich den mal euch beiden für die Lieben Kommentare ;).

Kapitel 09: Erkenntnis Teil 1
Samstag, 15.02.14
Als ich das nächste Mal aufwachte war es Morgen, die Sonne schien matt durch eine graue Wolkenschicht. Es kam, wie es kommen musste - ich war erkältet. Ich fühlte mich nicht gut und beschloss erst einmal liegen zu bleiben. Nach einer Zeit klopfte es an meiner Zimmertür und meine Mutter kam herein.
Sie erkundete sich nach meinem Zustand und fragte, weswegen ich gestern so seltsam drauf war. Ich meinte, dass ich mich gestern schon nicht richtig gut gefühlt hatte. Sie schien nicht wirklich überzeugt zu sein, dennoch liess sie mich in ruhe. Etwas später klopfte sie wieder und kam mit einer Tasse Tee zu mir. Dankbar nahm ich ihn an und trank einen Schluck. Sie wuschelte mir durch meine Haare und war wieder weg.
Als es das nächste mal klopfte war es elf Uhr, ich fragte mich, was jetzt wieder sei, aber es war nicht meine Mutter, sondern Tim. "Hi, ich hatte gestern Mittag dich versucht anzurufen, aber du gingst nicht an dein Handy, dann hab ich es auf dem Festnetz versucht, aber deine Mutter meinte, dass du nicht zu Hause wärst. Was ist los mit dir? Ich merke, dass mit dir etwas gewaltig nicht stimmt" sagte er und liess mich mit seinem letzten Satz zusammen zucken.
Sorgenvoll sah er mich an und setzte sich auf die Bettkante. Mit heiserer Stimme sagte ich zu ihm, dass nichts wäre und ich gestern einfach nur raus war um zu trainieren.
Verwundert sah er mich an und fragte, warum ich bei so einem Wetter noch draussen herum renne. Ich zögerte, wenn ich sage, dass ich rausmusste um Nachzudenken wäre meine Tarnung aufgeflogen, aber ihm konnte ich genauso wenig wie meiner Mutter vormachen - dafür kennt er mich zu gut.
"Ich will nicht drüber reden" gab ich eine ausweichende Antwort. "Du kannst es mir jederzeit sagen, egal was los ist. Ich bin für dich da" sagte er aufmunternd zu mir. Konnte ich es ihm sagen? Nein, ich will nicht riskieren, dass ich ihn verliere. Vielleicht sollte ich mit einem Mädchen drüber reden - Nina wäre eine Option. "Wenn du noch länger bleibst bist du nachher auch krank" meinte ich zu ihm mit dem Hinweis, dass ich alleine sein wollte.
"Wie du meinst, ich geh dann mal" sagte er und verschwand wieder aus meinem Reich. Als ich die Haustür ins Schloss fallen hörte stand ich auf, duschte und zog mir etwas warmes über. Ich schrieb ihr noch schnell, ob sie Zeit hatte und wir uns treffen können, sie nannte mir ihre Adresse. Zu meiner Mutter sagte ich, dass ich eine Freundin besuchen will, sie wollte mich fahren, damit meine Erkältung nicht schlimmer wird. Ich gab ihr die Adresse und stieg in das Auto ein. Etwas später hielten wir vor der Adresse, ich stieg aus.
Kurz nachdem ich geklingelt hatte öffnete Nina mir die Tür und empfing mich mit einer Umarmung. An der Garderobe hing ich meinen Schal und die warme Winterjacke auf. Sie führte mich auf ihr Zimmer. Es war schön eingerichtet, weisse Möbel, dunkel-violette Tapete. Auf dem Boden lag ein grosser weisser Teppich, der sehr kuschelig aussah. Dort fühlte ich mich wie zu Hause, das Zimmer strahlte die Gleiche Wärme aus, wie Nina.
Sie schloss die Tür hinter mir und setzte sich auf ihr Bett. "Setzt dich doch erstmal, dann kannst du mir sagen, weswegen du hier bist". Ich hockte mich neben sie und wusste nicht, wie ich es sagen soll. Nach einer Pause schoss es aus mir raus: "ich glaub, ich bin schwul".
Stille. Ich traute mich nicht aufzusehen und in Nina's entsetztes, angewidertes Gesicht zu sehen. Sie beugte sich zu mir rüber. "Na dann bin ich aber beruhigt, ich dachte schon du findest mich hässlich" schmunzelte sie. Verwirrt sah ich sie an: "Hast du mir nicht zugehört? Ich bin schwul! Solltest du nicht von mir angewidert sein?" Fragte ich sie mit bebender Stimme. Sie legte ihren Arm um mich und meinte, dass es überhaupt nicht schlimm ist. "Wie bist du eigentlich darauf gekommen?" Fragte sie.
Ich erzählte ihr von dem Unfall, wie ich Felix kennengelernt hatte. Von meinem Traum heute Nacht und die davor, welche ich vorher nicht deuten konnte. "Glaubst du, dass du irgendeine Chance bei ihm hast?" Fragte sie mich neugierig. "Nein", traurig sah ich auf den Boden. Die Haare des Teppichs erinnerten mich an Felix seine Haare, ich schloss die Augen - auch da sah ich Felix wieder. Ich konnte meine Gefühle nicht mehr zurückhalten und begann leise zu schluchzen.
Nina hielt mich fest in ihren armen, ich legte mein kopf auf ihre Schulter. "Schon gut, ich bin für dich da" hauchte sie in mein Ohr. Nachdem ich mich beruhigt hatte löste ich mich wieder aus der Umarmung. "Danke" sagte ich zu ihr. "Gerne doch, immerhin hab ich jetzt einen schwulen besten Freund" faxte sie rum.
"Ich werde nicht mit dir shoppen gehen oder so Mädchenkram machen" sagte ich leicht empört. "Ich weiss, mit dir kann man aber gut trainieren. Bin ich die erste, der du es erzählt hast?" Fragte sie mich mit blitzenden Augen. "Ja, bist du. Tim war heute Morgen da, aber ich wollte nicht riskieren, dass ich ihn verliere. Er ist wie ein Bruder für mich" erklärte ich.
Sie lächelte mich an und sagte: "da brauchst du dir mal keine Sorgen zu machen. Claudia's zwei beste sind beide schwul und mit denen versteht er sich auch gut. Wahrscheinlich hat er dir das nicht gesagt, weil du sehr homophob rüberkamst".
Ich dachte darüber nach - sie hatte recht und dass Tim mir das nicht erzählt hat macht mich zwar traurig, weil er ein Geheimnis vor mir hatte, aber das kann ich ihm wohl nicht verübeln.
"Ich war sehr homophob. Auch jetzt habe ich damit noch Probleme. Ich kann mich selbst nicht mehr leiden" gestand ich ihr traurig. "Das wird schon, ich glaube du brauchst erstmal Zeit um mit der neuen Lage klarzukommen. Aber wenn du es ihm sagen willst komm ich gerne mit, um dich zu unterstützen" meinte Nina.
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Re: Der Schöne und das Biest

