Bauchgefühle

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Matti
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Re: Bauchgefühle

Beitragvon Matti » 02 Aug 2019, 17:18

Ein neuer Teil :flag: ich wart auch gern länger, wenn die Teile dann immer diese länge haben.
Mit Hugo und Alex hast du es echt vor :-? Kann mich mit dem Gedanken nicht anfreunden. Am liebsten würd ich Branko und Hugo in ein Zimmer sperren. :P
Aber ich glaube Leo schafft es doch mehr positiven Einfluss auf Branko auszuwirken.

Also zu Leo und Branko hätt ich nichts dagegen
Da es förderlich für die Gesundheit ist, habe ich beschlossen, glücklich zu sein.

Re: Bauchgefühle

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Skystar
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Re: Bauchgefühle

Beitragvon Skystar » 02 Aug 2019, 22:16

Als ich gleich am Anfang den Namen "Alex" gelesen habe, zog ich tatsächlich in Betracht, die Geschichte zu boykottieren. Das Problem ist, mit dieser Person assoziiert man automatisch was Schlechtes, einfach weil er Hugo (den wir alle lieben) schlecht behandelt hat. Vielleicht wäre ein Part aus seiner Sicht der Dinge mal ganz interessant, um ihn in ein anderes Licht zu rücken. Leider fallen seine Entschuldigungen auch immer recht dürftig aus. Zu Gute halten muss man ihm, dass er hartnäckig ist und Hugo nicht aufzugeben scheint, was Branko leider getan hat (und umgekehrt). Vielleicht passen Hugo und Alex also wirklich ganz gut zusammen, aber da muss trotzdem noch mehr kommen ... viel mehr, um Alex irgendwie zu mögen. Momentan hab ich nur Angst, dass er Hugo wieder verletzt.

Eine andere Option wäre, dass Branko, sobald er erfährt, dass da wieder was zwischen Hugo und Alex läuft, erkennt, wie viel Hugo ihm bedeutet und ihn quasi vor Alex "rettet", was dann Hugos Herz zum Klopfen bringt. Ich bin mir aber nach wie vor nicht sicher, ob sich Hugo und Branko wirklich gut tun. Mag sein, dass sie sich lieben, aber sie tun sich schwer, auf den jeweils anderen einzugehen und das macht eine Beziehung problematisch.

Leo - mein Lieblingscharakter, aber ich glaube das weißt du - kann viel besser auf Branko und sein Verhalten eingehen. Ist die Frage bei ihm, ob das nur eine Phase ist, dass er auf Branko steht. Ich glaube ehrlich gesagt nicht und sollte es zu einem Kuss kommen - der eigentlich unausweichlich erscheint - könnte ich mir gut vorstellen, dass Leo sich wirklich, voll und ganz in Branko verliebt. Bislang spielt er ja noch runter. Er hat es zumindest geschafft, Branko ins Schwimmbad zu zerren und das er sich auszieht. Hätte Hugo das auch geschafft? Er war auch sofort bereit, mit Branko ins Nichtschimmerbecken zu gehen, als er erfuhr, dass Branko nicht schwimmen konnte. Ihr kleine Wasserschlacht fand ich dann ganz lustig und süß.

Das Beste zum Schluss: Ollis Kommentare und Blicke sind aktuell Gold wert und das sag ich, der Olli nie wirklich mochte :D

Danke für diesen tollen neuen Part Saltoboy! Freu mich schon auf den nächsten! :flag:
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Re: Bauchgefühle

Beitragvon Saltoboy » 15 Aug 2019, 13:53

So dann geht es auch mal weiter. Hab den Teil mehrere Male etwas verändern müssen, da ich mir momentan nur zu 78,4 % über den Ausgang der Geschichte sicher bin :D
Danke übrigens für eure ausführlichen Kommentare, leider antworte ich da nie so wirklich drauf.
Aber naja, Alex soll auch nicht unbedingt der Lieblingscharakter sein, aber vielleicht erfährt man ja noch ein bisschen mehr über ihn, allerdings nicht heute. Denn es geht (wie wahrscheinlich zu Skystars Freude) um Branko und Leo. Ich wollte die Geschichte gerne noch ein wenig komplizierter machen.



Mit einem leisen Plöppen öffnete Leo ein Bier und ließ sich neben Branko auf das große Sofa in Brankos Wohnzimmer fallen. Er streckte die Füße aus und nahm einen tiefen Schluck.
Branko sah ihn eine Weile an.
„Was ist los?“ fragte Leo und lehnte den Kopf zurück.
„Manchmal bist du ein richtiger Kerl,“ murmelte Branko und versetzte ihm einen Stoß mit dem Fuß.
„Einer von uns muss das ja sein,“ meinte Leo und grinste sein übliches Grinsen.
„Mir gehen nur die sexuellen Anspielungen etwas auf die Nerven,“ sagte Branko leise. „Von dir und Olli meine ich. Ich kann nichts dafür, dass ich nun mal schwul bin und dann so etwas zu sagen ist einfach unfair. Schließlich habe ich dir bloß den Rücken eingecremt.“
Leo schwieg, grinste aber immer noch. „Mensch Branko,“ sagte er nach einer Weile. „Du machst dir wie immer viel zu viele Gedanken. Ich weiß, dass wir früher nie über eventuell anzügliche Dinge geredet haben, aber sind wir nicht aus dem Alter raus, in dem einem so etwas peinlich ist?“
Branko schnaufte. „Du hast mir früher ja nicht einmal erzählt, wenn du dich mit Mädchen getroffen hast.“
„Du wusstest trotzdem immer genau Bescheid. Ich dachte einfach, dass es dich nicht sonderlich interessiert, so groß wie dein Interesse an Mädchen war. Aber mittlerweile weiß ich ja, dass bei dir ein gesundes sexuelles Interesse vorhanden ist.“
Branko verdrehte die Augen. „Ist ja nicht verboten, oder?“
„Keineswegs. Und das war doch auch nur dummes Gerede und irgendwie habe ich es eher als Kompliment von Olli aufgefasst. Ist doch schön, wenn uns jemand erotisch findet,“ lachte er und nahm noch einen Schluck von seinem Bier.
Branko blickte seinen besten Freund an. „Ich will aber gar nicht, dass wir irgendwie so rüberkommen, als wäre da sexuelle Spannung zwischen uns.“ Er merkte wie er rot anlief.
Leo sah ihn an, den Mund immer noch zu einem leichten Lächeln verzogen und Branko wusste gar nicht mehr was er von der ganzen Sache halten sollte.
„Hast du denn das Gefühl, dass es da irgendwelche Spannungen gibt?“ fragte Leo und hob interessiert die Augenbrauen.
„Hör auf,“ maulte Branko und verdrehte die Augen.
„Dann nimm es dir auch nicht so zu Herzen. Außer dir hat niemand ein Problem damit, dass du schwul bist.“
„Ich habe damit gar kein Problem,“ beschwerte sich Branko, aber Leo lachte daraufhin.
„Doch hast du. Sonst hättest du nicht versucht es so lange vor mir zu verheimlichen oder wärst jedes Mal rot angelaufen, wenn wir über dich und Hugo geredet haben. Erst recht, wenn es um Sex ging oder so.“
„Ich mag es einfach nicht so gerne darüber zu sprechen. Ich will halt auch nicht, dass du denkst ich hätte gewisse Dinge zwischen uns in meinem Kopf durchgespielt,“ schloss Branko leise.
Leo schmunzelte. „Hast du das nicht?“
„Nein!“ rief Branko aufgebracht und verschränkte abwehrend die Arme vor der Brust.
„Das enttäuscht mich ein wenig.“
„Wenn ich doch weiß, dass da niemals was laufen wird, dann käme mir das wie eine gedankliche Vergewaltigung vor,“ murmelte Branko beschämt.
Leo lachte herzlich über Brankos Aussage. „Das ist das Bescheuertste und irgendwie auch Niedlichste das ich jemals gehört habe. Also habe ich jede Frau, mit der ich mir etwas vorgestellt habe, gedanklich vergewaltigt?“
Branko schaute ihn verdutzt an. „Nein,“ stammelte er dann. „Ich mein nur, wenn etwas so undenkbar ist, dann kann man es sich ja auch nicht wirklich vorstellen. Und erst recht, wenn der andere es überhaupt nicht wollen würde.“
„Scarlett Johansson hätte bestimmt auch niemals mit mir rumgemacht. Das hat mich trotzdem nicht davon abgehalten mir so etwas vorzustellen.“ Er zögerte kurz. „Solange es nur in der Fantasie passiert ist alles okay. Ich mein, dir wäre ich dann vermutlich auch etwas zu nahegetreten.“
Branko senkte irritiert den Blick. Wieso sagte Leo in letzter Zeit immer wieder solche Dinge zu ihm? Das machte es nahezu unmöglich es zu ignorieren. Er genoss die Nähe und manchmal hätte er sich auch gerne nachts an ihn gekuschelt, wenn er, wie so häufig in letzter Zeit, bei ihm übernachtete. Aber die Dinge, die vorgefallen waren, blockierten diese Gefühle zunehmend. Und dann waren da auch noch seine stetigen Gedanken an Hugo.
„Weißt du eigentlich, dass du mit der Kappe ziemlich lächerlich aussiehst?“ fragte Branko unvermittelt. Er wollte das Thema beenden.
„Ja, sicher. Deswegen trag ich sie ja.“ Er versetzte Branko einen leichten Tritt. „Blödmann,“ zischte er, grinste dann aber wieder.
Sie schwiegen eine ganze Weile. Leo starrte auf sein Bier und knibbelte an dem Etikett. „Es war gut, falls du das wissen möchtest,“ meinte er dann leicht schmunzelnd. „Komisch, aber gut.“
Verständnislos sah Branko ihn an und Leo schüttelte nur leicht ungläubig den Kopf. Er hatte nicht hinsehen müssen, um zu wissen was sich auf Brankos Gesicht abspielte.
„Ich weiß echt nicht wie Hugo es geschafft hat dich klar zu machen, so schwer wie du von Begriff bist. Ich meine das, was ich mir zwischen uns vorgestellt habe.“
„Du hast zu viel getrunken,“ murmelte Branko und stand langsam auf.
„Ja, wahrscheinlich,“ flüsterte Leo. „Dumm von mir.“
Branko verließ den Raum. Ihm brannte etwas im Magen. Es wäre dumm zu behaupte, dass Leo in seinen Gedanken keine Rolle mehr spielte, aber die neu aufgeflammte Freundschaft wollte er auf keinen Fall kaputt machen. Und wie sollte er sich Hugo zurückholen, wenn er Leos Annäherungen so leichtfertig zuließ. Niemand kannte ihn besser, niemand verstand ihn besser. Er liebte Leo und hasste ihn innerlich immer noch dafür, dass er ihn im Stich gelassen hatte. Aber er war wieder da. Anfangs zwar nur schattenhaft, aber seit ein paar Wochen fühlte es sich wieder an wie früher. Nur war Leo auf keinen Fall schwul. War es jedenfalls nicht gewesen. Woher kamen also das Gerede und manchmal auch die Berührungen?
Branko war in sein Zimmer gegangen. Stand dort, unschlüssig, was er nun tun sollte.
Er hörte wie Leo in der Küche das Bier in den Kasten zurückstellte und dann seine Schritte im Flur. Er lehnte plötzlich im Türrahmen, als Branko sich umwandte.
„Sorry,“ murmelte er und kratze sich im Nacken. „Ich wollte nicht übergriffig werden. Ich weiß gar nicht, was ich da rede. Nur gehen mir gewisse Gedanken seit einer Weile nicht aus dem Kopf… Ich will dich damit aber auch nicht in Verlegenheit bringen oder dich unter Druck setzen. Ich weiß du hältst das alles für einen blöden Scherz und ich wünschte selbst, dass es das wäre.“