Beitragvon 2BD » 15 Jan 2014, 21:10

Kapitel 10: Erkenntnis Teil 2
Ich dachte über Nina's Vorschlag nach. Ich glaube sie hat recht - nein, ich bin mir sogar sicher, dass ich es Tim bald auch sagen sollte. Aber vielmehr beschäftigte ich mich mit dem Thema an sich. Ist es wirklich nicht schlimm schwul zu sein? Werde ich mich je selbst wieder im Spiegel ansehen können, ohne angewidert wegzuschauen?
Auf jeden fall hat Nina mich nochmal kräftig zum Nachdenken gebracht, aber egal was ich mache, ich muss erstmal meinen Kopf wieder frei bekommen. Auch wenn es möglicherweise nicht meine Genesung fördert musste ich Sport machen. "Nina, ich will dir danken, dass du für mich da warst, aber mein Kopf ist so voll, wenn du willst kannst du mitkommen, wir können wieder durch den Wald laufen oder mit den Rädern fahren, wenn dir das lieber ist" schlug ich ihr vor.
"Ich bin für das Rad, aber du hast gar keins dabei oder?" Fragte sie mich. "Nein, aber während du auf dem Rad fährst kann ich laufen, bis wir bei mir zu Hause ankommen und dann können wir losfahren". Es hatte seit der Nacht nicht mehr geregnet, der Boden war noch nass. Wir Verliesen das Haus und machten uns auf den Weg. Ich rannte vor, sie kam hinterher. Ich rannte schnell, sodass wir schon kurze Zeit später ankamen. Das Rad aus der Gerage nehmen und los.
Diesmal fuhr ich vor und entschied mich für einen anderen Weg. Ein kleiner Schritt in die richtige Richtung sagte Nina zwinkernd zu mir, ich lächelte. Nach einer Weile hielt ich an. Wir waren am Zeil angekommen, der schönen Lichtung im Wald, wo ich schon so oft war und über alles mögliche Nachgedacht hatte. Anscheinend hatte vor kurzem jemand hier gegrillt, auf der Feuerstelle zeugten Asche und verkohlte Holzscheide noch davon, der Regen hatte schon einiges weggeschwemmt, aber noch nicht alles.
"Hier ist es wirklich schön" bemerkte Nina. "Ja, ich hab die Lichtung vor langer Zeit gefunden und komme öfters hierhin, wenn ich über irgendetwas nachdenken will. Mein geheimer Rückzugsort" grinste ich, während ich an vergangene Erlebnisse denke, die ich mit dem Ort verbinde. Ich setzte mich auf einen Baumstumpf, Nina setzte sich mir gegenüber auf einen anderen und sah mich prüfend an.
Ich fuhr mit meinen Fingern durch das klamme Laub, welches den Waldboden überdeckte und für kleine Tiere sicherlich ein wohliges zu Hause bietet. Ich dachte lange über mich nach. "Ich will es Tim sagen, am besten sofort" platzte es enthusiastisch aus mir heraus. "Ok, dann lass uns losfahren".
Auf die Fahrräder und los, durch den Wald, durch die Strassen, innerhalb kürzester Zeit waren wir angekommen. Nina schnaufte erschöpft, ich sprang von meinem Rad und klingelte. Tim öffnete mir die Tür und war etwas überrascht mich mit Nina zusammen zusehen: "hi, was macht ihr denn so?". "Ich muss mit dir dringend reden und Nina hat mich überzeugt, dass es das richtige ist" schoss es aus mir heraus.
"Ok, beruhigt euch erstmal. Wollt ihr was trinken?" fragte er uns,'als wir eintraten. "Ja, ich bin echt durstig" stellte Nina fest. Er stellte zwei Gläser auf den Tisch und reichte sie uns. Danach gingen wir in sein Zimmer, alles war penibel aufgeräumt. Ich hockte mich auf den Boden, Nina setzte sich im Schneidersitz neben mich, Tim legte sich bäuchlings auf Bett.
Langsam wich mein Enthusiasmus der Angst von ihm verstossen zu werden. Wenn ich noch lange Nachdenke hab ich am Ende gar kein Mut mehr. "Tim, ich glaube, dass ich schwul bin und mich in einen Jungen verliebt habe". Schweigen, Tim riss seine Augen auf und sah mich entsetzt an: "du und Schwul?!" Fragte er schockiert. Das lief gar nicht gut, ich hatte gehofft, dass Nina recht hatte, aber da war ich mir gar nicht mehr sicher. "Ja, ich dachte du hast kein Problem damit, weil du dich ja auch mit den Freunden deiner Freundin gut verstehst und die ja auch homosexuell sind" warf Nina überrascht ein.
"Also, ich hab kein Problem damit, aber das kam so überraschend - ich hätte nie gedacht, das du schwul bist" erwiderte Tim, der immer noch total perplex zu mir rübersah. Ein schwerer Stein fiel mir vom Herzen, die Last war endlich weg und ich konnte ihn wieder ansehen ohne mich schlecht zu fühlen. "Hm... Bist du dir wirklich sicher?" Fragte Tim noch einmal nach. "Ja, ich habe mich in einen Jungen verliebt".
Tim setzte sich auf und kam auf mich zu. Er setzte sich zu uns in den Kreis und beugte sich unter sein Bett. Nachdem er eine Zeit unter dem Bett wild gesucht hatte wurde er fündig und zog eine leere Cola Flasche hervor: "wusste ich es doch, da unten findet man alles. Habt ihr Lust auf Flaschendrehen?" Fragte er grinsend. "Ok, warum nicht" meinten Nina und ich im Chor.
Er drehte die Flasche, sie drehte sich immer weiter bis sie bei mir stehen blieb - wo denn sonst auch. "Wahrheit" sagte ich, bevor er mir die Wahl der Qual stellen konnte. "Hättest du dich auch bei mir geoutet, wenn Nina nicht dich überzeugt hätte?". "Nein, wahrscheinlich nicht. Ich weiss nicht wo ich wäre, wenn sie mir nicht geholfen hätte oder mir irgendetwas angetan hätte" sagte ich mit Nachdruck.
Stille, die anhält, ich drehte dich Flasche. Alle sahen ihr zu, wie sie rotierte und letztendlich bei Tim zur ruhe fand. "Wahrheit oder Pflicht?". "Wahrheit". Tim sah zu mir rüber, in seinem Blick lag etwas, was ich nicht deuten konnte. "Wäre es ein Unterschied für dich, wenn ich dich jetzt umarme?". Ich bin mir selber nicht ganz sicher, wie es jetzt sein wird. Fragend sah ich ihn an, hatte er eine Antwort gefunden? Langsam beugte er sich zu mir rüber und nahm mich in seine Arme, wir verharrten einen Moment.
Für mich hatte sich nichts geändert, er war nach wie vor mein kleiner Bruder. "Für mich ist es kein Unterschied" sagte ich zu ihm, er schloss sich meiner Aussage an. Glücklich löste ich mich wieder von ihm, Nina sah verträumt zu uns rüber. So verlief der Rest des Tages, bis wir am Abend von Tim's Mutter zum essen gebeten wurde. Sie mochte mich nicht sonderlich, was ich aber auch verstehen kann, so wie ich mich oft aufführe. Es gab Brote mit Aufschnitt, nichts besonderes, aber mir reichte das vollkommen. Danach verabschiedeten Nina und ich mich und machten uns auf den Weg nach Hause.
Ich begleitete sie noch, bis sie sicher ankam, danach setzte ich meinen weg nach Hause fort und kam durch den Umweg etwas später an. Inzwischen war meine Erkältung fast wie verflogen, wahrscheinlich war sie mehr durch den Stress gekommen. Langsam liess ich den Tag ausklingen und verbrachte noch etwas Zeit an meiner Konsole. In der Nacht hatte ich wieder den Traum von Felix im Wald, aber alles war anders.
Am Horizont funkelten rosa Sterne und der Wald war hell erleuchtet, gefüllt mit Leben. Alles war harmonisch und vollkommen. Felix stand vor mir, er lächelte. Ich rannte auf ihn zu und umarmte ihn, er erwiderte die Umarmung und küsste mich sanft am Nacken, es gefiel mir. Nun beugte ich mich zurück und sah ihm tief in die Augen Kastanienbraunen Augen und verlor mich für einen Moment darin. Das war es, was ich wollte - ich wollte ihn. Leidenschaftlich presste ich meine Lippen auf die seinen, alles um uns herum stand still. Die Sterne am Himmel begannen immer heller zu leuchten, bis ich nichts mehr erkennen konnte, aber das war mir egal, denn wir waren zusammen.
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Re: Der Schöne und das Biest

Beitragvon 2BD » 16 Jan 2014, 20:29

Diesen Teil möchte ich lostlove und KieiBoy widmen, weil ich euch als inspiration beim schreiben hatte und ihr einfach die Besten seid <3. ich bin echt froh, dass ich euch hab und auch das ihr zusammen glücklich seid :).

Kapitel 11: Funken Teil 1
Sontag, 16.02.14
Leider war es aber nur ein Traum, Felix war nicht da. Ich öffnete meine Augen und sah mich um, die Sonne schien hell ins Zimmer, mein Kissen war voll gesabbert - wie ekelhaft, die Version im Traum war mir lieber -.-.
Ich war über beide Ohren in Felix verliebt, so weit war ich inzwischen, aber was war mit ihm? Hätte ich jemals eine Chance bei ihm? Ich fürchte nein, das Schicksal ist so oft gegen mich, warum sollte sich jetzt etwas ändern? Traurig gestimmt von der Erkenntnis ging ich ins Bad und machte mich fertig. Meine Mutter war im Wohnzimmer, ich sollte mit ihr reden.
Zögernd folgte ich mit meiner Hand dem Lauf des Treppengeländers, langsam bewegten meine Füsse sich ebenfalls mit, es ihr zu sagen wird schwer was ist, wenn sie enttäuschte ist? Sie wird niemals Enkel haben, die sie immer so sehr sich gewünscht hatte. Diese Traumwelt würde ich mit nur drei Worten zerstören, aber war sie überhaupt dafür bereit?
Unten angekommen schleifte ich mich regelrecht ins Wohnzimmer, sie sass auf der Couch, faltete Wäsche und sah nebenbei irgendeine Soap an. Ich setzte mich zu ihr und sah mir die langweiligen Probleme der schlecht besetzten Protagonisten an. Zufällig hatte die Handlung gerade gewechselt und nun stand die Liebe zwei Männer im Vordergrund. Mein Einsatz: "Mama, was hältst du eigentlich von Schwulen?" Fragte ich sie zögernd. "Ich hab kein Problem damit, warum fragst du?" Überrascht musterte sie mich. Ein Klos versperrte mir mein Hals, ich fühlte mich, als würde ich ersticken.
"Weil ich glaube, dass ich auch schwul bin". Stille, die Zeit hat aufgehört zu existieren, ein Moment kann sich doch nicht etwas so lange anfühlen oder? "Ok... Warum nicht? Wenigstens bringst du mir keine zickige Göre mit" meinte meine Mutter gelassen.
Erleichtert umarmte ich sie, dass bedeutet mir so viel meinte ich zu ihr. Ich war total sentimental und musste aufpassen, dass ich nicht noch gleich anfange zu weinen - der ganze Stress war endlich weg. Jetzt muss ich mich nur noch bei meinem Vater outen, aber seine Reaktion wird wahrscheinlich schwach ausfallen, wenn er mir überhaupt zuhört.
Ich erzählte ihr noch von Felix und einfach alles, was mir passiert war, sogar von meinen Träumen. Die Sonne schien, es war mild und der Wind wehte auch nicht so eisig. Bei dem Wetter kann man doch nicht drinnen bleiben. Zielstrebig verliess ich das Haus, aber diesmal rannte ich zum Sportplatz. Kopfhörer auf, Musik auf voller Lautstärke an und los. Vorher stoppte ich meine Zeit.
Viele Runden lief ich über den Platz, bis ich mir eine Pause gönnte, die hatte ich mir verdient beschloss ich. Als ich zu der Tribüne aufsah entdeckte ich etwas, was mich für einen Moment zögern lies. Felix sass dort und lächelte zu mir herunter. Der Wind warf ihm seine Haare leicht in sein Gesicht, seine Augen blitzten, als ich sein Blick erwiderte.
Ich merkte, wie sich meine Mundwinkel nach oben zogen, meine Augen strahlten. Einatmen, Ausatmen. Ich muss mich konzentrieren, sonst merkt er noch, dass ich deutlich mehr für ihn empfinde, wie ich sollte.
"Hey, was machst du denn hier" fragte ich ihn neugierig, während ich die Stufen hochstieg und mich neben ihm fallen liess. "Ich bin am Sportplatz vorbei gegangen, als ich dich sah. Du bist wirklich schnell" meinte er anerkennend zu mir. "Danke, wie geht es dir denn so?". "Gut, ich kann mich nicht beklagen" sagt er. "Wie geht es deinem Bein? Tut mir leid, dass ich dich da so böse erwischt habe" sagte ich schuldbewusst zu ihm. "Gut, es ist fast wieder verheilt und tut nicht weh. Ausserdem ist es ja nicht nur deine Schuld gewesen, wir waren beide daran beteiligt" grinste er mich frech an.
"Soso, dir geht es ja schon wieder so gut, dass du Witze drüber reissen kannst. Willst du nicht auch ein bisschen mit mir laufen? Du kannst in deinem Tempo laufen" schlug ich ihm selbstsicher vor. "Schön, warum nicht". Wir verliessen die Tribüne wieder und marschierten auf den Platz. Felix rannte los, sogar etwas schneller, als ich ihm zugetraut hätte. Ich folgte ihm und meinte, dass er auch etwas langsamer laufen kann, wenn es ihm lieber ist.
Er lachte und sprintete los - verdammt schnell, ich hatte einen würdigen Gegner gefunden. Aber bald war er auch schon ausser Puste und verlangsamte seinen Schritt, ich war auch etwas erschöpft, aber noch nicht an meiner Grenze angelangt. "Respekt, du bist wirklich gut" stellte ich fest. Sein Gesicht wurde noch etwas roter, als es ohnehin schon war, seine Lippen zogen sich nach oben zu einem schüchternen Lächeln. "Danke" schnaufte er erschöpft. "Willst du lieber eine Pause machen oder weiterlaufen?". "Hm, ich wäre erstmal für eine Pause". Wieder nahmen wir auf der Tribüne platz. War es Schicksal, dass wir uns wiedergetroffen haben?