Brankos Mund war wie ausgetrocknet. Er sah Leo bloß an und versuchte zu schlucken.
„Ich habe mir Mühe gegeben es zu ignorieren. Aber in letzter Zeit läuft alles so gut zwischen uns. Wir sind uns sogar noch näher als früher…“ Er brach plötzlich ab. „Ich bin echt ein totaler Idiot.“ Er hielt sich die Augen zu. „Vergiss einfach, was ich gesagt habe. Es muss sich für dich echt lächerlich anhören.“
„Ein bisschen,“ murmelte Branko, der seine Stimme wiedergefunden hatte. Aber er fühlte, dass er schon wieder rosa angelaufen war.
„Das kann doch niemals funktionieren. Du trägst es mir immer noch nach, dass ich dich so blöd abgefertigt habe. Dabei bist du mir ja damals nicht einmal zu nahegetreten. Hast nie versucht mich zu küssen, geschweige denn anzufassen.“
„Ich war auch immer eher emotional verknallt in dich,“ murmelte Branko und schaute auf seine Füße. „Die Gründe dafür habe ich dir ja eben erläutert.“
Leo gluckste halb und lehnte den Kopf zur Seite. „Gedankliche Vergewaltigung,“ murmelte er leise, als er sich vom Türrahmen abstieß. „So was Blödes habe ich echt noch nie gehört.“
„Schön, wenn du das wenigstens lustig findest,“ murrte Branko, als Leo näher zu ihm kam. In Brankos Zimmer war es nur ein Schritt, den er machen musste. Er drückte Branko einmal feste. Etwas unbeholfen tätschelte Branko Leos Rücken, nicht sicher was er tun sollte.
„Es tut mir leid,“ murmelte Leo noch einmal leise.
„Was genau?“ fragte Branko verwundert und sah ihn nun an, wie er die Schultern zuckte und dann, „Alles,“ murmelte.
Er löste den Griff um Brankos Brust und strich ihm vorsichtig durchs Gesicht. „Du bist ein bisschen stoppelig,“ stellte er leise fest. „Nervt so was beim knutschen eigentlich? Wenn der andere Bartwuchs hat?“
Branko zuckte die Schultern. „Mich für gewöhnlich nicht. Es gibt aber eine gewisse Länge, die kann schon kratzen.“
„Mhm,“ machte Leo nachdenklich und sah Branko mit schiefgelegtem Kopf an. Dieser ließ ihn keine Sekunde aus dem Auge. Es war komisch, dass sie so dicht beieinanderstanden.
„Findest du mir steht die Kappe wirklich nicht?“ fragte Leo dann plötzlich und durchbrach damit die komische Stille.
„Ich find es besser ohne. Du siehst irgendwie wie einer dieser Vollidioten damit aus.“
„Bin ich das nicht im Grunde auch?“ lachte er jetzt.
„Da hast du auch wieder recht,“ meinte Branko schmunzelnd. Leo versetzte ihm einen leichten Knuff dafür. Obwohl es so merkwürdig war ihm so nahe zu sein, musste Branko eingestehen, dass er es andererseits sehr genoss. Vorhin im Schwimmbad hatte er es auch schon schön gefunden mit ihm zu raufen und ganz unbedacht zu berühren. Außerdem war Leo jemand, der sich in Badehose durchaus sehen lassen konnte. Aber ihm das zu sagen, wäre Branko nicht im Traum eingefallen. Er würde sich bloß etwas darauf einbilden und ihn damit aufziehen.
Leo nahm die Kappe vom Kopf und setzte sie Branko auf. „Ok, falls ich ähnlich bescheuert aussehe damit wie du, sollte ich die tatsächlich nicht mehr tragen,“ lachte er. Sie war Branko allerdings auch um einiges zu eng und seine Haare mussten darunter wirklich lächerlich abstehen.
„Arsch,“ flüsterte Branko und nahm sie sich vom Kopf.
Leo lachte daraufhin leicht und Branko runzelte nur die Stirn. „Was?“ machte er verwundert.
„Ich weiß auch nicht,“ murmelte Leo. „Auch wenn du mich beleidigst, habe ich grade das heftige Bedürfnis...“ Er brach ab und schüttelte den Kopf, so als wolle er einen Gedanken vertreiben.
„Was?“ bohrte Branko nach und schaute Leo misstrauisch an.
Ihm wurde heiß und kalt zugleich, also Leo nun eine Bewegung machte und seine Lippen auf Brankos Mund drückte. Unwillkürlich erwiderte er aber den Kuss, auch wenn das gegen alles sprach, was ihm sein Kopf sagte und was ihm vermutlich jeder Therapeut geraten hätte. Ihm kam das so surreal vor, dass er grade tatsächlich seinen besten Freund küsste, der bisher nur Mädchen geküsst hatte, die meist auch noch klein und zierlich waren.
Es fühlte sich anders an als bei Hugo. Irgendwie falsch, aber trotzdem gut. Er spürte plötzlich einen kurzen Vorstoß von Leos Zunge. Hugo war damit immer sehr vorsichtig gewesen und Branko musste sich einen Moment daran gewöhnen, dass es auch anders ging. Jemanden das erste Mal zu küssen war immer ein wenig merkwürdig.
„Du stinkst nach Bier,“ bemerkte Branko, als Leo den Kuss irgendwann löste. Er wusste nicht, wieso er das sagte. Ihm war schwindelig und er konnte nicht begreifen, was da grade passiert war.
„Und du nach altem Fisch,“ konterte Leo und zwickte ihn in die Seite. „Du bist immer nur am Meckern. Da küss ich das erste Mal in meinem Leben einen Kerl und so wird es einem gedankt.“
Branko lachte nervös und war irgendwie froh, dass die Situation nicht noch peinlicher war.
„Was war das?“ fragte er dann und merkte, dass seine Stimme zitterte.
Leo verzog den Mund. „Wir haben geknutscht,“ sagte er in einem tapferen Versuch komisch zu sein.
„Dann hast du das ja jetzt auch von deiner Liste abgehakt,“ murmelte Branko und wandte sich ab. Er war plötzlich ein bisschen sauer auf Leo und auch auf sich selbst, weil er den Kuss erwidert hatte. Das machte die ganze Situation nicht einfacher. Niemals hätte er gedacht, dass Leo ernst machen würde und so etwas tun könnte.
„Branko…“ meinte er dann leise.
„Es ist okay,“ flüsterte er nur. „Wir hatten heute viel Spaß und bei dem Gerede hat sich das grade etwas hochgeschaukelt. Vergessen wir das einfach.“
Er wagte es nicht Leo anzusehen. Er wünschte sich einfach so sehr, dass Leo es nicht ernst meinte. So lange war er in ihn verliebt gewesen und hatte sich vorgestellt wie es wäre ihn zu küssen. Trotzdem war es schier unmöglich jetzt wieder solche Gefühle ihm gegenüber zuzulassen. Er kannte ihn zu gut und wusste genau wie sprunghaft er sein konnte. Diese Phase würde auch wieder vorüber gehen und Branko wollte nicht noch einmal von ihm enttäuscht werden. Trotzdem brannten ihm der Kuss noch auf den Lippen.
„Okay, tut mir leid. Vergessen wir es,“ meinte Leo. „Ich putz mir mal die Zähne.“
Branko sah ihm nach, wie er aus dem Zimmer verschwand. Hatte er es sich eingebildet oder hatte Leo grade enttäuscht gewirkt?
Als er jedoch zurückkam, verhielt er sich wirklich so, als sei nichts gewesen. Er legte sich auf Brankos Bett und begann auf seinem Handy herumzuspielen.