"Ich hab übrigens einen Schlüssel für die Duschen, da liegen auch Handtücher bereit, kommst du mit?" Fragte ich und hoffte, dass er ja sagt, dass ich bei ihm bin - ganz nah und doch so fern. Das zerreisst mich innerlich, aber er ist leider nicht erreichbar, damit muss ich mich abfinden. Er sagte, dass er mitkommt, aber dass munterte mich nicht auf Dauer wieder auf - warum muss ich auch so viel nachdenken?
Wir betraten das kleine Häuschen, die Neonröhren flackerten eine weile, bis sie voll leuchteten. Die Heizung strahlte eine wohlige Wärme aus, aber nicht deswegen wurde mir schlagartig noch viel wärmer. Felix begann sich seiner Kleidung zu entledigen und streifte gerade sein klammes Shirt ab, sein Bauch bewegte sich bei jedem Atemzug auf und ab, jetzt fielen mir sogar ein Ansatz von seinem Sixpack auf.
Bevor er mir etwas ansehen konnte zog ich mein verschwitztes Shirt über den Kopf und konnte für einen Moment lächeln, ohne dass er es mitbekam. Als ich mein Shirt auf den Boden warf begann er seine Hose auszuziehen und danach seine Unterhose.
Bevor ich viel sehen konnte beugte ich mich vor und riss mir meine restlichen Kleider vom Leib, danach sprang ich schon fast verdächtig schnell in die Dusche, ohne auch nur noch einen weiteren Blick auf ihn zu werfen. Das warme Wasser lief an meinem Körper entlang, ich genoss den Moment mit geschlossenen Augen, Felix war bei mir, ich musste nicht rüber sehen, um es zu wissen.
Leider hatte mein kleiner Freund auch davon Wind bekommen und zeigte, was er so kann. Das Wasser stoppte, ich griff nach dem Duschgel, doch es stand bei Felix, der sich gerade genüsslich einseifte, seine Augen waren geschlossen, auf seinen Lippen war ein lächeln, aber was mich irritierte war etwas anderes - ihn schien die Reaktion auch zu erregen. Langsam griff ich das Duschgel, ohne auch nur ein Blick von Felix zu lösen.
Seine Augen öffneten sich, als ich die Flasche ergriff, auf seinen Lippen breitete sich ein immer breiteres Grinsen aus. "Soll ich dir deinen Rücken einseifen?" Fragte er erregt. Ein Funken Hoffnung breitete sich in mir aus, schnell hatte der Funke sich ausgebreitet, bis er zu einem Waldbrand der Gefühle ausartete. Verlangen lag in meinen Augen, als ich ja sagte. Langsam drehte ich mich um, Felix rückte noch ein Stück näher, bis er ganz nah war. Ich spürte ihn, er wollte mich, ich wollte ihn, die Luft brannte vor Lust. Seine Hände berührten meine Schultern und begannen mit langsamen Knetbewegungen, die sich ganz langsam nach unten zogen.
Ein kurzen Moment zögerte er, dann ergriff er jedoch meine Backen und arbeitete da weiter. Wir duschten noch lange miteinander und auch ich seifte ihn ein, aber zu mehr war ich nicht bereit gewesen. Fakt ist aber, dass es wunderschön war und wir beide es wollten.
"Sind wir jetzt zusammen?" Fragte ich ihn noch etwas zögernd. "Ja, natürlich. Du bist mir vor langer Zeit aufgefallen, ich hatte nur nie Mut dich anzusprechen. Du hast keine Ahnung, wie Glücklich du mich machst" sagte er euphorisch.
"Doch, mir geht es genauso, wie dir. Aber niemand darf davon erfahren. Ausser Nina und Tim, sie sind meine besten Freunde und stehen zu mir. Ihnen hab ich auch erzählt, dass ich verliebt bin, wir können ihnen vertrauen. Willst du sie kennenlernen?" Überrumpelte ich ihn.
"Ja, gerne, ich bin schon geoutet, aber wenn du noch nicht bereit bist warte ich auf dich. Ich will nur mit dir zusammen sein" erzählte er mir mit einem verliebten Blick, der mein Herz zum glühen brachte.
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Re: Der Schöne und das Biest

Beitragvon amor » 17 Jan 2014, 21:30

Hey,
ich finde die Geschichte sehr schön beschrieben, gerade die internen Konflikte, die eigene Unsicherheit, die am Anfang durch übertriebenes Machohaftes Auftreten kompensiert wird, hast Du meiner Meinung nach sehr gut getroffen. Auch Deine Ausdrucksweise gefällt mir sehr, lässt sich gut lesen und nimmt einen mit.
Kurze Kritik: Was mir jetzt viel zu schnell ging, war die Geschichte, dass die Beiden nun plötzlich gleich zusammen sind. Herrscht da bei allen Beteiligten nicht noch viel zu viel Unsicherheit auch zwischeneinander um nach einem einmaligen Duschen gleich mit einer Beziehung zu starten?
Aber sonst: weiter so!
lg
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Re: Der Schöne und das Biest

Beitragvon 2BD » 17 Jan 2014, 23:22

@amor: vielen Dank, schön zu hören, dass dir die Geschichte gefällt :). Zu deiner Kritik: Ich hatte darüber nachgedacht, ob ich es länger gestalten soll, aber dann habe ich mich doch für eine impulsive Liebe entschieden. Aber ich freue mich immer über meinungen, auch Kritik ist erwünscht, falls es ein nächstes mal gibt versuche ich es ausführlicher zu gestalten ;).