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Re: Bauchgefühle

Beitragvon Skystar » 17 Aug 2019, 17:43

Es waren einmal ... ein Leo, ein Branko, paar Bier und eine hässliche Keppi ...

So in etwa könnte die Überschrift dieses tollen Kapitels lauten! Ich liebe dieses Kapitel und ja, das hat mich sehr gefreut Salto!
Endlich. ENDLICH! Sie haben sich geküsst! Und Branko fällt nichts besseres ein, als zu sagen, dass Leo nach Bier stinkt :D . Ich finde den Humor zwischen den doch eigentlich recht ernsten Passagen einfach köstlich. Hätten sie sich nicht geküsst, hätte ich dich wohl verflucht Salto, denn zwischen den beiden knisterte es spätestens seit dem Schwimmbadszenen gewaltig. Ich finde es süß, wie sich gegenseitig triezen. Dabei machen sie das eigentlich nur, um ihre wahren Gefühle füreinander runterzuspielen - allen voran Leo. Bei Branko kommen noch zwei andere Faktoren zu Trage: Erstens weil er noch immer was für Hugo empfindet und zweitens, weil er in der Vergangenheit von Leo so verletzt wurde und nun Angst hat, er könnte ihn wieder verletzen. Das ist in meinen Augen absolut verständlich. Sollten Leos Gefühle also wirklich echt sein, dann muss er Branko beweisen, dass er ihm das nicht wieder antun würde. Branko blockt natürlich gleich wieder ab, typisch für ihn. Ich bin gespannt, wie es nun zwischen den beiden weiter geht, genauso gespannt bin ich aber auch, wie es mit Hugo (und Alex) weiter geht. Was würde er sagen/machen, wenn er von dem Kuss hört?

Ich hoffe auf eine sehr schnelle Fortsetzung!
Gruß
Skystar
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Re: Bauchgefühle

Beitragvon NikiLu » 26 Aug 2019, 20:12

Ich muss jetzt auch ein paar Worte da lassen. Du hast eine sehr liebevolle Schreibweise. Lässt deine Charaktere mal warm und kalt erscheinen. Rührende und komische Momente wechseln sich ab. Fesselnd und Emotional. Ich bin Team Branko-Leo , weil ich mich selbst teilweise darin wieder finde, aber das ist unwahrscheinlich, nach der Geschichte von den Beiden. Ein Happyend zwischen Hugo- Branko wollen zwar glaube ich die Mehrheit der Leser , aber für mich auch eher unrealistisch. Die Fronten sind zu hart. Möglich ist , dass Alex- Hugo wieder zusammen kommen könnten (es sei den einer von beiden macht einen fatalen Fehler ). Wahrscheinlich hast du für das Ende noch eine ganz andere Überraschung parat, die so niemand erwartet. Z.b. einen ganz neuen Charakter. Ich bin jedenfalls sehr gespannt. Ich hoffe nur , dass nicht alle single sind zum Schluss^^ und es kein offenes Ende gibt. Das darfst du uns nicht an tun.
Lieben Gruß.

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Re: Bauchgefühle

Beitragvon Simson » 27 Aug 2019, 08:13

Hmm, ich muss zugeben...die Szene zwischen Branko und Leo hat was 8) !

Vielleicht passen die Beiden doch recht gut zusammen. Dann soll sich Hugo aber bitte einen neuen Partner suchen, der ihn wirklich glücklich macht.
Damit könnte ich dann auch leben :D
"Sei wie du bist ! Irgendwann kommt es sowieso raus." E.v. Hirschhausen

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Re: Bauchgefühle

Beitragvon Saltoboy » 27 Aug 2019, 16:53

Danke für eure lieben Kommentare :) Es freut mich natürlich immer zu hören, dass jemandem gefällt, was ich hier so schreibe.
Offensichtlich sind ja doch nicht alle abgeneigt von den Entwicklungen, dachte schon, dass ich damit wirklich Leute zum Boykott der Geschichte treiben würde. Aber hey, da poste ich doch Mal den nächsten Teil. Mal sehen, was Branko so dazu sagt, dass Alex und Hugo wieder miteinander reden. Und als kleine Überraschung für Skystar folgt im zweiten Teil eine mal die Sicht von Alex auf die Dinge. Ob das hilft ihn zu verstehen...wer weiß :D
Außerdem verspreche ich, dass ich die Geschichte definitiv fertig schreiben werde, kann nur nicht garantieren wann das sein wird :)




„Was ist eigentlich los bei Leo und dir? Ihr seid irgendwie in letzter Zeit ein bisschen zu freundlich zueinander. Das wirkt beinahe schon gezwungen,“ sagte Olli zu Branko. Sie saßen sich gegenüber auf Bierbänken. Es war Sommerfest in der Stadt und von einer Bühne an der Straßenecke drang Musik zu ihnen.
Branko zuckte mit den Schultern. „Ist doch alles wie immer,“ murmelte er, wagte es aber nicht sie anzusehen.
Olli wirkte nicht überzeugt. „Ist irgendwas passiert? Habt ihr euch gestritten?“ fragte sie besorgt.
Branko schüttelte den Kopf. „Nein. Gestritten haben wir uns nicht.“
„Soll ich Leo fragen? Der ist immer etwas gesprächiger als du.“ Sie lehnte sich etwas zu ihm rüber und stieß ihn an.
„Wieso interessiert dich das denn so?“
„Wie lange kennen wir uns jetzt? Du solltest mittlerweile rausgefunden haben, dass ich sehr neugierig bin.“
Branko seufzte. Er war sich nicht sicher, ob er ihr davon erzählen sollte und was sie von der ganzen Geschichte halten würde, schließlich war sie sehr gut mit Hugo und auch mit Sophie befreundet. Aber der Kuss bedrückte ihn immer noch sehr.
„Er hat mich…naja wir haben uns geküsst. Letzte Woche, nachdem wir im Freibad waren,“ murmelte Branko nach einer längeren Pause.
Olli riss die Augen auf.
„Ernsthaft? Und wie war das?“ fragte sie aufgeregt.
Das machte Branko nun etwas misstrauisch.
„Wie das war? Ich dachte du würdest komplett durchdrehen, wenn du das hörst.“ Er zögerte kurz und sah sie nachdenklich an. „Es war so merkwürdig. Ich versteh es außerdem auch nicht. Und ich finde es auch ein bisschen unfair von ihm.“
„Es ging also von ihm aus?“
„Ja. Ich wäre doch nie auf die Idee gekommen.“
„Hast du ihn zurück geküsst?“
Branko stützte den Kopf in die Hände. „Ja, leider.“
„Und was genau findest du unfair?“
Branko seufzte. „Du stellst verdammt viele Fragen. Weißt du wie lange es gedauert hat, dass ich nicht mehr jeden Tag an ihn denken musste? Er schafft es einfach immer in kürzester Zeit, dass ich mich…naja, in ihn… Ich will das nicht, Olli.“
Nachdenklich blickte sie ihn an. „Und wenn er es wirklich ernst meint? Ich mein wäre das so schlimm?“
Jetzt schnaufte Branko abfällig. „Du kennst Leo nicht. Er überlegt sich Dinge gerne anders. Eine Woche ist er zum Beispiel total verknallt in Jessica aus der Parallelklasse. In der nächsten weiß er nicht einmal mehr wer sie ist. Außerdem habe ich ihn mit genug Mädels gesehen, um zu wissen, dass er definitiv nicht schwul ist. Meinst du, dass da diese Phase lange anhalten wird?“
Er merkte, dass Olli auf ihrer Lippe kaute, was für gewöhnlich nichts Gutes bedeutete.
„Du warst wirklich mal richtig verliebt in ihn, oder?“ fragte sie dann ein bisschen mitleidvoll.
Branko mied weiterhin ihren Blick. „Ich war darüber hinweg,“ murmelte Branko säuerlich. „Und jetzt…“
„Bist du es nicht mehr. Stimmts?“ seufzte Olli.
Branko merkte, dass er einen Kloß im Hals hatte. „Ich weiß es nicht. Ich vertrau ihm was das angeht nicht sonderlich. Es würde mir nicht gut tun, noch einmal von ihm zurückgewiesen zu werden. Wir sollten einfach nur Freunde sein, aber mir geht dieser Kuss nicht aus dem Kopf.“
Sie lächelte jetzt ein bisschen und das machte Branko noch stutziger.
„Was ist eigentlich los? Ich dachte du wärst nicht grade begeistert davon. Ich mein wegen Hugo und Sophie und so.“
Olli zuckte jetzt nur die Schultern. „Naja, mir gefällt einfach, dass er dir sehr gut zu tun scheint. Das war mit Hugo irgendwie anders, auch wenn ich ihn über alles mag. Er bringt dich zum Lachen und…“ sie brach ab, weil Leos schlanke Gestalt aus der Menge auftauchte. Hinter ihm kam Severin, der Olli nun ein strahlendes Lächeln schenkte. Auch wenn er ein Freund von Hugo war, schienen er und Leo sich amüsiert zu haben. Sie stellten die Getränke auf den Tisch und Leo zauberte von irgendwo eine große Tüte mit Pommes hervor. „Bedient euch,“ meinte er und schnappte sich eine, während er sich neben Branko auf die Bank hockte.
Brankos und Ollis Blick trafen sich noch einmal kurz. Ihre Meinung war nicht sonderlich hilfreich gewesen. Er hatte ein bisschen gehofft, sie würde ihm helfen sich die ganze Sache auszureden.
„Danke,“ rief Olli und schnappte sich ihr Bier, während Leo Branko eine Cola rüberschob. Er bot ihm erneut die Pommes an und Branko bediente sich zögerlich.
Er bedankte sich murmelnd und bereute ein wenig, dass er Olli davon erzählt hatte. Er wusste schließlich, dass es sie jegliche Beherrschung kosten würde, sich nicht einzumischen.
Sie aßen und tranken und Branko spürte ab und zu zufällig Leos Bein gegen seines stoßen. Entweder war er ein wirklich großartiger Schauspieler oder er hatte wirklich vergessen, was passiert war. Er ging so unbefangen mit Branko um, dass dieser daran zu zweifeln begann, dass sie sich jemals geküsst hatten.