Kapitel 12: Funken Teil 2
Wir stellten das Wasser ab und begannen uns abzutrocknen - natürlich ohne den jeweils anderen aus den Augen zu verlieren. Die Kleidung, die wir vorher auf die Heizung gehangen hatten war von der Hitze getrocknet. Fertig angezogen verliessen wir das Duschhäuschen und marschierten auf den Ausgang zu.
"Was sollen wir jetzt machen?" Fragte Felix mich verträumt. Ich sah zu ihm rüber, das war viel zu auffällig: "ich will erstmal nach Hause etwas frisches anziehen, danach können wir noch etwas zusammen machen. Wenn du willst kann ich Nina und Tim fragen, ob wir etwas zu viert machen. Aber deine Blicke sind viel zu auffällig" schlug ich ihm vor, mit meiner wieder aufgesetzten gleichgültigen Maske.
"Ok, ich versuch mich etwas mehr zurück zu halten, aber ich würde schon gerne die beiden kennenlernen" meinte er etwas betrübt. Ich blieb stehen und wendete mich ihm zu. Er stand mir gegenüber, unsere Blicke trafen sich - feuriges Verlangen lag darin. "Das ist nicht böse gemeint, aber so, wie du mich eben angesehen hast würde jeder sehen, dass da zwischen uns etwas läuft. Ich will dich doch auch, aber in der Öffentlichkeit unterdrücke ich meine Gefühle, das hat aber nicht zu bedeuten, dass sie nicht da sind" erklärte ich ihm.
"Ich weiss, aber als du das eben so gesagt hast klang es so echt... Als ob ich dir vollkommen egal wäre. Ich kann das nicht so gut, wie du, weil ich ein viel emotionalerer Mensch bin. Ich bin nicht so stark, wie du" meinte er selbstzweifelnd.
Ich lächelte ihn aufmunternd an: "du bist mir nicht egal, ich hab einfach nur gelernt alles zu verstecken. Aber auch ich bin nicht so stark, wie du vielleicht denkst, ich stelle mich nur stärker da, als ich es eigentlich bin" vertraute ich ihm an, während ich ihn ganz fest in den Arm nahm.
Wir gingen noch ein Stück zusammen, bis sich unsere Wege trennten, noch eine Umarmung und los. Zügig machte ich mich auf den Weg nach Hause und zog mir etwas anderes an, danach schrieb ich Felix, wo wir uns treffen können. Nina und Tim hatten vorher beide zugesagt und freuten sich schon Felix kennenzulernen.
Wir trafen uns in einem Dönerladen und bestellten unser Essen. Kurz danach betrat Felix etwas nervös den Laden, ich winkte ihm vom Tisch aus zu, er lächelte und bestellte sich auch noch etwas und setzte sich danach zu uns. Nachdem ich erst einmal alle miteinander vorgestellt hatten bombardierten Nina und Tim uns mit allen möglichen Fragen über uns, wie wir zusammen gekommen sind, wann wir es uns eingestanden hatten und noch vieles mehr.
Den Teil mit der Dusche erwähnten wir jedoch nicht, denn das war unser Moment, den wir mit niemanden teilen wollten, damit er besonders bleibt.
Während dem essen schwiegen sie, Felix war sichtlich froh darüber, dass er nicht dauernd eine Antwort geben musste und endlich in ruhe sein Döner geniessen konnte. Nachdem wir aufgegessen hatten fragten sie gnadenlos weiter, bis wir irgendwann beschlossen uns zu küssen. Es war nur ein flüchtiger Kuss, dennoch hatte er seine Wirkung nicht verfehlt, denn sie schwiegen endlich. Nina sah uns gerührt an, Tim grinste dreckig - ich glaube, ich will gar nicht wissen, was er denkt. Danach redeten wir noch weiter, aber diesmal ohne verhör-feeling, jetzt war alles freundschaftlich. Felix verstand sich ziemlich gut mit den beiden, obwohl sie ihn so gelöchert hatten.
Als er auf Toilette war fragte ich sie, was das den sollte, sie hatten ihn ein paar mal absichtlich auflaufen lassen. "Wir wollten nur sicher gehen, dass er dir gut tut und nicht dich einfach nur benutzt. Du entdeckst gerade erst deine Sexualität, das könnte er ausnutzen, da er wohl schon mehr Erfahrung auf dem Gebiet hat" meinte Nina fürsorglich.
Noch bevor Tim etwas ergänzen konnte oder ich ihnen klar machen konnte, dass ich keine Anstandsdame brauche kam er auch schon zurück. Als ich ihn sah konnte ich mir ein lächeln nicht verkneifen, er lächelte zurück.
"Soso, da hatte jemand wohl kurz vergessen seine Gefühle zu retuschieren" faxte er mich an. Da musste ich erst richtig loslachen, denn das war nicht der einzige Grund, weshalb ich grinsen musste: "Mag sein, aber die Tatsache, dass du auf mich zukommst und gar nicht merkst, wie dir Toilettenpapier am Schuh klebt fand ich auch nicht schlecht".
Beschämt sah er auf seine Schuhe, Tim und Nina hatten auch eingestimmt und lachten lauthals los, während Felix noch mit seinem neuen Accessoire kämpfte. Als er sich befreit hatte trat er mir gegen mein Schienbein. Für einen Moment schwieg ich, aber danach musste ich wieder anfangen - mein kleiner tollpatschiger Freund sah mich böse an. Danach gab er mir ein Kuss, der mich endgültig zum schweigen brachte, Nina und Tim hatten sich auch bereits beruhigt und tranken etwas.
Ihre Köpfe waren tomatenrot angelaufen, aber auch meiner sah wahrscheinlich ähnlich aus. Sanft streichelte ich über Felix seine Hand und entschuldigte mich für meinen Lachanfall, er lächelte mich an und meinte, dass es schon ok ist.
Wir sahen uns an, alles um uns herum nahm ich kaum noch war, ich konnte einfach nicht genug von ihm bekommen, all meine Sorgen und alten ideale zerfielen, wie Glas in tausende teile und verstreuten sich. Der Wind wehte nach und nach alles weg, bis nur noch ein paar Zweifel übrig waren, aber auch diese wird Felix mit seiner Zuneigung wahrscheinlich bald verweht haben.
Unsere Blicke lösten sich und auch ohne ein Wort zu sagen wussten wir, dass es Zeit war. Den Rest des Tages wollten wir alleine verbringe. Wir verabschiedeten uns Nina und Tim, ich bedankte mich noch einmal für alles, dass sie mir geholfen haben und auch nicht uns im Weg stehen. "Das haben wir doch gerne gemacht, dafür hat man ja Freunde. Tut mir leid, dass wir dich heute so gelöchert hatten, wir wollten nur sicher gehen, dass du Nick nicht schlecht behandelst, aber du hast den Test bestanden" meinte Nina anerkennend zu ihm und zwinkerte mir dabei dezent zu.
Tim lächelte mich warm an und umarmte mich noch abschliessend, danach gab er Felix noch eine freundschaftliche Umarmung und wuschelte ihm durch die Haare: "pass gut auf meinen Nick auf, kleiner", Tim grinste ihn dabei schelmisch an. Felix warf ihm grimmige Blicke zu, doch Tim liess sich davon nicht gross stören.
Wir verliessen den Laden und nun trennten sich unsere Wege, Tim und Nina gingen los, während wir uns noch entschieden, wohin wir gehen sollen. Letztendlich entschieden wir uns dafür, dass wir bei ihm zu Hause ungestört sein könnten. Auf dem Weg unterhielten wir uns kaum, aber das war auch nicht nötig - so wie es war, so soll es bleiben, so ist es schön.
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Re: Der Schöne und das Biest