„Ach schaut mal wer da ist,“ meinte Severin irgendwann und deutete auf jemanden, der auf der anderen Seite der Straße herlief. Branko folgte der Geste mit dem Blick. Die Gestalt trug einen dunkeln Kapuzenpulli und drängte sich schnellen Schrittes durch die Menschenmenge. Brankos Herz schlug plötzlich ein kleines bisschen schneller. Es war Hugo, immer noch mit kurzen Haaren. Er sah so anders aus.
„Wer ist denn das bei ihm?“ fragte Leo und deutete auf die Person, die ein paar Meter hinter ihm ging.
Branko wandte den Blick von Hugo ab und erkannte den großen Mann sofort. Es war Alex. Er trug ein Shirt von einem der Stände, an denen Bier verkauft wurde. Erst dachte Branko, er würde Hugo ungewollt folgen, aber als dieser sich umwandte und lachte, wurde er eines Besseren belehrt.
Branko brachte kein Wort hervor. Es hätte keinen größeren Schlag in die Magengrube geben können.
„Ähm, das ist Alex,“ meinte Severin vorsichtig.
„Sein Exfreund?“ fragte Leo in einem ungläubigen Ton.
Severin nickte und alle vier sahen weiterhin den beiden Männern nach, die nun langsam zwischen den Menschen verschwanden.
Leo pfiff durch die Zähne. „Wo die wohl hingehen?“ meinte er und beäugte Branko kurz, der immer noch stocksteif dasaß. Wie zum Teufel war das denn passiert?
„Der Idiot,“ murmelte Severin nur.
„Hugo ist ja echt ein Wiederholungstäter,“ meinte Leo und reckte den Hals, um den beiden nachzusehen, aber sie waren verschwunden.
Auch Olli sah Branko jetzt forschend an.
„Er hat mir erzählt, dass sie sich letztens im Park beim Joggen getroffen haben. Aber da wirkte es nicht so, als ob er sich wieder mit ihm vertragen wollte. Eher im Gegenteil. Er meinte, er würde bereuen, dass er überhaupt mit ihm zusammen war,“ sagte Severin und trank aus seinem Glas.
„Meinst du, die sind wieder zusammen?“ fragte Leo und Branko schaute ihn kurz von der Seite an. Etwas merkwürdiges lag in seinem Ausdruck. Freute er sich etwa darüber?
„Keine Ahnung. Ich mag Alex eigentlich, aber man möchte ihn glaube ich eher nicht als festen Freund haben. Ich bekomme schon Filzläuse bloß vom Hinsehen.“
Leo gluckste über die Bemerkung, sah dann aber Branko an, der die Zähne fest aufeinandergepresst hatte und auf seine Hände hinunterblickte. Aufmunternd strich Leo ihm über den Rücken. „Alles okay?“ fragte er besorgt.
Natürlich war nicht alles in Ordnung, aber das wusste Leo genau. Dass Hugo es fertig brachte Alex zu verzeihen, aber nicht einmal bereit war mit ihm selbst zu reden, machte Branko fassungslos. Das zeigte deutlich wie wichtig ihm die Beziehung gewesen war und wie wenig er ihm wirklich bedeutet hatte. Er hatte also tatsächlich nur als Lückenbüßer gedient und jetzt da es vorbei war, fiel er wieder auf dieses Arschloch herein.
„Alles gut,“ würgte Branko hervor.
„Ich glaube nicht, dass Hugo wieder was mit ihm hat,“ meinte Olli kurz darauf entschlossen. Branko wusste genau, dass sie das bloß sagte, um ihn aufzumuntern. „Das würde er nie machen.“
Branko räusperte sich. „Es weiß glaube ich keiner von uns wozu er in der Lage wäre. Schließlich war er drei Jahre mit ihm zusammen,“ sagte er dann und stand langsam auf. „Ich muss mal aufs Klo,“ fügte er noch leise hinzu.


„Mein Gott ist das voll hier,“ bemerkte Alex, als er sich gemeinsam mit Hugo durch die Menge schob. „Ich habe nur zwanzig Minuten Pause,“ rief er über die Musik hinweg. „Dann muss ich wieder zurück am Stand sein und Bier zapfen.“
„Seit wann hältst du dich denn an Anweisungen?“ lachte Hugo und wandte sich halb zu ihm um. Dabei entblößte er seine schönen Zähne und Alex war froh, dass er ihm mittlerweile wieder freundliche Blicke schenkte. Er war sich sicher, dass er ihn bald so weit hatte. Ihm fehlte Hugo. Vor allem morgens, wenn er mit verstrubbelten Haaren im Bad stand und sich die Zähne putzte oder einfach nur neben ihm aufzuwachen. Hugo war der einzige Mann für den er je mehr als sexuelles Interesse verspürt hatte, auch wenn dieses ihn natürlich erst dazu gebracht hatte überhaupt etwas mit ihm anzufangen. Als Hugo neu in die Mannschaft gekommen war, hatte er direkt gemerkt, dass er auf Männer stand, obwohl er damals nicht geoutet gewesen war. Und da hatte Alex natürlich nicht lange gefackelt und Hugo nach dem Training auf etwas zu trinken eingeladen. Er hatte sich erst gesträubt, war aber letztlich doch mitgekommen und hatte sich in Zurückhaltung geübt. Trotz der Entschlossenheit nicht auf Alex Masche reinzufallen, war er am Ende des Abends in seinem Bett gelandet. Und hier war ihm das erste Mal etwas merkwürdig vorgekommen. Normalerweise wollte er die Männer nach dem Sex immer möglichst schnell loswerden. Bei Hugo war es anders gewesen. Und so war er über Nacht geblieben und fast das gesamte Wochenende. Wäre der Sex auf die Dauer nicht so verdammt langweilig gewesen, wäre alles perfekt gewesen.
„Mein Bruder hat mir den Job hier besorgt und der Chef kann mich eh nicht leiden. Ich habe es vielleicht schon überstrapaziert, weil ich dir die ganze Zeit das Bier gratis gebe, obwohl es hieß, dass wir nichts mehr an Freunde rausgeben dürfen.“
„Damit hast du mich doch erst hergelockt,“ meinte Hugo und blieb stehen. „Du meintest ich bekomme Freibier, wenn ich dich ein bisschen von der Arbeit ablenke.“
Alex trat auf ihn zu, sodass er dicht vor ihm stand. „Ja, weil es keine bessere Ablenkung gibt als dich,“ hauchte er Hugo ins Ohr. Er wollte ihn küssen, aber Hugo zierte sich und wandte den Kopf ab. Er hatte gehofft, dass er mit ein paar Bier etwas lockerer werden und vergessen würde, dass er immer noch sauer auf Alex sein wollte.
„Scheiße ist das eine lange Schlange,“ meinte er stattdessen und deutete auf die Menschenansammlung vor dem Toilettenwagen. „Das schaffen wir niemals in zwanzig Minuten.“
Alex zuckte die Schultern. „Komm mit. Es gibt da einen Hinterhof, wo wir die Fässer lagern, da können wir pinkeln gehen.“ Er zog Hugo am Arm mit sich. Vielleicht würde er lockerer, wenn sie ungestört waren.
Sie gingen durch eine dunkle Gasse und Hugo schaute sich mehrfach besorgt um.
„Keine Panik. Ich pass auf dich auf,“ grinste Alex. Er stellte sich an eine Wand und knöpfte die Hose auf. Hugo zögerte, aber die volle Blase brachte ihn dann scheinbar doch dazu es Alex nachzutun. Er stellte sich jedoch an die andere Wand.
„Angst, dass ich dir was weggucke?“ fragte Alex leicht spöttisch. „Ich glaube ich kenn den Part an dir ganz gut. Brauchst ihn nicht vor mir zu verstecken.“
Hugo schnaufte nur. „Du musst mir aber nicht unbedingt beim Pinkeln zuschauen.“
Alex zog grade den Reißverschluss an der Hose zu, mit dem Knopf gab er sich keine Mühe. Der würde eh nicht lange geschlossen bleiben. Er trat langsam von hinten auf Hugo zu. „Ich könnte dir bei allem zugucken und würde es immer noch heiß finden,“ flüsterte er ihm ins Ohr.
Hugo wandte erschrocken den Kopf. „Halt die Klappe,“ murmelte er und machte einen Schritt zur Seite. Etwas hastig machte er seine Hose zu. Dabei schien sich seine Boxershorts im Reißverschluss verhakt zu haben.
„Brauchst du Hilfe?“ fragte Alex grinsend.
„Erinnerst du dich, dass du zu mir sagtest, du würdest einfach nur mit mir befreundet sein wollen und hättest keine Hintergedanken?“ fragte Hugo und wirkte nun leicht säuerlich. Alex musste grinsen. So war es schließlich schon immer zwischen ihnen gewesen. Wenn Hugo so etwas sagte, hieß es eigentlich nur, dass er sich mehr Mühe geben sollte.
„Ach komm Hugo. Ein bisschen Spaß wird man doch wohl noch machen dürfen. Wir verstehen uns doch grade wieder richtig gut.“
„Ja, weil du mal ein paar Stunden nicht alle drei Sekunden über Sex geredet hast,“ murmelte Hugo, der sich immer noch bemühte den Stoff aus dem Reißverschluss zu befreien.
„Ich kann nichts dafür, dass wir uns einfach voneinander angezogen fühlen. Und jetzt lass mich mal sehen, was du da angerichtet hast,“ lächelte er und versuchte möglichst unschuldig zu wirken. Hugo würde schließlich nicht nein sagen, wenn es erst einmal so weit war. Er ging vor ihm in die Hocke. Vorsichtig löste er den Stoff von seiner Unterhose aus dem Reißverschluss, aber statt sich wieder aufzurichten schob er seine Hand zwischen Hugos Beine.
„Lass das,“ meinte Hugo und wollte sie wegschieben.
„Wieso stellst du dich immer so an?“ fragte Alex jetzt leicht ungehalten. „Wir wissen doch beide worauf es mit uns hinausläuft. Du bist nur einfach zu stolz, um das zuzugeben. Das war doch schon immer so. Du lässt mich zappeln, damit du dich besonders fühlen kannst, weil ich dir hinterherrenne.“
Hugo ließ plötzlich seine Hand los und Alex richtete sich auf.
„Das stimmt überhaupt nicht,“ flüsterte Hugo, der schon wieder Tränen in den Augen hatte. Warum wusste Alex nicht, aber Hugo weinte sowieso wegen allem Möglichen.
„Du hast halt gerne das Gefühl, dass du den Ton angeben kannst. Ist doch nichts Schlimmes.“
Er legte seine Hände an Hugos Seiten und fuhr dann leicht an ihm hinab, wollte ihm die Hose runterschieben. „Nur können wir vielleicht heute einmal den Teil überspringen, bei dem du so tust, als wärst du schwer zu haben und einfach genießen, dass wir uns wieder vertragen.“
Hugo schaute ihn groß an und stieß dann kräftig Alex Hände von sich. „Fass mich nicht an,“ knurrte er. „Ich weiß wirklich nicht, weshalb ich dachte es wäre dieses Mal anders.“
Alex hatte diese Unterhaltung schon so oft mit Hugo gehabt und jedes Mal war dieser doch irgendwann eingeknickt. Danach konnte man die Uhr stellen. Auch wenn ihm dieses Mal dieser Branko in die Quere gekommen war. Aber jetzt stand ihnen nichts mehr im Weg und Hugo würde noch begreifen, dass es einen Grund hatte, dass er nicht von ihm loskam.
„Tut mir leid,“ meinte er also mit erhobenen Händen. „Ich dachte nur, dass du es auch wollen würdest.“
Hugo holte tief Luft. „Du dachtest, ich würde hier im Hinterhof mit dir…?“ fragte er ungläubig. „Hast du sie eigentlich noch alle? Wieso gibst du dir die Mühe und bist tagelang so nett zu mir, um dann wieder dieses Arschloch zu sein.“
Alex hob die Augenbrauen. „Ich bin gerne nett zu dir Hugo. Und natürlich möchte ich wieder Sex mit dir haben, was ist daran denn so schwer zu verstehen? Ich dachte, dass heute die Gelegenheit wäre uns ein für alle Mal zu vertragen.“
Hugo schüttelte den Kopf. „Wieso begreifst du nicht, dass man so etwas auch anders anstellen kann, als jemanden in einem Hinterhof blöd anzumachen? Meinst du, dass das dazu führt, dass ich dir wieder vertraue?“
Alex seufzte. Manchmal war es wirklich anstrengend mit Hugo. „Ich muss jetzt wieder arbeiten. Ich ruf dich später an.“
„Brauchst du nicht,“ murmelte Hugo. „Wir sollten da nicht wieder etwas aufwärmen, dass nicht aufgewärmt gehört.“
Erstaunt blickte Alex ihn jetzt an. „Sei nicht blöd Hugo. Wir wissen beide, dass es mit uns noch nicht vorbei ist. Wir sprechen da später drüber.“
„Ich will aber nicht mehr mit dir sprechen Alex. Das jetzt grade hat mir wieder ins Gedächtnis gerufen, weshalb ich nicht mehr mit dir zusammen sein wollte.“
Alex verdrehte die Augen. „Langsam machst du mich wirklich sauer. Du spielst schon die ganze Zeit mit mir. Tust so, als hättest du kein Interesse mehr an mir, suchst dir irgendeinen Typen, mit dem du mich eifersüchtig machen kannst. Aber ich sehe doch, dass du mich immer noch liebst.“
„Tu ich nicht,“ fauchte Hugo.
„Tust du wohl,“ erwiderte Alex und wollte nach Hugos Arm greifen, als dieser sich abwandte.
Da machte dieser eine plötzliche Bewegung und verpasste Alex einen kräftigen Schlag gegen die Brust. „Tu ich nicht,“ rief er noch einmal.
Alex versuchte ihn festzuhalten, aber Hugo machte sich von ihm los.
„Doch, tust du,“ sagte Alex entschieden, aber er hatte nicht damit gerechnet, dass Hugo ihn daraufhin so kräftig von sich stoßen würde, sodass er etwas zurück stolperte. Er hatte nicht einmal gewusst, dass er so stark war. Hugo atmete schwer und schaute ihn wütend an.
„Ich hasse dich,“ flüsterte er dann und etwas in Hugos Stimme verriet Alex nun doch, dass er es dieses Mal ernst meinte. Es war schließlich nicht das erste Mal gewesen, dass er so etwas zu ihm sagte. „Ich wünschte ich hätte dich nicht in mein Leben gelassen und ich hasse mich selbst dafür, dass ich nicht von dir loskomme. Du sorgst dafür, dass ich an mir selbst zweifle, mich wie ein Mensch zweiter Klasse fühle und du denkst ernsthaft, dass ein paar lahme Entschuldigungen das alles wieder in Ordnung bringen?“
Alex zog die Schultern hoch. „Bisher hat das doch ganz gut funktioniert,“ murmelte er.
Dieses Mal war er mehr darauf vorbereitet, dass Hugo auf ihn losging. Er hatte ihn oft wütend erlebt, aber nie so außer sich wie jetzt. Deshalb fiel es ihm äußerst schwer ihn in den Griff zu bekommen, als er wild um sich schlug. Aber er hatte Übung mit so etwas, da er schon lange bei einem Sicherheitsdienst arbeitete.
„Hugo, beruhig dich bitte. Es tut mir leid,“ meinte Alex und hielt ihn fest. Für einen Moment schaute Hugo ihn aus seinen großen, hellen Augen an und dann spuckt er ihm ins Gesicht. Augenblicklich ließ Alex ihn los. Wütend wischte er sich durchs Gesicht. Das war wirklich zu viel. Ohne darüber nachzudenken verpasste er Hugo einen kräftigen Schlag.
Als er rückwärts stolperte und hinfiel, war Alex einen Augenblick überrascht über sich selbst. Er war häufig grob zu Hugo gewesen, aber geschlagen hatte er ihn nie. Und auch wenn das Spucken mehr als respektlos gewesen war, bereute er instinktiv was er getan hatte.
Hugo blutete ihm Gesicht und Alex wollte zu ihm und ihm aufhelfen, aber er stieß seine Hände fort.
Er rappelte sich langsam auf und ging langsam weg.
„Hugo,“ meinte Alex verzweifelt. „Das wollte ich nicht.“
Aber Hugo sagte nichts mehr und Alex hatte das ungute Gefühl, dass er dieses Mal endgültig etwas falsch gemacht hatte.