Beitragvon Iroc » 18 Jan 2014, 00:36

Heyho,

Ich glaube es wurde ja schon mal erwähnt, dass sich dein Schreibstil gebessert hat...
Aber man kann es einfach nicht oft genug sagen.
Dieser Part war einfach...wow.
Kam super rüber, die Gefühle lassen einen richtig mitfühlen, die Rechtschreibung ist einwandfrei und ich will nur noch mehr von der Story ;)
Du musst nur mal den ersten Part von Aschenputtel und den hier vergleichen. Dazwischen liegen Welten.
Spätestens jetzt bist du prominent :D Ganz eindeutig ;)

Mach weiter so
Liebe Grüße
Leon
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Re: Der Schöne und das Biest

Beitragvon 2BD » 18 Jan 2014, 21:59

@Iroc: vielen Dank :). Es freut mich echt, dass der Teil dir gefällt, ich war mir bei dem Teil nicht ganz sicher, woe er ankommt, weil ich daran am längsten gearbeitet hatte und am meisten wieder geändert hatte, aber anscheinend hab ich mir umsonst Gedanken gemacht :D. Zu meiner Rechtschreibung: keine Ahnung, wie ich das in dem teil so gut hinbekommen habe - vielleicht ist Auto-korrektur gar nicht so schlecht :P. Ok, wenn du es so nennen willst bin ich halt Prominent :D.

Für deinen tollen Kommentar widme ich dir den Teil Leon :).

Kapitel 13: Funken Teil 3
Während dem gehen fiel mir auf, dass ich in der Gegend mich recht selten aufhielt. Wir marschierten geradewegs auf die Plattenbauten zu, diese Gegend war mir gar nicht sympathisch, weshalb ich auch immer es mied hier zu sein. Aber vielleicht ist es auch gar nicht so schlimm, immerhin ist Felix ja mein Freund und er wirkt keineswegs ungebildet oder antisozial. Vielleicht stimmen alle Vorurteile auch gar nicht, inzwischen bin ich mir auch sicher, das nicht alle, die Schwul sind in Lederoutfits und mit Federboa bekleidet rumlaufen und auf dem Strich ihr Geld verdienen.
Vorurteile stellen vieles schlechter da, als es eigentlich ist, ich sollte dem Viertel vielleicht doch eine Chance geben. Felix zückte aus seiner Tasche ein Schlüssel und sperrte die Eingangstür zu einem der Wohnhäuser vor. Die Wände waren allesamt in einem dreckigen grau gestrichen, der Flur war kalt und Abweisend. Wir gingen die von der Zeit gezeichneten Steintreppe hinauf, bis wir vor einer Tür stehen blieben. Auch diese schloss er auf und ging hinein, ich folgte ihm.
Selbst wenn von Aussen alles grau und verwahrlost aussieht ist es in der Wohnung warm und schön. Wenn ich es nicht besser wissen würde, würde ich behaupten, dass das hier eine Wohnung in einem normalen Viertel wäre. "Die Wohnung ist schön" meinte ich zu Felix, der etwas angespannt zu mir rüber sah.
"Danke, ich weiss, dass es nicht das beliebteste Viertel ist, aber nicht alle Leute sind so schlimm, wie du denkst. Manche sind auch nur normale Leute mit wenig Geld" erklärte er mir. "Das habe ich eben auch gedacht, denn wenn du so ein Vollidiot wärest würde ich dich auch nicht so mögen" während ich das sagte umarmte ich ihn fest, drückte meine Stirn sanft gegen seine - Verbundenheit würde es ganz gut beschreiben.
"Ich will dir nachher mal noch meine besten Freunde vorstellen, ok?" Fragte er mich, ich nickte. Wir verliessen das Wohnzimmer und gingen in den nächsten Raum, welcher von Felix bewohnt war. Obwohl die Einrichtung etwas sparsam aussah war es immer noch schön und gemütlich, was vielleicht auch daran lag, dass sein Zimmer recht klein ausgefallen war. "Ich weiss, es ist alles kleiner, wie bei dir..." Fing er an sich zu rechtfertigen, aber mit einem Kuss brachte ich ihn zum schweigen. Dieses Gefühl, was mich durchströmte war einfach nur wunderschön, ich wollte meine Lippen nie wieder von den seinen trennen.
Sanft drückte ich ihn runter und legte ihn aufs Bett. Ich legte mich zu ihm und genoss die wohlige nähe und wärme, die zwischen uns war. Er legte sich auf mich und küsste mich wieder, unsere Körper verschmolzen miteinander, der Moment war perfekt.
Inzwischen musste es Nachmittag sein, die Abendsonne tauchte das Zimmer in warme Farben, bevor sie ganz verschwand. Schlüssel klierten, wurden ins Schloss gesteckt, Schritte kamen in die Wohnung. "Wer ist das?" Fragte ich Felix wieder gefasst. "Wahrscheinlich meine Mutter, sie kommt von der Arbeit" erklärte Felix, während er aufstand und sie begrüssen wollte. "Warte, willst du ihr es erzählen?" Fragte ich ihn und malte mir aus, wie sie reagieren würde.
"Wenn du nichts dagegen hast, sie weiss, dass ich Schwul bin. Ich hatte ihr auch mein ersten Freund vorgestellt" meinte er aufmuntern. Er hatte schonmal ein Freund - es war nichts dramatisches, dennoch traf es mich tief. "Was ist denn los? Ich habe schon vor einiger Zeit mit ihm Schluss gemacht, du brauchst dir keine Sorgen zu machen" meinte er fürsorglich, während er sich wieder neben mich setzte und mich auch die Wange küsste.
"Schon ok, dann werde ich mich mal vorstellen" Meinte ich und stand auf. Felix öffnete die Tür, seine Mutter war in der Küche, die Tür stand offen, sie sah zu uns herüber. "Hallo, wer bist du denn?" Fragte sie mich freundlich. "Guten Tag, ich bin der Nick" stellte ich mich ebenfalls freundlich vor. "Mama, das ist Nick, wir haben uns kennengelernt und haben uns verliebt. Wir sind jetzt zusammen" erklärte Felix ihr stolz.
"Wirklich, das freut mich für euch. Wollt ihr etwas essen?". "Ja, ich hab aber kein allzu grossen Hunger und du Nick?" Fragte Felix mich. "Ja, ist bei mir genauso". "Setzt euch erst einmal, ich bereite schonmal etwas vor, wie habt ihr euch kennengelernt?" Fragte sie neugierig.
Wir erzählten ihr von dem Schicksalhaften zusammentreffen und wie wir uns auf dem Sportplatz wieder getroffen haben. "Das hört sich ja umwerfend an" meinte sie und deckte den Tisch, Felix und ich halfen ihr so gut es geht dabei, obwohl alles wirklich ziemlich eng war, was die Bewegungsfreiheit deutlich eindämpfte.
Beim essen redeten wir noch etwas, sie war nett. Nachdem wir alles aufgegessen hatten waren Felix und ich wieder für uns. Die Zeit mit ihm zusammen war die Schönste meines Lebens - ich hätte niemals gedacht, dass ich so etwas kitschiges behaupten würde, ohne unter Folter gezwungen zu werden. Am späten Abend verabschiedete ich mich schweren Herzens von ihm, aber morgen werden wir wieder den Tag miteinander verbringen und ich lerne seine Freunde kennen. Und danach will ich ihm noch meiner Mutter vorstellen - sie wird bestimmt von ihm begeistert sein.
Auch wenn mich der Abschied für einen Moment traurig gestimmt hatte war ich danach wieder euphorisch, wenn ich über den Tag mit ihm nachdachte. Die kühle Luft erfrischte mich, aber die Hitze, die aus meinem inneren kam konnte durch nichts unterdrückt werden, genauso wie mein lächeln. Als ich zu Hause eintrat vernahm ich den Duft von frischen Cappuccino, der mich freundlich begrüsste. In der Küche war meine Mutter und las Ihre Illustrierte. Als ich eintrat sah sie auf, ich erwiderte ihr lächeln und setzte mich zu ihr.
"Mama, weisst du noch, was ich dir heute morgen gesagt habe?". "Ja aber natürlich, wie könnte ich das vergessen, weshalb fragst du?" Sie musterte mich neugierig, ob sie schon einen Verdacht hatte? "Weil ich jetzt mit dem Jungen, in den ich mich verliebt habe zusammen bin" erklärte ich ihr freudestrahlend. Sie umarmte mich und sagte, dass sie sich für mich freut. Mein Vater kam gerade von der Arbeit nach Hause, er durchbrach meine Euphorie und liess mich wieder verstummen - ich habe keine Angst vor ihm, mein Leben ist nur meine Sache, bis jetzt hatte er sein Interesse auch immer im Zaun gehalten. Seine Anwesenheit störte mich, deshalb ging ich nach oben in mein Zimmer. Inzwischen wurde ich auch müde und legte mich in mein Bett, kurz danach fielen mir meine Augen zu.
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Re: Der Schöne und das Biest

Beitragvon GoldenStar18 » 19 Jan 2014, 00:00

Ich bin zunehmend beeindruckt von deinen Leistungen und den teilen
Die sind mit der zeit echt klasse geworden.
Sorry dass ich nur so selten schreibe aber ich bin da meistens zu faul dafür^^

Ist dir schonmal aufgefallen dass bei deinen storys immer sehr viel Handlung in die einzelnen parts gesteckt wird?
Bei dir geht das schlag auf Schlag
Inneres coming out
Outing bei mutter/Freunden
Sex unter der dusche^^
...
Ich finde es persönlich nicht schlimm weiß aber dass es gut kommt wenn man sich mal zeit für die Atmosphäre nimmt.
Da kann man sich umdo besser rein versetzen.

Bin mal gespannt auf Felix Freunde :)

Lg Maxi ;)
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Re: Der Schöne und das Biest

Beitragvon 2BD » 19 Jan 2014, 22:04

@GoldenStar18: Vielen Dank für das Kompliment :). Ich kenne das mit den Kommentaren ;). Ich weiss, dass manchmal alles etwas schnell geht, aber ich arbeite daran. Viel Spass beim lesen :).

Kapitel 14: Vorstellungen Teil 1
Montag, 17.02.14
Neuer Morgen, neuer Tag, bald werde ich wieder bei Felix sein. Der Gedanke liess mich aus dem Bett springen, schnell war ich fertig für die Schule und wusste nicht, was ich mit der Restlichen Zeit anfangen sollte. In den ersten beiden Stunden hatte ich Mathe, die Hausaufgaben könnte ich noch machen, in der Zeit wäre ich zu mindestens beschäftigt und Träume nicht Felix hinterher.
Als ich fertig war schnappte ich mir men Rad und machte mich auf den Weg, alles was ich wollte hatte ich, mein Leben könnte nicht besser sein. Mit dieser Erkenntnis und einem lächeln auf den Lippen betrat ich den Hof und gesellte mich zu Tim und den anderen. Die Glocke klingelte, die erste Stunde Mathe ist schon etwas sadistisches und die zweite Stunde noch dazu.
Aber selbst das konnte mich nicht betrüben, denn die Macht, die von Felix ausgeht ist viel intensiver. Es heisst zwar, dass Angst noch stärker ist, wie Liebe, aber warum kommt es dann in manchen Fällen dazu, dass sich Menschen füreinander aufopfern? Vielleicht ist es nur ein Vorurteil, von einsamen Wissenschaftern und Psychologen verkündet, damit sie glücklicher sind.
In der kompletten Doppelstunde war ich mit meinen Gedanken nur bei ihm, als es zur Pause klingelte riss Tim mich aus meinen Gedanken. Sebastian war heute wohl krank, denn Er hatte sich die ganze Zeit nicht einmal sehen lassen, obwohl er sonst immer bei uns ist.
Nach der Pause hatten wir Geschichte, den Übergang zu Religion hatte ich anscheinend verpasst, aber das war mir egal. Die letzten Stunden vergingen, ohne das ich meiner Umwelt grossartig Beachtung schenkte. Als die Schule vorbei war nahm ich mein Rad und fuhr los.
Wir hatten ausgemacht, dass ich direkt zu ihm komme und bei ihm esse. Bald war ich vor dem Haus und kettete mein Rad fest. Nach etwas suchen fand ich die Richtige Klingel und drückte sie. Felix seine Mutter war an der Sprechanlage und liess mich hinein. Sie stand in der Tür, damit ich nicht erst alle Namensschilder durchlesen musste. Ich begrüsste sie freundlich, sie erwiderte die Begrüssung und geleitete mich in die Wohnung. Aus der Küche duftete bereits lecker das essen, alles war vorbereitet, fehlte nur noch Felix und seine Freunde.
Wie sie wohl sein werden? Meine Fantasie malte sich die wildesten Vorstellungen aus. Bald waren sie aber auch da, Felix gab mir einen Kuss, die anderen beiden schüttelten mir meine Hand. Felix stellte mir das Mädchen als Lisa vor und den Jungen als Kevin. Man merkte ihnen schon etwas an, dass sie nicht aus den oberen Schichten kommen, aber das störte mich nicht, denn sie waren recht normal und freundlich.
Nach dem Essen gingen wir in eine kleine Parkanlage, wo zwei Bänke in Halbschatten einer grossen Weide standen. Ihre langen Äste hangen traurig und leblos herab und wehten einem manchmal ins Gesicht. Ich setzte mich auf die Kante der einen Bank, Felix setzte sich frech auf mich und brauchte absichtlich lange, bis er eine bequeme Sitzposition eingenommen hatte.
Lisa setzte sich mit gegenüber und Kevin setzte sich auf die Rückenlehne hinter ihr, ein Bein auf der Sitzbank, das andere pendelte gemässigt in der Luft herum. Auch ihnen erzählten wir unsere Geschichte, was alles zwischen uns vorgefallen war. Aber anders als Nina und Tim wussten sie nicht, wie ich damit klar kam, dass ich anders bin. Lisa fragte mich offen, mit einem dezenten lächeln.
"Anfangs hatte ich grosse Probleme, aber ich hatte nie vor mir etwas schlimmes anzutun. Davon haben mich meine Freunde abgehalten und mir auch klar gemacht, dass es überhaupt nicht schlimm ist. Als ich mit Felix zusammen kam lösten sich noch mehr die alten Gedanken von mir. Ich hab manchmal noch ein paar Schwierigkeiten, aber mit der Zeit dürften die auch verschwinden" erklärte ich ihr ausführlich.