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Re: Bauchgefühle

Beitragvon Skystar » 28 Aug 2019, 10:50

Aaaaalso ... spätestens jetzt bin ich mir sicher, dass Hugo und Alex nie mehr zusammen kommen werden. Hugo wurde viel zu sehr von Alex verletzt (innerlich, aber jetzt auch äußerlich). Es hätte nicht mehr viel gefehlt und Alex hätte ihn beinahe vergewaltigt. Gut, so schlimm war es jetzt nicht, aber nah dran. Vielleicht hat Alex jetzt zum Schluss aber endlich begriffen, dass er mit Hugo so nicht umspringen kann. Ein sehr interessanter Part, nur Hugo tut mir jetzt unendlich Leid. Ja, ich will Branko und Leo zusammen sehen, aus denselben Gründen, die auch Olli genannt hat (Leo tut Branko gut), aber Hugo will ich auf keinen Fall am Ende der Geschichte alleine sehen. Das würde mir das Herz zereissen. Da wartet also noch etwas Arbeit auf dich Salto.
Und da du offenbar (fast) alles umsetzt, was ich dir so sage, hier meine offizielle Wunschliste :D :

1. Ich will Branko tanzen sehen :lol:
2. Brankos Vater muss wieder eine Rolle spielen
3. Hugos Schwester ebenfalls
4. Ein süßer kleiner Freund für Hugo? Vielleicht ein Hund? :P
5. Leo und Hugo gehen wieder bouldern - diesmal mit Branko?
6. Sind Olli und Severin jetzt eigentlich ein Paar? (Ist mir irgendwie entgangen)
7. Der neue Mitbewohner von Branko und Olli - wichtig?
8. Einmal ... zumindest einmal sollte Leo den Arsch in der Hose haben, Branko ernst seine Gefühle zu gestehen - egal ob negativ oder positiv
9. Konfrontation zwischen Branko und Alex (Bitte lass Branko Alex einmal eine reinhauen :D )
10. Branko - Leo - Hugo - sollte einer am Ende allein dastehen, nehme ich denjenigen :lol:
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Re: Bauchgefühle

Beitragvon Simson » 28 Aug 2019, 13:34

"...und Alex hatte das ungute Gefühl, dass er dieses Mal endgültig etwas falsch gemacht hatte."

Ach echt jetzt ??? Der Typ macht ständig alles falsch !!! Zumindest was Hugo betrifft.
Und Hugo ist echt NAIV ! Ich hoffe das Erlebte reicht ihm nun endlich um Alex endgültig abzuschießen.

Bin gespannt wie es weiter geht. Ich habe da 2 Theorien:

1. Hugo läuft Branko (der ja unterwegs zum Klo ist) gleich heulend und blutend in die Arme, und Branko knöpft sich darauf hin Alex vor. Und haut ihm (wie von skystar gewünscht) eine rein.

oder (viel schlimmer)

2. Branko beobachtet auf dem Weg zum Klo, wie Alex vor Hugo kniet und sich an ihm und seiner Hose zu schaffen macht. Interpretiert das völlig falsch und tut irgendwas dummes.

Ich hoffe auf 1. :D
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Re: Bauchgefühle

Beitragvon Skystar » 09 Sep 2019, 19:41

Ich war gestern beim Bouldern und musste unweigerlich an Leo und Hugo denken :D
Ich hoffe es geht bald weiter!
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Re: Bauchgefühle

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