Kevin hielt sich sehr zurück, sogar meinem Blickkontakt wich er aus und starrte auf den Boden. Irgendetwas machte ihn traurig, aber ich glaube nicht, dass er mir eine Antwort gäben würde, wenn ich ihn fragen würde. Der Himmel verfinsterte sich, Wind kam auf und kündigte schlechtes Wetter an. "Ich glaube wir sollten reingehen, es sieht so nach regen aus" meinte Lisa und zog sich demonstrativ ihre Kapuze schon einmal über. "Ja ich glaube das wäre klüger als abzuwarten und das Wetter heraus zu fordern" sprach die Vernunft aus Felix heraus.
Wir verliessen den kleinen Park und waren bald wieder in der Wohnung, wo wir es uns im Wohnzimmer gemütlich machten. Felix und ich teilten uns wieder ein Sessel, während Lisa und Kevin auf dem alten dunkelblauen Zweiersofa platz nahmen. Der Sessel gehörte zum Sofa, aber er war schon viel verschlissener und durchgesessen. Felix hockte halb auf der Armlehne, halb auf mir, wir küssten uns.
Kevin stand plötzlich auf und verschwand im Bad, Lisa sah uns an und wollte wissen, weshalb er sich plötzlich so seltsam aufführte. Ich erzählte ihnen von meinen Beobachtungen, wie er meinen Blicken auswich oder dass er bis jetzt nicht mehr als nötig mit mir geredet hat. Felix und Lisa waren genauso ratlos, wie ich es war.
Plötzlich fiel es mir wie Schuppen von den Augen: er war in mich verliebt. Felix und Lisa warfen mir gleichermassen böse Blicke zu. "Ich glaube er könnte recht haben oder er ist in dich verliebt Felix" meinte Lisa mit einer Nachdenklichen Mimik. "Du weisst, dass du dir keine Sorgen machen brauchst" meinte ich zu Felix der mich unsicher ansah. "Ich vertraue dir" meinte Felix. "Danke, das ist wirklich toll von dir" bedankte ich mich mit einem zarten Kuss.
"Ich geh mal nach ihm sehen, er ist schon ziemlich lange dadrin, nicht dass es ihm nicht gut geht" meinte Lisa sorgenvoll und klopfte an der Badezimmertür. "Kevin, ist alles in Ordnung mit dir? Fühlst du dich nicht gut? Bitte mach die Tür auf, wir machen uns Sorgen um dich" bettelte Lisa schon fast.
"Alles ok, mir ist nur etwas schlecht, ich glaube ich werde krank" kam es aus dem Zimmer, seine Stimme klang schon fast wie ein Schluchzen. "Kevin, bitte mach die Tür auf, wir sind für dich da" meinte nun auch Felix. Der Wasserhahn lief, Wasser plätscherte, das Wasser verstummte wieder und kurz danach öffnete sich die Tür. "Ich fühle mich nicht gut, ich denke mal, dass ich eine Erkältung habe" meinte Kevin sichtlich geschwächt, sein Gesicht war blass.
"Leg dich erst einmal auf die Couch, ich mach dir einen Kaffe und dann geht es dir schon bald besser" meinte Felix aufmunternd zu ihm und verschwand in die Küche. Kevin tat, wie ihm befohlen wurde und rollte sich zusammen. Lisa deckte ihn sanft zu und befühlte seine Stirn. "Immerhin hast du keine erhöhte Temperatur" meinte sie und strich ihm durch seine Haare. Als er etwas Tee getrunken hatte fielen ihm die Augen zu und er schlief ein. Sein Schnarchen war noch gut in Felix's Zimmer zu hören, da die Wände wohl sehr dünn waren.
"Was machen wir jetzt mit ihm?" Fragte ich die beiden. "Ich weiss nicht, wir können ihn auf jeden Fall nicht alleine in der Wohnung lassen, aber hier drin können wir auch nicht viel machen, ohne das er gestört wird. Aber ich will ihn auch nicht wecken, damit er nach Hause gehen kann" Felix dachte intensiv über unsere Optionen nach, doch keine war wirklich zufrieden stellend. Doch dann kam mir eine Idee: "ich kann ihn auch zu seiner Wohnung tragen, da kann er sich ausruhen und wir können mit dem Rest des Tages etwas anfangen". "Das klingt gut. Heute Abend stelle ich mich dann bei deinen Eltern vor" meinte Felix sichtlich angetan von der Idee.
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Re: Der Schöne und das Biest

Beitragvon brokenlove » 20 Jan 2014, 00:37

Aalso.. Ich melde mich auch mal wieder zurück :D
Dein Schreibstil und deine Rechtschreibung sind einfach nur geil gewordem!
Sonst hätte ich zu der Geschichte nicht zu viel zu sagen ^^

Lg. brokenlove

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Re: Der Schöne und das Biest

Beitragvon 2BD » 20 Jan 2014, 23:03

@brokenlove: vielen Dank für deinen Kommentar :).

Tut mir leid , aber heute kommt leider kein neuer Teil, weil momentan mein Vorrat aufgebraucht ist, weil ich in der Schule eine Menge zu tun hatte. Ich kann noch nichts versprechen, aber ich hoffe, dass es morgen wieder weiter geht, bis dahin.

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Re: Der Schöne und das Biest

Beitragvon Iroc » 20 Jan 2014, 23:14

Schade...
Naja die Schule geht natürlich vor! Viel Glück wünsch ich dir dabei :)
Wir fiebern bestimmt alle schon dem nächsten Teil entgegen ;)

LG Leon
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Re: Der Schöne und das Biest

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